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24.2.1933 Frühausgabe
 
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Nr.47 LrübauSgabe

185. Jahrgang

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Erich«,n« lägltd). außfi Sonntags und ZeieNog» Beilagen: Di« Illustriert« ©teBener Jamiltenblätter tzetmat m Dild Die Scholl« Monat,-vezugrprelr:

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Reichskanzler Hiller spricht in Frankfurt.

Die Entscheidung des 5. Marz. Der Kanzler fordert vier Jahre für die Durchführung feines Programms. - Um die Einheit der Nation.

Frankfurt, 23. Febr. (Lpd.) Zu der Wahl- funbgebunq der NSDAP, war die große ca. 20 000 Menschen fassende Festhalle seit Tagen ausverkauft. Tausende von Menschen, die Einlaß begehrten, waren aus die anderen Säle, das Haus der Moden und den Hippodrom angewiesen, wohin die Rede übertragen wurde. Außerdem waren aus drei Plätzen der Stadt Lautsprecher ausgestellt. Aus der Umgegend trafen große Scharen von Dersamm- lungsteilnehmern mit der Bahn und mit Autos ein. Die Halle ist mit Transparenten und Hakenkreuz­sahnen geschmückt. Unter den Zuhörern bemerkte man u. a. die in Frankfurt ansässigen ausländischen Konsuln und den neuen Polizeipräsident General von Westrem. Unter brausendem Beifall zieht eine Frankfurter Schupoabteilung ein, gefolgt von den Hakenkreuzfahnen und den Fahnenabteilungen des Stahlhelms.

Josef Goebbels, der den Abend am Rund­funk einleitete, führte u. a. aus, daß die Sitzun­gen des Reichskabinetts durch die Rede- tätlgkeit des Reichskanzlers keinerlei Hemmungen erfahren, da alle technischen Hilfsmittel in öen Dien ft der Sache ge ft eilt würden. Er schilderte die Schwierigkeiten, die die Flüge des Kanzlers bei der jetzigen Wetterlage mit sich brach- ten und gab ein Bild der nationalsozialistischen Ideengänge. Als der Reichskanzler eintraf, steigerte sich die Bsgeisterung der Menge. Minutenlang schal­len die Begrüßungsrufe, die erst aufhören, als der Kanzler sich zum Reden anschickte.

Die Rede des Reichskanzlers

Der Reichskanzler Erqann seine Rede mit der Erklärung, noch niemals sei Staatsmännern ein ähnlich zerrüttetes Gemeinwesen hinterlassen wor­den, wie am 30. Januar der neuen Regierung von den Parteien deS früheren Systems. Die Führer der Politik der letzten 14 Jahre hätten eine beispiellose Unfähigkeit be­wiesen. Wenn diese Männer jetzt ein Pro­gramm verlangten, so müsse man ihnen antworten: Ähr habt uni gegenüber kein Inquisitionsrecht! Ihr dürft nicht als Ankläger auftreten, ihr seid selb st die Angeklagten. Die Män­ner. die im Rovember 1918 die Revolution ge­macht und sich zur Macht gedrängt haben, sie haben dem Volk ein Programm vorgelegt, das sie nicht erfüllt haben. Sie wollten angeblich das Volk zur Schönheit und Freiheit führen, aber sie haben in Wirklichkeit das Volk ge­knebelt und der nationalen Bewegung jede Freiheit genommen. Jetzt auf ein­mal klagen sie über Terror. Weshalb? Weil die erwachende Ration jetzt ihren Terror rächen wird. (Beifall.) Die Herren mögen nicht glauben, daß sie mich durch ihr Geschrei mürbe machen. Sie kommen jetzt wieder mit der alten Schwindelparole von 1918. Sie schreien nach Freiheit. Wir werden die Freiheit in Deutschland einführen, indem wir ihre grimmig st en Feinde vernichten. (Lebhafter Beifall.) Freiheit haben diese Menschen nie getannt. Ihre Gleichheit war eine Gleichheit des Glends, ihre Brüderlichkeit war die Brüderlichkeit der Kor­ruption. Bor dem Berliner Gericht steht jetzt Herr Brolat, ein typischer Repräsentant des Rovembersystems. Wenn die führenden Ver­treter dieses Systems jetzt sagen, daß die Ent­nahme von 2 b i s 3 Millionen aus der Staatskasse für ihre Parteizwecke keine Lorrupiion sei, dann zeigt das nur, wie verlogen die Herren bereits sind. Sie sagen, sie hätten im Kriege ihre Pflicht getan. 2a, der deutsche Arbeiter hat an der Front gekämpft, der Marxismus niemals. 2ch habe auch nicht gehört, daß Ebert und Scheidemann sich an der Front bewährt hätten. Heute möchten diese Männer die Vaterschaft an der Revolution ableugnen, aber sie sind die Kindesväter und sie werden jetzt auch die Alimente zahlen müssen. (Große Heiterkeit.) Diese Männer lau en jetzt immer noch unter uns herum und möchten, daß man ihnen »roch einmal bte Regierung anvertraut.

Unser Programm, nach dem wir sooft gefragt werden, bringt keine schönen Versprechungen. Ls ist ein sehr hartes und sehr nüch- ternesprogramm, dessen erster hauptfah tautet: Deutsches Volk, mache dich frei oon allen Illusionen, als ob Irgend jemand in der Welt dir helfen könnte, mache dich frei oon der hoff- nung, daß eine erste, zweite oder dritte Interna- tionale dir helfen, daß ein weltgewissen oder ein kulturgewissen dir plötzlich beistchcn könnte. Rein, deutjches Volk, kehre bei dir selbst ein mit deinem willen, deinem Entschluß und deiner Tat. Sei überzeug!, daß diese nationale Kraft nur dann lebendig werden kann, wenn du dich von Trau nen entfernst und den weg zur inneren Einheit findest. Der Rationalismus muh zur Einheit werden mit dem Sozialismus. Die 3er- rlffenheil unseres Volkes muh durch diese Ein­heit beseitigt werden.

Das deutsche Boll sieht im Bauern das Fundament des deutschen Volkes. Die Städte würden veröden und in 70 Jahren gäbe es kein deutsches Volk mehr, wenn wir keine Bauern hätten. Ebenfalls r:5t es eine Wiedererstehung

nicht ohne die Gewalt und Kraft des deutschen Arbeiters. Wir reden nicht von Demokratie, sondern wir reden vom deutschen Volk, zu dem auch die Arbeiter der Stirn und des G e i st e s gehören. Alle diese Stände müssen sich verstehen, daß nicht einer auf Kosten des anderen Sieger sein kann.

Wir wissen genau, daß unsere Aufgabe schwer ist, aber wir haben den Mut, sie anzufassen. Wenn es so leicht wäre, ein Volk wieder auf­zubauen. so müßte man die Leute, die das bis­her versäumt haben, zum Schaffott führen. Wir treten vor die Ration hin und bitten Sie, Ein­sicht zu haben mit der Größe der Arbeit und uns das Vertrauen zu schenken, denn das Recht für diese Bitte liegt darin, daß die anderen schuldig sind an dem Verfall. Wer sich 14 Jahre lang irrt, wie die bisherigen Machthaber, der toiri) sich auch im 15. irren, denn ihr Irrtum ist die Quelle ihrer Existenz. Sie leben von der Volkszersplitterung, damit sie das Gebilde ihrer Partei zu halten in der Lage sind.

Vier Jahre fordern wir für die Durch­führung eine Programms, eines Programms, das sich von ali ?n bisherigen Weltideen entfernt und zurückichrtzu den gesundenWur- zeln unserer natürlichen Kraft. Ich halte es für nötig, daß das Volk selbst zum Bewußtsein kommt, daß der 30..Januar nicht nur ein Wechsel in der Regierung ist, sondern eine Wende f ü r die Ration war. Möge das deutsche Volk in diesen Tagen erfassen, daß es ein Votum abgibt, das fürGenerationen

hinaus Bedeutung hat. Gin neuer Geist, möge in die Ration einziehen. Deshalb sage ich,' ich möchte, daß das deutsche Volk noch einmal ent­scheidet. Richt, weil ich vielleicht nicht Entschluß- krast besitze, mit den Verderbern der Ration mich auseinanderzusehen, nein im Gegenteil, die ^)er­tön mögen überzeugt fein, Deutschland wird, ganz gleich, wie am 5. März das Do - tum aussällt, nicht in die Hände seiner Verderber wieder zurücafallen. Wenn ich heute den Appell sür das junge Deutschland an Sie r chte, so will ich Ihnen auch versprechen, daß ich mich nach vier Jahren wieder au stellen gedenke. Das Volk soll dann urteilen und über uns richten; ich werde mir keine Villa in der Schweiz laufen und mir nicht irgendwo ein Bankkonto anlegen. Ich werde genau so aus diesem Amt scheiden, wie ich hineingegangen bin. Ich will nach Pflicht und Gewissen das Werk weiterführen, und, wenn die Vorsehung gestattet, vollenden, für das ich seit 14 Jahren gekämpft habe, damals als unbekannter Soldat, später als Führer und heute als Kanz­ler des Reiches. Wir wollen unsere Pflicht er­füllen, deutsches Volk, erfülle du die deine, auf daß aus unserer Arbeit wieder entsteht das Deutsche Reich.

Rach der Hiebe Hitlers brauste minutenlanger Beifall durch die Halle. Die Versammlung sang dann das Deutschlandlied und anschließend das Horst-W:sse'-L ed. Beim Verlassen der Festhalle wurde Adolf Hitler von der SA. ein Fackelzug dargcbracht.

Die vier nationalsozialistischen Abgeordneten des tschechischen Parlaments werden ansgetiesert.

Prag, 23. Febr. (TU.) Im Abgeordneten­hause stand auf der Tagesordnung der Antrag auf Aufhebung der Immunität der deutschen nationalsozialistischen Abgeordne­ten Jung, Krebs, Kasper und Schu­bert. Abgeordneter Krebs unterstrich, daß der tschechische Generalstab wünsche, aus dem ilmtoege über diesen Prozeß nur den FranzosenMa- t e r i a I für die Behauptungen zu liefern, daß deutsche Privatarmeen im Reich und jenseits der Grenzen den Frieden Europas bedrohten. Ob­wohl Hitler heute Kanzler des Reiches fei, mit dem Dr. Benesch behaupte, in formten Verhält­nissen leben zu wollen, wiederholten die tschechi­schen Behörden immer wieder diese falschen Be­hauptungen. So werde von dem sudetendeutschen Volkssport behauptet, er sei eine Unterorgani­sation der SA. im Reich. Diese SA. aber werde als geheime militärische und illegale Organisa­tion der Reichswehr bezeichnet. Das Sachverstän­digengutachten des tschechischen Generalstabes, aus Grund dessen auch die Qlbgeorbneten dem Gericht ausgeliefert werden sollen, unterschiebe daher nicht nur der SA., sondern darüber hinaus dem Reich und der Reichswehr die Vorberei­tung eines Anschlages gegen den Bestand der Tschechoslowakei. Das Gutachten sei d a s Er­gebnis von Spionagearbeit.

Nach einer zehnstündigen Redeschlacht, die oft von ffürmlfdxn Zusammenstößen zwischen deutschen und tschechischen Abgeordneten unterbrochen wurde, hat das Abgeordnetenhaus die Auslieferung der vier f u d e t e n d e u t s ch e n nationalsozia­listischen Abgeordneten Jung, krebs, kasper, Schubertandietschechischen

Gerichte mit 120 gegen 44 Stimmen beschlossen.

Sie werden ausgeliefert wegen angeblichen ver­brechens gegen die Sicherheit des tschechische n Staates, begangen durch Or­ganisation militärischer Kräfte im Zusammenhang mit der SA. Hitlers, um die sudctendeutschen Ge­biete von der Tschechoslowakei loszureißen.

Cs war vergeblich, daß die Redner der Oppo­sitionspartei einer nach dem anderen ausstanden, und an Hand von Akten nachwiesen, daß viele der Beschuldigungen falsch sind, daß sie nach den Aussagen bezahlter Spitzel, abgestrafter Diebe und Deserteure erhoben worden sind. Der tsche­chische Berichterstatter erklärte, das von dem tschechischen General st ab gelieferte Gutachten für entscheidend.

Es war ein abgekartetes Spiel. Die sudeten­deutschen Regierungsparteien, die deutschen So­zialdemokraten, der Bund der Landwirte, nahmen an der Abstimmung nicht teil. Die Mitglieder der tschechischen Regierungsparteien erhoben de Hand. Sie hatten mit 120 gegen 44 Stimmen der deut­schen und ungarischen Oppositionsparteien die Mehrheit. Die Auslieferung war beschlossen. Laute Ruse durchhallten das Haus. Ein Pult­deckelkonzert auf den deutschen Bänken und stür­mische Zwischenrufe, wieHenkergesellschaft" setzte gegen die Tschechen ein. Der Abgeordnete Hor- pynka (Deutsche Rationalpartei) ries:Es lebe Groß-Deutschland". Der deutsch-demolratische Abgeordnete Dr. Peters erklärte, daß die tsche­chische Politik dadurch, daß sie das Vorspiel zu einem Prozeß eröffne, der nur mit Schimpf und Schande enden könne, keine Ehre einlege. Die habe das Ideal der Freiheit der ersten Reaktion und dem ersten Verfolgungsshstem ausgeliefert.

Deutschlands Antrag in Gens adgetehnt.

Oie Art der Heeresversaffung soll vor tatsächlichen Abrüstungsmaßnahmen behandelt werden.

Genf, 23. Febr. (TU.) Der Kampf um die weitere Behandlung der französischen Heeres- Pläne oder den deutschen Vorschlag auf Entschei­dung übet die qualitative Avrüftung, die am Mittwoch ergebnislos abgebrochen war, wurde am Donnerstag im Hauptausschuß weiter fort­gesetzt. R a d o l n y , dem Henderson nach dem gestrigen Zwischenfall als erstem das Wort er­teilte, stellte in einer kurzen Erklärung fest, daß der gestrige deutsche Antrag zu den bisherigen Gcschäftsordnungsbesch.üssen des Hauptaus chus- ses durchaus nicht im Gegensatz stehe. Jede Ab­ordnung habe das uneingeschränkte Recht, An­träge und Abänderungsvorschläge einzubringen. Dies habe die deutsche Abordnung getan. Die deutsche Abordnung stelle sich völlig auf den Boden des englischen Arbeits­programmes, nachdem d'.e Ef.ektivfrage erst an dritter Stelle stehe, dagegen die mit dem Hooverplan zusammenhängende grundsätz­liche Abrüstungsfrage zunächst be­handelt werden müsse.

Der französische Vorschlag einer Vereinheit­

lichung des europäischen heeressystems fei kein Abrüstungsvorschlag, sondern eine bloße Lerechnungsmethode, deren Durchsührung auf die größlen Schwierig­keiten stoße und die Konferenz wieder in die frühere Phase uferloser Sachver- ständigcnberatungen zurückwerfen würde. Die deutsche Regierung lehne es ab, zu dem französischen Plan Stellung zu nehmen, be­vor nicht über wirksame Abrüstungs- maßnahmen vor allem über die B e - schränkung des Kriegsmaterials und die Herabsetzung der efsektioen Truppenbestände eine Entscheidung ge­troffen sei. Die deutsche Abordnung halte ihren Vorschlag auf Ueberweisung des französischen Planes an den zuständigen Lsfektivausschuß und sofortige Behandlung der qualitativen Rlakerlal- abrüstung uneingeschränkt aufrecht.

Staatssekretär Eden (England) beantragte die Aussprache über den französischen Plan sofort

au eröffnen. Er begreife d i e deutschen Einwände nicht Bet Hall

Eava11ero verteidigte in einer langen Rede den italienischen Bo.schlag, einen RedaktionS- a u s s ch u ß mit der Ausarbeitung eines dem fran-ös.schon Vorschläge entsprechenden Frage­bogens über b i c Kriegsmaterial- fr a g o zu beauftragen, damit die Konferenz end­lich die unerläßliche Entsche.dung über das künf­tige Kriegsmaterial und d e schweren Angr.sss- wasfon der einzelnen Mächte treffen könnte. Paul-Bo ncour erging sich in langatmigen Wiederholungen des bekannten französischen Standpunites, aus denen wieder nur hervor ging, welchen Wert die französische Regierung ans die Zertrümmerung der deutschen Reichswehr legt. Die Kon orenz müsse sich entscheiden, ob sie die Vereinheitlichung der HoeroSsysteme wolle oder nicht.

Der Hauptausschuß stimmte bann zu der Frage, ob die koiitinentalcuropäischen Armeen In einen Linhellvlypus mit kurzer Dienstzeit und beschränk­ten Lssektiobcslänben umgewanbelt werden sollen, über die vorliegenden Anträge ab. Die meisten Stimmen, nämlich 21, erhiell der französische Vorschlag, der u. a. besag«, baß allein ein heeresstatut mil rein befenfloetn Lharakter mit einem Sicherheitsregime vereinbar Ist unb bah in Kontinentaleuropa die Armee mit kurzer Dien st zeit unb beschränkten Esset» tivbestänben ber militärische Organi'atlonst p Ist, ber am meisten defensiven Lharak- I e r ausweise. Lin italienischer Vorschlag, ber sich an bcn französischen Vorschlag anlehnt, aber die Frage ber Abrüstung bes Kriegsma­terials erwähnt, erhielt nur fünf Stimmen. Der beutfche Vorschlag, wonach vor ber prinzipiellen Lntfcheibung über die Vereinheitlichung ber hcerestypen Im hauplaus- schuh b l c Frage ber Abschaffung ber b e- s 0 nbers offensiven Waffen unb bie Be­grenzung bes zugelassenen Kriegs­materials zu regeln fei, unb baß bas Komitee für bie Pcrionalbeflänbe vorher bie Bestimmungen zur herab ehung unb zum Ausgleich ber Streit­kräfte im Sinne bes Hoover Plan» festfehen möge, würbe abgelehnt.

Für den beutfchen Vorschlag stimmte lediglich Botschafter R a b o I n n , der sich bei der AbstiM muiifl über bcn italienischen unb französischen Vor­schlag der Stimme enthalten hatte. Die Abstimmung erfolgte durch Handausheben, wobei ber Präsident nur Die bie einzelnen Anträge nnterstüszenben Stirn-

1 men zählen ließ. Die italienische Aborbnung hat unverzüglich nach Schluß ber Sitzung bei Präsident Henderson Die Anfrage gestellt, m eiche Bedeu­tung der Abstimmung belzumelsen sei, da Im Hauptausschuß sämtliche 64 Konserenzmächte ver­treten sind und dem Ausschuß in der Abstimmung nicht die Gelegenheit gegeben war, die Ableh­nung von Anträgen zum Ausdruck zu bringen.

Zweierlei Recht.

Die cnhniütarihcrtc yrtzcinlandzone soll verewigt weiden.

Genf, 23. Febr. (TU.) In dem engeren Aus­schuß der Abrüstungskonferenz, der den Vor­schlag der englischen Regierung auf Verpflichtung sämtlicher Mächte behandelt, unter keinen Umständen in einem zukünftigen Konflikt zu Gewaltmaßnahmen zu greifen, kam es zu ernsten Meinungsverschiedenheiten, die zu einer Aufhebung der Sitzung führten. Die Ver­treter Frankreichs, Belgiens und SüdslawienS verlangten als Ausnahme gewisse Bestim­mungen, vor allem des Locarnopaktes, die praktisch bedeuten würden, daß deutsche Truppenansammlungen in der ent­militarisierten Rheinlandzone die Locarnomächte zu einem Vorgehen gegen Deutschland berechtigen. Der deutsche Ver­treter, Gesandter Goeppert widersetzte sich dieser Auffassung. Schließlich wurde »orgoschla- gen, daß die fünf Locarnomächte Eng­land, Frankreich, Italien, Belgien und Deutsch­land sich untereinander über die Frage verständigten. Dem widersetzten sich aber die Türkei und Südslawien. Dio Sitzung wurde des­halb sristlos vertagt. Die Vertreter der Lo­carnomächte traten unmittelbar danach zu einem privaten Meinungsaustausch zusammen.

Der Kampf um dieMifarlrediie in Frankreich.

Der Finanzausschuß derMo mir er hüll an der Kürzung um 508 Millionen icst.

Paris, 23. Febr. (TU.) Der Finanzausschuß der Kammer hat mit 22 gegen 10 Stimmen die vom Senat vorgeschlagene Kürzung der Militär­kredite um lediglich 1000 Franken a b g c l c f) n t und beschloßen, an der ursprünglich vor­gesehenen und von der Kammer bereits an­genommenen Kürzung um 508 Millionen fest- zuha11en. Tee Ausschuß lehnte es ab, wegen der Militärkredite nochmals u c Regierung an- zuhören. Im allgemeinen hat man aber den Ein­druck. daß trotz der Meinungsver chiedenheit zwischen Kammer und Senat auf beiden Seiten die Mehrheit zur Verständigung drängt. Es scheint, daß die Konzentrationsformel, d'.e die jetzige Regierung hätte ablösen sollen, noch nicht ganz reif ist. und daß man f i ch noch nicht auf den Mann geeinigt hat, der gegebenenfalls die Konzentration erfolgreich ver­wirklichen könnte.

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