Ausgabe 
27.7.1933 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

tralojphärenslug.

Mnleutnant Settle i voldierssielü mit dem ess zu einem Allein- sphäre auszusleiaen, , )urch ein Heraufziehen- Äenderung der Wind- iftrumente zur toiffen- >es Fluges sind unter UMers Dr. Arthur ben. Sr. 3ean Pic- bei belannten Strato- i Unternehmen vom » hofft, zum AMum eine Hohe von über

Verbot her Versendung von Geldsorien in Postsendungen.

Die in der letzten Zeit durchgeführte, strenge Kontrolle der nach dem Auslande aufgegebenen Postsendungen hat gezeigt, dah auf diesem Wege versucht worden ist, erhebliche Beträge ins Aus­land zu verschicken. Lim solchen Versuchen wirk­sam entgegenzutreten, ist nunmehr durch eine fünfte Durchführungsverordnung zur Devisenver- ordnung die Bestimmung getroffen worden, dah grundsätzlich jede Versendung von Geldforleu (INünzgeld, Papiergeld, Banknoten und der­gleichen) sowie von Gold und Edelmetallen in

Postsendungen aller Art verboten ist.

Zuwiderhandlungen haben außer hohen Strafen auch die Einziehung der Werte zur Folge. Es wird daher dringend empfohlen, Zahlungen nach dem Ausland nicht durch Llebersendung von Geldsorten in Postsendungen zu leisten, sondern im Wege der Postanweisung, des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, oder durch Vermittlung von Devisenbanken, für die besondere Bestimmungen getroffen sind.

Ausgenommen von dem verbot der Versen­dung von Geldsorlen in Postsendungen find grundsätzlich nur versiegelte Sendungen mit Wertangabe.

Bei der Auflieferung solcher Wertsendungen hoben die Auflieferer wie bisher die Erklärung abzugeben, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe Zahlungsmittel (also außer Geldsorten auch Wechsel, Schecks usw.) oder Wertpapiere in den Sendungen enthalten sind. Werden in Wert­sendungen entgegen den Angaben des Auflie­ferers bei der Aachschau Zahlungsmittel oder Wertpapiere gefunden, so erfolgt die Beschlag­nahme der Sendung. Sind nach den Angaben des Auflieserers Zahlungsmittel oder Wertpapiere in der Sendung enthalten, so hat er den Reise­paß (wenn die Versendung im Rahmen der Frei­grenze erfolgt) oder den Genehmigungsbescheid (bei höheren Beträgen, sowie bei Gold» und Edelmetallen) vorzulegen. Ergibt eine Rachschau, daß höhere Beträge an Zahlungsmitteln oder Wertpapieren in den Sendungen enthalten sind, als auf Grund der Erklärung des Absenders in Paß oder Genehmigungsbescheid abgeschrieben wurden, so erfolgt ebenfalls Beschlagnahme der gesamten Sendnng.

** Militärpersonalie. Nach einer Ver­öffentlichung des Reichswehrministeriums wurde Oberstleutnant Felmy vom Stab des Infanterie- Regiments 15 mit Wirkung vom 1. August zum Kommandeur des Infanterie-Regiments 17 ernannt

Rückkehr des Bataillons. Das Bataillon der hiesigen Reichswehr trifft am kommenden Freitag (wir berichteten bereits darüber), von Altengrabow kom­mend in Gießen ein. Rach einer neueren Mel­dung des Bataillons marschieren die Truppen aber nicht durch die Klinikstraße, Frankfurter Straße usw., sondern vom Güterbahnhof aus durch die Hammstraße, über den Horst-Wessel­und den Hindenburg-Wall, durch die ©arten» straße, die Kaiserallee und die Licher Straße zur Kaserne. , .

** Eine Achtzigjährige. Heute feiert un­sere Mitbürgerin Frl. Katharine Sau seien aus Fürfeld i. Wttbg., wohnhaft Wernerwall 31, ihren 80. Geburtstag in körperlicher und geifhger Frische.

** Kostenfreie Fe u e r b est a ttu n g d e r z u r K i r ch e z u r ü ck g e t r e t e n e n M . t g l, e - der der F r e i d e n k e r - D e r b a n d e. Mit der Mitgliedschaft zum deutschen Freidenkerverband war bisher eine Feuerbestattungsversicheruny verbunden. Sie war jedoch an die Bedingung geknüpft, daß die Mitglieder ihren Austritt aus der Kirche vollzogen hatten. Darin ist jetzt eine wichtige Äenderung ein- getreten. Der für den Deutschen Freldenkerverband eingesetzte Kommissar hat folgendes mltgete.lt: Einem Wiedereintritt unserer M.tgl.eder in die Kirche steht nichts im Wege. Durch Me Einsetzung eines staatlichen Kommissars sind alle diejenigen Zwecke der Satzungen, die sich auf die Propaganda antireligiöser und politischer Bestrebungen beziehen, aufgehoben worden. Dementsprechend wird die Be­stattung gewährt, wenn sie unter kirchlichen Zere- monien stattfinbet."

Vie Versendung von Geldsorten ist ferner auch in eingeschriebenen Postsendungen zulässig, wenn die Sendungen zollamtlich verschlossen sind.

Derartige Sendungen sind vor der Aufgabe bei einer Postanstalt oder einer mit mindestens zwei Beamten besetzten Zollstelle geöffnet, bei gleich­zeitiger Vorlegung des Genehmigungsbescheides oder des Reisepasses vorzuführen und werden nach Prüfung des Inhaltes amtlich verschlosien. Ist die Versendung von Zahlungsmitteln (außer Geldsorten) und Wertpapieren ausnahmsweise aus Grund der Bestimmungen der Richtlinien für die Devisenbewirtschaftung ohne Genehmigung zulässig, so ist bei der zollamtlichen Vorabferti­gung eine schriftliche Erklärung abzu- aeben, auf Grund welcher Bestimmungen die zu bezeichnenden Werte oMe Genehmigung ins Aus­land versandt werden dürfen.

Auch Wertsendungen können wie bisher zoll­amtlich verschlosien werden. Zollamtlich ver­schlossene Sendungen unterliegen während der Beförderung keiner weiteren Rachschau.

Die Bestimmungen der Devisenverordnung, wonach zur Versendung von Zahlungsmitteln (also auch von Geldsorten) und Wertpapieren die Genehmigung einer Devisenbewirtfchaf- tungsstelle ersorderlich ist, bleiben in allen diesen Fällen unberührt.

Durch eine weitere Bestimmung (§ 3) der fünften Durchführungsverordnung zur Devisen­verordnung ist die Freigrenze für Verfü­gungen über Forderungen solcher Personen auf­gehoben worden, die nach dem 3. August 1931 aus Deutschland ausgewandert und daher Ausländer im Sinne der Devisenverordnung geworden sind. Diese Vorschrift hat sich als notwendig erwiesen, weil zahlreiche aus Deutschland ausgewanderte Personen versucht haben, durch monatliche Ueberweisung von 2 00 Mark ihre im Inland verbliebenen Guthaben allmählich ins Ausland zu bringen. Diese Erschei­nung war aber mit der gegenwärtigen Devisen­lage nicht mehr vereinbar.

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die weißen Rassen viel schneller als die farbigen und gewannen durch Technik und Maschine die Ober­hand. So trat eine Verschärfung der Rasienunter- schiede zwischen weiß und farbig ein. Die europäische Zivilisation entwickelte immer mehr den heimatlosen Großstadtrassemenschen, der seinen Höhepunkt im bolschewistischen enbgotteten, konfumtionssüchtigen Kollektivmenfchen erreichte. Der Weltkrieg zeigte den farbigen Völkern den ganzen Schaden Der wei­ßen Rasse und so entwickelte sich in Asien und Afrika immer mehr die Ablehnung der europäischen Vor­herrschaft. Der Rassenhaß wurde immer stärker und wird so zur Menschheitsgefahr. Die christliche Sen­dung aber zeigt den Raffen unter Wahrung ihres eigenen Wesens ihre Aufgabe $ur Einheit der Menschheit und so zur wahrhaftigen Entwicklung Aur Menschheit Gottes. Daher liegt in den Sendung der Christen die einzig wahre Lösung von Rasse und Mission.

Taten für Donnerstag, 27. Juli.

1861: der Schriftsteller Fritz v. Ostini in München geboren (gestorben 1927); 1916: Der Anthropolog Johannes Ranke in Solln bei München gestorben (geboren 1836); 1924: der italienische Musiker Ferruccio Busoni in Berlin gestorben (geboren 1868).

VornoNzen.

Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Wege zur guten Ehe".

Der I. Kraft- und Sportklub 1893 Gießen veranstaltet am Samstag, 5. August, abends im Caf6 Leib aus Anlaß feines 40jährigen Bestehens einen Deutschen Sportabend. Für die Veranstaltung ist ein sehr abwechslungsreiches Programm vorgesehen. Der musikalische Teil des Abends wird von Mitgliedern der SA.-Kapelle be­stritten. Die Mufterriege des Vereins wird im Gewichtheben und im Ringen ihr Können zeigen. Lebende Bilder werden zur weiteren Bereicherung des Programms beitragen. Näheres wird im An­zeigenteil noch bekanntgegeben.

Menschaft.

lode von Schilling;, tler Hai an die Witwe mie der Künste, General- : von Schillings dar fanbt:Nehmen ow bitte ft den alle Deutschen mit- f es und tiefstes W 01 Adolf Hitler.- . Ernst IlMfchein.

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Achtbar ^d-n.

OieAnwendung des deutschen Grußes.

WSR. lieber die Anwendung des deutschen Grußes besteht in Publikumskreisen noch vielfach Unklarheit. Jeder deutsche Staatsbürger, sofern er arischer Abstammung ist, soll sich des Hitler- gruhes bedienen, um damit seine Verbundenheit mit der Volksgemeinschaft auch nach außen hin in Erscheinung treten zu lassen. Aus der ach­tungbezeugenden Erweisung des deutschen Gru­ßes, der für sämtliche nationalen Verbände sowie Behörden zum Pflichtgruh erhoben wurde, kann niemandem, gleichgültig welcher politischen Rich­tung er früher angehörte, irgendwelche Unan- nehmlichkeit entstehen. Entrollte und vorange­tragene Standarten sowie Eturmfahnen müs­sen gegrüßt werden, sofern man nicht in den Verdacht bewußter Ablehnung gegenüber der jetzigen Staatsform kommen will. Selbst­verständlich trifft dies bei Fahnen-Wim- peln usw. nicht zu. Darüber hinaus aber soll der deutsche Gruß zum Allgemeingruß wer- den, also die bisher üblichen täglichen ®Ur­formen auch im Verkehr der Zivilbevölkerung un­ter sich ersehen. Der Gruß selbst hat in allen Fällen durch einfaches Handaufheben zu erfol­gen. Wird -um Handerheben ein Zusatz gemacht, so darf einzig und allein »Heil Hitler" gesagt werden und nicht etwa »Guten Tag" oder der­gleichen.

Oie Zuständigkeit für das Ausstellungö- und Messewesen.

Amllich wird mitgeteilt: Gegenüber unzutreffen- den und irreführenden Presfemeldungen wird fest- gestellt, daß laut Verordnung des Herrn Reichskanz- fers vorn 30. Juni 1933 alle Aufgaben der Wirtfchaftswerdung in der Hand des Reichsmini st ers für Dolksaufklärung und Propaganda liegen, die im Einverneh- men mit dem Reichswirtfchaftsministerium und dem Reichsernährungsministerium durchgeführt werden. Zu diesen Aufgaben gehört auch das Ausftellungs- und Messewesen. Die zentrale Organisation und Der- waltung dieser Aufgaben liegt allein bei dem zustän­digen Reichsministerium. Dieses hat keinerlei Auf­trag an private Organisationen oder Parteistellen zur Durchführung der oben bezeichneten Ausgaben auf dem Gebiet der Wirtschaftspropaganda oder des Ausftellungs- und Messewesens erteilt.

Oer Ausklang des Missionsfestes her Luthergemeinde.

Zum Abschluß des Mifsionsfestes der Lutherge- meinbe fand am Montagabend in der Kapelle des Alten Friedhofs noch ein Vortrag von Missionspfar­rer G e r h o 1 d in Erlangen überRafse und Msi- ^Zunächst gab der Vortragende die biblische Grund­lage, daß die Einheit des Menschengeschlechtes in der Mannigfaltigkeit der Rassen eine Gottgewollte ist. Rassenmischung brachte zuerst den Fall der ge­samten Menschheit, die aber in der Sintflut zerstört werden mußte, da sie in ihrer Gottfeindschaft nicht geeignet war, das Ziel der Liebe Gottes, eine in ihm verbundene und mit ihm zur ewigen Vereinigung geführt zu werden. Auch die neue Menschheit war in Rassen geteilt, bei denen nur die hamitische als die leibliche, die jafeditische als die geistige und Die semitische als die seelische bezeichnen können. In ihrer Weiterentwicklung sollten die Rassen im gegen« een Dienen sich zur Menschheit Gottes vereinen.

wieder geschah es, daß die sem.tsiche oder seehlsche Rasse durch widergottliche Mischung mit anaieren Völkern ihre innere Kraft verlor, so daß inaljr nur eine kleine Schar wirklicher Gottesmen- schctn verblieb. Da kam Gottes Sendung in Christo, dui)ch den eine nur wahrhaft innerlich erneute, durch Qsjbiqfeitstraft des heiligen Geistes gottgebundene enschheit entstand. Die wahre una sancta eccle= communio sanctoram. Durch die mnemofjnenöe QJ otteskraft gewann sie die Welt in drei Jahr Hunde.- te n. Sie war die Gottessendung an die Rasten, sein R uf zur wahren Einung. Nun ober entwickelten sich

Hessischer Verbindungsmann in der Bauleitung der Autobahn.

WER. D a r m st a d t, 26. Juli. Staatssekretär Jung hat, um eine reibungslose Zusammenar­beit der Hessischen Regierung mit der Bauleitung der Teilstrecke FrankfurtHeidelberg der Auto­bahn zu gewährleisten, als Verbindungs­mann zwilchen Regierung und Bauleitung Pro­fessor Dr. Knapp bestimmt, der dem Staats­sekretär unmittelbar unterstellt ist.

Wertvolle Ausgrabungen in Biedenkopf.

WSR. Biedenkopf. 26. Iull. Bei Aus- arabungsarbcitcn auf dem historischen Schloßberg hat man jetzt einen Turm mit anschlie­ßendem Wehrgang, einen zugemauerten Toreingang, sowie die Reste eines Ge­

wölbe- gefunden. Man vermutet, dah die Burg, die die Form eines Rechtecks gehabt haben muß, von den Franken zum Schuhe der Stadt gegen Einfälle der heidnischen Sachsen erbaut wor­den ist.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristieitung.)

ft. h. in £. Der (Eigentümer des Ackers ist be­rechtigt, den Hafer, der sich auf fein Grundstück ge­legt hat und so das Wachstum seiner Dickwurz be­einträchtigt, zurückzubiegen. Zum Abschneiden des Hafers besteht keine Berechtigung._________________

SprcdnnuiDcn Der Redaktion.

11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloßen.

Schneehasen und Moschusochsen.

Expeditiorlsberichte aus der Einsamkeit Ostgrönlands.

Die Westküste Grönlands ist schon vor mehr als 1030 Jahren von Wikingern unter der Füh­rung Erichs des Roten besiedelt worden. Diese Siedlung, die Jahrhunderte hindurch be­stand und sogar einen eigenen Bischof besaß, ging im 14- Jahrhundert zugrunde, als die Be­ziehungen zu den Heimatländern, zu Rorwegen und Dänemark, infolge der inneren Wirren dieser Gebiete aufhörten. Erst im 16. Jahrhundert er­innerten sich die dänischen Könige ihrer Lands­leute im hohen Horben, und man rüstete Ex­peditionen aus, die aber vergeblich nach Europäern suchten.

Im Zusammenhänge mit diesen Vorstößen inS Polargebiet wandte man nun die Aufmerksam­keit auch der Ostküste zu. Diese aber ist im Gegensatz zu der Westküste durch einen mächtigen Packeis ström abgeriegelt, der für die Schiffe des 17. und 18. Jahrhunderts unüberwindbar war. Bei allen Versuchen, nach Ostgrönland zu gelangen, suchte man den Weg durchs Eis zu weit südlich und mußte demzufolge scheitern. Erst der Engländer Ecoresby hatte das Glück, weiter nördlich zwischen dem 70. und 75. Breiten­grad ben Durchbruch zu versuchen, unb ba er von guten Eisverhältnissen begünstigt war, so setzte er 1822 als erster Europäer ben Fuß aus ostgrönlänbischen Doben unb entdeckte ben nach ihm benannten Scoresby-Sunb, ben größten Fjorb ber Erbe.

Doch ging bie Erforschung im 19. Iahrhunbert in Ostgrönlanb nicht recht vorwärts, unb erst im 20. Iahrhunbert hat man auch bas bis dahin ganz unbekannte Küstengebiet im Rorbosten Grön­lands erforscht. Doch waren es zumeist Som­mer-Expeditionen, deren Arbeitsmöglich­keiten sehr beschränkt waren, da bie Schiffe bestenfalls bie Küste um Mitte Juli erreichen können unb bereits Enbe August bas Lanb wieder wegen bet schwierigen Eisverhältnisse verlassen müssen. Man entschloß sich bähet, auf Gtönlanb zu überwintern, unb dies geschieht nun durch dieDreijährige Dänische Ostgtönlanb- Sxpebition", bie in ben Iahten 1931 bis 1934 eine gtünbliche wissenschaftliche unb kartogra­phische Ausnahme bes Lanbes zwischen bem 70. und 77. Breitengrad vornimmt.

Ein Teilnehmer ber Expedition, Dt. Gurt Tei­ch e 11, teilt in bet Frankfurter Wochenschrift über bie Fortschritte in Wissenschaft unb Technik Die Umschau" interessante Einzelheiten über bie bisherigen Ergebnisse mit. Die Küste Ostgtön- lands nötblich bes 70. Breitengrabes ist nicht

von Menschen b ewohnt. Die ersten und einzigen Eskimos, die jemals von einem Euro­päer in diesem Gebiet gesehen wurden, begegneten bem Engländer E 1 avering im Iahte 1823. Dagegen tritt in dieser oben unb großartigen arktischen Dergnatur bem Beobachter eine sehr interessante Tierwelt entgegen. Ihr ausfälligster Vertreter ist ber Moschusochse, ber bort so häufig ist, bah man bieses ganz vorsintflut­lich anmutenbe Geschöpf als bas Wappentier Ost- gtönlands bezeichnen könnte. Dabei ist ber Moschusochse ein recht junger Einwanderer in biefen ©egenben bie beiden englischen Ex­peditionen von 1822 unb 1823 wissen noch nicht- von ihm zu melben. Damals können höchstens vereinzelte Tiere im Lanbe gewesen sein.

Als im Iahte 1869 bie beutsche Kolbe- wey-Expebition nach Ostgrönlanb kam, war es für sie eine große llebettaschung, hier ben Moschusochsen in größeren Herben anzutressen. In ber Zwischenzeit muß bie Cinwanbetung er­folgt fein. Gegenwärtig finbet eine recht leb­hafte 3agb statt, benn ber Moschusochse liefert butch sein zartes Fleisch einen wohlschmeckenben Braten. Infolgebessen wirb es sich als nottoenbig erweisen, bas Tier halb in ganz Ostgrönland zu schützen, wie es bereits seit einiger Zeit in Dem Bezirk bes Scoresby-Eunbes geschehen ist. Der Bestanb ist zwar noch recht bebeutenb, aber bie Fortpflanzung sehr gering, unb bie 3agb ist so leicht, baß sie kaum noch ben Hamen3agb verbient. Wenn auch bet einzelne Moschusochse häufig vor bem Menschen flieht, so tun bies boch bie Herben fast nie, sondern stellen sich in einem Viereck auf. bie Kälber in ber Mitte unb lassen sich, unlunbig ber btohenben Gesoßten, ruhig abschießen.

Vonu sonstigem Gtoßwilb kommen hauptsächlich Eisbär unb Walroß vor. Unter ben kleineren Tieren spielt neben Fuchs, Hermelin unb Lem­ming ber Schneehase bie Hauptrolle. Dieser bevölkert in ungeheuren Mengen bas Lanb und erscheint besonders im Herbst zu großen Herden vereinigt.3ch geriet einmal", so schreibt Dr. Teichert,im Oktober auf ber Strinbberg-Halb- infel in eine Schneehasenhetbe hinein, bie etwa 100 Stück zählte. Cs war bies eins ber ent- zückenbsten Erlebnisse meiner Grönlanb-Zeik, al« ich inmitten biefer Hasenherbe saß. Die Tierchen kümmerten sich nicht im geringsten um mich. 3ch konnte unter ihnen umbergehen unb sie photographieren, soviel ich wollte.

Buntes Allerlei.

Beim Skelett-Verkäufer.

In einer engen Straße bes Stubentenviertels zu Paris, befinben sich im oberen Stockwerk eines alten Hauses zwei Räume, bie mit Menschenknochen unb Schädeln dicht angefüllt sind. Ein Besucher bieses unheimlichen Lagers nennt es mit Rechtei­nen bet seltsamsten Läden ber Welt". Der erste Ge- genftanb, auf ben Der Blick fällt, ist ein vollstän- biges Skelett, bas gleichsam am Eingang Wache hält. Haufen von Knochen sinb in ben Fächern ber Regale aufgestapelt unb bebeden ben ganzen Doben. Knochen von Pantern, Tigern unb anberen Tieren scheinen wahllos mit Menschenknochen burcheinan- ber gemischt zu sein. Ein Schäbel, ber aus einem Fenster an einer Stange in bie Straße hineinhängt, bildet gleichsam bas Labenschilb bieses fonberbaren Geschäftes. Der Eigentümer, Henri Lavaletle, ist ein kleiner beweglicher Mann, ber seit langer Zeit eine Art Monopol im Welthanbel mit Skeletten besitzt. Mit einer Zigarette zwischen ben zittrigen Lippen steht er mit bebenben Hünben vor einem Skelett, das er gerade aufbaut, in bem er rasch alle mög­lichen Knochen zusammensucht. «Die Chemikalien, bie ich für bie Präparierung ber Knochen benutze, rufen bas Zittern hervor." so erklärt er bem Be- facher. »Aus allen Teilen ber Welt werben Skelette mir zugefanbt, bamit ich sie für Museen unb ana­tomische Institute präpariere. Ich führe solche Ske­lette überallhin aus- Ein Durchschnittliches Stück kostet etwa 100 Mark, aber es gibt auch besonbers schöne unb gut gearbeitete Skelette, für bie ich 400 Mark und mehr erziele. Meine Kunden suchen mich regelmäßig auf, aber sonst verirrt sich nur selten ein Besucher in meinen Laben. Einmal kam ein berühm­ter französischer Chirurge zu mir mit einem Freund, um einen Schädel zu kaufen.Können Eie ben Schü­bel eines Mannes von bem einer Frau unterfchei- ben ?" fragte der Begleiter. »Richts einfacher als bas," ertoiberte ber Chirurge.Das hier z. B. ist zwei­fellos ein Frauenschädel."So, meinen Eie?" lachte ich. »Ich kann Ihnen fest versichern, bah bas ber Schäbel eines unbekannten Regers ist, der bei einem Kraftwagenunglück in Marseilles getötet tourbe. Während bet Besucher mit einer aus Staunen unb Entsetzen gemischten Reugierbe sich in bietet schau­rigen Umgebung umsteht, springt fröhlich bas hüb­sche 12 jährige Töchterchen bes Besitzers herein. Herr- riette kommt aus ber Schule, schiebt gleichgültig ein paar Knochen unb Schübel von einem Tisch auf bie Erbe herunter unb setzt sich bann bequem hin, um ihre Hausarbeiten zu machen.Was soll ich mich viel barum kümmern?" sagt sie erklären!). Ich kann ihnen nichts tun unb sie können mir nichts tun." Lavalette hatte, bevor er sich Metern Erwerb toibmete, künstlerische Reigungen; er bilbete sich erst für bas Geigenspiel uub bann für die Bühne aus.

Aber zugleich studierte er Anatomie und wurde vor 35 Jahren Skelett-Verkäufer. In seinen Musestun- ben bichtet er, unb zwischen ben Knochen liegen auf ber Erde hier unb ba Papierstücke, auf benen er seine poetischen Ergüße hingekrihelt hat.

Oie kleinste JRofe der Welt.

Aus ber Deutschen Gartenbau-Ausstellung in Berlin erregte eine Miniatur-Rose besonbere Auf­merksamkeit, bie bie kleinste Rose bet Welt ist unb zum erstenmal in Deutschlanb gezeigt würbe. Uber bie Auffinbung unb Züchtung biefer Liliputs unter ben Königinnen ber Blumen macht Erich Arenbs in berGartenschonheit" interessante Mitteilungen. Die Blume, bie nach ihrem Entbecker Rosa Roulett genannt worben ist, würbe zuerst von bem Schweizer Arzt Dr. Roulet erblickt, ber bei einet Wanberung durch ben Schweizer Jura in bem kleinen, etwa 1200 m hoch gelegenen Betgbotf Mauborget zufällig auf biese Pflanze stieß. Die Bewohner hielten bie Rofe in Topfen, unb sie leuchtete in ihrer eigenar­tigen Form als Schmuck von ben Fenstern. Als Qtoulet fragte, woher biefe seltsame Blume stamme, konnte ihm niemanb barauf antworten; sie war eben immer bagewesen und selbst die bekannten ältesten Leute erinnerten sich an sie aus ihrer frühesten Kind­heit. Der Arzt berichtete dann dem Züchter Henry Lorrevon von seiner Beobachtung, die bei diesem größte Antsilnahme erregte. So zogen benn beibe im nächsten Frühjahr nach ber Schneeschmelze zur Eroberung bes Roschens aus. Aber als sie in baS Betgbotf kamen, fanben sie nur noch bie Trümmer ber kleinen Siedlung, benn ber Ort war inzwischen burch ein Grohfeuet vernichtet worben- DirgenbS war eine Spur von ben Rosen-Zwergen. Die Be­wohnet hatten sich zu Derwanbten und Bekannten in die Dachbarbötser geflüchtet. Unb als bie beiben Suchet bort nachfragten, fanben sie schließlich noch einige Exemplare ber kleinen Rose, bie mit hinüber- gerettet waren. Run konnte ihre Züchtung einsehen, unb bie ebenso eigenartige wie schöne Blume ver­breitete sich von ber Schweiz aus nach England unb Amerika, wo sie viel Anklang fand; jetzt ist sie nun auch zu uns gekommen. Sie verbient große Beachtung, ba sie sich in Steingärten gut hält unb auch als Topf-Pflanze an sonnigen Fensterplätzen in nicht zu warmen Zimmern sowie auf bem Balkon ober im Blumenkasten Detwenbung finben kann. Woher bie Zwergtose stammt, läßt sich nicht mit Sicherheit seststellen, boch liegt bie Vermutung nahe, bah es sich um eine »Miniatur-Ausgabe" bes früher häufiger gezüchtetenDamen-Roschens" hanbelr. Die echte Rose Rouleti wirb etwa 10-15 cm hoch; ihre bichten Büsche bringen von Frühjahr bis Herbst in fast ununterbrochener Folge bie rosafarbenen ge­füllten Blütchen hervor, bie besonbers im halboffenen Zustanb eine wunderschöne Form zeigen.