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48. Start Longe, Bürger, 49. Dr Richard Sonne« ntmrg ($W. 50. Friedrich nornfteinfegermeiffer, Idstein ' 2hl. Landwirt, Birlenbach. . kausm. Angestellter, Frank« >st Dehner, Raufmann, Eobr Tchüste, DberbuMal« >kar Roch, Raufmann, Tltm< Irillo, Rittmeister a. DM Eduard Lutz, Malermeister, ns Herrchen, Postmeister, >. Georg chinterwätder, srritz Löser, Ingenieur, Brffi Vollenders, Rauf. Tr. Frz. Brunnträger, rfen. 63. Üubrng Wagner, a. M
33 (tzessevj rtz.^MMMer, Mün- FrMich Bingshausen, labt, bisher MdR. 3. Fritz erhobt, bisher MdR. 4 Df. Landwirt, Sarmstadt, bisher neidbuber, Major a. S, n, bisher MdR 6. Wilhelm iirt, Ober-Kainsbach, bisher iermann, SäMt, D°m- . Daniel Hauer, Bauhü-- isher MdL. S-Walter h eys°. irmftabf, bish" E1V.-mi Heidelberg, MerM ; ;er Pfarrer a. D, ** > Willi Herbert. tb2. 13. Gustav Sch^b «
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verschiedenen Delegierten beim Generalsekretär Ave- nol und zwischen Henderson und Norman Davis stattfanden.
Der Herr Reichspräsident empfing den Reichsbischof Ludwig Müller.
Der Herr Reichspräsident empfing den König!. Ungarischen Gesandten v. Masirevich, der ihm im Auftrage des Reichsverwesers o. Horthy das Großkreuz des Ungarischen Verdienstordens überreichte.
Der Ches des Stabes der SA. hat zur Hurch- führung des Erlasses des Führers vom 9. Sep« tember 1933 betr. Bildung eines Re ichs-SA. - Liochschulamtes bei der obersten SA.-Führung angeordnet, daß an den Hochschulorten örtliche SA. »Hochschulämter zu bilden find.
Der Iuyendführer des deutschen Reft ch e s hat die deutsche Jugend aufgerufen, sich opfer
freudig dem vom Führer befohlenen Winter« h i l f s w e r k zur Verfügung zu stellen. In Zukunft wird der gewaltiae Kampf gegen Hunger und Kälte in allen Lichtspieltheatern des Deutschen Reiches propagiert werden. Bei dieser Gelegenheit wird die Hitler-Jugend für das Winterhisfswerk sammeln.
Innerhalb der Kriegeroereine des K y f f h ä u - ferbundes wurden der Hitler-Spende 20OOO Freiquartiere für SA., SS.- und St.-Männer zur Verfügung gestellt.
In Jaffa (Palästina) demonstrierten Araber wegen der Zunahme der jüdischen Einwanderung in der letzten Zeit. Der arabische Vollzugsausschuß hat den Generalstreik angeordnet. Nach dem Mittagsgebet unternahmen die Araber den Versuch, die Polizeikette zu durchbrechen, die zur Verhütung der juoenfeindlichen Kundgebungen gebildet worden war. Dabei machte die Polizei von Der Schußwaffe Gebrauch. 100 Araber und mehrere Polizisten wurden verwundet.
Me offene Marktpolitik der Reichsbank.
Grundsätzliche Ausführungen des ^eichsbankpräsidenten Dr. Schacht.
Berlin, 27. Oft. (WTB.) Die außerordentliche Generalversammlung der Reichebank genehmigte einstimmig die Aenderungen des Bankgesetzes vom 30. August 1924 und der Satzung der Reichsbank. Aus dem Zentral- a u s s ch u ß sind ausgeschieden Generaldirektor Schmitt infolge seiner Berufung zum Reichswirtschaftsminister, Bankier H i r s ch m a n n und Bankdirektor Kurt Sobernheim. Neu in den Zentralausschuß gewählt wurden: Wilh. Börger, Treuhänder der Arbeit (Köln), Bankier August von Finck (München), Bankdirektor Goetz, Dresdner Bank (Berlin), Beauftragter für Wirtschaftsfragen in der Reichskanzlei Wilhelm Keppler (Berlin), Rechtsanwalt Dr. Meyer, Direktor der Genossenschaftsabteilung der Dresdener Bank (Berlin), Kaufmann N o t t e b o h m (Hamburg), Handwerkskammerpräsident, Spenglermeister Wilhelm Georg Schmidt (Wiesbaden). Reichsbankpräsident Dr. Schacht führte zur offenen Marktpolitik u. a. folgendes aus:
Verglichen mit der NotenbankgesetzHebung anderer Länder war das bisherige Reichsbankstatut außerordentlich eng gefaßt. Wohl konnte die Reichsbank Lombarddarlehen auf gewisse Wertpapiere geben, aber diese Lombarddarlehen konnten nicht Gegenstand der Notendeckung bilden, so daß die Ausdehnung des Lombardverkehrs in den sonstigen Mitteln der Reichsbank ihre engen Grenzen fand. Die sogenannte sekundäre Notendeckung, also die nicht-metallische Deckung, war auf die Handelswechsel beschränkt.
Die Schrumpfung der Umsätze infolge der Weltwirtschaftskrise hat nun ganz ersichtlich dazu beigetragen, daß das in normalen Zeiten anfallende Volumen an Handelswechseln ganz erheblich zurückgegangen ist.In der Bankenkrisis vom Sommer 1931 mußte die Reichsbank notgedrungen die künstlich hergestellten Finanzwechsel hereinnehmen. Hätte die Reichsbank zu jeder Zeit schon die ihr jetzt gegebenen Vollmachten gehabt, so wären eine Reihe von Hilfskonstruktionen, die man damals machen mußte, voraussichtlich überflüssig gewesen. Die neue gesetzliche Regelung gestattet also der Reichsbank, in erheblich organischerer Weise den Bedürfnissen des Marktes ge- recht zu werden.
Die Kapitalbildung und die Finanzierungsbereit- schäft innerhalb der deutschen Wirtschaft reicht genügend zu, um die Notenbank vor einer ungebührlichen Inanspruchnahme zu bewahren. Jedoch lst es kein wünschenswerter Zustand, daß ein so er
heblicher Teil der volkswirtschaftlichen Finanzierung sich lediglich kurzfristig abspielt. Es wird des- iialb die Aufgabe einer sorglichen Notenbankpolitik ein müssen, Dahin zu wirken, daß ein Teil dieser ich ständig erneuernden kurzfristigen Finanzierung in den langfristigen Geldmarkt hinübergelenkt wird. Die Stabilität der nationalsozialistischen Regierung und die Stabilität der von ihr betriebenen Wirtschaftspolitik bietet die größte Gewähr für die Sicherheit langfriftiger Anlagen. Das Gesetz über die kommunale Umschuldung bietet dem Gläubiger an Stelle einer höher verzinslicken, aber unsicheren Forderung eine etwas niedriger verzinsliche, aber durchaus gesicherte Forderung. Es taut gleichzeitig diese eingefrorenen Forderungen dadurch auf, daß sie bei der Reichs- bank jederzeit lombardierbar gemacht roor- den sind.
Die Neuregelung des Bankgesetzes setzt nun die Reichsbank in den Stand, für eine gewisse Stabilität des Kursniveaus der festverzinslichen Wertpapiere Sorge zu tragen. Plötzliche lieber» raschungen und Kurseinbrüche auf dem festverzins- lichen Markt sollen in Zukunft die Reichsbank auf der Wacht finden und den Inhaber der festverzinslichen Wertpapiere von überstürzten Angstverkäufen abhalten. Die langfristigen Schwankungen, die auf jedem Kapitalwert zu finden sind, werden selbstverständlich auch durch die Reichsbank nicht abgeschafft werden. Insbesondere möchte ich hier gleich erwähnen, daß die Herrschaften, * die die letzten Wochen vor dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes dazu benutzt haben sollten, um die Renten s p e • kulativ vorzukaufen zur Mitnahme von Kursgewinnen keinesfalls zu erwarten brauchen, daß ihnen die Reichsbank von morgen ab diese Kursgewinne sicheren st eilen hilft. Eine direkte Kreditgewährung an das Reich oder andere öffentliche Körperschaften seitens der Reichsbank kommt auch in Zukunft nichtin Frage. Erfreulicherweise mehren sich die Anzeichen dafür, daß unser Wirtschaftsleben durch die Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung eine nicht künstliche, sondern organisch wachsende Belebung erfährt. Wenn wir diese Belebung durch eine organische Pflege des Kapital- Marktes unterstützen, so wird darin die sicherste Gewähr liegen, daß wir den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit nicht vorübergehend, sondern für die Dauer gewinnen werden. In diesem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit hat die heutige Ergänzung des Bankgesetzes eine neue Waffe geschmiedet Wir werden diese Waffe zu gebrauchen wissen.
Torglers Vorraum-Gespräche.
Weitere Zeugen im ReichstagSbrandsttsterprozeß.
Berlin, 27. L)kt. (WTB.) Der Landesbetriebszellenleiter K r o y e r (Linz), der zusammen mit Karwahne und Frey am Nachmittag des 27. Februar im Reichstagsgebäude war, erklärt auf die Frage des Vorsitzenden, wer der erste Begleiter Torglers gewesen sei: van der Lübbe, lieber den zweiten Begleiter Torglers kann der Zeuge nichts Bestimmtes sagen, aber weder Dr. Neubauer, noch der Journalist Oehme komme in Frage.
Der Vorsitzende läßt nunmehr van der Lübbe vor de« Richtertisch führen. Der Zeuge sagt dann: Das i ft der Mann. Die Frage, ob auch kein Irrtum möglich sei, wird von dem Zeugen verneint.
Drr Angeklagte Dimi troff ruft dem Zeugen Kroyer sehr erregt zu: Ich glaube nicht, daß Sie in der Brandnacht nach Mitternacht ausgesagt haben, sondern Sie sind erst am nächsten Morgen auf andere Veranlassung erschienen.
Der Vorsitzende ersucht Dimitroff, sich zu mäßigen.
Angeklagter Torgler : Nach der Vernehmung der drei Zeugen karwahne, Frey und firoger mochte ich erklären, und ich betone ausdrücklich, daß diese Erklärung der reinen und lauteren Wahrheit entspricht: Ich bin niemals, auch nicht am 27. Februar 1933, m i t einem Wanne namens van der £ u b b e oder mit dem Angeklagten van der Cubbe selbst hier durch diesen Gang gegangen. Ich habe auch niemals van der Cubbe vor Dienstag, den 28. Februar, 11 Uhr, gesehen ober gesprochen. Ebensowenig hat ein Wann namens poposfmit mir zusammen jemals im Vorraum dieses Saales gesessen. Ich habe Popoff et ,1 im taufe der Voruntersuchung kennengelernt. Diese meine Erklärung entspricht der reinen und lauteren und vollsten Wahrheit.
Vorsitzender: Sie haben die bestimmte Erklärung des Angeklagten Torglers gehört.
Zeuge Kroyer: Ich halte meine Aussage aufrecht. Frau Baumgart, eine 'Angestellte des Stenographenbüros des Reichstages, erklärt, sie habe durch die Glasscheibe einer Telephonzelle genau be
obachtet, wie am Nachmittag des 27. Februar der ihr genau bekannte Abgeordnete Dr. Neubauer auf einem Ledersessel im Dorraum zum Haushaltssaal gesessen habe, während sich Torgler von einer Dame verabschiedete. Danach habe sich Torgler auf das Ledersofa neben D r. Neubauer gefetzt und sich mit diesem unterhalten. Dr. Neubauer habe bei diesem Gespräch einen dunklen Hut und Mantel getragen. EineVerwechselungvon Neubauer mit Popoff sei ausgeschlossen.
Nach der Pause verkündet der Vorsitzende als Beschluß des Senates, daß die von Dr. Sack beantragten Zeugen geladen werden sollen.
Der frühere Reichstagsabgeordnete Dr. Neubauer kann sich nicht mit Bestimmtheit erinnern, am Nachmittag des 27. Februar zusammen mit Torgler auf dem Sofa im Vorraum des Haushaltssaales gesessen zu haben. Es lägen jetzt acht M o - nate zurück. Er könne nur bekunden, daß er höchstwahrscheinlich dort an dem fraglichen läge gesessen habe, wo er mit Torgler viel zu besprechen hatte. Auf eine bestimmte Situation könne er sich jedoch nicht festlegen.
Rechtsanwalt Dr. Sack fragt den Zeugen, ob er es für möglich halte, daß man den zeitweise im kommunistischen Archiv beschäftigten Studenten Perl mit van der Lubbe verwechseln könnte.
Zeuge Dr. Neubauer: Eine starke Aehnlichkeit finde ich in der Augenpartie. Auch die Backenknochen des Perl sind ähnlich hervorstehend wie bei van der Lubbe, während mir die untere Gesichtspartie allerdings stark abzuweichen scheint.
Auf die Frage des Rechtsanwaltes Dr. Sack, was Dr. Neubauer mit Torgler an jenem Tage zu besprechen hatte, antwortete der Zeuge, daß am 27. Februar vor allem über die Fühlungnahme mit der Sozialdemokratischen Partei zur Bildung einer Einheitsfront gesprochen worden sei.
Der Vorsitzende verliest Teile eines Artikels von Torgler im „Roten Wähler", in dem es heißt, daß der Stimmzettel den Faschismus nicht zu schlagen vermöge. Der Artikel schließt mit der Aufforderung: Tretet zusammen in den Betrieben und Stempelstellen und stellt die einheitliche Kampffront her.
Dazu erklärt der Zeuge daß die Arbeiterschaft in einer Massenaktion der Regierung entgegentreten sollte. Unter dem Begriff der Massenaktion fei zu verstehen die Stillegung aller Betriebe, auch des Verkehrs, mit ihren entsprechenden Auswirkungen auf das ganze öffentliche Leben. Jede Maßnahme des individuellen Terrors fei auf das schärfste bekämpft worden.
Oberreichsanwalt: Ist dem Zeugen bekannt, daß die Kommunistische Partei den Generalstreik alslehte vorstufezum Bürgerkrieg anfiefjt?
Der Zeuge erwidert: Der Ausgang des Generalstreiks fei nicht die Frage des Willens bet Kommunistischen Partei, sondern die Frage der Maßnahme ihrer Gegner.
Oberteichsanwalt: Das heißt, wenn der Gegner sich zur wehr seht, kommt es zum bewaffneten Aufstand.
Aus eine Frage des Rechtsanwaltes Dr. Teichert erklärt der Zeuge, er habe keinen der ange- klagten Bulgaren jemals gesehen. Die Frage des Angeklagten D i m i t r o f j s, ob sich die KPD. im Anfang 1933 vor der Reichstagsbrandstiftung die Aufgabe gestellt habe, einen bewaffneten Kampf um die Macht zu führen, verneint der Zeuge. Die ganze politische Entwicklung sei davon abhängig gewesen, ob es gelingen würde, die breite Massenfront der Arbeiter gegen den Nationalsozialismus zu schaffen. Von einem Bevorstehen des bewaffneten Aufstandes sei nicht das geringste verlautet.
Dr. Sack: Ist Ihnen in dem Wesen Torglers an dem Tage etwas besonderes aufgefallen?
Zeuge Dr. Neubauer: Nein, Torgler mar lebendig wie immer, vielleicht etwas lebhafter, weil alles voller Aufregung war.
Die Zeugin Frau Feldmann, Angestellte des Stenographischen Büros des Reichstages, Hal' am 27. Februar zwischen 12.30 und 12.45 Uhr in dem Dorraum ein Telefongespräch erledigt. Torgler sah in einem Sessel in der Ecke, und unmittelbar neben i h m im Sofa ein Herr mit blondem Haar, mit dem sich Torgler sehr rege unterhielt. Als die Zeugin durchging, hörte Torgler zu sprechen auf. Sie erklärt, daß Torgler sonst eigentlich weitersprach, sie habe sich aber nichts dabei gedacht.
Der Amtsgehilfe D e n f ch e l hat am 27. Februar etwa um 14.30 Uhr Torgler im Dorraum mit' einem Fremden fitzen sehen. Der Fremde trug einen rötlich-braunen Mantel und einen ähnlichen Hut, dessen Krempe vorn heruntergeschlagen war. Der Zeuge erklärt mit aller Bestimmtheit, daß es der Journalist Oehme, den er seit langer Zeit kenne, nickt gewesen sei. Der Angeklagte Torgler sagt, er rönne sich an keinen Mann mit einem rotbrauen Mantel erinnern. Ader er sei um diese Zeit mit Oehme zusammen gewesen. Der Zeuge beharrt auf seiner Aussage, daß es Oehme nicht gewesen sein könne. Er habe einen Verdacht, den er aber nicht äußern wolle. Auf Zureden des Vorsitzenden erklärt er schließlich, daß Vopoff der Fremde gewesen fein müsse. (Bewegung im Zuhörerraum.)
Angeklagter Popoff: Ich erkläre, daß ick n i e - mals im Reichstag gewesen bin, daß ich niemals mit irgendeinem deutschen Reichstagsabgeordneten zusammen gekommen bin, auch nicht mit Torgler. Er habe auch niemals einen solchen Hut ober Mantel gehabt, wie sie der Zeuge beschrieb.
Das Gericht nimmt nun im Borraum eine In- augenscheinnahme vor. Der Angeklagte p o p o f f hat dabei seinen schwarzen Mantel an. wie wir hören, hat der Zeuge Denschel bei dem Lokaltermin erklärt, daß er nicht sagen könne, daß Popoff der Mann war, der damals mit Torgler zusammenfaß. Die Person sei nach seiner Erinnerung kleiner gewesen. Ls ergab sich ferner, daß die Beobachtung der Person durch den Zeugen Denschel aus einer (Entfernung von etwa neun Meter erfolgt war. Die Verhandlung wird dann auf Samstag vertagt.
Jlalien feiert den 12. Jahrestag des Barsches ans Rom.
Weihe der Ausgrabungen in Nom.
Rom, 27. Oft. (TU.) Arn Samstag wird der 12. Jahrestag des Marsches auf Rom in ganz Italien feierlich begangen. Wie üblich, wird die Botschaft des Duce an die Schwarzhemden überall öffentlich verlesen und in allen Provinzen werden die während des letzten Jahres errichteten Bauten und beendeten öffentlichen Arbeiten eingeweiht. Besonderes Interesse im Ausland dürften die römischen Feierlichkeiten erwecken, da in Rom u. a. eine ganze Reihe von Ausgrabungen und Wiederherstellungen aus der römischen Kaiserzeit der Oeffentlichkeit übergeben werden. So ist der Constantinsbogen durch den im August zum erstenmal wieder ein triumphaler Einzug — der der Ozeanflieger — stattfand, von den umgebenden Anlagen und Bauten befreit worden. Er bedeutet nun den Beginn einer neuen Pracht st raße, die vom Colosseum aus zwischen den Hügeln des Palatin und des Coelius zur Via Appia sich hinzieht. Diese Straße wird „Straße des Triumphes" genannt und am Samstag mit einer Parade der im Weltkrieg mit der Tapferkeitsmedaille Ausgezeichneten vordem König eingeweiht. Es ist nicht ohne Bedeutung, daß König Viktor Emanuel zum ersten mal an der Seite des Duce an dieser großen faschistischen Jahresfeier in der Oeffentlichkeit teilnimmt. Auch der nach Südwesten freigelegte Capitolhllgel und das Cäsar-Forum mit dem Tempel der Venus Genetrix, von dem zwei Säulen mit dem schweren Gebälk wieder aufgerichtet wurden, werden am Freitag freigegeben.
In der Botschaft Mussolinis an die Schwarzhemden heißt es u. a.:
Schwarzhemden! Wir gehen dem Jahre 12 entgegen mit brennendem Eifer, mit Begeisterung und mit entschiedeneren Vorsätzen denn je. Gleich von Beginn des Jahres 12 an wird die Revolution einen Schritt vorwärts machen, indem sie neue Einrichtungen schafft, um die Kräfte der Wirtschaft zu disziplinieren und den nationalen Notwendigkeiten anzupassen. Wir schreiten vorwärts
Schritt für Schritt nach römischer Sitte und geben der Welt das in der Geschichte nie dagewesene Bei- Piel einer aufbauenden Revolution, die ortbauert, sich entwickelt und als tägliche Schöp- ung des Geistes und Willens eines Volkes abläuft.
Die Botschaft enthält die erste amtliche Ankündigung, daß die Errichtung der sogenannten Kategorie-Korporationen (Fachkorporationen) unmittelbar devorsteht. Die Art ihrer Zusammensetzung und ihres Einbaues in die bereits bestehenden Formen des korporativen Systems ist in den letzten Monaten Gegenstand heftiger Meinungsgegensätze gewesen.
Aus aller Wett
Carufos Söhne wegen Körperverletzung vor Gericht,
Wie aus Bologna gemeldet wird, hatten sich dieser Tage vor dem Strafgericht zwei Söhne des berühmten italienischen Tenors Caruso, Enrico und Rudolfo, wegen schwerer Körperverletzung zu verantworten. Dor drei Jahren wurde auf offener Landstraße unweit von Bologna ein Bauer, der einen Ochsenwagen lenkte, von einem Herrn, der im Auto an ihm vorbeikam, ohne jeden Grund angefallen und zu Boden geschlagen, so baß er besinnungslos liegen blieb. Jetzt erst wurden die Urheber dieser Tat in den beiden Söhnen Carusos festgestellt. Enrico Caruso erhielt 2Vs Jahre Gefängnis, während sein Bruder mangels Beweises freigesprochen wurde.
Langwieriger Prozeß um Öen Hengst „Caligula".
Im Prozeß um den 1924 von der deutschen „Obersten Rennbehörde" angekauften englischen Zuchthengst „Caligula", bei dessen Ankauf der preutzifche Staat um 145000 Mark betrogen wurde, wurden die Vermittler des Kaufes, der Hauptmann a. D. Walter Sulzberger, sowie der Pferdehändler Otto Markus zu vier Monaten bzw. sechs Wochen Gefängnis oerurteilt. Der Prozeß gegen die Genannten zog sich durch die verschiedenen Instanzen über neun Jahre hin.
Großfeuer in Schweidnitz.
Ein Groß feuer legte in Schweidnitz in dem Fabrikkomplex der AG. für Leinen- und Baum- Wollindustrie ein großes, dreistöckiges Gebäude, in welchem »sich die Appretur- und Trockenräume be- sanden, in Asche. Dem Feuer fielen ferner zum Opfer ein großer Teil dec Bleiche, die Näherei mit gegen 100 Nähmaschinen, Appretur- und Spannein* richtungen und die gesamte Rohware.
Der Master of Sempill schwer verunglückt.
Der Master of Sempill, die führende Persönlichkeit der bn'tischen Luftfahrt, ist in Chikago bei einem Autounfall schwer verletzt worden. Der Master of Sempill war mit dem Luftschiff „Graf Z e, p p e l i n" zur Weltausstellung nach Chikago geflogen.
Gerechte Sühne für eine unerhörte kindesmißhandlung.
Mtt einem Fall unerhört grausamer Kindes- Mißhandlung hatte sich das Schwurgericht München I zu befassen. Der Malergehilfe Max Kohler aus München hatte sein Zfähriges Kind Hildegard derartig geschlagen und wiederholt mißhandelt, daß das Kind an den Folgen der Miß^ Handlungen gestorben ist. U. a. hat er das Kino mit einem abgebrochenen Besenstiel solange geschlagen, daß der Darm aus dem Körper quoll. Aber der Unmensch schlug immer noch weiter, bis der Darm blutete. Das «chwurgericht verurteilte den Burschen wegen Totschlags und gefährlicher Kör- perverletzuna zu fünfzehn Jahren Zuchthaus bei Aberkennung der Ehrenrechte auf zehn Jahre. Der Dorsitzende des Gerichts erklärte, daß ihm ein solch krasser Fall noch nicht vorgekommen sei. Eigentlich gehöre ein solcher Mann lebenslänglich ins Zuchthaus.
Große Briefm>arkenschiebungen bei der lilauifchen postverwattung.
Bei der litauischen Postverwattung wurden dieser Tage aussehenerregende Briefmarkenschie- düngen aufgeöerft, durch die die Staotskasie nach den bisherigen Feststellungen um etwa 5 Millionen Lit (2,1 Mill. Ma» k) geschädigt wurde. Dies geschah außer durch Fälschung von feltenen Sammelmarten in der Weise, daß Vie echten Briefmarken von den Schiebern bei der Postverwattung gestohlen und durch täuschend nachgemachte falsche Marken ersetzt wurden. Die echten wlarken wurden bann an größere Betriebe unter dem Nominalwert verkauft. So kauften einige jüdische Banken, darunter eine Kownoer Großbank, ihren Markenbedarf für das ganze Jahr im voraus bis zu 20 v. H. billiger ein, obgleich der Kauf von Postwertzeichen unter Nominalwert gesetzlich verboten ist. In die Schiebungen find der Direktor der kittmischen Postoerwaltting, Sruoga und andere bohl' Postbeamte in Kowno und Memel verwickelt, die sämtlich verhaftet wurden. Der Leiter des Mengeler Telegraphenamtes, D a r a n t a , der sich ebenfalls an den Schiebungen beteiligt hatte, beging vor der Verhaftung Selbstmord. Bei dem Schwager des verhafteten Post- direktors, dem Fliegeroffizier I\a b I o n f f i s, wurde bei einer Haussuchung eine Kiste mit echten Briefmarken im Werte von e.ttva einer Million Lit vorgefunden. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.
Dreijährige, Kind in einer IDaffertonne ertrunken.
Einen furchtbaren Erstickungsto«<d fand in dem Berliner Vorort Rudow ein dreijähriges Kind. Der kleine Rudi H u h n fiel beim Spiejen auf einem Laubengrundstück in eine Wassertcmne und e r - trank, ehe Erwachsene zu Hilft' herbeieilen konnten.
Wettervoraussage.
Die Störung über der Nordsee hat ihre Lage kaum verändert, sich in ihrem Kern sogar noch weiter vertieft. Infolgedessen ist vorerst mit keiner Besserung zu rechnen. Bei wechselhafter Bewölkung werden noch schauerartige Niederschläge auftreten, unb auch die Temperaturen bleiben verhältnismäßig nied .g-.
Aussichten fürSonntag: Noch vielfach bewölkt und zeitweise schauerartige Niederschlägi', Temperaturen wenig verändert.
Lufttemperaturen am 27. Oktober: mittags 6,2 Grad Celsius, abends 4,7 Grad: am 28. Oktober: morgens 4,6 Grad. Maximum 6,5 Grad, Minimum 3,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Oktober: abends 6,2 Grad: am 28. Oktober: morgens 5,7 Grad Celsius. — Niederschläge 1,7 mm. — Sonnenscheindauer '/» Stunde.
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Bei Nieren, Blasen- und Frauen- leiden#Harnsäure,Eiweiß,Zucker 1931: 19400 Badegäste
/ E) i ö Haupt-Niederlage in Gießen:
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