Ausgabe 
23.9.1933 Erstes Blatt
 
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Vollstreckungen zur Erwirkung der Herausaabe nicht nur von Zubehör der dem Betriebe dienenden Grundstücke grundsätzlich unzulässig, sondern auch von Sachen, deren Eigentum sich der Gläubiger bis zur völligen Zahlung des Gegenwertes vorbehalten hat, insoweit die Sache zur Fortführung des Be­triebes unentbehrlich ist. Allerdings wird dem Bor- behaltsgläubiger, der durch diese Bestimmunaen in seinen Rechten erheblich beschränkt ist, ein Aequi- valent dadurch gegeben, daß nach § 30, Absatz 1, Nr. 1, des Gesetzes eine Kapitalkürzung bei Llefe« rungen, die nachweislich für den Betrieb nach dem 30. Juni 1931 bewirkt wurden, unzuläfsi^ist.

wenn er seiner Zahlungspflicht nicht nachkommt. Es liegt im Interesse unserer Landwirte, sich diesen wichtigen Rechtsorundsatz beim Ankauf von land­wirtschaftlichen Geräten auf Kredit immer vor Lugen zu halten. m ... r

Das Bestreben der Gesetzgebung, den Verkäufer mit Vorbehalt in seiner Rechtsstellung Gegenüber dem landwirtschaftlichen Schuldner möglichst wenig zu beeinträchtigen, hat durch das Gesetz zur Rege­lung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. Juni 1933 neuerdings eine Einschränkung zu­gunsten des Schuldners erfahren. Hat die Ent­schuldungsstelle Die Ermächtigung zum Abschluß eines Zwangsvergleichs erhalten, so sind nach § 26 Absatz la und Absatz 2 dieses Gesetzes Zwangs-

Wirtfthast.

Weitere Fortschritte im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit.

Die Pressestelle des L a n d e s a r b e i t s a m t s Hessen teilt mit: In der ersten Septemberhalfte hat die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen um weitere 3 00 0 ab ge- n o m m e n. Seit dem Höchststand von Mitte Ja­nuar ist die Zahl der Arbeitslosen um rund 88 100 oder 26,4 o. H. z u r u ck g e g a n g e n , während im Vorjahr die Abnahme vom wmter- liehen Höchststand (Februar 1932) bis zum 15. Sep­tember nur rund 44 400 oder 12,8 v. H. betragen hat. Insgesamt wurden Mitte September 245161 Arbeitslose gezählt, davon waren 44 872 oder 18,3 o.H. Frauen-. Die Zahl der Hauptunter- stützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge zusammen ging in der ersten Septemberhälfte um rund 2500 auf 79 800 zuruck. Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen ist im August um 7429 auf 106 717 gesunken. Bei Notstandsarbeiten wurden Ende August 9269 Un­terstützungsempfänger aus der Arbeitslosenversiche­rung, Krisenfürsorge und öffentlichen Fürsorge be- schäftigt, das sind 842 mehr als Ende Juli 1933.

Oer Krastmagenmarkt im August.

Der Kraftwagenabsatz blieb im August, laut Wochenbericht des Instituts für Konjunktur­forschung, sehr lebhaft. Gegenüber dem saison- mäßig höchsten Stand im Juni ist der Absatz fabrik­neuer Wagen erst um etwa 12 v. H. zurückgeaan- gen, während im gleichen Zeitraum des Vorjahres der Rückgang etwa 26 v. H. und in 1931 sogar mehr als 45 v. H. betrug. Im Lastkraftwagenge- schäft, das im Herbst regelmäßig relativ lebhafter ist, als das Personenwaaengeschäft, betrug der Rück­gang von Juni bis August 5 o. H. gegen etwa 15 v. H. im Vorjahre und 37 v. H. in 1931. Der Absatz fabrikneuer Personenkraftwagen liegt mit arbeitstäglich rund 336 Einheiten um 29 o. H. über dem August des Jahres 1930 und um 140 o. H. über dem August des Vorjahres. Der Lastkraft­wagenabsatz hat mit arbeitstäglich 43,4 Einheiten erstmalig den Stand des Jahres 1931 überschritten.

Aufgrund des Absatzes in den ersten acht Mona­ten läßt sich der voraussichtliche Gesamtabsatz der Saison 1933 bereits einigermaßen über- sehen. In den Monaten Januar bis August wur­den 54 243 fabrikneue Personenkraftwagen zuge­lassen, gegenüber 28 785 in 1932, 45 250 in 1931 und 64 698 in 1930. Nimmt man an, daß der Absatz in den Monaten September bis Dezember ähnlich günstig wie in den letzten drei Monaten sein wird, so werden im Laufe des Jahres wohl noch 13 500 bis 14 000 Personenkraftwagen abge- setzt werden können. Damit würde die Gesamt­zulassung fabrikneuer Personenwagen im laufen­den Jahre wieder etwa ebenso hoch werden, wie in 1930, wo sie 81 997 betrug, während sie in 1931 auf 56 039 und 1932 auf 41118 zurückging. Im Lastkraftwagengeschäft kann erwartet werden, daß das Jahresergebnis den Stand von 1931 wieder erreichen wird. Man schätzt die Gesamtzulassung auf etwa 11200, gegen 12 737 in 1931. In 1930 wurden 16 076 fabrikneue Lastkraftwagen, 1932 nur 7030 zugelassen.

Wochenbericht vom Frankfurter Vroduktenmarkt.

Das Angebot an Brotgetreide ließ in der ver­gangenen Woche weiter nach, anderseits hielt sich auch die Nachfrage in engen Grenzen, so daß der Bedarf stets mit Leichtigkeit gedeckt werden konnte. Die Preise konnten sich weiterhin nicht unbeträchtlich heben.

Roggen war in dieser Woche mehr begehrt als Weizen. Das Mehlgeschäft in Roggen war weit besser, als das für Weizenmehl, daneben belebte der bessere Nutzen, den die Kleie den Müllern brachte, die Körnernachfrage der Mühlen. Die Preise für Weizen und Roggen waren um je 2,50 Mark per Tonne auf 192,50 bzw. 157,50 Mark erhöht.

Der Braugerstenmarkt stand unter dem

Einfluß der eingeleiteten Stützungsaktion, wodurch die Stimmung etwas freundlicher wurde. Das An­gebot ist eher knapper geworden, der Preis zog um 2,50 Mark auf 180 bis 182,50 Mk. per Tonne an. Nachfrage zeigte sich für feinste Ausstichqualitäten.

Der F u 11 e r m i 11 e l m a r 11 lag ausgesprochen fest. Das Angebot in Kleie und Nachmehlen, aber auch in ölhaltigen Kuchen und zuckerhaltigen Futter­mitteln ist recht knapp. Infolge einiger Nachfrage zur Herbst- und Winterlieferung waren die Preise befestigt. Futtergerste zog auf 160 Mk. per Tonne an. Mehr Nachfrage zeigte sich für Hafer, der um 4,50 Mk. auf 135 bis 137,50 Mark per Tonne anstieg, zumal das Angebot auch hier klein blieb. Weizenkleie stieg um 40 Pfennig auf 8,75 bis 8,80 Roggenkleie um 50 Pf. auf 8,25 bis 8,50 Mk. je 100 Kilo. Sojaschrot war zu 8,25 bis 8,75 Mk. ziemlich unverändert, ebenso Erdnußkuchen mit 10, während Palmkuchen um 25 Pfennig auf 8,85 Mark anzog. Treber lag mit 14,50 bis 14,60 Mk. 10 Pf. höher.

Die Mehlpreise waren für Weizenmehl 25 Pfennig und für Roggenmehl 50 Pfennig teurer. Weizenmehl Svez. 0 mit Auslandweizen 28 bis 29, dasselbe ohne Auslandweizen 26,50 bis 27,50; Rog­genmehl 0- bis Mprozentige Ausmahlung, 22,50 bis 23, dasselbe südd. Spez. 0 23 Mark je 100 Kilo.

Kartoffel lagen fest und auch die Nachfrage gestaltete sich besser. Industrie hiesiger Gegend koste­ten 1,90 Mark per 50 Kilo bei Waggonbezug.

Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebmarkt. Der Preisanstieg am Schlachtoiehrnarkt setzte sich auch in der abgelaufenen Woche fort, wenn auch das Tempo der Aufwärtsbewegung wesentlich langsamer geworden ist.

In dieser Woche war der Zutrieb auf allen Markt­gebieten kleiner, lediglich Schweine waren mit 4875 noch um 6 Stück stärker. Zwar ergaben sich an­fangs der Woche, im Einklana mit den Erhöhungen an anderen Plätzen des Reiches, Steigerungen bis au 5 Mark, die später nicht voll behauptet blieben, doch konnte sich gegenüber der Vorwoche eine Besse­rung um 2 Mark erhalten. Das Geschäft war mittel­mäßig bis schleppend, so daß etwas Uederstand ver­blieb. Fettschweine waren weiter stark gesucht und wurden über Notiz bezahlt. Leichte Ware war fast unverkäuflich.

Rinder waren mit 1504 um 250 Stück geringer am Markt; nach ruhigem Handel und bei um 1 Mark anzieheiHen Preisen verblieb geringer Ueberstand.

Auch Kälber setzten ihre Steigerung um 2 bis 4 Mark fort, wobei die verminderte Beschickung (1027 gegen 1279) zustatten kam. Das Geschäft war mittelmäßig bis ruhig.

Am Schafmarkt konnte der vorwöchgige Preis- rückgang wieder aufgeholt werden, zumal die Zu­fuhr mit 228 um 236 Stück kleiner war. Der Han- del war gleichfalls mittel bis ruhig, wobei aber der Markt ebenso wie für Kälber geräumt wurde.

Frankfurter Börse.

Renken fest, Aktien schwach.

Frankfurt a. M., 22. Sept. Die heutige Mit­tagsbörse erfuhr eine Fortsetzung der Kursstei­gerungen am Rentenmarkt. Das Publi­kum hatte vorwiegend für diese Werte Kauforders gegeben, während der Aktienmarkt stark vernachlässigt und überwiegend schwach war, zumal Tauschoperationen von Aktien gegen Renten oorgenommen wurden. Die Wirtschaftsmaßnahmen der Regierung wirkten nach, daneben fanden die Ausführungen Dr. Schachts über die geplante Reichsbankpolitik, die vor allem auch eine bessere Pflege des festverzinslichen Marktes in Aussicht stellte, starke Beachtung. Die weitere Verminderung der Arbeitslosenziffer bot der rückläufigen Bewe­gung am Aktienmarkt kaum eine Stütze, während die schwache Haltung der gestrigen Auslandbörsen die Abwärtsbewegung eher noch forcierte. Außer Akkumulatoren (plus 1,5 v. H.) und Bekula (plus 1 v. H.) ergaben sich durchschnittliche Einbußen von 1 bis 2 v. H., bei den kleinen Werten von 0,25 bis

0,75 v. H. Schwach lagen vor allem Schuckert (mi­nus 5 o. H.), ferner Buderus, Rheinstahl, Harpener, Mannesmann, Licht & Kraft, Siemens und Bem- berg mit Verlusten um bis zu 3 v. H. IG.-Farben eröffneten mit 116,13 v. H. um 1,40 v. H. niedriger und gaben später auf 115,50 v. H. nach.

Im Verlaufe überwogen bei anhaltender Ge- schäftsstille weitere Rückgänge von etwa 0,50 bis 1 v. H., Deutsche Erdöl verloren 2,5 v. H., JG.- Farben schlossen mit 114,75 v. H. Dagegen konnten sich Cernent Heidelberg um 1,5 v. H. auf 71 v. H. befestigen. Bekula gaben 0,75 v. H. ihres Anfangs­gewinnes nach, Schuckert waren um Bruchteile v. H., Licht & Kraft 1 v. H. erholt. Am Kassamarkt herrschte Geschäftsstille, fester waren Pfälzer Hypotheken- Bank mit plus 3 v. H.

Das Hauptgeschäft wickelte sich am Renten- rn a r k t ab. Es eröffneten besonders wieder Reichs- schuldbuchforderungen mit plus 2 v. H., die Altbesitz­anleihe mit plus 1,25 fest, während Neubesitz ver­nachlässigt, jedoch behauptet lagen. Stahloereinbonds gaben 0,75 v. H. nach. Sehr stark gesucht waren wieder Kornmunal-Obligationen und Stadtanleihen, bei denen ohne Berücksichtigung der schon gestern abend eingetretenen Erhöhungen um 1,5 bis 2,5 v. H. neue Steigerungen von 2 bis 3,5 v. H. zu ver­zeichnen waren, wobei vielfach nur beschränkte Zu­teilung oder mangels Angebot gestrichen, Geldnotiz erfolgte. Auch Gold- und Liquidationsbriefe waren fest und bis zu 1,5 v. H. höher. Mittlere Staats­anleihen lagen zwar ruhiger, doch zogen Hessen von 1928 und 1929 nochmals je 1,5 v. H. an. Reichs- anleihen blieben gehalten, dagegen konnte sich die 5,5prozentige Poung-Anleihe von 82,5 auf 85,40

v. H. befestigen. Altbesitzanleihe und Reichsschuld­buchforderungen waren bis zum Schluß der Börse fest und nochmals 0,25 bzw. 0,40 v. H. höher, fer­ner konnten sich Neubesitz um 15 Pf. auf 10,30 M^ erhöhen. Auslandrenten lagen still, wobei Schwei­zerische Bundesbahnanleihen aber niedriger waren. Tagesgeld blieb zum Satz von 3,5 v. H. unver­ändert.

Abendbörse: Renten fest, Aktien beruhigt.

Die Abendbörse blieb weiter für die festver - zinslichen Werte fest gestimmt, während der Aktienmarkt zwar vernachlässigt, aber doch in gewisser Hinsicht etwas beruhigt war. Die Berliner Schlußkurse blieben meist gehalten, doch kamen hier nur sehr wenig Kurse zur Notiz. Am Rentenmarkt vermochte sich infolge des herrschenden Materialmangels kein allzu großes Geschäft zu entwickeln. Von deutschen Anleihen er­öffneten Altbesitz 60 Pf. und Neubesitz 25 Pf. fester. Späte Reichsschuldbuchbücher zogen erneut um 1 o. H. auf 82,50 o. H. an. Kommunale Anleihen so­wie Gold- und Liquidationspfandbriefe lagen er­neut 1 bis 2 bzw. 0,50 bis 1,50 v. H. fester. Im Freiverkehr gingen Städtealtbesitz mit 65 nach heute mittag 63,50 um. Neubesitz 10,40 bis 10,45, Alt­besitz 80, Schutzgebiete 7,20, Reichsbank 138, Gel- senkirchen 46,50, Bekula 110, JG.-Farben 115, Holzmann 53, Siemens 139,75; 6 v. H. Skadt Mainz von 28 64, 6 v. H. Stadt Köln 66, 6 v. Frankfurter Hyp.-Bk.°Gold-R. 1315 82, 6 v. H. do. Gold-Komm.-R. II 71,25, 6 v. H. Rhein. Hyp.-Bk.- Gold-R. 1825 85, 5Vr v. H. do. Liquidation 87,25, 6 o. H. Hessen Dolksstaat von 29 81.

Ser Rückgang der Aahrungsmiiteleinsuhr.

Von unferm volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.

Jedes Volk muß bestrebt sein, seine E r n ä h - r u ng von der Zufuhr ausländischer Nahrungs­mittel möglich st unabhängig zu machen. Deutschland hat im Kriege $ur Genüge erfahren, was es bedeutet, wenn die inländische Nahrungs- mittelerxeugung nicht ausreicht, um dem Volke die­jenige Ernährungsgrundlage zu gewährleisten, an die es im Frieden gewöhnt war. Heute ist für Deutschland noch ein anderer Grund vorhanden, seine Nahrungsmitteleinfuhr möglichst einzuschrän­ken.

Deutschland muß Rohstoffe einführen und Indu­strielle Fertigerzeugnisse ausführen. Mit dem Devisenerlös der Fertigwarenexporte bezahlt es die Einfuhr der unentbehrlichen Rohstofte. Wenn es außerdem noch zu große Mengen von Rah- rungsmitteln einzuführen sich gewöhnt, so muh es die Fertigwarenausfuhr steigern, um mit den Devifenerlöfen auch noch die Rahrungsmittet- importe finanzieren zu können.

Aber auch zum Transfer feiner Auslands­schulden und der für diese an das Ausland zu zahlenden Zinsen braucht Deutschland Devisen. Es ist leider unmöglich, die deutsche Warenaus­fuhr so hoch zu halten, um aus ihren Erlösen die­sen vielseitigen Bedarf an Auslandsdevisen decken zu können. Das Ausland sperrt sich gegen die Ein­fuhr deutscher Waren ohnehin in weit stärkerem Maße, als es mit der wirtschaftlichen Vernunft und mit der hohen deutschen Auslandsverschuldung ver­einbar ist. Hohe deutsche Nahrungsmitteleinfuhren sind daher nur möglich auf Kosten der Rohstoff­versorgung der deutschen Industrie, oder aber auf Kosten des Transfers der deutschen Auslandsver­pflichtungen. Wenn sich das deutsche Volk da­gegen, wie es der Nationalsozialismus bekanntlich erstrebt, von der Auslandsversckuldung nach und nach freimachen will, so kann es das nur durch fortschreitende Verminderung der ausländischen Nahrungsmittelzufuhr.

Man darf es daher als Zeichen einer erfreulichen Entwicklung ansehen, daß unsere Einfuhr von Rahrungs- und Genußmitteln im ersten halb- fahr 1933 wieder in beträchtlichem Maße zurück- gegangen Ist.

Die Einfuhr ausländischer G e n u ß m i t t e l ist natürlich noch stärker zu bekämpfen, als die unent­behrlichen Nahrungsmittel. Denn die Genußmittel dienen vorwiegend dem Luxusbedarf der bemittel­teren Volksschichten. Hier kann man noch weit eher eine Verbrauchseinschränkung verlangen, als bezüg­lich des Konsums von Nahrungsmitteln, die in Deutschland noch ober noch nicht in genügenden Mengen erzeugt und die zur Ergänzung der Er­nährung der Minderbemittelten meist wegen ihrer Billigkeit schwerer entbehrt werden können. Ins­gesamt hat Deutschland im ersten Halbjahr 1933 noch für rund 826 Millionen Mark Nah­rungs- und Genußmittel eingeführt. In dieser Zahl sind die Vieh- und Futtermittelimporte einbegriffen. Gegenüber dem ersten Halbjahr 1932 bedeutet das

einen Rückgang um 20,9 Prozent. Das Statistische Reichsamt stellt fest, daß die Sehens« Mitteleinfuhr bereits im Jahre 1931 um 34,2 Pro­zent und im Jahre 1932 wiederum um 29,8 Pro­zent gesunken ist. Der neuerliche Rückgang im Jahre 1933 um 20,9 Prozent beweist also, daß es sich hier um eine konstante, naturnofroen« bige Entwicklung hanbelt. Wenn auch bie Abnahme ber Einfuhrzissern teilweise auf den Fall der Preise zurückzuführen ist, so ist doch auch die Einfuyrmenge gesunken, und zwar nach den Berechnungen des Statistischen Reichsamts um 9 Prozent. Die Ausfuhr von Nahrungs- und Ge­nußmitteln ist zwar wertmäßig ebenfalls zurück- gegangen, hat sich aber mengenmäßig auf der Vor- jahrshöhe gehalten. Sie beträgt außerdem insgesamt nur 100 Millionen Mark, ist also gegenüber der Einfuhr nicht von erheblicher Bedeutung.

Der Rückgang der deutschen Einfuhr von Nah­rungsmitteln ist zweifellos zu einem beträcht­lichen Teile den Bestrebungen der Relchsregie- rung zu verdanken, die die einheimische Land­wirtschaft heben und nach Möglichkeit leistungs­fähiger machen will.

Infolgedessen hat sich insbesondere die Einfuhr von Eiern, Butter, Schmalz, Talg, Käse, Fischen, Fleisch, Fleischwaren, Brot- und Futtergetreide, Küchen­gewächsen um ein volles Drittel vermindert. Hier handelt es sich hauptsächlich um Nahrungsmittel, die die deutsche Landwirtschaft selbst in genügenden Mengen erzeugen kann, wenn man sie durch Zölle und Kontingentierungen gegen die ausländische Konkurrenz wirksam schützt. Dagegen ist z. B. die Einfuhr von Kaffee nur um 5,2 Prozent zurück- gegangen, und die von Tabak hat sogar um 11 Prozent zugenommen. Hier wären Jmporteinschrän- kungen nur im Falle eines Verzichts der deutschen Konsumenten auf einen Teil dieser ausländischen Genußmittel möglich. Anders liegt es wieder bezüg­lich der Einfuhr ausländischen Obstes, die im ersten Halbjahr mengenmäßig um nicht weniger als 50 Prozent die vorjährige übertraf. Das ist teilweise auf die schlechte deutsche Obsternte des Jahres 1932 zurückzuführen, so daß man im näch­sten Erntejahr mit einer Verminderung der Ein­fuhr von Auslanbsobst auf Grund der weit besse­ren deutschen Obsternte im Jahre 1933 rechnen darf. Gestiegen ist ferner noch die Einfuhr von Gewürzen, während die von Tee und Kakao nicht unerheblich gesunken ist.

Am erfreulichsten ist der Rückgang der Eier- elnfuhr um 528 Millionen Stück oder um fast 42 v. h. hier ist es der deutschen Geflügelzucht offenbar mit Hilfe des verbesserten Zollschuhes und der Linfuhrkontingentierung gelungen, die Auslandkonkurrenz erheblich zurückzudrängen. Aus den gleichen Gründen hat die Vuttereinfuhr mengenmäßig um 25,6 o.H. abgenommen, ebenso die Einfuhr von Fleisch und Fleischwaren um 27,6 v. h.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Sranflun u. 1)1

Berlin

Schluß- furd

Echlußt. Abend­börse

Schluß« furd

Schlußt. Mittag- börse

Datum

21.9. |

22.9.

21.9.

22.9.

6% Deutsche Reichsanleihe v. 192?

83

83,25

83,4

83,5

6% cf)em.7% Dl.Reichsanl.v. 1929

97,75

97.65

97.75

98

6¥i% Doung-Anleihe von 1930 ..

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mtl

82.5

85,4

85

86

AuSlos.-Rechlen .............

78

80

78

79,4

Desgl. ohne Auslos.-Rechte......

6% etjem.8% Hess. Volksstaat 1929

10,1

10,45

10

10,25

(rückzahlb. 102%) ............

6% Hess. Landesbank Darmstadl

80,4

81

80

81

Gold R. 12..................

6%% Hess. LandeS-Hypolheken-

79

79.75

78

79

bank Darmstadl 2iqut.........

Oberhessen Provtnz-Anleihe mit

83,5

Auslos.-Rechten .............

Deutsche komm. Sammelabl. An-

67

70

leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten

6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank

71

72,9

72

73,65

Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank

80,5

82

Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6y*% ehem. 4%% Franks. Hyp.-

Gank-Liqu.-Psandbriese.......

6/»% ehem. 4/i% Rheinische

80,5

81,5

*

80,25

82,25

Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse.....

6% ehem. 8% Pr. LandeSpsand-

85,5

87,25

briesanslalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand-

80,25

81,5

80

81.5

briesanslalt, Psandbriese R. 10

80,5

81,75

80,5

81,5

Eieuergutsch. BerrecknunaskurS.

86,7

86,7

86.7

86,7

4% Oeslerrelchische Goldrenie...

10,75

10,75

11

4,20% Oeslerrelchische SUberrenle

4% Ungarische Goldrente .......

0,65

0,65

0,65

0,65

4

4,4

4,4

4% Ungarische Slaalsrenle v. 1910

5

5,13

5

»,2

4/,% desgl. von 1913..........

4,4

4,4

4,4

4,3

6% abgelt. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

>,75

5,5

5,8

5,9

5,75

5,15

5,05

5

Serie I.....................

4,85

5

4,95

Frankfurt a.M.

Berlin

Schluß« furd

Gchlußt. Abcnd- börst

Schluß» furd

Schlußk. Mittag« börse

Datum

21.9.

22-9.

21-9.

22.9.

4% desgl. Serie II ...........

5.1

5,05

5,13

5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903

2,75

2,9

4/i%Rumän.vereinh.Rentcv.i913

4,25

4,5

4,7

4,5

4% Rumänische vereinh. Rente

2,5

24,9

2,5

24.9

2,4

2,5

2%% Anatolier .............

25

Hamburg-Amerika-Pakel .....

0

11,4

11

11

10,65

Hamburg-Südam. Dampfschiff.

0

23,75

23

Hanfa-Dampsschifs...........

0

18,25

19,25

Norddeutscher Lloyd .........

0

12,25

12

12,13

11,75

A.G. für Verkehrswesen Akt. ..

0

42,25

40

41

39,25

Berliner Handelsgesellschasl ...

4

84,25

Commerz, und Prioal-Bank ...

O

46

46

-

46

Deutsche Bank und Disconto-

Gesellschaft................

O

47

47

-

47

Dresdner Bank......... ....

0

39,5

39

39

Reichsbank ................

12

139,75

138

140,65

138,75

A.E.G......................

O

18,65

17,5

18 25

17,9

Bekula.....................

0

110

110

110

110,13

Elektr. Lieserungsgekellschast...

e

68.5

71

68

Licht und Krafl ............

6

89.5

89

90

89

Fellen & Guilleaume.........

Gesellfch.s.Elektr.Unternehmung

C

41

39

41

39

6

71,5

71,25

71,5

70,25

Rheinische Elektrizität ........

b

Schuckert & (So...............

6

93,5

88,75

92,5

88,5

Siemens L Halske............

7

142

139,75

142,25

137,5

Lahmeyer LTo.............

10

113,5

112

Buderus ...................

O

65

62

64 5

62,25

Deutsche Erdöl..............

i

97,5

95

96.5

95

Gelsenkirchener..............

(

48

46,5

47 5

46,5

Harpener..................

(

84,5

82

83,75

82,5

Voesch EisenKöln-Neuesseu ..

(

53,5

52,65

ylfe Bergbau ...............

(

133,5

-

133

128

Ilse Bergbau Genüsse........

6

95,5

95

95

95,13

Klöcknerwerke ...............

(

53

52

53,13

51,25

Mannesmann-Röhren........

O

54

51,75

53

50,75

____d

Iranlsurl a. M.

Berlin

Schluß« furd

Schlußk. Abend- börse

Schluß« furd

Schlußk. Mlnag- börse

Datum

21.9.

22.9.

21.9.

22.9.

Mansselder Bergbau.......

.. O

23,5

22

23,5

22

Kokswerke ................

.. O

T*

65

64,75

Phönix Bergbau...........

.. O

32

31,75

32,25

31

Rheinische Braunkohlen ....

10

173

172

173

171,75

Ryeinstahl................

.. 0

73,25

70,65

73

71

Nereinigle Stahlwerke......

.. 0

31,5

31,25

31,65

30,5

Ölavi Minen .............

.. 0

11

11

11.5

11,75

Kaliwerke Aschersleben......

.. 6

113,5

112,5

114

112

^olifnprfc regeln ..

6

113.5

113

113,5

112

Kaliwerke Salzdetfurth.....

7%

' 156

154

155

154

.. 7

117,5

115

117,5

115,13

ScheideanstaU.............

.. 9

171,5

170,25

.. O

40

40

40,5

40

48,5

47,25

49

46,5

Melallgesellschaft...........

.. 0

53

52,75

52,65

53,65

.. 0

53,5

53

54

53

......... *

Zementwerk Heidelberg ......O

69i5

71

.. 0

Schultheis Patzenhoser.....

.. 0

91

91

Aku (Allgemeine Kunstseide)

.. 0

28,25

27,5

28

26,5

.. c

42,5

40,5

42,75

40

Zellstoss Waldhof ..........

.. 0

33

33

33

32,5

Zellstoff Aschaffenburg .....

.. 0

20

20

19

Dessauer Gar .............

.. 7

97

95,5

Daimler Motoren..........

.. c

25

24,25

24,75

24,13

Deutsche Linoleum.........

.. c

38

37

36,65

37,75

Orenstein L Koppel ........

.. c

27,5

27

Leonhard Tietz ............

.. 0

10,25

10,5

10,5

10,5

Chade ....................

..k

150

150

146,5

Acru mulatoren-Fabrik......

.. 0

179,5

178

178,5

Lonti-Gumml.............

.. 0

130

129

129,75

129

©rftpie:....................O| -I 17,51 -I -

Moinkrastwerke Höchst 4 65I

Süddeutscher Lucker...... «I 157 | 1571 157 I 157

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a.M.

21-September

22-September

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Br!e>

Geld

| Brie

HelsingforS..

5,744

5,756

5,734

5,746

Wien.......

47,95

48,05

47,95

48,05

Prag.......

12,38

12,40

12,39

12,41

Budapest ...

Sofia......

3,047

3,053

3,047

3,053

Holland ....

169,38

169,72

169,33

169,67

OSIo.......

65,43

65,57

65,18

65,32

Kopenhagen.

58,19

58,3

57.94

58,06

Stockholm...

67,13

67,27

66,88

67.02

London .....

13,02

13,06

12,97

13.01

Buenos Aires

0,963

0,967

0,963

0,967

Neuyork....

2,737

2,743

2,712

2,718

Brüssel.....

58,47

58,59

58,49

58,61

Italien.....

22,03

22,07

22,07

22,11

Paris......

16,41

16,4

16,41

16,45

Schweiz ....

81,22

81,38

81.22

81,38

Spanten....

35,11

35,19

35,11

35,19

Danzig.....

81.57

81,7

81,57

81,73

Japan......

0,764

0,766

0.759

0,761

Rio de Jan.

0,234

0,236

0,233

0,235

Jugoslawien.

5,295

5,305

5,295

5,305

Lissabon....

12,68

12,70

12,68

12,70

Banknoten

Berlin, 22-Gepiember

Selb

Brief

Amerikanische Noten.......

2,665

2,685

Belgische Noten...........

58,33

58,57

Dänische Noten ..........

57,68

57,92

Englische Noten ..........

12,93

12,99

Französische Noten........

16,37

16,43

Holländische Noten........

168,91

169, .9

Italienische Noten.........

21,95

22,03

Norwegische Noten .......

65,02

65,28

Deutsch Oesterreich, t 1OO Schilling

Rumänische Noten........

Schwedische Noten........

66,72

66,98

Schweizer Noten..........

81,04

81,36

Spanische Note»..........

Ungarische Note».........

34,98

33,12