Ausgabe 
26.9.1933 Frühausgabe
 
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schon Kommission die Tätigkeit des Völkerbundes aus -em Gebiete des Minderheitenschutzes «u behandeln.

Erste Fühlungnahme.

Dr. Goebbels spricht mit dem britischen Außenminister.

25-Sept (Xll.) In der Eröffnungssitzung oer Volkerbundsoersammiung fand während einer Pause vor der Wahl des Präsidenten der Ver- fammUing eine Zusammenkunft Zwischen dem ei'glischen Außenminister Sir John Simon und Rcichspropagandaminister Dr. Goebbels statt. Außenminister von Neurath machte die beiden Herren miteinander bekannt, die sich daraufhin in freundschaftlicher Weise miteinander unterhielten.

Auf einem Frühstück beim Präsidenten des Völ- rervundsrates, dem norwegischen Außenminister M o wl ncke I, fand ein Zusammentreffen zwischen Außenminister v. Neurath und dem polnischen Außenminister Beck statt. In den Nachmit- tagsstunden stattete der Kabinettschef Mussolinis, l. °cJ1' &em Freiherrn o. Neurath einen Besuch ab. In den Abendstunden ist der deutsche Außen­minister Gast des amerikanischen Vertreters Stör« man D a o i s. Man erwartet, daß bei der Unter­redung, an der keine weiteren Personen teilnehmen, von amerikanischer Seite nähere Mitteilungen über die grundsätzliche amerikanische Haltung in den letzten Pariser Abrüstungsbesprechungen gemacht werden.

Uebereinstimmend wird gegenwärtig auf engli­scher und amerikanischer Seite betont, daß entgegen Darstellungen der französischen Presse in den Abrüstungsfragen keineswegs eine ein­heitliche Front Englands, Frankreichs und der Bereinigten Staaten gegenüber Deutschland be­steht. Vielmehr wird in englischen Kreisen mit Nach­druck gefordert, daß jetzt unter allen Umständen eine gemeinsame Grundlage für die Annahme eines Abrüstungsabkommens geschaffen werden müsse und diese Grundlage nur mit Zu st immun g Deutschland zu finden sei. Auf deutscher Seite kann jetzt in aller Ruhe obgewartet werden, welche Vorschläge die übrigen Großmächte Deutschland in der Abrüstungsfrage zu machen haben. Zunächst bildet der von der Abrü­stungskonferenz einstimmig angenommene Mac- donaldplan d i e alleinige Verhand­lungsgrundlage. Eine internationale Äon» troll e, die sich praktisch nur gegen Deutschland richten würde, ist nach deutscher Auffassung völlig unannehmbar.

Italiens Vermittlerrolle.

Rüstungskontrolle nur unter tatsächlich gleichberechtigten Mächten.

Rom, 25. Sept. (TU.) ImGiornale d'Jtalia" schreibt Gayda, an der diplomatischen Vorberei- tungsarbeit zur Abrüstungskonferenz beteilige sich ötalien mit eigenen Anregungen und Formulie­rungsvorschlägen, und zwar in einer ausge- sprochen vermittelnden Rolle. Die Stel­lungnahme Italiens sei klar und einfach. Mussolini sei der H a u p t b e f ü r ro o r t e r der stärksten Abrüstung. Das b ezeuge der seinerzeit von ihm in Genf e-ingebrachte Plan. Aber der realistische Sinn und der aufrichtige Wille zur Zusammen­arbeit in der Abrüstung ließen die Politik Musso­linis nicht in unveränderlichen Programmen er­starren. Für sie gebe es in einem so schwierigen und lebenswichtigen internationalen Problem nicht die Fragestellung: Alles oder nichts. Die For­mel der stärksten Abrüstung bleibe daher das Endziel Italiens, das freilich n u r f ch ritt- weise erreicht werden könne. Italien stimmt, so sagt Gayda wörtlich, der Rüstungskontrolle zu unter der Bedingung, daß sie auf a l l e L ä n - der in den gleichen Formen und mit den gleichen Funktionen Anwendung fin­det. Eine solche Kontrolle kann daher nicht ein­seitig sein und darf überhaupt erst begin­nen, wenn die Gleichberechtigung zwischen den verschiedenen Staaten tatsächlich ver- w i r k l i ch t sein wird.

Der Vatikan und Sowjeirustland.

Paris, 25. Sept. (END.) In einer Havas-Mel- bung aus der Vatikanstadt wird darauf hingewiesen, daß der Vatikan und die Sowjetregierung möglicher­weise zu einer Bereinigung ihrer Beziehungen gelangen könnten. In vatikanischen Kreisen erklärt man, daß der Vatikan niemals in die Verfassungs­tragen eines Landes habe eingreifen wollen. Die Sowjetstaats form Rußlands würde also kein Hindernis für ein Konkordat sein. Der Vatikan vertrete die Auffassung, daß d i e F r e i h e i t des Kultus der Kirche zuerkannt wer­den müsse, und daß die Priester die Möglichkeit haben müßten, sich geistlich zu betätigen. Der Vati­kan seinerseits würde dem Klerus anempfehlen, f i ch nicht in d i e Politik des Staates ein» zumischen. Man könnte auch darüber verhandeln, wie man am besten die Rekrutierung eines den Sowjeteinrichtungen nicht feindlichen russischen Klerus organisieren würde.

Sozialdemokratische Mehrheit bleibt im Züricher Gemeinderat.

Zürich, 25. Sept. (WTB.-Funkspruch.) Bei den gestrigen Wahlen zum Züricher Gemeinderat (Legislative) erhielten die Sozialdemokra­ten 64 und die Kommunisten 2 Sitze gegen 59Mandate aller bürgerlichen Par­teien. Von diesen entfielen 10 Sitze auf die Nationale Front. Die Sozialdemokraten behalten also die absolute Mehrheit. Als Stadtpräsi­den t wurde der Sozialdemokrat Dr. K l ö t i mit rund 40 000 Stimmen wiedergewählt, während auf den Kandidaten der vereinigten bürgerlichen Par­teien, den Demokraten Dr. B r i n e r, rund 30 000 Stimmen entfielen. ImStadtrat (Exekutive) be- halten die Sozialdemokraten ihre bisherigen 5 Mit­glieder, die bürgerlichen Parteien erhalten 4 Mit­glieder, 2 Freisinnige und 2 Demokraten, rohrend das bisherige christlich-soziale Mitglied ausfallt. Der auf der Liste der vereinigten bürger­lichen Parteien stehende Kandidat der Nativ- na len Front, die zum ersten Male bei Ge- memdewahlen um eine Vertretung kämpfte, ist nicht gewählt worden.

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Am Freitag und Samstag war es zu schweren politischen Ausschreitungen gekommen. Ein von den bürgerlichen Parteien veranstalteter Fackel­zug, der zur Hälfte aus Anhängern der Nationalen Front bestand, wurde in der Bahnhofstraße mit Johlen und Pfeifen empfangen. Im Ver- lauf der Kundgebung kam es dann zu einem Hand­gemenge. Die Polizei konnte zunächst nichts aus­richten, so daß Verstärkung herangezogen werden mußte. Die Polizei nahm eine Reihe von Ver­haftungen von. v x - , 1

DerLeipzigeiProzeß gegen dieReichsiagSbrandstister

Ser Angeklagte Torgier wird vernommen.

Van her Lubbe am Vorlage der VrandstifMna.

kein Wort Deutsch. Wie sollte ich überhaupt mit ihm zusammenkommen?

Rechtsanwalt Dr. Teichert: Ich möchte feststellen, baß bei dieser Frage der Angeklagte van der Lübbe sich vor Lachen schüttelte.

Auf die Frage des Oberreichsanwaltes nach dem Zweck seines Berliner Aufenthaltes erklärt Ta- neff, er fei vom Zentralkomitee der bulgarischen Partei beauftragt gewesen, gemeinsam mit Popoff die Kampagne für d i e Amnestierung der bulgarischen Emigranten zu fördern. Ber­lin sei für diese Arbeit das geeignete Zentrum ge- gewesen.

fung durch meine Mutter vorlag. Meine Mutter ist seit fünfzig Jahren Soziali- st i n. Mit Vollendung des 18. Lebensjahres wurde id) Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. 1919 wurde ich Mitglied der Unabhän- g l g e n Sozialdemokratischen Partei, der ich bis dur Gründung der Kommunistischen Partei ange­hörte. Seit Dezember 1920 bin ich M i t g l i e d d e r Ä ° m m un i ft i f cf) e n Partei Deutschlands. Im Herbst 1925 wurde ich Vorsitzender des Beamten­ausschusses des Reichstages. In den letzten Jahren war ich noch Mitglied des Preußischen Staatsrates und 1929 wurde ich Vorsitzender der kommunisti­schen Reichstagsfraktion. Dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei habe ich nicht ange- hört. Im letzten Jahre war ich Herausgeber des Mitteilungsblattes der koxnmunistlschen Fraktion Der rote Wähler", sonst Bin ich nicht als Heraus­geber in die Erscheinung getreten.

Der Angeklagte Torgier weist auf mehrere bei den Akten befindliche Briefe der Angehörigen van der Lübbes hin, in denen von einer kommuni­stischen Arbeiterpartei die Rede sei, der, wie Torgler behauptet, die Freunde van der Lübbes und sicherlich van der Lübbe selbst angehört haben. Diese kommunistischen Arbeiterparteien in den ein­zelnen Ländern, betont Torgler, seien kleine Grup­pen von Leuten, die mit den Kommunistischen Parteien und mit der Kommunistischen Jnternatio- nale nicht das a 11 e r m i nt) e ft e zu tun hätten. Sie seien im Gegenteil mit ihrer anarchisti - schen Einstellung die schärfsten Gegner der eigentlichen Kommunistischen Partei.

Leipzig, 25. Sept. (WTB.) Vor Eintritt in die Verhandlungen teilt Rechtsanwalt Dr. Teichert mit, daß d i e Schwester des Angeklag­ten Dimitroff bitte, zur Verhandlung als Zuhörerin zugelassen zu werden. Sie solle ferner bezeugen, daß Dimitroff bis 1923 Mitglied verschie­dener Körperschaften in Bulgarien war, ferner, daß er im Jahre 1931/32 ihr geschrieben und auch in Moskau erzählt habe, daß er sich in Deutsch­land mit den Verhältnissen der bulgarischen Kommunistischen Partei und mit der Sammlung von Literatur darüber, sowie mit schriftstellerischen Arbeiten beschäftige.

Fräulein Dimitroff muß mit Hilfe des Dol­metschers vernommen werden. Die Zeugin gibt an, daß Dimitroff seit 1905 Generalsekretär des Ar­beitersyndikates der Kommunistischen Partei ist. Ferner sei Dimitroff seit zwölf Jahren ununter­brochen Volksvertreter im bulgarischen Parlament gewesen. Dimitroff habe ihr geschrieben, er halte es für seine Pflicht, in Deutschland weiter für die bulgarische kommunistische Bewegung tätig zu fein, Uebersetzungsarbeiten zu machen und Artikel zu schreiben, die sich mit der Kommunistischen Arbeiter­partei Bulgariens beschäftigen.

Angeklagter Dimitroff: Die Uebersetzung ist nicht ganz genau gewesen. Ich frage die Zeugin, ob ich ihr geschrieben habe, daß die Internationale Pressekorrespondenz wöchentlich ein bis drei Ar­tikel über die bulgarischen Verhältnisse aus meiner Feder gebracht hat.

Zeugin: Ja, das hat er mir geschrieben.

Angeklagter Dimitroff: Habe ich ihr nicht auch geschrieben, daß ich an einer Geschichte der revolutionären Arbeiterbewe­gung Bulgariens arbeite?

Die Zeugin bestätigte das, ebenso wie die wei­tere Frage des Angeklagten, ob er ihr nicht mit­geteilt habe, daß er die Kampagne zugunsten der Amnestie in Bulgarien durch seine Arbeiten und durch seine Reise nach Paris fördern wollte.

Rechtsanwalt Dr. Teichert fragt bann noch, ob sie auch Popoff kenne und in Moskau gesehen habe. Die Zeugin bestätigt, daß sie mehr­fach mit Popoff und auch mit seiner Frau zusam­mengekommen ist. Die Zeugin selbst ist von 1926 bis 1933 ununterbrochen in Moskau gewesen.

Der Angeklagte Taneff.

Es.beginnt bann die Vernehmung des letzten bulgarischen Angeklagten Taneff. Der 36jährige Schuhmacher Wassil Taneff ist in dem mazedoni­schen Städtchen Gevgeli geboren als Sohn eines Eisenarbeiters, der 1903 an dem Ausstand der ma- zedon-ischen Revolutionäre teilgenommen hat und 1906 im Kampf gegen die Türken gefallen ist. Taneff wurde 1925 wegen Zugehörigkeit zu der verbotenen Kommunistischen Partei Bulgariens zu 12% Jahren Zuchthaus verurteilt. Da­von habe er elf Monate abgesessen, da sei die Amnestie in Kraft getreten. I n seiner Ab­wes e n h e i t sei er dann Anfang 1927 zu zwölf- einhalb Jahren Zuchthaus verurteilt worden, weil er Mitglied des Reichskomitees der Kommunistischen Partei Bulgariens war. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er 1925 nicht an einem kommunistischen Aufstand in Bulga­rien teilgenommen habe, antwortet Tancff, 1925 habe es in Bulgarien keinen kommuni­stischen Ausstand gegeben. Er habe also daran auch nicht teilgenommen. Damals seien aller­dings etwa 20 000 bulgarische Arbeiter niederge­metzelt worden.

Das Gericht läßt eine Auskunft der Poli zeidirektion Sofia verlesen. Danach hat Ta­neff an den kommunistischen Unruhen im Jahre 1925 aktiv teilgenommen. Er war ferner Mitglied einer Geheimorganisation, nach deren Aufdeckung er die Grenze überschritt. Der politische Polizeidienst hat weiter erfahren, daß Taneff auch in Wien an kommunistischen Ver- ammlungen teilgenommen hat. Taneff b e st r e i - tet, in Wien kommunistische Versammlungen be­sucht zu haben und bestreitet ferner, Mitglied der Geheimorganisation gewesen zu sein. Mitte Oktober 1926 sei er in Moskau eingetroffen. Dort habe er von 1926 bis 1927 in einer Schuhfabrik gearbeitet. Don 1928 bis 1931 fei er politisch geschult worden. Mit der russischen Kommunistischen Partei habe er in keiner Verbindung gestanden. Die Schule sei eine rein bulgarische Emi­grantenschule gewesen. Die Lehrer an der Schule waren ausschließlich bulgarische Emigranten. Oktober 1931 sei er über Polen nach der Tschecho­

slowakei gefahren, und in Prag habe er vom bul­garischen Konsulat einen regelrechten Paß bekom­men. Am 24. Februar will Taneff in Berlin ein- getroffen sein.

Vorsitzender: Mit einem Paß, der zwar Ihr rich- tiges Bild zeigte, aber den falschen Namen Deneff trug.

Taneff: Diesen Paß habe ich von bulgarischen Emigranten in Moskau bekommen.

Rechtsanwalt Dr. Seuffert fragt den Angeklag­ten Taneff, ob er van der Lubbe früher schon gekannt habe.

Taneff: Woher soll ich ihn kennen? Ich verstehe

Als letzter der Angeklagten wird nun der frühere kommunistische Reichstagsabgeordnete Torgler vernommen. Ehe der Angeklagte Angaben zu seiner Person macht, erklärt er, er wolle die erste Ge­legenheit benutzen, um vor der Weltöffentlichkeit seine absolute Unschuld zu beteuern und zu erklären, daß er an dem Reichstagsbrand absolut unbeteiligt sei.

Der Angeklagte sckildert dann seinen Lebensver­lauf. Er sei als Sohn eines Arbeiters der Städti­schen Gasanstalt geboren. Er wäre gern Volks­schullehrer geworden, wurde aber wegen der Armut seiner Eltern nach Beendigung der Gemeindeschule kaufmännischer Lehrling in einem Herrenmoden­geschäft. Im Dezember 1914 wurde er zum Militär eingezogen. Fünf Monate war er Armierungssoldat in Russisch-Polen. Dann kam er als Infanterist an die Westfront. Bei Ausbruch der Revolution hat er als Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Neuruppin gewirkt. 1924 wurde er dann in den Reichstag gewählt.

Torgler schildert dann seinen politischen Werde­gang und führt u. a. aus: Ich möchte mit aller Betonung, auch mit einer gewissen Berechtigung und ohne Uebertreibung sagen, daß der Kampf für den Sozialismus zum Sinn und In­halt meines Lebens geworden ist. Was ein Mensch aus Idealismus aufbrinaen kann, das habe ich für die Sachs der Arbeiterschaft aufgebracht, und ich werde auch weiterhin nicht ruhen, mich für die Sache der deutschen Arbeiterklasse einzusetzen. Ich gebe zu, daß bei mir eine gewisse Beeinflus -

Die Vernehmung der Angeklagten über ihre Per­son ist damit abgeschlossen. Das Gericht geht dann zur Behandlung des zweiten Teiles der Anklage, dem objektiven Sachverhalt, über. Der Vorsitzende wendet sich zunächst an den Angeklagten van der Lubbe und fragt ihn, ob .es richtig fei, daß er am 22. Februar 1933 vor dem Neuköllner Wohlfahrtsamt geäußert habe, die Arbeiterschaft müsse jetzt mit einer Gegenaktion ein­setzen, es sei dazu noch nicht zu spät. Der Ange­klagte gibt zu, sich in ähnlicher Weise geäußert zu haben.

Vorsitzender: Sie sollen weiter gesagt haben, man müsse öffentliche Gebäude an st ecken, damit das Volk aufgerüttelt würde und den An­fang der Revolution erkennen könne. Van der Lubbe äußert sich zu diesen Fragen wieder in derselben zögernden und widerspruchsvollen Weise wie am ersten Verhandlungstage. Er gibt schließlich z u, daß in feiner Gegenwart von der Notwendigkeitgesprochenworden s e i, öffentliche Gebäude anzuzünden. Dagegen b e- streitet er, daß bei dieser Gelegenheit gesagt worden sei, der Reichstag müsse in Brand ge­steckt werden. Die Inbrandsetzung öffentlicher Ge­bäude habe nicht er selb st empfohlen, aber im Laufe des Gespräches sei davon geredet worden. Der Vorsitzende stellt fest, daß die heutigen Bekun­dungen van der ßubbes sich im großen und ganzen mit dem Ergebnis der Vernehmungen in der Vor­untersuchung decken.

Dem Angeklagten werden dann zahlreiche Aeuße- rungen vorgehalten, die er in Gesprächen gemacht haben soll. So hatte er zu dem Zeugen Janicke, einem Zeitungshändler, geäußert, die Deutschen wüßten nicht, was sie machten und die Kommuni­stische Partei arbeite nicht durchgreifend genug. Auch in der Wohnung Starters, wo

van der Lubbe übernachtet hat, sagte van der Lubbe, daß er Angehöriger der Kommunistischen Partei sei, jedoch mit der jetzigen Führung der Kommunist schen Partei nicht einverstanden sei, da diese zu flau arbeite. x

Van der Lubbe b e ft ä t i g t alle diese Aeußerun- gen durch ein kurzes Ja oder iiuich ein Kopfnicken. Das gilt auch von weiteren Weiterungen wie: Man müsse Revolution machen, er wolle Erwerbslose zu­sammenbringen, um die Revolution vorwärts zu treiben, jeder müsse sich selbst Führer sein und nicht er ft die Befehle her Parteilei­tung abroarten, er wolle bis zum 5.März in Berlin bleiben, und wenn bis dahin nichts geschehen sei, wieder nach Holland zurückkehren. Einem Wohl­fahrtspfleger gegenüber hat er geäußert, man müsse äußerst radikale Maßnahmen ergrei­fe n. Am gleichen Nachmittag hot sich van ber ßubbe einen SA.-Ausmarsch in Neukölln angesehen und auch dabei geäußert, man müsse etwas machen. Van der Lubbe b e ft ä t i g t alle diese Aeußerungen.

Auf den Vorhalt des Vorsitzenden bestätigt der Angeklagte van der Lubbe, daß er am Donnerstag, 23. Februar, von derPost Geld abgeholt und dann die Absicht gehabt habe, eine im Sport« Palast stattfindende kommunistische Versammlung zu besuchen. Diese Versammlung sei aber aufgelöst wor­den. Am Freitag, 24., also am Tage vor der Bra.ndstiftung, hat van der Lubbe sich mit einigen jungen Leuten darüber unterhalten, daß etwas unternommen werden müsse, um die Arbeiterbewegung vorwärts zu treiben. Die Frage des Vorsitzenden, ob er sich an diesem Tage mit dew Gedanken beschäftigt habe, gegen die Nationalsozia, listen etwas zu unternehmen, verneint der Ange­klagte.

Der Vorsitzende vertagt dann die Vernehmung auf Dienstag.

Die Vorbereitungen zum Erntedankfest im Weserbergland.

0er Schauplatz.

Berlin, 25. Sept. (CNB.) Arn 1. Oktober werden in allen Gauen Deutschlands große Ernte­dankfeste abgehalten, die in einem großen Sauerntreffen im W e s e r b e r g l a n d am Bückeberg ihre Krönung erhalten. Unmittelbar von der Weser aus hebt sich der Berg, auf dem wie viele geschichtliche Dokumente aufweisen, frü­her die Things der alten Germanen abgehalten wurden, etwa 400 Meter hoch heraus Seme Spitze ist mit dichtem, gemischten Hochwald geschmückt; nördlich von ihm erheben sich, getrennt von der Weser und einem Nebental, zwei Anhöhen und so entstand da eine leicht gewellte Gegend, auf der sich ein Feld neben dem anderen erstreckt und damit einen Hintergrund bildet, wie er für ein Bauerntreffen nicht besser ausersehen werden konnte Zu Fußen des Berges, direkt an dem lieblichen Tal der Weser, liegt das kleine Ackerstädtchen Tün- dern und bei klarem Wetter grüßen von weitem die Konturen der Stadt des historischen Ratten­fängers Hameln.

006 Heranbringen der Festieilnehmer.

Vom frühen Morgen ab werden auf den fünf in der Nahe liegenden Bahnhöfen Hameln, Rohrsen Groß- und Klein-Berkel und Tündern in ununter­brochener Folge, teilweise in einem Abstand von nur fünf bis zehn Minuten, die Sonderzüqe eintreffen, dieannähernd250 OOOTeilneh- mer aus a11en Teilen des Reichs nach dem Budeberg bringen. In großen Säulen werden die Bauern von den Bahnhöfen zum Bückeberg I M S k 4 ch i i F i u, unö um ein forsches Marschtempo.

einzuhalten, werden an allen Bahnhöfen und auf den Wegen verteilt sowie im Talkessel unterhalb des Bückeberges große Lautsprecheranlagen den ganzen Vormittag bis gegen 16 UhrMarsch­weifen spielen. Man hofft, daß um 15 Uhr der Aufmarsch am Berg beendet ist. Für die Teilneh­mer, die bereits in den ersten Vormittagsstunden am Festplatz erscheinen, sind zu beiden Seiten des Berges riesige Verpflegungszelte aufgebaut wor­den. Abseits vom Berg sind Feldquartiere für 100 000 Mann eingerichtet. Darüber hinaus sind in der» Heren Umgebung etwa 20 000 Privatquartiere re­quiriert worden.

Ein großartiges militärisches Schauspiel.

Die Ehrengäste werden geschlossen in der Zeit von 15 bis 16 Uhr vom Hotel Monopol in Hameln auf einer freigehaltenen Strecke direkt auf den Festplatz gebracht und um 16.15 Uhr wird der Diplomaten-Sonderzug auf freier Strecke unmittelbar am Berg halten, um den ausländischen Gästen das Erreichen des Festplatzes zu erleichtern. Erst wenn alle Teilnehmer auf dem Festplatz ver­sammelt sind, wird gegen 16.30 Uhr der Führer erscheinen, der vom Reiterregiment Nr. 13 von Hameln aus bis zum Bückeberg eskortiert wird Reichswehr, Schutzpolizei, SA., SS. und St. wer­den in starken Bereitschaften am Fuße des Berges zur Begrüßung des Führers Aufstellung nehmen und nach Abschreiten der Front wird der Kanzler sich auf die Ehrentribüne, die für 2000 Personen auf der Spitze des Berges erbaut worden ist, be­geben.

Fanfarensignale eröffnen den großen Staatsakt Und lekteu das miUtärijche Schauspiel ein.

Ueber eine der Pontonbrücken über die Weser wirk eine Batterie angeprescht kommen, unterhalt des Berges einschwenken und abprotzen. Von hie« aus werden 21 Schuß Salut abgegeben werden Das gesamte Reiterregiment 13, das der Führer eskortier hat, wird aus einer in der Näh, liegenden Domäne, in die es sich zurückgezogen hat hervorbrechen und auf dem großen Feldgeländ, Reiter spiele und Gesechtsübunger vorführen. Den Abschluß bildet ein Parade marsch im Galopp, an dem sich die Artillerist die durch ein großes Umaehungsmanöver hinter dii Reiterei gelangt ist, anschließt. Das gemeinsam ge fungene LiedNun danket alle Gott" wird über leiten zu der

Ansprache des Reichsernährnngsminlslers D a r r ö, worauf dann der Führer Reichs- kanzler Adolf Hitler das Dort ergreifen wird.

Den Abschluß des Bauerntreffens bildet der groß, Zapfenstreich mit dem Deutschland-Lied uni gleich darauf werden der Führer und die Mitglieder der Reichsregierung sowie die Ehrengäste in Son derfahrzeugen nach Bad Pyrmont gebracht.

Währenddessen spielt sich auf den umliegende« Anhöhen ein wohl noch nie dagewesenes Schau fpiel ab. Aus Sparsamkeitsgründen hat man fid für ein Feuerwerk entschieden, das trotz gro feer Wirksamkeit keine großen Mittel benötigt. Dre Salven 45-Zentimeter-Bomben eröffnen da, Feuerwerk und auf ein Kommando hin werde« auf den Anhöhen riesige Holzseuel entzündet, in denen weißes, rotes und grüne, Magnesium aufflackert. Fünf Minuten lang werden die Anhöhen zu brennen scheinen. Weitere 45 Born ben werden das ganze Tal zum Erschüt« tern bringen und bann wird hinter dem Ohv berg, der nordöstlich vom Bückeberg liegt, e i t riesiges Feuer entzündet, das den Ber( als Silhouette klar vom dunklen Himmel abheber wird. Noch einmal wird es von allen Seiten auf blitzen und aufdonnern und wie ein großet Wetterleuchten den Abschluß des großer Bauerntages anzeigen.

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DieAeugl der deutschen Frau Berlin, 25. Sept.JI MchMrer ber »ja scheu jjrauenfroni Dr. Ri aenbe Wnorbnung: 2a w über die Zusammen ta arbeitsgemeinscha' der Deutschen Fraue bereits aussichtsreich fortger ich hierdurch im ffinoerfti Reichsminister Dr. Frick dieser Verhandlungen sofor banden ejne merlraue nähme auszunehmen ist. schaslsverbole jebei Frauenoerbände find aus llntertdhungdestz deutschen Verbrat

Hamburg, 25.Sept deutscher Berbrautyrgenofl teilt durch ben flor/igenben Direlior ffar' Müller, n. Wtotrl | Zustands in \tintn %tüubtn und dene angehärenden Derbrauchrroe- der nächst«, Monate rin B Nonen Mark zufiie sich bei diesen Hnslandktz die an und für sich erst Zeitpunkt ausjufü d'° aber in Unterftftüfeung Programmes der Regierur griff genommen werden.

Minister a.O.Hirtsb beschu! lkj/en, 25. Sept. (TU Material aus lMsdezernats der Staats, fuieTttPreu6i|dle'2 Ve,er W sich jein Mnlfi?e'l'n9en' °'nem Äß,aulrunb 10000 fchenken taffen Kleinwohnungsbau

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