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Das Gesicht der Stunde
Von L)r. Paul Rohrbach
Durch die kontinentale Presse geht ein merkwürdig anmutender Artikel des Führers der englischen Konservativen, Stanley Baldwin. Schon der Titel ist auffallend: „Aufrechterhaltung der Verfassung". Der Anfang hat nicht viel mit der englischen Verfassung zu tun, sondern handelt von der Abrüstung, stellt fest, daß die zu hoch Gerüsteten etwas abzustreichen, die zu wenig Gerüsteten etwas zuzulegen hätten, und daß, wer ein solches einmal abgeschlossenes Abkommen verletzen sollte, keinen Freund mehr haben würde. Dann kommt die schulmeisternde Mahnung an uns: „Das Gleiche müßte auch für jede Nation gelten, die willkürlich das Zustandekommen einer solchen Vereinbarung verhindern wollte, indem sie Forderungen stellt, die vielleicht nach einer gewissen Zeit gewährt werden können, die aber heute schon zu gewähren, den anderen Signataren nicht möglich Jein wird!"
Diese Redeweise kennen wir. Sie wäre interessanter, ivnn sie neu wäre. Neu und interessant ist nur der Schluß, in dem es, ohne viel Zusammenhang mit dem ersten Teil, offenbar aus einer bestimmten Furcht vor etwas innerpolitisch Unheimlichem heraus, heißt: „UnsereKonstitutionist heute bedroht, nicht ganz offen, aber dennoch bedroht. Wollte man dem Unterhaus die Exekutivgewalt nehmen, so wäre dies der sicherste Weg für jede Tyrannei. Die Verteidigung und Erhaltung der Verfassung ' ist zugleich der Kampf für eins der wesentlichsten Prinzipien des Konservatismus, und nicht nur des Konservatismus, sondern auch für ein Gut, das tief im Herzen von Millionen Engländern verankert ist."
Was hier der Lord-Präsident des Geheimen Rats schreiot, kann nur jemand verstehen, der Kenntnis von der tiefgehenden Kluft zwischen dem politischen Empfinden der alten und der jungen G e - n e r a t i o n in England hat. Der Geist der englischen Jug-md ist gar nicht einheitlich, aber er ist in Unruhe und Gärung. Dor anderthalb Jahren fand jene merkwürdige Debatte in der Oxforder studentischen Rede-Arena statt, bei der, wohl nur durch eine Zufallsmehryeit, die Entschließung angenommen wurde, es dürfe zukünftig kein „Tod für König und Vaterland" mehr geior- bert werden. Damals — von der nationalen Revolution in Deutschland war noch keine Rede — machte die „Times" die Bemerkung, es wäre nüg= lich, wenn für diese englische Jugend ein Hitler aufstände! Von der Gleichgültigkeit gegen die nationale Idee unter den englischen Studenten sprechen auch neuere Briefe aus englischen Universitäten. Junge deutsche Akademiker sind entsetzt über die Oberflächlichkeit, der sie bei englischen Kommilitonen begegneten. Man fühlt sich an Galsworthys Bild vom jungen Nachkriegsengland erinnert.
Dies ist. aber nur die eine Seite der Medaille. Die zweite, in der sich der Geist eines anderen Teils der jungen Generation ausprägt, zeigt ein Bild tiefen und wachsenden Mißvergnügens darüber, daß England keine leitende Idee und keine starken, führenden Persönlich- feiten hat, um die von allen Seiten auf die Nation eindringenden Gefahren zu meistern. Die jetzige englische Regierung tut sich viel daraus zugute, daß der Export des Landes sich gebessert hat. Das ist Tatsache. Aber es bedeutet nicht viel gegen das Festgefahrensein der englischen Politik zwischen der Abhängigkeit von Frankreich, dem Druck der Finanzlage, den Hemmungen durch Indien und die Dominien, der Rücksichtslosigkeit Japans, der Unklarheit des Verhältnisses zu Amerika, dem Wachsen der zentrifugalen Kräfte innerhalb des Imperiums, der Unschlüjsigkeit gegenüber Rußland. Dazu kommen die starken idcen- volitischen Einwirkungen vom Kontinent her. Für bas positiv national denkende junge England sind Hitler und Mussolini viel interessanter als Baldwin, Austen Chamberlain und selbst der alte, ehrliche Schulmeister Ramsay Macdonald.
Da schreibt dieser Tage ein alter General in der „Daily Mail" einen Artikel über den ewigen Frie- den und meint damit — öie Verstärkung der englischen Luftflotte! Eine starke Luftflotte, sagt er, sei ein so furchtbares Kriegs- mftrument, daß vor ihm niemand mehr wagen würde, an Krieg zu denken. Eine Luftflotte, kombiniert mit einer überwältigenden Menge von Riesen- tanks! Der Trick, daß die Tanks auf der Linie Paris—Warschau rollen sollen, ist für einen englischen Autor dieses Schlages ja selbstverständlich. Meinen tut er weder Paris, noch Berlin, noch Warschau, sondern die Verteidigung Englands gegen den Nachbarn jenseits des Kanals. Dagegen halte ich einen politischen Brief aus England, in dem steht: „Glauben Sie doch ja nicht, daß irgend einer von den alten Herren, möge er reden ober schreiben, was er wolle, für die Jugend noch etwas zu bedeuten hat. Mit ihnen ist die Jugend restlos fertig, sie geht über sie zur Tagesordnung über!" Die junge Generation, soweit sie nicht zum Corps der Gleichgültigen gehört, will Ideen und will Männer haben, am liebsten eine Idee und einen Mann, und das ist es, wogegen der alte Stanley Baldwiy seinen Warnungsruk erhebt: „Die englische Verfassung ist bedroht! Man will dem Parlament ans Leben! Die Tyrannei ist auf dem Weg!
Wir werden sehen, was aus dieser Krise zwischen dem alten Vorkriegs- und dem jungen Nachkriegsengland noch wird. Bewegung ist immer etwas Hoffnungsvolles, auch wenn das wirkliche Naß der Kräfte noch im fünften liegt. Auch i n Frankreich gab es einen Stoß, an die Decke aus altem seelischen Eis, die noch auf dem franzö- scheu Denken lieat. Im Grunde hat es noch nie ein Junges Frankreich" gegeben. Höchstens hier und da in der Literatur, hie französische Politik hat immer einen Zug von Starrt- it gehabt. So auch jetzt Es scheint, die Franzosen können sich nicht entschlie- ^n, dem neuen Deutschland Auge in Auge gegen« • übermtreten. Nach dem ersten Erzittern, das durch die Eisdecke ging, wird wieder zurückgel"nkt zu der Carole: Keine ehrliche Aussprache mit Deutschland. Picht genug, daß Benesch in Paris war, daß Frankreich und die Kleine Entente Übereina^kommen Hab, einen „soliden Block" in Bezug auf Abrüstung Wkerbund und ..Wiederaufbau" der Donau-Länder zu bilden — jetzt geht Paul Baneour auch selbst nach Prag, nach Warschau, nach Bukarest und, wie es scheint, sogar nach Moskau. Die russische Einladung ist erfolgt, die Annahme ist mindestens wahrscheinlich. Die antideutsche Linie Herriots will siegen. In Paris ist es das heimliche nolitifche Taqesgefnräch: die dentsch-nolnischen Verhandlungen stören, Rußland in das Verhältnis von 1914 zu Frankreich ^urütfbringen! Aktes gegen junges Europa — das ist das Gesicht der Stunde.
Iit. 501 Zweites Blatt
Eiehenet Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Samstag, 23. Dezember 1953
Van der Lübbe zum Tode verurteilt. — Alle übrigen Angeklagten freigesprochen.
Leipzig, 23. Dezember (WTB) Funkspruch Zm Rezchstagsbrandstisterprozeß verurteilte heute vormittag Ser vierte Strafsenat des Reichsgerichts den Angeklagten van der Lubbe zum Tode. Die Angeklagten Tvrgler, Dimitroff, Taneff unSPopoff wurden freigesprochen.
Starker Andrang im Gerichtssaal
Leipzig, 23. Dez. (WTB.-Funkspruch.) Zur Urteilsverkündung im Reichstagsbrandstifterprozeß, die von der ganzen Welt mit großer Spannung erwartet wird, ist der Andrang besonders stark. Schon um 8 Uhr beginnt der Zustrom der zugelassenen Zuhörer und der Pressevertreter, die aus Deutschland und dem Auslande in großer Zahl erschienen sind. Auch die Zahl der Regierungsvertreter, der höheren Beamten, der Ver- teter der Justizverwaltungen und der Anwaltschaft, die diesem letzten Akt eines Prozesses beiwohnen, der drei Monate lang die Welt in Spannung gehalten hat, ist sehr groß. Die A n g e h o r i g e n d e r bulgarischen Angeklagten, die Mutter Di- mitroffs, seine Schwester und die Braut Taneffs sind ebenfalls wieder in Leipzig eingetroffen. Auch Frau Tor gler ist in der Verhandlung anwesend. Die Kartenkontrolle und Waffendurchsuchung wird heute im Reichsgericht besonders streng durchgeführt. Im Verhandlungssaale selbst sind Zuhörer- und Presseplätze von dem übrigen Verhandlungsraum durch eine Stuhlreihe getrennt, die von 12 Polizeibeamten besetzt ist.
zeige deutlich, daß es sich nicht um eine Brandlegung normaler Art handelte und gutachtliche Auslassungen der Sachverständigen ergaben, daß Brandmaterialien in das Gebäude hineingebracht und verteilt sein mußten. Solche Vorbereitungen habe der Angeklagte in der ihm zur Verfügung stehenden Zeit unmöglich neben seinen sonstigen Brandlegungen bewerkstelligen können.
Der Anklage gegen Nörgler, fuhr der Vorsitzende fort, ist durch die nicht volle Erweisbarkeit der Tatsache, daß er am Brandtage mit van d er Lubbe im Reichstag gewesen ist, die bei weitem wesentlichste Stütze entzogen worden. Die Anklage gegen P o p o f f, der mit Torgier im Reichstage gesehen und um 9 Uhr aus dem Portal II fjerausgelaufen sein soll, ist durch die überaus leichte Verwechslungsmöglichkeit und viele andere Tatsachen stark erschüttert worden. Ausführlich beschäftigte sich der Vorsitzende mit den Bekundungen der Zeugen Karwahne, Kroyer und Frey und kommt zu dem Schluß, daß die Aussagen dieser drei Zeugen, die an und für sich von grundlegender Bedeutung und Wichtigkeit für den Prozeß waren,
eine Verurteilung des Angeklagten Torgler nicht zu begründen vermögen. Die Bekundung dieser Zeugen beruhe auf einem Wiedererkennen des ihnen bis d a t) i n u n b e f a n n t e n d a n b e r Lubbe. Zeugenaussagen, die ein Wiederer- erfennen von Personen zum Gegenstand haben, seien jedoch nur mit größter Vorsicht zu benutzende Beweismittel, weil hier dem Zeugen unbewußt häufig Fehler unterlaufen.
Die weiteren Ausführungen des Präsidenten zur Begründung des Urteils lagen bei Schluß der Redaktion noch nicht vor.
Schutzhast über die Leipziger Freigesprochenen.
Leipzig, 23. Dez. (WTB. Funkspruch.) Nach Schluß der Verhandlung wurden die vier freige- sprochcnen Angeklagten Torgler, Dimitroff, P o p o f f und Taneff von der Leipziger P'o- lizei in Schutzhaft genommen. Wie wir erfahren, wird der Verteidiger van der Lübbes voraussichtlich kein Gnadengesuch einreichen.
Ser deutsche ZraiieMbeitsdienst wird orsanisiert.
Die Verkündung des Urteils.
Kurz nach 9 Uhr wurden die Angeklagten in den Saal geführt. Um 9.10 Uhr betritt der Gerichtshof zusammen mit der Reichsanwaltschaft den Saal. Senatspräsident Dr. Dünger eröffnet sofort die Verhandlung und fordert die Angeklagten auf, sich von den Plätzen zu erheben.
Im Namen des Reiches, so erklärt der Präsident, verkünde ich folgendes Urteil:
Die Angeklagten Torgler. Dimitroff Popo ff und Taneff werden freige- sprachen. Der Angeklagte vanderLubbe wird wegen Hochverrats in Tateinheit mit aufrührerischer Brandstiftung und versuchter einfacher Brand st iftung zum Tode und dauerndem vertust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Die kosten des Verfahrens fallen, soweit Verurteilung erfolgt ist. den Verurteilten, im übrigen der Reichskasse zur Last.
Die Begründung.
Bei Fällung des soeben verkündeten Urteilsspruchs, so erklärte der Vorsitzende in der Begründung, hat sich der Senat nicht nur, wie ich es im Laufe des Verfahrens mehrfach zu betonen gezwungen war, von äußeren Einflüssen, sondern auch von jeder gefühlsmäßigen Ein - ftellung durchaus ferngehalten. Die sorgsame Prüfung und Wägung der festgestellten Tatsachen, wie sie selbstverständliche Pflicht jedes gewissenhaften Richters ist, erforderte natürlich bei der Fülle des von den Prozeßbeteiligten vorgebrachten Materials eine gewisse Zeit. Zeitraubend wirkte auch die Notwendigkeit, sich mit gewissenlosen Unter ft ellungen tendenziöser Schmähschriften auseinander zu fetzen, die versuchten, durch ungeheuerliche Verdächtigungen führender deutscher Männer die Wahrheitsfindung zu verschleiern oder zu vereiteln. Die Widerlegung, die die in ihrer Quelle auch allzu durchsichtigen Versuche einer Verdrehung der Tatsachen im Laufe des Verfahrens erfahren haben, ist von den Prvzeßbeteiligten vielfach mit Recht hervorgehoben und von der Weltöffentlichkeit, soweit sie überhaupt die Wahrheit hören will, vernommen worden.
Es genügt, an dieser Stelle hervorzuheben, daß das erkennende Gericht auch seinerseits diese Verleumdungen für restlos widerlegt erachtet. Das gilt insbesondere von jener unsinnigen Legende über die Beteiligung füh - renderRegierungswitglieder. deutscher IHänner, an dem vorliegenden Verbrechen, wie auch von jenen falschen Behauptungen über das Zusammentreffen Lubbes mit Nationalsozialisten in Sörnewitz und hcnningsdors. von Lübbes angeblich du r ch deutscheBehördengefälschtenpaß. von dem unterirdischen Gang, von der Stabs - und Leibwache des Ministerpräsidenten Göring im Präsidentenpalais, von der absichtlich vorzeitigen Entlassung der Ange st eilten des Reichstages, von der Sabotage des Rettungswerkes im Reichstag und von so manches anderem. Es galt aber auch weiter, in diesem Prozeß — und das hat den größten Teil der Zeit erfordert — Die politischen Hintergründe des ab« zurteilenden Verbrechens zu klären. Es ist durch diesen Prozeß erwiesen, daß die Mittäter und 21uftragsgeber öubbes im Lager der Kommunisten stehen, daß die Reichstagsbrandstiftung ein Werk der Kommuni st en und der ihnen nahestehenden Organisationen zur Verwirklichung des Bürgerkrieges gewesen ist. Es ist erwiesen, daß das deutsche Volk im Frühjahr dieses Jahres vo r der Gefahr feiner Auslieferung an den Kommunismus und damit vor dem Abgrund gestanden hat und daß es im letzten Augenblick von diesem Abgrund zurückgerissen worden ist.
Der Vorsitzende beschäftigt sich dann mit dem Reichstagsbrand selbst und erklärt, das Gericht habe keine Zweifel, daß der angeklagte van der Lubbe seinen Brandweg im wesentlichen so genommen hat, wie er ihn in der Voruntersuchung beschrieben und in der Hauptoerhandlung bestätigt habe. Das Gericht sei aber auch der Ueberzeugung, daß Lubbe den Brand nicht allein, sondern in bewußtem und gewolltem Zusammenwirken mit anderen gelegt hat. Das Bild, das die Zeugen von dem Verlauf des Brandes entwickelten.
Berlin, 22. Dez. (TU.) Die Vordringlichkeit der Maßnahmen für den Aufbau des Arbeitsdienstes der männlichen Jugend und die Knappheit der für den Arbeitsdienst überhaupt zur Verfügung gestellten Reichsmittel hatten den Arbeitsdienst der weiblichen Jugend etwas in den Hintergrund gedrängt. Trotzdem ist in allen Gauen von zielbewußten Frauen, die sich selbstlos zur Verfügung stellten, viel praktische Erziehungsarbeit an der weiblichen Jugend geleistet worden. Zwar liegen der Eigenart des weiblichen Geschlechts entsprechend die Aufgaben des Arbeitsdienstes der weiblichen Jugend auf einem anderen Ge - biete als die der männlichen Jugend, die mit Hacke und Schaufel den Heimatboden ertragreicher gestalten soll, sie sind aber darum nicht weniger wichtig, da sie dem großen Ziel der Erziehung des jungen Mädels zur deutschen Frau und Mutter dienen.
Die finanziellen Schwierigkeiten sind jetzt dadurch behoben worden, daß der Präsident der Reichsan st alt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung mit Zustimmung des Reichsarbeitsministers und des Reichsfinanzministers sich bereiterklärt hat, die F i n a n -
Berlin, 21. Dez. (TU.) Um über den organisatorischen Zusammenschluß der Arbeiter und Künstler hinaus die schöpferischen Kräfte für das schaffende Volk wirksam zu machen, ruft Hans Weidemann, der Leiter des Kulturamts der Deutschen Arbeitsfront, alle deutschblütigen Maler, Musiker, Dichter und Architekten des In- und Auslandes zu einem Wettbewerb auf. Angefordert werden: I. Entwurf eines „Hauses der Arbei t". II. Entwurf eines Wandbildes oder Mosaiks (Karton 2 Meter mal 2,50 Meter). III. Ein Massenschauspiel. IV. Ein zur Ausführung von Massenchören geeignetes Chorwerk (mit oder ohne Orchester). Den Werken muß der Gedanke „Ehrung der Arbeit" zugrunde liegen. Einsendungstermin: Für I. und II.: 1. April 1934; für III. und IV: 1. März 1934.
Bedingungen: Nähere Ausführungsbestimmungen werden in den ersten Tagen des Januar 1934 in der gesamten Presse veröffentlicht.
Preise:
I. Entwurf des „Hauses der Arbeit": 1. Preis 1500 Mk. 2. Preis 1OOO Mk. 3. Preis 800 Mk. 4. Preis 800 Mk. 5. Preis 400 Mk. Fünf weitere Preise zu 100 Mk.
II. Für den Entwurf eines Wandbildes oder Mosaiks: 1. Preis 1000 Mk. 2. Preis 800 Mk. 3. Preis 500 Mk. 4. Preis 400 Mk. 5. Preis 300 Mk. Fünf weitere Preise zu 200 Mk., zehn weitere Preise zu 100 Mark.
III. Für das beste Massenschauspiel: 1. Preis 1000 Mk. 2. Preis 800 Mk. 3. Preis 500 Mk. 4. Preis 400 Mk. 5. Preis 300 Mk. Fünf weitere Preise zu 200 Mk., zehn weitere Preise zu 100 Mk.
IV. Für das beste Chorwerk: 1. Preis 1000 Mk. 2. Preis 800 Mk. 3. Preis 500 Mk. 4. Preis 400 Mk. 5. Preis 300 Mk. Fünf weitere Preise zu 200 Mk., zehn weitere Preise zu 100 Mk.
Die besten unter I. und II. eingehenden Werke werden in großen Ausstellungen gezeigt.
Die heften unter III und IV eingehenden Werke werden in allen Teilen des Reiches öffentlich a u f g e f ü h r t. Sie müssen sich daher für die festliche Aufführung in Stadien und auf Thingplätzen vor großen Volksmassen eignen.
Am 15. November 1933 wurde die Reichskulturkammer als ständische Vertretung der deutschen Künstler innerhalb der Deutschen Arbeitsfront gegründet. Arbeiter und Künstler sind daher in einer einheitlichen Front der Ar- b e i t z u s a m m e n g e s ch l o s s e n. Damit die deutschen Künstler Gelegenheit haben, ihre Fähigkeiten einmal ausschließlich im Dienst am Volk zu bewähren, wird ihnen vom Leiter ties Kulturamts der Deutschen Arbeitsfront eine Reihe von Aufgaben ge« stellt, die eine künstlerische Gestaltung der Idee der Arbeit zum Vorwurf haben. Die Entwürfe für die „Häuser der Arbeit" (I) werden, wenn sich jeder begabte Architekt beteiligt, die ersten Unterlagen für Bauten barftellen, die.dem schaffenden Volk gehören
Gierung des deutschen Frauenarbeit s- dienstes zu übernehmen. Zur Leiterin des deutschen Frauenarbeitsdienstes ist die NS.-Gau- frauenschastsleiterin Frau Gertrud Scholz- Klink (Karlsruhe) ernannt worden. Der Frauenarbeitsdienst bildet einen Teil des gesamten nationalsozialistischen Arbeitsdienstes, der trotz der Verschiedenartigkeit des Arbeitsgebietes der beiden Geschlechter auf gemeinsamer weltanschaulicher Grundlage beruhend ein einheitliches Ganzes bildet.
An die Spitze der 13 Landesbezirke, die sich mit denen der Landesarbeitsämter decken, treten Landes st ellenleiterinnen. Der Reichskommissar für den Arbeitsdienst übt seinen Einfluß auf den Frauenarbeitsdienst durch einen bevollmächtigten Vertreter aus, der zugleich der Träger der Verbindung zum Führer des deutschen Frauenwerkes ist. Hierzu ist Oberregierungsrat Dr. v. Funke ernannt worden.
Es ist zu hoffen, daß mit dieser Neuregelung auch der deutsche Frauenarbeitsdienst die Entwicklung nimmt, die ihm im Rahmen des nationalsozialistischen neuen Deutschlands gebührt.
und außerdem von dem architektonischen Gestaltungswillen unserer Zeit Zeugnis ab legen. Das Wiedererwachen der monumentalen Malerei in dieser Zeit, in der die Kunst zu den Massen des Volkes zurückfindet, wird sich in den Entwürfen zu „Wandbildern" (II) für die „Häuser der Arbeit" aufzeigen lassen. Die besten Schöpfungen der Dichtung (III) und der Musik (IV), die unser Land hervorzubringen vermag, sollen nach dem Willen des Führers der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, dazu dienen, den 1. Mai, den Tag der Arbeit, festlich zu gestalten. So ruft der Leiter des Kulturamts der Deutschen Arbeitsfront alle schöpferischen Kräfte der Nation auf, im freien Wettbewerb durch ihre Werke die deutsche Arbeit zu ehren.
Neue Reichsteitung feer Deutschen Christen.
Berlin, 22. Dez. Die Reichsleitung der Deutschen Christen ist mit dem 21. Dezember von Dr. jur. Kinder übernommen worden. Die in die Dege geleiteten Maßnahmen lassen erkennen, daß eine Umbildung der Glaubensbewegung Deutsche Christen vorgenommen wird. Es soll unter Ausschaltung aller machtpolitischen 23 e- strebungen in der Kirche die völlige Schick- salsverbundenheit zwischen dem evangelischen Volk und dem Nationalsozialismus hergestelli werden.
Kleine politische Nachrichten.
Wie das hessische Staatspresseamt mitteilt, hat die hessische Staatsregierung anläßlich der bevorstehenden Weihnachtsfeiertage beschlossen, Schutzhäftlinge, die sich gut geführt haben, vorzeitig aus der Schutzhaft zu entlassen.
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Der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt a. M. Dr. Krebs ist vom Ministerpräsidenten Göring zum pr e u ß i s ch e n Staatsrat ernannt worden.
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Der wegen des restlosen Einsatzes im Wahlkampf verschobene erste Reichsbauerntag findet nuymehr endgültig vom 19. bis 21. Hartung (Januar) 1934 in Weimar statt.
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Der Vorstand der Reichsbahn-Beamten- Krankenverforgung hat beschlossen, als freiwillige Spende für das Winterhilfswerk 100 000 Mark zur Verfügung zu stellen.
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Die Kaiserin von Japan hat einem Sohn das Leben geschenkt. Im ganzen Land gab die Nachricht zu großen Freudenkundgebungen Anlaß. Die bisherigen Kinder des Kaiserpaares sind Mädchen, die nach japanischem Gesetz nicht erbfolgeberechtigt sind.
Ehrung der Arbeit.
Ein Preisausschreiben der Deutschen Arbeitsfront für Mater, Musiker, Dichter und Architekten.


