Ausgabe 
27.6.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 147 Erstes Blast

185. Zahrgang

Dienstag, 27.Juni 1955

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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Vorstoß und Auswirkung

Von Waldemar Bonsels, Lapri.

Es ist verhängnisvoll für den heutigen deut­schen Menschen, daß er leichter zur Kritik neigt als zur Prüfung, schneller zur Einschätzung als ?ur Gelassenheit ruhigen Erlebens, eine Einstel- ung, die aus dem Drang der Hot verständlich wird, aber im Grunde nicht deutsch ist, sondern übernommen. TIebernommen durch Einflüsse fremdstämmigen Bluts, geronnener Erkenntnisse und eines anders gearteten Intellekts. Hierüber ist gesprochen worden. 3m Grunde bezeichnet es die deutsche Art nicht. Der deutschen Gemüts- beschafsenheit und der germanischen Statur eig­nen Aufmerksamleit. Erlebniswille, Andacht und Ehrfurcht, Aum mindesten eine wache Sorgfalt der Empfänglichkeit und eher zu viel Bereitschaft der Zustimmung, dem Fremden und Heuen gegenüber, als zu wenig.

Da waren nun, um vorn Allgemeinen zu einem besonderen Fall zu kommen, die Bücher- Autodafes der deutschen Studenten­schaften und ihre Verbrennungslisten, ein lau­tes kritisches Dachanal. 3ch sitze hier, nicht ohne besonderen Grund, in einer Wildnis von Zu­schriften, die mich zu einem flammenden Protest ausfordern: Der Ungeist verdränge den Geist, deutsche Kulturgüter seien in Gefahr, das Mit- telalter kehre zurück.

Genau das Gegenteil werde ich tun. Zunächst handelte es sich bei diesen Maßnahmen jugend­licher Gemüter nicht um Kritik allein, sondern um eine Proklamation, um eine symbolische Handlung, um eine Kundgebung der Herauf­drängenden, das Echte, Wahre und Erhabene hoch zu stellen und das nichtige und Schädliche in der Literatur zu verdammen. 3ch fand diesen ersten Vorstoß der Studentenschaft, sich einmal ernstlich mit der schönen Literatur auseinander- zusetzen etwas zu stürmisch, aber von Huhen. Gewiß, das Hakenkreuz ist ein Wahrzeichen der. neuen deutschen Freiheit geworden, aber nicht alles was deutsch ist, ist ein Hakenkreuz. Zum anderen ist diese schwarze Liste der verfehmten Dichter und Schriftsteller jetzt durch eine gemein­same Zusammenarbeit des Vorstands des Dör- senvereins deutscher Buchhändler und des Kampf­bundes für deutsche Kultur revidiert worden. Das Kapitol scheint gerettet.

Ich greife diesen nicht allzu wesentlichen Fall her­aus, um an ihm deutlich zu machen, wie solche Vor­gänge sich auf ihrem Wege von oben nach unten und wieder zurück, auf ihrem Wege von unten nach oben, AU entwickeln pflegen, und die voreilige Kul­tur-Todesangst einen Hexensabbat!) von Jntrigue und Beängstigungen Hervorrufen kann. Aber hiermit ist ein Thema berührt, das heute latent und öffent­lich weite Kreise ernstlich beschäftigt, bewegt und besorgt macht. Es sind die deutlichen, die immer wiederkehrenden Begleiterscheinungen, die anfänglich die Durchführung eines neuen Willens und einer entschlossenen Tat von oben her, in den unteren Instanzen der Verwaltung und des Volkslebens aus­zulösen pflegen.

Der Vorstoß der völkischen und politischen Neu­ordnung war ungeheuer, die Umwälzung rasch und von beispielloser Entschlossenheit. Dabei ohne blutige Kämpfe und, was nicht deutlich genug ins Gedächt- nie zurückgerufen werden kann,. ohne persönliche Rachsucht oder willkürliche Vergeltung von oben her. Adolf Hitlers Kampfesdrohungen im Ansturm klangen böse und gefährlich, mit der übernommenen Macht zeigte der Reichskanzler Sachlichkeit und Maß, die die Welt zu Staunen und Bewunderung zwanaen. Es gab feine Macht, die ihn hätte hin­dern können, harte Vergeltung für ein Unmaß von Verdächtigungen, Schmähungen und Erniedrigungen zu nehmen, die seinen mutigen Weg stellenweise in Kotgruben verwandelt haben. Es geschah nicht. Um so wichtiger erscheint mir der Appellan feine Gefolgschaften an den Abhängen und in den Niederungen der Auswirkung, daß ihr'Verhalten jetzt keine Atmosphäre schaffen möge, in der sich Unwille gegen die Regierung erhebt.

Die Gefahr ist groß. Deutschland ist noch im Zu­stande einer schweren seelischen und völkiichen Er- holungsbedärftigkeit. Es herrschen große Not, Ar­mut, Verbitterung und hohe Verwundbarkeit. Die­sem Zustand der Gemüter ist der patriotische Kitsch so aufreizend und unerträglich, wie die Gewissenlosigkeit des Denunzianten­tums, Gedankenlosigkeit und Willkür im Zu- griff, und Roheit in der Proklamation erbittern, und die Anmaßung läßt dort zögern, wo tätige Zu­stimmung erst zur wahren Volksgemeinschaft führt. Strenge läßt sich mit Güte vereinigen und Ent­schlossenheit mit Geduld.

Man ermißt vielleicht in den Regionen der ersten Auswirkung immer noch nicht einsichtsvoll genug, daß das gewaltige Welttheater einer Dolksumwandlung keine Drehbühne hat. Es han­delt sich am Aussaat und Wachstum. Es gibt nicht mehr viele Deutsche, die an der Hochherzig­keit der Gesinnung und an der Kraft des Kanz­lers und seines Stabes zweifeln. Was es bei sol­chen Dorbildern für seine geistigen und politi­schen Mitarbeiter zu wecken gilt, sind Freiwil­ligkeit undOpferbereitschaft. An diese Kräfte appelliert man aber nicht dadurch, daß man sie von anderen fordert, sondern indem man sie an sich selber erfüllt.

Hur und allein dadurch wird im völkischen Ge­meinschaftsgewese jener Druck vermieden, der bis zur Zerstörung der Arbeitsfreudigkeit führen kann. Gute Gesinnung und Eifer allein tun es nicht, denn der Eiferer muß sich mit Andacht empor« und mit Humor hinabwenden, wenn er fruchtbar

Soll die Abrüstungskonferenz erneut verschleppt werden?

Frankreich will der Entscheidung ausweichen. Werden Amerika und England nachqeben?

Pa r i 5, 26. Juni. (TU.) Der französische Außen- minifter Paul-Boncour hat nach einem Besuch des Präsidenten Henderson auch den britischen Unterstaatssekretär Eden empfangen. Die Bespre- chung galt der Abrüstungskonferenz. In unterrichte­ten Kreisen nimmt man an, daß nun sowohl England w i e Frankreich und wahrschein- lich auch die Vereinigten Staaten eine Vertagung der Abrüstungsverhand- lungen befürworten werden. Für Frank- reich handele es sich lediglich darum, eine Formel zu finden, um Deutschland z u verhindern in der Zwischenzeit (eine Handlungsfrei, beit in Rüstungsfragen wieder zu gewinnen. Deutschland könne erklären, daß es sich bei der Ver­tagung um ein Manöver handele, um die parktische Verwirklichung der Gleichberechtigung hinauszuziehen und die allgemeine Verwir­rung benutzen, um die Wiederaufrüstung mit Nach­druck durchzuführen.

Die Blätter sind für eine Vertagung, machen sich aber auch die Folgen klar. Z. D. schreibt dasEcho de Paris", man stehe vor der Wahl, entweder die Abrüstungskonferenz zu ver­tagen oder sie zugrunde gehen zu lassen. Wenn Henderson die sofortige zweite Le­sung des Dorentwurfes vorschlage, dann laufe er Gefahr, daß die Konferenz zugrunde gehe. Er müsse also eine Dertagung bis zum 15. Oktober oder, um den Deutschen entgegen­zukommen, bis zum 15. August Vorschlägen. Hm den Schwierigkeiten auszuweichen, habe man nun in Genfer Kreisen angeregt, eine e r ft e zweite Lesung" vorzunehmen, oder eine De­batte über die nebensächlichen Punkte zu beginnen, damit während dieser Zeit die Delegierten noch in ihrer abwartenden Haltung verharren können. Diesem Dorschlag werde sich Henderson wohl anschliehen, meint das Blatt.

Am heutigen Dienstag sollten nach den bisherigen Dispositionen die Arbeiten der Abrüstungskonferenz in Gens fortgesetzt werden. Die deutsche Dele­gation i st zur Stelle und Deutschland ist an der Fortsetzung der Abrüstungsoerhandlungen schon deshalb bejonbers stark interessiert, weil gerade auf dem Gebiete der Abrüstung klargestellt wird, daß die anderen Mächte, vor allem Frankreich, bisher nicht gewillt waren, ihrerseits den Versailler Vertrag zu erfüllen und ihre Rüstungen einzuschränken, obwohl Deutschland durch das Diktat von Versailles gezwungen wurde, b i s aufs äußerste abzurüsten. Es geht beson- ders auf der Abrüstungskonferenz um Deutschlands Gleichberechtigung. Wenn jetzt verlautet, daß Hen­derson aus Gründen der englischen Außenpolitik auf anderen Gebieten in Paris und Gens für eine Vertagung der Abrüstungsverhandlungen eintrete, so muß bei aller Freundschaft Deutschlands für Eng­land eine solche Hinausschiebung der Klärung einer wesentlichen Frage den einmütigen Protest des deutschen Volkes finden. Deutschland wird und kann sich einem solchen Vertagungs- antrag nicht anschliehen, man wird abwar.

wirken will. Hntcr Humor verstehe ich nun frei­lich kein gedankenloses Lächeln unter Tränen oder einen leichtherzigen Hang zum Scherzen, son­dern Humor ist die willkürlich angenommene, ver­söhnende Geste des überlegenen Menschen, dem Macht gegeben ist der Hn- zulänglichkeit alles Irdischen und seinen Mit­menschen gegenüber. Humor erleichtert den Heber­blick aus den Derwirrungen des Gewöhnlichen und der Schwäche zu den Lichtquellen des Wesent­lichen. 3n vielem Sinne gibt es ßeute, die Hu­mor haben, mit denen aber deshalb durchaus noch nicht zu scherzen ist, wie etwa die Engländer als Politiker.

Oeffentliche Kritik behält darüber geduldete Gültigkeit; wenn nichts es beweist, so tut es dieser Aussatz. Es ist nicht richtig, daß man heute in Deutschland seine Gedanken nicht äußern darf. Es ist aber für die Regierung von ungeheurer Wichtigkeit, vorläufig mit Strenge daraus zu achten, daß nicht unter dem Deckmantel selbst wohlwollender Kritik die heimliche 3n- t r i g u c einsetzt. Diese Gefahr übersehen selten Leute richtig, die mit Dingen der öffentlichen Wirkung und Gegenwirkung nicht vertraut sind- Man kann nicht zugleich nach einer rettenden Faust der Ordnung und einer allgemeinen Frei­heitlichkeit für Meinung und Handlung schreien. Alle Magier der großen Umgestaltung, gleichviel auf welchem Gebiet, sehen zuerst allein und nur das Ziel. Erst mit dem Rückblick nach dem Erfolg flammen die Wahrzeichen der Rachsicht und der Zugeständnisse auf. Aber wehe dem Sieger, der zuvor seine Position nicht gefestigt hat.

Es ist erstaunlich und beglückend zu erleben, in wie reichem Maße zum Beispiel das ita­lienische Dolk gerade diese heroischen Ele­mente des deutschen Aufstiegs zu neuem Selbst- bcwuhtsein miterlebt und bewundert. Freilich bleiben den Augen des Fernstehenden die Zwie- spältc der Heufügung im Kleinen erspart, aber manche kleinmütige und zögernde Seele, im Schatten der neuen Hochburg Deutschlands, könnte sich hier festigen.

len müssen, wie die deutsche Delegation diesen Standpunkt begründet und was geschehen wird, wenn Deutschland etwa überstimmt werden sollte.

Was sagt man in England?

London, 27. 3uni. (WT2. Funkspruch.) Die Blätter erwarten, daß die heutige Wiederauf­nahme der Abrüstungsbesprechungen im Bureau der Genfer Konferenz zu einer Dertagung b i s Oktober führen werde. Der Genfer Kor­respondent derMorning Post" kennzeichnet die Lage folgendermaßen: Die Abrüstungskonferenz ist 17 Monate mühselig am Leben gehalten worden; aber die Kur von Vertagungen und die Diät von Plänen und Konventionen haben ihr nicht zur Gesundheit verhalfen. Der Gen­

fer Korrespondent der ,Times" sagt: Hier herrscht die Empfindung, daß ein Vorschlag, die Konfe­renz zu vertagen, bis einegünftigereßage geschaffen ist, angesichts der überstarken na­tionalistischen Tendenzen einiger Länder kata­strophale Folgen haben kann. Der Genser Korrespondent desDaily Telegraph" sagt, Hen­derson sei in niedergeschlagener Stimmung Aurückgekehrt. Er habe er­klärt, sein Besuch in London habe keinen wirk­lichen Erfolg gehabt. Für den Augenblick halte et inoffizielle Verhandlungen für die ein­zig mögliche Methode. Der Korrespondent fügt hinzu, in Genf herrsche bittere Enttäu­schung, es werde in gutunterrichteten Kreisen geglaubt, daß Hendersons Aeuherung d a s E n d e derAbrüstungskonserenz bedeuten könne.

Llm die Ostchinesische Bahn.

Oie Konferenz zum Verkauf der russischen Anteile beginnt.

Tokio, 26. Juni. (TU.) Die mandschurisch- sowjetrussische Konferenz über den Ver­laus der Nordmaydschurischen Eisenbahn wurde am Sonntag im Amtstzebäude des stellvertretenden Außenministers Schigernitsu eröffnet. Bekannt­lich haben sich die Russen zum Verkauf ihres Anteils an der Nordmandschurischen Eisenbahn schon vor geraumer Zeit erboten. In japanischen politischen Kreisen hofft man, daß die politische Lage im Fernen Osten für den Fall eines Vertragsab­schlusses zwischen Sowjetrußland und Mandschukuos eine Besserung erfahren werde. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß auch die Frage des rollenden Materials, das die Sowjetrussen m den letzten Wochen auf ihr Gebiet geschafft haben, zur Sprache kommen wird.

Die japanische Regierung war durch den Staats­sekretär Schigernitsu, die mandschurische durch den stellvertretenden Außenminister O k a s ch i, die Sowjetunion durch den Botschafter in Tokio, Jure­new, vertreten. Japans Außenminister U t s ch i ö a erklärte, daß Japan der rufsischen Anregung über den Verkauf der chinesischen Ostbahn zugeftimmt habe und sprach die Hoffnung aus, daß von russischer Seite praktische Vorschläge gemacht werden. Der russische Botschafter erwiderte, daß er bevollmächtigt sei, über den Verkauf der chinesischen Ostbahn zu ver­handeln und daß die Sowjetunion immer bestrebt gewesen sei, den Frieden im Fernen Osten zu for­dern Der mandschurische Vertreter Okaschi betonte, daß der mandschurische Staat bereit sei, die chine- sische Ostbahn zu übernehmen und sprach die Hoffnung aus, daß Rußland keine Forderungen stellen werde, die die Arbeit der Konferenz er- fchweren könnten.

Die Tatsache dieser Verhandlungen, die unter japanischerVermittlung und trotz des wieder­holten Protestes des befreundeten Chinas statt­finden, zeigt, wie sehr sich Rußland in Ostasien

das Gesetz des Handelns von 3apan auf­zwingen lassen muh. Obwohl die Bahn für Rußland als direkte Verbindung nach der See­festung Wladiwostok politisch und wirtschaft­lich von größter Bedeutung ist, fieht es sich zum Verkauf gezwungen und verhandelt nur noch I über den Preis. Trotzdem muß es angesichts der fortdauerndenProvokationen örtlicher ja­panischer Stellen" damit rechnen, daß jeder­zeit neue ernstere Verwicklungen in Ostasien entstehen können, denen es bei un­sicheren Verhältnissen an seiner europäischen Grenze mit noch größerer Besorgnis entgegen­sehen müßte.

Oie britisch-russischen Beziehungen.

Litwinow im Auswärtigen Amt.

London, 26. 3uni (WTB.) Die angekündigte Unterteilung zwischen dem russischen Außen- kornrnissar Litwinow und dem englischen Staatssekretär des Aeuheren Sir 3ohn Si­mon hat heute im Foreign Office statt- gefunden. Die Blätter geben der bestimmten Erwartung Ausdruck, daß die in Ausficht ge­nommene neue Zusammenkunft einen Fortschritt bringen werde.QRorning Post" be­richtet, der Staatssekretär des Aeuheren habe eit ärt. die beiden in Moskau gefangen gehaltenen 3ngenieure muhten zunächst wohlbehalten in England eintreffen, worauf dann das Einfuhrverbot fofort aufgeho­ben und die Erörterung des Handelsabkommens wieder ausgenommen würde. Litwinow seiner­seits habe verlangt, daß beide Schritte, die Frei­lassung der 3ngenieure und die Aushebung des Einfuhrverbotes gleichzeitig erfolgen sollten.

Hindenburg hat den Nobelpreis verdient.

Tcr Vorschlag einer norwegischen Zeitung

Oslo, 26. 3uni. (TU.) Die angesehene norwe­gische Zeitung2TI orgenaoifen in Bergen schlägt Hindenburg für den Friedens­nobelpreis vor.Hindenburg mühte", so schreibt die Zeitung,den Preis schon vor mehreren Jahren bekommen haben. 3n dem (Ltjaos, das draußen in der Weit herrscht, ist er der einzige feste und zuverlässige Punkt gewesen. Er war die größte, edel sie und sympa- thi-'chste Persönlichkeit des weltkrie- g e 5 und während der Nachkriegsjahre hat er einen Rang höher gestanden als alle an­deren Leute an welches Land man auch denken mag. Der Friedensnobelpreis wurde au Ansehen ge­winnen, wenn er Hindenburg zuerteilt würde. Mussolini sollte ihn nächstes Jahr bekom­men." Während der literarische und die wissen­schaftlichen Nobelpreise von den schwedischen Akade­mien verliehen werden, liegt die Entscheidung über den Friedensnobelpreis bekanntlich beim norwegi­schen Reichstag.

Kieme politische Nachrichten.

Der Führer der Deutschen Arbeitsfront hat verfügt, daß die bisher getrennten Aemter für Tariffragen und Sozialfragen zu - sammengelegt werden. Das neue Amt, zu dessen Leiter P e p p l e r bestellt wurde, hat den Hamen »Amt für Sozialpolitik.

Der Leiter der Organisation der Deutschen Ar­beitsfront Pg. M u ch o w erläßt folgenden Auf­ruf: Alle kleineren Verbände und Vereinigungen von Arbeitern und Angestellten, die noch nicht in den beiden großen Gesamtverbänden der Arbeiter und

Angestellten in der Deutschen Arbeitsfront zu- sammengefaht sind, müssen sich innerhalb acht Tagen beim Organisationsamt der Deut­schen Arbeitsfront, Berlin SW. 19, Märkisches Ufer 34, melde n. Der Meldung müssen die not­wendigen Unterlagen über Mitgliederstand und sonstiges Wissenswerte beigefügt werden. Sie er­halten alsdann vom Organisationsamt Mitteilung, in welchen Verband sie sich e i nz u g l ledern haben.

3m Rahmen der Reichsaktion gegen die So­zialdemokratische Partei wurde der ehemalige braunschweigische Ministerpräsident und frühere sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Rechts­anwalt Dr. 3asper in Schutzhaft genom­men.

Auf Veranlassung der württembergischen Po­litischen Polizei sind aus dem Schutzhaft- lagerHeuoerg wiederum 193 politisch« Schuh- Hastgefangene entlassen worden.

Infolge der Vereinheitlichung der kommunalen Spitzem erbände zum Deutschen Gemeindelag schei­det der bisherige geschäftsführende Präsident des Deutschen und des Preußischen Landkreistages, Landrat a. D. Dr. Baron v. Stempel, aus seiner bisherigen Stellung aus. um in den Reichs- oder Staatsdienst zurückzukehren.

Die amerikanische Postverwaltung hat verfügt, daß auf Postsendungen die Anbringung von Sie­gelmarken, die zum Boykott deutscher Waren auf­fordern, u n z u l ä f s i g ist.

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3n Berlin traf der Direktor der Zivilluftfahrt vom italienischen Luftministerium, Dr. M o l - fese, ein, zur Fortführung der Besprechungen, die seinerzeit durch den Besuch des Reichsluft­fahrtministers Göring in Rom eingeleitet wurden. Das Ziel ist die weitere Ausgestaltung der deutsch-italienischen Luftverkehrsbeziehungen.