Oberhessen.
Rindviehmarkt und Prämiierung in Hungen.
+ Hungen, 25. Sept. Der heute hier abgehaltene Schweine - und Rindoiehmarkt war infolge der günstigen Witterung gut besucht. Es waren 97 Stück Rindvieh und 517 Ferkel aufgetrieben. Der Handel auf dem Ferkelmarkt war trotz des starken Angebots gut. Es wurden bezahlt: für bis zu 6 Wochen alte Ferkel 8 bis 10 Mark, für bis 8 Wochen alte Tiere 11 bis 13 Mark, für bis 10 Wochen alte Tiere 14 bis 17 Mark und für bis 13 Wochen alte Ferkel bis zu 20 Mark. Besonderes Interesse bot der Handel in Vieh und die Prämiierung von Tieren des Hessischen Fleckviehes und der Sßogelsberger Rasse. Es war nicht nur eine große Menge, sondern auch ganz hervorragendes Material zur Prämiierung aufgetrieben.
Oie Prämiierungs-Ergebnisse:
Aeltere Bullen: Gemeinde Langsdorf, 1. und 2. Preis.
Jüngere Bullen: Heinrich Seipp, Trais- Münzenberg, 1. Preis; Philipp Bersch, Heuchelheim, Adam Bausch, Reichelsheim, je einen 2. Preis; Willi Schultheis, Heuchelheim, Wilhelm Scheid, Langsdorf, je einen 3. Preis; Emil Walther, Langsdorf, 3. Preis und Anerkennung; Eduard Fay, Langsdorf, Anerkennung.
Aeltere Kühe: Adam Hofmann, Langsdorf, Wilhelm Schmidt I., Langsdorf, je einen 1. Preis; Heinrich Steuernagel, Nieder-Bessingen, Ludwig Weber, Langsdorf, Karl Nathes, Llch, je einen 2. Preis; Wilhelm Roth VI., Langsdorf, Wilhelm Bausch, Reichelsheim, je einen 3. Preis; Otto Lang, Steinheim, Wilhelm Gasche, Muschenheim, Ludwig Weck, Hungen, Eduard Pauli, Langsdorf und Wilhelm Roth, Langsdorf, erhielten Anerkennungen.
Jüngere Kühe: Philipp Keck, Lich, Emil Sonnenburg, Hungen, je einen 1. Preis; Karl Walz, Lich, Wilhelm Bausch, Reichelsheim, Karl Nathes, Lich, je einen 2. Preis; Adam Krämer II., Langsdorf, Ludwig Weber, Lich, Heinrich Schmidt I., Langsdorf, Emil Bausch, Langsdorf, Karl Walter, Langd, und Philipp Keck, Lich, je einen 3. Preis; Otto Lang, Steinheim, Heinrich Schmidt, Langsdorf, Eduard Pauli, Langsdorf, je eine Anerkennung.
'Kalbinnen: Karl Nathes, Lich und Otto Köhler, Langsdorf, je einen Ehrenpreis; Karl Walz V., Lich, Eduard Pauli, Langsdorf, je einen 1. Preis; Heinrich Hofmann V., Hungen, Heinrich Köhler II., Langsdorf, Peter Anton Kopf, Bellersheim, je einen 2. Preis; Adam Hofmann, Langsdorf und Wilhelm Bausch, Reichelsheim, je zwei 3. Preise; Wilhelm Döll, Langd und Karl Müller, Hungen, 'je eine Anerkennung.
Jungrinder: Heinrich Köhler III., Langsdorf, Otto Köhler I., Langsdorf, je einen 1. Preis; Adam Hofmann, Langsdorf, Karl Nathes, Lich, je einen 2. Preis; Ferdinand Kühn, Ober-Bessingen, Wilh. Roth VI., Langsdorf, Emil Bausch, Langsdorf, je einen 3. Preis; Adolf Bausch, Reichelsheim, Heinrich Brück III., Nieder-Bessingen, Wilhelm Gasche, Muschenheim, Wilhelm Bausch, Reichelsheim, Wilhelm Reuhl, Oberhörgern, Wilhelm Kopf I., Bellersheim, und Emil Sonnenburg, Hungen, erhielten Anerkennungen.
Familie: Karl Nathes, Lich, Eduard Pauli, Langsdorf, je einen 1. Preis; Wilhelm Bausch, Reichelsheim, Emil Sonnenburg, Hungen, Ludwig Weber, Langsdorf, je einen 2. Preis; Ludwig Schmidt I., Langsdorf, Adam Hofmann, Langsdorf, je einen 3. Preis; Wilhelm Roth VI., Langsdorf, und Otto Lang, Steinheim, je eine Anerkennung.
Vogelsberger Vieh:
Jüngere Bullen: Ludwig Prinz zu Solms- Lich (Mühlsachsen), 3. Preis.
Aeltere Kühe: Karl Keblowski (Nieder-Bes- fingen), Ludwig Prinz zu Solms-Lich (Mühlsachsen), c einen 1. Preis; Wilhelm Steg (Billmgen), Ruo. Schmidt (Weickartshain), 2. und 3. Preis.
JüngereKühe: Ludwig Prinz zu Solms-Lich (Mühlsachsen), 1. Preis; Wilh. Schmidt (Weickartshain) 2. Preis; Karl Keblowski (Nieder-Bessingen), 2 und 3. Preis; Ernst Pein (Nieder-Bessingen), W. Fach (Nieder-Bessingen) und R. Schmidt (Weickarts- Hain), je eine Anerkennung.
Rinder: Karl Keblowski (Nieder-Bestingen), Ludwig Prinz zu Solms-Lich (Mühlsachsen), je einen 1 Preis; Rudolf Schmidt (Weickartshain), 2. Preis.
Familie: Karl Keblowski (Nieder-Bessingen^, Ludwig Prinz zu Solms-Braunfels (Mühlsachsen), je einen 1. Preis; Rudolf Schmidt (Weickartshain), 2. Preis.
Baupläne in Friedberg.
Friedberg, 25. Sept. (WSN.) Die Verlegung der Bensheimer Aufbauschule nach hier macht in Verbindung mit der Errichtung des Po- dagogischen Instituts größere bauliche Aufwendungen erforderlich. Diese sind weiter noch bedingt durch die geplante Verlegung des Hauptsitzes der oberhessischen Hitlerjugend nach hier. In einer geheimen Sitzung des Stadtrats wurde im Zusammenhang mit diesen Plänen erwogen, die S ch i l l e r s ch u l e im Hause des Handwerks einzumieten und die in dem genannten Haufe befindliche Fortbildung s- und Gewerbeschule auf die Berg-Kaserne zu verlegen. In einer Versammlung des Ortsgewerbe-Vereins schloß man sich nach längerer Aussprache einem Vorschlag der Lehrerschaft der Gewerbeschule an, durch bauliche Aenderungen im Haus des Handwerks für die Schillerschule mit der Frauenschule, sowie für die Gewerbeschule Platz zu schaffen. Es sei dann leicht, die Fortbildungsschule auf der Berg- Kaserne unterzubringen. Mit diesen Vorschlägen scheint Gewähr dafür gegeben, daß die großen Bauprojekte in der Burg — Erweiterung der Aufbauschule usw. — verwirklicht werden können. Dadurch würden zahlreiche Arbeitslose in Friedberg wieder in den Arbeitsprozeß eingeschaltet. Der Führer des Ortsgewerbevereins erhielt die Ermächtigung, mit den maßgebenden Stellen die abschließenden Verhandlungen zu führen. Der Hitlerjugend wird zukünftig das Versorgungshaus als Unterkunft überlassen.
Landkreis Giesren.
u. Klein-Linden, 25. Sept. Am Samstagabend hielt der Spar- und Darlehenskassenverein Raiffeisen im Gasthau.se „zur Deutschen Eiche" seine Generaloevsammlung ab. Der Vorsitzende, Lokomotivführer Karl Lotz, gedachte zunächst in ehrenden Worten des vor einigen Tagen verstorbenen Rechners Karl Glaum, der in unermüdlicher Treue die Geschäfte des Vereins geführt hat. Die Versammlung ehrte den Verstorbenen, wie auch das verstorbene Mitglied Wilhelm Volk in üblicher Weise. Sodann trug Derbandsrevisor Io l k die Bilanz des verflossenen Geschäftsjahres vor. Der Umsatz an Waren und Konsumwaren beläuft sich auf 53 430,17 Mk.; die Spareinlagen beziffern sich auf 35 026,77 Mark. Die Genossenschaft wurde mit 5900 Mark aus der Reichsgenossenschaftshilfe unterstützt. Das Reichsgenossenschaftsrückstellungskonto (gleich Rsservekonto) beläuft sich auf 11 268,70 Mark, worin 6900 Mk. zur Abschreibung auf Immobilien enthalten sind. Die Höhe der Dividende beträgt 8 v. H. Spareinlagen wurden mit 4 v. H., Depositen mit 4,5 v. H. verzinst. Darlehen auf Bürgschaft und solche auf Hypotheken waren mit 6,5 o. H. zu verzinsen. Die Zahl der Mitglieder betrug am Ende des Geschäftsjahres 180; die Höhe des Geschäftsanteils belief sich pro Mitglied auf 10 Mark. Die Jahresrechnung wurde in allen Teilen einstimmig genehmigt. Für den verstorbenen Genossenschaftsrecyner Karl Glaum wurde auf Vorschlag des Vorstandes der
Lagerhalter Wilhelm Fourier einstimmig zum neuen Rechner gewählt. Anschließend referierte Herr Iolk (Gießen) über die Ent- und Umschuldung der Landwirtschaft, während der Vereinsführer Lotz über Steuergutscheinbeschaffung und deren Verwertung Aufschluß aab.
00 Klein-Linden, 25. Sept. Heute vormittag wurde das Obst an der Provinzialstraße Klein-Linden—Dutenhofen versteigert. Zum Ausgebot kamen einige Allendorfer Rosenäpfel, wenige Baumanns Renetten und kleine Mengen Goldparmänen. Der Zentner kam, je nach Art und Güte, auf 5 bis 10 Mark. Ferner wurde die Versteigerung der Birnen an der Provinzialstraße Klein-Linden—Dutenhofen vorgenommen. Sixt- und
Versammlung der Amtswalter der AS Dolkswohlfahri.
Von der NS. - Dolkswohlfahrt des Kreises Gießen wird uns mitgeteilt, daß am morgigen Mittwoch, 27. September, 18.30 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Schanzenstraße, eine Sitzung der Amtswalter der NS.-Volkswohlfahrt statt- findet. Sämtliche Amtswalter des Kreises Gießen haben sich einzufinden.
Butterbirnen und Pastorenbirnen kosteten pro Zentner 2 bis 4 Mark. An der auf der Straße Klein- Linden—Großen-Linden stattfindenden Versteigerung beteiligten sich viele Interessenten aus Klein- Linden, Großen-Linden und Gießen. Geringwertige Rheinische Bohnäpfel wurden sehr billig zugeschlagen, Taubenäpfel und Luxemburger Renetten kosteten pro Zentner 3 bis 6 Mark, Goldparmänen 8 bis 10 Mark, Schöner von Boskoop in recht guter Qualität 10 bis 15 Mark.
öp Lich, 25. Sep. Die Bautätigkeit in unserer Stadt blieb auch in diesem Jahre hinter der früherer Jahre zurück. Es wurden neben kleineren An- und Umbauten nur drei Einfamilienhäuser neu erbaut, nämlich eins an der Hungener Straße, eins am Garbenteicher Weg, das dritte in der Gießener Straße. Mit dem Bau eines vierten Einfamilienhauses in der Amtsgerichtsstraße wird gegenwärtig begonnen.
oo Langsdorf, 25. Sept. Am 22. September beging Frau Elisabeth Wirth Wwe. ihren 9 0. Geburtstag. Die ehrwürdige Jubilarin ist noch bei leidlicher Rüstigkeit. Bei dem Ständchen, das ihr junge Mädchen brachten, fang sie noch fröhlich mit. Das Landeskirchenam ließ ihr ein Gedenkblatt überreichen. Wir haben bei einer Gesamtbevölkerung von 946 Einwohnern 80 Personen, die im ^.Lebensjahr und darüber stehen. Darunter befinden sich 16 Personen über 80 Jahre und zwei Personen über 90 Jahre.
Kreis Friedberg.
WSN. Friedberg, 25.Sept. Im benachbarten Nieder-Florstadt stürzte der betagte Zimmermeister Karl Hirsch beim Apfelpflücken ab. Die dabei erlittenen Verletzungen führten den sofortigen Tod herbei.
Kreis Schotten.
)—( Ruppertsburg, 25. Sept. Unsere Handarbeitslehrerin, Frau Marie Steinbach, ist nach einer mehr als 36jährigen Wirksamkeit freiwillig in den wohlverdienten Ruhestand getreten, um einer jüngeren Kraft Platz zu machen. Aus diesem Anlaß fand in der Schule eine kleine Feier statt, in der der aus dem Amte Scheidenden viel Dank und Anerkennung zuteil wurde. Der Vorsitzende des Schulvorstandes, Pfarrer D. Fritsch, und Bürgermeister Lind hielten kurze Ansprachen. — Die Obst- oersteig erung brachte der Gemeindekasse als Erlös aus größeren Mengen Zwetschen und Birnen, aber nur wenig Aepfeln, rund 9^0 Mark ein. Der Zentner Zwetschen stellte sich am Baume auf etwa 2 Mark.
PreuBen.
Ein Denkstein an der Stelle des ersten Spatenstiches.
WSN. Frankfurt a. M., 25. Sept. An der Stelle, wo Reichskanzler Adolf Hitler am denkwürdigen 23. September 1933 den ersten Spatenstich zur ersten Reichsautobahnstrecke Frankfurt—Darmstadt—Mannheim—Heidelberg getan hat, soll, wie wir erfahren, zum Gedenken an diesen für das Verkehrswesen, wie den Wiederaufbau der Wirtschaft gleich wichtigen historischen Tag ein G e d e n k st e i n errichtet werden. Die Stelle, wo der Kanzler nicht nur d e n ersten Spaten- stich tat, sondern gleich die ganze zur Aufschüt- tung des Fahrdammes mit Erde angefahrene Lore mit mächtig ausgreifenden Spatenstichen voll- kommen ausräumte, befindet sich an der Ostseite des im Werden begriffenen Fahrdammes der Autostraße, dort, wo sie durch Mauerwerk abgeschlossen und an die über den Main führende Brücke anschließen wird. Zur Baustelle gingen am Sonntagnachmittag unzählige Menschen aus der Stadt; besonders auch viele auswärtige Besucher des Gauparteitages ließen es sich nicht nehmen, die Stelle aufzusuchen, von wo die neue große Offensive gegen die Arbeitslosigkeit ihren Ausgang genommen hat.
Dillkreis.
< B i s ch o f f e n, 25. Sept. Am Sonntag gegen 21 Uhr verunglückte der hier wohnhafte Dentist Schl aud raff mit drei Personen auf der Rück- fahrt mit feinem Auto von der Feier am Niederwalddenkmal schwer. Das Auto soll in der Nähe von Braubach am Rhein gegen einen Baum gerannt sein, so daß es in Trümmer ging. Herr Schlaudraff und die übrigen drei Insassen wurden dabei mehr oder weniger schwer verletzt.
2V2 Jahre Gefängnis für fahrlässige Tötung.
WSN. Mainz, 25. Sept. Der als rücksichts. loser Motorradfahrer bekannte 23jährige Kaufmann Jakob B e r n a r ö aus Nackenheim fuhr am 15. Juli d. I., gegen 24 Uhr, am Ausgang des Vorortes Weisenau mit 70 bis 80 Kilometer Geschwindigkeit in eine SS. - Kolonne, die gerade von einem Marsch zurückkehrte. Die Folgen waren grauenhaft. Der 42jährige SS.-Mann Hauck wurde sofort getötet, der SS.-Mann Nassau derart verletzt, daß er heute noch im Krankenhaus schwer darnieder, liegt, fünf weitere SS.-Männer waren teils schwer, teils leichter in Mitleidenschaft gezogen. Der. Angeklagte hatte sich gestern vor der Zweiten Großen Strafkammer wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung, sowie verschiedener Uebertrehin- gen der Kraftfahrzeugordnung zu verantworten. Die Vorstraflifte des Angeklagten weist außer mehreren Strafbefehlen -wegen Übertretungen Bestrafungen wegen fahrlässiger Körperverletzung in Höhe von 100 Mark und wegen vorsätzlicher Körperoer, letzuna in Höhe von 300 Mark auf. Aus »Grund des schweren Unglücks wurde dem Angeklagten der Führerschein entzogen. Der Staatsanwall beantragte gegen den Angeklagten unter Verneinung mildernder Umstände drei Jahre Gefängnis. Das Gericht erkannte auf 21/* Jahre Gefängnis.
Berliner Frühbörse.
B e r I i n, 26. Sept. (WTB. Funkspruch.) Im Berliner Frühverkehr blieb das Geschäft sehr ruhig und unentwickelt. In Bankkreisen beurteilt man die bevorstehende Börse auf Grund der vorliegenden Orders als etwas leichter, und zwar sowohl für Aktien, als auch für festverzinsliche Werte, für die der Kulminationspunkt vorerst erreicht fein dürfte. Taxen von Aktienkursen waren kaum zu hören. JG.-Farben nannte man mit zirka 116. *
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sich berechtigt, die Zahlungen bis zum 31. Dezember 1934 hinauszuschieben, gleichwohl werden wir aber die Anmeldungen mit größter Beschleu- niffung erledigen und Zahlungen leisten, ohne damit die Fälligkeit der Forderung anzuerkennen. Da viele Tausende von Briefen erwartet werden, ist eine sofortige Erledigung nicht möglich. Erinfie- rungen vor Ablauf von 2 Monaten stören nur die Erledigung ünd sind zwecklos.
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