Ausgabe 
28.10.1933 Drittes Blatt
 
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Der Biber

und der Gchluchtenhund.

Meine GeschiHten von Komponisten und andern Leuten

Schwere Enttäuschung.

Das erste Konversationslexikon kam vor rund hundert Jahren in die Hände des Publikums.

Der Komponist Zelter Goethes musikalisches Orakel griff sofort danach, um sich zu vergewis­sern, ob er auch darin stände und gebührend gewür­digt sei.

Hastig glitten die Finger des Suchenden durch den testen Band. Halt hier hier mußte er stehen:

Zei ... Zeh ... Zel ..." und er las:

Zelter: Mittelalterliches Roß." DerSchluchtenhund.

Händel war von London nach Chester gereist, um eins seiner Oratorien auszuführen. Er wandte sich an den dortigen Organisten und bat, ihm Chor­sänger, die fähig wären, vom Blatt zu singen, zur Verfügung 311 stellen.

Der Organist empfahl Händel verschiedene Per­sonen auch den Buchdrucker Janson.

Auf der Chorprobe sang Janson wie ein Schluch- tcnhund.

Es ist doch eine Frechheit, zu behaupten, Sie könnten vom Blatte singen!" schrie Händel wütend.

Ick kann es ich kann es wirklich, Herr Hän­del", flehte der Sängerich,aber doch nicht gleich beim e r st e n Male!"

6 ) ßseufzer.

Ein sehr begabter, früh verstorbener Komponist, rang sich einmal folgenden Stoßseufzer von der ge­quälten Künstlerseele:

Mit dem Komponieren is nischt mehr los!

Hat man mal nen juten Gedanken, dann hat man keen Papier, um ihn uffzuschreiben.

Hat man ihn jlicklich ufsjeschrieb'n, dann find't man keen Verleger.

Hat man een jefunden, der 'n druckt, dann kooft 'n keener.

Kooftn doch eener, dann kann ern nid) spielen.

Un kann ern spielen, dann jefällt er ihm nich!" Das lockende Ziel.

Professor R., Ordinarius für Augenheilkunde an der Universität ÜB., ist der gefllrchtetste Examinator tm ganzen medizinischen Viertel. Die Kandidaten, die bei ihm ins Examen steigen, können zehn gegen eins wetten, daß sie mit Pauken und Trompeten

durchfallen: mit unfehlbarer Sicherheit erspäht er ihre schwache Stelle wer hätte die nicht! und bringt sie zu Fall.

Außer seinem Beruf, der Augenheilkunde, hat der Herr Professor noch eine Liebhaberei, die Jagd. Doch das Getier im Wald und auf der Heide fürchtet ihn nicht allzusehr, denn er ist ein äußerst mittel­mäßiger Schütze.

Eines schönen Tages geht er mit dem alten Ober- förster wieder einmal auf den Wildpfad. Sie schrei­ten mit gespannter Aufmerksamkeit vorwärts ...

Da

Ein Hasel" ruft der Oberförster.

Der Herr Professor die Flinte hoch, zielen, los- drücken bautz!

Daneben.

Wenig später macht ihn der Oberförster wieder aufmerksam:

Dort ein Fasan!"

Der Herr Professor schießt.

Daneben!

Da fliegt wenige Schritte vor ihnen ein Rebhuhn auf.

Der Oberförster ruft mit lustigem Augenzwinkern:

Da ein Kandidat!"

Und mit unfehlbarer Sicherheit holt der Herr Professor das Federtier aus der Luft herunter!

Das Biberspiel.

Sie kennen doch das Biberspiel? Biber = Voll­bart. Weißer Biber zählt 1 Punkt. Gemischter, schwarzer und blonder Biber zählen 2, 3 und 4 Punkte. Biber mit Rucksack auf Fahrrad (beispiels­weise) 23 Punkte usw. Wer innerhalb einer gege­benen Frist die höchste Punktzahl erreicht, hat ge­wonnen.

Walter, neunjährig, darf zum erstenmal mit nach Italien. Zwischen Mailand und Genua fährt der äug durch Pavia. Die Stadt ruht mit Kuppeln und Kirchen im blauen Licht. ..

Hier wurde Friedrich Barbarossa gekrönt , er­klärt der Vater Wallern, der sehensdurstig am Fenster steht. c

Oh, da hätte ich dabei sein mögen!" ruft Walter begeistert.

Der Junge hat doch wirklich geistige Interessen, denkt der Vater beglückt.

R 0 t e r B i b e r m i t K r 0 n e zählt 98 Punkte , sagt Walter. Und Pavia entschwindet. (Lust. Bl.) Berzelius.

Schwedens großer Chemiker, lebte und arbeitete in der denkbar einfachsten Weise. In einem einzi- gen Zimmer entstanden alle seine ausgezeichneten Analysen, Bücher und Schriften. Als Laboratorium diente ihm eine kleine Küche, in der seine Assisten-

Ser deutsche Arbeiter im neuen Staat."

Große Kundgebung des Deutschen Metallarbeiterverbandes in der Deutschen Arbeitsfront.

Derdeutsche Arbeiter st eht bei Adolf Hitler! Das war der Eindruck der Kundgebung in der Dolkshalle, zu der für gestern abend der Deutsche Metallarbeiteroerband in der Deutschen Arbeitsfront eingeladen hatte. In geschlossenen Zü­gen, voran die Fahnen der RSBO.-Betriebszellen, marschierten die Belegschaften zur Volkshalle. Auch Betriebszellen einiger auswärtiger Betriebe, und zwar nickt nur derjenigen des Metallgewerbes, nah­men an der Kundgebung teil. Männer und Frauen, Menschen der Arbeit im einfachen Kleid, sanden sich zusammen, um au hören, wohin der Weg führt. Erwartungsvoll saß die Menge, um sich spontan zu erheben, als die Fahnen der RSBO.-Betriebszellen, etwa 20 an der Zahl, in den Saal gebracht wurden, getragen von Arbeitern im Ehrenkleid der SA.

Der Verbandskreisleiter des Deutschen Metall­arbeiteroerbandes, Walter (Gießen), eröffnete die Kundgebung. Als erster Redner sprach

pg. Bartho'omäus

Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Der Arbeiter müsse immer mehr erkennen, daß der Nationalsozialismus den richtigen Weg im Interesse des deutschen Arbeiters beschritten habe. Mit beson­derem Stolz müsse es den Arbeiter erfüllen, daß der Führer Adolf Hitler den Arbeiter im Kampf um die Volkwerdung immer an die Front stelle. Mit besonderem Stolz müsse es ihn auch erfüllen, daß der Führer am 1. Mai das Wort geprägt habe:

Ohne den deutschen Arbeiter kein deutsches Vaterland!

Wenn dies früher erkannt worden wäre, dann hätte es nie einen Marxismus und nie einen Kommunis­mus in Deutschland gegeben. Der Sinn des Kamp­fes um die Einigung des deutschen Arbeiters liege darin, zu beweisen, daß der deutsche Arbeiter ein Anrecht darauf habe, Gleichberechtigung im Innern und für das Vaterland als solches Gleichberechtigung nach Außen zu verlangen. Wenn man wisse, was der Kommunismus bedeute, dürfe am 12. November dem Führer keine Stimme versagt bleiben.

Der deutsche Arbeiter dürfe in der Welt nicht hintangestellt werden. Die zweite und die dritte In­ternationale hätten nie die ernsthafte Absicht ge­habt, die Arbeiterschaft international zu verbrüdern Der Beweis dafür liege schon darin, daß imIahre1928 von den damaligen Regierungen in Deutschland, England und Frankreich, deren Führer auf die In- ternationale geschworen hatten, durch den Dawes- vlan der Grundstein für die Verelendung des deut­schen Arbeiters gelegt worden sei. Der youngplan, unter den gleichen Voraussetzungen abgeschlossen, habe das deutsche.Volk bis zum Jahre 1988 ver­sklaven wollen.

3n Frankreich sei der Arbeiter, auch der Sozial­demokrat, immer national erzogen worden. Die Engländer und die Franzosen seien immer zu­erst Engländer und Franzosen gewesen und bann erst Sozialdemokraten. Leider sei es in Deutsch­land stets umgekehrt gewesen.

Erst Adolf Hitler habe kommen müssen, um dem Arbeiter zu sagen, daß er doch nur bann leben könne, wenn bas Vaterland lebe. Und ferner: wenn der Arbeiter leben wolle, müsse ihm Arbeit gegeben werden. Jedem Volksgenossen müsse bewußt wer­den, daß kein Stand ohne den anderen existieren könne. Der Arbeiter müsse als gleichberechtigt an dem Ertrag seiner Arbeit und am Leden im Vater- Ian de sein. In Deutschland wäre es nie zu solcher Verelendung gekommen, wenn die früheren Regie­rungen das erfüllt hätten, was gesetzlich festgelegt war. Heute verlange man, daß der Versailler Ver­trag zum mindesten auch von den anderen Nationen eingehalten und Deutschland die chm gebührende Gleichberechtigung zugestanden werde. Der Versailler

Vertrag sei von der Sozialdemokratie und dem Zen- trum unterschrieben worden. Ehrenpflicht aller ehe­maligen Marxisten und Zentrumsangehörigen müsse es sein, sich zu Adolf Hitler zu bekennen und einzu­stehen für die Forderung der deutschen Gleichberech­tigung.

Deutschland müsse wieder lebensfähig gemacht werden durch echten Sozialismus und wahren

Nationalismus.

Daß dies möglich sei, habe Adolf Hitler durch die Arbeitsbeschaffung bewiesen. Nahezu drei Millionen Menschen seien wieder in Arbeit. Was hier aufge­baut worden sei, werde mit allen Mitteln erhalten werden müssen. Man verlange von keinem Arbei­ter, der früher im anderen Lager stand, daß er von heute auf morgen Nationalsozialist werde, wohl aber verlange man vom' Arbeiter, daß er sich mit dem nationalsozialistischen Gedanken vertraut mache und das 00m Führer bereits Geleistete anerkenne. Dem deutschen Arbeiter sei es leicht gemacht wor­den, Vertrauen zu den jetzigen Gewerkschaften zu haben. Sicherlich freue sich mancher alte Gewerk­schaftler darüber, daß jetzt jeder zur Beitragsleistung herangezogen werde, wenn er die Errungenschaften der Gewerkschaften für sich beanspruchen wolle. Langverfolgte $iele stünden jetzt vor der Erfüllung. Aber jeder müsse bereit sein, mitzuarbeiten und mit­zubauen. Gleichermaßen müsse darauf geachtet wer­den, daß das, was mit viel Arbeit und Fleiß auf- gebaut wurde, nicht zerschlagen werde. Es dürfe nicht vergeblich gearbeitet werden, sondern mit Be­wußtsein für die Zukunft unseres Volkes und Vater­landes! (Lebhafter Beifall!)

Gaubetriebszellenleiter,

Fritz Kern, Md R., Frankfurt a. M.

sprach über das Thema:Der deutsche Ar­beiter im neuen Staat". Der Redner führte u. a. folgendes aus: Des Arbeiters jahrzehntelanger Kampf werde erst jetzt zum Ziele geführt. Vieles, was im Herzen des Arbeiters als Wunsch lebe, werde zwar noch nicht in Erfüllung gehen können, was aber in all den Jahren des Kampfes von der NSDAP, in Aussicht gestellt worden sei, werde seiner Verwirklichung entgegengehen. Was man erhoffe, könne nicht in 3 ober 4 Monaten von der Regierung erreicht werden, aber jede Revolution müsse ihre Aufgaben konsequent erfüllen, wenn sie ihrem Sinn überhaupt gerecht werden wolle.

Das Wort Sozialismus habe für den Arbeiter hohe Bedeutung. Das wisse der Nationalsozialist ganz genau. Alle Zeichen der Zeit drängten zum Sozialismus. Man müsse nur immer unterscheiden zwischen dem internationalen und dem nationalen Sozialismus.

Dem deutschen Arbeiter werde das zu eigen werden, was er auf Grund seiner Leistung ver­diene. Dem Arbeiter müsse auch alle Achtung zuteil werden, denn diese Achtung allein ermög­liche die Zusammenarbeit aller kreise.

Sorgfältig werde man darauf achten, daß der wahre Nationalsozialismus nicht verfälscht werde. Der Unternehmer müsse genau so zum National­sozialismus geführt werden, wie der Arbeiter. Eines aber stehe fest: die Jugend werde die Bewegung immer zu tragen und immer weiterzutragen haben.

Man wisse genau, daß es heute fast ein Kunst­stück sei, einen Betrieb aufrechtzuerhalten: dieses Kunststück sei aber nicht möglich ohne den Arbeiter. Persönliches Interesse müsse dabei immer in den Hintergrund treten. Hier müsse sich der wahre deut­sche Sozialismus äußern. Man wolle gegenwärtig nicht einen plötzlichen Lohnaufbau, sondern eine allmähliche Entwicklung zum Besseren in der Lohn­

Nr. Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-

Anzeiger für ©berufen)

Samstag, 28. Oktober (933

Politik. Der StandpunktKlasse" werde in Zu­kunft abgelehnt. Der Zug von der Scholle zur In­dustrie berechtige niemand, vom Fabrikarbeiter als einer besonderen Klasse zu sprechen

Daß sich der Arbeiter lange Zeil als eine be­sondere klaffe betrachtet habe, fei nicht zuletzt Sdjulö des Bürgertums, das dem Arbeiter nicht die nötige Achtung entgegengebracht habe, ob­wohl der Arbeiter während des Weltkrieges für das ganze Vaterland in vorderster Front stand.

Der Nationalsozialismus werde das Selbstbewußt- sein des Arbeiters mit allen Mitteln fördern. Der deutsche Arbeiter werde zu seinem Vaterland zurück- finden müssen. Der 12. November müsse beweisen, daß Deutschland in allen Ständen einig sei.

Es gelte dafür zu sorgen, daß in den Betrieben alle Möglichkeiten zur Einstellung von Erwerbs­losen ausgenützt werden. Die Arbeitsbeschaffung diene im Besonderen dem Zweck, die Volksgesamt­heit von dem Druck der Erwerbslosigkeit zu be­freien. Der persönliche Vorteil einzelner Gruppen müsse dabei völlig in den Hintergrund treten. Für die Entlohnung des deutschen Arbeiters werde aber der Primitivitätsgedanke abgelehnt. Nur eine wür­dige Existenz könne den Arbeiter auch zum Ab­nehmer machen. Der Arbeiter stehe heute schon dem Nationalsozialismus näher, als mancher Unter­nehmer.

Der Arbeiter werde zum treuesten Verfechter nationalfozialiftifcher Ideen werden.

Vorerst aber müsse dafür gesorgt werden, daß jeder Arbeiter sich mit dem nationalsozialistischen Gedan­kengut restlos vertraut mache.

In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit dem in Vorbereitung befind­lichen Arbeitsschutzgesetz und gab die we­sentlichsten Punkte für dessen Gestaltung auszugs­weise wieder:

Arbeitskraft dürfe nicht mehr als verkäufliche Ware betrachtet werden. Dem Unternehmer werde

man nicht das Anwachsen seines Bankkontos kon­trollieren, wenn er alle seine Pflichten der Arbeiter- schäft gegenüber erfülle. Kündigungen nach 10- oder löjähriger Tätigkeit in einem Betrieb werde es in Ästkunst nicht mehr geben dürfen, wenn nicht schwer­wiegendste Gründe oorliegen. Die Leistung müsse als Grundlage für die Bemessung des Lohnes gelten, das Existenzminimum müsse dem Arbeiter aber in jedem Falle gesichert fein. Dem Arbeiter müsse, nicht zuletzt im Interesse des Betriebes und der Erhaltung der Arbeitskraft, der entsprechende Ur-

Spenden für die AS -Volksrvohls ahr

werden eingezahlt auf Konto Nr. 4513 NS.-Volkswohlfahrt des Kreises Gießen bei der Bezirkssparkasse Gießen.

laub zugebilligt und der Gesundheit des Arbeiters aller Schutz gewährt werden. Berufliche Begabung fei nachhaltig zu fördern. Berufsberatung und Lehr­stellenoermittlung müßten ausgebaut werden. Der Redner betonte besonders, daß

eine Altersversicherung geschaffen werden solle.

die dem Arbeiter mehr innere Sicherheit für feinen Lebensabend verschaffe.

Nachdem der Redner auf die Notwendigkeit der Mitarbeit und Opferbereitschaft des Einzelnen hin­gewiesen hatte, schloß er feine mit stärkstem Beifall aufgenommenen und oftmals durch Beifall unter­brochenen Ausführungen.

Ein dreifachesSieg-Hell!", von dem Kreis­betriebszellenleiter Wagner (Gießen) auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler ausgebracht, fand bei der Versammlung einmütiges Echo. Hier­auf wurde zum Schluß das Horst-Wessel-Lied ge­sungen. Der Ausmarsch der Fahnen der NSBO.« Betriebszellen beschloß die eindrucksvolle Kund­gebung.

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Gau-Pressechef W 0 w e r i e s, der Führer des Landesverbandes Rhein-Main im Reichsverband der deutschen Presse spricht im Hippodrom in Frankfurt a. M. vor dem Gauleiter und 7000 versammelten AmtswaUern der Partei über Pressefragen.

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tin, nämlich seine Köchin Auguste, hauste. Diese treue Seele wurde eines Tages von einem warten­den Besucher gefragt:Sagen Sie mal, was ist Ihr Herr denn eigentlich?"Chemiker", sagte Auguste. Was macht er denn so tagsüber?"Das werde ich Ihnen sagen, er hat irgend etwas in einer gro­ßen Flasche, das gießt er um in andere Flaschen, und zum Schluß nimmt er noch ganz kleine Fläsch­chen.So, so, und was geschieht damit?"Dann werfe ich es tue g." (Lust. Bl.)

Sechsmal Kölner Dom.

Der Briefträger Hufekatt vom Berliner Postamt SW. 68 blätterte in einer Dienstpause in derSta­tistischen Wochenbeilage" und stieß auf die seltsame Errechnung eines müßigen Statistikers, daß ein normaler Briefträger allwöchentlich sechsmal den Kölner Dom hinauf und hinunter steige.

Da kann man sehen, was die Leute schwindeln!" murmelte der Briefträger Hufekatt.Ich bin mein Lebtag nicht in Köln gewesen!!!"

Elsa van Brabant.

Max van Schillings der verstorbene Ber­liner Opernintendant saß eine Stunde vor Be­ginn derLohengrin"-Aufführung in seinem Ar­beitszimmer. Da stürzt ein Theaterbote ins Zim­mer:Herr Intendant, Frau M. hat für heute ab­gesagt, sie kann die Elsa nicht fingen!"

Schillings atmet befreit auf:Ein Glück, daß sie bas endlich einsieht!"

Der Schauspielschüler.

Der Sohn eines Berliner Industriellen spürte überflüssigerweise den Drang zur Bühne. Der große Werner Krauß wurde ausersehen und bewogen, ihm Stunden zu geben. Einige Zeit ging das ganz gut, aber dann verlor Krauß die Geduld und wü­tete den Unbegabten an:Stunden sind bei Ihnen vollkommen nutzlos ... Sie müßten Monate nehmen ... und so viel Zeit habe ich nicht!"

Zimmer zu vermieten.

Ein peinlicher Vorfall ist der ehrenwerten Frau Piefke aus Berlin vorige Woche zugestoßen.

Am Freitagvormittag erschien bei Frau Piefke ein Chinese und mietete ein Zimmer. Er verstand kein Deutsch, aber die Sache schien klar, und- sie gab ihm die Schlüssel.

Am Nachmittag kam anscheinend der gleiche Chi­nese wieder, gestikulierte und verlangte offensichtlich die Schlüssel noch einmal. Wahrscheinlich hatte er bas erste Paar verloren. Die Sache schien weniger klar, wurde jedoch durch die nochmalige Hergabe von Schlüsseln geregelt.

In der selbigen Nacht geschah in der Wohnung ein schreckliches Rumoren. Frau Piefke lag in ihrem

Bett und ängstigte sich was soll eine allein­stehende Witwe auch tun, wenn es rumort?

Dann kam der Morgen, und Frau Piefke wagte einen Erkundungsvorstoß jedermann feine eigene Patrouille.

Der ganze Korridor war verrammelt. Frau Piefke überkletterte die Barrikade und holte den Portier. Der Portier, ein unerschrockener Mann, klärte die Lage.

Im Fremdenzimmer lag ein Chinese und schlief.

Im Badezimmer lag ein Japaner und schlief auch.

Japaner und Chinesen sind zweierlei. Und es gibt mehrere. Aber das konnte Frau Piefke nicht wissen.

Gin unverdaulicher Leckerbissen.

In der Liste der Delikatessen, die bei einem Schlemmer-Essen in China vorgesetzt werden, stehen die eßbaren Vogelnester mit an erster Stelle. Viele Millionen Dollars werden alljährlich für diesen Genuß ausgegeben, und die Gewinnung der Salanganen-Nester hat sich zu einer beträchtlichen Industrie entwickelt. Diesen Vogelnestern rühmt man nicht nur einen vorzüglichen Geschmack, son­dern auch eine kräftigende und heilende Wirkung nach. Bei einer Untersuchung der Nester, die von A. Heiduschka und L. Graefe vorgenommen wurde, ergab sich jedoch, wie in derBiochemischen Zeit^ schrift" berichtet wird, ein Befund, der für recht ungesunde Nachwirkungen dieser Speise sprach. Wenn die Nester längere Zeit im Wasser lagen, quollen sie stark auf und nahmen das Aussehen eines Badeschwammes an. Nach der chemischen Untersuchung besteht der Stofs der Nester, von ge­ringen Salzmengen abgesehen, aus einer einheit­lichen Verbindung von Eiweiß und Zucker, die an­scheinend dem Speichel nahesteht: auch die An­wesenheit von Speichel-Fermen konnte nachgewiesen werden. Bei künstlichen Verdauungsversuchen zeigte sich, daß die Vogelnester außerordentlich schwer und überhaupt nur zu einem geringen Teil verdaut werden können. Man sieht daraus, daß dem Magen mit diesem Gericht sehr viel zugemutet wird und die Wirkung auf den Organismus eher schädigend als nützlich fein muß.

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Der bekannte Freiburger Philosoph Professor Dr. Martin Heidegger hat sich entschlossen, den an ihn ergangenen ehrenvollen Ruf an die Universität Berlin und die Universität München abzuleh. nen und in Freiburg zu verbleiben.