Ausgabe 
23.3.1933 Frühausgabe
 
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Aus der provinzialhaupistadt

Heist -er Winternothilfe!

Die Landhilfe

Arbeitspause bei Dänninger am Nationalfeiertag. Die Firma CBänninger G. m. b. H. in Gießen hat an dem vorgestrigen nationalen Feiertag während der Feiert.chleiten hx Potsdam in ihrem Werk eine Arbeitspause von 11.30 bis 13 Uhr für die Arbeiter eintreten lassen, die sich im großen Speiseraum versammel­ten, um dort durch Lautsprecher-Liebertragung dem Verlauf der Potsdamer Feier beizuwoh- nen. Die Angestellten hatten eine Dienstpause von 10 bis 14 Uhr, damit sie in ihren Wohnun­gen die Aadioübertragung anhören oder an dem Feldgotlesdienst aus dem Kasernenhof teilnehmen konnten. Die Belegschaft des Werks beträgt ge» genwärtig etwa 300 Personen.

Frühjahrs-Verbandstag der Freiwilligen Feuerwehren im Kreise Gießen.

eine- ungenügend entwickelten KieferS. Warum aber wird die Kautätigkeit gehemmt? Die Ant­wort ist einfach. Das Kind hat Zahnschmerzen. Lind wenn diesen Schmerzen von leiten der El­tern nicht nachzeganzen wird, hilft es sich da­durch. daß es d.e betreffende Pa^ce beim Essen .schont".

Es liegt auf der Hand, dah es eine unan­gebrachte Sparsamkeit ist, die Erhaltung der

Mit weittragenden Geschützen beschossen wir die Festung Paris."

Zum IS. Jahrestag der letzten großen Schlacht int Westen.

Don B. Schroeder.

raum ist großer und die Komposition straffer ge­worden. Als selbständige Veröffentlichung er­scheinen unter dem TitelLieber Gott" zwei Briefe Rainer Maria Rilkes, ein wirklicher und ein erdachter, der Brief des Arbeiters, aus denen die Wandlung des Begriffes Gott in Rilkes Den­ken ersichtlich wird. Die große Vergangenheit der Wartburg wird in den visionären Versen des gleichnamigen Buches von Ernst Bertram wieder lebendig. Mit Anton Coolen macht der Insel-Verlag einen neuen, niederländischen Dich­ter in Deutschland heimisch. Sein RomanKin­der unseres Volkes" ist vol Atmosphäre und Leben. Aus arglosen Beziehungen der Menschen zueinander wächst er in gewitterhafte Spannun­gen und Entladungen hinein. Die Frühjahrsreihe der Insel-Bücherei umfaßt 12 Bände mit neueren Autoren wie Ernst Bertram, Peter Dörfler, Detlev von ßiliencr on, Jack London und Felix Timmermans. Beson­ders bemerkeixswert ist eine Hohschnittfolge von Frans M a s e r e e l, dieGeschichte ohne Worte", in der gleichnishaft die Geschichte der Liebe eines idealen Jünglings zu einer schönen banalen Frau erzählt wird.

Frühjahrsneuigkeiken in Lngelhorns Verlag, Stuttgart

3m Frühjahrsprogramm des Verlages 3. En­gelhorns Rachf. in Stuttgart erscheinen folgende Werke: Otto Wirz:Prophet Müller- Z w o, das neueste Werk des Verfassers von Gewalten eines Toren". Carl H ae nsel: Das war Münchhausen". Der neueste Tatsachenroman des Verfassers vonDer Kampf ums Matterhorn". Cherry K e a r t o n: P a l- l a h'. Ein Tierleben in afrikanischer Wildnis. Von Kearton erschien im vorigen 3ahreDie Insel der 5 Millionen Pinguine". Wolfgang Langewieschc:Das amerikanische Qlbenteue r". Erlebnisse eines deutschen Werk­studenten in LISA.

vor vier Jahren. Der innerliche Zusammenbruch aller Hoffnungen der Entente auf Sieg spiegelt sich in der Tatsache wider, daß die Engländer bereits Pläne zur Verschiffung ihrer Truppen auSar beiten, daß der amerikanische Militärattache geradezu kniefällig um Hilfe gebeten wird, daß dringende Telegramme an Wilson gesandt wer- den, daß die Verzweiflung in Paris damals ganz ungewöhnliche Formen annahm und jedermann am Abend des 24. März davon über­zeugt war, daß in späte st ens fünf Ta­gen die Deutschen in Paris einziehen werden.

Der unbeschreiblich großartige Einbruch in die feindliche Front und der sich daran anschließende, das Menschenmögliche schier überschreitende Vor­marsch, bei dem jeder Meter Landes mit Blut erkämpft werden mußte, ging aber über die Kräfte der heldenmütigen deutschen Infanterie. Auf dem vollkommen zerschossenen Gelände konn­ten weder die schweren Geschütze noch die Muni­tionskolonnen noch die Verpflegungsdepots so schnell nachfolgen, wie der Sieg die Sturm- truppen vortrug. Französische Fliegergeschwader werden eingesetzt und beunruhigen den deutschen Vormarsch, zerstören die Verbindung mit den Etappen. Das Ziel der deutschen Heeresleitung aber ist Amiens, der große Eisenbahnkno­tenpunkt, der die Verbindung zwischen der englischen und der französischen Armee frerftellt Er muß erreicht werden, wenn nicht der riesen­hafte Erfolg der Durchbruchschlacht wieder ver­loren gehen soll. Tagelang schon währt der Vormarsch, tagelang schon haben die Deutschen nicht geruht, und dennoch tobt am 30. März dann der letzte große Kampf um Amiens. Hier hat der englische Brigadegeneral C a v a y eine Armee gesammelt aus Versprengten aller möglichen Regimenter, stellt sich mit dieser viel­leicht denkwürdigsten Armee des Weltkrieges dem Korps G o n t a r d entgegen. Die Deutschen kön­nen im furchtbaren Kampf Mann gegen Mann sich noch einmal siegreich durchsetzen. Dann aber stellen sich ihnen frische Formationen der Ka­nadier und Australier entgegen und halten den deutschen Vormarsch kurz vor Amiens endgültig auf.

Die große Bedeutung diese- Kampfes um Amiens hat auch der Gegner vollkommen richtig erfaßt gehabt. Der Engländer Wright be­richtet darüber:Der Verlust von Amiens hätte den Verlust des Krieges bedeutet..." Gewiß, die Deutschen machten über 90 000 Gefangene. Sie eroberten weit über 1000 Geschütze, und es ist mehr als tragisch zu nennen, daß dieser un­erhörte und siegreiche Einsatz an Begeisterung und Vaterlandsliebe, an Mut und Opferbereit­schaft nicht zu dem Erfolg führen konnte, der schon so greifbar nahe schien...

Grünberg, 22. März. Der Kreisver- band Freiwilliger Feuerwehren im Kreise Gießen hielt am Sonntag im Saale .Zum Hirsch" feinen Frühjahrs-Ver- bandstag ab. Der Vorsitzende, Brandinspettor Wenzel. Gießen, begrüßte die zahlreichen Ab­geordneten der Wehren, insbesondere den Ver­treter des Kreisamts, Regierungsrat Schmidt, Branddirektor Braubach, Gießen, als Ver­treter des Landesverbands Hessen, sowie die Bürgermeister von Grünberg, Birklar und Lollar.

Sodann erstattete der Vorsitzende den Ge­schäftsbericht, dem zu entnehmen war, daß in verwaltungstechnischer und in praktischer Hinsicht für die freiwilligen Feuerwehren das

Möglichste geleistet wurde.

Die Rührigkeit des Ausschusses verdiene alle Anerkennung. Wirtschaflsnot und Arbeitslosigkeit hätten allerdings auch die Feuerwehren vor sehr schwierige Aufgaben gestellt, die aber, dank der Opferfreudigkeit und der zielbewußten Ar­beit der Führer, gelöst werden konnten. Kamerad Wenzel gab dann einen Rückblick auf den Reichs-Feuerwehrtag in Karlsruhe und sprach die Hoffnung aus, daß es in unserem Daterlande bald wieder aufwärtsgehen möge.

Das Andenken des verstorbenen Kameraden, Kreisfeuerwehrinspeltors D i d o r e, wurde in der üblichen Weise geehrt. Regierungsrat Schmidt überbrachte sodann die Grüße des KreiSamts unb erklärte,

das Sreisamt werde den freiwilligen Feuer­wehren im Rahmen des Möglichen nicht

DcrbandStag für 1934 freiwillig übernehmen wollte, von den für spätere Jahre sich meldenden Vereinen durch das Los die Freiwillige Feuer­wehr Leihgestern bestimmt. Der Verbandstag soll in einfachster Weife ausgerichtct werden. Die an­deren Wehren, die sich bereitfanden, den Ver­bandstag für spätere Jahre zu übernehmen, wur­den vorgemerkt.

In der anschließenden Aussprache wurden feuer­wehrtechnische Fragen behandelt. Branddirektor Braubach (Gießen) sprach über Brandur­sachen aus der Praxis der letzten Zeit, Kommandant S ch ä f c r (Lang-Göns) sprach über ein verstecktes Kleinfeuer in der Schule zu Lang-Göns. Cs wurde ferner noch die Frage behandelt, ob bei Neuanschaffungen die Verwendung von Woll- oder Ledergurten vorzu­ziehen fei. Es wurde betont, daß der Ledergurt (sachgemäße Behandlung vorausgesetzt) sich im­mer mehr durchsetze. Nach Erledigung einiger klei­nerer Anfragen fand die Tagung ihren Abschluß.

3m Anschluß an die Tagung besichtigten die Teilnehmer auf Einladung der Grünberger Wehr deren mustergültiges Gerätehaus. Außerdem wurde dieMagirus'-Klcinmotvrspritze vorge­führt, über deren Leistung man sich allgemein befriedigend äußerte. Cs wurde zum Ausdruck gebracht, daß die Stadt Grünberg für den Ernst­fall einen zuverlässigen Schuh in ihrer Feuer­wehr sehen könne.

Kunst und Wissenschaft.

Die Frühjahrs-Neuerscheinungen des Insel-Verlags.

An die Spitze seiner neuesten Veröffentlichun­gen stellt der Jnsel-Derlag die neue Auflage, das 86. bis ICO. Tausend von Goethes Werken in sechs Bänden, des sog. Volks-Goethe, der auf 3900 Seiten aus dem in seiner Fülle un­übersehbar erscheinenden Schaffen Goethes die Werke ganz oder in wesentlichen Teilen wieder- gibt, deren Summe den Dichter und Gelehrten am erschöpfendsten darstellt. Seinen Dier-Mark- Fünfzig-Büchern fügt der Insel-Verlag zwei neue hinzu: Einen Band Deutsche Helden­sagen, herausgegeben von Severin Rüttgers, dem seit Jahrzehnten bewährten Anwalt alten deutschen Sprachgutes. Diese Ausgabe bietet die wesentlichsten deutschen Heldendichtungen in schl chter Erzählung nach den Quellen. Ein wei­terer Band der Volks-AuSgaben des Jnfel-Ver- lages ist die neue Ausgabe der Deutschen Erzähler, einer Sammlung der schönsten Er­zählungen von Achim von Arnim bis Gottfried Keller, die Hugo von Hofmannsthal vor zwanzig Jahren zum erstenmal mit einer unvergleichlichen Einleitung herausgegeben hatte. Eine Reihe von Drei-Mark-Fünfzig-Büchern, die in zwangloser Folge erscheinen soll, eröffnet der Insel-Verlag mit einem seiner schönsten Bücher. Das Leben des Grafen Federigo Confalonieri von Ricarda Huch. Aus dem Risorgimento, der Zeit, da Italien um seine Unabhängigkeit und Einheit kämpfte, hat Ricarda Huch tue Figur dieses lombardischen Empörers herausgehoven und ohne Lieberschwang unb Sentimentalität fein Leben als Sinnbild eines großen Opfers erzählt. Unter dem TitelBriefe vom Jahre 1907 bis zum Ausbruch des Krieges" erscheint die Fort­setzung der Ausgabe von Rainer Maria Ril­kes Briefen. Der Herausgeber hat einen neuen Weg der Bearbeitung eingeschlagen: Der Zeit-

nur ideell, sondern auch materiell beizuskehen bereit fein.

Branddirektor Braubach, Gießen, sprach für den Landesverband Hessen und überreichte im Anschluß daran den Kameraden Otto Micke 1, Lollar, und Kommandant Heinrich Schmidt V., Heuchelheim, das Hessische Ehrenlreuz der Frei­willigen Feuerwehr. Bürgermeister Dr. Mild- n e r sprach für die Stadt Grünberg.

Schriftführer Kamerad Breit her, Gießen, erstattete den Tagungsbericht vom letzten Herbst- verbandstag in Großen-Bufed, dem zu entneh­men war, daß dem Verband 19 Freiwillige Weh­ren mit insgesamt 1949 Mitgliedern angehören. Der Bericht wurde genehmigt.

Den Kassenbericht erstattete Kamerad Heinrich, Lollar. Die Kasse wurde als sehr gut geführt bezeichnet, der Kassenstand ist be- sriedigend. Die Rechnung wurde geprüft, An­stände ergaben sich nicht, so daß dem Rechner Entlastung erteilt werden konnte.

3m Anschluß daran wurden die sahungsgemäß ausfcheidenden Vorstandsmitglieder, die Kame­raden Wenzel, Gießen, und Seifert. Grün­berg. wiedergewählt. Beide dankten für das zum Ausdruck gebrachte Vertrauen. Die übrigen Aus­schußmitglieder wurden mit Stimmzetteln gewählt. Als Schriftführer wurde Kamerad B r e i t h e r, als Rechner Kamerad Heinrich einstimmig wiedergewählt. Die Kameraden Schäfer, Lang- Göns, und Schmidt. Heuchelheim, wurden als Beisitzer gewählt.

Dem Antrag ber Freiwilligen Feuer­wehr Leihgestern, daß

bei Hebungen die Pläne für das vrandobjekl nur den Vertretern ausgchändigt werden, die

Vollmacht besitzen,

wurde zugestimmt. Die Pläne sollen in Zukunft in verschlossenen Umschlägen an die Berechtigten Überreicht werden. Gin Antrag der Wehr von D a u b r i n g e n, der die Verwendung von Feuer­wehrkapellen bei Feuerwehrveranftaltungen be­traf, fand entsprechende Erledigung. Vom Vor­sitzenden wurde auf Anfrage darauf hingewiefen, daß bei Feuerwehrveranftaltungen das Tragen politifcher Abzeichen verboten sei. Die Feuerwehr sei unpolitisch. Ein Antrag der Gießener Freiwilligen Feuerwehr auf Streichung der Ver­bandsbeiträge für unterstützende Mitglieder wurde abgelehnt. Es soll in dieser Hinsicht die Entschei­dung des Provinzialverbandstages im Juli abge­wartet werden. Einem Antrag des Rechners, den Derbandsbeitrag um 5 Pfennig zu senken, wurde zugestimmt. Regierungsrat S ch m i d t unterstützte Den Antrag ebenfalls als Ausgleich für den An­trag Gießen. Er teilte ferner mit, daß

die Besetzung der Stelle des Kreisfeuerwehr­inspektors eine baldige Lösung erfahren werde. Zur Uebernafrmc des Herbstverbands- tages für 1 934 wurde, da feine Wehr den

Wilchzähne zu vernachlässigen. Sie wollen mit Der gleichen Sorgfalt behandelt werden, die der Erwachsene in der Pflege des eigenen Gebisses für eine Selbstverständlichkeit hält. Ueberhaupt sollten es sich die Eltern zur Regel machen, ihr Kind Im 3. oder 4. Lebensjahr einer General- untersuchung zuzuführen, gleichgültig, ob ein Schaden vorhanden ist oder nicht.

3n Der Nacht, in Der die große deutsche Frühjahrsoffensive von Arras bi« St. Quentin einsetzte, in der Nacht vom 21. zum 22. März des Jahres 1918. herrschte über Dem vollkommen zerschossenen Gelände, das den be­zeichnenden NamenNiemandsland" trug, dichter Nebel. Dünner Sprühregen ging nieder, und in den Gräben war eS feucht und fttdig. Durch Feuerüberfälle, scheinbar ernst gemeinte Grafrenkämpse, durch taktisch wohlüberlegte Ein­brüche in die feindliche Front nördlich von Ver­dun, in der Champagne, vornehmlich bei Reims und im alten Kampfgelände an der Somme, hatte die deutsche Heeresleitung die Aufmerksamkeit des Feindes von dem Gebiet zwischen St. Quen­tin und Arras, von dem Gelände bei Cam- brai geflissentlich abgelenkt. Trotzdem war Der Gegner Darüber unterrichtet, Daß die Deutschen zum letzten entscheidenden Schlage ausholen wür­den, und Daß Das Frühjahr 1918 als Termin Dafür feststanD.

In dieser historisch DenftoürDigen Nacht vom 21. zum 22. März setzte um 4.40 Llhr Das mäch­tige Deutsche Artilleriefeuer ein. In den Gräben standen die Sturmkolonnen an den Sturmleitern bereit. Lind als nach eindringlichster Artillerie­vorbereitung die brave deutsche Infanterie durch den dichten Nebel vorstürmte durch das zer­wühlte Land, wurde die erste englische Lxnie leicht überrannt, nach hartem Kampfe auch die zweite genommen, und die Versuche der Eng­länder, unter Einsatz aller Reserven den ge­fährlichen großen Durchbruch Der Deutschen auf­zuhalten, blieben erfolglos angesichts der ele­mentaren Kraft, die diesen deutschen Angriff unentwegt weiter vortrug. Die dritte eng­lische Linie wurde erreicht. Französische Re­gimenter, die hier eingriffen, erlitten dasselbe Schicksal: sie wurden überrannt. Die beglaubigte Meldung des Chefs des französischen linken Flügels liegt vor, daß zwischen der englischen unb der französischen Armee eine Lüde von fünfzehn Kilometern klaffte, in der sich kein Mann befindet. Das Ziel, die englische Ar­mee von der französischen vollkommen zu trennen, AmienS zu erreichen und die linke französische Armee auf Paris zurückzuwerfen, ist greifbar nahe gewesen. Mit Aufbietung größter Energie werden die neuen Riesengeschühe der Firma Krupp nachgebracht, und der deutsche Heeres­bericht vom 24. März meldet:M i t freit- tragenden Geschützen beschossen toir Die Festung Paris."

3m ganzen wurden 27 Schüsse auf Paris ab­gegeben, Deren vornehmlich moralische Wirkung ganz ungeheuer war. Die Pariser verlassen fluchtartig die französische Hauptstadt. Die Tat­sache, Daß Die Deutschen kommen, scheint selbst Den größten Optimisten noch näher gerüdt als

nung Des Helfers, sowie Der Lohnverhältnisse am Beschäftigungsart für männliche Helfer höchstens 25 Mk., für weibliche Helfer höchstens 20 Mk. im Monat betragen Darf. Weiter ist Das Arbeits­amt berechtigt, beim Vorliegen Der nottoenDigen Voraussetzungen die Kosten Der Reise zum Ar­beitsort, der Arbeitsausrüstung unD eines evtl. Transport-Begleiters zu übernehmen.

V. Verpflichtungen Des Vetriebsinhabers.

Der Betriebsiichaber hat sich zu verpflichten. Den Helfer in Die Hausgemeinschaft aufzunehmen, ihn in alle Arbeiten seines Betriebes einzuführen unD ihm Die zustehenDe Vergütung, sowie aus­reichende kräftige Kost und gesundheitlich ein­wandfreie Untertunft zu gewähren, sowie Den Ar­beitsvertrag genau einzuhalten.

Soweit er für Die Einstellung von Helfern An­spruch auf Steuergutfchcine erheben kann, hat er Diesen Anspruch an Das Arbeitsamt abzutreten.

VI. Verpflichtungen Des Helfer».

Der Helfer verpflichtet sich Demgegenüber, Die ihm obliegenden Arbeitsausgaben gewissenhaft zu erfüllen, sich in Die Farniliengerneinschaft einzu­ordnen und auch alle Verrichtungen zu überneh­men, Die in einer solchen üblich sind.

VII. verfahren.

Die jugendlichen Helfer haben sich bei Dem Ar­beitsamt ihres Wohnortes bzw. Dessen Neben- oDcr Hilfsstellen zu melden. Die Anträge der Betriebsinhaber auf Gewährung Der Förderung find auf einem besonderen Vordruck bei der Ge­meindebehörde des Wohnortes einzureichen: diese prüft die Voraussetzungen nach und gibt den An­trag dem zuständigen Arbeitsamt, das im Be­nehmen mit Dem Fachausschuß für Die LanDwirt- schaft Den Antrag entscheiDet. Die Förderung wird nach einem Anerkennungsbescheid gewährt. Der Betriebsinhaber hat das Recht, sich Die frei­willigen Helfer auszusuchen. Der Betriebsinhaber erhält auf Grund des Anertennungsbescheides nach Ablauf eines jeden Monats die Beihilfe.

VIII. koftenregelong.

Sozialbeiträge können der Einfachheit halber auf Antrag Der zuständigen Krankenkasse abgesetzt und unmittelbar an diese abgeführt werden.

IX. Berechnung.

Soweit es sich um Die Beschäftigung von Kri- fenunterstühungsempfängern in Der Landhilfe han­delt, sind die Gemeinden von Der Zahlung des Krisenfünftels befreit.

Gin Stiefkind der Zahnpflege.

Diele Eltern glauben, Daß es auf Die pflegliche Behandlung Der Milchzähne nicht fo genau an- komme Da sie in absehbarer Zeit Der zweiten Garnitur Platz machen müssen. 3st Dieser Stand» punkt richtig? .. n , .

Die Wilchzähne, Die etwa vom zweiten Lebens­jahre an allmählich llch an Den Kauakt gewöhnen sollen, bereiten Dem DaucrnDcn Gebiß Den Weg. Qi ergibt sich hieraus für Die Betreuer Des Kin- des Die Pflicht, Dafür au sorgen. Daß Dieser CEBeg" nicht Durch Krankyeitskeime verseucht unD für Die kommende Zahngeneration zur Gefahren­zone werde. . .

Was ist zu tun? 3n den ersten Jahren genügt e« Die Mundhöhle mit lauwarmem Wasser, oder schwachen Lösungen von Borsäure unter Benutzung keimfrei gemachter, ausgekochter Leinenläppchen vorsichtig auszuwaschen. Vom zweiten Lebens­jahre an muß jedoch bereits eine weiche, kleine Zahnbürste Dienst tun. Zahnpulver und Mund- wasser fehlen in Den ersten Lebensjahren, Da Da« Kind ja noch nicht spülen unD gurgeln kann. Ein Schluck kalten Wassers am EnDe Der Reinigungs- prozeDur bildet Den Ersatz. Dagegen kann man Dem Mundspülwasser des Vierjährigen bereits eine Messerspitze Kochsalz zusehen unb Die Ar- beit Der Zahnbürste Durch feingepulverte Schlamm- kreide unterstützen. Wird Dem Kinde eine Derart geschilderte vernünftige Mundpflege zuteil, fo wird es ganz von selbst Die Voraussetzung er- füllen, an Die Der Besitz kräftiger, gcfunDer Zahne naturnottoenDig gebunDen ist: es wirb grunDlich tauen. . , ... , , _ ,

Auch Die Tatsache, Daß sich nur bei gewohn­heitsmäßig kräftigem Kauen Die Kieferpartien normal entwickeln, D. h. allmählich breiter wer­ben sollte in weit größerem Umfange als bis­her gewürdigt werden. Schiefe oder zu eng bcieinanöerftefrenöe Zähne sind häufig die Folge

Vom Pressedienst des Arbeitsamts Gießen wird unS mitgeteilt: , , , .

Die Landhilfe soll Die vielfach in klein-bäuer­lichen Betrieben bestehende Arbeits Über­la st ung ausgleichen und gleichzeitig der arbeitslosen Jugend neuen Lebensinhalt geben, insbesondere die Siedlungsfrage praktisch voranbringen.

L Aufgabe.

Sie hat Die Aufgabe, jüngere Arbeitslose als freiwillige Helfer in zusätzliche landwirtschaftliche Beschäftigung zu bringen.

II. Zugelasfene Betriebe.

AIS Aufnahmebetriebe kommen nur Dauernbe­triebe mit nicht mehr als 40 Hektar benutzter Fläche in Frage. Eine Arbeitskraft ist als zu­sätzlich anzusehen,

1. wenn sie gegenüber dem entsprechenden Ka­lendervierteljahr des Vorjahres in dem betreffen­den Betriebe beschäftigt wird,

2. wenn sie ohne die Förderung nicht beschäftigt werden würde. Für einen Betrieb dürfen höch­stens 2 Helfer zugewiesen werden.

III. gugclaffencr Personenkreis.

Als Helfer kommen Empfänger von Arbeits- lofenunterstützung im Alter bis zu 21 Jahren in Betracht. Personen, Die im Arbeitsdienst gestan­den haben, sollen bevorzugt berüdsichtigt werden. Lieber 21 Jahre alte Unterstützungsempfänger können nur dann zugewiesen werden, wenn sie mindestens 20 Wochen in einem geschlossenen La­ger des Freiwilligen Arbeitsdienstes tätig gewe­sen sind. Als Unterstützungsempfänger gelten auch Jugendliche, die nur deshalb keine Arbeitslosen­unterstützung beziehen, weil sie gegen ihre Eltern einen realisierbaren Unterhaltsanspruch haben, oder aber nicht hilfsbedürftig find, des weiteren wenn sie das vcrgef.hriebene Alter für die Krisen- unterstützung no-j nicht erreicht haben, oder in­folge jugendlichen Alters die Anwartschaft (52 Wochen versicherungspflichtige Beschäftigung) nicht erfüllen konnten (Schulentlassene). Wohl­fahrtserwerbslose können Augetoiefen werden, wenn Die Fürsorgebehörde Die Dem bäuerlichen Betriebe zustehende Förderung übernimmt.

IV. Umfang der Landhilfe-Förderung.

Das Arbeitsamt ist berechtigt, auf Grund des von ihm anerkannten Arbeitsvertrages von min­destens 6monatiger Dauer dem Detriebsinhaber eine Beihilfe zu gewähren, Die unter Berücksich­tigung des Einzelfalles, Des Alters unD Der Eig-