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25.7.1933 Erstes Blatt
 
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Wirges, Frankfurt, 92; Elsruhe, je 91 Punkte, au Piehler, Werdau, 58. veig, 76. Schere: Makler,

)e ausfallen lassen. Äedea scheinen hierfür Hebet« tozfcn zu sein, die in bet eine Stirling finben, unb regiaung für fine ge« jeiroffenen Mahnahmen iuf Cingrelsm bei fctu' Wirstchaji und Arbeit :ng bieser Vorgänge zu

Getreidebörse.

24.3uli. An bet Pro« Internehmungslust klein, igen Witterung unb in Ernte herrschte stärkste chlicher geworbene Ange« zu ermäßigten Preisen waren außer Roggenmchl rückgängig. Es notierten lles übrige ic l00 K'lo« leizcn 197,50 bis 98, 0 intergersle kam echmllg Äotiz, Hafer lo5 bis 160, mit AustauMM 30 tauschweizen 29 bis A,50, entige Ausmahlun 2^5 Säst«

230 Mark, 170 Mark per 50 Kilo« ug einschl. Sack. Lenbenz

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3,047 169,Ö 70,« 62,M 72,N 14-y 0,928 2,992 58,49 $,14 16,40 81.0J 35,04 81,57 0,874 0,234 5,195 12,77

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Kr. 171 Lrster Blatt

185. Zahrgang

Dienstag, 25.3uli 1955

(tr|d)eini tägltd), nutze, Sonntags und Feiertags Beilagen: Dre Illustriert, ©iefcener Familienblätter Heimat <m Bild Die Scholl, Monal,-Bezugspreis:

Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustriert« . 1.80 Zustellgebühr . , -.25

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Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

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Chefredakteur

Dr. Friedt. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfür denAn- zeigenieil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Biegen.

Randnoten

Der Abschluß des ersten Konkordats zwi­schen dem Deutschen Reiche und der Kurie be­endet ein vielhundertjähriges Kapitel deutscher Geschichte und leitet zugleich eine neue Epoche unserer inneren Entwicklung ein, soweit sie von der katholischen Kirche mitbestimmt oder beein­flußt wird. Allein darin liegt schon der Tat­bestand einer großen staatsmännischen Leistung beschlossen, denn noch vor wenigen Wochen und Monaten schien der innere Friede durch die oppositionelle Haltung des Zentrums bedroht. Schneller, als man es je für möglich gehalten hätte, ist das Interregnum in den Beziehungen zwischen Katholizismus und Reich durch einen neuen vertraglich gesicherten Zustand obgelöst worden.

Wenden wir den Blick in die Bergangenheit zurück, so liegt das Wesentliche des neuen Kir­chenvertrages in der Aufhebung des politischen Katholizismus, dessen Machtbedürfnis das reli­giöse Bedürfnis bei weitem überstieg. Das Kon­kordat ordnet gerade die Berührungspunkte zwi­schen Kirche und Politik in vorbildlicher Weise, indem es den Geistlichen einen Treueid vvr- schreibt, den sie dem Reiche zu leisten haben, und der eine durchaus positive Berpflichtung enthält:3n der pflichtgemäßen Sorge um das Wohl und das Interesse des deutschen Staats­wesens werde ich in Ausübung des mir übertra­genen geistlichen Amtes jeden Schaden zu ver­hüten trachten, der es bedrohen könnte." Das Berbot politischer Betätigung für Geistliche kann nur als eine positive Ermahnung zu kirchlicher Leistung aufgefaht werden. Die Politisierung eines Teiles der katholischen Geist­lichkeit geschah ja auf Kosten ihrer eigentlichen Berufung. Es ist nicht zu leugnen, daß die neue Ordnung viel ehrgeizige Hoffnungen zunichte macht. Sie schafft aber zugleich die Möglichkeiten für einen neuen Ehrgeiz, einen christlichen Ehr­geiz, der nunmehr vor der Gefahr falscher Wei- chcnstellungcn geschützt wird. Die Geistlichkeit wird eine nationalpolitische Aufgabe größten Formates gestellt erhalten. Die neue Ordnung beruht aus- gesprochcnermahen auf christlicher Grundlage. Für ihr Teil hat also die katholische Kirche künftig die Erneuerung eines echten christlichen Bewußtseins zu schaffen.

Alles in allem wird also die Kirche durch dieses Konkordat auf ihren eigenen Aufgaben­kreis zurückgeführt und in diesem Sinne gestärkt. Staat und Kirche, seither widerstrebende Pole, weil jede dieser beiden Mächte die Totalität fordern mußte, sind von nun an ausgesöhnt. Der Staat erzieht den Menschen zum Dienst an der Volksgemeinschaft und zur Pflicht gegenüber dem staatlichen Hoheitsrecht. Dieser Dienst wird jedoch nur dann sinnvoll, wenn er aus einer tiefe­ren Quelle, als der reinen Staatsbejahung ge­übt wird. Nur wenn die im Religiösen wurzelnde

Die Wahlen zurDeutschen evangeli­schen Kirche" trugen einen besonderen Cyarak- ter. Zunächst muß fcftgestcllt werden, daß weite Teile des Reichsgebietes überhaupt keine Wahlen gesehen haben, weil dort nur eine einzige Vor­schlagsliste zu den Kirchenoertretungen eingereicht wurde. In vielen Gemeinden lagen allein die Listen der GlaubensbewegungDeutsche Thristen" vor, in zahlreichen anderen Fällen waren es gemeinsame Listen der Deutschen Christen und der anderen kir« chenpolitischen Gruppen, die eine Wahl überflüssig machten. Diese Wahl ohne Kampf in weiten Teilen des Reiches zeigt deutlich genug, daß über das Ver- fassungswerk der deutschen evangelischen Kirche keine Meinungsverschiedenheiten im evangelischen Kirchenpolke vorhanden sind. Dasjenige, was da und dort in einem kurzen Wahlkampfe in die Erscheinung trat, waren Nachklänge aus den Ereignissen vor dem Zustandekommen des Derfassungswerks. Dort hat auch der Wahlsonntag das protestantische K i r ch e n v 0 l k zahlreich an die Urne gebracht. Die durch marxistischen Materialismus und Freidenker« tum dem religiösen Leben entfremdeten Massen konnten vielfach wieder für die Herzensaufgaben und das Ideengut des Protestantismus zurückge« wonnen werden. Jetzt gilt es, die Zurückflutenden in emsiger Kleinarbeit der Diener am Wort und durch christliche Liebestätigkeit zu lebendigen Glie­dern der christlichen Volksgemeinschaft zu erziehen.

Die Kirche des Protestantismus war in ihren Ur­anfängen gerade getragen durch die Glaubensin­brunst der Laien. Erst als sie hier und da sich auf ihre Pflicht der Verkündung des Wortes be­schränkte, wandten sich die Massen ab und verfielen Der Lehre des Marxismus, ober der Einzelne lebte außerhalb der Kirche in Weltanschauungskreisen, die mehr oder weniger erfüllt waren von Gegnerschaft gegen die bestehenden kirchlichen Formen. Gewiß muß nun über Begriff und Inhalt geistig gerungen und eine Klärung herbeigeführt werden. Aber Der Glaube und die Zuversicht sind erwacht, daß im neuen Staat eine neue Kirche des Protestantismus, gestützt auf das religiöse und kulturelle Erbgut, das aus den Zeiten der Reformation im deutschen Volke lebte und im Glauben an den Heiland und Erlöser die Menschen, hinausführt aus der kristallharten Schroffheit des Kampfes um die Dinge dieser Welt zu dem Trost und der Zuversicht, Die von oben stammt und uns zu Kindern Gottes macht. Das Gesamtbild des Wahlsonntags zeigt, wie stark die Sehnsucht nach neuem religiösen Lebensinhalt in den Massen geworden ist. Jetzt gilt es, einig in der Wah­rung der Freiheit des Bekenntnisses, um die Seelen der zur Kirche Zurückgekehrten zu ringen, und ohne Verschärfung oder Ueberspitzunq der Auffassungen Der einzelnen Gruppen für das Gemeinsame zu wir­ken, damit die Sehnsucht der Massen nach einem neuen lebendigen Protestantismus auch ihre Er- füllung finde.

Das historische Ergebnis von London.

Gesunde Weltwirtschaft setzt gesunde Nationalwirtschaften voraus.

Berlin, 24. Juli. (TT1.) Staatssekretär Dr. Posse vom Reichswirtschaftsministerium äußert sich im »Angriff" in einemDaS historische Er­gebnis von London" Überschriebenen Artikel über den bisherigen Verlaus der Weltwirtschaftskonfe­renz u. a. wie folgt:

Sechs Wochen Weltwirtschaftskonferenz liegen hinter uns. Es wäre töricht, sich zu verhehlen, daß das äußere Ergebnis dieser wochen­langen Diskussion zwischen Dertretern von 67 Ländern recht dürftig und mager er­scheint. Es wäre aber völlig verfehlt, für diesen Ausgang einer mit so großer Spannung erwar­teten Konferenz irgendwie eine Einzelpersönlich­keit oder ein einzelnes Land verantwortlich machen zu wollen. Aus der einen Seite das Be­streben, die internationqte Zusammen­arbeit nach der bisher üblichen, wenig ergie­bigen Rachkriegsmethode versuchen zu wollen, auf der anderen Seite die stürmische Geltend­machung der nationalwirtschaftlichen Idee, d. h. der Meinung, daß eine gesunde Weltwirtschaft gesunde, in sich gefestigte Ratio­nalwirtschaften »ur unbedingten Voraus­setzung hat, daß man daher zunächst »Ord­nung im eigenen Hause'^ schaffen muß, be­vor man sich nutzbringend auf den Weg inter­nationaler Korporation begeben kann. Die deutsche Politik auf der Londoner Konfe­renz wurde vom ersten Tage an von dieser na- tionalwirtschastlichen Grundanschauung bestimmt und geleitet. Erst auf starken nationa­len Wirtschaftseinheiten vermag sich ein gesunder, allen Beteiligten dienlicher inter­nationaler Wirtschaftsverkehr auszubauen! Diese von anderen Ländern geteilte Ansicht ist nach mei­nem Dafürhalten das eigentliche Ergeb­nis von London. Es wird nun die Aufgabe der Staatsmänner sein, aus diesem offenkundigen und unleugbaren historischen Wandel der Anschauun­gen und Zielsetzungen die richtige Schlußfol­gerung zu ziehen: Rationalwirtschastliche Selbstentwicklung bedeutet keineswegs den Wirtschaftskrieg aller gegen alle, sondern bedeutet einen vernünftigen Ausgleich zwischen den unvergänglichen Rechten eines jeden Landes auf Entfaltung aller seiner eigenen Kräfte und der Rotwendigkeit des Zusammenlebens mit anderen.

Der Konferenzgedanke ist mißbraucht.

London und Genf sind Fehlschläge, sagt Mussolini.

L 0 n b 0 n , 24. Juli. (TU.) Mussolini erklärte in einem in berMorningpost" erfdjeinenben Ar­tikel, baß mit dem Enbe ber Weltwirtschaftskonfe­renz bie Ueberalterung ber internatio­nalen Konferenzen erwiesen sei. Das gegen­wärtige Vorgehen auf ben Konferenzen sei vollkom­men falsch, vor allem seien sie nicht genügend vorbereitet. Es handele sich um bie ewige kon­ventionelle Falschheit, bie bie bernokratische Gleichheit beweihräuchere, obgleich es bernokra- tische Gleichheit roeber in ber Natur, noch in ber Geschichte gegeben habe. Es wäre besser gewesen, so erklärt Mussolini, wenn man nur bie Län­der mit Weltinteressen einberufen hätte, bie nicht mehr als ein Dutzend zählten. Wenn diese ßänber zu Vereinbarungen gekommen wären, dann wäre bereits 75 v. H. ber Bevölkerung bie wirtschaftliche Freiheit geschenkt worben, unb bas hätte roieber bie nötigen Rückwirkungen auf bie kleineren Staaten ausgeübt.

Sowohl bie ßonboner wie bie Genfer Konferenz lägen zur Zeit im Sterben unb man könne ba-

her von zwei bezeichnenben unb gefährlichen Fehl- schlügen in der europäischen Politik sprechen. Rur ber Viermächtepakt gäbe Europa bie Ge­legenheit, eine zeitlang zu atmen. Der Gebanke, baß Europa zehn Jahre lang Ruhe habe, be­brüte eine starke Anregung für bie Verbesserung ber allgemeinen fiage. Das Wort Konferenz müsse auf einige Jahre aus bem Wörterbuch ber inter­nationalen Politik verschwinben. Man müsse bie Mißbräuche einer nichtoerstanbenen Demokratie korrigieren, ber zufolae bas Schiff nicht von Steuer­leuten, fonbern von Unwissenden gefteuert werben solle, die nicht einmal ben Kompaß lesen könnten.

Milchlieferstreik in Aordschleswig

Protestkundgebung der Bauern ganz Dänemarks.

Kopenhagen, 22. Juli. (TU.) Der Kampf, bunb ber fianbroirte (ßS.), ber in ganz Dänemark etwa 135 000 von insgesamt 200 000 Bauern umfaßt, währenb bie norbschleswiaer ßan= bcsorganisation nicht weniger als 10 000 Mitglieber zählen bürste, hat am Sonntag in Norbschleswig einen Pr 0 b u k t i 0 n s st r e i k begonnen. Wenn biete Bewegung von Norbschleswig ausgeht, so liegt bas nicht nur baran, baß bort bie Not bes Bauernstanbes am größten ist, fonbern auch Daran, daß Dieses Gebiet aus geographischen unb volklichen Grünben ben Geist bes nationalsozialistischen Deutsch- lanbs am stärksten verspürt.

Der Bund stellte es seinen Mitgliedern frei, ent­weder am 23. Juli in den Sympathiestreik zu tre­ten und ebenfalls zum Zeichen des Protestes ge­gen die Vernachlässigung der bäuerlichen Lebens­interessen keine Milch an die Meiereien zu liefern oder den Erlös der an diesem Tage abgelieferten Milch in einen Krisenfonds zugunsten Rordschles-

wigs einzuzahlen. So haben in der Rächt auf Sonntag die Meiereien Rordschleswigs mit ganz vereinzelten Ausnahmen das Feuer unter den Kes­seln gelöscht und den Betrieb eingestellt. Schon am frühen Morgen wurden vor den ge­schloffenen Toren Polizeiposten ausgestellt, während Polizeipatrouillen in Autos die Land­straßen befuhren. Die Streikleitung ist der lieber- xcugung, daß die Beteiligung der Molkereien 98 Prozent beträgt. Streikbrecher werden aus dem Bauernbund ausgestoßen. Die Bahn hat Sonder­züge einlcgcn müssen, um den ungeheuren Zustrom zu der Massenkundgebung der Landleute zu bewältigen. Die dänischen Behörden sind der Forderung auf Zurückziehung der Polizei­posten von den Meiereien nachgekommen, um Die Erregung der Bevölkerung nicht zu verstärken. Die Streikleitung'betont, daß die Stillegung der Meie­reien nur eine erste Kraftprobe und ein Mittel ge­wesen sei, um die Geschlossenheit und Stärke der Bauernbewegung zu beweisen.

Der Wirtschaftsausschuß des Kampfbundes der dänischen Landwirte (LS., erklärt zurWieder- herstellung der Rentabilität der Landwirtschaft würden 160 Kronen proHek- t a r f e h l e n, bei 3,2 Millionen Hektar handelt es sich also um einen Betrag von ungefähr 500 Millionen Kronen. Um die Mittel zu beschaffen, soll der Kronenkurs auf 30 Kronen für das PfundSt'erlingherabgeseht werden. Diese Kursregulierung will man dadurch erzwingen, daß die Meiereien und Schlacht­höfe Dänemarks die englischeValuta zu­rückhalten, die durch die landwirt­schaftliche Ausfuhr auf dem dänischen Markt erzielt wird. Wenn der Vorschlag zur An­nahme gelangt, soll er bereits am 20. August m Kraft treten. Der dänische sozialdemokratische Fi­nanzminister hat der Presse hierzu erklärt, daß die Regierung sich demValutastreik" gegenüber zunäch st avwart endverhalten werde.

Aooseveli kündigt ein neues Stadium für die Sanierung der amerikanischen Wirtschaft an.

Washington, 25. Juli. (WTB. Funkfpruch.) Mit einer Rundfunkansprache leitete Präsident Roosevelt gestern abend seinen Feldzug ein, durch den er bie Industrie mobil machen will, um ein so­fortiges Steigen der Lohne bei gleichzeitiger Herabsetzung ber Arbeitszeit im ganzen ßanbe zustanbe zu bringen. Der Präsibent sagte u. a.: Seit Jahren habe bie Regierung über ihre Ver- höltnisse gelebt, bie bringenbfte Aufgabe sei es baher gewesen, bie regelmäßigen Ausgaben mit den Einnahmen in Einklang zu bringen. Dies sei ge- schehen. Der amerikanische Krebit sei in guter Ver- fossung. Er sei bie Grunblage bes ganzen Erholungs­planes. Das Heilmittel sei, weniger zu er­zeugen. Wenn alle Arbeitgeber in jeber gleich­artigen Branche sich auf bie Festsetzung ber glei­chen angemessenen ßöhne unb ber gleichen angemessenen Arbeitszeit ihrer Angestellten einigen würben, bann würben höhere ßöhne unb kürzere Arbeitszeit ben Arbeitgeber nicht schäbigen. Alle Arbeitgeber, Die sich an bie Richtlinien halten würben, sollen ein Abzeichen erhalten mit ber Inschrift.Wir haben bas Unfrige geta n". Dieses Abzeichen solle an sichtbarer Stelle getragen werben, um bie Teilnahmslosen zu beschämen. Auch werbe im Postamt jeber Stabt eineEhrentafel mit ben Namen aller Helfer angebracht werben.

Roosevelt hat bie Politik ber Regierung zu einem Zeitpunkt erneut bargelegt, ber offensichtlich ein neues Stabium ber Krisenbekämpfung in ber Union barstellt. Die Rebe hinterläßt ben Einbruch baß Roosevelt sich burch ben Kurseinbruch, ber in ben letzten Tagen bie amerikanischen Börsen in bem gleichen Ausmaß erschütterte, wie ber große Zusam- menbrud) im Herbst 1929, in seiner grundsätzlichen Haltung nicht beirren läßt. Das auf weite Sicht gestellte Programm zum Wieberausbau ber ameri­kanischen Wirtschaft auf einer vorwiegend natio­nalen Basis soll sogar in verstärktem Maß burchgeführt werben. Nach Der im März erfolgten Reorganisation bes Banksystems unb ber burch llmschulbung unb Preishebung einMeite- kn Erneuerung ber lanbwirtschaft- lichenRentabilität wirb ber i n b u st r i e l l e Sektor ber amerikanischen Wirtschaft in Angriff ge­nommen. Die Aufhebung bes Antitrustgesetzes be- beutet bie Schaffung von Möglichkeiten einer um- faffenben Neuglieberung ber amerikanischen Jnbu- ftrien. In bem Plan einer Zusammenfassung ein­zelner Jnbustriezweige, bie sich eine ihren Lcrhäft- niften entsprechend Arbeitsoerfassung zu geben hätten, kann man gewisse stänbische unb kor­porative .®run-b gebauten beutlich er­kennen. Diese Tenbenz wirb noch klarer, wenn man berücksichtigt, baß auch an ber Einführung unb Der- binblichkeitserklärung von Minbe st löhnen und Höchstarbeitszeiten gearbeitet wirb.

Seele im Staatsdienst bie Vollstreckung eines gött­lichen Auftrages erblickt, entsteht aus totalem Staat, also ber Herrschaft über bie materiellen Kräfte, unb ber totalen Kirche, also ber Herrschaft über bie Seelen, jenes Mehr, bas allein ben Bestaub bes Staates verbürgt, nämlich bie totale Nation, bas heißt bie religiös-gläubige unb staatspolitisch hanbelnbe Volksgemeinschaft. Diese höhere Einheit ber totalen Nation zu ermöglichen, wirb in Zukunft bas Konkorbat bienen.

Auch die Krankenkassen melden starke Zunahme der ZeschaMken

Berlin, 24. Juli. (CNB.) Auch aus Den ftati- tischen Zahlen über bie Mitglieberbewe- jung bei ben Krankenkassen geht ber tarle Rückgang ber Arbeitslosen zif« e r n hervor. Seit ber Regierungsübernahme burch Adolf Hitler ist bis Enbe Mai bie Zahl der Beschäftigten nach ben Krankenkassenstatistiken um 1,7 Millionen gestiegen. In ber gleichen Zeit bes Vorjahres stieg bie Zahl ber Beschäftigten nur um 660 000. Aus Dieser Differenz, bie also mehr als 1 Million beträgt, ist klar ersichtlich, baß es sich bei dem Zugang ber Beschäftigten in diesem Jahre nicht um eine Saisonentwick­lung handeln kann. Bei ben Arbeitsämtern ist in ber Zeit vom 31. Mai bis 15. Juli 1933 weiter ein Rückgang um 210000 zu verzeichnen. Mit ben bei ben Krankenkassen gemelbeten Mehr­beschäftigten ergibt sich also eine Ziffer von über 2 Millionen Neubeschäftigten feit ber Regierungsübernahme ber nationalen Erhebung. Gegenüber bem gleichen Zeitpunkt des Jahres 1932

war am 31. Mai bie Zahl Der beschäftig- ten Frauen f a st Die gleiche geblieben, ber ganze Zuwachs ber Beschäftigtenzahl war also ben Männern als Familienernährern zu­gutegekommen.

Ankurbelung derKleiderindustrie

Die Auswirkung des Arbeitsbeschaffungs-

, Programms.

Der erste Vorsitzende bes Verbandes deutscher Kleiberfabrikanten (Arbeiter- unb Berufskleibung) Richarb Becker, München-Glabbach, äußert sich über bie Auswirkungen bes Arbeitsbeschaffungs- Programms auf ben oon ihm vertretenen Industrie­zweig folgenbermaßen:

UeberaU ba, wo gearbeitet wirb, wirb B e - Ueibung gebraucht unb verbraucht, deshalb ist es leicht verstänblich, baß burch bie Wiebereinreihung von etwa 1% Millionen Menschen in ben Probuktionsprozeß berMehrverbrauch gcrabe an Arbeitskleidung ganz g e - waltig gewachsen sein muß, befonbers da Die­jenigen, bie längere Zeit arbeitslos waren, vor allem an ber Kleibung sparten unb biefe erneuern, sobalb roieber Verbienst. einkommt. Dazu schaffen auch die Arbeitslager Arbeit für bie Kleiberfabri- ken unb viele Fabrikanten bieser Branche, bie in den letzten Katastrophenjahren ben größten Teil ihres Betriebkapitals verloren, atmen jetzt auf unb hoffen, roieber hoch zu kommen. Dor allem ist be­merkenswert, baß die Kundschaft in diesem Fall der Kleinhandel in obiger Branche endlich roieber M u t bekommen hat unb nicht nur, roie es in ben letzten Jahren zur Regel geworben mar, den allerdringendslen Bedarf für die nächsten

Wochen kauft, sondern wieder wie in der alten guten Zeit auf n g e r e Sicht disponiert, wo­durch dem Fabrikanten bie Arbeit sehr erleichert wirb. Natürlich wirb bie bessere Beschäftigung ber Äleiberinbuftrie halb weitere Kreise Z i e h e n Jetzt schon finb viele Webereien, bie einschlägige Artikel fabrizieren, wesentlich besser b e s ch ä s t ig t als seit Jahren, die S p i n- n e r e i e n solaen, unb wenn all biefe Industrie­zweige einiae Zeit gut beschäftigt sind, werben auch roieber Gelber für (Erneuerung ber Maschi n e n , für Jnstanbsetzung und (Erneuerung ber (9 e b ä u b e hereinkommen, unb Dann ist der Zeitpunkt nicht mehr fern, wo die Regierung mit «lolz sagen kann. (Es ist geschasst, bie Industrie ist nicht nur angekurbelt, s i e läuft. Dann geht's umgekehrt wie in den letzten Jahren: ber Verbrauch unb bie Beschäftigung ber Kleiberfabriken werben automatisch höher burch jeben Arbeiter, ber neuem- gestellt wirb, unb automatisch werben burch bie bes­sere Beschäftigung ber Kleiberfabriken in allen ben oben genannten Jnbustrien immer wieder neue Arbeiter eingestellt werden können!

Zwölf ostpreußische Kreise ohne Arbeitslose.

h e i l s b e r g, 25. Juli. (WTB.) Als zehnter ost­preußischer kreis meldet h e i l s b e r g, daß der letzte Arbeitslose in Arbeit eingewiesen ist. Detter zeigen die Landkreise Insterburg und L y ck die Beseitigung der Arbeitslosigkeit an, so daß nunmehr inl2oon42kreisen Ostpreußens die Arbeits­losigkeit erfolgreich bekämpft ist.