Ausgabe 
21.12.1933 Zweites Blatt
 
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Herrn Staatsministers in unserem heutigen An­zeigenteil. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen.

** Zwei Unfälle. Am Dienstag wurde der

Eefaßt werden, das eine oerkehrspoliti- ch e Einheit innerhalb des Landesverbandes arstelle. Die örtlichen Verkehrsoereine würden auch weiterhin bestehen bleiben zur Er­füllung ihrer lokalen Aufgaben. Diese lokalen Ein­richtungen sollten für ihre lokalen Zwecke sogar noch ausgebaut werden.

Der Redner wies In diesem Zusammenhang auf Bestrebungen hin. die zum Ziele haben, die vogelsbergkrelse in das Arbeitsgebiet des Kurhessischen verkehrsoerban- des in Gaffel einzugliedern. Demgegenüber hob er hervor, daß der Vogelsberg in jeder Beziehung, vor allem auch volklich und wirtschaftlich, mildemRhein-Main- Gebiet verbunden sei, und daß er in- folgedessen auch hinsichtlich des Verkehrswesens nur dem L a n d e s v e r k e h r s o e r b a n d Rhein-Mainanzuschliehensei. Irgend eine andere Gliederung widerspreche der tatsächlichen Lage der.Dinge und sei deshalb als unannehmbar zu bezeichnen. Die Vogelsbergkreise mühten ein Unter- gebiet des Rhein-Main-Verkehrs- verbandes sein. 3n der Provinz Oberhes­sen würden zwei Gebietsausschüsse gebildet, und zwar ein Gebietsausschuh Ober- Hessen - wetterau und ein Gebietsaus- schuh Oberhessen - Vogelsberg. Der Führer des Landesverbandes Pg. Trefz hat den Vorsitz in sämtlichen Ausschüssen. Als seine geschäftsführenden Stellvertreter bestimmte er für den Gebjetsausschuh Oberhessen-Wet­te r a u den Bürgermeister Dr. Hamm (Gie- hen), für den Gebietsausschuh Oberhessen- Vogelsberg den Führer des Sesamt-VHL.

Dr. meck. Bruchhäuser (Ulrichstein).

Neuordnung der Verlehrswerbeorganisatton für Sberheffen.

Auflösung des Verkehrsbundes Oberheffen.-Zwei Gebietsausfchüffe in Ober- Hessen im Rahmen des Landesverkehrsverbandes Rhein-Main.

Bürgermeister Or. Vöismg-AlSfelo begrüßte namens der Stadt Alsfeld die Tagung. Besonders gab er seiner Freude über die Anwesen­heit des Verbandsführers Trefz Ausdruck, den er auch als bewährten Vorkämpfer der nationalsozia­listischen Freiheitsbewegung begrüßte. Der Redner bezeichnete diese Tagung in Alsfeld als einen Be­weis dafür, daß auch den Interessen des nördlichen Teils der Provinz Ober­hessen von der Führung des Rhein-Main- Verkehrsoerbandes voll ft es Verständ- nis entgegengebracht und damit die enge Zusammengehörigkeit des Vogelsbergge- oietes mit dem Rhein-Main-Bezirk bekundet werde.

Oer Führer des Landesverkehrs- verbandes Rhein-Main Pg. Trefz sprach hierauf in längeren grundsätzlichen Ausfüh­rungen über die Neuordnung derVerkehrs- werbearbeit im Rhein-Main-Gebiet. Er erinnerte dabei kurz an di" reichsgesetzliche Neu­regelung der gesamten deutschen Verkehrswerbeorga­nisation, in deren Durchführung durch den Herrn Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger der Lan - 1 desverkebrsoerband Rhein-Main ge- ! gründet wurde, der ebenso wie andere Landesver- | bände der Verkehrswerbung nicht an politische Grenzen gebunden sei. Infolge der neuen gesetzlichen Bestimmungen seien alle Unterver- bände innerhalb eines Landesverbandsgebiets a u f z u l ö s e n, mithin auch der Verkehrsbund Oberhessen, und an Stelle der bisherigen Unter- verbände seien Gebietsausschüsse im Rah- men des Landesverbandes zu bilden. In diesen Gebietsausschüssen solle ein Gebiet zusammen-

Bürgermeister Or. Hamm-Gießen, wies in seiner einleitenden Ansprache auf den Zweck der Tagung hin und betonte, daß der Verkehrs­bund Oberhessen sich niemals als Selbst- zweck, sondern immer nur als Mittel zum Zweck betrachtet Hobe, um durch seine Arbeit die Interessen der Provinz Oberhessen zu fördern. Er erinnerte daran, daß der Ver­kehrsbund Oberhessen Ende 1927 nur gegründet worden sei, weil man sich in Oberhessen bei der Derkehrswerbung und auch mit seinen Fahrplan­interessen durch den Hessischen Hauptoerband ver­nachlässigt gefühlt habe. Darin sei nun ein grund­legender Wechsel erfolgt. Dank der Initiative des Herrn Reichsstatthalters Gauleiter Sprenger sei der Landesverkehrsverband Rhein- Main gegründet und mit feiner Führung Pg. Trefz beauftragt worden. Der Redner begrüßte den Führer des Landesverbandes und bat ihn,

dem Herrn Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger den herzlichsten Dank der Provinz Oberhessen dafür auszusprechen, daß er sich in so warmer und tatkräftiger weise für die Provinz Ober­hessen bemühe. Durch die jetzige Reuordnung würden die Interessen der Provinz Oberhessen in bester weise vertreten, und dafür gebühre dem Herrn Reichsstatlhalter und dem Verbands­führer Trefz der besondere Dank der Provinz

Oberhessen.

Nach einem Rückblick auf die Tätigkeit des Ver­kehrsbundes Oberhessen während seines sechsjährigen Bestehens, in der von den ehrenamtlich tätigen Mit­arbeitern eine ganze Reihe wertvoller Aufbauarbei- ten zum Nutzen der Provinz Oberhessen geleistet worden seien, betonte der Redner, daß der Verkehrs- bund Oberhessen seine Angelegenheiten mit vollem V e r t r a u e n der Führung des Landesoerkehrsoer- bandes Rhein-Main übergebe. Der Redner dankte allen seinen Mitarbeitern im Verkehrsbund Ober- Hessen für ihre wertvolle und fruchtbare Betätigung dankte nochmals dem Herrn Reichsstatthalter Gau- letter Sprenger für die großzügige Zusammen­fassung der Verkehrswerbearbeit im Rhein-Main­gebiet und versicherte den Verbandsführer Trefz des voll st en Vertrauens der Provinz Oberhessen.

* Alsfeld, 20. Dez. In Gegenwart des Füh­rers des Landesverkehrsoerbandes Rhein-Main e. V. Pg. Trefz und des Führers der Landesstelle Hessen des Verbandes Pg. Fischer fand heute im hiesigen Rathaussaal eine außerordentliche Mit- !lliederversammlung des Verkehrsbundes Oberhessen tatt, die der Auflösung des Verkehrs- 'undes Oberhessen, der Ueberführung seiner Mitglieder in den Landesoerkehrsverband Rhein- Main und der Neuordnung der Verkehrs­werbeorganisation für Oberhessen durch den Führer des Landesverkehrsverbandes Rhein-Main Pg. Trefz galt. Die Tagung, die aus allen Teilen der Provinz Oberhessen besucht war, galt vor allem auch der Gründung der Gebietsausschüsse im Rahmen des Landes­verbandes Rhein-Main, um dadurch die unlös­liche Verbindung des Vogelsberges mit dem Rhein-Maingebiet auch nach außen hin zu bekunden.

Der Vorsitzende des Verkehrsbundes Oberhessen,

Besuche auf dem Arbeitsamt nur vormittags! Vom Arbeitsamt Gießen wird uns mitgeteilt: Zur Bewältigung des Geschäftsver­kehrs ist es unmöglich, nachmittags Besuche zu empfangen. Die Abfertigung des Publikums kann nur vormittags in den Sprechstunden von 9 bis 11 Uhr stattfinden. Nachmittags sind die Büros für die Arbeitsuchenden geschlossen.

** Bon der Kraftpostlinie Gießen- Hoch e l h e i m. Die Oberpostdirektion Darmstadt hat sich damit einverstanden erklärt, daß vom 1. Januar 1934 ab die Gewährleistung für die Kraft­post Gießen-Hochelheim auf den Höchstbetrag von 1000 Mk. jährlich begrenzt wird. Weiter ist die Oberpostdirektion den beteiligten Gemeinden dadurch entgegengekommen, daß sie rückwirkend vom 1. April 1933 ab den Gewährleistungssatz, der infolge der besseren Ausnutzung des auf der Linie verwendeten Kraftomnibusses nicht mehr den wirklichen Verhält­nissen entsprach, von 70 auf 66 Pf. je Betriebskilo- meter gesenkt hat.

** Sie Enteignung des Grund st ücks der früheren FreimaurerlogeLude­wig zur Treue" in Gießen, zum Zwecke der Ueberlassung der Grundstücke an die Hitlerjugend s und den Bund Deutscher Mädel zur Erfüllung ihrer Aufgaben, betrifft eine Bekanntmachung des |

Die Geschäftsstelle des Bundes Nationalsozialisti- scher Handelsvertreter, Ortsgruppe Gießen, befindet sich bet dem O.-Führer Pg. Carl W e i d i g, Oie- Ben, Schiffenberger Weg 2. Dort können weitere Neu­aufnahmen erfolgen.

& icßc nc 1 Wochen ma rttp reife.

* Gießen, 21. Dez. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,40 Mark, Kochbutter 1,20 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 15, Wirsing dos Pfund 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 18 bis 35, Unter­kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 30 bis 35 Pf., Feldsalat 1, bis 1,20 Mark, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Karto feln, tas Pfund 3^ Pf., der Zentner 3 Mark, Apfel, das. Pfund 12 bis 20 Pf., Birnen 12 bis 18, Nüsse 45 junge Hähne 70 bis 75, Suppenhühner 60 brs 65, Gänse 65 bis 75, Enten 80, Tauben, das Stuck 45, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sel­lerie 10 bis 30 Pf.

Bornottzen.

Tageskalender für Donnerstaa- Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 16, 18 und 20 30 Uhr (20.30 Uhr große ^Vorstellung), ,er Sieg des Glaubens' Turmhaus am Brand: 16 bis 18.30 Uhr, Kunstausstellung. DHV.: 15 bis 19 30 Uhr, im Heim, Lonyftraße, GefundheitsfchauKampf der Krankheit": 20.30 Uhr, Vortrag mit Lichtbildern über:Leistungssteigerung durch gesunde Lebens- sühruna" undHäusliche Krankenpflege".

Aus dem S'idttheaterbureau wird uns geschrieben: Freitag, 22. Dezember, 12. Borstel- lung im Freitag-Abonnement:U-Boot 116", Schau- Siel von Karl Lerbs. Spielleitung.--Kurt Lüpke.

ewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22.15 Uhr. Sonntag, 24. Dezember, von 15 bis 17.30 Uhr das lustige MärchenspielSchneeweißchen und Rosenrot" von Hermann Stelter. Leitung: V 0 lck Kerzisnik Spohr.

X W i e s e ck, 20. Dez. Die Leiterin des Sina verhörtes Frl. Marie Becker hatte für Sonn­tagnachmittag zu einer Weihnachtsfeier in den Saal von Gastwirt D ö b u s eingeladen, zu der auch die Elternschaft und viele Freunde unse­rer Kinderschule erschienen waren. Frl. Becker wies eingangs nach herzlichen Begrüßungsworten auf den Sinn dieser Weihnachtsveranstaltung ge­rade auch für die Kleinen hin und betonte, daß der Zeit entsprechend, sie sich zu einer schlichten aber schonen und inhaltsvollen Feier entschlossen habe. Bürgermeister K. Euler ergriff das Wort zu längeren Ausführungen, in der er besonders dis (fitem auf das Glück hinwies, indem wir in diesem Jahr in nie geglaubter Einigkeit und Frieden unser Christfest feiern dürfen. An Hand von Stellen aus dem sattsam bekannten Buch der marxistischen EpocheMutter und Genossin" zeigte der Redner, wie es bestimmt gekommen wäre, hätte der Führer nicht noch in letzter Stunde die Rettung von uns und unfern Kindern, denen dieses Fest eigentlich gewidmet sein soll, herbeigeführt. Der Bürgermeister schloß mit der Versicherung, daß nachdem die auf uns allen lastende Frage der endlichen würdigen Kriegerehrung sofort an den Plan einer eigenen Statte für unsere Kleinen in einem Kinderhort herangetreten werden soll. In bunter Reihe wech­selten Gesang, Spiel und vieles andere mitein­ander ab. Die Eltern wurden von ihren Kindern durch selbst hergestellte Sachen beschenkt. Nach der Bescherung überreichte der Bürgermeister mit Herz- lichen Worten des Dankes der Leiterin Frl. B e k - ker ein praktisches Geschenk der Elternschaft. Die NS.-Frauenschaft hielt im Saal von GastwirtB raun am Montagmittag für die vier unteren Schulklassen eine schöne und eindrucksvolle C h r i ft f e t e r mit anschließender Bescherung ab. tfrau L. Hartmann als Leiterin der Frauen- chast begrüßte kurz die Teilnehmer. Pfarrer Satt- ler erinnerte in feiner Ansprache an die Weih- nachtstage der vergangenen Jahre mit allem Gift und Schmutz, der gerade die Kindesseele planmäßig verderben sollte. Er sprach von dem Wunder der deutschen Weihnacht 1933, die uns unser Führer in dieser schönen Form erleben lasse. Mit einem reizenden MärchenspielSchneewittchen" ernteten d'e kleinen Spieler Hellen Jubel aller Kinder, die immer wieder die verschiedenartigsten Darbietun­gen mit großer Freude aufnahmen. Anschließend bescherte die Frauenschaft über 300 Kinder.

* Lollar, 21. Dez. Gestern abend ereignete sich in einem hiesigen Gasthaus ein tödlicher Un­glucksfall. Der etwa 38jährige Karl I u n g von Staufenberg, der in Gießen Weihnachtseinkäufe ge- macht hatte, kehrte auf dem Heimweg kurz in Lollar ein und stürzte anscheinend als er das Haus Der« (affen wollte, eine Treppe hinab. Der bedauerns­werte Mann fiel dabei so unglücklich, daß er bas Genick brach und tot auf der Treppe liegen blieb. Erst nach geraumer Zeit wurde der Unfall bemerkt.

o. Dorf-Gill, 20. Dez. Am vergangenen Sonntag veranstaltete die hiesige NS.-Frauenschaft im Rathaus eine Weihnachtsbescherung für die Sin- öer. Nach einem gemeinsamen Lied sprach die Orts­gruppenleiterin Frau L a u tz über die Bedeutung des Weihnachtsfestes. Nachdem die Kinder einige Weihnachtsgedichte vorgetragen hatten, wurden ihnen durch einen Engel und den Weihnachtsmann Geschenke gebracht, die mit großer Freude in Emp­fang genommen wurden. Sodann hielt der Zellen­wart Sarnes eine kurze Ansprache, in der er be­sonders darauf aufmerksam machte, daß mir eine traurige Weihnacht feiern würden, wenn Gott nicht den Führer Adolf Hitler geschickt hätte, sondern an seiner Stelle der Bolschewismus fein 'Regiment aufgerichtet hätte. Allein dem Volkskanzler fei es zu verdanken, daß wir in diesem Jahre ein friedliches Weihnachtsfeft feiern könnten. Mit einem dreifachen »Sieg-Heil!' auf den Führer und mit einer kurzes

Stampf btt Krankheit.^

Eine Gefundheitsfchau im DHv.

In der Zeit vom 20. bis 23. Dezember zeigt die Äranfentaffe des Deutschen Handlungsgehilfen-Der- bandes in ihrem hiesigen Heim (Lonyftraße 18) die GesundheitsschauKampf der Krank- h e i t". Die DHV.-Kasse beabsichtigt damit eine groß­zügige Aufklärung ihrer Mitglieder über die Fragen der gesunden Lebensführung, wie sie schon seit meh­reren Jahren planmäßig von ihr durchgeführt wird. Es ist leichter und richtiger, Krankheiten im voraus zu verhüten, als sie nachher wieder zu beseitigen. Dieser Gedankengang liegt der Ausstellung zugrunde, die in außerordentlich fesselnden und anschaulichen Bildern zeigt, wie man auf den vielen Gebieten des täglichen Lebens sich verhalten soll, um Krankheits- gefahren entaegenzutreten, ihre Ursachen auszuschal- ten unb in Krankheitsfällen die Heilung durch rich- tige Pflege zu beschleunigen.

Volksgesundheit ist Grundlage und Sicherung des Staates." Unter diesem Leitsatz steht eine Reihe von Darstellungen über Vererbung und Rassenpflege, die heute im Vordergrund des allgemeinen Interesses stehen. Hier werden die Gesetze der Vererbung dar- gestellt, das Problem der Minderwertigen im Volks­körper und die Rassenfrage.

Der LeitsatzVerantwortung gegenüber der Ge­meinschaft verpflichtet zur gesunden Lebensführung", verweist auf die Pflicht des einzelnen, nun auch im Dienste der Gemeinschaft für seine eigene Gesund­heit zu arbeiten. Wie das geschehen soll, sehen wir in den GruppenErhaltung der Leistungsfähigkeit" undGesunde Ernährung in Haus und Beruf . Die GruppeSchäden durch Lebensbeanspruchung" zeigt, welche Gefahren Berufs- und Hausarbeit mit sich bringen und wie man ihnen begegnet. Die Gruppe Häusliche Krankenpflege" bringt die Maßnahmen, bie in Krankheitsfällen unentbehrlich sind. Einige Tafeln geben zum Schluß einen Uebervlick über die vorbildlichen Selbsthilfeeinrichtungen der DHV.- Kasse.

* Paketannahme am Goldenen Sonntag, 24. Dezember. Die Paketannahme und -ausgabe ist beim Hauptpostamt (Bahnhof- siraße) von 8 bis 12 und 14 bis 16 Uhr geöffnet; beim Zweigpostamt in der Neuen Bäue bleibt die Paketannahme geschloffen.

** Die Auszahlung der Militcirver ° sorgungsgebührniffe (Heeresrenten) für den Monat Januar erfolgt am Mittwoch, 27. De­zember, die der Invaliden- und Unfallrenten am Freitag, 29. De-ember

** Zwei Unfäl l e. Arn Dienstag wurde der 44jährige Reichsbahnaffistent Ludwig Schlitz von hier mit einer Kopfverletzung und einem Schlüffel- beinbruch durch die Freiwillige Sanitätskolonne in die Chirurgische Klinik eingeliefert. Außerdem mußte der 35jährige Arbeiter Heinrich Müller aus Beuern in die Klinik gebracht werden, da er einen Schädelbruch erlitten hatte.

** Verkehrsunfall. Am Dienstag kurz vor 14 Uhr wollte ein Friedberger Personenauto, das in der Richtung nach Großen-Linden fuhr, an der durch die vielen Unfälle bekannten Straßengabe- hmg Frankfurter-Wetzlarer Straße im benachbarten Klein-Linden einem aus der Wetzlarer Straße kom­menden Lieferwagen ausweichen. Obwohl der Wagen nur mit mäßiger Geschwindigkeit fuhr, kam er beim Bremsen auf der vereisten Straße ins Rutschen, streifte einen Lindenbaum und rannte schließlich gegen einen eisernen Wegweiser. Der Wagen, eine fast neue Opel-Limousine, wurde stark beschädigt, konnte aber nach Auswechslung einiger Räder mit eigener Kraft in eine hiesige Autowerk­stätte gefahren werden. Der Fahrer blieb unverletzt.

Der Führer Pg. Trefz sprach hierauf den bis­herigen Mitarbeitern des Verkehrsbundes Ober- Hessen für ihre ehrenamtliche und hingebende Tätig­keit den Dank des Herrn Reichsstatthalters und seinen eigenen Dank aus und verknüpfte damit die Hoffnung, daß sie im Rahmen der Gebietsaus- fchuffe auch weiterhin ihre Kräfte in den Dienst der Rhein-Mainischen Verkehrswerbung stellen möch- ten. Er gab sodann einen Ueberblicf über die bis­herige Arbeit des Landesoerkehrsoerbandes Rhein- Main und über die weiteren geplanten Maßnah­men, wobei u. a. auch auf die am 13. und 14. Ja­nuar 1934 in Worms stattfindende erste Sitzung des Rhein-Mainischen Verkehrstages hin- wies. Er umriß dann noch kurz den Arbeitsbereich, die Zuständigkeit und den Geschäftsgang der Ge- bietsausschüffe und forderte zu reger Mitarbeit an den Werbemaßnahmen für unsere rhein-mainische Heimat auf, deren hohe landschaft­liche Reize den deutschen Volksgenossen in bester Weise zugänglich gemacht werden sollten, um auch hierdurch die deutsche Volksgemeinschaft immer enger zu gestalten.

Der neuernannte Stellvertreter des Landesfüh­rers im Gebietsausfchuß Oberheffen-Wetterau

Bürgermeister Or. Hamm-Gießen

brachte, zugleich im Namen des Stellvertreters des Führers im Gebietsausfchuß Oberhessen-Vogelsberg, Dr. Bruchhäuser, dem Führer den Dank für die Berufung in dieses Amt zum Ausdruck und be­tonte nochmals die freudige Bereitwilligkeit Ober- Hessens, an den neuen großen Aufgaben der Ver­kehrswerbearbeit mitzuarbeiten.

Hierauf sprach der Führer der L a n d e s st e l l e Hessen des Landesverkehrsverbandes Rhein-Main,

Pg. Fifcher-Oarmssa-t,

über technische Fragen der künftigen Arbeit in den Gebietsausfchüssen und über ihr Zusammenwirken mit der Landesstelle Hessen des Landesverbandes, wobei er zahlreiche wertvolle Hinweise und An­regungen für die künftige Verkehrswerbearbeit gab.

Bürgermeister Or. Hamm-Gießen

Schöffengericht Gießen.

Der Architekt G. Sch. aus Lauterbach hatte sich gestern wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit versuchtem Betrug zu verantworten. Die Haupte Verhandlung ergab, daß der Angeklagte Sub- missivnsangebvte fälschte und durch das gefälschte Formular einen Unternehmer aufforderte, bei dec. Ausstellung seines Voranschlags anders oorzugehen- Nachdem der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von drei Monaten beantragt hatte, erkannte das Gericht auf eine solche von einem Monat. Dev Angeklagte trägt die Kosten des Verfahrens.

Der Provisionsvertreter E. H. in Gießen behielt mehrere Geldbeträge, die er für Firmen eiritaffierte* ür sich. In Verbindung damit beging er eins Urkundenfälschung, um sich eine Bürgschaft zu ichern. Der Angeklagte, der in vollem Umfang geständig war, gab an, in Not gehandelt zu haben, was das Gericht veranlaßte, ihm mildernde Um« stände zuzubilligen und ihm für die Gef äng« nisftrafe von fünf Wochen bedingten Strafaufschub zu gewähren. Die Kosten fallen dem Angeklagten zur Last. Der Antrag des Anklage« Vertreters ging auf sieben Wochen Gefängnis.

Die Ehefrau Sophie Magerwirth aus Gis« ßen erhielt drei Monate Gefängnis, da sie am 2. November dieses Jahres schwere Be­leidigungen gegen die Reichsregierung aussprach.

Der 47jährige Arbeiter Johann Bent aus Kanz­lershof, der schon vielfach vorbestraft ist, hatte sich wegen Vergehens gegen den § 3 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze der Reichsregie­rung und der hinter ihr stehenden SA., SS. und St., wegen Annahme eines falschen Namens und wegen Widerstandes zu verantworten. Die gestrige Beweisaufnahme ergab, daß sich der Angeklagte am 2. Oktober in einem hiesigen Lokal in schwersten Beleidigungen der SA. und SS. erging und sein rabiates Benehmen noch auf der Polizeiwache fort« setzte, wo er einen Beamten des Sonderkomman­dos durch Faustfchläge verletzte. Das Gericht er­kannte auf eine Gesamtgefängnis st rafs von einem Jahr und vier Monaten. Den Beleidigten wurde Publikationsbefugnis auf Kosten des Angeklagten gewährt. Der Anklage­vertreter hatte ein Jahr zwei Monate beantragt

Oberfreffen.

Oen Vater erschossen.

Friedberg, 20. Dez. (WSN.) Der 18jährigS Sohn des Bürgermeisters in Rod he im v. d. H. Robert F a u l st r 0 h hatte Dienstag nachmittag eine Auseinandersetzung mit seiner Mutter. Diese rief den Vater herbei, der den Sohn, der sich auf dem Heuboden aufhielt, von dort herunterholen wollte. Dabei zog der Sohn eine Armeepistole und schoß auf den Vater, der durch einen Kopf­schuß schwer verletzt wurde. Er wurde sofort in das Friedberger Krankenhaus eingeliefert, wo er an feinen Verletzungen verstarb. Der Sohn wurde fest genommen und in bas Friedberger Gefängnis eingeliefert.

Landkreis Gretzen.

Die Ausstellung zeigt mit aller Deutlichkeit, wie geringfügig oft die Anlässe sind, aus denen schwere Krankheiten entstehen und wie leichtfertig man über Fehler in der Lebensführung hinwegzugehen pflegt, unter dem Gesichtspunkt, daß jeder einzelne der Ge­samtheit des Volkes zur Erhaltung und Mehrung seiner körperlichen Leistungsfähigkeit verpflichtet ist und daß nur ein gesundes Volk in der Lage sein kann, sich in der Welt durchzusetzen, gewinnt die Mahnung, die diese Gesundheitsschau an uns richtet, ihre besondere Bedeutung.

Im Rahmen der Ausstellung finden folgende Vor- trage und Lehrgänge statt: Donnerstag, 21. Dezem- der: Vortrag von Dr. meck. Knaufs überHäus- lidje Krankenpflege" undLeistungssteigerung durch gesunde Lebensführung". (Siehe gestrige Anzeige.)

Tagung der nationasozzalistiichen Handelsvertreter.

Ortsgruppe Gießen des Bundes nationalsozia­listischer Handelsvertreter hielt dieser Tage im Akai Soldan, Seltersweg, eine sehr gut besuchte Versammlung ab, zu der auch die Führung der Landesgruppe Hessen-Nassau des BNSH. erschienen war.

Landesgruppenführer Pg. Tigges eröffnete die Sitzung mit einem Vortrag, der die Handelsvertre­ter und Reisenden über den Reichsoerband Deut­scher Handelsvertreter aufklärte. Ferner sand er hei-zliche Worte für die zahlreich erschienenen Mit­glieder der Verbände. Im weiteren Verlauf der Sitzung erstattete Berufsgruppenleiter Pg. Schä- 1 e r Bericht über die Fachschaften des BNSH., dem man entnehmen konnte, daß mit großem Arbeits­eifer zu aktuellen Problemen, b:.» in den einzelnen Branchen auftauchen, Stellung genommen wird. Hin­sichtlich der Deutschen Arbeitsfront machte Pg. Tigges zu den in der Aussprache vorgebrachten Anfragen entsprechende Ausführungen. Danach führte Ortsaruppenführer $g. Carl Äeidig aus, daß es nicht darum gehe, Verbände und Vereine aufrechtzuerhalten, sondern darum, alle Vertreter der Branchen an einen Tisch zu bringen, damit die sozialen Belange der Vertreter endlich erreicht wer- den. Eine große Anzahl Neuaufnahmen in den Bund Nationalsozialistischer Handelsvertreter bewies diese berechtigte Forderung der Handelsvertreter. Die Sitzung schloß mit einem Sieg-Heil für unser deutsches Vaterland und seinen Führer Adolf Hitler.

brachte am Schluß der Tagung den Dank Ober- Hessens an den Landesverbandsführer Pg. Trefz und den Führer der Landesstelle Hessen Pg- Fischer für ihre wegweisende Arbeit zum Ausdruck und bat gleichzeitig den Berbandsführer, dem Herrn Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger | den D anf der Provinz Oberhessen dafür | 5" übermitteln, daß er diesen Zusammenschluß auf bem Gebiete der Verkehrswerbearbeit im Rhein- Main-Gebiet ermöglicht habe. Mit dreimaligen, von Bürgermeister Dr. Hamm ausgebrachten und von der Versammliing freudig aufgenommenen Sieg- Heil-Rufen auf unfern allverehrten Führer Adolf Hitler und feinen Vertreter in der engeren Hei- mat, Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger, sand die denkwürdige Tagung ihren Abschluß.