Ausgabe 
28.10.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 255 Erster Blatt

183. Jahrgang

Samstag, 28. ©hoher 1953

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MU 4 Beilagen NM 1.9b Ohne Illustriert» , 180 Zustellgebühr . --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt üernfprechanfchlüste anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnach- eichten Anzeiger Gieße» postschecktonto:

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den An» zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen

Volk und Führer.

Reichskanzler und Reichsregierung haben das deutsche Volk zu einem Wahlkampf aufgerufen, der sich mit den Wahlkämpfen früherer Jahre überhaupt nicht vergleichen läßt. Richt mehr überbieten sich unzählige Parteien in gegenseitigen Schmähungen, Gehässigkeiten und Verdächtigungen. Richt mehr prasseln in Wahlversammlungen, auf Plakaten und Flugblättern billige Versprechungen auf den stumpf und gleichgültig gewordenen Wähler herab, der sich aus dem in verschwenderischer Fülle Gebotenen aus­suchen mag, was seinen persönlichen Interessen dien­lich zu sein dünkt, um wenig später enttäuscht fest­stellen zu müssen, daß es nur um seine Stimme ging. Richt mehr werden Kinder eines Volkes in wahnsinniger Verblendung zu blutigem Vernich­tungskampf gegeneinander gehetzt. Richt mehr kann das Ausland das Schauspiel eines in innerpoliti­schem Hader sich zerfleischenden Volkes genießen, das entwaffnet und entehrt seine Selbstachtung ver­loren hat und zum Fangball in dem diplomatischen Ränkespiel der Mächte geworden war. Heute hat Deutschland unter Adolf Hitlers Führung zurück- gefunden auf den Weg aus dem Sumpf der Volks­verhetzung, Gesinnungslumperei, korrupten Kliquen- wirtschaft und moralischen Verkommenheit, in dem Volk und Reich zu ersticken drohten. Heute ist an die Stelle eines Chaos von Meinungen, die auch nur zu einem Bruchteil unter einen Hut zu bringen die besten Kräfte früherer Staatslenker verzehrte, die geschlossene Willensbildung einer Ration getre­ten, die einsatzbereit hinter ihrem Führer steht, von dem aus schmerzlichen Erfahrungen gewonnenen Wissen lief durchdrungen, daß die großen Aufgaben der ,jeit nicht mehr von einer Vielheit der Meinun­gen her und dem aus ihrem Widerstreit hervorge­gangenen Kompromiß angepackt, geschweige denn gelost werden können. Der Wahlkampf dieses Früh­jahrs war der letzte alten Stils, Adoif Hitlers Sieg am 5. Marz 1935 beendete die Epoche der Parteien und der Parteienkämpfe, die mit der Wandlung der Parteien von Weltanschauungsgemeinschaften zu Jnteressentenvertretungen fruchtlos und schädlich ge­worden waren. Heute ist die nationalsozialistische deutsche Freiheitsbewegung als einziger Faktor po­litischen webens auch einziger Trager des Wahl­kampfes geworden. Die Pariei des Führers wurde Organ des Staates, den sie mit ihrer Weltanschau­ung zu durchdringen und nacy ihren staatspolitischen Grundsätzen umzubauen begonnen hat.

Wie die Form des Wahltampses im neuen Reich sich um,kürzend änderte, so ist auch der In­halt ein anderer geworden. Richt mehr von Wahl zu Wahl mühseligere und sruchllosere Versuche durch die Be,ragung oes Urwählers die Grundlagen eines stabilen Regierungscurses zu schaffen und der erschreckend abgewirtschafteten parlamentari­schen Demokratie in Deutschland neuen Lebensodem einzudlasen, sondern ein Zusammenfliehen von Volk und Führung in machroollem Bekenntnis zu einem großen richtunggebenden und schlechthin lebensentscheidenden Ziel nationaler Politik. Die Voraussetzungen dafür hat die nationalsozialistische Regierung in den acht Monaten seit Uebernahme der Staatsgewalt durch harte zielbewußte und er- olgreiche Arbeit an der moralischen und wirt- chastlichen Gesundung von Volk und Staat ge- chassen. Der zähe Kampf gegen die Arbeitslosig- leit muß hier an erster Stelle genannt werden. Aus der klaren Erkenntnis heraus, daß die jahrelange Massenarbeitslosigkeit und in ihrem Gefolge wirt­schaftliche Verlumpung und seelische Zermürbung die besten Helfershelfer des kulturfeindlichen, staats- zersetzenden Bolschewismus sind, hat die national« sozialistische Regierung dem neuen großen Ziel der Wiedereingliederung einer möglichst großen Zahl von Volksgenossen in das Erwerbsleben und damit gleichzeitig ihrer Jmmunmachung gegen das schlei- chende Gift der kommunistischen Irrlehren alle ihre Maßnahmen bewußt untergeordnet: die entschlos­sene Inangriffnahme eines großzügigen Programms öffentlicher Arbeiten, darunter das große Auto- bahnenprojekt, die Förderung der privaten Unter'- nehmerinitiatioe durch Zuschüsse, Kredite und Steuervergünstigungen namentlich auf dem Bau­markt als einem der wichtigsten Schlüsselgewerbe der Volkswirtschaft, schließlich auch das Winter­hilfswerk, das jahrelang erwerbslos gebliebene Volksgenossen körperlich und seelisch wieder in den Stand setzen soll, im Frühjahr mit dem Einsetzen der neuen Arbeitsbeschasfungsoffensive auch ihre allzu lange brachgelegenen Kräfte wieder regen zu können. Alle Zweige des öffentlichen Lebens wer­den von Schmarotzern der Volksgemeinschaft ge­säubert. Dem verhetzten, vom Blendwerk einer imaginären Internationale irregeleiteten Arbeiter wird das stolze Gefühl der Zugehörigkeit zur Ra­tion wieder gegeben. Der Bauer wird durch eine tiefgreifende Agrargesetzgebung vor dem wirtschaft­lichen Verfall gesichert. Das Umsichgreifen des volks- biologischen Zerstörung' «rozesses wird durch ein­dringliche Aufklärungsfeldzuge verhütet, steuer­politische und rassehygienische Maßnahmen zum Aufbau eines gesunden Volkskörpers werden fol­gen. Grundlegende Reformen auf dem Gebiete des Rechts, der Erziehung, der Wirtschaft, der Presse sind in Angriff genommen. Marksteine staats- politischer Arbeit sind das Reichsstatthaltergesetz, das Reichskonkordat mit dem Heiligen Stuhl und die Schaffung der Deutschen Evangelischen Kirche.

Wie vieles blieb bei dieser summarischen Auf- Zählung unberücksichtigt und doch welch ein ge­waltiges Werk in diesen ersten acht Monaten natio- nalsoziakistischer Regierung zur Rettung des deut- schen Volkes vor Innerem Verfall und zur Unter- Mauerung eines neuen dem deutschen Dolkscharak- ter, der Eigenart feiner kulturellen und wirtschaft- sichen Struktur und dem sich als Folge des ver­lorenen Krieges und der Zerrüttung der Welt­märkte ergebenden Zwang zur schärfsten Zusam-

Mit dem Führer auf dem Flug über Deutschland.

Der Reichskanzler an der Gpche des Aufklärungskampfes für die Entscheidung über Deutschlands Zukunst.

rer abgegeben, von denen er beim besten Willen nur einen Bruchteil lesen kann, nur die wichtigsten. Standartenführer Schaub nimmt alle diese Post entgegen. Er bearbeitet diese Briefe und gibt sie an die zuständigen Stellen zur Erledigung weiter. Von dem täglichen Riesenposteingang kann der Kanzler auch bann, wenn die Briefe Dreimal rot unter­strichen den Vermerk tragenPersönlich", nur we­nige selbst lesen und beantworten.

Da ist ferner der persönliche Adjutant des Füh­rers, SS.-Sturmhauptführer Stenger, der ins­besondere als Reisemarschall fungiert und der jede Reise fast bis auf die Minute im einzelnen vorbereitet. Jede kleinste Etappe liegt fest. Jede Stunde des Führers ist genau eingeteilt, damit das umfangreiche Programm erledigt werden kann. Es begleitet ferner den Führer der Reichspressechef der

NSDAP, und Führer des Reichsoerbands der Deut­schen Presse Dr. Dietrich, der mit seinem Achu- tonten die pressemäßige Organisierung aller Ver­sammlungen des Führers vornimmt und der dem Führer Vortrag hält über die deutsche Presse.

An dieser Reise nimmt auch der Auslandspresse­chef der NSDAP., Dr. H a n f ft a e n g l, teil, ins­besondere wegen der zahlreichen ausländischen Journalisten und Konsulatsvertreter, die diese Versammlungen des Führers überall besuchen. Man bemerkt ferner den Führer der SS.-Gruppe Ost, Gruppenführer Sepp Dietrich, der seit Jahren Ifür die persönliche Sicherheit des Führers sorgt und dem insbesondere die Absperrungen und sonstigen Maßnahmen unterstehen. Auf vielen seiner | Reisen begleitet den Führer auch sein langjähriger I Fahrer SS.-Standartenführer Schreck, der in

Am Vorlage der großen RebedesFüh- rers in Frankfurt a. IN. wird die Schil­derung eines ständigen Begleiters des Reichs­kanzlers auf dem Deutschlandflug unsere Leser besonders fesseln.

Berlin, 28.Okt. (CNB. Funkspruch.) Fahrt mit dem Führer. So mancher Volksgenosse fragt sich, wie es der Führer fertig bringt, seine um­fangreiche Arbeit als Reichskanzler zu erledigen und außerdem noch Tag für Tag hinauszu- a h r e n und oft an mehreren Orten in den ver- chiedensten Teilen des Reiches zu seinem Volke zu prechen, es aufzurütteln für die große Entschei­dung am 12. November, bei der es heißt, sich zu entscheiden, für ober gegen Deutschland Ich erinnere mich eines Tages vor einigen Wochen, an bem wir morgens um 7 Uhr in Berlin nach Frankfurt a. M. st a r t e t e n , wo ber Führer ben ersten Spatenstich zum Bau ber ersten Reichs­autobahn tat, bann trug uns ber silberne Junkers- oogel roteber hinaus in bie Lüfte, über ein Wolken­meer hinweg nach Hannover. Wieber zwei Reben bes Führers, eine im Stabion unb eine in der Stadthatte, und am Abend fliegt ber Führer von Hannover nach München, wo ihn noch wichtige Besprechungen erwarteten. Das ist ein Ausschnitt aus einem Flugtag bes Führers.

Auch bie Flugstunben gehen nicht nutzlos bahin. Vorn in ber Kabine hat ber Führer ein Tischchen, an bem er auch währenb bes Fluges arbeitet. Er lieft ferner eine Fülle von Zeitungen, bie ihm ber Reichspressechef ber NSDAP., Dr. Dietrich, reicht, er trifft Entscheibungen, nimmt Anregungen entgegen unb gibt Anordnungen. Ab unb zu be­kommt auch ber Borbfunker Arbeit; bie Geschäfte bes Reiches gehen ja weiter, auch wenn ber Führer reifen muß.

Nun w eder eine große Oeutschlandreise des Führers,

bie zweite im Jahre 1933, bie zweite auch als Kanz­ler bes Dritten Reiches. Unb abermals erhebt sich bie Frage, wie lebt der Führer auf dieser Reise, wie bringt er es fertig, diese Strapazen auszuhal­ten. Besonders bewundernswert ist diese Leistung noch, wenn man berücksichtigt, w i e anspruchs- losunbeinfachber Führer lebt, wie anspruchs­los unb bescheiben er im Essen ist, wenn man fer­ner weiß, baß er Alkohol unb Nikotin meibet. Der Stab um ben Führer sorgt bafür, baß wenig­stens bas ihm ferngehalten wirb, was ihn nicht un­mittelbar berührt, um ihm bie Fahrt nach Möglich­keit zu erleichtern unb wenigstens von ben Kleinig­keiten bes Tages ben Führer zu entlasten, ba ihn von ber Verantwortung für bas Wohl von Volk unb Reich niemanb entlasten kann

Da ist zunächst der langjährige persönliche Sekre­tär des Führers, SS.-Standartenführer Schaub, der insbesondere den Schriftverkehr des Führers erledigt und die gesamte Post entgegen- nimmt. Auf einer solchen Reise, wie diese Wahlreise durch Deutschland, werden unterwegs Hunderte, ja nach und nach Tausende von Briefen an den Füh-

Die Kandidatur

B e r l i n, 27. Oft. (TU.) Zu der Kandidatur Dr. Hugenbergs wird, wie derLokalanzeiger" berich­tet, aus der Umgebung Dr. Hugenbergs mitgeteilt: Die Frage: ob Dr. Hugenberg auf einem der ersten zehn Plätze der nationalsozialistischen Einheitsliste kandidieren wolle, wurde un­mittelbar nach Auflösung des Reichstags am An­fang der vorigen Woche im Auftrage des Reichskanzlers.an Dr. Hugenberg ge­richtet. Sie wurde durch die Mitteilung ergänzt, daß annähern 50 Persönlichkeiten auf ber Liste erscheinen sollten, bie nicht inner­halb ber nationalsozialistischen Or­gan i f a t i o n stehen unb bie bei ber national­sozialistischen Fraktion Gäste sein würben. Es würbe Dr. Hugenberg auf Anfrage als selbstver­ständlich bestätigt, daß er ber Ausdruck wurde gleichnisweise von ihm gebrauchtfreier Bauer auf freier Scholle" bleibe. Die Unterhaltungen knüpften an bie außenpolitischen Vorgänge an. Dr. Hugenberg begrüßte in Uebereinftimmung mit ber Haltung, bie er stets eingenommen hat, mit befonberem Danke ben Ent­schluß, eine unhaltbar geworbene Lage mit bem Austritt aus bem Völkerbunbe zu be- enben. Aus biefer Entwicklung ergebe sich für ihn bie Anerkennung ber Notwendigkeit einer a u ß en p o l i t i f ch e n Einheitsfront. Da in seiner an sich nicht beabsichtigten Kanbibatur offen­bar eine Betätigung biefer Einheitsfront liegen soll, glaube er, b i e f e n großen oaterlänbi» schen Gesichtspunkt voran st eilen zu müssen. Er erklärte sich beshalb zur Uebernahme bes Manbats bereit

Es läßt sich zur Stunbe nicht mit Sicherheit sagen, ob noch mehr Persönlichkeiten aus ber ehe­maligen Deutschnationalen Volkspartei unb ob ge­eignete Repräsentanten ber ehemaligen Zentrums­partei bzw. ber Deutschen Volkspartei mit auf ber ausführlichen Äanbibatenlifte aufgeführt fein wer­ben. In unterrichteten Kreisen hört man, baß bics jebenfaüs für bie ehemalige Deutschnationale Volks-

Dr. Hugenbergs.

partei unb bie ehemalige Zentrumspartei bejaht werben könnte. Die einheitliche Reichsliste ist in ihrer enbgültgen Zusammensetzung bisher noch nicht bekannt. Der letzte Termin für bie Einreichung ber Reichsliste ist ja auch erst ber fommenbe Sonntag, ber 29. Oktober. Im Büro bes Reichswahlleiters finb überhaupt keine anberen Kanbibaten ober Gruppen für bie Zulassung zur Einreichung von Listen angemelbet. Die aus allen Kreisen bes beut- schen Volkes unb Uisbefonbere aus allen berufs- stanbischen bzw. beruflichen Organisationen ftünb- lich bei ber Reichsregierung eingegangenen unb ein» gehenden Treuebekenntnisse würben jeben berarti* gen Versuch auch von vornherein aussichtslos machen.

Vorübergehende Aufhebung der Ausnahmesperre im Stahlhelm.

Berlin. 27.Oft (121.) Das Stahlhelmbundes- aml teilt mit: Zum Gedenken des 10. Jahrestages ber Erhebung vom 9. November 1923 Hal ber Stabs­chef vorübergehend vom 1. bis 5. No­vember 1 933 bie Aufnahmesperre für An­wärter in die SA. unter besonberer Voraus­setzung aufgehoben. Der Führer und der Lhef des Stabes sind nach Rücksprache mit dem Stahlhelm­bundesamt einverstanden, daß sinngemäß für den Stahlhelm vom 1. bis 5. November 1 9 3 3 das Gleiche gilt Die Aufnahme erfolgt vor- erst als Anwärter und nut nach besonderer Prüfung unter streng geregelten Voraussetzungen. Da der Stahlhelm nur Jahrgänge über 35 Jahre umfaßt, können auch nur Anwärter dieser älteren Jahrgänge Aufnahme finden. Alle Anwärter haben an einem vierwöchigen Kursus leilzuneh- men. der sie in die Gedankenwelt des Stahlhelms einführen und mit der nationalsozialistischen Slaals- idee vertrau! machen soll, hierbei als ungeeig­net Befundene scheiden aus.

menfaffung aller nationalen Kräfte besser ange« paßten Staatsbaues, in bem jeber Volksgenosse seiner Leistung für bas Ganze entsprechend Woh­nung, Arbeit unb Brot, ein neues Gefühl persön­licher Würbe, Harmonie unb Glück in Familie unb Volksgemeinschaft zu finben vermag. Niemanb leugnet ber Führer unb feine Mitarbeiter wiederholen es immer wieber, baß eine so ge­waltige Umwälzung nicht ohne Reibungen vor sich gehen kann bis ber Staatsapparat sich auf bie neue Gangart eingespielt hat. Manche rabitalen Jünger ber Bewegung mag es enttäuscht Haden, als ber Führer schon nach kurzer Zeit kategorisch erklärte:Die Revolution ist abgeschlossen, bie Evolution beginnt!" Die weise Mäßigung bes weiterblickenben Staatsmannes gebot biesen Revo­lutionären auf eigene Faust ein unmißverständ- liches Halt unb knüpfte mit Vorbebacht an Vor- hanbenes an, um baraus organisch bas Neue wer­ben unb wachsen zu lassen. Nicht anbers ist es mit bem geistigen Eroberungsfeldzug, ben ber Natio­nalsozialismus seit seiner politischen Machtergrei­fung in allen Schichten des deutschen Volkes hat antreten können. Damit soll nicht gesagt werben, baß bie bem Deutschen aus Jahrhunderten hori- zontbegrenzter Kleinstaaterei als böse Erbschaft überkommene unb fast schon zur zweiten Natur geworbene Nörgelsucht nicht auch heute etwas zu bekritteln fänbe, aber bie Schar berjenigen wirb immer kleiner, bie von sich sagen können, baß sie von bem gewaltigen Schwung ber nationalsoziali­stischen Bewegung nicht erfaßt worben wären, baß sie, wenn auch oft unbewußt ober noch roiber» willig, nicht boch schon einen Hauch spürten von bem neuen Ethos ber nationalsozialistischen Staats« gefinnung unb einer Volksgemeinschaft, bie nur bas Wort kennt:Einer für alle unb alle für einen". Nichts konnte biefem Einschmelzungsprozeh förbernber fein, als bie vornehme Geste, mit ber Abolf Hitler feinen politischen Gegnern von gestern, sofern sie ben ehrlichen Willen haben, sich über­zeugen zu lassen unb im neuen Geiste mitzuarbei­ten, ritterlich die Hand zur Versöhnung bot Der

Tag von Hannover, wo ber Führer zu seinen Frontkameraben vom Stahlhelm Worte fanb, bie jeben alten Solbaten im Innersten packen muß­ten, hat bie politisch zwangsläufig geworbene Ein- orbnung bes Stahlhelms unter die SA.-Führung zu einem Herzensbünbnis zwischen ben grauen Frontsoldaten unb bem Kanzler gemacht. Den glei­chen Geist atmet bie Aufstellung bes ehemaligen deutschnationalen Parteiführers Dr. Hugenberg, des alten unermüdlichen Vorkämpfers nationaler Wiedergeburt in Volk, Staat unb Wirtschaft, neben bem Stahlhelmbundesführer S e l b t e unb bem um ben Ausgleich mit ber Katholischen Kirche hochver- bienten Vizekanzler von Papen auf ber Ein­heitsliste für bie Reichstagswahl am 12. November.

So wären die innerpolitischen Leistungen bes neuen Kurses in ben letzten acht Monaten an sich schon Grunb genug, mit Zuversicht unb berechtigtem Selbstbwußtsein das angebahnte Werk ber Be­urteilung bes Volkes zu unterstellen. Aber ber An­stoß zur Volksbefragung unb ber mit ihr verbun­denen Reichstagswahl geht von der Außen­politik aus. Jedem deutschen Volksgenossen Haden es die eindringlichen Worte des Führers unver­geßlich ins Hirn gehämmert, was uns getrieben hat, Abrüstungskonferenz und Völkerbund ben Rücken zu kehren unb das Problem ber Befriebung Euro­pas auf einer ganz neuen Grundlage anzupacken. Der Ausgangspunkt dazu, das feste Fundament, auf bem mit bem Neubau eines wahrhaften europäischen Friedens begonnen werben kann, ist die Volksbe­fragung des 12. November. An diesem Tage wird das deutsche Volk durch seine einhellige Stimmab­gabe mit der in der Auslandpresse spukenden Und von Emigranten aus durchsichtigen Gründen eifrig genährten Mär gründlich aufräumen, als ob eine kleine Gruppe zu allem entschlossener Elemente mit Hilfe von Terror und Gewalt das deutsche Volk tyrannisiere. Mer dieser Tag wirb nicht minder endgültig Schluß machen mit der ebenso albernen Verleumdung, als ob Reichskanzler unb Regierung zwar stets ihre Friedensabsichten betonten, das Volk aber militaristisch unb kriegslüstern fei. Der

Triumphzug bes Führers burch bie beutschen Gaue, bas aufrichtige unb einmütige Bekenntnis aller Volkskreise zur Politik bes Führers, bie ehrlich ben Frieden will, aber einen Frieben der Ehre unb Gleichberechtigung für Deutschland, das seelische Zu­sammenrücken, bas durch bas ganze Volk geht unb auch bie Schichten enge Tuchfühlung nehmen läßt, bie bislang bem nationalsozialistischen Regime mit Vorbehalt gegenüberftanben, biete ernste, aber ent­schlossene Haltung, bie ganz Deutschlanb zeigt unb bie gleich weit entfernt von oberflächlicher Hurrastim­mung als von miesepetrigem Kopshängertum ist, sollte dem aufmerksamen unb einsichtigen Beobachter des Auslandes heute schon das eine zeigen, daß die Spekulationen auf das früher so oft genützte Schwanken des deutschen . Stimmungsbarometers gänzlich töricht finb. Führer unb Volk sind eins, von ber gleichen Liebe zum Vaterland zu- sammengeschweißt zu einem stählernen Willens­blocke, an bem alle Intrigen unb Kniffe scheitern werben. Der Führer hat für ganz Deutschlanb ge­sprochen unb ganz Deutschlanb hat ihm als Aus­druck inniger Verbundenheit begeistert zugejubelt, als er sich zum Frieden als Pflicht gegenüber bem eigenen Volke, zur Achtung eines jeben fremben Volkstumes bekannte unb die Welt aufforderte, mit Deutschland die Grundlagen für einen wirk­lichen Frieden zu schaffen, dem nicht Mißtrauen unb Argwohn, ein schlechtes Gewissen, Neid und Eifersucht als tödliche Feinde im Genick sitzen. Daß diese neue politische Atmosphäre nur möglich ist, wenn dem Herzvolk Mitteleuropas nationale Ehre unb Gleichberechtigung nicht nur in wanbeibaren Formeln zuerkannt wird, ist ein Grundsatz deutscher Außenpolitik, in dem Regierung und Volk in Deutsch­land ebenso einig gehen, wie in der Bekundung eines ehrlichen Friedenswillens. So werden Volks- abftimmung unb Reichstagswahl am 12. November ber Welt bie Augen öffnen über bas neue Deutsch­lanb, bas getragen von dem Vertrauen zu seinem Führer einmütig in bem Willen ist, seine Zukunft nach den Lebensgesetzen einer freien Nation zu ge­statten.