Ausgabe 
25.1.1933 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

zuginge.

Ist er also hingefahren. Da haben sie ihm seine Pumpe gezeigt und gesagt, bei der Versteigerung sollte er nur fleißig mitbieten, um den Preis in

Aber das ganz große Glück ist noch nicht voll­kommen gewesen. Als mein Großvater bei einer Flasche Wein und einer Zigarre nachgedacht hat, wie diesem Segen des Schicksals zu begegnen sei, da ist ein Mann gekommen und hat ein Gesicht ge­macht wie die Katze, wenn's blitzt.

Cs wäre ein Glend, hat der Mann gesagt, die Welt wäre schlecht, und aus einem Irrtum könnte einem leicht ein Strick gedreht werden. Ob denn aber ein Irrtum nicht etwas ganz Menschliches wäre?

»Was für ein Irrtum?" hat mein Großvater wissen wollen.

Der mit der Iauchenpumpe.

Irrtum?!

Ia doch, wo sie meinem Großvater doch vorhin die verkehrte Pumpe gezeigt hätten, und wo die von ihm auf der Auktion gekaufte doch gar nicht die wäre, die er gewonnen hätte.

So ist eS gekommen, daß mein Großvater z w e i Iauchenpumpen sein eigen genannt hat. Uno das ist die Geschichte von dem ganz großen Glück, an die man ihn niemals hat erinnern dürfen.

Glück für zwei Taler.

Don Karl Lerbs.

Ich Weitz fehr genau, wie es ist, wenn daS ganz große Glück zu einem kommt. Meinem Groß­vater ist s widerfahren. Aber e8 nahm ein trau- riges Ende.

Ein schöner alter Mann war er, mein Groß­vater. Einen ganz weihen, weichen Dollbart hat er gehabt, und weihe Locken, auf die er ein schwarzes Samtkäppchen setzte. In einem großen Hause hat er gewohnt, da- lag in einer sehr engen Gasse einer Hansestadt und hatte einen Giebel, so hoch wie ein Schloß. Sinb wenn der alte Herr mittags zur Börse ging, hat er einen spiegelblanken Zylinder aufgesetzt. Dann war er von einem Senator nicht zu unterscheiden.

Der das ganz große Glück gebracht hat, ist ein dicker Mann gewesen mit einem fetten Bauch und einer ebenso fetten Stimme. An einem Nachmit­tag im Winter war s und schon ganz dunkel. Ich war damals noch ein kleiner Bub, sah auf einem himmelhohen Bock und rechnete an einer furchtbar schweren Aufgabe. Die Lehrlinge kratz­ten mit ihren Federn in Büchern, fo groß, daß man mich zwischen den Deckeln bequem hätte zer­quetschen können. Und mein Großvater stand und drehte eine Kaffeeprobe in einer runden Trommel über einem Gasbrenner. Wenn et Kaffee Proben wollte, brannte er ihn selbst, mein Großvater. Andere machten es ihm nicht zu Dank, sagte er immer.

Da ist der dicke Mann ins Kontor gekommen. Schlechte Zeiten wären es, hat er gesagt, und das Reihen hätte er auch bei dem Wetter.Po- tengram nannte er das. Und Lose wollte er verlausen für eine landwirtschaftliche Ausstellung in Oldenburg.

Mein Großvater hat ganz bedächtig von der Trommel mit einem Haken den Schieber zurück­gezogen, um zu sehen, wie weit es mit dem Kafsee war. Der blaue Qualm ist dem dicken Mann auf den Hals geschlagen, daß er zu allem Elend auch noch den Husten bekam.

Unsinn wäre daS, hat mein Großvater gesagt, Darrenkram, und er verdiente sein Geld auf ehr­liche Weise. Womit er den Kaffee gemeint hat.

Da hat der dicke Mann erst ganz zornig ge­kollert. und dann hat er allerlei von .großem

Oie Kultur in der Wüste.

Die Photographien und Kopien der Felszeich- nungen, die der bekannte deutsche Kulturmorpho- löge Geheimrat Professor Leo Frobeniusauf seiner letzten archäologischen Erforschung der ab- gelegenen Cebie e von Fezz n im S d n des italie­nischen Tripolitanien entuedt hat, sind jetzt zu einer ständigen Ausstellung in Rom vereinigt worden. Wie von dort berichtet wird, erregt diese Schau großes Aufsehen. Legen doch die Zeich­nungen an den Dasaltfelsen von Fezzan das an­schaulichste Zeugnis dafür ab, daß die jetzige Wüste Sahara einmal der Mittelpunkt einer hoch entwickelten Kultur war. Man kann an diesen Bildern den Aufstieg und Verfall einer Kultur verfolgen, die sehr alt ist. Man schätzt die Ent­stehung der frühesten Zeichnungen in einer Zelt vor 11000 Iahten, während die jüngsten Bei­spiele etwa 5000 Iahte alt sind. Die überau» zahlreiche Tierwelt von Rindern, Rehen, Ele­fanten. Girasfen, Flußpferden. Krokodilen usw., die hier dargestellt ist, die Bilder von Iagden und Ackerbauarbeiten beweisen, daß damals fruchtbares Leben in der Sahara herrschte.

Versuchs-Gerichte" für Studenten.

Franzosen, die sich für die politische Laufbahn vorbereiten wollen, können die Versammlungen einer einzigartigen Einrichtung besuchen, nämlich der seit langen Iahren bestehendenConference Mole, deren Sitzungen in ganz derselben Form abgehalten werden, wie die des französischen Abgeordnetenhauses. Dieses dem Unterricht die­nende Schein-Parlament wird jetzt beim juristi­schen Studium nachgeahmt werden. Um den Rechts-Studenten praktische Anleitung für die Leitung und Teilnahme an Prozessen zu ge­währen, hat man ein sog.Versuchs-Gericht" geschaffen, vor dem Verhandlungen zum Schein geführt werden. Als Gerichtssaal ist ein großer Raum in dem PariserStudenten-Haus" aus­ersehen; hier werden Prozesse in den ver­schiedensten Formen und mit dem verschieden­artigsten Inhalt vorgeführt. Unter Aufsicht eine» Professors, der bisweilen als Staatsanwalt oder Vorsitzender Richter mitwirlt, spielen Studenten Idie Rollen der Richter, Schössen, Rechtsanwälte und Zeugen und üben sich auf diese Weise für ihren zukünftigen Beruf.

einer Iauchenpumpe?

In dem Brief hat aber noch etwas gestanden: Es wäre nächste Woche eine öffentliche Derstei- gerung, wo man feine Gewinne wieder loswerden mnte. Und mein Großvater sollte nach Olden­burg kommen und sich selbst überzeugen, daß die Sache mit der Pumpe auch mit rechten Dingen

Glück" undleichtsinnig ausschlagen" und zuletzt j «'N^hanseatischer Kolonialwarengroßhändler mit von 5000 Talern erzählt.

Mein Großvater schüttete den fertigen Kaffee auf ein /blaue» Papier, daß von den Bohnen die kleinen Schalen knisternd aufsprangen und zer­teilte den Hausen mit seiner schönen Hand. Was denn so ein Los kostete?

Zwei Taler sagte der dicke Mann.

Da hat mein Großvater zwei Taler hervorge­holt aus dem großen Geldschrank und das Los sorgfältig weggeschlossen. Darrenkram wäre es ja doch, meinte er, und wenn er nichts gewänne, könnte der dicke Mann sich nur gleich begraben lassen, um sich Unannehmlichkeiten zu ersparen.

Da ist der dicke Mann sehr froh weggegangen und vom Potengram und vom Elend hat er nichts mehr gesagt. Ich konnte vor Aufregung gar nicht mehr rechnen vorher hatte ich eS allerdings auch nicht gekonnt, aber mein Großvater hat ganz kühl einen Topf, eine Kaffeemühle und kochendes Wasser in die Wohnung hinaufgeschickt. Wenn er Kaffee proben wollte, goß er ihn selbst auf, mein Großvater. Andere machten eS ihm nicht zu Dank, sagte er immer.

Dann sind zwei Wochen hingegangen, in denen ich oft von Goldhaufen geträumt habe, so groß wie deo Pfannkuchenberg im Märchen. Mein Großvater hat gar nichts mehr von der Sache ge­sagt, nur einmal sprach er noch von einer mög­lichen Harzreise, von «Darrenkram" und von dem neuen Geldschrcmk, der schon lange nötig wäre.

Und bann ist das ganz große Glück gekommen.

Es ist ein Dries auS Oldenburg gewesen. Mein Großvater hat so geschwind seine Drille nicht ge­funden, und mein Vater mußte den Brief aus- machen. Und bann hat er ganz fonberbar ge­lächelt.

.Vater", sagt er, .du hast waS gewonnen.

.Wieviel?" hat mein Großvater gefragt und habet den Gelbschrank fo angesehen, als ob er von ihm Abschieb nehmen wollte.

.Eine Iauchenpumpe."

.Eine - was??"

Eine Iauchenpumpe." Unb mein Vater hat sich eine Zigarre angesteckt damit man sein Gesicht nicht genau sehen sollte, glaube ich.

Da hat mein Großvater bas LoS auS dem Schrank geholt unb allerlei vor sich hingemurmelt, was auf Hochdeutsch nicht gut klingt. Und recht hat er gehabt. Denn ich frage jeden: WaS soll

für das Auge des Kindes in sich. Wie oft sieht man Kinder bei ganz unzureichendem Licht ihre Schulausgaben machen! Deshalb muß stets auf ausreichende Beleuchtung geachtet werden.

Wer so für seine Kinder sorgt, der braucht auch im Winter für ihre Gesundheit mcht au fürchten unb mag die Kleinen unbesorgt teil­nehmen lassen an all ben kleinen greuben, bie ihnen bie Winterszeit beschert.

NSDAP (SießeN'Süd.

Am 21. Januar fand im Hotel Viktoria bie erste Witglieberversammlung bet neugebilbeten Ortsgruppe Giehen-Süb her DSDAP. statt. Die Versammlung war gut be­sucht, der Saal bis auf ben letzten Platz besetzt. Der Ortsgruppenleiter eröffnete bie Versamm­lung mit her Bekanntgabe her Umorganisation bet seitherigen Ortgruppe Gießen unb anberer organisatorischer Maßnahmen.

Den Hauptteil bes Abenbs füllte ein Vortrag des Parteigenossen ©tubienrat Dr. Henh aus, der wie wir einem uns zugesandten Bericht entnehmen über Das nationalsozialistische Auf­bau- unb Arbeitsbcschafiungsprogramm sprach. Dach einem Blick auf die gegenwärtige politische Lage, die sich durch ihre völlige Verworrenheit und Unklarheit auszeichne, unb einer Charakte­ristik bes derzeitigen Reichskanzlers toanbte_ sich her Redner der Erörterung der positiv-schöpfe­rischen Gedanken des nationalsozialistischen Auf­bauprogramms zu und legte dar, wie der Ra- tionalsozialismus das Zentralproblem der Ge­genwart, die Beseitigung der Arbeitslosigkert, durch ein umfassendes Arbeitsbeschaffungspro­gramm zu lösen gewillt ist. Der Redner besprach hierauf eingehend die Methoden einer national­sozialistischen Wirtschaftsführung, ohne die alle Bestrebungen zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit unb zur Belebung der Wirtschaft nutzlos fern würden. Er forderte vor allem Inangriffnahme her großen primären Aufgaben auf dem Ge­biete des Straßenbaues, des Hochwasserschutzcs, der Siedlungsarbeit, der Meliorationen, des Aus­baues der Landesverteidigung usw. Sodann er­örterte er die Fragen der Finanzierung, ins­besondere unter dem Gesichtswinkel der Anleihe unb Zinszahlung, oder der produktiven Kredit« schöpfung. Weiter beschäftigte er sich mit den Fragen der Boden» und Agrarpolitik und der aus diesem Wege möglichen Raumgewinnung, so­wie mit den Aufgaben der Uebergangszeit auf technisch-industriellem Gebiete. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen.

Anschließend wurde bekanntgegeben, daß in ben Zell- unb Ortsgruppenversammlungen die wichtigsten Programmpunkte der Partei in glei­cher Weise behandelt werden sollen, um Auf­klärung über die Deuordnung des Reiches und

aber bie Steine sinb unzerstört geblieben unb i geben der Altertumskunde eindrucksvolle Auf- ! tolülfe.

Aus aller Well.

Rhein, Mosel und Lahn unter GiS.

Infolge des andauernden Frostes hat sich seit Dienstag das Treibeis der Mosel bei Lay festgesetzt. Krachend schieben sich die großen Eisblöcke über-, unter- unb nebenem- anber. Der Fluß ist vielfach in seiner ganzen Dreite mit Gis besetzt. Das Treibeis des R h e i n s ist im Flußarm zwischen dem rechten Rheinufer unb der Insel Diederwerth zum Stehen gelom- men. Der DHeinarm zwischen den Inseln Dieder- und Grafenwerth ist ebenso wie die Lahn zum großen Teile fest zugefroren.

Rekordziffern der Kältewelle.

In Berlin wurden Dienstag nacht 18 Grad minus in der Stadt und 20 Grad minus in den Außenbezirken gemessen. Die höchsten ^öltetempe- raturen werden aus Königsberg mit 28 Grad minus und aus Stettin mit 25 Grad unter Null gemeldet. Damit sind die Rekordzahlen des denkwürdigen Winters 1928/29 er­reicht.

Die Kölner Schulen wegen Grippe geschlossen.

Die Erkrankungen an Grippe in den Schulen der Stadt Köln haben derart zugenommen, daß vor- sorglichsämtlicheSchulenundKlNder- gärten vom 25. bis einschließlich 31. Ja­nuar 1 933 geschloffen worden sind.

Lin Zeitbild.

Grotesk mutet es an, daß man in Hattingen, einer Gemeinde des Ruhrgebiets, dazu übergehen mußte, wegen Koks mangels die Lolksschulenzufchließen. In unmittelbarer Röhe von Hattingen liegen Millionen Tonnen Koh­len auf den Halden, die Stadtverwaltung hat aber nicht das Geld, um den notwendigen Brenn­stoff zu kaufen. Die Stadt Hattingen ist dem Staat gegenüber mit Zahlungen weit im Rückstand, und die einkommenden Gelder werden dringend für die Fürsorge sowie für Löhne und Gehälter benötigt. E- dürfte nur eine Frage der Zeit sein, daß die höheren Schulen gleichfalls geschlossen werden müssen.

Aufsehen erregende Verhaftung in Göttingen.

Wegen bringeate.i Verdachts bes Hoch­verrats wurde ihr Verwaltungsoberinspeltor an der Göttinger Universität, Ludwig G o h - mann, auf Anordnung der Staatsanwaltschaft verhaftet. Goßmann, der seit vielen Iahren in der Verwaltung der Universität tätig war und eine Vertraue.isstellung innehatte, war seit längerer Zeit wegen eines Herzleidens dem Dienst fe.ugeblieben. Trotz seines leidenden Zustandes Wurde er jetzt in das Untersuchungsgefängnis nach Hannover übergeführt.

Ausdehnung des Rotterfkandal».

Das Ermittlungsverfahren gegen die Gebrüder Alfred und Fritz Schale, genannt Rotter, das wegen Untreue, Konkursoerbrechen und Anstiftung zur Unterlassung der Stellung eines Konkursan­trages eingeleitet wurde, ist jetzt auf das Vorstands- Mitglied der Firma ^Friedrichstraße 236 Grund- ftücks-AG.", Direktor Apel, den Geschäftsführer Der Rotterbühnen G. m. b. H., Lüvschitz, das Vorstandsmitglied der Deutschen Schauspiel-Betriebs- AG., Hans Schuster, und den Syndikus Glücks­mann ausgedehnt worden. Alle Genannten sind verdächtigt, auf Veranlassung der Gebrüder Rotter dic Stellung des Konkursantrages unterlassen zu haben. Bislang ist der Staatsanwaltschaft auf den durch Funk in allen Ländern verbreiteten Steckbrief noch keine Nachricht zugegangen. £

Bei der Staatsanwaltschaft Berlin ist angekundigt worden, daß die Verteidigung der Gebrüder Rotter Fühlung mit der Staatsanwaltschaft nehmen werde, um die Frage zu klären, ob der Staatsanwalt be­reit ist, den Gebrüdern Rotter bei einer eventuellen Rückkehr nach Deutschland freies Geleit zuzu- sichern und sie mit der Untersuchungshaft zu ver- schonen. Wenn sich die Staatsanwaltschaft auf der­artige Unterhandlungen einlassen wird, fo höchst­wahrscheinlich nur dann, brenn die Rotters eine der Sachlage entsprechende hohe Suisme bei der Ge° richtska se als Sicherheit hinterlegen. Die Gesamt chuldenlast der Rotters soll nach einer vor- läufigen Schätzung 5 M i 11 ionen Mark be-

tragen. Dieser Summe sollen nach der Meinung der Büchersachverständiaen keinerlei Aktiven gegenüber- sichen. In diesem Zusammenhang muß noch darauf hingewiesen werden, daß entgegen anderslautenden Nachrichten das den Rotters zur Last gelegte Kon­kursverbrechen ein Auslieferungsdelikt ist, fo daß , sehr wohl die Möglichkeit besteht, daß die Staats- anwaltschaft die Auslieferung der beiden Rotters 1 beantragt, gleichgültig, ob sie sich noch in der Schweiz ober in Italien aufhalten.

Siebzehnköpfige Diebesbande verhaftet.

Der Delmenhorster Polizei ist es gelungen, eine Diebesbande, bie schon feit längerer Zeit bie Stadt unsicher machte und ihre Diebes­fahrten bis ncch Sädolbenburg erstreckte, zu er­mitteln unb zu verhaften. Dis jetzt konnten biefer Danbe insgesamt 12 5 Diebstähle nachgewiefen werden, hoch ist mit Sicherheit anzunehmen, baß auf ihr Konto noch eine Reihe weiterer Diebstähle kommt. Die Gauner waren bei ihren Diebsfahrten nicht besonders wählerisch unb stahlen fast alles, was sie nur erreichen tonn­ten unb was sich irgendwie zu Gelb machen ließ.

Schießerei nach einem Tanzvergnügen.

In Söhlingen (Hannover) ist es zu einem ver­hängnisvollen Zusammenstoß zwischen An­gehörigen einer Hamburger Iagdgesellschaft unb Dorfbewohnern gekommen. Die Hamburger 3agb- gäste gerieten hort auf einem börslichen Tanz­vergnügen mit jungen Durschen in einen Streit, aus dem sich eine Schlägerei entwickelte. Der besonders hart bedrängte Chauffeur her Iagd- gesellschaft zog schließlich seinen Revolver unb gab mehrere Schüsse ab. Der angeblich an dem Vor­fall unbeteiligte Dienstknecht Lünzmann aus einem Rachbarborf wurde sofort getötet. Der Gastwirt Möhrmann erlitt so schwere Ver­letzungen, baß er wenige Stunden nach dem Vor­fall starb. Der Chauffeur, her zunächst mit fei­nem Wagen zu entkommen versuchte, ist verhaf­tet worden.

Wölfe überfallen einen Personenzug.

Infolge des außerordentlich starken, seit Ta­gen andauernden Schneefalles in Ru­mänien mußte auf etwa 20 Eisenbahnlinien der Verkehr eingestellt werden. In der Dvbrudscha sind mehrere Dörfer und Städte vollkommen vom Verkehr abgeschnitten. Die Lebensmittelverfor- gung ist aufs äußerste gefährdet. Mehrere Gü­terzüge und zwei Personenzüge sind auf der Strecke im Schnee stecken geblieben und konnten trotz aller Bemühungen nicht freigemacht wer­den. Ein im Schnce steckengebliebener Personen­zug wurde von einem Rudel Wölfe an­gegriffen. Die Fahrgäste hatten es schwer, sich der Raubtiere zu erwehren. Auch auf der Donau ist bie Lage sehr kritisch. Zwei Eis­brecher, bie den Verkehr freizumachen versuchten, blieben stecken. Der Schiffsverkehr im Schwar­zen Meer ist gleichfalls vollkommen lahmgelegt. Seit mehreren Tagen ist kein Dampfer aus einem rumänischen Hafen ausgelaufen. Verschiedentlich wurden 8 O 8 - R u f e aufgeiwmmen; allein es war nicht möglich, ben in Rot geratenen Schiffen zu Hilfe zu kommen.

Riefenbrand in der Hafenstadt Mcsembrija.

Nach einer Meldung aus Sofia ist in der Hafen­stadt Mesembrija am Schwarzen Meer ein R i fi - len b r a n b ausgebrochrn, ber bie ganze Stabt mit Vernichtung debroht. Es wurden übermenschliche Anstrengungen gemacht, um der Feuersbrunst Herr zu werden, doch war zunächst alles Bemühen ver­geblich. Die ganze Stadt ist auf den Beinen, und bie Bevölkerung wagt es nicht, sich in die Woh­nungen zurückzubegeben.

Bergwerk-Unglück in Südafrika. 6 lote, 6 Schwerverletzt*.

Durch Absturz eines überhängenden Felsens wur­den in einem Bergwerk in Johannesburg (Trans­vaal) zwei Europäer und vier Eingeborene g e - tötet. Sechs Eingeborene wurden schwer ver- letzt.

Opfer eines schrankenlosen Bahnübergangs.

An einem schrankenlosen Bahnübergang zwi­schen ben Stationen Crivitz unb Friedrichsruhe der BerlinHamburger Dahn würbe von einem Triebwagenzug ber Reichsbahn ein Lieferauto ber Kölner Firma Siegel & Co. ersaßt unb zer trümmer t. Einer

der beiden Autoinsassen ist seinen Verletzungen erlegen. Ein zweiter Insasse wurde schwer verletzt.

Lin deutscher Fischdampfer an der norwegischen Küste gesunken.

Der deutsche FischdampferVaterland" aus Lllona, ber nach Vardö unterwegs war, um seinen an Blinbdarmentzündung erkrankten Ka­pitän an Laub zu setzen, rannte a u f e i ne St 11 p p e bei Svatnevs an ber norwegischen Küste unb sank sofort. Die Mannschaft, 18 Mann, hielt sich mehrere Stunben im Sturmwetter in ben Rettungsbooten, bis ber norwegische DampferLyn" bie Scpiff- brüdjigen an Bord nahm und an Land brachte. Der deutsche Fischdampfer, der eine volle Fischlabung an Bord hatte, ist völlig verloren.

Dürre in Rordostbrasilien.

Die schon fast drei Iahre andauernde Dürre in R o r b o st b r a s i l i e n hat bie Lage in die­sen Gegenden, besonders im Staate Cearä. neuer­dings außerordentlich verschärft, da sich wegen der langen Dauer der Dürre die von der Re­gierung bisher getroffenen Maßnahmen als un­zulänglich erweisen. Don der Regierung werden bereits etwa 200 000 Menschen, die aus den Dürregebieten an bie Küste geflohen sinb, unterhalten. Rach einer Mitteilung beS Der-

Unfere Kinder im W nter.

Don Dr. med. Wolsgcmg Schmidt.

Wenn man eine Umfrage bei unseren Kindern veranstalten könnte, we.che Jahreszeit ihnen nach dem Sommer am liebsten sei. ich glaube, bann würbe bie meisten Stimmen ber Winter bekommen. Natürlich ber richtige, weiße Winter mit Schnee unb Eisbahn, nicht feine Abart, bie nur Schmutz unb kalte Rässe uns beschert. Wie ist es fo lustig, sich brauhen zu tummeln bei Sch. e:bal schlachten, Sch.-.eemännerbau, Schlitten- unb Schlittschuhfah.ten, ben Röbel unb Schi nicht zu vergessen! Was machen ba kalte Füße unb Oh.en ober eine Beule vom Hinfallen: solange man im Freien ist. spürt man nichts!

Anders sieht schon bie besorgte Mutter bie Sache mit dem Winter an! Das atme Kinb wirb sich bestimmt erkälten, beult sie: es wirb beim Ei.lauf ein Dein brechen, beim Schneeball- we.sen einen Stein an ben Kopf bekommen unb andere schreckliche Dinge mehr.

Gewiß, all bas ist vorgekommen, aber warum den Kindern den Spaß verderben? Ein wenig aufpassen unb alles ist halb so schlimm! Der Winter ist boch eine Iahre^zeit. in ber ber Licht­mangel. das viele Stubenhocken, bas Fehlen von frischen Gemüsen der Ausbildung der Rachi­tis ober englischen Krankheit besonberen Vor­schub leisten. Cs ist also gefunb, wenn bie Kinder he aus kommen. Abgesehen von besonders rauhen unb stürmischen Tagen sollen auch bie ganz Kleinen, wenigstens währenb der Mittagszeit, etwas an die frische Luft gebracht werden-

Ratürlich muß eine Mutter wissen, daß ein Kind, das in der Kälte herumgetollt hat, auch eine geeignete Kost braucht, damit der Körper die nötige Wärme bilden kann. Fett ist ein guter Brennstoff für unseren Körperofen, auch Zucker hat guten Brennwert. Wan muß nur darauf achten, daß des Guten nicht zuviel getan wird, und daß morgens unb abends vor dem Schlafen­gehen bie Zähne geputzt werben. __

Oft macht ben Eltern bie Kleibung im Winter Kopfzerbrechen. Zum Aufenthalt im Freien, wenn bie Kinber in Bewegung sinb, sollen sie nicht zu bick unb warm angezogen sein, sonst geraten sie leicht in Schweiß unb erkälten sich um so eher. Die vielen gestrickten Wollsachen sinb solange warm, als kein stärkerer Winb geht. Ist bic8 ber Fall, bann friert bas Kind, denn die Wolle läßt ben Winb burch. Hier tut eine Leinenjacke (Winbjacke) guten Dienst. Auf häufi­gen Wechsel der Strümpfe ist zu achten, besonders wenn das Kind an Fußschweiß leidet. Die Schuhe sollen kein Schneewafser durchlassen. Einfetten mit Tran ober Fett vermag auch etwas porös gewordene Schuhe zu dichten.

Die trüben Wintertage bergen auch Gefahren

wesen auf weiter Flur.

So ist c8 gekommen, daß man ihm seine eigene Pumpe zugeschlagen hat. das hat er nicht berich­tet. aber in Oldenburg werden Jle'8 schon ver­standen haben. Da sprechen sie nämlich eine ganz ähnliche Sprache, wenn ihnen was verquer geht.

kehrsministeriums erreicht jedoch bie Gesamtzahl der Opfer ber Dürre bereits eine Million. Zur Intensivierung bet Hilfeleistung fallen jetzt auch das Gesunbheitsbepartement unb bas Role Kreuz herangezogen werden.

; 3euer auj einem Motorschiff im Hamburger Hafen.

An Borb bes im Shamburger Hafen liegenden MotorschiffesAlsia", bas 5800 Druttoregistcr- tonnen groß ist und ber Ostafiatischen Companie in Kopenhagen gehört, brach aus bisher un­geklärter älrsache in der Ladung ein 5euer aus. das außerordentlich schnell um _fid) griff. Die Hamburger Feuerwehr ist mit fünf Zügen ausgerückt. Die Ladung besteht aus Kopra und Gummi. Der Brand konnte nach mehrstündiger angestrengter Arbeit lokalisiert werden. Das Schiff richtete sich langsam wieder auf. Die Passagiere, bie sich bei Ausbruch bes Brandes mit dem Rot- wendigsten auf bie Kaimauer gerettet hatten, wurden später von einem anderen dänischen Schiff der gleichen Reederei, ber(Stria, an Borb ge­nommen und fahren nach Kopenhagen weiter. Außer ber verbrannten Kopramenge, die auf 4003 Sack geschätzt wird, bürsten auch burch bas Was­ser in ben Laderäumen große Mengen Reis unb Oelluchen vernichtet worben fein.

bie Höhe zu treiben.

Das hat er denn auch getan, und er ist eifrig bei ber Sache gewesen. Bis auf breißig Taler hat er bie Pumpe getrieben. Aber bie Dauern, die dabei saßen, waren gar nicht so dumm, wie manche von ihnen aussayen. Sie merkten, wes­halb ber alte Herr fo hinter ber d^mpe her war, unb als mein Großvater breißig unb einen halben Taler geboten hat. ist er mit einemmal allein ge»

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