Nr. 145 Erstes Blatt
(83. Jahrgang
Donnerstag, 22. Mi (933
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Metzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Dr. 5riebt. Wllh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Ted Ernst Dlurnschein und für denAn- geigenteil i. V.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen.
Die Aktion gegen die deutschnationalen Kampfringe
Das Echo der Berliner presse.
Berlin, 22.3unL (ERB.) Eine Anzahl Berliner Morgenblätter nimmt zu den politischen Dorgängen des gestrigen TogeS Stellung und äußert sich über die Bedeutung der Eingliederung des Stahlhelms in die RSDAP. und der Aktion gegen die Kampffront der Deutschnationalen Front.
Der .Völkische Beobachter" begrüßt die Eingliederung des Stahlhelms in die nationalsozialistische Bewegung als einen entscheidenden Schritt im Interesse einer einheitlichen Marschroute. Sie trage dem berechtigten Führungsanspruch der RSDAP. Rechnung und erkenne die Rotwendigkeit einer Entwicklung an, in der nur die stärkste Kraft als Träger und Garant einer einheitlichen politischen Linie, der sich alle anderen nationalen Kräfte zum Wohle des ganzen einfügten, die Aufgaben der Zukunft meistern und das Leben der Ration gewährleisten kann. DaS Verbot der Kampfringorganisationen nennt das Blatt notwendig. Die Kampfoerbände der nationalen Revolution seien die SA., die SS. und der Stahlhelm, die ihren Kampfgeist und damit ihre Existenzberechtigung zu einer Zeit bewährt hätten, in der es noch keine deutschnationalen Kampfringe gegeben habe. Was aus den Kreisen der deutschen Jugend, der deutschen Arbeiterschaft, der deutschen Dauern und der deutschen Angestellten für die nationalen Kampf- Organisationen zu erfassen gewesen fei, das sei in jahrelanger, zäher unermüdlicher Arbeit von SA., SS. und Stahlhelm gesammelt worden. Was bis heute nicht in diese Organisationen hereingekommen sei, das werde auch durch den Beitritt zum deutschnationalen Kampfring nicht mehr für die nationale Sache erobert.
Der nat. > soz. „Angriff" betont, daß die Aktion weder überraschend noch auch nur einen Augenblick zu früh komme. Sie stelle den notwendigen und organischen Ab- fchluh einer Entwicklungsepoche im Spiegel der nationalsozialistischen Revolution dar. Die Kampfringe seien letzter sichbarer Ueberreft der unseligen Parteienanhäusung gewesen und als solcher naturgemäß der Auflösung verfallen, denn die nationalsozialistische Revolution bedeute Ablösung der Parteiherrschaft durch ein Volksführerregime. Unverständlich sei es daher, dass die Deutschnationalen Kampfringe ihr zahlenmäßig bedeutsames Anwachsen erst nach dem Umschwung erfuhren. Mit allen verfügbaren Kräften sei diese Parteiorganisation geradezu u n • mäßig aufgeblasen worden. Die Frage sei akut geworden: Gegen wen wollte der Kampfring eigentlich kämpfen? Die Frage sei in dem Augenblick beantwortet worden, da man feststellte, daß die Kampfringe Zuflucht oon Hunderten, ja Tausenden ehemaliger marxistischer Terroristen geworden seien.
Die Riederschlagung und Ausrottung des Marxismus, so führte der „Angriff" weiter aus, ist unsere Aufgabe. Wir haben sie als notwendig erkannt und auch unverzüglich begonnen. ilnö wir lassen uns bei dieser Arbeit von niemand ins Handwerk pfuschen. Denn daß wir unser Handwerk verstehen, wird kaum jemand zu bestreiten wagen. In diesem Zuge werden rücksichtslos alle Mause- löchcr ausgeräuchert, in die sich der Marxismus verkrochen hat. Für diese Arbeit werden uns auch die deutschnationalen Kampfringführer einst dankbar sein, denn wenn ihnen die marxistische Welle im eigenen Haus erst über den Kopf geschlagen wäre, dann hätte es keine Rettung für sie mehr gegeben.
Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz schreibt u. a.: Die Auslösung des „Deutschnationalen Kampfringes", deren Be- rechtigung nach den vorliegenden Erfahrungen nicht bestritten werden kann, liegt durchaus auf der Linie der innerpolitischen Entwicklung des neuen Staates. Die Regierung hat mit dieser Maßnahme gezeigt, daß sie ihren Kampf gegen den Marxis- m u s zu führen entschlossen ist, wo auch immer sie ihn findet und daß sie nicht gewillt ist, kommunistische Umtriebe, gleichviel welcher Art, im neuen Deutschland zu dulden. Es ist selbstversländ- lich, daß die Auflösung des „Deutschnationalen Kampfringes" sich keineswegs gegen die Deutschnationale Front , überhaupt richtet, obwohl sie von einer gewissen Verantwortlichkeit nicht ohne weiteres freizusprechen ist. Nur dadurch, daß von dieser Seite der sonderbaren Tätigkeit des „Kampfringes" nicht rechtzeitig ein Riegel vorgeschoben ist, wurde der Eingriff der Staatsgewalt überhaupt notwendig. Die marxistischen Elemente, die glauben, in Deutschland weiterhin ihr verbrecherisches Treiben fortsetzen zu können, mögen wissen, daß sie unerbittlich aus ihren Schlupfwin - kein hervorgeholt werden, und daß ihnen rückschtslos das Handwerk gelegt wird, unter welcher Tarnung sie es auch erneut aufzunehmen versuchen.
Die „D A Z." führt aus, in Zukunft werden sich die Kampforganisationen der NSDAP., o2L, Stahlhelm und SS. nur insoweit unterscheiden, wie vergleichsweise die einzelnen Truppengattungen eines einer Fahne folgenden und auf den Befehl eines Führers hörenden Heeres.
Die „K r e uzz e i t u n g" schreibt, die Sehnsucht weitester nationaler Kreise hat damit ihre Erfüllung
gefunden. Die beiden Bewegungen, die unmittelbar nach dem Zusammenbruch von 1918 im Norden und im Süden Banner unbeugsamen nationalen Willens aufpflanzten und den Kamps gegen den Bolschewismus und Defaitismus führten, find nunmehr endgültig vereint. Seite an Seite werden sie nunmehr unter der politischen Führung Adolf Hitlers ihren Kampf weiter tragen bis zur vollen Verwirklichung des neuen Deutschlands.
Der „B ö r s e n k u r i e r" meint, daß die Auflösung der Kampfringe und die Säuberung des Stahlhelms die erwartete Klärung verworrener Verhältnisse bedeute. Es sei eine Reinigungsaktion und zugleich die Möglichkeit, gute Kräfte, die in diesem Ring gesessen hatten, für wirkliche und zweckmäßige 2lrbeit frei zu machen, die mehr der Zu- fünft als der Vergangenheit gehöre. Auch die Partei- politischen Verhältnisse bedürfen in der Zeit des totalen Staates einer Aenderung, die wohl nicht ausbleiben werde. — Die „V o s s i f ch e Zeitung" weist darauf hin, daß der Stahlhelm bisher stärker die unpolitische Linie betone, während die SA. und SS. ausgesprochen politische Kampfoerbände dar- stellten. Nunmehr werde alles in die eine Front ein- geordnet: zur Sicherung der Schlagkraft der nationalsozialistischen Revolution. Es sei klar, daß die Zentralisierung der Gewalt und die Zusammenfas. sung aller für den Aufbau im Inneren in Frage kommenden Kräfte das unmittelbare Ziel der Regierung sei. Daß mit anderen in der gleichen Richtung liegenden Maßnahmen für die nächste Zeit zu rechnen sei, darüber könne kein Zweifel sein.
Umfassendes Verbot in Baden.
Karlsruhe, 21. Juni. (WTB.) Die Pressestelle beim Staatsministerium teilt mit: Auf Grund der Berordnung des Reichspräsidenten zum Schuhe von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 werden die Deutschnationalen Kampfringe, die Kamps staffeln junger Deutschnationaler, der Bismarck- bund, der Iungdeutsche Orden, der Wehrwolf und die Dcutsch-Dölkische Freiheitspartei einschließlich ihrer Hilfs- und Rebenorganisationen ausgelöst und ihre Vermögen beschlagnahmt. — § 2. Wer nach der Auflösung noch einer der aufgelösten und verbotenen Organisationen angehört, sie fördert oder unterstüht oder einen organisatorischen Zusammenschluß weiter aufrecht erhält, wird nach § 4 der oben angeführten Verordnung mit Gefängnis nicht unter einem Monat oder mit Geldstrafe von 150 bis 15 000 Mark bestraft.
Zungdo, Wehrwolf und Tannenbergbund in Braunschweig verboten.
Braunschweig, 21. Juni. (WTB., Der braunschweigische Minister des Innern hat mit sofortiger Wirkung sämtliche in Braunschweig bestehenden Landes-, Bezirks- und Ortsgruppen des Iungdeutschen Ordens des Wehrwolfs und des Tannenbergbundes aufgelöst. Die Wiedererrichtung der Gruppen ist verboten.
Probleme der Wellwirlschaflslonferenz.
Kreditverbilligung und Hebung des Preisniveaus.
London, 21. Juni. (WTB.) Den Standpunkt der deutschen Delegation in der Frage der Kredit- und Preispolitik legte im Zweiten Monetären Ausschuß Dr. Docke von der Reichsbank in längeren Ausführungen dar. Er bezweifelte, ob es ratsam sei, grundsätzlich das Währungssystem eines Landes zu ändern zum Zwecke einer künstlichen und zeitweisen Erhöhung des Preisniveaus, die an sich zu begrüßen wäre. Der Schwerpunkt des Preisproblems liege seiner Ansicht nach a u f dem wirtschaftlichen Gebiet. Wenn wir die Kaufkraft der Welt heben können, wird das Preisproblem sich selbst in natürlicher Weise regeln- Wir wollen keine künstliche Kaufkraft mit dem Hintergründe neuer Schuldenlasten und neuer Insolvenzen, sondern wahre und solide Kaufkraft. Vertrauen ist die Grundlage internationalen und nationalen Kredites. internationalen und nationalen Handels und Geschäftswesens. Riemals können wir Vertrauen durch künstliche Mittel herbeiführen, besonders nicht durch die Schaffung neuer Schulden. Die meisten Probleme der Wirtschaftskrise lassen sich zurückführen auf das Problem der Rentabilität von Einzelunternehmen. Bei Vergrößerung des Kredites dürfen wir nicht vergessen, daß es unerläßlich ist, die Rentabilität der Einzelunternehmen wieder herzu st eilen. Wir wünschen keine Deflation. Kredit soll jedem gesunden Geschäft, der Produktion, dem Handel und der Wirtschaft gegeben werden. Wir wünschen das Wirtschaftsleben zu ermutigen und es auf der Grundlage einer gesunden Politik auf jedem Gebiete, und besonders auf dem monetären Gebiet auszubauen.
Dem Ehamberlain'schen Antrag auf Verfolgung einer billigen Geldpolitik zum Zweck einer Erhöhung des allgemeinen Preisniveaus, widersprachen auch B a ch m a n n (Schweiz), Beneduce (Italien) und am deutlichsten Bonnet (Frankreich), dessen Ausführungen gipfelten darin, daß einer Erhöhung des Preisniveaus die politische Sicherung und die Sicherung der Wäh- rungen vorangehen müßten. Denn nur dann könnten mit zurückkehrendem Vertrauen die Hortungstendenzen aufhören. Seine Ausführungen
suchten ferner die Ehamberlain'sche Auffassung zu widerlegen, daß eine Politik der Geldoerbilligung allein zu einer Belebung der Wirtschaft führen würde. Als Illustration erinnerte er an die billigen Geldsätze, die nach 1928 und 1929 vorherrschend gewesen seien und trotzdem keine wirkliche Erholung bewirkt hätten.
Die Fesseln der Handelspolitik.
London, 21. Juni. (WTB.) Der erste 11 n- terausschuß des Wirtschaftsausschusses hielt heute nachmittag unter dem Vorsitz des Bürgermeisters von Hamburg, Krogmann, hinter verschlossenen Türen seine erste Sitzung ab, in der Fragen der Handelspolitik erörtert wurden. Der britische Delegierte legte einen Entschließungsentwurf vor, der u. a. folgende Anregungen enthält: Clearing- und Tauschabkommen sollen so weit wie möglich beseitigt werden, auch Einfuhrbeschränkungen sollen beseitigt werden, jedoch mit Ausnahme der international anerkannten. Es sollte ein klarer Unterschied zwischen Cinsuhrkontingenten, die willkürlich von den einführenden Ländern als zusätzliche Schutzmaßnahme für ihre Produzenten festgesetzt werden, und solchen Produktions- und Marktkontingenten gemacht werden, die auf Grund internationaler Abkommen zur Erhöhung der Preise auserlegt wurden. Die etappenweise Abschaffung der ersteren sei von größter Bedeutung.
In einem Vorschlag des Vorsitzenden Krogmann wird auf die Rotwendigkeit einer Abschaffung der Einfuhrverbote und Beschränkungen hingewiesen. Jedoch wird betont, daß eine gewisse Zeit zur Erzielung dieser Er- gebnisse eingeräumt werden müsse. Der Antrag empfiehlt daher die Annahme zeitlich begrenzter Maßnahmen, die während einer Uebergangs- periode zur Anwendung kommen sollen.
Der schweizerische Delegierte setzte sich dafür ein, die Abschaffung der Einfuhrbeschränkungen durch bilaterale Verträge zu erstreben, da ein Kollektivabkommen unmöglich erscheine. Weitere Anträge wurden von Polen und Rorwegen unterbreitet.
Der Kamps gegen die ASSAp. in Oesterreich.
Ein Polizeibericht über die Wiener Anschläge.
Unbewiesene Behauptungen über Verbindung der Täter mit reichsdcutschcn Kreisen
Wien, 21. Juni. (CNB.) Der heute veröffentlichte erste Polizeibericht über die Wiener Bombenanschläge wird auch von der Polizei nur als ein vorläufiger Teilberichl bezeichnet, dem Ende der Woche erst ein Gesamtbericht folgen solle. Außer zahlreichen Lücken und Unsicherheiten fallen im Bericht die mehrfachen Hinweise auf, daß nähere Angaben noch nicht veröffentlicht werden können. Der Anschlag auf das H a u s „H a k" soll diesem Bericht zufolge von dem Kraftwagenführer Otto Zowonek, der sich selbst der Polizei stellte, gemeinschaftlich mit mehreren anderen ausgeführt worden fein. Einer davon, ein Ernst Happach sei SS.-Mann.
Der Fall mit dem Iuweliergeschäft Futter w e i t sei noch so wenig klargestellt, daß Einzelheiten noch nicht gebracht werden könnten, trotzdem wird im Bericht behauptet, daß reichsdeutsche Nationalsozialisten in einem großen Minerva- Wagen mit Berliner Kennzeichen nach Wien gekommen seien und mit dem Führer der Wiener SS. Besprechungen über Bombenanschläge abgehalten hätten. Der Anschlag auf das Cas 6 „Produktenbörse" sei dem Poli^eibericht zufolge von einem gewissen Ziegler, der SS.-Schar- sührer sein soll, besohlen worden. Ziegler sei flüchtig.
Ein spät abends ausgegebener zweiter B e - richt enthüll noch die Behauptung, daß im Besitz eines der verhafteten SS.-Männer ein Plan einer Wiener Kaserne gefunden wurde. Der Plan habe zur Vorbereitung eines Wiffenraubes dienen sollen. Die erbeuteten Gewehre sollten einer SS.-Stassel übergeben werden. Zum Schluß wird in dem Bericht behauptet, es fei als sicher nnzuneh- men, daß die Anschläge nach einem vorher bestimmten Plan durchgeführt wurden, und daß sie a u f ö i e
Anstiftung ausländischer National- sozia 1 isten zurückzuführen seien.
Ein neuer Gewaltakt vor der Tür.
Ten Abgeordneten der NSDAP, sollen die Mandate entzogen werden.
Wien, 21. Juni. (WTB.) In Kreisen der Regierung beschäftigt man sich mit den Mandaten der Abgeordneten der RSDAP. Diese werden auf Grund der Verfassung zu Recht aus- geübt, da das Verbot der Tätigkeit der RSDAP. die Mandate nicht betrifft. Man will scheinbar den Mandataren der RSDAP. die Ausübung ihrer Pflichten und Rechte unmöglich machen. Es verlautet, daß die verschiedenen Landtage verfassungsändernd^ Beschlüsse fassen wollen, wodurch die nach den Ergebnissen der Wahlen auf die RSDAP. entfallenden Mandate für ungültig erklärt werden sollen. Die dadurch frei werdenden Mandate sollen ohne Berücksichtigung der seinerzeit für die RSDAP. abgegebenen Stimmen neu aufgeteilt werden. Durch ein solches Vorgehen würden die nationalsozialistischen Abgeordneten nicht nur ihre Mandate in den Landtagen und Gemeinderäten, sondern auch im BundeSrat verlieren, da sich der BundeSrat aus Vertretern der Länder zusammenseyt.
plant Oesterreich Verringerung der Einfuhr aus Deutschland?
Wien, 21. Juni (WTB.) Die vsterreichiscke Regierung beabsichtigt, die Einfuhr aus Deutschland beträchtlich zu verringern. Innenminister Schumy hpt ein Komitee von Fachleuten eingesetzt, das alle Einzelheiten des Handelsverkehrs mit Deutschland studieren soll. Ueber die bisherigen Ergebnisse der Beratungen dieses Komitees weiß die „Stunde" zu berichten, daß oon der Bildung einer Ausgleichskasse Ab st and genommen worden sei, daß aber Oesterreich unbedingt auf einer Verringerung des übergroßen Passiv-Saldos seiner Handelsbilanz mit Deutschland bestehen müsse. Oesterreich denke dabei keineswegs an Vergeltungsmaßnahmen, sondern hätte auch bei ungetrübten politischen Beziehungen, vor allem aus De visen-Rücksichten, den gegenwärtigen handelspolitischen Zustand gegenüber Deutschland revidieren müssen.
©er Reichssiand der deutschen Industrie.
Reichskommissar Dr. Wagcner an Urupp und Uoettgcn.
Berlin, 21. Ium. (CNB.) Der Reichskommis- sar und Leiter des Wirtschaftspolitischen Annes der NSDAP., Dr W a g e n e r, hat an die Vorsitzenden des Reichsverbondes der deutschen Industrie und der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, die Herren Dr. Krupp von Bohlen- Halbach-Essen und Dr. K o e 11 g e n - Berlin, folgendes Schreiben gerichtet:
„Ich danke Ihnen für die Mitteilung, daß der Reichsoerband der deutschen Industrie und die Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände sich zum Reichs st and der deutschen Indu- strie zusammengeschlossen haben und nehme gerne davon Kenntnis, daß die Arbeit des neuen „Reichsstandes der deutschen Industrie" auf der Grundlage und Anerkennung des Gedankens positiver und leistungsooller Gemeinschaftsarbeit aller in der Produktion tätigen Menschen beruhen wird. Auf diesen Teil dieser Erklärung lege ich ganz besonderen Wert. Es sind eigentlich nicht die bisherigen deutschen Arbeitgeberverbände und der bisherige Reichsoerband der deutschen Industrie, die den industriellen Reichsstand innerhalb der berufsständischen Gesamtordnung der deutschen Wirtschaft bilden können, da sie ja nur die Vertretungen des Unternehmerteils der Industrie umfassen. Ich begrüße es aber, daß der Reichsoerband der deutschen In- dustrie und die Bereinigung der deutschen Arbeit- geberoerbände sich durch den neuen Zusammenschluß bereit erklären, ihren bisherigen Charak- ter abzulegen und durch die Beteiligung aller in der Produktion tätigen Menschen dasjenige neue Gebilde aufzuoauen, das der nationalsozialistischen Weltanschauung entspricht.
Insbesondere lege ich Wert daraus, öffentlich zu erklären, und ich habe hierüber auch dem Führer Meldung erstattet, daß bei der gemeinschaftlichen Sitzung am 19. d. M. für die Durchführung des ständischen Aufbaues der Industrie dahingehend endgültige Einigung erzielt wurde und daß noch in diesem Monat die Bildung der bezirklichen Fachgruppen und der Landesfachverbänoe unter Einbeziehung von Unternehmer-, Angestellten- und Arbeitervertretung durchgeführt wird, so daß der Aufbau des Reichsstandes der deutschen Industrie mit seinen Kammern und Reichsfachverbänden dann innerhalb kurzer Zeit beendet werden kann.
Erst wenn der deutsche Arbeiter sieht, daß die industriellen Unternehmervereinigungen die Reuschaffung von Verbänden und Vertretungen durchgeführt haben, in denen auch er, ebenso wie der Angestellte, seiner langjährigen Forderung entsprechend, vertreten ist. sind für ihn die letzten Grundlagen der marxistischen Gedankenwelt beseitigt und er gewinnt den Glauben an eine wirkliche Volksgemeinschaft, die allein ihm Arbeit und Brot sichern kann- Ich bitte die Herren Dor-


