Ausgabe 
24.6.1933 Frühausgabe
 
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Oie Ehestandsdarlehen.

Einzelheiten aus den Vurchsührungsbeftimmungen.

Wie dos Bdz.-Bureau meldet, ist die Durchfuh- rungsoerorbnung über die Gewährung von Ehe- stanosdarlehen nunmehr vom Reichsinnenminister bekanntgegeben worden Sie bestimmt zunächst die Fälle, in denen Ehestandsdarlehen nicht

Keirbemarf

100 Jt.* A 01)0000

Ldestandsdorleben

So sieht der Bedarfsdeckungsschein für neue Ehepaare aus.

gewährt werden. Ehestandsdarlehen kommen nicht in Frage, wenn die Ehe vor dem 3. Juni 19 3 3 geschloffen wurde, ober wenn einer der bei- den Ehegatten nicht im Besitze der bürger­lichen Ehrenrechte ist, ober wenn nach ber politischen Einstellung eines der beiden Ehegatten anzunehmen ist, daß er sich nicht jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat einsetzt. Auch kommt die Gewährung von Ehestands­darlehen dann nicht in Frage, wenn einer der bei- den Ehegatten an vererblichen geistigen oder körperlichen Gebrechen leidet, die feine Verheiratung nicht als im Interesse der Dolks- gemeinschast liegend erscheinen lassen. Schließlich ist das Ehestandsdarlehen dann ausgeschlossen, wenn nach dem Borleben oder Leumund eines der beiden

Ehegatten anzunehmen ist, dah die Ehegatten ihrer Verpflichtung zur Rückzahlung des Darlehens nicht nachkommen werden. Die Hohe des Darlehens ist nach dem Betrage jju bemessen, den ein Ehepaar gleichen Standes bei der Grün- düng eines Haushaltes nach den ortsüblichen Ver­hältnissen für den Erwerb von Möbeln und i)aus- ?|eräl auszuwenden pflegt. Der Dorlehnsbetrag muh tets durch 100 Reichsmark teilbar sein und darf 1000 Reichsmark nicht übersteigen

Die Tatsache, bah die künftige Ehefrau in ber Zeit zwischen bem 1. Juni 1931 und dem 31 Mai 1933 mindestens sechs Monate lang im Inland Arbeitnehmerin war, ist durch eine Beschei­nigung des Arbeitgebers nachzuweisen. Der Arbeit­geber darf nicht ein Verwandter aussteigender Linie der Ehefrau sein. Ferner muh glaubhaft gemacht werden, daß ein standesamtliches Aufge- b o t vorliegt, dah die künftige Ehefrau ihre A r beitnehmertätigkeit bereits aufge- geben hat oder spätestens am Tage ber Ehe­schließung ausgeben wirb.

Der Antrag aus Gewährung eines Ehestands­darlehens ist auf einem amtlichen Formular zu stellen, das vom Standesamt unentgeltlich abge- Sben wird, sobald das Aufgebot erfolgt ist. Der ntrag muh bei der Gemeinde gestellt werden, in deren Bezirk der künftige Ehemann zur Zeit der Antrogsstellung seinen Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt hat. Soweit ein Antrag nicht schon von der Gemeinde abgelehnt wurde, entschei­det das Finanzamt endgültig, das für den künftigen Ehewohnsitz zuständig ist. Bei der Kasse dieses Finanzamtes kann der Ehemann, so­bald die Ehe geschlossen ist, gegen Bescheinigung über die Eheschließung dos Darlehen in Empfang nehmen.

Bei der Geburt iedes in der Ehe geborenen Kindes werden 25 v. H. des ursprünglichen Dar­lehensbetrages erlassen. Auch kann nach der Ge­burt eines Kindes das Finanzamt gestatten, dah die Tilgung des Darlehens bis zu zwölf Monaten unterbrochen wird. Das Finanzamt kann verlan­gen, dah der Arbeitgeber des Ehemannes die mo­natlichen Tilgungsraten vom Lohn oder Gehalt einbehält und wie Steuern abführt.

Die Bedarfsdeckungsscheine werden in Beträgen von 10 bis 100 Mk. ausgegeben. Ver­lorene Scheine werden nicht erseht. Verkaufsstellen sind auch Handwerksbetriebe, die öffentliche La­dengeschäfte nicht unterhalten. Verkaufsstellen, die bereit sind, Bedarssdeckungsscheine anzunehmen, müssen dies der Gemeinde mitteilen. Bareinlö­sung der Bedarfsdeckungsscheine durch Verkaufs- stellen ist verboten. Es können nur Geldbeträge bis zu einer Mark herausgezahlt werden.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Kreuze als Grabschmuck.

EPH. Wer heutzutage über einen Friedhof geht, kann immer wieder feststellen, wie verhältnismäßig wenig christlichen Grabschmuck man dort antrifst. Das Zeichen des Kreuzes wird nur in vereinzelten Fällen verwandt. Dasselbe gilt von Bibelsprüchen oder Gesangbuchversen. Dafür scheint plastischer Schmuck, der mit christlicher Gedankenführung nur sehr wenig oder überhaupt nichts zu tun hat, sehr beliebt zu sein. Was gibt es nicht alles an trauern- den Frauengestalten, sentimentalen Inschriften und sonderbaren Grabsteinformen! Eine Reform tut hier dringend not. Don feiten des kaufenden Publi­kums mühte Wert daraus gelegt werden, dah aus ein Christengrab das Christenkreuz zu stehen lomm» ober jedenfalls sonst auf dem Grabstein die Bege­hung zur christlichen Kirche deutlich wird. Auf der anderen Seite wäre es vielleicht an der Zeit, wenn die Kirche durch Künstler, die ihr nahestehen, Bor- schlage und Muster ausarbeiten liehe, nach denen sich die Grobsteinindustrie zu richten hätte.

Oie Sonnwendfeier

der Gießener Hitlerjugend.

Zur heutigen Sonnwendfeier der Hitlerjugend und des Jungvolkes in Gießen, zu der auch die SA. und ES., sowie die gesamte Bürgerschaft Gießens erwartet werden, wird der Fackelzug der Hitlerjugend und des Jungvolks um 20.45 Uhr seinen Marsch durch die Stadt antreten. Die Aufstellung des Zuges erfolgt auf Oswalds- garten, von dort wird um 20.45 Uhr wie folgt marschiert: Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Seltersweg, Frankfurter Straße, Liebigstraße, Ludwigstraßc, Gartenstraßc, Aeuen Baue. Schulstraßc. Kirchenplatz, Walltorstraße, Hitler-Wall, Moltkestraße. Kaiser-Allee zum Trieb. Um 21.30 Uhr soll die Sonnwendfeier am E u l e n k o p f auf dem Trieb beginnen. Bei regnerischem Wetter wird die Feier in der B o l k s h a l l c stottfinden. Für die Feier sind Lieder, Sprech-Thöre, Feuerrede und Fahnen­weihe vorgesehen, anschließend wird die Feier ihren Ausllong finden.

Sonnwendfeier

der Gießener Studentenschaft.

Am morgigen Sonntag, 25. Juni, 21.30 Uhr, ver­anstaltet die Gießener Studentenschaft auf bem Trieb ihre Sonnmenbfeier. Die Herren Dozenten, bie Kommilitonen und bie Einwohnerschaft der Stabt find herzlich eingeladen.

Oer Oeutsche Liedertag in Gießen.

Der letzte Sonntag im Monat Juni ist seit eini- gen Jahren dem deutschen Lied gewidmet. Der Deutsche Sängerbund hat aus diesem Anlaß ange» ordnet, daß an diesem Tage im ganzen Deutschen Reich und auch über die Grenzen des Reiches hin­aus überall da, wo Deutsche wohnen, in Städten und Dörfern deutsche Volkslieder erflinaen fallen. Die Oefangsoorträge beginnen um 11 Uhr.

Der Bauerscke Gesangverein unter Lei­tung von Universitäts-Musikdirekwr Professor Dr. Temesvary wird vor der Aula ber Univer­sität in der Ludwigstraße, der Gesangverein Concordia" unter Leitung von Mustktehrer Phil. Groh- Wieseck wird aus dem Linden- platz und der GesangvereinHeiter­keit^ unter Leitung von Musiklehrer Wilhelm Blättler wird in der Johannes st raße (Eingang Plockstraße) fingen. Zum Vortrag ge­langen, entsprechend dem Charakter des Tages, einige deutsche Volkslieder. Das Publikum fei auf die Veranstaltungen besonders aufmerksam gemacht.

Tagung der hessischen evangelischen Mannervereimgungen

Der Hessische Landesverband Evangelischer Män- neroereinigungen hält (eine P Jahres Hauptver­sammlung, verbunden mit lOjährigern Stiftungsfest, heute und morgen in Gießen ab. Arn heutigen Samstag um 17 Uhr wird die Tagung mit Der Delegiertenversammlung im Gasthaus Hindenburg eingeleitet. Der morgige Sonntag bringt zunächst um 9.30 Uhr den Festgottesdienst in Der Stabt- kirche mit Pfarrer Weiß (Darmstabt-Bessungen), als Festprediger. Um 14.30 Uhr findet auf der Liebigshöhe (nicht in der Iohanneskirche) die Hauptversammlung statt, in deren Mittelpunkt der Festvortrag von Pfarrer Probst (Franksurt-Ober- rab), überDie kirchliche Lage ber Gegenwart unb bie Aufgaben ber Mänervereinigungen in ihr" stehen wirb. Rach dem Vortrag soll eine Aussprache ftatt» finden.

Luftfahrt-Werbewoche Gießen 1933.

Die Ortsgruppe Gießen im Deutschen Luftsport­verband organisiert in der Woche vom 25. Juni bis 2. Juli im Rahmen der Reichs-Luft fahrt- Werbewoche in Gießen eine Reihe von bemer­kenswerten Veranstaltungen. Die Werbewoche be­ginnt in Gießen mit einem Deutschen Abend des Jliegersturms, zu dem Reichsstatthalter Sprenger sein Erscheinen zugesagt hat. Am Donnerstag findet am Hindenburgwall Platzkon­zert unserer Bataillonsmustk und eine 21 u s ft e l - lung der Gießener Segelflugzeuge statt. Am Freitag wird ber Fliegersturm Gießen einen Werbemarsch burch die Stabt nach bem Flughasen veranstalten, wo ein Werbeabend mit Musik der Standartenkapelle 116 und ein B i - w a k des Fliegersturms vorgesehen sind Am Samstagnachmittag findet großer S e g e l f l u g t a g mit Kinderfest, Ballonwettbewerb, Konzert, am Sonntag Motorflugtag, Gas- und Lustschutz­übung, Konzert, abends Sornmerfest mit Sonder­beleuchtung und Konzert, sowie bei günstiger 'Bit­terung Nachtflüge statt.

Auf die am kommenden Mittwoch in unserem Blatte erscheinende Anzeige sei heute schon hinge- wiesen.

Taten für Samstag, 24. Juni.

1228: Kaiser Friedrich II., iiA (Befolge Walter von der Vogelweide, beginnt den 5. Kreuzzug. 1485: Der Reformator Johann Bugenhagen in Wollin geboren (geft. 1568). 1777: John Roß, der Ent­decker des magnetischen Nordpols in Wigtownshire geboren (geft 1856). 1916: Beginn ber fran­zösisch-englischen Somme-Offensive (bis zum 26. No- vember).

ifcjrnotijcn.

Tageskalender für Samstag (Neues Schloß: 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr, Werbe-Ausstellung Hess, und rhein- Kunsttöpfe­reien. Lichtspielhaus BahnhofstraßeAn hei­ligen Wassern".

** Born Gießener Stabttbeater. Spiel­leiter unb Schauspieler Karl Heyser scheibet für bie nächste Spielzeit aus bem Ensemble bes Gie­ßener Stadttheaters aus und folgt einem Ruf an die städtischen Schauspiele in Baden-Baden als erster Charakterspieler.

Der Oberhessische Geschichtsver- e i n nimmt an der Iahrestagung des Verbandes der Geschichts- und Altertumsvereine in Hessen am heutigen Samstag und am morgigen Sonn­tag teil. Heute um 16 Uhr findet in Gießen eine Besichtigung der Anstalt für Hessische Lon- desforschung (Bismarckstr. 16) statt. Um 19 Uhr

spricht Universitätsprosessor Dr. Bauch in Butz­bach im .Deutschen Haus' über das Thema »Die Kunstdenkmäler der Stadt Butzbach". Am morgigen Sonntag beginnt die Tagung um 10 Uhr in Butzbach mit der Geschäftssitzung, anschließend folgen Führungen und Dortrag. dann gemeinsames Mittagessen, nachmittags wie­der Besichtigungen.

" Der Deutsche T e ch n i k e r v e r b a n d in der Ä SA. veranstaltet am heutigen Sams­tag um 20.30 Uhr eine Versammlung im Ge- werkschaftshauS, in der Pg. Gauleiter Dil­ling, Frankfurt a. M., sprechen wird. Inge­nieure, Chemiker, technische Angestellte bei Be­hörden usw. werden in dieser Versammlung erwartet. (Liehe gestrige Anzeige.)

Besichtigungszeiten der 'Dl u feen. Die Museen und Sammlungen im Allen und Neuen Schloß sind am Sonntag- zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet

Kein Apparatebei trag mehr sur neue Fernfprechanschlüsfe. Das Deichs- Postministerium hat eine wesentliche Verbilligung der Einrichtung von Zernsprechanschlüssen in Aussicht genommen, um die Anloge neuer Fern- sprechonschlüsse zu erleichtern und damit das Fernsprechnetz zu erweitern und feine Inanspruch­nahme zu erhöhen. Der 50 Mark betragende

Apporatebeitrag für Hauptanschlüsse soll danach künftig in Fortfall kommen, sofern der Verwal- tungsrot der Beichspost, der in den ersten Tagen des Juli darüber Beschluß fassen wird, dem Anträge zustimmt. Die Fernsprechämter weisen bei Anträgen auf neu einzurichtende Anschlüsse die Antragsteller schon jetzt darauf hin, daß eine Zurückflellung der Anträge bis Mitte Juli im Interesse der Antragsteller liegt, 'da diese dann bereits in den Genuß des Fortfalles der 50-Mark-Gebühr gelangten.

Vorsicht bei H a u s s ch m m - R e pa­ra t u r e n ! Mauern können bei Schwamm Repa­raturen erhalten werden, sofern sie baulich noch ein- wandfrei sind, Wer trotzdem Mauern unnötig her- ausreibt, begeht eineVersündigung am deutschen Volksvermögen" wie es in DeinHausschwamm- Merkblatt" heißt, dos die nachbenannte Stelle in Verbindung mit der größten deutschen Bauorgani- salion herausgebrqcht hat. Jede Auskunft in Schwammfallen erteilt die Hessische Landes» st c 11 e für Pilz- und Hausschwain m - Beratung (Mykologisches Institut der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde,. Darmstadt. Fernruf 4755, die auch überall aufklärende Lichtbilder-Vor- träge über dieses wirtschastlich außerordentlich wich­tige Gebiet veranstaltet.

Winke für Kriegsbeschädigte.

Wie wirken sich die Mehrleistungen für die Kriegsbeschädigten auö?

Von Oberleutnant a. £). Bonhard, Gießen.

Der neue Erlaß über Mehrleistungen in der Reichsversorgung vom 19. Mai 1933 ist wohl Durcy alle Tageszeitungen bekannt, jedoch nicht von allen Kameraden, die es angeht, richtig gewürdigt und vor allem verstanden worden. Ich will ihn daher in einzelnen Abschnitten kurz erläu­tern unb burch Beispiele aus ber Praxis aufklären.

Bisher konnten nur d i e Kameraden wieder in den Genuß der Rente kommen, bei Denen Dienstbe­schädigung anerkannt unb eine Verschlimmerung bes Leidens sestgestellt wurde. Bei Verwundung mußte die Erwerbsminderung (E. M.) mindestens 30 v. H. und bei inneren Leiden mindestens 50 o. H. betra­gen, mit der Bestimmung, daß ein Bedürfnis oor- liegen mußte. Erleichterungen hatte schon der erste und zweite Erlaß unserer nationalen Regierung ge­bracht. Der neue (dritte) Erlaß läßt nun allerdings nur beim Borliegen einer Verwundung und deren Folgen (unmittelbar ober mittelbar) die Bestim- mung des Bedürfnisses fort und gestattet auch den Kameraden einen Antrag auf Heilbe­handlung und Rente zu stellen, die bisher noch nie einen Antrag gestellt hatten, abgefunben inb ober beren Antrag früher wegen Fristver- äumnis abgelehnt worben war. Drei Bei- p i e l e :

1. Kamerad K. verwundet, SteckspUUer im Büt­ten innerhalb des Brustkorbs, keine Beschwerden, daher auch nie Antrag gestellt. Eines Tages Bla- jenbeschwerden; Klinikuntersuchung stellt fest, daß bet Splitter z T. schon burch bie Blasenwanb ge- roanbert. Operation verläuft glatt, unb es bleiben keine Beschwerden nach. Es kann hier Heilbehand­lung gewährt werden. Fristverfäumnis und Bedürf­tigkeit spielen keine Rolle.

2 Kamerad P. verwundet, linke Gesichtshälfte: als Folge blieb praktische Blindheit des linken Auges. Er stellte im Juli 1927 Antrag. Es lag nach §§ 52, 53 unb 111 bes RVG Fristversäumnis vor. Verfechtung durch alle Instanzen, sowie Versuch im Härteausgleich, aber ohne Erfolg, obwohl andere Kameraden bei gleicher Verletzung 30 o. H. Rente erhielten. Er kann heute nun sein Recht suchen und wird es endlich finden.

3. Kamerad O. verwundet, mehrere Splitter noch Im Oberschenkel, wenig Beschwerden, immer voll arbeitsfähig, erst 1932 Antrag, da plötzlich mehrere Splitter wanderten, Operation, es verblieb Ver­steifung des Beines, E M. jetzt 40 v. H., Rente konnte nicht gewährt werden, da ein Bedürfnis (er hatte 19 Morgen Acker) angeblich nicht vorlag. Nun­mehr kann auch er in den Genuß der Rente kom­men.

Einmal rechtskräftig abgelehnte' Anträge auf Dienstbeschädigung und Rente sind durch den Erlaß nicht betroffen, es besteht daher keine Handhabe, hier zu helfen. Es kommen nur Kriegsver - rounbungen in Frage. Wer früher abgefunben würbe, muß auch heute ben Nachweis erbringen, baß Verschlimmerung ber Bcrrounbung unb Deren Folgen eingetreten ist unb eine E. M. von min- bestens 25 v. H. besteht, geringere E. M. wirb auch heute nicht, wie (o mancher benkt, berentet. Es wirb nur Heilbehandlung gewährt.

Ferner kann heute ein Rentenempfänger in den Genuß einer höheren Rente kommen, wenn ein Leiden sich bemerkbar macht, das in ursächlichem Zusammenhang mit seiner Verwundung steht. Z. B. ein Beinamputierter (rechts) bekommt 70 v. H. Rente. Durch Ueberlaftung des linken Beines stellen sich Krampfadern ein; ober durch einen Cungen- schuß hat sich im verletzten Lungenflügel eine Tu­berkulose entwickelt. Dies sind Folgen ber Ver- rounbung, unb cs kann hier Rentenerhöhung statt­finden ohne Prüfung des vorher so streng gemes­senen Bedürfnisses.

Wer noch nie Antrag gestellt wegen seiner Ver­wundung und deren Folgen, muß außer einem ausführlichen Attest eines Arztes auch feine Militär­papiere (Paß, Soldbuch usw.) dem zuständigen Versorgungsamt einreichen, Damit Das V A. in Der Lage ist, Die erforDerlidjen Unterlagen unD ßa- Aarettpapiere zu beschaffen. Außerdem sind aus­führliche sonstige Angaben von Borteil und beschleu­nigen wesentlich Die Erledigung des Antrages

Die neuen Renten werden nur als Härte- a u s g I e i ch gewährt, ein Rechtsanspruch Darauf besteht nicht.

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 25. 3uni.

6.15 Uhr von Bremen: Bremer Freihafenkonzert. 8.30. Morgenfeier Der Bischöflichen MethoDisten- kirche Frankfurt a.M 9.30: Stunde Des Chorgesangs. 11.30 von Leipzig. Kantate oon Johann Sebastian Bach. 12: Mittagskonzert. 14.10: StunDe Des Lan­des. 15: Stunde Der Jugend. 17.45 von Geislautern (Saar): Mandolinenkonzert Des Wandervereins Fortuna", Geislautern (Saar). 18.20: Alte Tanz- mu*i 18.50: Bericht vom Endkampf beim Deutschen Derby. 19: Hab' mein Wage vollgelade, eine heitere Hörfolge 20: Svndersendung. 20.10: KvnZert. 22 20 aus dem Stadion Köln: Schwergewichtsmeisterlchast von Deutschland 22.45 bis 24 von Nürnberg: Nacht- musik

Montag, 26. Juni.

7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagsko^zert. 15.20: Musikalischer Zeitvertreib 16.30: Nachmittagskvn- zert. 18: Deutscher Almanach 18.15: «chnellkursus in italienischer spräche. 19 von Hamburg: Stunde der Nation: Doggerbant, niederdeutsches Sendespiel. 20: Sondersendung. 20.10: Marschmusik. 20.45: Der Reichswehcsoümt, Hörfolge. 21.30: Unbekannte Loewe-Balladen. 22.45 bis 24: Nachtmusik

Dienstag, 27. Juni.

7.15 Uhr: Frühkonzert. 10.45. Praktische Rat- schlüge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hort zu. 15.20: Der Hausfrau zur Er­holung. 16.30: Nachmittagskonzen bes Rundfunk­orchesters. 18 von Kassel: Meister Bornemanns Hochzeit von Rudolf Gläser, Kassel. 18.15:Film und Alltag" von Hans Bramkamp. 18.25:Die Aufgabe der Frau im neuen Deutschland" von Iuga Strann- hals-Russell 19 vom Deutschlandfender: Stunde der Nation: Zeitgenöfsifche Musik. 20: Sondersendung. 20.10: 3X5 Minuten 20.30: Deutsche Tanzmusik bes 17. und 18. Jahrhunderts auf Driginalinftrumen- ten. 20.55: Der Laubacher Ausschuß, ein oberhessi­sches Boltsfeft. 21.25: Unterhaltungskonzert Des Rundfunkorchesters. 22.45 bis 24: Nachtmusik.

Mittwoch, 28. Juni.

7.15 Uhr: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schul­funk: Eine Großmacht: Das Buch. Ein Gang durch die Hessische Lanbesdibliothek in Darmstadt. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mit- tagskonzert. 14.20: Jeder hört zu. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 18:Das Do- polavoro die italienische Bolfsbilöungsberoegung". Bon Lic. Dr. Hans Hartmann. 18.25: Zeitfunk. 19 vom Deutfchlandfender: Stunde ber Nation: Ewiges Deutfchlanb, Hörfolge. 20.30: Konzert. 22.45 bis 24: Nachtmusik.

Donnerstag, 29. Juni

7.15 Uhr: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmusi- ter. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und

Haus. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hort zu. 15.30: Stunde der Jugend 16.30: Nachmittagskon­zert. 18:Objektivität unb Ueberzeugung", von Fr. von Holzhausen. 18.25: Zeitfragen. 19 oon Breslau: Reichssendung: Stunde der Nation:Junge Mann- schäft", Arbeitsdienst macht uns frei. 20: Sonber- fenbung. 20.10: Konzert bes Rundfunkorchesters. 21.20: Max Eyth, Hörfolge von Karl Klinghardt. 22.45 bis 24: Nachtmusik.

Freitag, 30. Juni.

7.15 Uhr: Frühkonzcrt. 12: Mittagskonzert 14.20: Jeder hort zu. 15.20: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Aerzte - Bortrag. 18.25: Johann Ohlerich, Aus ber Novelle oon Abo!f Wilbranbt. 18.45: Kurzbericht vom Tag. 19: Reichs- senbung: Stunde der Nation, Heidelberg. 20: Son­dersendung. 20.10: Unterha'tungskonzert, II. Tanz- Suite Des Sübwestfunks 20.45: 3X5 Minuten. 21: Bon Würzburg Aus Dem Kaisersaal der Residenz: 12. Würzburger Mozartsest, Symphoniekonzert. 22.45 bis 24: (M, ab 23 Uhr aus den Deutschland­sender): Nachtmusik.

Samstag, 1. Juli.

7.15 Uhr: Frühkonzert 10.10 bis 10.40: Schul­funk: Jugend im Kärntner Grenzkampf 12: Mit­tagskonzert 14.30: Jeder hört zu. 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Freiburg: Konzert. 18: Junge beut- sche Lyrik. 19: Reichssenbung Stunbe ber Nation: Deutsche Reiterei. 20: Bon Leipzig: Aus ber Dresd­ner Staatsoper: Arabella, Oper von Rich. Strauß. 22.45: Bon Berlin: Nachtmusik.

Bauerntag in Wehlar.

WEB. Wetzlar, 23 3uni. Man rüstet hier mit großem Eifer zu dem vom 15- bis 17. Juli hier stattfindenden B a u e r n t a g, der die große Heerschar der Landwirte aus allen Teilen Nassaus und angrenzender Gebiete in Wetzlars Mauern sehen wird Der diesjährige Bauerntag wird Die größte Kundgebung Des nassauischen LanDvolkes Darstellen. Äach Der offiziellen Er­öffnung am Samstag, 15. Juli, toirD Der Nach­mittag mit Cntscheidungskämpfen für Das Aeit- unb Springturnier, sowie Volksbelustigungen auä- gefüllt sein. Vach einem Festgottesdienst am 16 Juli wird eine große Kundgebung Des nassaui­schen Bauerntums vor sich gehen. Dabei werden prominente Führer des deutschen Landvolkes an­wesend sein, u. a. der Führer Des Deutschen Bauernstandes und Leiter Des Agrarpolitischen Apparates Der NSDAP. Walter Darre. Ein Festzug beenDet diesen Tag Am Montag, 17. Juli, findet eine große Bezirkstierschau statt.