Aus der Provinzialhauptstadt.
Oer Besuch des HeichsstatthalterS in Gießen.
Am morgigen Sonntag wirb her Herr Reichsstatthalter und Wauletter Sprenaer um 10,45 Uhr in (Liehen zum Bcfuchc ber Provinzialhauplsladt eintreffen. Der Herr Reichsstatthalter wirb von Butzbach her über Wroßen-Uinben kommen. Am Eingang zur Stabt in ber Hohe ber Schubert sl raße ist ihm juin Gruß <'”c Ehrenpforte errichtet worben. Die (jabrl wirb burdj ble Frankfurter 5trabe, Sei- tersweg, Sonnenftrafoe, Brandplatz zum 2a nb- araf-Philipp-Platz gehen. Hier werben ihn Abordnungen aller BeKorben, bas Offizierkorps unseres Bataillons, bie SA., bie SS., bie Polizeibeam- tenschast unb bie in Sieben stationierte ©enbarmerie, sowie zweifellos eine große Menschenmenge empfangen.
Die Begrüßungsansprache an ben Herrn Reichsstatthalter wirb von bem Kreispropagandaleiter ber NSDAP. Herrn Hopfenmüller gehalten werben. Hierauf wirb ber Herr Reichs st atthalter mit einer Ansprache antworten. Damit bie Reben auf bem weiten Platze überall gut zu oerstehen finb, werben Lautsprecher zur Uebertragung aufgestellt, ,o baß also jebermann an jeber Stelle bes Platzes alle Worte gut oerstehen kann. Nach ben Ansprachen wirb Herr Reichsstatthalter bie Vorstellung ber Spitzen ber staatlichen unb städtischen Behärben, sowie bes ftommanbeurs bes Bataillons entgegen» nehmen. Anschließend wirb er bie Front ber Poltzei, Gendarmerie unb SA. abschreiten.
3m Rahmen dieser Begrüßungsfeier wirb auch bie Uni oerfi tat bem Herrn Reichsstatthalter ihre Hulbigung barbringen. Als Vertreter ber Uni- oersität werben Se. Magnifizenz ber Rektor Prof. Dr. Jeß, der Kanzler Der Unioerfität, Prof. Dr. Rubolf Herzog, der Exrektor Pros. Dr. D a n f e • low, bie Dekane Prof. D. Cor hier, Prof. Dr. Eger, Prof. Dr. Bürker, Pros. Dr. Schauder, Prof. Dr. Sefsous, der Vorsitzende ber Alsistentenschaft Dr. Eichler, als Vertreter der Doerbeamten Unioersitäts-Bürodirektor Erle, als Vertreter ber Unterbeamten Oberpedell Kreiling, als Vertreter der Studentenschaft deren Sprecher Bernhard Edler von Graeve, ber Stellvertreter des auswärts weilenden Führers ber Studentenschaft stud. jur. Otto Müller unb der persönliche Referenz des Führers stud. med. Hey zugegen fein. 3m Anschluß an bie Begrüßungsfeier wird der Herr Reichsstatthalter noch mehrere Straßen der Stabt passieren unb bann über Reiskirchen nach Grünberg weiterfahren.
Es darf wohl als selbstverständlich erwartet werden, daß die Bürgerschaft bem Herrn Reichsstatthal- ter zu Ehren bie Häuser in reicher Weise mit Flaggen schmückt.
Ausruf zur Unterstützung der aus Oesterreich ausgewiesenen Deutschen.
Soeben erreicht mich die Meldung von der Ankunft einer großen Anzahl aus Oesterreich ausgewiesener Deutscher; ungezählte werden noch folgen. Ihrem Wirkungskreis gewaltsam entrissen, ohne Einkommen, ohne Obdach, in ihren Herzen die Dekenntnisfreude zum großen Deutschen Reich sind sie auf reichs - deutsche Llnterstühung angewiesen.
Die kleinste Verzögerung in der Hilfe hat ungeheueres Elend zur Folge I
Ich wende mich deshalb an diejenigen Stände, die heute noch über ein gesichertes Einkommen verfügen und bitte jeden, nach seinem besten Können ohne Vernachlässigung seiner bisherigen sozialen Pflichten durch die Tat sein Bekenntnis zum großen deutschen Volkstum durch rasche Hilfe zu beweisen. Alle ®roft- firmen der Industrie und des Handels bitte ich herzlich, in die vorderste Linie derHilfs- front zu treten und Einzahlungen zu leisten auf das Konto RS.-Rothilfe im Gau München, x Händen der Gattin des Herrn Reichsinnenministers Dr. Frick, Frau Elsbeth Frick, Deutsche Dank und Diskonto-Gesellschaft München, Len« bachsplay.
Für jede Spende danke ich im Ramen unserer deutschen Brüder in Oesterreich!
Der Sonderkommissar für den Dolksstaat Hessen und die Provinz Hessen-Rassau:
gez. v. LI l r i ch, Generalinspekteur, Ortsgruppenführer, M. d. R.
Oer Siahlhelmtag in Gießen.
Dom Stahlhelm (D. d. F.), Dau Hessen-Rord, wird uns geschrieben:
Der Landcsführer des Landesverbandes Groß- Hessen des Stahlhelm (B- d. F.), Kamerad Kapitän z. E. a. D. Weiße wird am Samstag, 27. Mai, 15-43 LI h r, in Gießen eintreffen. Zu seinem Empfang stellt die Ortsgruppe Gießen eine Ehrenkompanie am Bahnhof. Unter den Klängen des Präsentiermarsches wird der Landesführer die Front abschrciten. Die Kompanie rückt anschließend zum Stahlhelm- heim, in dem um 17 LIHr der feierliche Festakt stattfindet.
Die Wehrsportkämpfe am Sonntag, 28. Mai, beginnen um 7 LIHr mit einem Gepäckmarsch der einzelnen Gruppen. Llm 8.30 LIHr findet auf dem Trieb ein Feldgottesdienst statt, an dem auch das hiesige Bataillon teilnimmt. Anschließend nehmen die Wehrsportkämpfe auf dem Trieb ihren Fortgang.
3n der Zeit von 11.15 bis 12.15 LIHr wird die Stahlhelmkapelle auf dem Hindenburgwall ein Platzkonzert veranstalten.
Der um 14.30 LIHr beginnende Marsch durch die Stadt geht vom Oswaldsgarten aus und wird folgende Straßen berühren: Wernerwall, Hitlerwall, Landgrafenstraße, Landgraf-Philipp- Platz, Drandplatz, Kanzleiberg, Sonnenstrahl:, Seltcrsweg, Frankfurter Straße, Liebigstraße, Bahnhofstraße, Löwcngasse, Goethestraße, Lud- wigstrahe, Ludwigsplah, Kaiferallee nach dem Trieb.
Zu dem kameradschaftlichen Zusammensein um 16 LIHr und ab 20 LIHr sind alle Freunde des Stahlhelms mit ihren Angehörigen herzlich eingeladen.'
Abschiedsfeier füfZniendantOi-.pl-asch
Aus bem Stabttfjeaterbureau wirb uns geschrieben: 3ntenbant Dr. Rolf Prasch, ber in ber Zeit feines hiesigen Wirkens trotz aller Fährnisie unb Schwierigkeiten bas Stabttheater Gießen zu einer in Theaterkreifen sehr beachtlichen Höhe gebracht hat, scheibet mit Schluß ber Spielzeit aus feinem hiesigen Aufgabenkreis aus, um ber ehrenvollen Berufung als General-Intendant bes Heß'. Lanbestheaters zu Darmstadt Folge zu leisten. Aus diesem Anlaß findet am Mittwoch, 31. Mai, eine Abschiedsfeier stall,
bi* auf Wunsch des scheidenden Intendanten nur im schlitzten Rahmen gehalten wird. Im Anschluß an bie Ausführung: „Schlageter" wirb Bürgermeister Dr. Hamm im Namen ber Stabtoerwaltung, bes Theaterpublikums unb bes gesamten Personals in kurzer öffentlicher Feier Dr. P r a s ch für fein künst- lyrisches unb menschliches Mühewalten um bie Gießener Bühne banken. Dann wirb Dr P r a s ch in kurzer Erwiberungsansprache sich vom hiesigen Theater, seinem Publikum unb ber Stabt verabschieden.
Werbeabend des Hitler-Jungvolks.
Das Hitler-Jungvolk, die Gießener „Welfen" vom Stamm ber Chatten, veranstaltete am Mittwoch- abenb im Cafe Leib einen wohlgelungenen Eltern- abenb. Der Saal war schon lange vor Beginn fast voll besetzt. Die Kapelle des Jungvolks Butzbach eröffnete ben Abenb mit einem fdjneibigen Marsch ber Spielleute, währenbbern bie Wimpel in ben Saal gebracht würben. Das Jungvolk folgte bann in überaus stattlicher Anzahl, ebenso bie Hitler-Iugend unb ber Bund beutscher Mädchen. Frischer Schargesang eröffnete das Programm des Abends. Ein kurzer Dorspruch, weiterer flotter Gesang, ©efaUenenge» denken in einem finnigen Vers und dem Lied vom fluten Kameraden feffeleten die Aufmerksamkeit ber Zuhörer. In einem weiteren stimmungsvollen ©e dicht hörte man von ben ©rädern ber Gefallenen des Weltkrieges.
Stammführer Hain- Butzbach hieß bann zunächst die Vertreter ber Behörden, die Hitler-Jugend, die Mitglieder des BdM., insbesondere aber die Eltern herzlich willkommen. In seinen weiteren Ausführungen sprach er von dem jahrelangen Sehnen der Jugend nach einer neuen Form und nach neuem Lebensinhalt. Beides sei zu aller Freude durch den Geist des Führers zur Wirklichkeit geworden. Nun wolle die Jugend hineinwachsen in das Reich, sie wolle dazu beitragen, daß deutsche Lebenswerte erhalten und in die Zukunft getragen werben. Die Iugenb fei nicht mehr ohne Hoffnung, sie bekenne, daß sie immer dem treu ein wolle, was dem Reiche und dem Vaterland romme. Für alle Jugendlichen, die heute noch ab» eits stehen, sei es Zeit, sich einzureihen und dabei zu sein im Geiste einer eisenharten Kameradschaft aus der deutschen Brüderlichkeit heraus. Jeder Einzelne müsse sich dienend der Gesamtheit unterordnen, denn der Einsatz für die Volksgemeinschaft allein fei wahrer Sozialismus. Im Opfer und im Geiste fühle man sich einig mit den deutschen Frontsoldaten bes Weltkrieges. Die Jugend wolle sich dabei nicht in irgendeinen Gegensatz zu der älteren Generation stellen, sondern einig mit ihr sein in dem Gedanken: alles für Deutschland! Der Kampf der Jugend gehe nicht um ihre eigenen Vorteile, sie fei vielmehr erfüllt von dem großen unerschütterlichen Glauben an Volk und Vaterland. Niemals wolle sie abgehen von den Zielen der Gemeinschaft im vaterländischen Sinne. Man wolle die-Fahnen rein erhalten und sich immer zum Germanentum bekennen. Es dürfe aber nicht vergessen werden, daß hinter Staat und Volk immer der blutvolle Mensch und die begeisterte Jugend stehen müsse. In Scharen müsse die Elternschaft die Jugend zum Jungvolk schicken, um auch jene, die noch fernstehen, mit begeistern zu können für die deutsche Sache, denn einst werde das Jungvolk zu Männern heranwachsen, die bas Vaterlanb tragen unb bewahren wollen!
Lebhafter Beifall dankte dem jugendlichen Redner für seine von glühender Vaterlandsliebe getragenen Worte. Der restliche Teil des Abends brachte lebhaften Schargesang, auf der Bühne wurde in vielen Bildern das Leben und Treiben in einem Jungvolk- lager dargestellt und die einzelnen Szenen (man sah eine richtiggehende Zirkusvorstellung dabei) mit viel Unbekümmertheit und ursprünglichem Humor wiedergegeben. Schargesang, das bekannte Fichte-Wort „Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben . . das gemeinsam gesungene Horst-Wessel-Lied und ein begeistert aufgenommenes „Sieg-Heil!" auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler beschlossen den Abend.
Sonntagsrückfahrkarten zum Zunglandbundtag in Nidda.
Dom Bahnhof Gießen wird uns geschrieben: Am morgigen Sonntag, 28. Mai, findet in R i d d a der Iunglandbundtag der RSDAP. statt. Zu der Veranstaltung werden von allen Bahnhöfen der Strecken Gießen—Gelnhausen. Friedberg—Hangen—Mücke. Friedberg—Ridda— Schotten. Dilbel-Rord—Stockheim—Lauterbach- Rord, Gießen—Lauterbach-Rord. Lollar—Vilbel- Rord und Lollar—Grünberg Sonntagsrückfahrkarten nach Ridda ausgegeben. Die Karten haben die für Sonntage allgemeine übliche Geltungsdauer.
Sonderzüge und Sonntagsrückfahrkarten zum Zirkus Krone in Gießen.
Aus Anlaß des Gastspiels des Zirkus Krone in Gießen vom 29. bis 30. Mai hat die Reichsbahn folgende Sonderverbindungen eingelegt: Richtung Gießen — Friedberg ab Gießen 0.42 LIHr. (Sonderzug) Richtung Gießen — Ridda ab Gießen 23.34 LIHr (40 Minuten später wie Fahrplan), Gießen — Grünberg ab Gießen 23.30 LIHr (30 Minuten später wie Fahrplan), G i e - hen — Haigerab Gießen 23.30 LIHr (30 Minuten später wie Fahrplan), Gießen — Marburg ab Gießen 23.26 LIHr (40 Minuten später wie Fahrplan) und für Rachmittagsbesucher fährt an beiden Tagen in der Richtung Gießen — Weilburg der Zug ab Gießen 18.28 LIHr.
Während der Dauer des Gastspiels werden von allen Bahnhöfen in einem LImkreis von 30 Kilometer um Gießen für Zirkusbesucher Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben, die am Zirkuseingang zur Kontrolle abgestempelt werden müssen.
Nichtpreise für den Butterkleinhandel.
Der Reichskommissar für Preisüberwachung wird den Beschwerden, daß der Einzelhandel seine Gewinnspanne beim Verkauf von Butter prozentual berechnet, Rechnung tragen, indem er von jetzt ab laufend den Butter - Kleinhandelspreis bekanntgibt, den er für angemessen erachtet. Der Reichskommissar steht auf dem Standpunkt, daß es unter den heutigen Der- hältnissen nicht berechttgt ist, derartige prozent- mäßige Zuschläge zu erheben. Auch die Erhebung eines prozentualen Aufschlages auf die Fettsteuer durch den Kleinhandel wird als nicht berechttgt erklärt.
Daten für Samatan, 27. Mai.
1676: Der protestantische Liederdichter Paul Gerhardt in Lübben geft — 1564: Johannes Calvin gest.
Vornotizen.
— Tageskalender für Samstag. Bund ber Frontsoldaten, 17 Uhr, Stahlhelmheim, Festakt — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Meisterdetek- tto". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Sprung in ben Abgrund".
— Aus bem Stpdttheaterbüro wirb uns geschrieben: Heute 19.30 Uhr letzte Operetten- Vorstellung ber Spielzeit und 31. Vorstellung im Mittwoch.Abonnement. Zur Aufführung gelangt bie Operette „Lifelott" von Künnecke unter der Leitung von Wrede-Cufö-Bäulke. Ermäßigte Dpe- rettenpreife. Ende 22.30 Uhr. — Sonntag, 28. Mai, bleibt das Theater geschlossen. — Dienstag, 30. Mai, einmalige Ausführung des Eifenbahnromans in neun Kapiteln „Die Nacht zum Donnerstag" von Leo Lenz unter der Spielleitung von Karl Hey - f e r und mit unserem früheren Mitglied Alix Kräh- mer als Gast. Die Veranstaltung ist außer Abon- nement unb zu gewöhnlichen Preisen. Anfang 20 Uhr, Enbe 22 Uhr. — Montag, 29. Mai, 20 Uhr, geschlossene Vorstellung ber Arbeitsgemeinschaft ber Militärverbände mit einer Aufführung von Hanns Johst's Schauspiel „Schlageter . — Mittwoch, 31. Mai, letzte Vorstellung der Svielzeit 1932/33 unb letzte Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Unter der Spielleitung von Intendant Dr. Rolf Prasch Aufführung des Schauspiels „Schlageter". Abschieds- Vorstellung für ben scheidenden Intendanten Dr. Rolf P r a s ch. Gewöhnliche Preise. Ansang 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr.
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** Probevorlesung. Don ber Pressestelle ber Universität Gießen wirb uns mitgeteilt: Dr. med. I. Iacobi, der sich für das Fach der Neurologie und Psychiatrie an unserer Universität zu habilitieren wünscht, wirb am Donnerstag, 1. Juni,
18 Uhr, in ber kleinen Aula seine öffentliche Probe- Vorlesung halten über bas Thema: „Allgemeine chemisch-physiologische Untersuchungsmethoden in ber Neurologie unb Psychiatrie mit besonderer Berücksichtigung ber Pathophysiologie des Blutes".
,e Benefizvorstellung der Mitglieder desGießenerStadttbeaters. Man schreibt uns: „Krieg im Frieden". das entzückende Lustspiel von Moser und Schönthan, kommt am Freitag, 2. Juni, erstmalig und einmalig unter der Spielleitung von Karl D o l ck als Denefizvorstellung zur Aufführung. Alle, die einen lustigen, harmonischen, schönen und von aller Last unbeschwerten heiteren Abend verleben wollen, mögen ihren Weg am Freitag ins Theater nehmen. Alle Theaterfreunde Gießens, d'e für die Leistungen und für die Arbeit des Ensembles sich dankbar erzeigen wollen, werden sicher diese Ausführung besuchen, zumal der Reinertrag der Veranstaltung den Künstlern zugute komGt. Die Deranstalter machen besonders daraus aufmerksam, daß die Dorstellung — um allen die Möglichkeit des Besuches zu gewähren — zu gewöhnlichen Schauspielpreisen stattfindet und erst um 20.15 LIHr beginnt. Der Vorverkauf beginnt heute. Kasfenstunden wie üblich.
*• Maienblase n. Bei dem heute um 19 Uhr vom Turme der Johanneskirche aus stattfindenden Maienblafen werden folgende Stücke zu Gehör gebracht: 1. Choral: „Wenn ich o Schöpfer deine Macht". 2. „In dem hohen Reich der Sterne" von Zwingli. 3. Jägers-Abschied vom Walde.
*• Besuchszeiten derMuseen. Die städtischen Museen und Sammlungen im Alten und 'Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet.
Schlageter-Gedenkseier im Sladtlhealer.
Die gestrige Aufführung des vieraktigen Schauspiels „Schlageter" von Hanns Iohst (Spielleitung Generalintendant Dr. P rasch) war in besonderer Weise dem Gedenken des Todes des Freiheitskämpfers Albert Leo Schlageter gewidmet. Das Theater war außerordentlich gut besucht, ein Zeichen dafür, daß auch die Bürgerschaft unserer Stadt sich einig weiß mit dem Geist des Opfers, das Albert Leo Schlageter seinem Vaterlande brachte.
Einen würdigen Auftakt erhielt die Feier durch einen Dorspruch von Paul R i e r e n, der als ehemaliger Angehöriger einer Aktionsgruppe und persönlicher Bekannter Schlageters berufen war, Wor^e der Erinnerung an den Helden zu sprechen. In diesem Dorspruch wurde die Tat Albert Leo Schlageters zum Symbol für den Willen zu einem freien Deutschland, und die letzten Woxte des Sterbenden „Es lebe Deutschland!" zum Gebet erhoben.
Sodann sprach Bernhard Edler v- G r a e v e, der Sprecher der Gießener Studentenschaft, der u. a. sagte: Rach einer Reihe von Feiern, die hinter uns liegen, nach Festlichkeiten, über denen die Fahnen des neuen Reiches flatterten, senke man heute die Fahnen am Grabe eines Helden, den Deutschlands Auferstehung als erstes Opfer gefordert habe. Dor zehn Jahren habe das Blut Albert Leo Schlageters, verraten von eigenen Volksgenossen, die Heimaterde gefärbt. Es habe sich dabei erwiesen, daß der Deutsche nur durch den Deutschen bezwungen werden könne. Der Verrat habe den Besten getroffen: Schlageter! Die französischen Kugeln, die den prächtigen Frühlingstag vor zehn Jahren zerrissen, hätten überall in Deutschland die Herzen junger Kämpfer zerrissen, und die Dlutsaat, das Blut, das den Heimatboden gefärbt habe, sei herangereift zur Ernte. Der Raine Schlageter sei Mythos geworden. In der Heldengeschichte seines Volkes sei sein Leben und Tod zum Ewigkeitswert geworden. Er habe auf dem Altar des Vaterlandes das Opfer seiner Lebens gebracht, ohne Klage und ohne Schmerz. Er habe nicht das Leben
verachtet, er verachtete es aber, als er cs dem Zufall preisgcgeben gesehen habe- Ein Mensch, der im Herzen seines Volkes lebe und sich erfülle, fei ein höher gearteter Mensch, den kommenden Geschlechtern ein Vorbild. Er lasse in seinem Beispiel sehen, was groß und wahr sei. Er lasse uns schöpfen aus dem Dorne seines Heldentums, ewige Kräfte über ewige Zeit- Das deutsche Volk lebe, weil es aus diesem Dorne schöpfe und immer schöpfen werde. So erwüchsen Helden, die das Leben einsehten, wenn es gefordert werde. Ein Mensch lebe nur, wenn er für sein Dolk lebe. Diele deutsche Menschen lebten, kämpften, bluteten und starben seit Albert Leo Schlageters Tod für ihr Volk. Deren Blut sei aufgegangen. Die Toten, die ihr Leben gaben, feien bei uns, sie marschieren, wie es im Liede heiße, mit uns. Neben Leo Schlageter marschiere ein Horst Wessel unb neben ihnen seien hunderte von Kameraden. Wir aber sollen nicht trauern und flogen, sondern kämpfen und ihr Gedächtnis bineintragen in die deutsche Zukunft. Es gelte, das Gelöbnis abzulegen, daß wir das Werk vollenden, daß mir alle wie Schlageter fest und kalt das meistern, was er meisterte im Willen, der über uns lebe, voll eines Glaubens an unseres Volkes Berufung unb Zu- fünft. Mit einem eindrucksvollen Vers, der allen Willen zur Freiheit, die ernste Mahnung zur rechten Verwaltung bes Erbes der Helden und den Glauben an unseres Volkes Zukunft im klaren Wort vereinigte, und mit dem Rufe „Heil Hitler!" beschloß der Redner seine mit starkem Beifall aufgenommene Ansprache.
Das äußere Bild für den Vorfpruch und bie An- spräche war dem Ernst der Feier angepaßt. Die Bühne zeigte keinerlei Ausschmückung. Auf der Bühne halten nur die Chargen der studentische,» Korporationen im offenen Viereck Aufstellung genommen.
Nach einer kurzen Pause gelangte das Schauspiel „Schlageter" zur Aufführung, bas den Besuchern das Gewissen schärfte für bie Verpflichtung um das Erbe des Opfertodes des Helden Albert Leo Schlageter.
Große Erfolge der hessischen Landwirsschaft ans der
Denlschen Wanderausstellung der ÄLG. in Berlin
Don der Landwirtschaftskammer für Hessen wird uns mitgeteilt:
Wenn auch durch die große Entfernung bes Ausstellungsortes Berlin von Hessen sich eine weniger umfangreiche Beteiligung der hessischen Landwirtschaft aus der großen Wanderschau der Deutschen La.ndwirtschaftsaesellschaft wie im vorigen Jahre, wo diese Ausstellung in Mannheim stattfand, ergeben mußte, so ist doch die hessische Landwirtschaft auch in diesem Jahre auf der Schau in bester Weise vertreten. Dort tritt die Landwirtschaft der verschiedenen deutschen Gauen miteinander in Wettbewerb. Bei diesem Wettbewerb hat auch in diesem Jahr Hessen große Erfolge auszuweisen, ein Beweis für die Leistungsfähigkeit unserer hessischen Landwirtschaft unb bie fortschrittliche Arbeit bes hessischen Landwirtes und Winzers.
3m Rahmen ber Beteiligung bes mitteldeutschen Rotoiehzüchteroerbandes hat bie Provinz Oberhefsen drei Vogelsberger ausgestellt. Alle drei Tiere wurden mit einem 1. Preis ausgezeichnet, gewiß ein hervorragender Erfolg.
Daß die Vertretung der hessischen Ziegenzucht auf einer so großen Wanderschau wie in Berlin nicht fehlen durfte, ist selbstverständlich. Die große Sammlung Ziegen des Landesverbandes der hessischen Ziegenzuchtoereine erhiett den 1. Samin- l u n g s p r e i s. Den la-Familienpreis holte sich der Ziegenzüchter Philipp Räd^e IX. in Pfung- stabt, ber auch für seine Ziege „yrieba" einen la- Preis und Siegerpreis erhielt.
In ben einzelnen Klassen entfielen auf bie hessischen Ziegenböcke unb Ziegen bret la» unb 1. Preise, vier 2a« unb 2. Preise, drei 3. Preise, vier 4. Preise und drei Anerkennungen. Die Erfolge der hessischen Ziegenzucht sind auch in diesem Jahr wieder hervorragende.
Auf dem Gebiete der Milchwirtschaft hat Hessen im scharfen Konkurrenzkampf mit anderen Ausstellungsgauen ebenfalls vorzüglich abgefchnitten.
Auf hessische Aussteller in den Sammelausffel- lungen, die durch bie Milchwirtschaftliche Versuchsanstalt mit Hessen-Rassau gemeinsam veranlaßt worben war, entfielen auf Markenrohmilch insgesamt vierzehn L unb vier 2. Preise,
außerdem ein Siegerpreis, den Gutspächter Müller- Georgenhausen für eine Markenrohmilch erhalten hat.
Aus dauererhihte Milch hessischer Ge- nossenschafts- unb Privatmolkereien entfielen neun 1. unb zwei 2. Preise, ferner auf verschiebene Ausstellungserzeugnisse noch brei 2. Preise.
Einen besonders großen Erfolg hatte bie Weinausstellung. Hier entfielen auf bie hessischen, unb zwar ausschließlich rheinhessischen Weine: Sechzeyn 1. Preise, ^werundzwanzig 2. Preise, elf 3. Preise unb acht Anerkennungen, insgesamt also 49 Preise unb 8 Anerkennungen. Außerdem entfielen auf Hessen zwei Siegerpreise, darunter bie silberne Staatspreis- münze bes Rei ch s er näh r un g sminist e r i u m s auf einen Wein von Fritz Hassel- bach in Rierstein unb bie silberne Staatspreismünze bes Preußischen Ministeriums für Landwirtschaft auf einen Wein bes Schloßgutes Schmibt, Guntersblum. Der Lanbwirtschaftskammer-Ausschuß für Rheinhessen, ber vier Weine (barunter Müller Thurgau) ausgestellt hat, konnte auf bie vier Weine vier 1. Preise erhalten.
In bet Tabakausstellung entfielen auf bie hessischen Aussteller zweiundzwanzig 1. Preise, einunbbreifoig 2. Preise, neun 3. Preise unb eine Anerkennung, insgesamt also 62 Preife unb eine Anerkennung. Außerbem würben noch 7 Ehrenpreise als Zuschlagspreise zuerkannt. Gewiß ein guter Erfolg bes hessischen Tabakbaues, ber hier zu verzeichnen ist.
Das Versuchs - unbMustergut Groß- LI m st a b t hatte im Rahmen ber beutschen Gartenbauausstellung, bie neben der großen Wander- ausstellung ber DLG. zu gleicher Zeit in Berlin ftattfanb, ebenfalls ausgestellt unb erhielt bott für hervorragende Leistungen auf bem Gebiete des Treibgemüsebaues bie silberne Mebaille ber Badischen Landwirtschaftskammer.
Auch in Gruppe Käse waren verschiedene hessische Molkereien im Wettbewerb tätig, und zwar mit hervorragendem Erfolg. 1. Preise und Siegerpreise erhielten die Molkereigenossenschaft Groh-Felda, für Handkäse die Mainzer Käserei Einsiedel-Königstädten und Steinmetz, Rohdorf.


