Ausgabe 
24.7.1933 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Weitere Ergebnisse -er evangelischen Kirchenwahlen.

Oer Wahierfolg der Deutschen Christen.

Pfarrer Hossenfelder an den Reichs­präsidenten und an den Reichskanzler.

Berlin, 24. Juli. (CAD. Funkspruch.) Der Leiter der Glaubensbewegung Deutscher Christen. Pfarrer Hossenfelder, hat an Reichs­präsident von Hindenburg in Reudeck folgendes Telegramm gesandt.

3n Ehrerbietung melde ich den entscheidenden Wahlerfolg der Glaubensbewegung Deutscher Christen. Damit ist die Grundvoraussetzung für das erstrebte Ziel geschaffen, daß, wie Volk und Staat, so auch Dolk ly b Kirche wieder eins werden."

Rn Reichskanzler Adolf Hitler hat Pfarrer Hossenfelder folgendes Telegramm gerichtet:

Es ist mir eine große Freude, den entschei­denden Wahlerfolg der Glaubensbewegung Deut­scher Christen melden zu dürfen. Das evangelische Volk hat bekundet, daß es seine Kirche, aus den Grundkräften heraus neuge­staltet und auch von der Kirche aus am inneren Ausbau des nationalsozialistischen Staates tat­kräftig Mitarbeiten will."

Im Rheinland

Essen, 23. Juli. (WTB.) Die Kirchenwahl im Rheinland brachte den Deutschen Christen einen großen Erfolg. In der erdrückenden Mehrzahl der Gemeinden brauchte überhaupt keine Wahl stattzu- sinden, da nur eine Einheitsliste aufgestellt war, auf der die Deutschen Christen mit durchschnittlich 80 v. H. vertreten waren. In B o n n erhielten die Deutschen Christen 35 Sitze, die von Generalsuperintendenten Klingemann geführte Liste Deutsche Evangelische Kirche 19 und die von Universitätsprofessor D. Barth geführte Liste 6 Sitze

Zn Westfalen.

Münster, 23. Juli. (TU.) Amtlich wird mit­geteilt: Bon den insgesamt 431 evangelischen Kirchengemeinden Westfalens haben bisher 130 Gemeinden gemeldet, daß für die Wahl der Gemcindevcrordneten nur eine Liste (Ein­heitsliste) eingereicht sei. Da sich damit für diese Gemeinden die Wahl erübrigt, gelten die Bor- geschlagenen als gewählt. Don den genannten 130 Kirchengemeinden melden 67 Gemeinden mit insgesamt 2216 Gemeindeverordneten, daß der Wahlvorschlag ohne Rücksicht auf kirchenpoli­tische Richtungen aufgestellt sei. In den übrigen 63 Gemeinden mit insgesamt 2229 Gemeinde­verordneten sind 71 v. H. der Gewählten Deutsche

Christen. In Münster entfielen auf die Liste 1 Evangelium und Kirche 1782 Stimmen (22 Sitze) auf Liste 2 Deutsche Christen 3051 Stimmen (38 Sitze).

Hamburg und Schleswig-Holstein

3n Hamburg brauchte am Sonntag keine Kirchenvorsteherwahl stottzufinden, da sich die großen Kirchengruppen auf eine Einheits- I i ft c .geeinigt hatten, auf der die Deutschen Christen die absolute Mehrheit haben. Bemer­kenswert ist, daß auch fünf Mitglieder des Se­nats und der Ches der Hamburger Ordnungs­polizei in die Kirchenvorstände gewählt worden sind. In Schleswig-Holstein war für die Reuwahl der Landessynode nur ein Wahl­vorschlag eingereicht worden. Der aus 79 Ab­geordneten bestehenden neuen kirchlichen Kör­perschaft gehören 75 Deutsche Christen an. Für die Reuwahl der Kirchenvertretungen waren bis auf 6 kleine Gemeinden gleichfalls Einheits­listen aufgestellt worden. Alles in allem ver­fügen die Deutschen Christen über 9 0 v. H. der Sitze.

Schlesien.

Breslau, 23. Juli. (TU.) In der Kirchenpro- oinz Schlesien erübrigte sich in weit über einem Drittel der Kirchengemeinden ein Wahl­gang, da sich die beiden Parteien aus eine g e - meinsame Liste geeinigt hatten. Die ersten Wahlergebnisse zeigen ein bedeutendes Anwachsen der Wahlbeteiligung, das vielfach 100 v. H. beträgt. In Breslau haben, soweit bisher Nachrichten vorliegen, die Lifte Deutsche Christen 75 v. Sy, die Liste Evangelium und Kirche 25 o. S). erreicht. Im Kreise Waldenburg haben die Deutschen Chri­sten zwischen 60 und 70 d. Sy der Stimmen erlangt. Im Kreise L> h l a u ist das Verhältnis der Deutschen Christen und Liste Evangelium und Kirche 2:8, in Sch miedeberg 5:3. Don den 17 Breslauer Kir­chengemeinden wählten nur sieben. Die Wahlen in Beuthen und Waldenburg fielen auch aus, nachdem eine Einigung zwischen den beiden Listen erfolgt ist. Die Wahlen fielen weiter aus in Liegnitz, Gleiwitz, Glogau, Görlitz und Brieg.

Zn Sachsen.

Dresden, 23. Juli. (WTB.) Für die Kirchen­gemeindewahlen waren in ganz Sachsen säst einschließliich Einheitslisten aufgestellt, auf denen die Deutschen C h r i ft e n durchschnitt­lich mit 6 0 bis 100 v. Sy vertreten waren. Eigentliche Wahlhandlungen haben so gut wie nir> genös stattgesunden. Soweit sich Kirchenwahlen not­wendig machten, sind bisher 75 v. S). der Stimmen für die Deutschen Christen abgegeben worden.

Hendersons Rundreise beendet.

Neuer pariser Sabotageversuch. - Frankreich fordert eine Probezeit vor Znkrafitreten gleichberechtigter Abrüstung.

Paris, 22. Juli. (WTB.) Der Präsident der Abrüstungskonferenz Henderson, der in Paris eingetroffen war, hatte eine Besprechung mit Paul-Boncour und ist dann nach London weitergercist. Havas meldet, daß wich­tige Fortschritte zwischen den kontinentaleuro­päischen Rationen über gewisse auf der Ab­rüstungskonferenz gestellte Fragen erzielt werden konnten, insbesondere über die Kontrolle und die Definition des Angreifers. Dieser Fortschritt eröffnet Aussichten auf ein Einver­nehmen. Große Schwierigkeiten bestehen indessen noch zwischen der französischen und der deutschen Auffassung, insbesondere über die Teilung der Abrüstung in zwei Perioden, eine Periode der Probe und der Kontrolle und die andere, in der dem Deutschen Reich die Rüstungsgleichheit effektiv gewährt werden würde.

In London erklärte Henderson, daß die Be­sprechungen im großen und ganzen eine Bereit- schastzumAbschlußeinerAbrustungs- oereinbarung gezeigt hätten, obgleich er im­mer noch Befürchtungen für die Möglichkeit eines sofortigen Erfolges habe. Er glaube, daß in folgen­den Fragen eine Einigung möglich sei: Nichlergrei- fung von Gewaltmaßnahmen, Angriffsbestimmung, Kontrolle und lleberwachung. Effektiven und Stan­dardisierung der europäischen Armeen, kontrollierte Haushaltsbegrenzung sowie Waffenherstellung und Waffenhandel.

. Größere Schwierigkeiten böten folgende Fragen: Die Dauer der Abrüstungsvereinbarung, die Abschaffung und Zerstörung der 21 ngriff sroaf fen und die Frage, inwieweit die Flottenabrüstung in der neuen Ab- rüstungsvereinbarung behandell werden soll, izalls eine freundschaftliche Vereinbarung über die Dauer eines Abkommens für das erste Abrüstungsstadium über den Zeitraum der Aufgabe der Angrifsswasten und über die Methode, wie sie zerstört werden sol­len, nicht erreicht werden foUte, würde der Abschluß einer Abrüstungsvereinbarung schwierig fein.

Nachdem durch die große außenpolitische Rede des Reichskanzlers am 17. Mai vor aller Welt kund- getan worden ist, daß Deutschland den eng­lischen Konventionsentwurf auch als Grundlage eines Abrüstungsabkommens im Inter­esse einer wirklich konstruktiven Friedenspolitik a n - zunehmen bereit ist, wird vom Quai d'Orsay die grundsätzliche Sabotage dieser Politik in der Form weitergeführt, daß vor die von Deutschland zugestandene Uebergangszeit noch eine Probe- z ei l eingeschaltet werden soll. Daß der fran­zösische Vorschlag als solcher den Versuch einer erneuten Diskrimierung Deutschlands dar­stellt und damit der am 11. Dezember, 1932 endlich feierlich bestätigten Gleichberechtigung zuwider- liefe, braucht nicht betont zu werden. Bei den Pariser Besprechungen Hendersons ist weiter über die in den Ostpakten enthaltene Definition des Angreifers gesprochen worden. Dabei besteht offenbar in französischen politischen Kreisen noch ein weitgehender Unterschied der Auffassung über die Frage, ob die Erweiterung der regio na- len Pakte zu einem gefamteuropäi- sch e n Abkommen dem von der französischen Politik verfolgten Ziel förderlich wäre. Bei der Prü­fung dieses Fragenkomplexes müssen sich die fran­zösischen Stellen allerdings immer der Tatsache be­wußt (ein, daß es der durch die Locarno-Kellogg- pakte bestätigten Friedenspolitik widerspräche, wenn hier ein Instrument geschaffen würde, das erneut eine Aufteilung Europas in mehrere politische Lager herbeiführen würde oder gar bezweckte.

Eine Zusammenkunft DaladierS und Mussolinis?

London, 24. Juli. (DJIB. Funkspruch.)Daily Telegraph" will wissen, daß eine Zusammenkunft zwischen dem französischen Ministerpräsidenten Da- l a d i e r und M u s s o l i n i jetzt e n d g ü l t i g ver­einbart sei. Seide Staatsmänner würden f i ch Mitte August an Bordeiner 3 a d> M ref­fe n , auf ber der französische Ministerpräsident eine Mittelmeerreife unternehmen wird.

Admiral von Schröder gestorben.

In der Nacht zum Sonntag starb im Alter von 79 Jahren Admiral ä la suite Ludwig oonSchrö- der, im Kriege der kommandierende Ad­miral des Marinekorps in Flandern. Ad­miral von Schröder trat 1871 in die Marine ein. Seine Laufbahn als Seeoffizier führte ihn in höchste Stellungen. Bald nach Ausbruch des Welt­krieges, als es galt, die gefährliche Lücke zwischen dem voranmarschierenden Flügel der Armee und den französisch-belgischen Kanalkessel zu schließen, bildete Admiral von Schröder das Marinekorps, das dann fast vier Jahre hindurch in Flandern die Wacht am äußersten rechten Flügel hielt. Der Kampfwille des Admirals, der im Heere derLöwe von Flandern" genannt wurde, reicht weit über Belgien hinaus bis auf den Kanal vor Dover, wo die Flandern-U-Boote tätig waren und nach Lon­don, wo deutsche Flieger ihre Bomben abwarfen. Admiral von Schröder war Vorsitzender des Natio­nalverbandes deutscher Offiziere. An seinem 70. und 75 Geburtstage und anläßlich seines 60jährigen Militärjubiläums wurden Admiral von Schröder große Ehrungen zuteil.

Der Reichskanzler drahtete an den Kapitän z. S. v. Schröder: In tiefster Ergriffenheit erhalte ich soeben die Mitteilung über den Tod Ihres von mir hochverehrten Vaters, unseres unvergeß­lichen Flandern-Korpführers im Welt- kriege. Nehmen Sie das herzliche Beileid ent- gegen, nicht nur von mir, sondern von den Millio­nen meiner nationalsozialistischen Bewegung, die mit mir eins sind in einem dankbaren Erin­nern an jenen starken deutschen Führer und besten deutschen Mann. Gez.: Adolf Hitler.

/ Sechs Todesurteile

gegen Kommunisten in Köln.

Köln, 22. Juli. (TU.) In dem Mordprozeß gegen 17 Kommunisten, die überführt sind, zwei SA. - Leute ermordet zu haben,, wurden sechs Angeklagte zum Tode verurteilt und zu insgesamt 65 Jahren Zuchthaus, zwei weitere Angeklagte zu fünfzehn Jahren Zuchthaus verurteilt.

In der Urteilsbegründung sagte Landgevichts- direktor Trümper, die Angeklagten hätten d a S Leben ihrer Mitmenschen nicht ge­schont, und deshalb könnten auch sie nicht er­warten daß das Gesetz sie schone. Ganz entschie­den müsse das Gericht die Unterstellung zurück- weisen, daß die Todesurteile etwa auf die Aende- rung der politischen Verhältnisse zurückgeführt werden können. Von jeher hätten deutsche Ge­richte bei Bejahung der Ueberlegung auf Todesstrafe erkannt, das sei pflicht­gemäß auch in diesem Prozeß geschehen. Ob die Todesstrafe vollstreckt werde, das zu entscheiden, sei nicht die Aufgabe des Gerichts.

Wer darf das Braunhemd tragen?

München, 22. Juli. (CNB.) Der Stabsleiter des stellvertretenden Führers gibt, wie die NSK. mitteilt, neue Ausführungsbestimmungen zu den 2lnordnungen über das Tragen des Braunhemdes bekannt. Danach dürfen das Braunhemd nur tra­gen: Personen, die vor dem 30. Januar 1933 ihreAufnahmeerklärung zurNSDAP. ab gab en, sofern die Aufnahme nicht abgelehnt wurde, Angehörige der SA. und SS.

Nach dem 30. Januar 1933 in die NSDAP, ein« getretene Personen, die im Besitz eines Aus­weises der Parteileitung sind, durch den ihnen das Tragen des Braunhemdes ausnahms­weise gestattet wird. Diese Ausweise werden nur in außergewöhnlichen Fällen, in denen die Belange der Partei dies notwendig erscheinen lassen, ausgestellt. Alle anderen Personen machen sich strafbar, wenn sie das Braun­hemd tragen.

Kleine politische Nachrichten.

Infolge einer Vereinbarung zwischen dem Bun­desführer des Stahlhelms S e l d t e und dem Be­auftragten der NSDAP, für den Arbeitsdienst Oberst Hier! werden die Stahlhelm-Arbeits- träger-Verbände in den von den Beauftrag­ten der NSDAP, geführten nationalfozialistischen Reichsoerband deutscher Arbeits­dienst-Vereine" eingegliedert. Von nun ab ist der nationalsozialistische Reichsverband der einzige amtlich anerkannte Dienstträger für den Freiwilligen Arbeitsdienst im ganzen Reich. In den Vorstand des Reichsoerbandes treten die Stahlhelm­kameraden von Stephani, von Morozo- w i c z und A u s f e l d.

Zum Treuhänder der handwerk- li chen Fachverbände für das Gebiet des Staates Hessen und des Regierungsbezirks Wiesbaden wurde der Kammersyndikus Dr. Spitz, Wiesbaden, bestellt. Die untergeordneten Dienststellen der Fachorganisationen des Hand­werks sind angehalten, auf dem Dienstwege über den Treuhänder der Fachverbände zur Spitze des deutschen Handwerks zu arbeiten.

Das deutsche Modeamt teilt mit: «Frau Magda Goebb-els, Ehrenvorsitzende des deutschen Modeamtes und die beiden Vorsitzen­den Dr. Oelenheinz, Mannheim, und Prof. S. von Weech. Berlin, bitten davon Kenntnis zu nehmen, daß sie ihre Remter im deut­schen Modeamt gemeinschaftlich niedergelegt haben.

GK

2 vor ettvg i, B

5f war 8 ^Teil- einem

^yluh am u t r'Wr- n noch Tfiktyn qt :«bi.

zu jun. Quf d°- Sla, B««n d>- tot, a Inifer.

-|äs£'

r Eiermarkt.

22. Juli. 3m Fraillsurtn

^8rm2ui5lQnbeiern ließ x verlangte für 7150 bis 9,75 | ®»je 8 big 9,50 unb für 8,K Pfennig per Stück 3er Absatz erfuhr gegen, ir eine gewisse Belebung. Mr er aber noch schlecht i billige Eier bevorzugt z am Marli sind.

kbeii unh DI!

die Svende zur Förderung teit: Finanzamt, ö-mvt' leteWif« bi'

. I6 u. « Ml S®*1

ig, fltl» WWW W richten.

nM bit t Arbeit >

3riei

fitlM

47,05 12,54

58,3 er.K 13- 16,36 168.8 22-01 69,96

6.176 47.05 12,54

3.053 169.57

70.27

62.« 72,12

13.»

0,9

2,973

58.61

22,17

16.44

81.13

35.1

61,83 0,876

0,236 5,205

12.71 .

---~\ 2b5oi*

Nr. l70Lrster Blatt

185. Zahrgang

Montag, 24. Zull 1935

Erlcheinl tägltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert. Gießener Familienblätter Heimat im Blld Die Scholl.

Monatr-Bezogsprels:

Mit 4 Beilagen RM. 1.9b Ohne Illustriert, . 1.80 Zustellgebühr . T-25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

Zernsprechanschlüsse anterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnach­richten Anzeiger Gießen.

Postscheckkonto:

Frankfurt am Main 11686.

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

Dmd und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steinönidcret IL Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: §chu!straße 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re­hlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20, mehr.

Chefredakteur

Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undsür denAn- zeigenteil i.V.TH.KümmeI sämtlich in Gießen.

Ieierliche Einführung des Leiters derLandeSstelleHessen-Aaffau für Vollsaufklärungnndpropaganda

Frankfurt a. IN., 22. Juli. Am Freitag, dem 28. Juli 1933, um 11 Uhr, findet im Frankfur­ter Schauspielhaus die feierliche Einführung des Leiters der Landessielle Hessen-Nassau für Volksaufklärung und Propaganda, Gaupropaganda, leiter Muller-Scheid, durch den Reichsstatt- halter in Hessen, Sprenger, und den Oberpräsi­denten der Provinz Hessen-Nassau, Prinz Phi­lipp von Hessen, statt. Zu dieser Einführung sind von den obengenannten Regierungsstellen g e - laden:

1. Die Behörden der Provinz Hessen-Nassau und des Landes Hessen (die Regierungs­präsidenten mit ihren hauplreserenlen, alle L a n d r ä t e bzw. Kreisdirektoren, die Vertreter beider Konfessionen, die Ober- bürgermeister und vürgermelster der Städte über 10 000 Einwohner, die Polizei­behörden, die Spitzen der U n i v e r s i - täten und übrigen Hochschulen, die Direk­toren der höheren Schulen, die Kreis - und Stadtschulräte der Volks­schulen).

2. Die Gauleilungen der NSDAP, von Hes­sen-Nassau und Kurhessen mit ihren hauptab- leilungsleitern, den Stäben der SA., SS. und HI., sowie alle Kreis lei ter und Kreis- propagandaleiter.

3. Die Verleger, Hauptschriftleiter und Korrespondenten aller in der Pro­vinz Hessen-Nassau und im Lande Hessen er­scheinenden Zeitungen und Zeitschriften.

4. Die Besitzer und Direktoren aller Lichtsplel- l h e a t e r.

5. Die Intendanten und Direktoren der staat­lichen und städtischen Theater mit ihren Dramaturgen.

6. Der Intendant des Rundfunks und sein Hauptabteilungsleiter.

7. Die Spitzen aller wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen verbände und Vereine, soweit sie über die Gröhe eines Kreises hinaus gehen.

Die obengenannten staatlichen und städtischen Be­hörden, sowie die verbände werden vom Oberpräsi- diuin Kassel und der Regierung in Hessen in den nächsten lagen eingeladen.

Vier wettere Kreise Ostpreuhens von Arbeitslosen bestell.

Königsberg, 22. Juli. (TL1.) Rm Freitag und Samstag ist es gelungen, vier weitere Kreise Ostpreuhens von Rrbcitslosen zu befreien. Es sind dies die bei Königsberg gelegenen Kreise Braunsberg und W e h l a u , der Kreis Darkehmen, der außerdem noch etwa 200 "Arbeitslose aus der benachbarten Stadt Insterburg unterbringen wird, und der Kreis Mohrungen, der noch im Februar 1850 und rm Mai 1200 Arbeitslose hatte. Er wird bis zum 1. August außerdem noch über 1000 Arbeits­lose aus der benachbarten Jndustrie- stadt Elbing beschäftigen. Der Kreis Pill- ! a 11 e n , der bekanntlich als erster die Arbeits­losigkeit überwunden hat, hat inzwischen 110 0 neue Arbeitsstellen für Arbeitslose aus der Stadt Tilsit vorbereitet.

Eine Anordnung des Führers oer Deutschen Arbeitsfront.

Berlin, 22. Juli. (WTB.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront und Leiter der Politischen Organisation der RSDAP. Dr. Ley hat fol­gende Anordnung erlassen:

Die riesigen Kundgebungen und Aufmärsche der Deutschen Arbeitsfront beweisen, daß sich der deutsche Arbeitsmensch in die Ar­beitsfront eingliedern will und an ihrem Aufbau regen Anteil nimmt. Es ist daher allen Dienststellen der Partei und der RSBO. zur Pflicht gemacht, daß sie ihre letzte Kraft zur Werbearbeit für die Deutsche Arbeitsfront ein­sehen. Die Mitgliedschaft zur RSBO. ist be­kanntlich gesperrt, damit die Mitglieder bis zum letzten in der Weltanschauung des Rational» sozialismus geschult werden können, um dermal­einst die Führer der Deutschen Arbeitsfront zu stellen.

Hilfeleistung der Reichswehr bei öffentlichem Notstand.

Berlin, 23. Juli. (TU.) Im Reichsgesetzblatt wird ein Gesetz verkündet, das das Wehrgesetz ändert. Danach hat im Falle öffentlicher Not­stände oder einer Bedrohung der öffent­lichen Ordnung die Wehrmacht auf 21 n f er­fordern ber Reichs st atthalter, in Preu­ßen des Reichskanzlers und der von diesem bestimm­ten Behörden Hilfe zu leisten. Das Ersuchen soll nur ergehen, wenn die eigenen Kräfte des Lan­des nicht ausreichen. Weiter wird der Reichswehr­minister ermächtigt, im Bereich der Wehrmacht ange- stellte Zivilpersonen den für Soldaten gel­tenden gesetzlichen Bestimmungen ganz oder teilweise zu unterstellen, wenn und so­lange dies die militärischen Notwendigkeiten er­fordern.