Ausgabe 
23.9.1933 Erstes Blatt
 
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ein»

von

das Kind ein.

Die Verantwortun

Steuerfreiheit für einmalig« Zuwendungen an Arbeitnehmer

Er sei Bewahrer und Treuhänder kostbarster Güler der deutschen Nation.

Lehrerbildung im naiionalsoziaMschen Staat

Versammlung des NS-Lehrerbundes im Kreise Gießen.

gsfreudtgkeit for» dere die ganze Persönlichkeit. Demgegenüber, wie auch dem Führertum gegenüber bedeute die Unter­ordnung nicht Kadavergehorsam, sondern Willensschu- lung. Unterordnung bedeute heute Dienst. Der Leh­rer sei Vermittler elementarster Kenntnisse. Elemen­tare Technik dürfe deshalb nicht gering geachtet werden. Er habe vieles zu geben.

setzes, auch dann nicht, wenn es sich um malige Lei st ungen handelt, die neben dem laufenden Lohn oder an Stelle des laufenden Loh­nes gewährt werden. War die einmalige Zahlung vereinbart, dann besteht keine Steuerfreiheit. Die Voraussetzungen des Gesetzes sind beispielsweise nicht g egeben, wenn Weihnachtsgratifi­kationen oder dergl. gewährt werden, die v e r - trag! ich zugesichert sind. Die Steuerfreiheit für einmalige Zuwendungen über den Betrag des vereinbarten Arbeitslohnes hinaus kommt Arbeit- nehmern zugute, deren vereinbarter Arbeitslohn nicht mehr als 3600 Mark jährlich (300 Mark monatlich, 72 Mark wöchentlich oder 12 Mark täg-

1. Den Namen ober die Firma der ausgebenden Stelle, als die der Arbeitgeber in Betracht kommt,

2. die Anschrift des Arbeitnehmers, dem die Zu­wendung zugedacht ist,

3. die eigenhändige Namenszeichnung des Emp- fangsberechtigten, als welcher der Arbeiter oder Angestellte gilt, dessen Ansckrift im Bedarfs­deckungsschein durch den Arbeitgeber eingetra­gen worden ist.

Die Bedarfsdeckungsscheine werden in der Weise verwendet, daß sie der Verkaufsstelle, bei der Ge­genstände gegen Bedarfsdeckungsscheine gekauft werden, in Zahlung gegeben werden. Die Ver­kaufsstelle hat von dem einzelnen Bedarfsdeckungs­schein so viele Markabschnitte abzutrennen, als dem Verkaufspreis der Waren entspricht, und den Bedarssdeckungsschein mit den verbliebenen Mark­abschnitten an den Käufer zurückzugeben.

Eine Vareinlösung der INarkabschnitte durch Verkaufsstellen ist verboten.

Die Verkaufsstelle hat die in Zahlung genomme­

ne) beträgt.

Die Zuwendungen müssen in Form von Vedarfs- deckungsscheinen gewahrt werden. Der Arbeit­geber muh diese Vedarfvdeckungsscheine bei dem für die Besteuerung nach dem Umsatz zuständigen Finanzamt käuflich erwerben.

Die Dedarfdeckungsscheine lauten auf je 25 Mark. Es müssen also die Zuwendungen einen Wert von mindestens 25 Mark oder den Wert des Mehr- fachen von 25 Mark haben. Da das Finanzamt die Bedarfdeckungsscheine nicht vorrätig hält, muß der Arbeitgeber sie schriftlich oder mündlich mindestens eine Woche vor dem Tage, an dem er sie an seine Arbeitnehmer verteilen will, bei dem Finanzamt anfordern. Die Aushändigung der Bedarfdeckungs­scheine erfolgt erst nach Zahlung des Gegenwertes. Jeder Bedarfdeckungsschein ist mit 25 Markabschnit­ten versehen.

Die Vedarssdeckungsscheine berechtigen nur zum Erwerb von Kleidung, Wäsche und Hausgerät, und zwar in Verkaufsstellen, die zur Entgegen­nahme von Bedarfsdeckungsscheinen zugelassen sind.

Unter Hausgerät sind Gegenstände zu verstehen, die zur Einrichtung eines Heims erforderlich sind. Von der Verwendung des einzelnen Bedarfdeckungs­scheines muß der darin vom Arbeitgeber ange­gebene Empangsberechtigte an der dafür vorgesehe­nen Stelle seine Namenszeichnung bewir­ken. Die Verkaufsstellen dürfen nur solche Bedarfs­deckungsscheine entgegennehmen, die enthalten:

Ich war zu schwach, um $u widersprechen. So früh am Morgen und auf nüchternen Magen war ich hilflos wie ein kleines Kind. Ich wandte ein, daß die Sachen alt feien, aber er lächelte nur über diesen schwächlichen Einwand und zimmerte mit Taschenspielergeschwindigkeit mehrere Lattenkäfige zusammen und sperrte die armen Möbel hinein. Sie sahen traurig aus ihren Gefängnissen heraus, aber ich konnte ihnen nicht helfen. Herr Plaukstinat wollte sie verschalen, und so wurden sie eben ver­schalt.

Endlich kam der sympathische Neffe die Treppe herauf. Ich atmete auf, ich fühlte mich wie ein bedrängtes Heer, dem Verstärkung naht. Aber ich hatte mich geirrt. Der Neffe duckte seine baumlange Gestalt geduldig unter das Joch des cholerischen Onkels und lag bäuchlings am Boden, um Gurte unter den Käfigen durchzuziehen, bald hockte er oben auf den Lattenverschlägen wie ein Affe. Er rannte, klopfte, hämmerte im Verein mit dem tobsüchtigen Onkel. Ich hatte jetzt zwei Feinde.

Endlich schien alles zu Herrn Plaukstinat-> Zu- friedenheit erledigt zu sein. Meine ganze schone Packerei war um und um gedreht. Ich füllte lang­sam, wie der Ingrimm in mir wuchs, denn ich war nicht ohne Grund stolz auf meine Fähigkeit, zu packen, ich genieße sogar in Freundeskreisen eine gewisse Berühmtheit dafür.

Ich wollte gerade etwas Diesbezügliches sagen, als sich Herr Plaukstinat meine riesige, vollgepackte Eichentruhe auf den Rücken schwenkte und mit ihr davontrabte. Es sah aus, wie wenn eine Ameise mit einem Hirschkäfer in den Fängen abzieht.

Ich riß vor Erstaunen den Mund auf, dann wollte ich Einspruch erheben, aber der Neffe sah mich warnend an. Als Herr Plaukstinat außer Hör­weite war, sagte er:Lassen Sie man, er muß sich austoben, wenn er wieder raufkommt, ist er sanft wie ein Lamm." , .. ,

Ich stand stumm und wartete auf bte Rückkehr von Herrn Plaukstinat. Er kam lange nicht.Jetzt is er eenen heben gegangen", belehrte mich der Neffe,das is ein gutes Zeichen."

Ist Ihr Onkel immer so?" fragte ich anteil- "^Onkel' ist ein Gemütsmensch", sagte der Neffe, aber kleene Leute sind so kribblig. Mein Groß- oater sagte immer, der Aerger steigt von den Füßen in den Kopf und bei kleinen Leuten ist der Weg bis dahin nicht weit."

Nach und nach füllte sich der Platz rund um den Möbelwagen mit meinen Besitztümern, die so lange schamhaft im hausinnern verborgen gewesen wa­ren. Alle Leute, die vorbeigingen, warfen ab­schätzende Blicke auf meine Sachen. Es war eine hübsche Variation des Prangers, ich fühlte mich sehr geniert.

nen Markabschnitte ht eine Sammelkarke einzukke- ben und jeden Abschnitt durch Eintragung des Ta­ges, an dem die Abtrennung erfolgt, zu entwerten. Nur zugelassene Verkaufsstellen dürfen die Mark- abschnitte von den Bedarfsdeckungsscheinen abtren­nen. Die Verwendung und Entgegennahme loser, vom Bedarfdeckungsschein bereits abgetrennter Markabschnitte ist verboten. Die gefüllten Sammel- karten werden der Verkaufsstelle durch die Kasse desjenigen Finanzamtes eingelöst, das für die Um­satzbesteuerung der Verkaufsstelle zuständig ist. Für verlorengegangene Bedarfdeckungsscheine wird Er­satz nicht gewährt.

Verkaufsstellen, die bereit sind, Blarkabschnitte von Vedarssdeckungsscheinen anzunehmen, haben dies der Gemeindebehörde anzuzeigen. Diese be­stimmt, welche Verkaufsstellen zugelaffen werden.

Die gugelaffenen Verkaufsstellen haben durch Aus­hang oder Anschlag an leicht sichtbarer Stelle ihre Zulassung kenntlich zu machen. Aushänge oder An­schläge werden von der Gemeindebehörde ausge­geben.

Nach § 2 des Gesetzes über Steuererleichterungen vom 15.Juli 1933 sind einmalige Zuwen- düngen, die ein Arbeitgeber feinen Arbeitneh­mern über den Betrag des vereinbarten Arbeits­lohnes hinaus in Form von Bedarfdeckungs- scheinen in der Zeit vom 1. August 1933 bis 31. Dezember 1933 gewährt, nicht als E i n ü n f t e im Sinne des Einkommensteuergesetzes und auch nicht als Schenkung im Sinne des Erbschafts­steuergesetzes anzusehen. Voraussetzung ist jedoch, daß der vereinbarte Arbeitslohn des Arbeitnehmers nicht mehr als 3 600 Mark jährlich beträgt.

Zu dieser gesetzlichen Bestimmung sind vom Reichsfinanzmini st erium besondere Er­läuterungen herausgegeben worden. Nach diesen Erläuterungen sind derartige Zuwendungen folgenden Steuern frei:

dem Feste, Ne als ernste Angelegenheiten des Volks- ganzen artmäßig eigenes Leben darstellen.

Am stärksten und ernstesten wird in unsere Ar­beit unter dem neuen Begriff von Kultur und Politik auch die Pflege des religiösen Se­hens mit einbezogen werden müssen. Hier liegt die tiefste und heiligste Quelle des deutschen Volkes. Das Werk der religiösen Neugestaltung, wie wir es jetzt bei unseren evangelischen Kirchen sehen, ist noch nicht abgeschlossen, sondern man hat erst den Rah­men geschaffen, in dem sich die wunderbare deutsche Religion entfalten soll mit dem Ziel, eine nor­disch-deutsche Religion zu werden, wie sie sein soll. Leider befinden sich auch unter den Sän­gern viele, die über den Begriff und den Sinn der Religion überhaupt nicht im klaren sind. Allgemein muß hier der Glaube an den deutschen Gott wieder deutlicher zutage treten. Dazu kann uns die d e u t s ch e M ui i k am stärksten hinführen, denn die deutsche Musik ist Religion. In den Werken von Bach, Beethoven, Mozart, Händel und anderen ist die deutsche Religion enthalten. Die hohe Ausgabe des Gesanges ist es nun, der deutschen Religion durch die deutsche Musik die Wege zu bereiten, indem man sie aus dem profanen Bezirk des Konzertlebens - herausnimmt, und wieder in die geheiligten Bezirke des deutschen Musik erlebens bringt.

Wir müssen uns auch, wenn wir des neuen Deut­schen Reiches würdig werden wollen, darüber klar sein, was uns als Deutschen fremd und feindlich ist. i Zwar sind die Feinde zerstoben unter der Wucht der nationalen deutschen Erhebung, aber die . Begriffe dieses Feindes sind noch in uns. |

Das reine Christentum Im nordischen Sinne konnte bisher nicht verwirklicht werden, weil es noch nicht genügend seines orientalischen Beiwerks entkleidet ist. Der jüdische Geist steht dem nordischen Geist fremd gegenüber. Nur wenn es dem deutschen Volke gelingt, die F r e m d h e r r s ch a f t z u ü b e r w i n - d e n, dann wird gegen jenes fremde Gift ein wirk- fernes Gegengift in uns mobilisiert fein, von dem die Fremden hofften, daß es nicht wirksam im deutschen Volke werden könne. ,

Auch das Mannesturn, das soldatische W e - sen darf von uns als Sänger nicht vergessen wer- den. Der deutsche Sänger hat durch feine Lieder immer für alles Soldatische gewirkt. Hier erwächst uns für die Zukunft eine weitere Aufgabe. Nach 15 Jahren der Verachtung und Unterdrückung aller nationalen Kräfte, in denen alles Soldatische von den früheren Machthabern in den Staub getreten wurde, ist nunmehr die soldatische Ehre, die verständnisvolle Wertschätzungun ddasBe- dürfnis nach deutscher Wehrhoheit un­abweisbares Gemeingut der erdrückenden Mehrheit des deutschen Volkes geworden. Unser Weg als deut­scher Sänger ist dabei unverkennbar: m i t d e r er­wachten deutschen Nation zu marschie- r e n und s i e durch wahrhaft deutsche Lieder zu guten Erfolgen mitzufüh- re'n. Dabei können und müssen wir den Glauben haben, daß die deutsche Wehrhoheit sich wie auf Adlerflügeln wieder erhebt, nichtzum Angriff gegen andere Völker, wohl aber zur Ver - teidigungunsererheiligstendeutschen Güter!

Herr Plaukstinat kam endlich, mild und ausge­glichen. (£r war von dem Beweis seiner Kraft, den er gegeben hatte, geradezu durchsonnt. Er sprach: Mein Großvater pflegte zu sagen: »Klein aber oho!'" Dazu bewegte er seine Muskeln.

Er fing an mir Schmeicheleien über meine Woh­nung zu sagen, die mich nicht mehr interessierte, da ich sie ja schnöde verließ. Mir kam dabei die nicht unberechtigte Vorstellung, daß ich ein Esel sei, weil ich aus einer so schönen Wohnung auszog. Und mein Großvater, der nicht gegen die Plaukstina^ schen Großväter zurückstehen wollte, pflegte doch immer zu sagen, daß dreimal Umziehen so gut sei wie einmal Abbrennen.

Zeitschriften.

Der Deutsche Student". Die amtliche Zeitschrift der Deutschen Studentenschaft. Einzel- Heft 60 Pf., vierteljährlich 1,80 Mark. Die^eit- schriftDer Student",Deutsche Akademische Rund- schau" undStudentenwerk" sind zusammengelegt worden und erscheinen von nun ab monatlich im Verlage Wilh. Gottl. Korn in Breslau. Durch die Mitarbeit geistig und politisch führender Professoren sowie der bedeutendsten Kräfte der jungen studen­tischen Generation wird diese Zeitschrift weit über den studentischen Rahmen hinausgehoben. Das Wesentliche an ihr ist die politische Zielsetzung.Der Deutsche Student" wird damit zu der führenden nationalsozialistischen Zeitschrift für den geistig ak­tiven Teil der deutschen Jugend. Das vorliegende erste Heft gibt der kommenden Arbeit das Gesicht. Was in den drei Aufsätzen von Baeumler (Der politische Student"), Holfelder (Die politische Uni­versität und die Wissenschaft") und Neumann (Das politische Rektorat") gesagt wird, greift auf den drei Ebenen des Menschlichen, des Wissenschaftlichen und des Institutionellen am entscheidensten die Frage der Hocyschulreform auf. Die Beiträge von Schickert (Sinn und Unsinn auf dem Wege zur politischen Universität"), Krüger (Die Verpflichtung der Stu­dentenschaft zum Sozialismus") und Feickert (Die studentische Arbeitsdienstgeneration") zeigen klar den radikalen Durchbruch einer Gesinnungswende unter den deutschen Studenten.

Die Lehrer des Kreises Gießen waren gestern nachmittag zu einer Versammlung des NS. - Leh - rerbunbes im Kreise Gießen im Cas6 Leib versammelt. Die stark besuchte Versammlung wurde in feierlicher Weise durch die Einbringung der Fahne des NS.-Lehrerbundes eingeleitet. Das neugegründete Orchester unter Leitung von Musik- lehrer N e b ei i n g spielte den Torgauer Marsch. Der ebenfalls erst vor kurzem ins Leben gerufene Chor fang unter Leitung von Lehrer Dietrich- Gießen das FahnenliedHakenkreuz und Schwarz- weißrot" nach einer Vertonung von Willy von Moellendorf (früher Mufiklehrer in Gießen, jetzt in Stettin) und das schöne VolksliedIn einem kühlen Grunde".

Der Obmann des NS.-Lehrerbundes im Kreise Gießen, Kreisschulrat Dr. Henß, begrüßte sodann die Teilnehmer, besonders den Redner, Professor Dr. V o l k e l t - Leipzig. In seinen Mitteilungen gab der Versammlunasleiter bekannt, daß erwartet werde, daß sich die Lehrerschaft am Gauparteitag in Frankfurt recht rege beteilige. In herzlichen Worten gedachte er dann auch des auf so traaische Weise ums Leben gekommenen Kollegen Studien­rat Dr. Schraub. Sodann sprach

pg. Professor Or. Volkeli'Leipzig überDie neue Lehrerbildun g". Er führte u. a. aus: Von einem Volksschullehrer verlange man Wissen, Können, rechte Haltung und Verant­wortungsfreudigkeit. Diese Eigenschaften bedeuten den Führer-Lehrer. Der Lehrer solle aber nicht alles wissen, wohl aber müsse er das Wesentliche gründlich wissen. Sein begrenztes, aber gediegenes Wissen müsse organischer Art sein. Er bedürfe außerdem einer gründlichen Kenntnis der seelischen Tatsachen des Kindes. Zum Wissen und Kennen müsse dasKönnen" hinzutreten. Er müsse die notwendigen Fachtechniken beherrschen. DomKön­nen" her sei das Kind leichter zu erziehen. Die Haltung des Lehrers sei dem Primat des Könnens eng verwandt. Wenn sich Einheit von Seele und Lew in der Haltung ausdrücke, so erfühle das das Kind sehr bald. So wie die äußere Haltung eines Menschen auf sein eigenes Innenleben wirke, so wirke die äußere Haltung des Lehrers auch auf

Kleiner Mann zieht um.

Don Mars Stahl.

Als ich mich für meine Siebenfachen nach einem Spediteur umfah, lockte mich bei einem außer der Billigkeit der Name Plaukstinat. Dieser Name wirkte durchaus vertrauenerweckend, kein bißchen leichtfertig, außerdem erfah ich daraus, daß er ein Landsmann von mir war.

Mein von Zweifeln und Furcht geängstigtes Ge­müt setzte alle Hoffnungen auf diesen zuverlässigen Namen. Ich hatte mich nicht getäuscht. Früh mor­gens punkt acht klingelte Herr Plaukstinat stürmisch und begehrte Einlaß. Als ich die Tür öffnete, er­schrak ich heftig. Herr Plaukstinat war nicht viel größer, als drei übereinandergesetzte Edamer Käse. Ich dachte mit Unruhe an die sieben schweren Bü­cherkisten und die kaum vom Fleck zu rührende Eichentruhe.

Herr Plaukstinat schien diese Ueberraschung ge­wohnt zu sein. Er ignorierte sie als Weltmann und musterte streng meine Habseligkeiten, die wenig dekorativ im Zimmer verstreut herumstanden. Schriftsteller, wa?" fragte er nach einem Blick auf die Schreibmaschine, auf die Manuskriptansamn^- lung, bte in Koffern herumlagen und auf die offe­nen Bücherkisten.

Ich nickte beklommen.

Schad' nischt!" begütigte er,nick jeder isn Krösus. Muß auch andere Leute geben. Hopp!" Das letzte Wort bezog sich auf seinen Famulus, der eben die Treppe heraufkeuchte.Mein Neffe", stellte er vor und gab ihm einen freundschaftlichen Puff in die Rippen. Der Neffe war vertrauenerweckend lang und schlaksig, mit Händen wie Kommißbrote.

Ich atmete auf. Dieser junge Mann war mir durchaus sympathisch.

Aber Herr Plaukstinat", fagte ich jetzt in bester Laune,Sie sprechen ja gar nicht ostpreußisch. Sie sind wohl schon lange in Berlin?"

Wir sind sozusagen Eingeborene", sagte Herr Plaukstinat,mein Großvater war schon Berliner, wir sind Ureinwohner, wir Plaukstinats."

Dann brach er plötzlich alle Vertraulichkeiten kurz ab und fragte drohend:Is noch was auf dem Boden?" Ich bejahte schüchtern.

Natürlich", sagte er ärgerlich,und im Keller?

Im Keller auch", flüsterte ich.

Herr Plaukstinat wurde noch ärgerlicher.3m- mer nehmen die Leute zu kleene Wohnungen und nachher schleppen sie alles aufn Boden ober mn Aeller "

Ich entschuldigte mich, fo gut td) tonnte,M1 ich wußte, daß es hier natürlich keine Entschuldi­gung gab. Mir hatte ia nicht umsonst vor dem Umzug gegraut. Ich zeigte Herrn Plaukstinat mit

der Hand, wie wenig hoch die Treppen seien, fast gar nicht vorhanden, die Sachen waren so gut zu holen, sie standen, wenn man es sich genau über­legte, wie hier im Zimmer. Und in ben Keller zu gehen, war ein wahres Vergnügen. Er war hell, geräumig, elektrisch beleuchtet, nur war leiber die Kellertür vorher auszuheben, weil sonst die Sachen nicht durchgingen.

Herr Plaukstinat ergriff eine Axt und stürmte in den Keller. Ich folgte ihm auf dem Fuße. Alle Ein­wohner sahen mit aufgerissenen Augen, wie wir hintereinander die Treppen hinunterstürmten. Aber es beruhigte sie offenbar, baß der Verfolgte die Axt trug und nicht der Verfolger.

Herr Plaukstinat fing an, mit dem Rücken der Axt gegen die unschuldige Tür zu hämmern, daß das Haus in den Grundfesten dröhnte. Ick beschwor ihn, wenigstens nur etwas sanfter zuzuyauen, die Leute im Haus würden sich sonst ganz bestimmt beschweren.

Das schien seine Wut nur noch mehr zu ent­fachen. Er hämmerte jetzt mit Donnergetöse. Ich konnte nichts machen, ich mußte Herrn Plaukstinat rasen lassen.

Endlich brach die Tür zusammen. Wir schleppten die kläglichen Trümmer beiseite und machten uns an das Herausschaffen der Kisten. Der sympathische Neffe mußte unsere Spur verloren haben, denn er ließ sich nicht blicken.

Nee, wie die Leute packen", sagte Herr Plauk­stinat,teenen Funken Verstand haben die im Kopp." Jede Kiste, die herauskam, bemäkelte er und schlug ihr ohne Erbarmen mehrere zehnzöllige Nägel ins Eingeweide. Ich bat und jammerte umsonst, Herr Plaukstinat übte keine Gnade. Auch meine Versicherung, daß alles Porzellan in den Kisten jetzt sicher nur noch Mehlstaub sei, besänftigte ihn nicht.

Endlich war die letzte draußen. Ich fragte, um ihn abzulenken, ob er vielleicht frühstücken wollte. Aber ganz im Gegensatz zu allen Ziehleuten wollte Herr Plaukstinat nicht frühstücken, er wollte wei­ter gegen Türen bullern und unschuldigen Kisten Nägel ins Herz jagen.

Jetzt kommt der Boden", sagte er kriegerisch und rannte mit der Art in der Hand die Treppe wie­der hinauf. Er lief ohne anzuhalten alle vier Trep- pen in einem Zug bis oben auf den Boden. Ich japste hinterher und rang minutenlang nach Atem.

Diese meine Unpäßlichkeit benutzte Herr Plauk­stinat, um ein neues Blutbad unter den Kisten anzurichten. Auch fand er auf einmal, daß alle Möbel verschalt werden müßten. Ehe ich etwas er­widern konnte, war er die Treppe schon wieder herab. Ich sah ihn auf seinem Wagen wie einen Berserker herumwirtschaften, und er kehrte trium­phierend mit einem Arm voller Latten zurück.

Oochschulnachnchlen.

Auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wurden in den Ruhestand ver­setzt: an der Universität Berlin Professor Dr. Arthur Nußbaum (Bürgerliches und Handels- recht), an der Universität Hamburg Professor Dr. Albrecht Mendelssohn-Bartholdy (Zivil­prozeßrecht) und Professor Dr. Heinrich Poll (Ana­tomie).

1. Einkommensteuer (Lohnsteuer);

2. Abgabe zur Arbeitslosenhilfe;

3. Ehestandshilfe der Ledigen;

4. Schenkungssteuer.

Die einmaligen Zuwendungen im Sinne des Ge­setzes scheiden auch als Semeffungsgrunblage für die Erhebung der Bürgersteuer und für die Er­hebung von Kirchensteuer, soweit sich solche nach der Einkommensteuer bemißt, aus.

Der Begriff der einmaligen Zuwendung erfor­dert nicht unbedingt, daß eine Zuwendung in der Zeit vom 1. August bis 31. Dezember 1933 nur einmal erfolgt. Die Einmaligkeit wird nicht dadurch ausgefchlosfen, daß aus besonderen An­lässen in der vorgenannten Zeit wiederholt Zuwendungen an die Arbeiter gemacht werden, wenn die Umstände erkennen lassen, daß eine Wiederholung nicht von vornherein beabsichtigt gewesen ist. z. B. eine Zuwendung aus Anlaß eines Geschäftsjubiläums und dann eine Zuwen­dung zu Weihnachten.

Die Zuwendungen müssen über ben verein- barten Arbeitslohn hinaus gewährt wer­ben. Jegliche Zahlungen, bie auf Grunb bes Ar- beitsDertrages gemacht werben unb somitverein­barter Arbeitslohn" im Sinne bes Gesetzes finb, fallen nicht unter bie Befreiungsvorschrift bes Ge-

Neben bem häuslichen Erzieher sei er der wesent­lichste Bildner der kindlichen Seele. Ihm sei große Macht an die Hand gegeben. Er müsse deshalb auch für wachsende und werdende Dinge der Kultur im Volke ein offenes Auge haben. Deshalb müsse der Lehrer sein Rüstzeug an heften 3 nstitu - ten erhalten. Wichtig sei, daß all fein Rüst­zeug auf Gott, auf das Höchste ausgerichtet sei. Er

" e aus Liebe zu heiligem Zorn fähia sein. Er e bie harte Humanität bes Führers Aböls Hitler oer tehen, jene Humanität, bie für bie Gemeinschaft sozial benke unb nicht für ben Einzelnen. Der Füh­rer forbere bie Gestaltung des Menschen in unge­mischten Ibealen. Der Lehrer-Bilbner müsse auch zu jener harten Humanität geführt werben.

Hier erstehe nun bie Frage: W o bilbet man solche Führer? Man unterscheide bei der Be­antwortung bieser Frage bie Lern-, bie Arbeits- unb bie nationalsozialistische Erziehungsschul«. ßern- unb Arbeitsschule müßten ihr Bestes ber Er­ziehungsschule überlassen. Das Seminar als Lernschule habe gebiegenes Wissen, gebiegene Technik, Sitte, Zucht unb eine geschlossene, wenn auch nicht vertiefte Bilbung vermittelt.

Das Seminar habe aber verfrühte Berufs- entscheibung bedeutet.

Der Bildungsgang sei mehr ein systematisches Auf­nehmen von Wissen gewesen. Die Erziehung zur Persönlichkeit habe darunter leiden müssen. Im Seminar habe man nur gelernt, um zu lehren. Höchste Werte habe man sich nur angeeignet, aber nicht ein geeignet. '

Nach der Revolution von 1918 habe sich das Er- ziehertum von bem Gebauten ber Lehrerbilbung an ber Universität abbränaen lassen unb zwar nach den pädagogischen Akademien hin. Da­mit sei auch die Politik vor die Tür gewiesen wor- ben. Heute sei bie Universität aber eine politische Hochschule, in ber es bas höchstgeformte Wollen ür bie Blüte ber Nation zu vertreten gelte. Die läbagogischen Akabemien seien bemgegenüber be- timmt gewesen von einem Experimentieren uni )ie Päbagogie. Sie seien Brutstätten liberalistischen Geistes geworben. , , , .

Die britte Form ber Lehrerbilbung sei in per engen Anglieberung ber Lehrerbll - bung an bie Universität zu sehen. Das päbagogische Institut sei mit ber Universität zu oerbinben. In seinen weiteren Ausführungen ging ber Rebner in ber Hauptsache von ben Verhält­nissen an ber Universität Leipzig aus. Der Lehrer- ftubent sei bort zu bestimmten Zeiten Vollstubent. Ihm sei ein Wahlfach gestattet, das die Möglichkeit gebe, Spezialisten sich entwickeln zu lassen, die später in breitem Kresse ber Schulen einer ganzen 1 Umgebung fruchtbringend) wirken könnten. Mit ben