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24/03/1933 Erstes Blatt
 
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8reitag,24.Mär;lyZ3

183. Zahrgang

Nr. 71 Erster Blatt

Der neue kommissarische Iustizminister Land-

rz.Wn

sind,

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Re- hlamean zeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20' , mehr.

Chefredakteur

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKgr.ot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und^ür denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gie;ert

aussieht. Der Staatsanwalt, der mich begleitete, stellte an Thälmann Fragen, die dieser höflich beantwortete. Thälmann sieht sogar zufrieden aus. Don Mißhandlungen trägt er weder Wunden, noch sonstige Merkmale im Gesicht. Zu mancher Frage lächelte er und sagt, daß er es gut habe Selbstverständlich ist er vom Gefängnisaufenthalt seelisch bedrückt, aber das, sagt er, sei ja eine andere Sache. Man kann fragen, ob es wirklich Thälmann war, den ich sprach. Ich habe ihn vielmal vorher gesehen. Ein Irrtum ist nicht möglich. Ich habe mit chm eine halbe Stunde lang gesprochen, wo­bei der Staatsanwalt zugegen war, so daß ein Irrtum ausgeschlossen ist. Thälmann hat zu lesen und auch andere Erleichterungen.

Polizeipräsident von Levetzow, durch des­sen Liebenswürdigkeit ich den Besuch machen konnte, so schließt der Korrespondent, sagte, daß es ein Skandal sei, was über die Gefangenen in Deutschland gesagt werde.

Kundgebungen in Reuyork.

Reuyor k, 23. März. (TU.) Jüdische Kriegs- teilnehmer und andere, insgesamt etwa 20 000 Mann, veranstalteten unter Mitsührung amerika­nischer Fahnen und Militärmusik einen Protest- umzug durch den stark bevölkerten östlichen Stadtteil nach Cityhall, wo Oberbürgermeister O b r i e n in einer Ansprache erklärte, daß jede Regierung, welche rassenmähige oder religiöse In­toleranz zur Grundlage ihrer Politik mache, die moralische Opposition der ganzen Welt gegen sich haben werde. Anschließend überreichte die Ab­ordnung dem englischen Generalkonsul eine Ent­schließung mit der Forderung, die aus Deutschland geflüchteten Juden in Palästina aufzuneh­men. Am Montagnachmittag soll ein Protest­umzug stattfinden mit anschließender Versammlung im Madison Square Garden, wo auch der katho­lische frühere Gouverneur von Aeuyork, Smith, der evangelische Bischof Manning. der Ge­werkschaftsführer Green, der Aeuyorker Gou-

3,053 169.« 73,72 64,16 76,23

14,4' 0,822 4,201 58,61 21,61

16,51 81.« 35.

82- 0,90 0,241 5,355 13,U

3,047 169,« 73-« 64,« 76,« 14,37 0,318 4,193 58,49

21.57 16/47

80,92 35,26

82.02 0,899

0,239 5,345 13,09

6,354

48.45

ihre ausländische Parteipresse zu einer an. deren Schreibweise veranlassen. So. lange draußen diese Verleumdungen nicht auf. hören, werden Sie, die Sic daran schuld f~s

Grimberg.

Der Auftrieb M feL Es foftctcn W Mk, sechs bis acht k ach bis brnM Vie

M. TjsJ 58.57 63.« |4.»9 I6-« 169-39 21.63 73-7»

2,48 76.2° 81.« 35^27

Erl cheinl lägllch. außer Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bienener Familienblätter Heimat m Bilb Die Scholle

Monatt-vezugrpretr: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

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58,33

63.67 14,g 16,43 163-71 21.55 73,40

2,46 75,9° ig,74

Reichskommiffar Dr. Gereke auf Anordnung Görings festgenommen

Wegen Verdachts der Untreue und Unterschlagung.

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irpcobuttion dürfte.

U 5 itonjumtur. äsenden Wirischasia. en Reichsmark er. luiaröe Reichsmark ntn .3 Milliarden ihre 1928/29. Der c Agrarproduktian f s°m als 1928 29 3126. Der Werl aes Stichs dürfte für tlliarben Reichsmark erbraud) her Memze n durfte. Im Wirt« Wert der landwirt.

7 Milliarden Reichs- trägt im laufenden Warben Reichsmark, ch besestitzi.

irz. Die Abendbärse bereits im Mittags- treten waren. Reben chm auch die Rulifje Ibenbborje bekannten izlers im heutigen Anregung. Auch die fand Reachtuna. Rur ren größere Umsätze tydjäit im allgemei- 30. Farben vorlie- glatte Wufnaljme. [oben sich Sefferun- : waren bis zu 1,50

it sich bas We||e ^gebiete undReichs- itwas höher. ®olb- t zur Notiz, blieben noeränbert. Stadion- ;u 1 v.h. an. Reube- is 13,90, Altbesitzan- kaebietsanleihe 9,30, 79, ReichsbahmBA. p. Bank Sold, Reche Darmstadt von 1926 von 1927 80, Kproz. >,5,6oroz. Stobt »er- .3,25 bis 153,75, M 76,25 bis 76, Rhein- , MG. 38, Betula nti Gummi 139, 3@- Licht unb Straft 1C6, ichuckert 10085, Sie« 58 25 AG. für Der« 23,40, Rordb. Lloyd

6,366

48,55

Oer Reichskanzler spricht zum Volke.

Vor dem Kroll-Gebäude hatte sich bei Schluß der Reichstagsitz u na eine große Menschen­menge angesammelt. Nach Annahme des Ermächti­gung, gesetzes bxab sich Reichskanzler Hitler aus den Balkon der Kroll-Oper, um eine An­sprache an die versammelte Menge zu halten. Der Kanzler erklärte: Das Ermächtigungsgesetz ist mit überwältigender Mehrheit angenommen. Die erste Etappe unseres Kampfes ist damit abgeschlos sen. Die Arbeit beginnt. Ich bitte euch, daß ihr auch in Zukunft genau so treu hinter mir steht wie bisher. Es wird dann auch das zweite Ziel des Kampfes gelingen, unserem Volk Freiheit, Größe und Ehre zu bringen. Die Menge unter­brach den Kanzler immer wieder mit begeisterten Hcill-Rufen. Nachdem der Kanzler wieder in das Haus getreten war, gingen die Ansammlungen wie­der auseinander und die SA.-Abteilungen marschier­ten ab.

Besprechung des Heichskabinetts.

B e r l i n, 24. März. (CAB- Funkspruch.) Wie wir erfahren, hat in der Ministerbesprechung zunächst Reichsminister Hugenberg im (Kamen des Kabinetts dem Reichskanzler auf­richtig für die erfolgreiche Arbeit gedankt, die zu der Annahme des Ermächtigungsgesetzes führte, und namentlich auch für die großartige politische Leistung, die der Kanzler in seinen beiden gestrigen Reichstagsreden vollbracht hat. Die Ministerbesprechung beschäftigte sich ferner mit einigen politischen Fragen: an erster Stelle stand dabei die Gleichschaltung der Volksvertretungen von Reich, Län­dern und Gemeinden. Außerdem erwägt das Kabinett ein besonderes Gesetz über die ! Ahndung politischer Straftaten, in dem vor allem die Anwendung derTodes- strafe für politische Verbrecher ge­regelt wird, unter Umständen soll auch die Todesstrafe durch Erhängen eingeführt werden.

Oie Verwendung des Reichskanzler- gehaltes für wohltätige Zwecke.

B e 11 i n , 24. März. (WTB.-Funkfpruch.) Wie bereits mitgeteilt worden ist, hat Reichskanzler Adolf Hitler die lleberweisung seiner monatlichen I Gehaltsbeträge an ein Kuratorium an­geordnet, das die eingehenden Beträge z u - gunstenderHinterbliebenenerschos- sener DA. - und SS. - Leute und Po - I lizeibeamter verteilen wird. Das Kurato- I rium ist inzwischen gebildet worden. Es besteht I aus Generalleutnant a. D. Ritter von Epp in München, dem jetzigen Beauftragten der Reichsregierung für Bayern als Vorsitzenden, dem Rechtsanwalt und Rotar Dr. Graf von der Goltz in Stettin und dem Polizeikomman­deur G e i b e l in Berlin. Das Kuratorium wird seine Arbeiten unverzüglich aufnehmen.

LandtagspräsidentKerrlkommiffarischer

Iustizminister für Preußen.

Gegen die Greuelpropaganda im Ausland

Oie Regierung kündigt schärfste Abwehrmaßnahmen an.

KB

berneur Lehmann, sowie Senator B o r a h und der Präsident der Columbia-^lniversität und Di­rektor der Earnegie-Friedensstiftung, Murray Butler, sprechen werden.

DieIranksurlerZe.tmg ikhntGlN- gresten nichideutscher Kreise ab.

Frankfurt a. M., 23. März. DieFrank- für ter Zeitung" wendet sich dagegen, daß in der ausländischen Presse die innerdeutschen Verhältnisse verzerrt dargestellt wer­den, während in Wirklichkeitder Eindruck allgemein | ist daß d i e Autorität des Staates nicht mehr bezweifelt werden kann und der Staat seine Exekutioorgane fest in der Hand hat". Das §ilt, wie die Zeitung ausführt, für das Pro - lem der Juden t n Deutschland. Es mehr­ten sich jenseits der Grenzen Petitionen und Ak­tionen, man müsse den deutschen Juden auf inter­nationalem Wege z» Hilfe kommen.Liest man der­artige Aeußerungen, so müßte man glauben, das Pogrom stehe auf der deutschen Tagesordnung. Wir würden unsere journalistischen Pflichten versäumen, wollten wir nicht mit jedem Ernst feststellen, daß eine solche Verallgemeinerung den deutschen Verhältnissen nicht ent­spricht". Es wird dann auf die Erklärung Gö­rings Bezug genommen, daß die Sicherheit des Le­bens und des Eigentums der jüdischen Staatsbür­ger, die sich der Regierung gegenüber loyal verhal­ten, gesetzmäßig gewährleistet sei. Dann heißt es weiter:Die antisemitische Aktion des deut­schen Nationalsozialismus ist ein innerdeutsches Problem. Das Eingreifen nichtdeutscher K r e i f e in diesen Bereich verschiebt die ganze Frage und bedeutet ein überflüssiges Miß­trauensvotum gegenüber der deutschen Öf­fentlichkeit und b e l a ft e t völlig unverdienter­maßen gerade jene Juden, die sich durch Landschaft, Svrache, Erziehung unb Verfassung dem deutschen Staat verbunden fühl­ten und auchheute nochfühle n".

B e r I i n , 23. März. (OB. Funkspruch.) Zu den Immer wieder von gewiyeo auslänbi.chen fttei,en verbreiteten falschen Greuelnachrichlen über Deutschland wird amtlich darauf hinge- wiegen, daß die verantwortlichen Regierungskreise mit allem Nachdruck Maßnahmen gegen berar- tige Lügenmeldungen ergriffen haben und auch wei­terhin ergreifen werden. Die deutschen Botschafter und Gesandten sind angewiesen worden, in jedem einzelnen Falle eine Demarche zu unternehmen, wiederholt sind auch bei den hiesigen Vertretungen der betreffenden Länder, deren Zeitungen der­artige Nachrichten verbreiteten, Vorstellungen erhoben worden, weiter ist man entschlossen, auch Maßnahmen gegen d i e Zeitungen | e l b ff zu ergreifen, ihnen das Post-Debit zu ent­ziehen und gegen ihre hiesigen Vertreter vorzugehen.

wenn im übrigen, wie es wiederholt in Aeuße­rungen aus amerikanischen Kreisen zum Ausdruck gekommen ist, mit einem Wirtschafts­boykott gegen Deutschland gedroht wird, so mö­gen die betreffenden Kreise sich vor Augen halten, daß wir gerade gegenüber Amerika eine passive Handelsbilanz haben, also viel mehr kaufen als verkaufen, und daß man sich demzufolge mit einem Wirtschaftsboykott ins eigene Fleisch schneiden würde. Außerdem dürfte man sich dann auch ruhig die Frage vorlegen, wie eine geordnete Regelung der privaten Schulden erfolgen solle, roern man wirklich einen Boykott gegen Deutschland verhängen wollte.

Dem Leiter der preußischen politischen Polizei ist bekannt, daß russische Sender durch deutsch- sprachige Vorträge die Behauptung verbreiten las- sen, der Kommunist Thälmann befinde sich in Rußland in Freiheit und nicht in deutscher haft. Der Kommunist Thälmann befindet sich nach wie vor in Schuhhaft, wo er sich enfgeren allen Lügenmärchen körperlich völlig unbeschädigt b e - si e r Ge s u n d h e i t erfreut. Außerdem habe Re'chs- minister Göring zur Unterbindung der insbe'on- dere von sozialdemokratischer Seite von außen her betriebenen Greuelpropaganda anreorbnet, daß die in Betracht kommenden politischen Häft­linge demnächst den Vertretern der aus­ländischen Dresse vorgesührt werden sollten, damit die e sich durch Augenschein von der Verlogenheit jener Greuelpropaganda überzeugen könnten.

Gorina fielen die Auslandshetze.

Am Schluß der gestrigen Reichstagssitzung erklärte der Reichctagspräsibent unb Kommissarische preu­ßische Innenminister Goring in seiner Eigenschaft als Abgeordneter: Er wolle an dieser Stelle den Lügen nachrichten entgegentreten, die durch unt.r rdisch.' Kanäle indieAusland presse h nein^e'e-tet würden. D e Sozialdcmolla en könn­ten n'cht die Verantwortung dafür ab lehnen, daß in der sozialdemokratischen Presse des Aus­landes die verlogensten Greuelnach- richten über Deutschland verbreitet würden, daß tätlich Dutzende von Leichen im Landwehr­kanal fch'v mmen, daß er. Minister Göring, selbst Pen Rc chstag angezündet habe, daß sozialdemo­kratischen Gefangenen die Ohren abgeschnitten worden seien. Solche Greuelnachrichlen würden durch einen Geheimdienst von Deutschland aus in die ausländische Presse ge­bracht. Solange die sozialdemokratische Presse des Auslandes die Männer der nationalen Re­gierung, ja sogar verstorbene Frauen in der schamlosesten und verlogensten Weise in den Schmutz zerre, solange dürften sich die deutschen Sozialdemokraten nicht über die Behandlung Wundern, die ihnen jetzt zuteil wc^de. Wenn sic wirklich beweisen wollten, daß sie mit diesen Lügen nichts zu tun haben, dann werde man ihnen gern die tägliche Herausgabe einer Korre­spondenz gestatten, die diese Lügenmeldungen berichtigt. Sie können jetzt, so ruft der Minister den Sozialdemokraten zu, ihre internatio­nale Solidarität beweisen, indem sie

.uch dafür büßen müssen.

Dänischer presiebesuch bei Thalmann.

Eindeutige Widerlegung des Märchens von der Ermordung des Kommunisten'üßrers.

Kopenhagen, 23. März. (TU.)Ber­it n s k e T i d e n d e" veröffentlicht in großer Aufmachung einen spaltenlangen Bericht sei - nes Berliner Korrespondenten über dessen Besuch bei Thälmann im Gef.ng- n'.s. Der Korrespondent schreibt u. a.: Wochen­lang haben in den Zeitungen aller Welt Ge­rüchte über eine Ermordung Thäl­manns gestanden. Das Gerücht ist unwahr. Ich sprach heute um 10 illjr Thälmann unb kann bezeugen, daß er nicht mißhandelt worden ist, sondern daß es ihm gut geht und er gesund

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Berlin, 24. März. (WTB.) Alsbald nach der Beendigung der Reichstagssihung wurde gestern abend auf Anordnung des Reichskommiffars für das preußische Innenministerium Goring durch die Polizei der Reichskommiffar Dr. Gereke wegen des dringenden Ver­dachts der Untreue und der Unterschla­gung fe st genommen. Gereke wird nach Ab­schluß der polizeilichen Ermittlungen dem ordent­lichen Richter vorgeführt. Relchskommissar Dr. Ge­reke war vom früheren Reichskanzler General von Schleicher als Reichskommiffar für Arbeitsbe­schaffung berufen worden und wurde, da man seine Arbeit zunächst nicht unterbrechen wollte, vor­läufig im Amte belassen. Ls ist selbstver­ständlich, daß er nunmehr sofort abberufen werden wird.

Dr. Gereke soll sich in seiner Eigenschaft a i s Vorsitzender des Landgemeindetages schwere Versehlungen haben zuschulden kommen lassen. Vor allem wird ihm oorgeroorfen, daß er i h m anvertraute erhebliche Mit­tel für seine persönlichen politischen Zwecke ausgegeben habe, um bestimmte Ziele zu erreichen. Minister Goring hat den Leiter der politischen Polizei, Oberregierungsrat Dr. Diels, beauftragt, die Untersuchung persönlich durchzusüh- ren. Im verhör ergab sich eine f o st a r k e Be­ladung Dr. Gerekes, daß der Leiter der poli- tischen Polizei sich veranlaßt sah, ihn f e st; u n e h - men. Dr. Gereke wurde in das Polizeigefängnis im Polizeipräsidium etngeliefert.

Eine amtliche Mitteilung zum Fall Gereke.

Die Pressestelle des Preußischen Staatsministe­riums teilt mit: Gestern nachmittag sprachen Mi­nister a. D. v o n K e u d e 11 und Ministerialrat z. 2. Schellen, beide Vorstandsmitglieder des Deut­schen ßanbgemeinbetages, beim Vizekanzler von Popen vor unb erklärten, Nachprüfungen hätten ergeben, daß Dr. Gereke, der seinerzeit auf Ver­anlassung des früheren Reichskanzlers o. Schlei­cher zum Reichskommiffar für Arbeitsbeschaffung ernannt worden ist, seitdemJahrel924 U n - lerschlagungen in Hohe von 1,2 Mil­lionen Mark vorgenommen habe. Vize­kanzler von Papen machte unverzüglich unb pflichtgemäß dem Herrn Reichskanzler baoon Mitteilung mit der Bitte, bie notwendigen, geschäftlichen Schritte einzuleiten. Dr. Ge­reke hatte gestern mit den Mitgliedern Des Reichs­kabinetts an der Reichstabssitzung teilgenommen unb sich nach Schluß der Sitzung in seine.Arbeits­

räume als Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung zurückgezogen. Er wurde aus diesen Arbeitsräumen heraus verhaftet. Bis zur endgültigen Neu­regelung wird Ministerialrat Raps die Geschäfte des Reichskommissars weiterführen.

Amtlich wird darauf hingewiesen, daß die Ver­

haftung Dr. Gerekes nichts mit politischen I Berlin, 23. März. (WTB.) Der Vize- Dingen zu t u n, sondern nur kriminelle Gründe kanzler v. Papen hat in seiner Eigenschaft hat. Das bisherige Untersuchungsergebnis ist dahin als Reichstommissar für das Land Preußen nach zusammenzufassen, daß weder die'Tätigkeit Vortrag beim Herrn Reichspräsidenten den Dr. Gerekes bei der Vorbereitung der Präsidenten des Preußischen Land- Reichspräsidentenwahl noch seine tags.Kerrl, zum Reichskommissar für Aufgabe als Reichskommissar mit der das preußische Just izmini st eriumer- Sache etwas zu tun haben. | nannt.

Severing festgenommen.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesfen

trrd rnd ütrlop: vrvhl'lche Unlveifilälr-Vu»- «n6 Steinörutferel H. kann In Stetn. Sdjrtftleltung tmt> S-lMtslelr: $ Wirrte 7.

Berlin, 23. März. (ERB.) Der ehemalige tagspräsident Hanns Kerrl ist 1887 zu Fallers- preuhische Minister des Innern Karl S e v e - leben, Kreis Gifhorn, geboren und von luthen- r i n g wurde heute nachmittag vor dem Gebäude I scher Konfession. Rach dem Besuch des Gym- der Krolloper, als er sich zur Reichstagssitzung nasiums bis zum Einjährigen schlug er die begeben wollte, sc st genommen und in das Laufbahn der mittleren Iustizbe - preußische Ministerium des Innern gebracht, amten em. Als Gefreiter ruckte er am 6. Au- Ebenfalls festgenommen, worden ist der sozial- gust 1914 mit den 92em ins Feld, wurde später demokratische Reichstagsabgeordnete Leber aus »um Leutnant befördert und z u m K o m p a g - Lübeck, der bekanntlich schon vor einiger Zeit I nieführer ernannt und blieb bis zum verhaftet war, weil er verdächtig ist, an einer Rovember 1918 im Felde. Er erwarb sich auf politischen Mordtat beteiligt zu sein. Severing dem östlichen und westlichen Kriegsschauplatz das wurde nach längerer Vernehmung im preußischen Eifer.Kreuz I. und II. Klasse und wurde Innenministerium zur Teilnahme an der mehrmals verwundet. Rach dem Kriege Reichstagsabstimmung über das Er- war Kerrl als Iustizobersekretär in Peine tätig mächtigungsgeseh auHer §aft beurlaubt und wurde zum Iustizoberrentmeister befördert. Er begab sich in Begleitung von Kriminalbeamten 3n der nationalsozialistischen Bewegung steht er hum Reichstage und später wieder zurück feit 1923.

ihä iJteüßitöe 3nnmminift=rium_ Wi° di- Tel°. Eine nationale Kampfgemeinschaft graphen-Umon erfährt, wird Severmg vorge- . ~ T ° 1

worfen, Polizeikostenzuschüsse zu politischen Pro» vCUt|d)Cr SAUCgeOp, CrVCrbänOC. p^Zandazwecken der alten Preußen-Regierung Der Verband der Kriegsbeschädigten und Krie- mißbrauchlich verwandt zu haben. gerhinterbliebenen in der Kriegerkameradschaft

-----------Hassia", bittet uns bekannt zu geben, daß folgende Oernaffauifcf)e£aRötD.rffd)a^fammer: I

Präsident Hepp Itt Schuhhast. Rationen dieRationale Kampfgemein- . , . M v schäft deutscher Kriegsopferver-

Wiesdaben, 23. Marz. (WSN.) Nachbem bände" gebildet haben: derBund erblindeter heute erneut non einem Trupp Bauern ber R ü ck - Krieger ', der .Deutsche Offizierbund", derKyff- tritt von Lanbwirtschastskammerprasibent Hepp häuserverband der Kriegsbeschädigten und Krie- (früher Präsident des Reichslanbbundes) unb des gerhinterbliebenen" und der Reichsverband deut- Karnrnerbirektors Dr. (£ i f t n g e r gefordert worben scher Kriegsopfer". Die nationalsoziali- war, mürben ber Prasibent unb ber Direktor von stische Kriegsopferversorgung ist die- SA. unb SS., bie bas Äammergebäube besetzten, Kampfgemeinschaft beigetreten, in Schutzhaft genommen. Die Leitung Die Kampfgemeinschaft erblickt ihre Aufgaben ber Kammer wirb wahrscheinlich der national- jn einer einheitlichen Vertretung aller berech- fozialistische ßanbtagsabgeorbnete Metz, Führer tigten Interessen der deutschen Kriegsopfer ge- des Iunglanbbunbes, in den nächsten Tagen über- genüber der gesamten Ration. Sie ist entschlossen, nehmen. Bis zu besten Eintreffen aus Berlin führt Hn enger Zusammenarbeit mit der im Auftrag des Kreisleiters Altstäbt Hatzmann Reichsregierung deii deutschen Kriegs- (Nieberneißen) die Geschäfte ber Kammer. I opfern und Frontkämpfern sowohl im öffentlichen

----------- I Leben, wie hinsichtlich ihrer Versorgung und