Ausgabe 
27.1.1933 Erstes Blatt
 
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Aus -er Provinzialhaupista-t

Des touste nett", entgegnete ihm

mich dut.'

Für die Winterfahrt nach Garmisch-Partenkirchen haben viele Fahrer i. Wagen m. Continental-Reifen gemeldet für große Strapazen die besten Reifen«

Der Meurerphilipp, ein mittlerer Sechziger, sah vor feinem Häuschen auf der Dank und klagte dem vor ihm stehenden Deckerskonrad sein Leid über die schlechten Zeiten, über Geldmangel, Schmerzen im Kreuz, Steuern, niedere farbf,el- preise, den Derlu t einer Kuh usw.x5ann das nett baal annericht werd, schäitz (schiebe) eich

* Die Auszahlung der Militär- Dersorgungsgebührnisse (Heeresrenten) für den Monat Februar erfolgt am Samstag, 28. Januar, in der Zeit von 8.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr beim Postamt, Dahnhofstr. 91.

AuStausch-TheatergastspielGie- ßen-Koblenz. Man schreibt uns: Am Don­nerstag. 2. Februar, findet das Gastspiel deS Ensembles des StadttheaterS Koblenz in Gießen statt. Zur Aufführung gelangt das Schauspiel .Gestern und heute" von Christa Winsloe. Dieses interessante Schauspiel ist bekannt durch den Film «Mädchen in Uniform, dem eS den Stoff -u der

der Deckerskonrad,wenn eich mich aach bei jeder Klaanigkeit dutschäihe wollt, kam eich die ganz Woch nett aus dem Dolwcrdamb (Pulver­dampf) erauS."

Kathrinche, sagte der auS einer festlichen Deranstaltung deS Kriegervereins heimgekehrte Hornsjost zu seiner Frau,Kathrinche, der Hauptmann Meier hott der aber e Red' gehaale, die sich gewäsche hott: ordentlich warm 18 mirsch gcworde, beinah hätt' eich gegornt (geweint), so hott mich die Red' aagegriffe, un die annern aach. Menn Widder emool su e Fest is, wer «ich aach e Red' haale."Jost". sagte darauf daS Kathrinche,wenn dou emool eboeS haale (hal­ten) willst, fo haal der Maul.

Zur Zeit der allgemeinen Wehrpflicht war eS Sitte, daß die Gestellungspflichtigen auS den Dörfern zur Musterung in die Kreisstadt zogen, je nach der Zahl der Pflichtigen und dem Stand der vorher errichteten Kaffe mit oder ohne Musik, denn der Musterungstag war nächst der Kirmes für die Burschen ein wichtiger Feiertag. Reichte das Geld nicht für eine Musikkapelle, so tat's auch ein Trommler oder ein Flötenspieler. Zn einer kleinen Gemeinde drS KreifrS Lauterbach waltete der einzigeMusiker" gleichzeitig feines Amtes alS Diehhirt. Jeden Tag gab er mit einem schon etwas verbeulten Flügelhorn das Zeichen zum Sammeln der vierbeinigen Dorf.nsassen, der Schweine undGaasen" und zog dann mit ihnen ins Feld". Am Tage der Musterung stellten die Gestellungspflichtigen das Ersuchen an den alten Dorfhirten, beim Marsch in die Stadt mit dem Flügelhorn aufzuspielen, für Essen und Trinken sei gesorgt. Rachdem seine Bedenken um die Beaufsichtigung seiner Diehherde durch den Hin­weis auf die schon besorgte Stellvertretung be­seitigt waren, gab er dem Drängen der Burschen nach, indem er bemerkte:Ra, mir soll's recht sei, eS iS aanerlei, ob eich mit de Koih auS dem Dorf ennaus zäih, odder m i euch!"

H. E.-Dr.

Gewerkschastsbund der Angestellten imZahre 1932.

Die Ortsgruppe Gießen im Gewerkschafts­bund der Angestellten hielt wie man uns berichtet am SamStag ihre Generalver­sammlung ab, zu der die Mitglieder in statt­licher Anzahl erschienen toatcn.

Ortsgruppenvorsteher Zecher begrüßte di« Erschienenen und gab dann einen Ueberblick über die im vergangenen Jahre geleistete Arbeit. Dem Bericht sei entnommen, daß die Ortsgruppe Gie­ßen im vergangenen Jahre stark unter den wirt­schaftlichen Bcrhältnissen zu leiden hatte. Trotz der Schwere der Zeit konnte der Mitgliederbestand gehalten werden. Der Dorschende sprach sodann allen Ghrenamtsinhabern Dank aus. Das Haupt­interesse des vergangenen Jahres war der D i I- dungsorbeit zugewandt. 3n einer am 21. August 1932 stattgefundenen Dezirlsbildungs- obmänncrtagung wurde das Bildungsprogramm der Ortsgruppe Gießen festgesetzt. 3m Rahmen dieses Dildungsvrogramms fanden sozialpolitische Borträge. Lichtoildcrvorträge und Sondcrveran- staltungen statt, stets gut besucht waren. Um den Mitgliedern etwas besonderes zu bieten, hatte sich die Ortsgruppe dem Goethebund angeschlos­sen. 3n der 3ugendbewegung zeigte sich eine erfreuliche Aufwärtsbewegung. Sämtliche Veranstaltungen des 3ugendbundes konnten mit Erfolg durchgeführt und auch verschiedene Reu- oufnahmcn vorgenommen werden. 3n der Schein­firmenarbeit zeigte die 3ugend beachtliche Lei­stungen: sie gelangte beim letzten Schein­firmenwettkampf des GaucS Hessen in di« Reihe der besten Gruppen. Auch im S p o r t war die Gießener 3ugendgruppe auf der Höhe und errang auf dem Gaujugendtag in Wetzlar sowie auf dem Dezirksjugendtag in Butzbach verschie­dene Preise. Durch gute Werbeerfolge im 3ahre 1931 konnte die Ortsgruppe Gießen als Werbeprämie eine Bücherei verbuchen. Alles in allem ergab sich aus dem Bericht des Vor­sitzenden eine rege Verbandstätigkeit.

Kamps gegen vie Grippe! 6,1 v

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Dem Schimmelskarl, der schon, seit er laufen konnte, diesen Spitznamen trug, war schon in der Schule der Unterschied zwischen Sie und Du ein Rätsel, so daß ihn oft nichts davon abhielt, den Lehrer zu duzen, trotzdem dieser sich die größte Mühe gab, ihn von diesem Uebel zu heilen. So platzte Schimmelskarl eines Tages, ausgerechnet im Religionsunterricht, mit den Worten heraus: «Herr Liehrcr, bei Hond (Hund) hott gest ^ge­sternt dem Mexter (Metzger) Kunncrod e Worscht gestchle, der hättn, wann ern verwischt hätt', glei tut gchaage."

Auch als Schimmelskarl längst der Schule ent­wachsen war, duzte er jeden, der ihm in die Quere lief. Eines Tages traf ihn im Walde beim Holz- aufarbeiten der erst vor kurzem in die Gegend versetzte, mit den Wegerichtungen im Walde noch nicht vertraute Schulrat Zimmermann und fragte ihn nach dem nächsten Weg zum Dorfe. «Do an der zwett (zweiten) Schne'.s kannste enabber (hin­unter) gieh", antwortete der Schimmelskarl. ohne seine «Peif" aus dem Munde zu nehmen. Der Schulrat entgegnete, ungehalten über diese Art der Auskunft: «Hören Sie mal. ich bin der neue Schulrat Zimmermann". «Su, das mächt naut, wenn dou aach der naue Schulroat seist, des- wege mußte doch däi zwett Echneis' enabber gieh," war die den Schulrat ebenso verblüffende Ant­wort. wie die vorhergegangene.

Der Bericht des Rcchnungsführers zeigt« einen guten Stand der Kassenverhältn'.sse. Die Kassen­prüfer hatten keinen Anlaß zu Beanstandungen. Der Voranschlag für das 3ahr 1933 wurde genehmigt.

Bei der Wahl des Vorstandes wurde der bis­herige Vorstand in seiner Gesamtheit wieder- gewählt. Lediglich neu gewählt wurde zum Bil­dungsobmann Wolfgang Oelbermann und zum Wcrbeobmann Heinrich Ohr.

Rach der Wahl überbrachte Gaugcschäftsführer Fuhrmann. Frankfurt a. M., die Grüße des Gaues und der Bundesverwaltung. Dann streifte er in kurzem Ueberblick die Gewerkschaftsarbeit im Gau Hessen und im Reich, wies auf den Wert der Gewerkschaften hin und beleuchtete insbeson­dere die Leistungen für die Angestelltenschaft. Seine Ausführungen fanden allgemeinen Bei, all.

Rach einer kurzen Aussprache wurde die an­regend verlaufene Versammlung vom Vorsitzenden geschlossen.

Oberhessische Geschichten.

Wer öfter abseits vom Verkehr liegende kleine Gemeinden besucht, wird bald gewahr, daß sich der Abstand zwischen Einheimischen und Frem­den bei der Unterhaltung rasch verwischt. All­gemein ist auf dem Lande das gegenseitige Duzen üblich, ohne Standes- und Altersunterschied: aus­genommen gegenüber dem Pfarrer, Oberförster und Lehrer, während der Bürgermeister als Ein­geborener sich die Duzbrüderschaft meistens ge­fallen lassen muß. Daß sich auch Ortsfremde ohne weiteres mit «Du" anreden lassen müssen, ist gar nichts seltenes.

Handlung gab. Auf Einladung der Koblenzer Theaterleitung gastiert das Ensemble des Oie* ßener Theaters mit der eindrucksvollen Auffüh­rung des deutschen Frontstückes «Die endlose Straße" von Graff und Hintze unter der Spiel­leitung des Intendanten am 11. Februar in Ko­blenz.

** Ausfall des Tanzabends im Stadt« theater. Aus dem Stadtthcaterbureau wird uns geschrieben. Das für Samstag, 28. Januar, 20.15 Uhr angcsctzts Tanz-Gastspiel der Solotänzer des Hessischen Landestheaters DarmstadtTänze aus drei Jahrhunderten" muß wegen Erkrankung des Herrn Gustav Blank ausfallen.

Erwischter Manteldieb. Der Poli- zeibcricht teilt mit: Die beiden Täter, die wäh­rend der Singstunde des GesangvereinsHeiter­keit" 4 Mäntel aus dem Flur des Realgymna­siums entwendeten, konnten ermittelt und der eine davon auf Grund eines von der Kriminal­polizei Gießen erlassenen Ausschreibens in Saar­brücken festgenommen werden. Es handelt sch um den Konzertsänger Gottfried 2 ü l l e s aus Herbestal, der bereits im Frühjahr vergangenen Jahres wegen eines in Siegen verübten Mantel- dicbstahls hier festgenommen worden war. Er hatte bei seiner jetzigen Festnahme zwei der ge­stohlenen Mäntel im Lefitz, di« an die Eigentümer zurückgegeben werden konnten. Der zweite Täter, dessen Personalien feststehen, konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden.

** Einbruch im Zigarrengeschäft Loeb. In der letzten Nacht wurde, wie der heutige Polizeibericht mitteilt, in das Zigarrengeschäst Loeb in der Bahnhofstraße eingebrochen. Die Täter stiegen durch das Oberlichtfenster über der Eingangstüre ein und entwendeten aus dem Laden eine große Menge Zigaretten aller Marken und Wechselgeld im Gesamtwerte von etwa 700 RM.

Aufgeklärter Einbruchsdiebstahl. Der Polizeibericht gibt bekannt: Der in Klein- Linden in der Nacht zum 30. Dezember 1932 in der WirtschaftZur Burg" verübte Einbruchsdieb­stahl konnte inzwischen aufgeklärt werden. Als Täter kommen drei Personen aus Kinzenbach in Frage, die mit Fahrrädern das Diebesgut in Sicher­heit brachten.

* Jntarsienarbeit im Fortbil­dungskursus. Auf Anregung des Holz­arbeiter-Verbandes Gießen wurde mit Unter­stützung des Arbeitsamtes Gießen ein Kursus durchgcführt, der jungen Derufsangehörigen des Bauschreiner-Handwerks Gelegenheit zu einer be­sonderen Art fortbildender Arbeit gab. Der Holzarbeiterverband organisierte den Kursus, an dem etwa 33 junge arbeitslose Menschen teil­nahmen, die schon bald nach ihrer Lehrzeit ihre Arbeitsstelle verloren ufib keinerlei Möglichkeit hatten, sich beruflich weiter zu entwickeln. Unter der Leitung von erfahrenen Kollegen saßen die Kursteilnehmer wöchentlich 16 Stunden beisam­men und waren damit beschäftigt, zum Teil nach Vorlagen, zum Teil aber auch nach eigenen Gedanken Jntarsienarheiten anzufertigen, die nun als Früchte dieser Kursarbeit in diesen Tagen im Gewerkschaftshaus in einer Ausstellung ge­zeigt werden. Cs läßt sich feststellen, daß all« Stücke mit großer Sorgfalt hergestellt sind. AuS dünnen Furnieren galt es die einzelnen Jn- tarsienteile auszuschneiden, sie zunächst sorgfältig mit Papier zu verbinden, um sie dann auf Sperr­holz aufzukleben und zum Schluß zu polieren. Man sieht prächtig gearbeitete Schach- und Raucht sch:, fein gestaltete Schatullen, Kästchen, die sicherlich mancher Hausfrau sehr gefallen würden: man sieht aber auch Bilder (Land­schaften) in der Technik der Intarsien hergestellt mit Rahmen versehen, die sich in reizvoller Wir­kung präsentieren. Aus allen Arbeiten spricht große Freudigkeit an dieser sinnvollen Beschäf­tigung, die sicherlich manchem der schon lange arbeitslosen jungen Menfchen neuen Auftrieb >u geben vermochte. Der Holzarbeiterverband will die Fortbilbungsarbeit fortsetzen und demnächst mit einem Treppenbaukursus beginnen. Jntar- sienkurse sollen auch in Nidda und Friedberg stattf.nden. In Lauterbach haben sich junge Leute bereits zur gleichen Arbeit zusammengefunden. Erfreulich ist, daß durch diese Art Beschäftigung der jungen Menschen das handwerlliche Können wieder mehr in den Vordergrund gestellt wird.

Tagung

der oberhessischen Frauenvereine.

Der zweite Arbeitstag der Oberhessischen evangelisch - kirchlichen Frauenver­eine am Donnerstagvormittag begann mit einer Andacht, die von Pfarrer Köhler - Darmstadt über das Bibelwort aus dem Evangelium Mat­thäus 10, Vers 3839, gehalten wurde.

Anschließend behandelte Pfarrer K ö h l e r in einem Lortrag des Thema:Vom wahren Opfer". Der Redner sagte u. a.: Schon die Naturgesetze hätten den Beweis erbracht, daß Schwächeres dem Stärkeren weichen müsse. Wo man hinsehe, könne man Kampf und Vernichtung feststellen. Auch wir Menschen, die wir unter dem Naturgesetz stünden, spürten diese Machte. Eine behagliche Art des Daseins gebe es für uns nicht mehr. Selbst bis ins Familien- und Eheleben hinein setze sich dieses Naturgesetz, Kampf des Stärkeren gegen den Schwächeren, fort. Die Chri­sten seien dazu berufen, dafür zu sorgen, daß das Schwächere im Kampf nicht vernichtet werde. Chri­sten könnten sich nicht auf die Seite des Stärkeren stellen. Wie sehr wären gerade Frauen bereit, Opfer zu bringen. Man denke nur an die Mutter­schaft. Das Christentum lehre, dem Nächsten im Opfer zu dienen, uns zum Leiden bereit zu ma­chen und auf den Heiland zu sehen, der sich selbst uns zum Opfer gegeben habe. Der Vortrag hinterließ einen so tiefen Eindruck bei den Zu­hörern, daß von einer Aussprache abgesehen wurde.

Nach der Mittagspause wurde von den Teil­nehmerinnen die neu hergerichtete Petruskapelle besichtigt. Sodann sprach die Verbandsvorsitzende Frau Heraeus über das Thema:Abände­rung des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten" (§316,6). Die Rednerin berichtete, was im Laufe der letzten Jahre alles von Frauenverbänden unternommen worden fei, um dieses Gesetz, das auf die Prosti­tution eher fördernd als hindernd gewirkt habe, ab- zuändern. Sie bat dringend alle Mütter, ihre beranwachfenden Kinder auf die Gefahren der Krankheit hinzuweifen. In der anschließenden Aussprache wurde noch manche Frage aufgeklärt.

Am Abend waren die auswärtigen Tagungs­teilnehmer Gäste des Frauenverelns der Markus- gemeinde.

Eine Einbrecherbande festgenommen.

Der heutige Polizeibericht meldet: Die Ende ver- gnngenen Jahres in Gießen und Umgebung in gro­ßer Anzahl begangenen Einbruchsdiebstähle, über die bereits berichtet wurde, haben durch die Fest­nahme der neuerdings ermittelten weiteren Täter, des Schmiedes I. W. aus Alten-Bpfeck, des Ma­schinenzeichners E. D. aus Landau, Des Arbeiters O. K. aus Mainzlar und des Schlossers K. H. aus Wieseck. eine fast vollkommene Aufklärung gefunden. In mehr als dreißig Fällen konnten die Täter an Hand von aufgefundenem Diebesgut und Teilge- ftänbniffen einwandfrei überführt werden. Eine Reihe weiterer Straftaten kommt mit großer Wahr­scheinlichkeit auch auf das Konto dieser Einbrecher­bonde, zumal bei einem der Festgenommenen eine Pistole gesunden wurde, die mit »estimmtheit aus einem in Gießen begangenen Waffendiebstahl her­rührt. Ein großer Teil des Diebesgutes, darunter sehr wertvolle Stücke, konnte den Geschädigten zu- rückgegeben werden. Ein noch sehr gut erhaltenes Motorrad, MarkeZündapp , und eine komplette Bosch-Lichtmaschine, konnten trotz eingehender Er- Hebungen noch nicht untergebracht werden. Personen, die an diesen Stücken Eigentumsrechte geltend machen können, werden ersucht, der Striminalabtei- lung Nachricht zu geben.

Taten für Freitag, 27. Januar.

1756: der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart in Salzburg geboren; 1775: der Philosoph Friedrich Wilhelm von Schelling in Leonberg ge­boren; 1859: Wilhelm II., ehemaliger Deutscher Kaiser, in Berlin geboren.

Vornotizen.

Tageskalender für Freitag. Stadt­theater: 20 bis 22 Uhr:2:2 unentschieden". Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand- platz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. Matthäus- gemeinde: 20 Uhr, Matthäuslaal, Kirchstraße 9, Vortrag überAlt-Gießen". Lichtspielhaus, Bahn- hofstrahe:Tarzan". Astoria-Lichtspiele, Selters- weg:Der Hexer".

Grenzland-Abend im DHV. Der Dcutschnali.n le HandlungSgchil en-Verbend hat es sich bisher angelegen fein lassen, durch Grenz­landfahrten, Tagungen in Grenzstädten usw. der Kaufmannsjugend die Rot der Bevölkerung in den deutschen' Grenzgebieten bewußt werden zu lassen. Der DHV. will auch weiterhin das In­teresse für Deutschlands Grenzlandfragen in brei­testen Volkskreisen wachrufen, und er veranstal­tet deshalb am Sonntag, 29. Januar, 20 Uhr, im Eafe Leib einen Grenzland-Abend. Roheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

G. A Sport.

Handball im Gau Hessen (O. T )

Vor vielen Zuschauern wurde dieser Tage zwi­schen den Handballmannschaften des Turnverein- Hochelheim und des Sportv. Groß-Rechtenbach ein Handballspiel ausgetragen, das im Spätsommer des vorigen Jahres einmal abgebrochen worden war. Als Schiedsrichter fungierte Geismär (Dießen). Als Vertreter des Gaues war dasDvr- ftandsmitglied Mohr (Gießen) anwesend. Zur Halbzeit führte Hochelheim mit 2:1 Toren. In zähem Kampf konnte Hochelheim auch in der zweiten Halbzeit die Oberhand behalten und mit 4:3 Toren den Kampf knapp siegreich beenden.

Aus aller Welt.

Hotelbrand in Detmold. - Eine Tote, zahlreiche verletzte.

3n dem Detmolder HotelrestaurantZur Traube", in dem auch ein kabarettbetrie'M unterhalten wird, entstand heute früh ein Brand, der sich in kürzester Zeit zu einem Grohseuer entwickelte. Die schta- senden Gäste konnten nur das nackte Leben retten. Insgesamt befanden sich 15 Personen in dem Ge­bäude. von denen 12 mit mehr oder minder schweren Brandwunden ins Krankenhaus eingeliefert werden muhten. Eine Jrau ist bereits auf dem Transport gestorben; eine andere ringt mit dem Tode. Das Hotel brannte bis auf die Grundmauern nieder. Die Lofcharbeiten gestalteten sich infolge der Kälte äußerst schwierig. Die Lnlstchungsursache des Brandes ist noch nicht endgültig festgestellt, doch wird Ueberheizung eines Ofens angenommen.

Die Lisoerhältnisfe auf Rhein, Mosel und Saat.

Auf dem Rhein oberhalb der Loreley hat sich das Eis bis über Caud hinaus gestaut. Ein mit einer besonders starken Maschine ausgerüstetes Motorboot versucht, bis zu dem am Loreleyfelsen festsitzenden Frachtschiff vorzudringen, um es frei zu bekommen. Die meisten der in der Rheinschiff­fahrt beschäftigten Schiffe haben die Winterhäfen ausgesucht. Die Obermofd ist von Wellen bis über Wormeldingen und von Temmels bis über Grevenmachern und die Saar von Mettlach ab stromaufwärts zugefroren.

Schulschliehungen wegen Grippe.

Um einer toeiteren Ausdehnung der Grippe vorzicheugen, haben auf Antrag der DezirkSärzte die Mannheimer Volksschulen und die höhe­ren Lehranstalten voraussichtlich bis 14. Februar einschließlich geschlossen.

Luftschutz-Lehrgang des Kyffhäuserbundes.

Der Deut.che ReichskriegerbundKyffhäuscr" veranstaltet in Berlin unter Leitung des Präsi­denten P a e t s ch und des von der Dundes- le.tung beauftragten Luftschuhreferenten Dr. W ö l b i n g einen Lehrgang für die Luft­schuhobleute feiner Verbände. Der Kyff- h^ ^»Bundespräsident. General der Artillerie außer Di.nst v Horn, e.öffnete m.t einer Be- g.ujdng der T.llnehmer die erste Tagung im Dundeshause. Bei d.e.er Gelegenheit sprachen die für den Luftschutz zuständigen Vertreter des Re.chsinnenmin.steriums und des Reichswehr­ministeriums. Den Teilnehmern wird im Laufe des Lehrganges das ge'amte Gebiet des Luft­schutzes in instruktiven Vorträgen nahegebracht, für die sich zahlreiche Sachbearbeiter der einzelnen Spezialgebiete zur Verfügung gestellt haben. Dieser Lehrgang, in dem auch verschiedene Be­sichtigungen. wie die eines Flugwachkommandos, des Jndustrie-Luftschuhes, des Flughafens und einer Muster-Schutzanlage eingeschlossen sind, ist ein Beweis für die Möglichkeit engster Zu­sammenarbeit zwischen den für den zivilen Luft­schutz zuständigen Behörden und Dienststellen des Reiches und Preußens und den mit den Luft- schuharbeiten betrauten Vertretern deS Khff« Häuserbundes.

Heidelberg soll einen Zoo erhallen.

In Heidelberg trägt man sich seit einiger Zeit mit dem Projekt der Errichtung «ine8 Zoolo­gischen GartenS. Wie neuerdings bekannt wird, soll eine G. m. b. H. Trägerin deS ilnter- nchmenS sein. Die Anteile werden von den Stiftern übernommen. Die Stadt Heidelberg wird lediglich das 15 Hektar große Gelände und dar­über hinaus wahrscheinlich Material aus dem städtischen Wald und ihren Steinbrüchen zur Ver­fügung stellen, so daß sie keine Daraufwendungen haben wird. Das Gelände bleibt außerdem ihr Eigentum. Der Tierpark deS Gartens soll sich im ersten Jahre auf europäische Tiere vom Mit­telmeer bis zum Polargebiet beschränken und dann weiter ausgebaut werden.

Ein Anwalt im Gerichtssaal verhaftet.

Der Berliner Rechtsanwalt Dr. Georg Meyer wurde während eines Prozesses, an dem er als Verteidiger mitwirkte, im Gerichtssaal verhaftet. Es wird Meyer oorgeworfen, daß er wisientlich seinen Klienten er verteidigte insbesondere Ein­brecher, Geldschrankknacker usw. (Belegen- ?eit zur Flucht besorgt hat. Er hat ihnen erner E i n b r u ch s w e r k z e u ge in di e Zel - len geschmuggelt. Außerdem besteht der dringende Verdacht, daß er in ihrem Interesse Akten beseitigte. Bei einer Haussuchung im Büro und in der Wohnung des Rechtsanwalts wurden Kassiber gefunden, die er auf unerklär­liche Weife mit seinem in Haft befindlichen Klien­ten getauscht hatte. Auf Grund dieses Materials wurde der Anwalt ins Polizeigefängnis eingeliefert.

Beim Eishockeyspiel ertrunken.

Auf der Eisdecke der Wied bei Riederbieber (Kreis Reuwied) vergnügten sich mehrere zwölf- biS vierzehnjährige Jungen mit Eishockeyspielen. Der 12 Jahre alte Ernst Michels aus Rieder­bieber, der einem auS dem Spielfeld rollenden Ball nacheilte, versank plötzlich in dem zwei Meter tiefen Wasser. Die Rettungsversuche der Freunde waren leider ohne Srsolg. Erst nach längerem Absuchen des Wassers konnte die Feuer­wehr die Leiche deS Jungen bergen.

wieder ein Toter derRiobe" geborgen.

Don einem dänischen Fischerboot wurde die Leiche des mit dem SegelschulschiffNiob e" untergegan- Serien Seeoffizieranwärters Krellenberg ge- argen. Die Beisetzung wird in seiner Heimat Lübeck erfolgen. Damit sind von den insgesamt 69 Opfern derNiobe" bisher 47 geborgen. 22 werden noch vermißt.

Kunst und Wissenschaft.

Geheimrat Strecker Ehrenmitglied der helnrich-herh- Gesellschast.

Die unter dem Vorsitz von Präsident Wag­ner in Berlin abgehaltene Hauptversammlung der Heinrich-Hertz-Gesellschaft hat Präsident i.R. Geh. Oberpostrat Dr. Dr.-Jng. n. c. Karl Strecker zu ihrem Ehrenmit­glied ernannt Präsident Strecker, der dem­nächst feinen 75. Geburtstag begeht, ist einer der Pioniere der elektrischen Rachrichtentechnik. Er hat die technische Zentralinstanz der Reichspost, das Reichspostzentralamt, aus den bescheidenen Anfängen deS JngenieurbureauS deS Reichspost­amtes zu einer umfassenden wissenschaftlich-tech­nischen Organisation ausgebaut und war ihr erster Präsident Die Gründungsversammlung der Heinrich-Hertz-Gesellschaft erwählte ihn zu ihrem ersten Vorsitzenden. Strecker lebt seit 1923 im Ruhestgnd in Heidelberg, wo er der Universität als Honorar-Professor angehört

Wettervoraussage.

Obwohl bereits über Nordostdeutschland durch den Einfluß der nördlichen Störungstätigkeit Milderung eingetreten ist und auch von der Diskaya her Druck­fall an Ausdehnung gewinnt, steht für unser Gebiet und Süddeutschland durch den hohen Druck weiterhin Frost in Aussicht, der sich zwar tagsüber etwas ab* schwächt

Aussichten für Samstag: Im Flach­lande noch strenger Frost, in der Höhe weitere Temperaturzunahme, Dunst- und Wolkenbildung, aber auch aufklarend, trocken.

Aussichten für Sonntag: Fortdauer des winterlichen Wetters, nachts kalt, jedoch tags­über etwas mehr Frostabschwächung als seither.

Lufttemperaturen am 26 Januar: mittags1,5 Grad Celsius, abends 9,1 Grad; am 27. Januar: morgens12,3 Grad. Maximum4,1 Grad, Minimum 12,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Januar: abends4,1 Grad; am 27. Januar: morgens5,9 Grad Celsius.