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25.4.1933 Erstes Blatt
 
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Ur. 96 Zweites Blatt

Eiehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Dienstag, 25. April 1933

Aus der Provinzialhauptstadt.

Oie gepflegte Wohnung.

Eie soll nicht nur unsere gröbsten Ansprüche besriedig.n.^ondern im tiefsten und feinsten Sinne eine Bleibe für Leib uno Seele sein, zu chrem Asyle werden, wohin das Heimgefühl den im Leben brausten ermüdeten und zermürbten Men­schen immer wieder zurückzieht, wo er von neuem äuflebt und wie aus einem Brunnen der Kraft frisches Leben trinkt. So empfinden die meisten auch ihr Heim als etwas Wunderliebliches, als Schönheit, Sehnsucht und Erfüllung ähnlich wie es uns aus dem bekannten englischen Liede ent­gegenklingt: Home, sweet Home! Heim, sühes Heim!

Jede Wohnung wird und kann anders geartet sein, denn sie wird immer das Wesen und die Eigenheiten ihres Besitzers widerspiegeln, und ihre Dinge werden ohne Worte zu uns reden. Aber ob sie nun den Geist des Aeichtums oder der Armut atmet, ob sie noch so reiche und aus­geprägte Besonderheiten birgt, eins verlangt sie doch immer, wenn sie ihrem Herrn das Höchste und Feinste sein soll: eine sorgfältige Pflege.

Es ist mit ihr wie mit unferm körperlichen Menschen. Dem müssen wir ja auch eine sehr sorgsame Kultur zuteil werden lassen, etwa im Sinne des Schriftwortes: Wisset ihr nicht, dah euer Leib ein Tempel des Geistes ist?

Die Wohnung ist und schenkt uns unendlich viel, ober sie fordert dafür auch unsere freund- schastliche, ja mütterliche Liebe. Es ist das Los aller gebrauchten Dinge, dah sie altern, sich ab- nühen, die Spuren unseres Lebens tragen, dah sie verstauben und unansehnlich werden. Wir wissen, was mit einer eingewohnten Wohnung gemeint ist. Die muh wieder wohnlich gemacht werden. Eigentlich fortwährend. Aber dann und wann bedarf sie doch einer Generalreinigung.

Die Tage solchen Großreinemachens sind nicht gerade die schönsten und leichtesten, unö man­chem Hausgenossen mag vor ihnen grauen. Denn es geht ja nicht anders, als dah das ganze häus­liche Lebens eine oft als unliebsam empfundene Störung erfährt. Die gewohnte Ordnung muh unterbrochen werden. Jeder Winkel unterliegt einer Kritik, jeder Gegensta.ck) einer Revision. Uni) erst an solchen Tagen des Hausputzes mer- len wir, welche Legion von Dingen unser Heim umfaßt Und alle wollen ciiucin bedacht fein. Da gilt es, einen zähen Kamps gegen den tücki­schen Feind, den alldurchdringenden Staub. Da w.rd Inventur gemacht mit allem, was sich mo­natelang aufgestaut hat, von dem wir endlich mal entscheiden müssen, ob es bleiben, ob es ver­nichtet werden soll. Da bedarf es einer ganzen Sammlung von Instrumenten, einer Batterie von Büchsen und Flaschen, da hilft's vom Wasser bis zum Wein, vom Essig bis zum Del, da dient uns die Aatur mit ihren erprobten Hausmitteln, da erzeugt uns die Chemie ein Heer von künst­lichen Helfern.

Cs bedeutet eine Nervenprobe für die ganze Fa­milie, die Tage des Reinmachens mit Gleichmut zu überstehen, mit dem Gleichmut, den jede Arbeit ver­langen kann. Das leibliche Auge sieht dann nur Un­ordnung, Störung der gewohnten Einteilung. Un­behagen, unangenehme Arbeit. Aber dahinter keimt in der Seele schon das Wissen vom tieferen Sinn auch dieses Schassens, und wenn die Arbeit vollends getan, wenn die Fenster geöffnet sind, frische Luft hereinweht, wenn olle Dinge im Raum wie neu­geboren atmen, wenn sie uns in ihrer Sauberkeit feiertäglich anlachen, dann fühlen wir erst den Sinn unseres Wirkens.

Ruhte nicht reichster Segen auch in diesen Stun­den? In einer Arbeit, die fast noch hinterm Alltag rangierte?

Es war zunächst mit für die Hausfrau, die ja an körperliche Arbeit ohnehin gewöhnt ist, eine Anstren­gung höchsten Grades. Auf den Knien liegen unö rutschen, zur Decke langen, drücken, reiben, klopfen, das alles erfordert Muskelkraft. Es ist eine heilsame Durcharbeitung des ganzen Leibes, ein Sport, wie er vielseitiger kaum getrieben werden kann und mit Behagen wird maus fühlen, wie am Abend der Sandmann die Augen zudrückt.

Und dann die neue Ordnung der Dinge, die Rein­lichkeit, die wir bis in jede Ecke wissen, die Dank­barkeit, die uns aus jedem Raum entgegenschaut! Es ist unserer Wohnung scheinbar so zumute wie uns selber, wenn wir dem köstlichen Bade ent­stiegen sind. Das Alte ist wirklich vergangen, siche, es ist alles neu geworden. Weagebürstet wurde jedes Stäubchen, die Luft flutete hinaus, was an Wän­den und Decken hing, alles, was sich schädlich ein-

niften wollte! Aber mehr! Weggefegt ist auch vieles von dem, was sich in Monaten an Aergerlichkeiten, an Quälendem, an Trübem eingesogen hatte, was uns unmutig und unbehaglich aus den Dingen ent­gegenschaute. Ein neuer Raum steht vor uns, und ein neues Leben können wir in ihm beginnen. Wie wir uns unseres gebadeten Leibes erfreuen, so füh­len wir das Behagen an unserer neuen Wohnung und gewinnen wieder dadurch Lebensfreude.

Jede unserer Handlungen legt die inneren Wur­zeln unseres Denkens und Fühlens bloh. Auch die Art, wie wir unsere Wohnung pfleaen. Sie zeigt, ob wir gründlich, sauber, gewissenhaft sind, ob wir nicht nur uns, sondern auch den andern Behagen bereiten wollen und können.

So ist die Pflege unserer Wohnung nicht nur eine äußere Notwendigkeit, nicht nur ein Stück Hygiene. Sie ist mehr als einefeine äußerliche Zucht" In­dem wir vielmehr den Dingen dienen, gestalten wir unfern inneren Menschen. Durch Marthageschäftig- teil bereiten wir den Boden für Marieninnerlichkeit.

P.H.

Reichsbahn befördert frachtfrei Grünschmuck für den l.TRav.

Die Hauptverwaltung der Reichsbahn teilt mit: Die Reichsbahn hat die frachtfreie Beförderung des Grünschmucks für den Rationalseiertag der deutschen Arbeit übernommen- Auf Anordnung des Reichsinnenministeriums erhalten alle öffent­lichen Gebäude des Reichs, der Länder und Ge­meinden zum Rationalfeiertag der deutschen Ar­beit nicht nur Festbeslaggung, sondern auch festlichen Grünschmuck mit frischem Birkengrün oder grünen Radelholzzweigen. Das erforderliche Grün wird von den staatlichen Forstverwaltungen unentgeltlich den öffentlichen Stellen zur Verfügung gestellt. Die Reichsbahn hilft mit, den l.Mai möglichst festlich zu ge­stalten und hat die frachtfreie Beförde­rung von Grünschmucksendungen der Forstver­waltungen an die Reichs-, Länder- und Ge­meindedienststellen zugesichert.

Fischadler über der Lahn.

Ein seltener Gast ließ sich am 21. April in mei­nem bei Gießen gelegenen väterlichen Revier Friedelhausen sehen. Es war ein Fisch­adler, der anscheinend Beute suchend lahnauf. roärts strich. Mit Hilfe meines Glases konnte ich ihn ganz genau beobachten und die eigenartige Stellung, die er während wiederholten Rüttelns einnahm, bewundern. Er ließ dabei die Fänge lang herunterhängen. Dies fiel mir besonders auf, da ich diese Stellung der Fänge bei andern rüttelnden Raubvögeln, wie Bussard und Turmfalke, nicht be­obachtet hatte. Zweimal stieß der Adler, so daß ich annahm, er würde im nächsten Augenblick mit einem Fisch in den Fängen dcwonstreichen, aber er stieß offenbar nur aus Spielerei, denn er stoppte beide Male unmittelbar über dem Wasserspiegel ab. Nachdem er auf einer Weide kurz gefußt und dar­aus mit einem Mäusebussard, der zufällig heran- aestrichen war, ein paar Kreise gezogen hatte, ent­schwand er, weiter stromaufwärts streichend, meinen Blicken.

Hoffentlich erfreut der stolze Bogel auf seiner Reise noch mehr Naturfreunde und wird nicht ein Opfer jenerKunstschützen", die nicht eher ruhen, bis sie ein so schönes Naturdenkmalherunterge- fnallt" haben und sich dann noch in der Presse da­mit rühmen!

stuck, agr. Harald Graf von Schwerin, Friedelhausen an der Lahn.

Daten iüi Dienstag, 25 Ltpril.

1533: Wilhelm I. von Oranien, (der ^Schweiger", Statthalter der Riederlande), auf Dillenburg in Rassau geboren, - 1599: der Staatsmann Oliver Cromwell in Huntington geboren: 1874: der Physiker Guglielmo Marconi in Griffone bei Bologna geboren.

Vornotizcn.

Tageskalender für Dienstag Stadttheater: 20 b.s 22 30 Uhr.Die vier Mus­ketiere". Oticrheisischer Kunstverein Turm­haus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, große Früh- lahrs-Ausstellung. - VRG. 1913 : 20.30 Uhr, im Bootshaus, Generalversammlung. Licht­spielhaus Bahnhofstraße.3a treu ist die Sol­datenliebe".

Aus dem S t a d t t h e a t e r b u re au wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr (29. Dor­stellung im Dienstag-Abonnement), Wiederholung des BolksstücksDie vier Musketiere" von Sig­

mund Graff: Sv.elle.tung: Peter Fassott. Ge- t wöhnliche Preise. Ende: 22.33 Uhr. Mittwoch, I 26. April. 19.30 Uhr, Operngastspiel des Hessi­schen Landescheaters Darmstadt mit der ein­maligen Aufführung der klassischen OperFi­delio" von Ludwig van Beethoven, in der alten Legalschen Inszenierung, aber in neuer musi­kalischer und sprach) cher Ausgestaltung. Die musikalische Leitung ba8 unsterblichen Meister­werks und seiner beiden Ouvertüren hat Kapell­meister Dr. Schmidt-Isserstedt. Das Gastspiel geht als 27. Dorstellung im Mittwoch-Abonne- ment; Opernpreise. Dorzugs- und Rundfunk-Gut­scheine haben Gültigkeit. Ende nach 22 Uhr. Freitag. 28. April, Erstaufführung der Operette Liselott" von Künncke. Spielleitung: Paul Wrede. Operettenpreise. 28. Vorstellung im Frei tag-Abonnement.

Gictzencr Wochcumarktpreise.

Gießen, 25. April. Es kosteten auf dem heutigen Wcchenmarkt: Süßrahmbutter Pfund 1,10; Landbutter 1,10; Kcchbutter 90; Watte 20 bis 25; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 18; gelbe Rüben 10 b s 15; rote Rüben 10; Spi­nat 15; Unter-Kohlrabi 6 bis 8; Feldsalat 80 bis 1,00; Tomaten 50 bis 60; Zwiebeln 10; Weerrctt.ch 30 b.s 50; Schwarzwurzeln 25 bis 30; Rhabarber 15; Kartoffeln 3; Aepfel 25 bis 35; Dörrobst 35 bis 40; Obstmus 40 bis 45; junge Hähne 70 b s 90; Suppenhühner 70 bis 80; Tauben Stück 40 b.s 60; Käse 5 bis 10; Eier (inl.) 8; Blumenkohl 33 bis 60; Salat 20 bis 25; Salatgurlen 53 bis 70; Lauch 5 bis J0; Sellerie 10 bis 30; Rettich, neue, Bund 20 bis 25; Radieschen 10 bis 12; Kartoffeln Zentner 2,50 Mk.

* Ernennung von Ehrenbürgern. Der neue Gießener Stadtrat wird in seiner Er­öffnungs-Sitzung am kommenden Donnerstag 11 Uhr im Sitzungssaale des Stadthauses Bergstraße nach der Einführung und Verpflichtung der neuen Stadtratsmitglieder über die Ernennung von Eh­renbürgern und die Umbenennung von Straßen beschließen.

" Sonntags-Rückfahrkarten zum Theaterbesuch in Gießen. DaS Stadt- theater in Gießen veranstaltet am Mlltwoch. 3 Mai, 20 Uhr. eine Fremdenvorstellung ES wird gegebenHasenklein kann nichts dafür" ein Lustspiel von Mahner-MonS. Zu der Veranstaltung werden von allen Bahnhöfen der Strecken GießenRioda, Gießen-Grünberg (Oberhejsen), GießenButzbach. GießenDillen­burg und GießenRiederwalgern SonntagS- Rückfahrkarten nach Gießen ausgegeben. Die Karten gelten von 12 Uhr biS 24 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Zur Rückfahrt werden die Karten nur dann als gültig anerkannt, wenn sie auf der Rückseite mit dem Stempel des Stadt­theaters Gießen versehen find.

Die Rauheimer Ehrenurkunde für den hessischen Staatspräsiden­ten D r. Werner, die In unserem gestrigen Bericht über die Hitlertagung in Bad-Rauheim erwähnt war, ist wie man uns mitteilt in künstlerischer Form auf Pergament von dem Kunstmaler Heinz G e i l f u s in Dad-Rauheim ausgeführt worden.

* Arbeitsgemeinschaft der Mili­tärvereine bei der Fahnenweihe. Dem Bericht über die Fahnenweihe des Sturmes 17 II 116 ist ergänzend nachzutragen, daß sich and) die Mitylieder der Arbeitsgemeinschaft der 'Utilitär- vereine in stattlicher Anzahl an der Feier beteiligen.

O Heimatbund für Hessen. Die Haupt­versammlung des Heimatbundes für Hessen findet am 6. und 7. Juni im Völkerpädagogischen Institut zu Mainz statt. Am 6 Juni, 20 Uhr, wird die Tagung durch den Bundesvorfitzenden, Lehrer E t b- mann eröffnet. Direktor Kallenbach, Darm­stadt, spricht anschließend überBodenständige Hei- matarbeit" Am 7. Juni, 9 Uhr, behandelt Bank­direktor Dr. ©roeninqer, Mannheim:Der Heimat- und Dolksgedanke in Staat und Wirtschaft", lieberDas Odenwalddorf im Wandel der Zeiten" spricht Lehrer H ä r e t h , Mümling-Grumbach. Alle Helmatfreude werden auf die Tagung aufmerk­sam gemacht. Die Teilnahme ist unentgeltlich, lieber- nachtung 0,50 bis 1,50 Ti rk. Anmeldungen erbeten an den Vorstand des Heimatbundes für Hessen in Darmstadt, Frankfurter Straße 57.

Mcestagmig des Verkehrsbundes Sberhesien.

Unter der Leitung des ersten Bundesvorsitzen­den, Bürgermeister Dr. Hamm- Gießen, hielt der Verkehrsbund Oberhessen gestern vormittag im Sitzungssaal« des Stadthauses zu Gießen seine ordentliche Jahreshaupt­versammlung ab. Aus allen Gegenden der Provinz waren d:e Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, sowie der Verkehrsvereine zu der Tagung erschienen.

Der Bundesvorsihende, Bürgermeister Dr. H a m m. leitete die Tagung mit dem Ge­schäftsbericht über das Jahr 1932 ein. Der Bericht, über den wir noch näheres mitteilen werden,, schildert di« vielseitige Tätig­keit des geschäftsführenden Vorstandes im Ver­laufe des verflossenen Jahves, die sich auf alle Gebiete der Verkehrswerbung erstreckte.

Im Anschluß daran berichtete der Bundes­schriftführer, Redakteur B l u m s ch e i n - Gießen, über

die Fahrplankonserea; am 11. April In Gießen, die auf Einladung der Reichsbahndirektion Frank­furt a. M. im Sitzungssaal« der Industrie- und Handelskammer Gießen stattsand. Die Mitteilun­gen über den Verlauf dieser Konferenz hatten eine rege Aussprache zur Folge, da der Bericht­erstatter leider mitteilen muhte, dah bei der Reugestaltung des Re.chsbahn-Iahresfahrplans 1933 34 die Verkehrsinteressen der Provinz Ober. Hessen hinsichtlich des Lokalverkehrs in mancherlei Beziehung schlecht weggekommen sind und auf der Fahrplankonferenz, trotz reger Be- mühungen der Vertreter des Derkehrsbundes Oberhesfen und des Hessischen Verkehrsverbandes Darmstadt, keine Verbesserungen erzielt werden konnten. Dem Vorstand des Verkehrsbundes Ober- Hessen wurde Anerkennung ausgesprochen für seine Bemühungen um eine bessere Gestaltung des neuen Fahrplans. Einstimmig richtete sich die Kritik der Redner gegen die Reichsbahn, di« bei dem neuen Fahrplan die an sich natürlich bedeutungsvollen Interessen des Durchgangs- Reiseverkehrs doch zu schr auf Kosten des Lokalverkehrs berücksichtigt hat.

Der Vertreter des Derkehrsvereins L i ch und der dortigen Bürgermeisterei, Lehrer H i l d , er­hob Protest gegen diese Fahrplangestaltung, durch

die der Stadt L i ch bei zwei bedeutsamen Zug­verbindungen erhebliche Rachteile berei­tet werden.

Kreisdirektor Dr. I a n n ° Schollen beanstandete, daß der Sonderzugverkehr nach Schot­te n als dem Millelpunkt des Dogelsberges bisher nicht genügend berücksichtigt wurde und vor allem auch eine ausreichende Bekanntgabe der gefahre­nen Sonderzüge vermißt werde; er forderte von der Reichsbahn, mehr als bisher den 'Verkehr von Sonderzügen noch dem Mittelpunkt des Dogels­berges (Schotten), insbesondere durch Züge aus Frankfurt a. M. auszubauen. Kreisdirektor Dr. 3a n n gab die Anregung, die Reichsbahn möchte doch von sich aus ein feststehendes Fahrt- programm für Sonderzüge von Frank­furt noch Schotten dergestalt einrichten, daß wenigstens während der Sommermonate an j e dem er ft en Sonntag im Monat ein Sonderzug mit Bestimmtheit als planmäßige Einrichtung gefahren und diese Derkehrsverbesse- rung in der Öffentlichkeit genügend bekannt ge­macht werde. Wenn die Reichsbahn nach dieser Richtung hin nicht den Wünschen des Ausflügler­verkehrs Rechnung trage, dürfe sie sich nicht wun­dern, wenn der Krastomnibusoerkehr auf diesem Gebiete immer mehr anwachse.

Bürgermeister Dr. S e y d - Friedberg empfahl der Reichsbahn, darauf hinzuwirken, daß auch aus größeren Städten anderer Reichsbahndirektions­bezirke Ausflugsfonderzüge nadhOber* Hessen geleitet werden, damit auf diese Weise den Bewohnern von entfernteren Gegenden Gelegen­heit geboten werde, die Schönheiten der Provinz Oberhessen kennen zu lernen.

Kreisdirektor Dr. Stammler und Bürger­meister Dr. D ö 1 s i n g - Alsfeld rügten nachdrück­lich, daß durch die Späterlegung des Frühnachmit­tagszuges von Fulda über Alsfeld nach Gießen der Schülerverkehr von Alsfeld in Rich- tung Ehringshausen verschlechtert worden sei, obwohl von den Vertretern des Der- kehrsbundes Oberhessen auf der Fahrplankonferenz auch gegen diese Maßnahme Widerspruch erhoben worden war; beide Redner bezweifelten, ob durch die neue Fahrplangestaltung die von der Reichs- bahndirektion Frankfurt erwarteten Verbesserungen des Anschlusses von Frankfurt a. M. über ©ein-

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