Ausgabe 
23.12.1933 Erstes Blatt
 
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den Abschluß des Waffenstillstandes lediglich der Dölkerbundskommission und der panamerikanischen Konferenz eine Falle stellen wollen.

Voreinem deutsch-französischen Wirtschaftskrieg.

Pariser Presseftimmca zum Abbruch der Verhandlungen.

Paris, 22. Dez. (WTB.) Zu den deutsch-franzö­sischen Handelsvertragsverhanolungen ertlärt Ha- v a s, daß Frankreich vom 1. Januar 1934 ab nun­mehr in der Lage sein werde, dasdeutscheEin- fuhrkontingent automatisch um 75 d. S). herabzusetzen, ohne sich allerdings deutschen Gegenmaßnahmen widersetzen zu können. Außerdem werde französischerseits die Einführung des Ausgleichzuschlagszolles für den Fall ins Auge gefaßt, daß das deutsche System der Scrips aufrecht erhalten werde. JournseIn- dustrielle spricht von einem traurigen Er­folg der Handelsvertragsverhandlungen. Dieser Ausgang sei wenigermutigend für die Ent- Wicklung der neuen Politik, die man durch den Zu­satzvertrag vom Dezember 1932 mit der Abänderung .des Kontmgentierungsregimes eingeleitet hatte. Oeuvre schreibt, man müsse damit rechnen, daß

Deutschland vom 1. Januar 1934 an Kontingent tierungsbestimmungen bezüglich französi­scher Woll- und Baumwollstoffe und bezüglich fran­zösischer Weine usw. erlassen werde. Ein Wirt­schaftskrieg zwischen Deutschland und Frankre ch würde für beide Länder unheilvolle Ergeb- nisse haben, und er würde in gleicher Weise den gegenwärtigen diplomatischen Verhandlungen zwi­schen beiden Ländern Schaden zufügen.

Emigungzwischen^sankrelchundttSA. über die A1koho!ein uhr.

W a s h i n g t o n , 22. Dez. (TU.) Zwischen Frank­reich und den Vereinigten Staaten ist am Donners­tag ein Abkommen über die Alkoholeinfuhr und die Zolltariffrage erzielt worden, nachdem von Amerika zunächst eine Sperre für französische Weine verfügt worden war. Nach diesem Abkoin- mcn wird Frankreich eine sofortige Erhöh­ung der Alkoholausfuhr nach den Ver­einigten Staaten zugestanden, Frankreich verpflich­tet sich seinerseits, größere Mengen ameri- konischer Früchte einzuführen und zwar soll Frankreich bis zum 31. März 1934 insgesamt 20 000 Tonnen Aepfel und Birnen übernehmen. Es ist nicht bekanntgegeben worden, wie groß die Frankreich zugestsndene Alkoholmenge für die Ein­fuhr fein wird.

Amerika ralisizierl das Siiberablomuieu.

Hoffnung aus Hebung der Ausfuhr nach SilberwuhrungSländern.

Washington, 22. Dez. (TU.) Präsident Roose­velt hat das Londoner Silberabkommen ratifiziert. Senator Pittman, der seit langem die Wiederauswertung von Silber anempfohlen hatte, erklärte dazu, diese Maßnahme Roosevelts werde zu einer ungeheuren Zunahme im amerikanischen Ausfuhrhandel führen und eine Stabilisierung des SÜber­preises in der ganzen Welt zum Kurse von 64,5 Cents je Unze bewirken. Das nunmehr vom Präsidenten Roosevelt ratifizierte Silberabkommen war auf der Londoner Weltwirtschaftskonferenz von fünf der wichtigsten silbererzeugen­den Ländern der Welt, nämlich Kanada, Mexiko, Vereinigten Staaten, Australien und Peru, und drei der wichtigsten Länder mit Sil­berwährung, nämlich Indien, Spanien und Chile, abgeschlossen worden und bezweckte, die Schwankungen im Silberpreis zu mäßigen. Die Gültigkeit des Abkommens war von der Ratifizie­rung durch die beteiligten Regierungen abhängig gemacht worden. Die Regierung von Indien hatte das Abkommen bereits ratifiziert. Das Abkommen besagt im einzelnen, daß die Regierung von Indien gewisse Einschränkungen für den Ver­kauf von Silber treffen werde. Die Vereinig­ten Staaten und die anderen Staaten verpflichten sich, im Laufe von vier Jahren kein Silber zu verkaufen und 35 Millionen Feinunzen in Bergwerken erzeuaten Silbers jährlich anzukaufen oder in anderer Weise vom Markt zurück-

zuziehen. Der Anteil der einzelnen Länder an diesem Betrage soll durch eine Vereinbarung zwi­schen den Regierungen festgesetzt werden.

Insgesamt sollen von USA. 24 412 000 Unz Silber angekautt werden. Von dieser Summe s etwa die Hälfte als Silbergeld au geprägt, die andere Hälfte zunächst aufbewah werden. Sollte die in Aussicht genommene Prä­gung in vollem Umfange durchgesührt werden, dann würden 13 900 000 Silberdollar in Umlauf gesetzt werden.

In Finanzkreisen ist man der Ansicht, daß dem Entschluß der Regierung politische Momente zu­grunde liegen. In einer Proklamation erklärt Roosevelt, er finde es angemessen, mit den anderen Regierungen zusammenzuwirken und dabei zu hel­fen, die internationalen Preise zu er­höhen und zu stabilisieren, um die Kauf­kraft der Einwohner von Ländern mit Silber­währung zu stärken, sowie den amerikanischen Außenhandel gegen nachteilige Wirkungen der Wertverminderung ausländischer Währungen zu schützen. Nachdem Indien das Silberabkommen ratifiziert habe, habe er sich entschlossen, das gleiche zu tun. Er hoffe, daß die anderen Länder bald folgen würden, denn tatsächlich habe die Welt ja seit langer Zeit Gold und Silber als Wäh- rungsqründlagen für den internationalen Verkehr behandelt, wenn auch in der Theorie der soge­nannte Goldstandard als allein maßgebend bezeich­net worden sei.

Rom der Miler zwischen Orient und Okzident

Eine Ansprache Mussolinis an asiatische Studenten.

Rom, 22. Dez. (WTB.) In Anwesenheit des Ministerpräsidenten wurde auf dem Kapitol ein Kongreß asiatischer Studenten eröffnet, an dem 600 Vertreter orientalischer Nationen teil­nehmen. Mussolini erklärte in einer Ansprache u. a., die Art der Zivilisation, die Asien nur als einen Markt für europäische Erzeug­nisse und als eine Rohstoffquelle an­sehe, müsse überwunden werden. Sie habe, auf dem Kapitalismus und dem Liberalismus begrün­det, die Welt erobert, aber ihr Zusammenbruch mache sich jetzt auf allen Kontinenten bemerkbar. Alle Erdteile seien an einer Gegenwirkung gegen die Entartungen des Kapitalismus und des Libe­ralismus interessiert, einer Gegenwirkung, die in dem revolutionären Glauben des italienischen Fa­schismus ihren Ausdruck finde, der sich g e g e n d i e Seelenlosigkeit und den Jdealmangel dieser Zivilisation erhoben habe.

Mit der faschistischen Wiedergeburt, die vor allem eine geistige Wiedergeburt fei, bereiteten

Rom und das Mittelmeer sich vor, ihr Eini­gungsamt zwischen Orient und Okzi­dent, das sie schon vor zwei Jahrtausenden aus- oeübt hätten, wieder zu übernehmen.Deshalb", sagte Mussolini,hat dos neue Italien Euch nach Rom gerufen. Zweimal schon haben Rom und der Orient in gemeinsamer Arbeit die Zivilisation ge­rettet, als sie von tödlichen Krisen bedroht war. Heute sind wir wieder in die Krise eines ganzen Systems von Einrichtungen und Ge­danken hineingeraten. Wir Faschisten schöpfen aus der Erinnerung die Hoffnung, daß wir die gemein- fame tausendjährige Tradition unserer Zusammen­arbeit wieder aufnehmen können."

Der Rede Mussolinis folgte eine eindrucksvolle Kundgebung für den Regierungschef. Ein persi­scher und ein arabischer Student sowie eine indische Studentin bekundeten ihren Dank dafür, daß der führende Mann einer großen europäischen Nation seine Sympathie für die Völ­ker des Orients so klar zum Ausdruck gebracht habe.

Oie Eingliederung der evangelischen Zugendverbände in die HZ.

Berlin, 22. Dez. (CNB.) Die Pressestelle des Reichsjugendführers teilt mit:

Arn heutigen Tage trafen sich der Reichsbischof Ludwig Müller und der Reichsjutzend- f ü h r er in dem Gebäude der Reichsjugendführung. Der Reichsjugendführer und der Reichsbischof drück­ten noch einmal ihr gegenseitiges Vertrauen aus. Die durch das Abkommen zwischen dem Reichs­bischof und dem Reichsjugendführer endlich er­folgte Eingliederung der evangelischen Verbände wurde bei der gesamten Berliner Jugend begeistert ausgenommen. Don den evangelischen Jugendgrup­pen wurde dieser Schritt schon lange erwartet. Vor­liegende Berichte aus Berlin betonen alle eindeu­tig die große Freude der evangelischen Jugendgrup­pen, sich nun ohne jeden Hinderungsarund in die Einheitsfront der deutschen Jugend, Die den Na­men des Führers trägt, einreihen zu dürfen. Mehr als eine halbe Million deutscher Jungen und Mädel der evangelischen Jugend tragen ab heute den ftol- zenNamen: Hitler-Jug^ ib. Dem Zuge der Vereini­gung der gesamten deutschen Jugend zur Staats- jugend folgend, lösten sich im Laufe des Freitag- vormittag weitere drei Jugendoerbände auf. Es sind dies die Adoentsjugend, sämt­liche Jugendverbände der Freireligiösen Ge­meinden und die M a r i n e j u g e n d Vater- land. Weitere Auflösungsbeschlüsse sind zu erwar­ten.

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Vom Reichsmini st erium d e s Innern wird bekanntgegeben: Die Einigung der Hitler- fügend und der evangelischen Jugendverbände ist gesichert. Vis zu dem Zeitpunkt, wo ein Zusam­menschluß in den Einzelverbänden durchgeführt wird, ist unbedingt x u vermei­den, daß durch Unbesonnenheiten und unfriedliches Verhalten Störungen entstehen. Im besonderen ist herausfordern- des Auftreten von Gruppen oder Ein­zelpersonen unbedingt zu unterlas­

sen. Es ist selbstverständlich, daß der dem Deut­schen besonders heilige Weihnachtsfrieden in dieser Zeit durch keinen Mißton gestört werden wird.

©er Reichsbischof an die evangelische Elternschaft.

Berlin, 22. Dez. (TU.) Anläßlich der Einglie­derung des evangelischen Jugendwerkes in die Hit­ler-Jugend wendet sich der R e i ch s b i s ch o f mit einer Kundgebung an die evangelische Elternschaft, in der es u. a. heißt: Ihr habt aus meinem Tele­gramm an den Führer gesehen, daß ich das deutsche evangelische Jugendwerk durch Unterzeichnung eines Vertrages mit dem Reichsjugendführer der Hit­ler-Jugend eingegliedert habe. Es ist das für mich ein e n l f ch e i d u n g s f ch w e r e r Schritt gewesen, um den ich mit Gott im Gebet gerungen habe. Ich bin zu diesem Entschluß inner­lich gezwungen worden von der mir durch mein Amt auferlegten Verantwortung für das Evange­lium und für die Erziehung des deutschen Volkes tm Evangelium. Die von mir getroffene Vereinbarung fichert euren Kindern d i e Erfüllung ihres Auftrages, das Wart des Evangeliums über ihre Jugendgemeinschaft zu stellen. Sie sichert weiter jedem Hitler-Jungen und -Mädel die Mög­lichkeit, an evangelisch-chri st kicher Ju­gendgemeinschaft teilzunehmen. Was im Rahmen eines von Menschen geschlossenen Ver­trages geschehen konnte, um dem Evangelium um den Willen unseres Herrn Jesus Christus in der nationalsozialistischen Jugenderziehung Raum und Stätte zu bereiten, das ist geschehen. Ich bitte alle evangelischen Eltern herzlich: Sagt euren Kindern, daß sie von ihren neuen Kameraden mit Liebe aufgenommen werden und daß sie ihre neuen Kameraden liebhaben sollen.

Aus aller

itt:

elt.

Oer Meineid im Reichsiags- brandftifierprozeß.

DreiJahreZuchthaus für denZeugenTönke.

Berlin, 22. Dez. (WTB.) Wegen des am 30. Oktober im Reichstagsbrandstifterprozeh geleiste­ten Meineides verurteilte das Schwurgericht beim Landgericht Berlin entsprechend dem Antrag des Staatsanwaltes den Angeklagten Sönke zu drei Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrver­lust. Weiter wurde auf dauernde Eidesunsähigkeit erkannt. Im Reichstagsbrandstifterprozeß hatte Sönke unter Eid falsche Angaben über seine Zugehörigkeit zur KPD. gemacht. Weiter war im Prozeß von einem Koffer die Rede, den Sönke für Taneff vorn Anhalter Bahn­hof abgeholt hatte. Sänke bestritt unter Eid, den Koffer abgeholt zu haben, womit er sich wiederum des Meineides schuldig gemacht hatte.

In der Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende, der Angeklagte habe in seiner Zeugenvernehmung im Reichstagsbrandstifterprozeß vorsätzlich eine Reihe falscher Aussagen gemacht. Das Gericht sei der Ueberzeugung, daß der Angeklagte diesen Falschsid nicht von sich aus geleistet habe, sondern daß er darauf gekommen fei durch die Schulung in der KPD., wo die Leute darauf gedrillt worden seien, vor Gericht falsche Aussagen zu machen. Der Meineid sei geleistet worden aus einem gewissen politischen Beweggrund, um die Strafverfolgung gegen die KPD. ober die Aufdeckung ihrer hochverräterischen Unternehmungen, auf die es im Reichstagsprozeß -mtam, irgendwie zu verdunkeln. Es komme inzu, daß der Vermittler zwischen Taneff nd Sänke,Wladi", wenige Tage, nachdem Sänke .inen Meineid geleistet hatte, spurlos aus Ber­lin verschwunden ist.

IDinferfonnenroenöfeier der Hitler-Jugend in Kaiserswerth.

Zu einer eindrucksvollen Wintersonnen- menbfeier hatten sich die Gefolgschaften des Obergebietes West aus Darmstadt, Frankfurt, Kassel, Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Münster, Bo­chum usw. in der Barbarossa-Pfalz zu Kaiserswerth versammelt, auf deren Zinnen die ewige Schlageter-Flamme leuchtet. Nach einem Vor­spruch und Dem GesangFlamme empor" wurde der am Fuße der Pfalz aufgeschichtete Holzstoß entzündet. Die Flammen loderten empor, während der Obergebietsführer Hartmann Lauterbacher eine markige Ansprache an die HI. hielt. Er ge­dachte Der 21 gefallenen Kameraden, die das neue Deutschland nicht schauen durften. Ihnen zu Ehren würden die 21 Fahnen mit den Namen der Ge­fallenen den besten Gefolgschaften des Obergebietes West übergeben. In dieser Stunde gelobe die ge­samte HI. dem Führer Treue für die kommenden Zeiten. Kein Hitlerjunge werde rasten und feine Arbeit einstellen, bevor nicht der Führer das Werk, das er aufzubauen im Begriff fei, vollendet habe. Die Ausführungen des Obergebietsführers klangen aus in ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer. Der Obergebietsführer nahm hierauf die Weihe der 21 HI. - Fahnen vor, die an der Schla- geter-Flamme aufgestellt waren, und übergab sie den Gefolgschaften. Das von Tausenden von Hitler- jungen gemeinsam gesungene LiedDie Fahne flattert uns voran" schloß die Feier.

Ausbildungszwang für Kraftfahrer bleibt!

Die Frage der Aufhebung des Fahrschul- zwanges ist in letzter Zeit in der Oeffentlichkeit viel erörtert worden. Eine Erleichterung in der Aus­bildung zum Führen von Kraftfahrzeugen war zur Förderung der Motorisierung von vielen Seiten vor- gefchlagen worden; insbesondere war die bisherige Monopolstellung der Fahrschulen nach Auffasiung aller Beteiligten mit Ausnahme der Fahrschul- besitzer unhaltbar. Völlige Freigabe der Aus­bildung und Aufhebung jeder behördlichen Prüfung der mit der Ausbildung Beschäftigten schienen zu weit zu gehen. Die Entscheidung ist deshalb dahin aefaUen, daß eine Konzessionierung von Fahrschulen nicht mehr stattfindet und daß die Ausbildung in die Hände von Fahrlehrern gelegt wird, die behördlich zu konzessionieren sind. Die Be- fähiaung der Fahrlehrer wird durch eine Prüfung gesichert werden und der hohe Stand des Ausbil­dungswesens in Deutschland so erhalten bleiben.

Puppenfabrik in die Lust geflogen. Sieben Schwerverletzte.

Durch eine schwere Explosion wurde die zweigeschossige Puppenfabrik Ernst Lieber­mann in Neustadt bei Coburg und das angren­zende dreistöckige Wohngebäude völlig zerstört. Don der Feuerwehr und dem Freiwilligen Arbeitsdienst wurden nach mehrstündiger angestrengter Arbeit sieben schwerverletzte Personen aus den Trümmern geborgen. Die übrigen in der Fabrik und dem Wohngebäude anwesenden Personen hat­ten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Die Wucht der Explosion war so stark, daß mehrere an der Fabrik vorbeigehende Personen auf den gegen­überliegenden Bürgersteig geschleudert wurden. Ein Mann erlitt hierbei mehrere R i p p e n b r ü ch e. Heber die Ursache der Explosion ist noch nichts be- kannt.

Drei Kinder verbrannt.

In Oradea (Rumänien) hat sich ein schreckliches Unglück ereignet. Drei Kinder eines Mechanikers sind bei lebendigem Leibe verbrannt. Sie waren von der Mutter, die Weihnachtseinkäufe be­sorgte, zu Hause gelassen und hatten sich Papier- fackeln gedreht, mit denen sie im Hause herum­spazierten. Als sie ins Zimmer zurückkehrten, fingen die Kleider des jüngsten Kindes Feuer, das rasch auf die Möbel Übergriff und die ganze Wohnung in Brand setzte. Als die Mutter nach Hause kam und die verkohlten Leichen ihrer Kinder sah, erlitt sie einen Wahnsinnsanfall und mußte ins Irrenhaus gebracht werden. Der Vater machte einen Selbstmordversuch.

Brand in einem Amsterdamer Fernsprechamt.

In dem Amsterdamer Fernsprechamt, dem die Te­lephonanschlüsse In der Innenstadt angeschlossen sind, brach infolge eines Kurzschlusses Feuer aus. Der Brand entstand in dem sogenannten Derteilungs- raum, von dem die Hauptkabel nach anderen Aem- tern ausgingen. Das Feuer hat die Isolierung der Kabel vernichtet. Zehntausend Telephonanschlüsse sind zerstört worden. Die Läden und Geschäfts­häuser in der Innenstadt sind ohne Fernsprechan­schluß, ebenso die Börse, das Polizeipräsidium, die Nachrichtenbüros und die Zeitungen. Der in den letz, ten Tagen vor dem Weihnachtsfest besonders rege Geschäftsverkehr wird durch die Unmöglich, teit telephonischer Warenbestellungen stark be­

einträchtigt. Verbindungen mit dem Ausland sind nur noch vom Hauptpostamt möglich. Man schätzt, daß der Schaden erst in zwei bis vier Wochen behoben sein wird. Nicht weniger als 40 000 Meter Draht sind zur Wiederherstellung aller Verbindungen nötig.

Sächsisches Schloß niedergebrannt.

Im Herrschastshaus des Rittergutes Pollschwitz bei Prischwitz (Sachsen) brach ein Brand aus, der sich mit der größten Schnelligkeit ausbreitete. Das Schloß wurde bis auf die Umsassungsmauern vernichtet. Der Brand ist beim Auftauen einer zugefrorenen Wasserleitung entstanden.

Versteigerung

des Sreugerschen Privatbesitzes in Neuyork.

In Neuyork wurde die kostbare Einrichtung der bekannten Luxuswohnung des Zündholzkönigs Ivar Kreuger versteigert. An Stelle des geschätzten Wertes von 100 000 Dollars kamen nur 8000 Dollars ein. Das RubensgemäldeBachanal", das allein auf 20 000 Dollars taxiert war, wurde für 900 Dollar verkauft, desgleichen die wertvollen übrigen Gemälde, der Silberschmuck usw. weit unter dem veranschlagten Wert.

Schiffszusammenstoh auf der Maas. Lin Deutscher getötet.

Der DampferDrechtdyk" der Holland-Amerika- Linie und der unter der Flagge von Panama fahrende holländische DampferDelia" stießen in einer der vergangenen Nächte in dichtem Nebel auf der Maas zusammen. Der, Anprall war so heftig, daß die Delia" schwere Steuerbordschäden erlitt. Dabei wurde der 47jährige deutsche Schiffskoch Schick getötet.

Belgisches Flugzeug abgesturzt. Lin Toter, ein Schwerverletzter.

, Ein von Berlin kommendes belgisches Verkehrs­flugzeug berührte kurz vor der Landung auf dem Flughafen Dortmund mit der linken Trag'läche einen Baum und überschlug sich. Das Flug- zeug wurde schwer beschädigt. Der belgische Flug­zeugführer wurde getötet, der belgische Bord­funker mußte schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Die drei Fluggäste, von denen einer leicht verletzt wurde, verließen ohne fremde Hilfe das Flugzeug. Die Untersuchung über die Ursache ist sofort eingeleitet worden.

Schwefelsäureattenlat auf den geschiedenen , Ehemann.

Im Höchster Rathaus verübte eine geschiedene Frau ein Schwefelsäureattentat auf ihren ehemaligen Mann. Sie goß ihm nach kurzem Wort­wechsel in Gegenwart des Schiedsrichters den In­halt einer Flasche Schwefelsäure ins Gesicht, so daß der Mann schwere Verbrennungen erlitt. Die Frau wurde festgenommen.

Kunft unö Wissenschaft.

Etruskische Inschriften entziffert.

Lösung eines alten wissenschaftlichen Problems.

Das Rätsel der etruskischen Sprache, das den Gelehrten so großes Kopfzerbrechen ge­macht hat, ist jetzt durch den italienischen Professor Francesco P i r o n t i gelost worden, dem die Ent­zifferung etruskischer Inschriften nach einer neuen Methode gelang. Man hatte sich lange Zeit bemüht, das etruskische Alphabet mit Hilfe des griechischen Alphabets zu entziffern, hatte hierbei jedoch keinen Erfolg gehabt.

Die italienische Professorin Lea Meriggi beim Führer.

Frau Professor Lea Meriggi, die an den Uni­versitäten Berlin und Frankfurt italienisches und i iternationales Recht lehrt, ist vom Reichskanz­ler empfangen worden Frau Meriggi hat dem Führer einen Bericht über die Entwicklung der ita­lienisch-deutschen Beziehungen auf dem Gebiet des juristischen Hochschulstudium- erstattet Frau Prof. Meriggi wird seit mehr als drei Jahren als Ver­treterin der italienischen Rechtswissenschaft in Deutschland und hat in dieser Eigenschaft Öen faschi­stischen Gedanken hier verkündet.'So hat sie auf die­sem wichtigen Gebiet zur Forderung der Beziehun­gen zwischen dem italienischen und dem deutschen Volk wesentlich beigetragen.

Lharles Dickens' Sohn gestorben.

Sir Henry Dickens, der sechste und einzige überlebende Sohn des berühmten englischen Schrift- stellers Charles Dickens ist in einem Londoner Kran­kenhaus im Alter von 84 Jahren gestorben. Er war einer der ältesten Richter Englands und war vor 60 Jahren zum Richterstand berufen worden. Seit 1922 führte er den Adelstitel.

Die Senatswahlen in Rumänien sind im ganzen Lande ohne jede Störung verlaufen. Ueberall siegten die Kandidaten der Liberalen Re­gierungspartei, abgesehen von drei Bezirken in Siebenbürgen, wo drei Ungarn als Senatoren gewählt wurden.

Wettervoraussage.

Obwohl durch die im Norden vorüberziehende Störung weiterhin warme Luft nach dem Kontinent befördert wurde, hat sich das Hochdruckgebiet über Frankreich und Süddeutschland noch gekräftigt. Un­ser Wetter bleibt teils unter dem Einfluß der zu- fließenden Ozeanluft, wodurch Bevolkung und Dunst­bildung hervorgerufen werden, teils tritt durch den hohen Druck Aufklaren ein, wobei in der Nacht leichter Frost zu erwarten ist. Mit Niederschlägen ist in unserem Bezirk über die Feiertage kaum zu rech­nen, es müßte denn fein, daß etwas Sprühregen niedergeht.

Vorhersage für Sonntag: Dunstig und bewölkt mit Aufklaren, Temperaturen am Tage über Null, nachts etwas darunter, meinst trocken.

Vorhersage fürden 1. Feiertag: Leich­ter Nachtfrost, teils bewölkt, teils aufklarend, meist trocken.

Lufttemperaturen am 22. Dezember: mittags 2,8 Grad Celsius, abends 0,7 Grad; am 23. Dezember: morgens 1,1 Grad. Maximum 3 Grad, Minimum 0,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Dezember: abends0,5 Grad; am 23. Dezem­ber: morgens0,5 Grad Celsius.

Amtliche Winlersportnachrichten.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, 4,5 Grad Celsius, 25 cm Schnee, kein Neuschnee, Pulverschnee; Sportmöglichkeit gut bis sehr gut.

Schwarzwald. Feldberg: klar, 6 Grad, 15 cm Schnee, kein Neuschnee.

Alpen. Garmisch-Partenkirchen: klar, 4 Grad, 53 cm Schnee, 6 bis 10 cm Neuschnee, I Pulverschnee; Sport sehr gut. Zugspitze: flar; 8 Grad, 220 cm Schnee, 16 bis 20 cm Neuschnee, I Pulverschnee; Sportmöglichkeit sehr gut.