Nr. 200 Erstes Blast
183. Jahrgang
Montag, 28.AugustlyZZ
Vnrck und Verlag: vrühl'fche Univerfitäls-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7.
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dankte den Brüdern und Schwestern im Reich
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Reichskanzler Adolf Hitler
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Abecmillionen sind heute der Deutsche wieder zum gefunden hat.
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ersehnte C M ' Lautsprecher wurö! M der Voraussicht uichauer erhoben sich nblied klang auf, und Ekouimen geschlosse- mfe über das Tew. de das Horst-WM. ■m dreifachen „Siez. Meßenden im Flug.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
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Chefredakteur:
Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn« zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen.
staffel wurde In du ufoen Kassel vor Kassel!,
wird kein Deutscher jemals mit seiner Stimme unterstützen. Ls gibt nur die dritte Lösung, und für die wird jeder eintreten, der an die Heiligkeit des Vaterlandes und an die Grütze der Ration glaubt, und die heiht: Zurück zu Deutschland! (Lang anfjal- tender Beifall.) Wir wollen gerne mit Frankreich in allen wirtschaftlichen Dingen reden, wir wollen gerne uns mit Frankreich verständigen. 3n einem aber gibt es keine Verständigung: weder kann das Reich Verzicht leisten auf Euch, noch könnt Ihr Verzicht leisten auf Deutschland! (Starker Beifall.) wir wollen nicht fremdes Gut, und wollen nicht fremdes Volk, wir wollen nicht Streit und hader, wir
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außerhalb der Grenzen des Reiches, die sich noch nicht hineindenken können in den neuen Zustand, die nicht verstehen wollen und können, daß Sozialismus und Nationalsozialismus bei uns zu einer Ein,
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heit geworden sind. Das mögen sich alle gesagt sein lassen, die heute als Deserteure unseres nationalen Lebens Deutschland draußen in der Welt verleumden: Nie wieder wird, solange wir leben und diese Fahnen flattern, die Zerrissenheit über unser Volk hercin- brcchen. (Beifall.) Aus Bauern, Arbeitern und Bürgern haben wir eine Nation geschaffen. Sie wird sich bewähren, denn der Deutsche ist noch niemals geschlagen morden, wenn er selbst sich nicht im Wahn geschlagen hat. Viele Zeitungen außerhalb unserer Grenzen lügen, daß tu Deutschland nur durch Druck, nur durch Vergewaltigung diese Bewegung sich üurchzu- setzen vermochte. Ich bin jederzeit bereit, wieder an die deutsche Nation zu appellieren und mich ihrem Votum zu stellen; denn ich weiß, heute würden es mehr als fünf Sechstel sein, die bedingungslos hinter uns stehen. Das ist nicht Vergewaltigung, nein, das ist die innere Stimme eines sich s e l b st w i e ö e r f i n d e n d e n Volkes. Wir sind glücklich, daß die Kraft dieser inneren nationalen Erhebung weit hinaus- rcicht über die Grenzen des Reiches, und daß vor allem auch die davon erfüllt werden, die nach Herkunft, Geburt, Abstammung, Sprache und Geschichte zu uns gehören.
Als einff uns das Saargebiet genommen wurde, da erklärte man ausdrücklich, dah dies nur geschehe, um Frankreich die Möglichkeit zu geben, sich die wirtschaftliche Ausbeutung der Gruben zu sichern. Die Verwaltung wurde dem Völkerbund anheimgeslellt. Die 15 Jahre sind nun bald vorüber, lieber die Zukunft des Saargebiets gibt es drei Visionen: Die einen meinen, das Saargebiet muhte zweckmäßigerweise an Frankreich fallen. (Erregte Pfui!- und ,,Niemals!"-Rufe.) Ich weiß, daß kein wirklicher Deutscher jemals feine Stimme dazu gibt. — Die anderen meinen — es sind unsere Gegner — das Gebiet müsse autonom werden (Pfui!- und „Niemals !"-Rufe.). And wieder weih ich. auch das
wollen den Frieden, aber über alles lieben wir unser deutsches Volk.
Ich möchte schließen, indem ich Sie bitte, das im Deutschen Reich nunmehr Gesehene mit ins Saargebiet zu nehmen. Tragen Sie es hinaus und verteidigen Sie dort des Reiches Ehre und Wahrhaftigkeit, gegen Lüge und Verleumdung. Ihre Freiheit mutz erkämpft werden durch Ihren eigenen Einsatz, so wie die Verträge es uns genehmigen. So. wie Sie von Deutschland erwarten, daß es an Sie denkt, und so, wie Deutschland an Sie denkt, so erwartet Deutschland, dah Sie sich des Vaterlandes erinnern, daß, wenn die Stunde einst kommt, Sie dann feierlich votieren für unser deutsches Volk, für unser Deutsches Reich, für unser deutsches Vaterland. Es wird keine glücklichere Stunde geben für dieses neue Deutschland als die, in der wir die Tore aufreißen können und Euch wieder in Deutschland sehen."
Die Rede des Kanzlers rief ungeheuren Jubel hervor; spontan wurden das Deutschland- und Horst-Wcssel-Licd gesungen. Während der Feier fuhren 700 Paddler des Saar- gebicts auf dem Rhein vor dem Niederwald- Denkmal vorbei, während ein Saarslugzeug über die Höhen kreiste.
ballmeister Fortum erg vor 8000 Zuschaum München nun auch eines anreihen, er siegte mit
„Deutsche Volksgenossen und Dolksgenossinnen! Meine deutschen Saarländer! Ich komme hierher, um Ihnen zuerst den Gruß jener Provinz zu überbringen, die im fernen Osten in unerschütterlicher Treue zu Deutschland steht. Getrennt von der Heimat stehen dort zwei Millionen Deutsche in treuer Wacht, um durch ihren Willen und durch ihre Gesinnung die Drücke aufrecht zu erhalten, die man geographisch abgebrochen hat. Als die Schlacht von Tannenberg geschlagen wurde, da war sie ein Zeichen für die unerhörte Kraft einer einigen Ration. Als das Saargebiet dem Reiche verlorenging, da war es d i e Folge des Verlustes dieser inneren Einigkeit. Diese innere Einheit der Ration, die wir im Zusammenbruch 1918 verloren hatten, w i e- der aufzubauen, ist unser unerschütterlicher Wille. (Heil!) 15 Jahre ist dieses Ziel unser Wunsch, unser Gebet, unsere Idee zugleich gewesen, und heute können wir sagen, unser Gebet wurde erhört, unser Wunsch erfüllt. Ganz Deutschland steht auf! (Heil!) Wir haben Deutschland befreit von der Vergewaltigung derer, die kein starkes Deutschland wollten! (Heil!) Wir haben Deutschland befreit von der Vergewaltigung und vom Terror derer, die es bewußt zerrissen haben, weil sie dieses Volk nur in seiner Zerrissenheit allein zu beherrschen vermochten.
was Sie heule in Deutschland sehen, ist ein Volk und ein Reich, das keine parlei- herrschaft, keine Parleizerrissenheit mehr kennt. Richt das deutsche Volk ist es, das den allen Zustand zurücksehnt, sondern eine Handvoll Menschen, die vom Unglück der Ration und von der Zerrissenheit des deutschen Volkes gelebt
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WSN. Rüdesheim, 27. Aug. Don herrlichstem Sommerwetter begrüßt, entwickelte sich schon von den frühesten Morgenstunden an ein f e st - l i d) e s Treiben in den Städten Bingen, Aßmannshausen und Rüdesheim.
In der Horst-Wessel-Kampfbahn begrüßte der Oberbürgermeister von Bingen in kurzer Ansprache die Erschienenen.
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unterwürfig die Desahungsarmee
Die radikale Zeitung „Cre schreibt: Während am Riederwald nenberg-Denkmal Kundgebungen
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Paris, 27. Aug. (TTl.) Die Riesenkundgebung am Riederwald wird von der Pariser Presse aufmerksam verfolgt. Die Blätter sind sichtlich bemüht, die Zahl der Saarländer herbzusetzen, die an der Kundgebung teilnahmen, um bei der französischen Bevölkerung den Eindruck zu erwecken, als ob sich die Saarbevölkerung vom Dritten Reich absondere. Ausnahmsweise fehlt diesmal jedoch eine einheitliche Regie, so daß die von den Pariser Blättern angegebenen Ziffern zwischen 1 8 000 und 1OOOOO schwanken. Der „Temps" hat den goldenen Mittelweg gewählt und gibt die Zahl der saarländischen Teilnehmer mit 50—55 000 an. Im übrigen versuchen die Blätter, diese gewaltige Kundgebung der Zusammengehörigkeit des Saargebietes mit dem Reich zu ironisieren. So schreibt z. B. der „Intran- s i g e a n t", daß auf dem Sockel der „Germania" nur die deutschen Siege verewigt seien, obgleich die französischen Kanonen mit drei Schüssen das ganze anmaßende Werk zusammenschießen könnten. Der „Paris Midi" erklärt ironisch, daß die Zeit vorüber sei, wo die Germania demütig und
„Deutsch die Saar immerdar!"
Gewaltiges Treuebekenntnis der Saarländer zum Reich. — Massenkundgebung des Bundes der Saarvereine am Riederwalddenkmat. — Oer Reichskanzler spricht. — Niemals gibt es Verzicht auf deutsches Land an der Saar, dessen Volk fein Selbstbestimmungsrecht fordert.
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Kläglicher Verlauf marxistischer Gegenkundgebungen im Saargebiet.
S a a r b r ü ck c n , 27. Aug. (TU.) ' i Saarbrücken veranstalteten die K o i. uni st i - s ch c Partei und in Neunkirchen die Sozialdemokratische Partei des Saargebietes antifaschistische Kundgebungen, die als Gegendemonstration gegen die gewaltige Niedermald-Kundgebungcn wirken sollten. Zn Saarbrücken selbst wickelten sich die kommunistischen Demonstrationen f a st unter Ausschluß der Oeffcntlich- keit ab. Man sah Umzüge, zu denen Frauen und H a l b w ü ch s i ge die Mehrzahl stellten. Die kommunistischen Aufmärsche mußten fast überall unter den Hakenkreuz- und schwarzweißroten Fahnen, die anläßlich der Nieüerwaldkundgebung in rcichlichenr Maße von der Bevölkerung hcrausgesteckt waren, stattfindcn. Tie Saarbrücker Bevölkerung verhielt sich fast völlig teilnahmslos.
In Neunkirchen hatten sich etwa 3—4(T0 SPD.-Angchörige und Mitglieder des antifaschistischen Schutzbundes, die trotz des Uniform Verbotes in Uniform auf- traten, cingefunden. Auch hier verlief die von der Bevölkerung kaum beachtete Kundgebung ruhig. Die Teilnehmerzahl ist angesichts der Tatsache, daß man aus Saarbrücken einen Sonderzug mit völlig freier Fahrt für Erwerbslose fahren ließ, sehr bescheiden. Aufmerksames Echo in England.
London, 28. August. (WTB.-Funkspruch.) Die Rede des Reichskanzlers am Niederwalddenkmal wird in der englischen Presse viel beachtet. In dem Bericht der „Daily Mail" über die Kundgebung am Niederwalddenkmal wird ebenso wie in den Meldungen der übrigen Blätter betont, daß 200 000 Menschen, darunter nicht weniger als 80000 Einwohner aus dem Saargebiet zusam- mengefommen waren, um gegen den Ausschluß des Saargebietes aus Deutschland zu demonstrieren. Der Berliner Bericht der „Times" beginnt mit den Worten: „Das Wochenende war wieder erfüllt von Erin- nerungsfeiern und Kundgebungen für die Rückkehr des Saargebietes". „News Chronicle" schreibt, wie die nationalsozialistischen Führer gestern dem Reichspräsidenten von Hindenburg am Jahrestage seines Sieges bei Tannenberg besondere Ehren erwiesen hätten, und bemerkt, Hindenburg, zuerst als Soldat undStaatsmann „bleibt einWunder der Geschichte".
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in Braunschweig fielen Reibungen. Zm Herren-: 7i jutyt Nourney 6:3, fjnintel im Daim von 5rL Sanbers oljn ftetinnm im. 'bwtfr rahwirUrUSan-
tiefen Eindruck machte der Dortrag des „Treue- schwurs des Volks an der Saar" mit den W en von Hanns Maria Lux und Musik von W er Rein. Dann hielt der erste Dundesführer der Saarvereine Staatsrat und Gauleiter Gustav Simon eine oft von spontanem Beifall unterbrochene Ansprache, nach der das Lied: „Deutsch ist die Saar" von der ganzen Versammlung gelungen wurde. Ein Vertreter der Saarturnerschaft und ein Vertreter des arbeitenden Saarvolkes brachten dann ihren Treueschwur für das Reich in tiefgefühlten Worten zum Ausdruck. Rach dem Chor: „Deutschlands heiliger Rame" sprach
Kultusminister Rust:
Ihr lieben Volksgenossen an der Saar! Zum ersten Male sehen wir uns heute wieder ins Auge, seitdem in Deutschland der Geist wicdergekchrt ist, der aus diesem Denkmal spricht, der heute gesprochen hat fern im Osten, wo unser Führer und Kanzler in Ostpreußen sprach. Nicht ihr allein habt in fremden Landen gelebt, auch wir kannten uns in Deutschland 15 Jahre nicht mehr aus. Und derselbe erbärmliche Charakter, der euch dort an der Grenze wieder erwartet, regierte auch im Lande der Freiheit von einst. Die Saarländer brauchen nicht deutsch zu werden in Deutschland, sie bringen ihr Deutsch- t um mit. Und ich sage euch, das ganze deutsche Volk war nie etwas anderes als deutsch. Nur seine Führung war es, die dieses Volk in die Fremde führte. Der preußische Ministerpräsident Göring hat mich hicrhergeschickt, um zu versichern, daß auch die preußische Staatsregierung euch Saarländer keinen Augenblick vergißt.
Zum Schluß wandte sich der Redner an die Staatsmänner jenseits der Grenze und sagte: Geben Sie den Gedanken auf, gegen dieses zu sich gekommene deutsche Volk mit kleinlichen Schikanen noch vorgehen zu wollen! Wir stieren nicht hinüber, begierig nach fremdem Hab und Gut. Wir schauen hinauf zu unseren deutschen Volksgenossen. Sie gehören zu uns. Für ihre Rückkehr zu werben ist Pflicht einer pflichtbewußten deutschen Negierung. Wer diese Kundgebung sieht und hört, der möge sehen: Zu Sklaven läßt sich dieses Volk in alle Ewigkeit nie und nimmer machen.
Unter dem ungeheuren Iubel der Menge, der immer wieder und wieder anhub und von den Massen diesseits und jenseits des Rheins ausgenommen wurde, traf nunmehr — kurz vor 19 Uhr — der Reichskanzler ein und nahm sofort das Wort.
Spannung im Pazifik.
Japanische Flottendemonstrationen.— Was sagt Amerika?
Tokio, 27. Aug. (TU.) Eine gewaltige Flotte n s ch a u fand als Abschluß der im Juni begonnenen großen japanischen Manöver auf der Höhe vonJokoharna statt. An der Küste drängten sich wohl eine Million Zuschauer. Der Kaiser an Bord des Schlachtkreuzers „Iiyei" besichtigte nahezu die gesamte japanische Flotte, nämlich 161 Kriegsschiffe mit einer Gesamttonnage von rund 850 000. Die Flottenparade erstreckte sich über ein Gebiet von mehr als 11,5 Kilometer Länge und 4,5 Kilometer Breite. Während der Flottenschau überflogen 180 Flugzeuge die Flotte.
Ter diplomatische Korrespondent des Daily Expreß will wissen, die Spannung zwischen Amerika und Japan sei darauf zurückzuführen, daß Japan an die Vereinigten Staaten eine Note gerichtet habe, die einem Ultimatum gleich- kommc. Amerika werde darin gewarnt, daß, wenn es nicht sein „W ohlfahrts" - Kriegsschiffbauprogramm ändere, Japan möglicherweise Straftartfe auf
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Aerger in Paris.
Llnfreundliche Kommentare zur Niederwaldkundgebung
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wurden, hat sich der französische Ministerpräsident D a I a b i e r nach Metz begeben, um die französischen Grenzbefestigungen zu besichtigen. Das zeitliche Zusanimensallen dieser Ereignisse sei vielleicht ein Zufall. Aber es sei trotzdem lehrreich. Die Welt müsse wissen, daß die Besichtigungsreise Daladiers nach der französischen Ostgrenze einem französischen Sicherheitsbedürfnis (!) entspreche, einer berechtigten Sorge (!) um die Verteidigung, während die deutschen Kundgebungen einen ziemlich ausgesprochenen Revanche-, wenn nicht sogar Pro» vokationscharakter hätten. (!) „Figaro" erklärt, die Kundgebung am Riederwald sei ein Ausdruck des germanischen Deherrschungswillens gewesen.
„O r d r e" schreibt, es sei Deutschlands Recht, jawohl sogar seine Pflicht, entsprechende Kundgebungen zu veranstalten und damit nichts außer acht zu lassen, was zugunsten der deutschen Propaganda für die Volksabstimmung getan werden könne. Die Teilnehmer an der Niederwaldkundgebung würden begeistert und von vaterländischem Glauben beseelt wieder ins Saargebiet zurückkehren und ausgezeichnete Propagandisten für die deutsche Sache abgeben. Die Zeitung „R e m p a r t" schreibt, ganz Deutschland hoffe, daß dem Siege der Vergangenheit, Tannenberg, ein Sieg der Zukunft im Saargebiet entsprechen werde. Die Niederwaldkundgebung wäre eine Herausforderung und eine Machtäuße- rung, die alle ehrgeizigen Pläne des Dritten Reiches aufdecke, gewesen.
Daladier besichtigt die Ostbefestigungen.
Paris, 27. Aug. (TTl.) Ministerpräsident Daladier hat sich am Sonntagmorgen nach Metz begeben, um die Defestigungswerke a n der französischen O st grenze zu besichtigen. Dor seiner Abreise gab Daladier einem Vertreter des „Petit Parisien" eine Erklärung ab, in der er u. a. sagte, er habe sich selbst von dem Derteidigungssystem überzeugen wollen, um feiner Wirks amkeit sicher zu sein. Frankreich wünsche Frieden und Ordnung. Trotz der augenblicklichen Schwierigkeiten sei Frankreich entschlossen, die Methode der internationalen Zusammenarbeit fortzusehen. Gleichzeitig werde es nicht seine Pflicht vergessen, die eigene Freiheit zu sichern. Die französische Regierung habe außerdem die Pflicht, die Achtung vor dem Beschlüssen zu sichern, die von dem Völkerbund und dem Haager Schiedsgerichtshof getroffen würden. Hierunter falle besonders die politische und wirtschaftliche TlnabhängigkeitOe st erreich s. Kleine und weniger stark bevölkerte Länder Europas hätten dasselbe Recht auf Freiheit, wie die Großmächte.
für die glänzende Vorbereitung der Kundgebung und für die treue Verbundenheit, die sie den Saarländern entgegenbringen. Tosender Beifall unterbricht seinen Schwur: „Recht bleibt Recht, wahr bleibt wahr, deutsch d i e Saar immerdar!" Schmerz durchzittert uns in diesen Feierstunden, so fuhr er fort, wenn wir bedenken, daß zur gleichen Stunde Verbrecher drüben am Werk sind, unser Volk und Vaterland zu schmä- hen zur Schande unserer Heimat. Aber der Tag wird kommen, wo wir mit diesen Verbrechern abrechnen. Dann werden wir die Henker an den deutschen Kinderseelen erschlagen wie tolle Hunde. Wir bestimmen unser Schicksal selber, denn wir haben einen Führer, der uns eine Flammengarbe ins Herz gesenkt hat. Diese Flamme heißt „Wille", und wo ein Wille ist, da ist Macht. Die Weltgeschichte wird einst in goldenen Lettern künden von dem Volk, das mit hartem Herzen und eisernem Willen seine Scholle verteidigt hat.
Die Höhe um das Riederwald-Denk- m a l war von dichten Scharen von Menschen angefüllt, in die die Uniformen der SA., SS., des Stahlhelms und der Bergknappen reichliche Abwechslung brachten. Dor dem Denkmal batten etwa 100 Fahnen der SA., SS. und der Saarvereine Aufstellung genommen. Stundenlang marschierten in endlosen Reihen die Teilnehmer an der Kundgebung von Rüdesheim nach Dem Riederwald. Für hungrige Mägen waren Feldküchen in der Rähe des Denkmals auf- gestellt. Lautsprecher ließen auch die entferntesten Festgäste an den Vorgängen teilnehmen. Herrlich war der Blick auf den in der Rachmijtagssonne glänzenden Rhein, auf dem sich etwa 400 Paddelboote zu einer wassersportlichen Kundgebung versammelt hatten.
Kurz nach 17 Tlhr verkündete der Lautsprecher die Eröffnung derTreuekundge b u n g der Saarländer. Rach Fanfarenklängen der Militärkapelle des 1. Bataillons Infanterie-Regiments Rr. 15 trug der Saarsängerbund Hans Heinrichs „Mahnung" vor, und wieder fielen die Fanfaren der Reichswehrkapelle ein, während Flieger über dem Denkmal kreisten und einen prächtigen Blumenstrauß niederwarfen. Einen
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