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28.10.1933 Erstes Blatt
 
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33 (tzessevj rtz.^MMMer, Mün- FrMich Bingshausen, labt, bisher MdR. 3. Fritz erhobt, bisher MdR. 4 Df. Landwirt, Sarmstadt, bisher neidbuber, Major a. S, n, bisher MdR 6. Wilhelm iirt, Ober-Kainsbach, bisher iermann, SäMt, D°m- . Daniel Hauer, Bauhü-- isher MdL. S-Walter h eys°. irmftabf, bish" E1V.-mi Heidelberg, MerM ; ;er Pfarrer a. D, ** > Willi Herbert. tb2. 13. Gustav Sch^b «

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verschiedenen Delegierten beim Generalsekretär Ave- nol und zwischen Henderson und Norman Davis stattfanden.

Der Herr Reichspräsident empfing den Reichsbischof Ludwig Müller.

Der Herr Reichspräsident empfing den König!. Ungarischen Gesandten v. Masirevich, der ihm im Auftrage des Reichsverwesers o. Horthy das Großkreuz des Ungarischen Ver­dienstordens überreichte.

Der Ches des Stabes der SA. hat zur Hurch- führung des Erlasses des Führers vom 9. Sep« tember 1933 betr. Bildung eines Re ichs-SA. - Liochschulamtes bei der obersten SA.-Führung angeordnet, daß an den Hochschulorten örtliche SA. »Hochschulämter zu bilden find.

Der Iuyendführer des deutschen Reft ch e s hat die deutsche Jugend aufgerufen, sich opfer­

freudig dem vom Führer befohlenen Winter« h i l f s w e r k zur Verfügung zu stellen. In Zukunft wird der gewaltiae Kampf gegen Hunger und Kälte in allen Lichtspieltheatern des Deutschen Reiches propagiert werden. Bei dieser Gelegenheit wird die Hitler-Jugend für das Winterhisfswerk sammeln.

Innerhalb der Kriegeroereine des K y f f h ä u - ferbundes wurden der Hitler-Spende 20OOO Freiquartiere für SA., SS.- und St.-Männer zur Verfügung gestellt.

In Jaffa (Palästina) demonstrierten Araber wegen der Zunahme der jüdischen Einwan­derung in der letzten Zeit. Der arabische Voll­zugsausschuß hat den Generalstreik angeordnet. Nach dem Mittagsgebet unternahmen die Araber den Versuch, die Polizeikette zu durchbrechen, die zur Verhütung der juoenfeindlichen Kundgebungen gebildet worden war. Dabei machte die Polizei von Der Schußwaffe Gebrauch. 100 Araber und meh­rere Polizisten wurden verwundet.

Me offene Marktpolitik der Reichsbank.

Grundsätzliche Ausführungen des ^eichsbankpräsidenten Dr. Schacht.

Berlin, 27. Oft. (WTB.) Die außerordentliche Generalversammlung der Reichebank genehmigte einstimmig die Aenderungen des Bankgesetzes vom 30. August 1924 und der Satzung der Reichsbank. Aus dem Zentral- a u s s ch u ß sind ausgeschieden Generaldirektor Schmitt infolge seiner Berufung zum Reichs­wirtschaftsminister, Bankier H i r s ch m a n n und Bankdirektor Kurt Sobernheim. Neu in den Zentralausschuß gewählt wurden: Wilh. Börger, Treuhänder der Arbeit (Köln), Bankier August von Finck (München), Bankdirektor Goetz, Dresdner Bank (Berlin), Beauftragter für Wirtschaftsfragen in der Reichskanzlei Wilhelm Keppler (Berlin), Rechtsanwalt Dr. Meyer, Direktor der Genossenschaftsabteilung der Dresde­ner Bank (Berlin), Kaufmann N o t t e b o h m (Hamburg), Handwerkskammerpräsident, Spengler­meister Wilhelm Georg Schmidt (Wiesbaden). Reichsbankpräsident Dr. Schacht führte zur offenen Marktpolitik u. a. folgendes aus:

Verglichen mit der NotenbankgesetzHebung ande­rer Länder war das bisherige Reichsbankstatut außerordentlich eng gefaßt. Wohl konnte die Reichsbank Lombarddarlehen auf gewisse Wert­papiere geben, aber diese Lombarddarlehen konn­ten nicht Gegenstand der Notendeckung bilden, so daß die Ausdehnung des Lombardverkehrs in den sonstigen Mitteln der Reichsbank ihre engen Gren­zen fand. Die sogenannte sekundäre Notendeckung, also die nicht-metallische Deckung, war auf die Handelswechsel beschränkt.

Die Schrumpfung der Umsätze infolge der Weltwirtschaftskrise hat nun ganz ersichtlich dazu beigetragen, daß das in normalen Zeiten an­fallende Volumen an Handelswechseln ganz erheb­lich zurückgegangen ist.In der Bankenkrisis vom Sommer 1931 mußte die Reichsbank notge­drungen die künstlich hergestellten Finanzwechsel hereinnehmen. Hätte die Reichsbank zu jeder Zeit schon die ihr jetzt gegebenen Vollmachten gehabt, so wären eine Reihe von Hilfskonstruktionen, die man damals machen mußte, voraussichtlich über­flüssig gewesen. Die neue gesetzliche Regelung ge­stattet also der Reichsbank, in erheblich organi­scherer Weise den Bedürfnissen des Marktes ge- recht zu werden.

Die Kapitalbildung und die Finanzierungsbereit- schäft innerhalb der deutschen Wirtschaft reicht ge­nügend zu, um die Notenbank vor einer ungebühr­lichen Inanspruchnahme zu bewahren. Jedoch lst es kein wünschenswerter Zustand, daß ein so er­

heblicher Teil der volkswirtschaftlichen Finanzierung sich lediglich kurzfristig abspielt. Es wird des- iialb die Aufgabe einer sorglichen Notenbankpolitik ein müssen, Dahin zu wirken, daß ein Teil dieser ich ständig erneuernden kurzfristigen Finanzierung in den langfristigen Geldmarkt hin­übergelenkt wird. Die Stabilität der national­sozialistischen Regierung und die Stabilität der von ihr betriebenen Wirtschaftspolitik bietet die größte Gewähr für die Sicherheit langfriftiger Anlagen. Das Gesetz über die kommunale Umschuldung bietet dem Gläubiger an Stelle einer höher verzinslicken, aber unsicheren Forderung eine etwas niedriger verzinsliche, aber durchaus gesicherte For­derung. Es taut gleichzeitig diese eingefrorenen Forderungen dadurch auf, daß sie bei der Reichs- bank jederzeit lombardierbar gemacht roor- den sind.

Die Neuregelung des Bankgesetzes setzt nun die Reichsbank in den Stand, für eine gewisse Stabi­lität des Kursniveaus der festverzinslichen Wertpapiere Sorge zu tragen. Plötzliche lieber» raschungen und Kurseinbrüche auf dem festverzins- lichen Markt sollen in Zukunft die Reichsbank auf der Wacht finden und den Inhaber der festverzins­lichen Wertpapiere von überstürzten Angstverkäu­fen abhalten. Die langfristigen Schwankungen, die auf jedem Kapitalwert zu finden sind, werden selbst­verständlich auch durch die Reichsbank nicht abge­schafft werden. Insbesondere möchte ich hier gleich erwähnen, daß die Herrschaften, * die die letzten Wochen vor dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes dazu benutzt haben sollten, um die Renten s p e kulativ vorzukaufen zur Mitnahme von Kursgewinnen keinesfalls zu erwarten brau­chen, daß ihnen die Reichsbank von morgen ab diese Kursgewinne sicheren st eilen hilft. Eine direkte Kreditgewährung an das Reich oder andere öffentliche Körperschaften sei­tens der Reichsbank kommt auch in Zukunft nichtin Frage. Erfreulicherweise mehren sich die Anzeichen dafür, daß unser Wirtschaftsleben durch die Maßnahmen der nationalsozialistischen Regie­rung eine nicht künstliche, sondern organisch wachsende Belebung erfährt. Wenn wir diese Belebung durch eine organische Pflege des Kapital- Marktes unterstützen, so wird darin die sicherste Ge­währ liegen, daß wir den Kampf gegen die Ar­beitslosigkeit nicht vorübergehend, sondern für die Dauer gewinnen werden. In diesem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit hat die heutige Ergänzung des Bankgesetzes eine neue Waffe geschmiedet Wir wer­den diese Waffe zu gebrauchen wissen.

Torglers Vorraum-Gespräche.

Weitere Zeugen im ReichstagSbrandsttsterprozeß.

Berlin, 27. L)kt. (WTB.) Der Landesbetriebs­zellenleiter K r o y e r (Linz), der zusammen mit Karwahne und Frey am Nachmittag des 27. Fe­bruar im Reichstagsgebäude war, erklärt auf die Frage des Vorsitzenden, wer der erste Begleiter Torglers gewesen sei: van der Lübbe, lieber den zweiten Begleiter Torglers kann der Zeuge nichts Bestimmtes sagen, aber weder Dr. Neubauer, noch der Journalist Oehme komme in Frage.

Der Vorsitzende läßt nunmehr van der Lübbe vor de« Richtertisch führen. Der Zeuge sagt dann: Das i ft der Mann. Die Frage, ob auch kein Irrtum möglich sei, wird von dem Zeugen verneint.

Drr Angeklagte Dimi troff ruft dem Zeugen Kroyer sehr erregt zu: Ich glaube nicht, daß Sie in der Brandnacht nach Mitternacht ausgesagt haben, sondern Sie sind erst am nächsten Morgen auf andere Veranlassung erschienen.

Der Vorsitzende ersucht Dimitroff, sich zu mäßigen.

Angeklagter Torgler : Nach der Verneh­mung der drei Zeugen karwahne, Frey und firoger mochte ich erklären, und ich betone aus­drücklich, daß diese Erklärung der reinen und lauteren Wahrheit entspricht: Ich bin nie­mals, auch nicht am 27. Februar 1933, m i t einem Wanne namens van der £ u b b e oder mit dem Angeklagten van der Cubbe selbst hier durch diesen Gang gegangen. Ich habe auch niemals van der Cubbe vor Dienstag, den 28. Februar, 11 Uhr, gesehen ober gesprochen. Ebensowenig hat ein Wann namens poposfmit mir zusammen jemals im Vorraum dieses Saales gesessen. Ich habe Popoff et ,1 im taufe der Vor­untersuchung kennengelernt. Diese meine Erklärung entspricht der reinen und lau­teren und vollsten Wahrheit.

Vorsitzender: Sie haben die bestimmte Erklärung des Angeklagten Torglers gehört.

Zeuge Kroyer: Ich halte meine Aussage aufrecht. Frau Baumgart, eine 'Angestellte des Steno­graphenbüros des Reichstages, erklärt, sie habe durch die Glasscheibe einer Telephonzelle genau be­

obachtet, wie am Nachmittag des 27. Februar der ihr genau bekannte Abgeordnete Dr. Neubauer auf einem Ledersessel im Dorraum zum Haushaltssaal gesessen habe, während sich Torgler von einer Dame verabschiedete. Danach habe sich Torgler auf das Leder­sofa neben D r. Neubauer gefetzt und sich mit diesem unterhalten. Dr. Neubauer habe bei die­sem Gespräch einen dunklen Hut und Mantel getra­gen. EineVerwechselungvon Neubauer mit Popoff sei ausgeschlossen.

Nach der Pause verkündet der Vorsitzende als Beschluß des Senates, daß die von Dr. Sack be­antragten Zeugen geladen werden sollen.

Der frühere Reichstagsabgeordnete Dr. Neu­bauer kann sich nicht mit Bestimmtheit erinnern, am Nachmittag des 27. Februar zusammen mit Torgler auf dem Sofa im Vorraum des Haushalts­saales gesessen zu haben. Es lägen jetzt acht M o - nate zurück. Er könne nur bekunden, daß er höchstwahrscheinlich dort an dem fraglichen läge gesessen habe, wo er mit Torgler viel zu besprechen hatte. Auf eine bestimmte Situation könne er sich jedoch nicht festlegen.

Rechtsanwalt Dr. Sack fragt den Zeugen, ob er es für möglich halte, daß man den zeitweise im kommunistischen Archiv beschäftigten Studenten Perl mit van der Lubbe verwechseln könnte.

Zeuge Dr. Neubauer: Eine starke Aehnlichkeit finde ich in der Augenpartie. Auch die Backenknochen des Perl sind ähnlich hervorstehend wie bei van der Lubbe, während mir die untere Gesichtspartie allerdings stark abzuweichen scheint.

Auf die Frage des Rechtsanwaltes Dr. Sack, was Dr. Neubauer mit Torgler an jenem Tage zu besprechen hatte, antwortete der Zeuge, daß am 27. Februar vor allem über die Fühlungnahme mit der Sozialdemokratischen Partei zur Bildung einer Einheitsfront gesprochen worden sei.

Der Vorsitzende verliest Teile eines Artikels von Torgler imRoten Wähler", in dem es heißt, daß der Stimmzettel den Faschismus nicht zu schlagen vermöge. Der Artikel schließt mit der Aufforderung: Tretet zusammen in den Be­trieben und Stempelstellen und stellt die einheit­liche Kampffront her.

Dazu erklärt der Zeuge daß die Arbeiterschaft in einer Massenaktion der Regierung entgegen­treten sollte. Unter dem Begriff der Massenaktion fei zu verstehen die Stillegung aller Betriebe, auch des Verkehrs, mit ihren entsprechenden Auswirkungen auf das ganze öffentliche Leben. Jede Maßnahme des individuellen Terrors fei auf das schärfste bekämpft worden.

Oberreichsanwalt: Ist dem Zeugen bekannt, daß die Kommunistische Partei den Generalstreik alslehte vorstufezum Bürgerkrieg anfiefjt?

Der Zeuge erwidert: Der Ausgang des Gene­ralstreiks fei nicht die Frage des Willens bet Kommunistischen Partei, sondern die Frage der Maßnahme ihrer Gegner.

Oberteichsanwalt: Das heißt, wenn der Geg­ner sich zur wehr seht, kommt es zum bewaff­neten Aufstand.

Aus eine Frage des Rechtsanwaltes Dr. Teichert erklärt der Zeuge, er habe keinen der ange- klagten Bulgaren jemals gesehen. Die Frage des Angeklagten D i m i t r o f j s, ob sich die KPD. im Anfang 1933 vor der Reichstagsbrand­stiftung die Aufgabe gestellt habe, einen bewaff­neten Kampf um die Macht zu führen, verneint der Zeuge. Die ganze politische Entwicklung sei davon abhängig gewesen, ob es gelingen würde, die breite Massenfront der Arbeiter gegen den Nationalsozialismus zu schaffen. Von einem Be­vorstehen des bewaffneten Aufstandes sei nicht das geringste verlautet.

Dr. Sack: Ist Ihnen in dem Wesen Torglers an dem Tage etwas besonderes aufgefallen?

Zeuge Dr. Neubauer: Nein, Torgler mar lebendig wie immer, vielleicht etwas lebhafter, weil alles voller Aufregung war.

Die Zeugin Frau Feldmann, Angestellte des Stenographischen Büros des Reichstages, Hal' am 27. Februar zwischen 12.30 und 12.45 Uhr in dem Dorraum ein Telefongespräch erledigt. Torgler sah in einem Sessel in der Ecke, und unmittelbar neben i h m im Sofa ein Herr mit blon­dem Haar, mit dem sich Torgler sehr rege unterhielt. Als die Zeugin durchging, hörte Torgler zu sprechen auf. Sie erklärt, daß Torgler sonst eigentlich weitersprach, sie habe sich aber nichts dabei gedacht.

Der Amtsgehilfe D e n f ch e l hat am 27. Februar etwa um 14.30 Uhr Torgler im Dorraum mit' einem Fremden fitzen sehen. Der Fremde trug einen rötlich-braunen Mantel und einen ähnlichen Hut, dessen Krempe vorn heruntergeschlagen war. Der Zeuge erklärt mit aller Bestimmtheit, daß es der Journalist Oehme, den er seit langer Zeit kenne, nickt gewesen sei. Der Angeklagte Torgler sagt, er rönne sich an keinen Mann mit einem rot­brauen Mantel erinnern. Ader er sei um diese Zeit mit Oehme zusammen gewesen. Der Zeuge beharrt auf seiner Aussage, daß es Oehme nicht ge­wesen sein könne. Er habe einen Verdacht, den er aber nicht äußern wolle. Auf Zureden des Vor­sitzenden erklärt er schließlich, daß Vopoff der Fremde gewesen fein müsse. (Bewegung im Zuhörerraum.)

Angeklagter Popoff: Ich erkläre, daß ick n i e - mals im Reichstag gewesen bin, daß ich niemals mit irgendeinem deutschen Reichstagsabge­ordneten zusammen gekommen bin, auch nicht mit Torgler. Er habe auch niemals einen solchen Hut ober Mantel gehabt, wie sie der Zeuge beschrieb.

Das Gericht nimmt nun im Borraum eine In- augenscheinnahme vor. Der Angeklagte p o p o f f hat dabei seinen schwarzen Mantel an. wie wir hören, hat der Zeuge Denschel bei dem Lokal­termin erklärt, daß er nicht sagen könne, daß Popoff der Mann war, der da­mals mit Torgler zusammenfaß. Die Person sei nach seiner Erinnerung kleiner gewesen. Ls er­gab sich ferner, daß die Beobachtung der Person durch den Zeugen Denschel aus einer (Ent­fernung von etwa neun Meter erfolgt war. Die Verhandlung wird dann auf Samstag vertagt.

Jlalien feiert den 12. Jahrestag des Barsches ans Rom.

Weihe der Ausgrabungen in Nom.

Rom, 27. Oft. (TU.) Arn Samstag wird der 12. Jahrestag des Marsches auf Rom in ganz Italien feierlich begangen. Wie üblich, wird die Botschaft des Duce an die Schwarzhem­den überall öffentlich verlesen und in allen Pro­vinzen werden die während des letzten Jahres er­richteten Bauten und beendeten öffentlichen Arbei­ten eingeweiht. Besonderes Interesse im Ausland dürften die römischen Feierlichkeiten erwecken, da in Rom u. a. eine ganze Reihe von Ausgra­bungen und Wiederherstellungen aus der römi­schen Kaiserzeit der Oeffentlichkeit übergeben wer­den. So ist der Constantinsbogen durch den im August zum erstenmal wieder ein triumphaler Einzug der der Ozeanflieger stattfand, von den umgebenden Anlagen und Bauten befreit wor­den. Er bedeutet nun den Beginn einer neuen Pracht st raße, die vom Colosseum aus zwischen den Hügeln des Palatin und des Coelius zur Via Appia sich hinzieht. Diese Straße wird Straße des Triumphes" genannt und am Samstag mit einer Parade der im Weltkrieg mit der Tapferkeitsmedaille Ausgezeichneten vordem König eingeweiht. Es ist nicht ohne Bedeutung, daß König Viktor Emanuel zum ersten mal an der Seite des Duce an dieser großen faschistischen Jahresfeier in der Oeffentlichkeit teilnimmt. Auch der nach Südwesten freigelegte Capitolhllgel und das Cäsar-Forum mit dem Tempel der Venus Genetrix, von dem zwei Säulen mit dem schweren Gebälk wieder aufgerichtet wurden, wer­den am Freitag freigegeben.

In der Botschaft Mussolinis an die Schwarzhemden heißt es u. a.:

Schwarzhemden! Wir gehen dem Jahre 12 ent­gegen mit brennendem Eifer, mit Begeisterung und mit entschiedeneren Vorsätzen denn je. Gleich von Beginn des Jahres 12 an wird die Revolution einen Schritt vorwärts machen, indem sie neue Einrichtungen schafft, um die Kräfte der Wirt­schaft zu disziplinieren und den nationalen Not­wendigkeiten anzupassen. Wir schreiten vorwärts

Schritt für Schritt nach römischer Sitte und geben der Welt das in der Geschichte nie dagewesene Bei- Piel einer aufbauenden Revolution, die ortbauert, sich entwickelt und als tägliche Schöp- ung des Geistes und Willens eines Volkes abläuft.

Die Botschaft enthält die erste amtliche Ankündi­gung, daß die Errichtung der sogenann­ten Kategorie-Korporationen (Fach­korporationen) unmittelbar devorsteht. Die Art ihrer Zusammensetzung und ihres Einbaues in die bereits bestehenden Formen des korporativen Systems ist in den letzten Monaten Gegenstand heftiger Meinungsgegensätze gewesen.

Aus aller Wett

Carufos Söhne wegen Körperverletzung vor Gericht,

Wie aus Bologna gemeldet wird, hatten sich die­ser Tage vor dem Strafgericht zwei Söhne des berühmten italienischen Tenors Caruso, Enrico und Rudolfo, wegen schwerer Körperver­letzung zu verantworten. Dor drei Jahren wurde auf offener Landstraße unweit von Bologna ein Bauer, der einen Ochsenwagen lenkte, von einem Herrn, der im Auto an ihm vorbeikam, ohne jeden Grund angefallen und zu Boden geschlagen, so baß er besinnungslos liegen blieb. Jetzt erst wurden die Urheber dieser Tat in den beiden Söhnen Carusos festgestellt. Enrico Caruso erhielt 2Vs Jahre Ge­fängnis, während sein Bruder mangels Be­weises freigesprochen wurde.

Langwieriger Prozeß um Öen HengstCaligula".

Im Prozeß um den 1924 von der deutschen Obersten Rennbehörde" angekauften englischen ZuchthengstCaligula", bei dessen Ankauf der preutzifche Staat um 145000 Mark betrogen wurde, wurden die Vermittler des Kaufes, der Hauptmann a. D. Walter Sulz­berger, sowie der Pferdehändler Otto Markus zu vier Monaten bzw. sechs Wochen Gefängnis oerurteilt. Der Prozeß gegen die Genannten zog sich durch die verschiedenen Instanzen über neun Jahre hin.

Großfeuer in Schweidnitz.

Ein Groß feuer legte in Schweidnitz in dem Fabrikkomplex der AG. für Leinen- und Baum- Wollindustrie ein großes, dreistöckiges Gebäude, in welchem »sich die Appretur- und Trockenräume be- sanden, in Asche. Dem Feuer fielen ferner zum Opfer ein großer Teil dec Bleiche, die Näherei mit gegen 100 Nähmaschinen, Appretur- und Spannein* richtungen und die gesamte Rohware.

Der Master of Sempill schwer verunglückt.

Der Master of Sempill, die führende Persönlich­keit der bn'tischen Luftfahrt, ist in Chikago bei einem Autounfall schwer verletzt worden. Der Master of Sempill war mit dem LuftschiffGraf Z e, p p e l i n" zur Weltausstellung nach Chikago ge­flogen.

Gerechte Sühne für eine unerhörte kindesmißhandlung.

Mtt einem Fall unerhört grausamer Kindes- Mißhandlung hatte sich das Schwurgericht München I zu befassen. Der Malergehilfe Max Kohler aus München hatte sein Zfähriges Kind Hildegard derartig geschlagen und wiederholt miß­handelt, daß das Kind an den Folgen der Miß^ Handlungen gestorben ist. U. a. hat er das Kino mit einem abgebrochenen Besenstiel solange geschla­gen, daß der Darm aus dem Körper quoll. Aber der Unmensch schlug immer noch weiter, bis der Darm blutete. Das «chwurgericht verurteilte den Burschen wegen Totschlags und gefährlicher Kör- perverletzuna zu fünfzehn Jahren Zucht­haus bei Aberkennung der Ehrenrechte auf zehn Jahre. Der Dorsitzende des Gerichts erklärte, daß ihm ein solch krasser Fall noch nicht vorgekommen sei. Eigentlich gehöre ein solcher Mann lebensläng­lich ins Zuchthaus.

Große Briefm>arkenschiebungen bei der lilauifchen postverwattung.

Bei der litauischen Postverwattung wurden dieser Tage aussehenerregende Briefmarkenschie- düngen aufgeöerft, durch die die Staotskasie nach den bisherigen Feststellungen um etwa 5 Millionen Lit (2,1 Mill. Ma» k) geschädigt wurde. Dies geschah außer durch Fälschung von feltenen Sammelmarten in der Weise, daß Vie echten Briefmarken von den Schiebern bei der Postverwattung gestohlen und durch täuschend nachgemachte falsche Marken ersetzt wurden. Die echten wlarken wurden bann an grö­ßere Betriebe unter dem Nominalwert verkauft. So kauften einige jüdische Banken, darunter eine Kownoer Großbank, ihren Markenbedarf für das ganze Jahr im voraus bis zu 20 v. H. billiger ein, obgleich der Kauf von Postwertzeichen unter Nomi­nalwert gesetzlich verboten ist. In die Schiebungen find der Direktor der kittmischen Postoerwaltting, Sruoga und andere bohl' Postbeamte in Kowno und Memel verwickelt, die sämtlich verhaftet wurden. Der Leiter des Mengeler Telegraphenamtes, D a r a n t a , der sich ebenfalls an den Schiebungen beteiligt hatte, beging vor der Verhaftung Selbst­mord. Bei dem Schwager des verhafteten Post- direktors, dem Fliegeroffizier I\a b I o n f f i s, wurde bei einer Haussuchung eine Kiste mit echten Briefmarken im Werte von e.ttva einer Million Lit vorgefunden. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.

Dreijährige, Kind in einer IDaffertonne ertrunken.

Einen furchtbaren Erstickungsto«<d fand in dem Berliner Vorort Rudow ein dreijähriges Kind. Der kleine Rudi H u h n fiel beim Spiejen auf einem Laubengrundstück in eine Wassertcmne und e r - trank, ehe Erwachsene zu Hilft' herbeieilen konnten.

Wettervoraussage.

Die Störung über der Nordsee hat ihre Lage kaum verändert, sich in ihrem Kern sogar noch weiter ver­tieft. Infolgedessen ist vorerst mit keiner Besserung zu rechnen. Bei wechselhafter Bewölkung werden noch schauerartige Niederschläge auftreten, unb auch die Temperaturen bleiben verhältnismäßig nied .g-.

Aussichten fürSonntag: Noch vielfach be­wölkt und zeitweise schauerartige Niederschlägi', Tem­peraturen wenig verändert.

Lufttemperaturen am 27. Oktober: mittags 6,2 Grad Celsius, abends 4,7 Grad: am 28. Oktober: morgens 4,6 Grad. Maximum 6,5 Grad, Minimum 3,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. Oktober: abends 6,2 Grad: am 28. Oktober: mor­gens 5,7 Grad Celsius. Niederschläge 1,7 mm. Sonnenscheindauer '/» Stunde.

Bei Nieren, Blasen- und Frauen- leiden#Harnsäure,Eiweiß,Zucker 1931: 19400 Badegäste

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