Ausgabe 
25.8.1933 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

lief;) ausfallen. Für die Zeit sei tritt ihn Herr Ministerialrat R

gelang der Frage der Erhebung einer l - und Warenhaus st euer für

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<i s Rechnungsjahr 1 933 besaht. Aus ihr

Die rhein-mainische Arbeitsschlacht im 3uli

8

Oie Sprechstunden des Staatssekretärs Jung.

einen Einbruch, erbrachen die Registrierkasse und entwendeten eine Anzahl photographischer Ap­parate und Prismengläser. Personen, die hin­sichtlich der Täter irgendwelche Wahrnehmungen gemacht haben, werden gebeten, diese der Kri­minalpolizeistelle mitzuteilen.

canbftiftung auf einem Hofe Mf bei EchloM (Provinz ft der letzten Uchte aber. Vf euer heimgesucht. Zum brannte es auf dem Hofe tonet Schulz. Diesmal nhausundeinLtallgebäude ^ert. Die Untersuchung er» ) wiederum Brandftif. elitzer Schulz befindet sich Intersuchungshaft, und durch ch dieser Zeit ist di? Ange- rätselhafter geworden. Dm -r ganze westliche Teil des le neben Brandstelle zeigt icn Einwohnern ist auheror- bis jetzt nicht gelungen ist, les geheimnisvollen Brand«

»nd von Phantasieuniformen fällt, die lit ihrem Gesamteindruck Anlah zur Derwechs- lung mit Uniformen des alten Heeres geben.

Oie Filial- und Warenhaussteuer.

Das Hessische Staatsministe^ium hat eine Der- Lgung an die Kreisämter erlassen, die sich mit

Oas unbefugte Tragen von Uniformen tesaltenHeeresundderMarinestrafbar Das Reichsministerium des Innern nimmt Hcranlaffung, daraus hinzuweisen, dah

Son amtlicher Stelle wird bekanntgegeben, daß die Sprechstunden des Herrn Staatssekretärs Jung in her Zeil vom 23 Äugust bis 9. September (emschsieß- licch) ausfallen. Für die Zeit seiner Abwesenheit oer- Iritt ihn Herr Ministerialrat Ringshausen.

Idcs unbefugte Tragen von Uniformen des alten leeres oder der alten Marine strafbar ist, und Iben hierunter auch das Tragen von Uni- Lor men mit geringen Abänderungen

Theodor Körner, der Genins der Freiheitskriege

3u feinem 120. Todestage am 26. August.

Don Or. Friedrich Spreen.

Schwert" ist für die Rachwelt zum Demus der Freiheitskriege geworden', in ihm und in seinen herrlichen Kriegsliedern sind die Begeisterung der Jugend, die Reinheit des Strebens und die Kraft des Gefühls, die in diesem Dölkersrühling die Ge­müter beseelten, am klarsten ausgeprägt. Wer sei­nem Wesen und Schaffen mit kalter Kritik nahen, seine Dichtung rein literarisch beurteilen wollte, der würde den Sinn dieses so kurzen und doch so harmonisch vollendeten Lebens verkennen, das in seiner jubelnden Steigerung zum Fortissimo und seinem elegisch grandiosen Ende die schönste ist, die uns dieser Feuergeist als Vermächtnis bin* terlaffen.

An seiner Wiege schon standen die Musen. Schil­ler durfte als Schuhgeist seines Elternhauses gel­ten; war er doch seines Vaters bester Freund. Den Vesten seiner Zeit war Christian Gottsried Körner nahe verbunden. Früh war in dem mu­sikalischen Knaben der Trieb zur Dichtkunst rege; der Klang der Schillerschen Sprache wurde seinem empfänglichen Ohr rasch vertraut; Schillers Bal­laden waren die ersten Gedichte, die er las. Kein Wunder, dah er dasSchillern", das ihm so oft vorgeworfen, nie ganz los geworden ist. Aber des Dichters Jdealgestalten wurden nicht nur die Mu­ster seines Dichtens, fonbem auch die Führer sei­nes Lebens. Sorgfältig erzogen und in dieser lite­rarischen Atmosphäre zum Verehrer der Dichtung herangebildet, wählt er sich mit 17 Jahren den Berus des Bergmannes. Als ein echter Roman­tiker, deutsch patriotisch, religiös schwärmerisch, steht der Schüler der Freiburger Bergakademie vor uns, so viel stärker erwies sich der Zeitgeist, als die im Klassischen und Rationalistischen be­gründete Sinnesart des Vaters, der vielmehr durch den Sohn mit hineingerissen wurde in die neue Strömung. In eine ungetrübte Gemeinschaft blicken wir, wenn wir die Briefe zwischen Vater und Sohn lesen, und die kluge Mutter, die ernste Schwester Minna schießenden harmonischen Kreis. Die gesunde Lebensfülle Theodors wurde durch seine enthusiastisch-religiösen Ideen, die in dem Plan zur Gründung einesTaschenbuches für Christen" gipfelten, nicht gehemmt. Der junge Dichter, dessen Poesien der Vater bereits zu einer bei seinem Freunde Göschen verlegten Sammlung Knospen" zusammen stellte, reimt und schreibt, wie es ein begabter Achtzehnjähriger eben tut. Bald merkt er, daß die überschwenglichen Offenbarun­gen, die er im Bergbau sucht, nicht Erfüllung finden. Er gesteht dem Vater, dah erfür die praktischen Geschäfte des Lebens nicht geeignet ist, und will auf die ilnioerfität. Das Schillersche Räuberlied wird in der Leipziger Studentenzeit sein Motto, und dem kecken Burschenleben darf Duell unb Karzer, bars sogar die Relegation nicht fehlen.

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Terror in Spanien.

btilm Sartain Provinz 3ombenan(d)lag dop stürzten ein uni) testen \ Stimmern. Es brach m großer Stil bet'Barer.- rdr. Die Arbeiter fonnto ichMgen geborgen teerten, r grvs). Qüan vermutet einen t Provinzen Cadiz, Huclva Branbftiftungen auf er Tagesordnung. Die durch >paganda ausgeyehten Land« zlosen richten aus den iden, sowie an den Ernte« l Schaden an, ohne daß die er Lage sind, diesem Terror mutreten.

In der Frankfurter Umgebung sink» umfange iche Strahenarbe ten (außer der Hafraba) in Angriff genommen unb in Höhe von elf Mn- Itonen Mark geplant. Der Krebitausschuh für öf­fentliche Arbeiten hat außerdem für Strahenarber- ten bereits ein Darlehen im Gesamtbetrag von eine Million Mark bewilligt, welcher Betrag allcrbingä zwischen Frankfurt a. M. unb ber Pro­vinz Westfalen unb der Provinz Sachsen »u teilen ift Auch die aleichgeschaltete Main-Gas-AG. hat für 500 000 Mark Aufträge beschlossen. Und wenn in diesen Tagen bekannt wird, dah die Reichs­bahn Flugzeuge in ihre Dienste stellt, soll hier nicht vergessen werden, darauf hinzuweisen, dah >ie noch stilliegende Motorenfabrik Frankfurt- Oberursel in ihrer Wiederbelebung eine wichtige Möglichkeit für den Sieg der Arbeitsschlacht des Lhein-Main-Gebietes bedeuten würde.

Die Bau- unb Wirtschasts-AG. Bausparkasse i-nMainz gab am 29. Juli als elfte planmähige Zuteilung einen Betrag von 234 000 Mark an Jausparer aus. Bereits im August findet eine er­neute Zuteilung statt, der im Oktober die nächste planmähige Zahlung folgen soll.

Auch ber rhein-mainische Export kann sich einer Belebung erfreuen, bie sich auf verschiebene Ge­biete erstreckt.

Bon ben 10 Millionen Mark, welche das Reichs- arbeitäminifterium am 26. Juli dem preussischen Staat für Instandsetzung öffentlicher Gebäude bewilligte, wird unser nassauisches Gebiet bevorzugt mit zu bedenken sein. Allein schon deswegen ist das zu erwarten, weil die kompli- x ertere Struktur unserer Verhältnisse die Zahl ber Wohlfahrtserwerbslosen trotz aller oben angebeu­teten Anstrengungen langsamer vermindern läht, als im Reichsburchschnitt. Gleiches ailt auch für die halbe Milliarbe Reichsmark, mit der das A r - Eeit8bcfd>affung8 gjtogtamm d-r Reicksbahn einer Viertelmillivn Volksgenos- Fen auf ein volles Jahr Arbeit und Verdienst schaffen wird. Schon haben allein im W e st e r - Wälder Rotstandsgebiet etwa tauswid Arbeiter wieder volle Beschäftigung. Die Reichs­bahn hat die Vereinigung der Westerwalder Ba­saltkleinbetriebe am 18. Julider Lieferung von 15 003 Tonnen Dasaltkleinschlag Ertragt. Am 24. Juli wurden die Aufträge der Reichsbahn cuf 80 000 Tonnen monatlich erhöht. Em Grohteil ter Westerwälder Erwerbslosen findet so Arbeit unb Lohn bei den dröhnenden Sprengschussen ihrer 2rüche. Sogar die weltberühmten Westerwaloer Äannebäder können wieder kräftig in ihren wei­fen Ton greifen. Auch die Westerwalder Branntohlengrube Alexandria er-

Sein Leben liegt faltenlos und leuchtend aus­gebreitet."

Dieses Wort Wallensteins über Max Piccolo­mini hat Jmmermann treffend auf Theodor Körner anaewendet. Wie der jugendliche Held Schillers hat auch er durch ein frühes opfer­mutiges Sterben die Ansterblichkeit errungen, sein Leben durch seinen Tod mit einer strahlenden Glo­riole umwoben. Der Dichter vonLeher und

Pfarrhausbaufragen in Klein-Linden

* Klein-Linden, 23. Äug. Unsere über 2000 Seelen zählende evangelische Kirchengemeinde bildet bis auf den heutigen Tag eine Filialgemeinde der Pfarrei Großen-Linden Lis zum Jahr 1908 wurde der Kirchendienst von den Pfarrern von Großen- Linden versehen. Mit diesem Zeitpunkt wurde für die Filiale Klein-Linden die Pfarrassistentenstelle mit dem Wohnsitz nach Klein-Linden verlegt. Die Gemeinde mußte einen Zuschuß für den Pfarrer- aehalt leisten, ferner dem Assistenten die Wohnung stellen, und war außerdem zur Zahlung von größe­ren Beiträgen an die Muttergemeinde verpflichtet. Dor einem Jahr wurde die Äfsistentenstelle einem Pfarrer mit definitiven Rechten übertragen. Die Stelle selbst aber bleibt noch wie vor Assistenten­stelle der Pfarrei Großen-Linden.

Um dem recht häufigen Wechsel der Geistlichen ein Ende zu bereiten und zu stetiger Arbeit in der Gemeinde zu kommen, trägt man sich schon seit Jahren mit dem Gedanken, ein Pfarrhaus zu errichten und die hiesige Filialgemeinde in eine selbständige Gemeinde mit selbständigem Pfarrer umzuwandeln. Es haben auch schon öfters im Kir- chenvorstand und in der Kirchengemeindevertre­tung Besprechungen darüber stattgefunden, u. a. auch schon in Gegenwart des Herrn Superinten­denten Oberkirchenrat D. Wagner (Gießen). Bei der Feldbereinigung, die im Jahre 1926 zu Ende ging, wurde auch von der Gemeinde in vorsorg- sicher Weise ein Platz für das einmal zu bauende Pfarrhaus in der Hügelstraße bereitgeftellt. Um der Errichtung eines Pfarrhauses näherzukommen, erscheint seit dem Jahre 1931 im Kirchenvoranschlag eine Summe von 500 Mark als Kirchenbaufonds, die am Ende dieses Jahres mit einer Stiftung von 100 Mark von privater Seite und einer weiteren von 10 Mark auf insgesamt 1610 Mark ohne die Zinsen angewachsen ist. Da gegenwärtig die Lage am Baumarkt verhältnismäßig günstig ist und auch allenthalben der Ruf nach Arbeitsbeschaffung laut wird, glaubt man, daß jetzt der günstige Zeitpunkt zur Errichtung eines Pfarrhauses gekommen ist. Auch ist die Schuld der Kirchengemeinde, die vor einigen Jahren noch einige Tausend Mark betrug, infolge der Abtragungen der letzten Jahre bis auf 400 Mark bei der Landeskirchenkasfe getilgt worden, so daß die Kirchensteuer ab 1933 auf 9 o. H. gesenkt werden konnte, wobei allerdings noch mitgespielt hat, daß es den Bemühungen des derzeitigen Pfar­rers gelungen war, im Jahre 1931 einen weiteren jährlich zu leistenden Zuschuß der Gemeinde Klein- Linden an Großen-Linden für Pfarrbesoldungs- grundstücke, Gemeindesteuern, land- und forstwirt­schaftliche Berufsgenossenschaft und Landwirtschasts- fammer mit insgesamt 350 Mark in Wegfall zu bringen. ,

Man glaubt jetzt, mit den seitherigen Aufwen­dungen für Miete mit rund 450 Mark und den bis heute noch jährlich zu zahlenden 300 Mark, die als ein Zwölftel der Unterhaltung des ersten Pfarrhau- fes zu Großen-Linden und als Beitrag zur Psarr- besoldung der ersten Pfarrei bortfelbft und für ebendaselbst abgelöste Akzidentien zu entrichten sind, den Bau eines Pfarrhauses finanzieren zu können d h. die aufzunehmenden Kapitalien verzinsen zu können, ohne die derzeitige Kirchensteuer zu er- höhen. Die seither schon im Voranschlag erscheinen- den 5OO Mark für Psarrhausbausonds sollen der jähr- sichen Schuldentilgung dienen. Den Bemühungen des Pfarrers ist es gelungen, die evangelische Sterbevorsorge zur Bereitstellung der Mittel gegen einen angemessenen Zinssatz zu gewinnen.

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Um Geschichte zu studieren, kommt er 1811 nach Wien, und hier findet er alles, was er ersehnt hatte. Der blende Schimmer der Bühne umfängt ihn und hält ihn magisch fest; die weltbedeuten­den Bretter entbinden in ihm die Kräfte des Dra­matikers, spenden ihm Ruhm und feste Stellung und schenken ihmden Engel", den seim Herz ge­sucht hat. In einem einzigen Jahre reifte er zum Manne.Wie der letzte Sommer und der jetzige mich so verschieden begrüßen", schreibt er 1812 an den Vater.Damals war ich krank und schwach und ein roher wilder Bursche obendrein, und jetzt bin ich so stark und frisch und glücklich überdies, und etwas abgeschliffen von Zeit und Menschen." Wie von selbst schließen sich in ihm die Verse nur zu kleinen Szenen zusammen. Es sind anspruchslose Lustspielchen, wieDie Braut",Der grüne Do­mino", späterDer Rachtwächter",Die Gou­vernante",Der Vetter aus Bremen", Stücke, die auch heute noch ihre heitere Liebenswürdigkeit be­wahren. Als er dann nach einer Kleistschen Ro- velle das DramaToni" dichtet, meint er selbst bescheiden, das Stück sei voll Theatercoups, in dem Fluß der Jamben hofft er aber weiter gekommen zu sein. In die gräßlichen Tiesen des Schicksals- oramas stürzt er sich mit derSühne". Aber alle Versuche erscheinen ihm nur als Vorarbeiten für großes Werk, das übet seinen Beruf zum Dichter entscheiden sollte. Statt des zuerst geplanten Conradin" wird derungarische Leonidas" Zriny sein Held, an dessen dramatische Gestal­tung sich dann bald eine zweite TragödieRo­samunde" schließt.

Eine Fülle von Schöpfungen war in die Arbeit weniger Monate, die durch ein eifriges Gesell­schaftsleben noch unterbrochen wurde, zusammen­gedrängt. Der 2Ojährige trag noch alle Schlacken und Schwächen seines Alters an sich; er war keine frühreife, zeitig fertige Ratur wie etwa die gleichaltrigen Dichter C h a 11 c r t o n und Georg Büchner. Sein Talent bedurfte des langsamen Ausreifens, und das war ihm nicht vergönnt. Körner ließ sein Geschick den Becher des Erfol­ges in raschen, vollen Zügen schlürfen. Als der Liebling der Götter lebte er im deutschen Volke fort.

Körner hatte mit seinen Dramen vielen Beifall beim Publikum; er wurde zum k. t Hvfdichter er­nannt. Worum Kleist, Arnim und manche andere vergeblich rangen, das ward ihm durch des Va­ters Vermittlung zuteil: die Anerkennung Goe­thes. Vater Körners Lieblingsplan, auf den Goethe sehr lebhaft einging, war es, daß lein Sohn den Olympier zum Lehrmeister ber Dichtung erwähle, und zu ihm nach Weimar gehe. Aber Körner war damals schon durch die stärksten Bande an Wien gefesselt: er hatte in Antonie Adamberger die Erfüllung seiner heißen Liebessehnsucht, die Braut gefunden. In zwei er­greifenden Briefen hat er ein Bekenntnis seines Verlöbnisses abgelegt:der Kranz der Liebe ist um mich geschlungen, und alle Blütcnr, die ihr mir erzogen habt, hat die Sonnenzeit meines heiligsten Gefühles, hat meine Toni mir aufgeküßt. Ich for­dere den auf, der glücklicher sich rühmen kann!" Mitten im hellsten Sonnenglanz aber fielen die Schatten einer dunklen Ahnung auf seinen Weg.

Am 6. Januar 1812 hatte er an feinen Vater geschrieben, die Zeiten der Exzesse und Studenten­pflichten seien vorbei, dochwerde ich das, was ich glaube und fühle, zu jeder Stunde auch mit dem Blut besiegeln; dazu hast Du mich erzogen". Wenn Preußen den Krieg beginne, werde et seine deutsche Abkunft zeigen und seine Pflicht er­füllen. Ein Jahr darauf spricht er von dem großen Augenblick seines Lebens, der ihn nicht unwürdig finden werde. Kurz danach erklingt in seinem letzten Drama,Joseph Heyderich oder deutsche Treue" ein leidenschaftlicher Hymnus auf die Ehre des Soldatenstandes, auf den Heldentod in der Schlacht, und einen Monat später folgt er dem Aufruf an mein Volk zur Befreiung des Vaterlandes.

Den Heldenjüngling begleitete ein in grüne Seide gebundenes Buch, ein Geschenk von lieber Hand, ins Feld. Auf seine Blätter hat er jene Lieder ausgeschrieben, die zunächst alsZwölf freie deutsche Lieder" nach feinem Tod erschie­nen und dann gesammelt vom Vater unter dem TitelLeyer und Schwert" herausgegeben wurden. Von Feldwacht zu Feldwacht, von Ge­fecht zu Gefecht quellen ihm Lieder zu; er dichtet seinSchwertlied"; da werben schon die Trom­peten. Er wirft den (Stift weg und ergreift die Waffe, welche er eben besungen; in der Fülle dieses Gefühls tritt ihn der Tod rasch an, rasch, ohne dah er fein Antlitz gesehen hat, und die Brüder geben ihm den Feuer grüß in die Gruft. Er fehlt im Siegeszug, aber er ruht, wie er ge­hofft hat, in freier Erde und lebt im deutfchen Volke fort von Geschlecht zu Geschlecht:

Denn was berauscht die Leier einst besungen. Das hat des Schwertes freie Tat errungen.

Der Gauleiter hat inzwischen ganz neue Wege zur Arbeitsbeschaffung .m Rhein-Main-Gebiet eingeschlagen. In Zusammen­arbeit mit unserem äußerst rührigen Handels­kammerpräsidenten Dr. Luer ist einAus.chuh zur Durchführung der Aebcrwachung der öffent­lichen unb privaten Arbeitsbeschaffungsmaßnah­men" gebildet worden. Führende Vertreter der Wirtschaft, der Kommunen, des Bankwesens, des Landesarbeitsamtes und der Partei sind ver­einigt zum Angriff auf die Arbeitslosigkeit in breitester Front.

Besonders soll über die öffentlichen veschaffungs- mahnahmen hinaus die private Initiative ver­stärkt, die politische Zersplitterung des zusam­mengehörigen Rhein-Main-Gebiets wirtschaftlich ausgeschaltet und die Unterstützung des Reiches stärker herbeigezogen werden.

Wichtig ist, daß dieser Ausschuß auch darüber wacht, welche Auswirkungen die neuen Arbeits- bcschasfungsmaßnahmen haben, alle etwa aus dem Eifer der Arbeitsschlacht auskommende zu riskante oder verfehlte Unternehmungen zu ver­hindern und besonders den niederträchtigen Preiswucher zu unterbinden, der die Belebung gierig ausbeuten möchte.

Wenn wir sehen, wie seit Monaten zu öffent­lichen sozialen Sammlungen, Spenden und Opfern aufgerufen wird, und dann erleben, mit welch großartigen Leistungen unser Volk darauf ant­wortet, so ist auch das für uns Rationalsozia­

listen eine besondere Verpflichtung. In Hessen zahlte eine kleine Gemeinde von nur ein paar hundert Einwohnern, fast nur Werktätige und Rotstandsarbeiter, die Summe von 300,50 Mk. Ein Arbeitsloser hat für dieOpfer der Arbeit" fast das ganze Sparkonto seiner Fa­milie, nämlich den Betrag von 500 Mk. gezeichnet.

Dieses durch Kriegsanleihen, Schieber, Inflation, Deflation, Steuerbolschewismus, Rot und Be­trug ausgepreßte, arm gewordene deutsche Volk trägt seine letzten Groschen zu Millionen zu­sammen in einer weise, daß unsere riesige Arbeitsschlacht hinreichend mit Munition versorgt werden kann.

Spenden, Opfer und Lotterien werden ausge­schrieben. Kaum geschehen, fließt schon der heilige Strom des Opfergeistes der geeinten Ration und aus vielen Kleinen wird das Große.

Wir aber, die wir als Rationalsozialisten sehende Zeugen dieses heldischen Ringens um den Wiederaufstieg sind, wir wollen täglich neu geloben: Wenn die andern Geld spenden. Geld und immer wieder Geld, dann werden wir nie erlahmen, in der Bereitschaft alles ein- zusehen, was wir sind. Denn keiner aus unsrer Front gehört sich noch selber, weil wir uns bem Siege verschworen haben. Mann für Mann, Schulter an Schulter, Junge und Alte, das er­wachte arbeitende deutsche Volk!

geht hervor, daß die hessischen Gemeinden Der- > slichtet sind, für 1933 sowohl eine Filial- teuer, als auch eine Warenhaussteuer mit dem Mindestsatz von 100 v. H. der allgemeinen Ge- teerbesteuer zu erheben. Es ist jedoch gesetzlich auch die Möglichkeit geichassen worden, diesen Aufschlagsatz auf 200 v. H. der allgemeinen Ge- tecrbefteuer zu erreichen.

Die Wah en zur Landessynove 1933.

CPH. Wie bereits bekanntgegeben wurde, ist zur Hessischen Landessynove nur ein Wahl- Vorschlag und zwar von derGlaubensbewegung Deutsche Christen" eingegangen. Die darauf Ge­nannten gelten nunmehr endgültig a l s ge­wählt. Der Bevollmächtigte der Hessischen Evangelischen Landeskirche hat angeordnet, daß die Frist zur Wahlanfechtung auf die Woche vom 20. bis 26. d. M. abgekürzt wird.

(ddänöefportlebrgang für Junglehrer.

Die Staatspresse st eile Darmstadt teilt mit:

Lehrer, insbesondere Junglehrer, denen daran ge­legen ist, an einem Geländesportlehrgang teilzurnh- men, können sich unmittelbar bei der Ministerial- ibteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und solkstum in Darmstadt schriftlich anmelden. Regie- rungsrat W. B e r g n er ist vom hessischen Minister- Präsidenten mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Leiters der Tliniftcrialabteilung III beauftragt.

Daten für Freitag, 25. August.

1744: der Dichter Johann Gottfried von Herder in Nahrungen geboren (gestorben 1803). 1758: Sieg Friedrichs des Großen über die Russen bei Zorn- borf; 1800: der Kirchenhistoriker Kurt August von Hase in Niedersteinbach bei Penig geboren (ge­storben 1890); 1845: König Ludwig II. von Bayern in Nymphenburg geboren (gestorben 1886);

Bornotizcn.

Tageskalender für Freitag: Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Es war einmal ein Musikus."

Bureaueinbrüche in der Bahn- hofstraße. 3n der vergangenen Rächt wur­den wie der Polizeibericht meldet, in dem Ko­lonnadenbau Schwarz mehrere Bureaueinbrüche verübt wobei es die Täter in der Hauptsache auf Geld abgesehen hatten. Fast sämtliche Be- holtnisse wurden erbrochen und durchwühlt. Die gleichen Täter verübten in einem Optikerladen

freut sich einer erheblichen Absatzsteigerung. Wenn die vom Gauleiter Sprenger betriebene Wie- dereinführung der Kalkverwendung bei der west­deutschen Schwemmsteinindustrie Erfolg hat, wo­mit zu rechnen ist, kann im Oberlahngebiet und im Freigericht eine Mehrbeschäftigung von mindestens 1000 Arbeitskräften erfolgen, wie die Witab des Gaues (Abt für Wirtschaststechnik und Arbeitsbe­schaffung, gutachtlich sestgestellt hat. Aehnliches wird aus der gleichen Initiative für die W e st e r w ä l - der Braun ft einförberung und Erd - farbeninduftrie ungebahnt. Die Presse im ganzen Reichsgebiet hat kürzlich das biesbe^. ener­gische Durchgreifen bes Gauleiters ausführlich bar­gelegt, wobei auch bie großzügige Aktion gegen bas unsoziale Doppelverbienertum geschildert wurde. Noch immer arbeitet hierfür die vorn Gauleiter einge­setzte Kontro 11ste11 e für Arbeitsbeschaf- f u n g unermüdlich, unb bie Arbeit hat im Reichs- gebiet unb selbst darüber hinaus starken Widerhall gesunden. Die so möglich gewordene Einstellung von 1000 Fachkräften ist gekrönt worden durch weitere 500 Unterbringungen der ältesten Kampfer der Be­wegung unseres Großgaues, von denen als Endziel feiner ohne Arbeit unb Einkommen bleiben soll.

3.i biefen Zusammenhängen barf nicht unerwähnt bleiben, baß laut Feststellungen ber Industrie. unb Handelskammer unser Wirtschaftsgebiet im rnapnien des Reichsbeschaffungsprogkamms außerordentlich benachteiligt wurde. Wird diese Benachteiligung, deren Ursachen bie Hanbelskammer kürzlich ver- öffentlidjte, überrounben bzw. ausgeglichen, jo kann bie Wirtschaftsbelebung unseres Gebietes nur noch erfreulichere Fortschritte machen. Anbererseits siegt in biefen beiben Umftänben, also in ber Benachteili­gung unseres Gebietes unb ben Aufbaumaßnahmen anberfeits ber erfreuliche Beweis, wie sehr

bie eigne Kraft unb bie einheimische Führerini- tiative brauchbare IDege gefunden hat zu Arbeit unb Brot.

Nicht vergessen werben sollen hierbei bie ftänbigen Bemühungen unserer nationalsozialistischen Ge- meinbeoertreter unb Landräte, bie auch ihrerseits roieber in einen eblen Wetteifer getreten [mb, im Kampf um Arbeit unb Brot.

In dieser Tatsache sowohl, wie in ber täglich er­neut zu beobachtenden Opfersreubigkeit des gesamten Volkes liegt für uns alle eine große und heilige Verpflichtung. Wenn wir die täglichen Beweise Dafür sehen, baß wir rhein-mainischen Nationalsozialisten uns auch in wirtschaftlicher Hinsicht auf unsere Füh­rer verlassen können, bann soll bas für leöen em« zelnen von uns ein Ansporn sein, allezeit selbstlos unb freudig allen ihren Anforderungen zu folgen.