Ausgabe 
21.11.1933 Zweites Blatt
 
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Nr. 275 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gverhessen)Dienstag, 21.November 1955

der

Erziehung wirkenden

,, Zugent) von Langemarck" im Hessischen Landestheater.

Er werde Weiterarbeiten an der eines national denkenden und sozial Geschlechts.

schreibt der Berichterstatter,der Stolz des Grafen i t es, mit wenigen Leuten sein Rieseninstrument c us der Halle heraus und wieder hinein zu bug-

Sinnes. Der Verein sei im November 1913 ge­gründet worden. Die 20 Jahre des Bestehens brach­ten eine Fülle der Arbeit, die von Kameradschafts, geift und vom Willen zur körperlichen Ertüchti­gung getragen gewefen fei. Vieles fei erreicht wor­den in jahrelanger zäher Arbeit. Der Zeitraum der 20 Jahre umschließe aber auch viel Ruhm und viel Schmerz. Man brauche sich nur an die Zeit des Krieges zu erinnern. Sechs Mitglieder fielen auf dem Felde der Ehre; fast alle standen im Heere. Die Gedenktafel im Saale werde stets an sie erinnern. Nach dem Kriege sei die Arbeit wieder ausgenommen worden. Der schöne Rudersport habe viele wieder in seinen Bann gezogen. Der Verein aber hielt stand allen Stürmen der Zeit nach dem Kriege. Mancher Schüler, der sich dem Verein mel- bete, stehe heute, jeder an seinem Platze, seinen Mann. Die Mitgliedfchast im Verein Rudersport habe nicht Vergnügung bedeutet, sondern ernste Ar­beit in körperlicher und seelischer Anspannung.

Am 12. Oktober 1919 sei dem verein die Herbstregatta übertragen worden. Ihre Aus­gestaltung, die sie im Laufe der Zeit erfahren habe, sei vorbildlich geworden für manchen anderen Verein.

Manche wertvolle Anregung habe der Verein Rudersport gegeben. So habe der Verein seine Auf- gäbe, dem Sport zu dienen, immer voll erfüllt. Mit berechtigtem Stolz könne man heute auf das Haus sehen, das unter großen Opfern geschaffen worden sei. 31 erste Siege konnte der Verein im Laufe des Bestehens an seine Fahne heften. Zweimal wurde der Städteachter gewonnen. Viele ehrenvolle zweite Plätze haben die Mannschaften belegen können. Zwar habe der Verein sehr unter starkem Wechsel I in seiner Jugendabteilung zu leiden gehabt, stets

SJlxfpott

20 Zahle Verein Ander,pari 1913 Gießen

^Jn^Franz Gärtner findet die damalige deutsche Jugend ihren sichtbarsten Ausdruck. Wie sie'von der Maschine, dem Kontorschemel, aus der Lehre und aus der Schule fortliefen, um irgendwo 'n do' Garnisonen Deutschlands zu dienen so hat der Stu­dent Franz Gärtner die Universität verlassen, um als Kriegsfreiwilliger feinem Vaterlande zu geben was es in dieser Stunde zu seiner ®r°6e

Daß er sich mit diesem selbst gefaß en Entschluß den Absichten seiner Mutter widersetzt die als Leiterin eines für Kriegslieferungen wichtigen Wer- kes den einzigen Sohn neben sich braucht ^zur Um­stellung und Fortführung des Betriebes, ergibt den > i i >

ihm feine intellektuelle Anstrengung, kein sportlicher Kraftaufwand zu bieten vermag

Unsere Hoffnung richtet sich dabei nicht aus eine Renaissance der Hausmusik in dem Sinne, daß man sich nur alter Werte erinnert, vielmehr und das ist entscheidend wenden sich die heutigen Schaf­fenden immer stärker auch jenen kleinen Formen des Musizierens zu, die als Lied- und Spielmusiken für Liebhaberkreise bestimmt sind, und die den Ge- danken der heutigen Hausmusik nahe berühren. Die schöpferische Produktion ist stets der beste Bundes­genosse jeder Idee. Wir haben in den Werken der deutschen Meister ob wir an Bachs Wohltem- periertes Klavier oder Geistliche Lieder, an Hän­dels Kammersonaten, an Haydns Streichquar­tette an Mozarts Divertimenti, an Beetho­vens Bagatellen, anSchuberts Lieder und das lyrische Lied der Romantiker oder an moderne Laienliteratur denken die Bestätigung dafür, daß in Deutschland neben der «roßen repräsentativen Kunst auch stets der Gedanke und Wille nach haus- lichem Musizieren lebendig war

Sich in den Dienst dieses Gedankens zu stellen, die Hausmusik zu fördern und zu pflegen als einen unentbehrlichen, jedem zugänglichen Kulturwert, das ist eine wichtige Aufgabe für jeden.

Ood)fd)ulnod)ridbten

Profesfor Dr. Carl von Eicken, Direktor der Hals-, Ohren- und Nasenklinik der- Berliner Charite, ist zum Vorsitzenden der Berliner Medizi­nischen Gesellschaft ernannt worden. Professor von Eicken wirkte von 1910 bis 1922 als Leiter der Ohrenklinik an der Hessischen Landesumversitat Gießen.

Die Leitung des Deutschen Sprachatlas in Mar­burg ist dem Professor Dr. Walther Mitzka übertragen worden, der an der dortigen Union?- fität auf die ordentliche Professur für deutsche Philologie berufen worden ist. Mitzka war bisher außerordentlicher Professor an der Technischen Hoch­schule in Danzig.

Aus Grund der Verfügung des preußischen Kul­tusministers, vorläufige Maßnahmen zur Verein­fachung der Hochschulverwaltung betreffend, hat der Senat der Frankfurter Universität Professor Dr. Krieck einstimmig zur Ernennung zum Nek- tor der Johann Wolfgang Goethe-Universität vorge- schlagen und von seinem Recht, drei Personen vor­zuschlagen, nicht Gebrauch gemacht. Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat demzufolge die Ernennung Pros. Kriecks zum Rektor ausgesprochen. Wie erinnerlich, war Bros- Krieck bereits im Frühjahr einstimmig yom Senat gewählt worden und war damit der erste national- sozialistische Hochschulrektor. Mit dem neuen einftim- migen Vorschlag bekundet der Senat, daß er ge­schlossen hinter Prof. Krieck steht und die Leitung der Frankfurter Universität bei ihm in den besten H-md-n rceift. In Kurz- wird »rot Kri-<k d<- - n. zelnen Dekane ernennen, die gleichfalls nicht mehr gewählt werden.

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ieren. Es gelang vortrefflich. In sieben Minuten chwebte der Gigant draußen vor der Halle, und nun ging's hinauf. Ich sah hinüber nach den Mo­torluftschrauben", heißt es weiter,Graf vom Zep­pelin patte volle Kraft signalisiert. Das Riesenschiff itterte. Das Singen der Schrauben glich dem tief­ten Orgelton und war so laut, daß die menschliche Stimme auch beim höchsten Schreien machtlos ver- hallte. Der Graf ging mit seinem Luftschiff sehr tief hinunter, um den Einfluß zu prüfen. Den die durch den Schaffhausener Rheinfall hervorgerufenen Luft- wirbel auf fein Fahrzeug ausüben könnten. Als das Luftschiff über Luzern schwebt, klingt jubelndes Grüßen heraus. Die Straßen sind voll von bunt­gekleideten Menschen, die Dächer sind alle besetzt."

Graf Zeppelin", so schildert der Zeitungsmann aus dem Jahre 1908,steuert sein Luftschiff hin­unter und läßt es dicht über der Stadt in Kirch­turmhöhe in voller Kraft dahinschießen, mit nie­mals versagender Herrschergewalt sein Fahrzeug eber Schwenkung unterwerfend.". Besonders dra­matisch wird die Erzählung, als es quer hinüber zum Züricher See geht.Die Motoren krachten und raffelten, die Luftschrauben heulten ein dröh­nendes Lied. Dem Luftschiff wurde abgezwungen.

im ersten Akt aufflackernden menschlichen Konslikt zwischen den Pslichtausfassungen von Mutter und Sohn. Allen Widerständen zum Trotz aber setzt 'ich die Jugend durch und fällt mit singenden Lippen.

Die Aufführung vermied jede Aufdringlichkeit und bewegte sich auf reifem künstlerischen Niveau. H. Baumei st ers Spielleitung erreichte die höchste Wirkung; nirgends trat ein Nachlassen der Span­nung ein, ständig ein fesselndes Gestalten jeder ein­zelnen Situation. E. Suhr gab in ansprechenden Bühnenbildern der Gesamthandlung den stilechten bildlichen Ausdruck. E. L o h k a m p lieh der Figur des Franz Gärtner feine stets bewahrte große Gestaltungskraft, H. Laubenthal erzielte mit der Gestalt des Karl Stanz eine dem unmittelbaren Erleben nahekommende Leistung. Auch die übrigen Darsteller bildeten ein sich ausgezeichnet einfugen- des Ensemble, so daß die Ausführung ungeteilte Anerkennung fand. 1 "

Hebung eines alten argentinischen Schlachtschiffes.

Nach einer 107jährigen Ruhe auf dem Meeres­gründe soll jetzt die argentinische FregatteDer 25. Mai", das Flaggschiff des Admirals William Brown, des Begründers der argentinischen Marine, gehoben und nach den in den Archiven in Buenos Aires aufbewahrten Plänen wieder hergestellt wer­den. Trotzdem der Schiffsrumpf ungefähr fünf Me­ter tief in Sand und Schlamm steckt, hofft man die Bergung erfolgreich zu Ende führen zu können. Der Schiffskörper ist aus Holz und mit Kupfer befra­gen; die Bestückung bestand aus 36 Kanonen ver­schiedenartigen Kalibers und aus einem Mörser für Signalraketen. Die Bergung dieses Schiffes ruft die Erinnerung an einige Der ruhmreichsten Be­gebenheiten in der argentinischen Geschichte wach und läßt die imponierende Gestalt desArgentini­schen Nelson" wieder aufleben. Sein Flaggschiff Der 25. Mai" ist während der kriegerischen Aus­einandersetzung zwischev Argentinien und Brasilien im Jahre 1826 van Peru für 5000 Vfund gekauft worden. Als die Feindseligkeiten zwischen den bei- den südamerikanischen Staaten eröffnet wurden, hatte Argentinien kaum eine nennenswerte Kriegs­marine. Den energischen Bemühungen William Browns und seiner umsichtigen Führung ist es zu verdanken, daß der Grundstock für eine immerhin beachtliche Kriegsmarine gelegt wurde. Dazu ge­hörte auchDer 25. Mai", Der ursprünglich nur von drei anderen Schiffen, eine Fregatte und zwei Kor- netten, begleitet wurde. In der Seeschlacht vonLos Pozos" erwies sich Brown endgültig als ein uner­schrockener Krieger und kaltblütiger Führer. Elf argentinischen Schiffen standen 31 brasiilianische Schiffe gegenüber. Trotzdem konnte die argentinische Flotte den Sieg an ihre Fahnen heften. Etwas spä­ter, im Juli 1826, war das Kriegsglück den Argen­tiniern in der Seeschlacht von Quilmes nicht so günstig. Ihre Flotte von 8 Schiffen mit 109 Kano­nen und 800 Mann hatte sich gegen die brafuha- nifche Streitkraft von 22 Schiffen mit 300 Kanonen und 2000 Mann zu verteidigen. Brown, auf fernem FlaggschiffDer 25. Mai", erhielt eine furchtbare Salve. Die meisten feiner Schiffsleute waren tot und er selber war schwer verwundet. Er verweigerte aber die Uebergabe, und es gelang ihm, sich allmäh­lich mit den nach aufrechtstehenden Segeln aus Dem Schlachtgebiet zurückzuziehen und, mit der unbesieg­ten argentinischen Flagge am Mast, Buenos Awes zu erreichen. Aber es war ein mörderischer Sieg und eine traurige Heimfahrt Drei Tage spater sank Der 25. Mai", von 30 Schußlöchern unter der Wasserlinie nahezu zerrissen, an der Stelle, von der das ruhmreiche Schiff heute wieder an do- Tagevlicht gehobey werden soll

Jetzt, da sich derGraf Zeppelin" von seinen Südamerikafahrten erholt, um die nächste Saison mit frischen Kräften zu beginnen, jetzt, da sich alles mit einer unheimlichen Regelmäßigkeit abwickelt, müssen wir Deutschen auch des Mannes gedenken, der die rasche und gefahrlose Ueberquerung der Ozeane durch seinen genialen Erfindergeist ermög­lichte. Wie groß wäre erst die Begeisterung jenes Berichterstatters, wenn er einen Flug Friedrichs- habenPernambuco hätte mitmachen können.

Es ist zu erwarten, daß zu Beginn des Winters 1934 der Luftschiffhafen in Rio mit einer festen Halle zur Verfügung steht. Das Programm für das nächste Jahr wird im wesentlichen von dem Der letzten Fahrtenperiode nicht abweichen. Es ist mög­lich, daß im kommenden Jahr auch das im Bau befindliche VerkehrslustschiffL. Z. 129" in Ersehet- nung treten wird. Das Leben und der Geist, der in nenoev «ieu. ^u|Mu;m unuut uutit0*vu..yt.., Friedrichshafen herrscht ist der schönste Beweis für was es nur irgend hatte. Der Wind hatte sich in die friedliche Aufbauarbeit des deutschen Volkes.

Der Verein Rudersport 1913 und Aka­demische Ruderabteilung e. V. konnte in diesen Tagen auf ein 20jähriaes Bestehen in bewegter Zeit zurückblicken. Das Jubiläum wurde am Samstagabend in würdiger Form begangen. Ein Herrenabend vereinigte Mitglieder und zahl­reiche Gäste im Bootshaus an der Lahn, dessen Saal prächtig geschmückt war. Den Vorsitz für den Abend hatte Universitäts-Bürodirektor i. R. Erle übernommen. Er hieß die Gäste und Mitglieder herzlich willkommen. Besonders begrüßte er die Vertreter der SS. und SA., den Vertreter des Rektors der Universität Dr. Möckelmann, die Vertreter der Vereine GRG., Hassia,Hellas" Offenbach desSängerkranz" Gießen, des Turn- Vereins 1846, den Vertreter der 50er Bereinigun­gen u. a. m. In kurzen Umrissen zeichnete er markante Epochen des Vereinslebens und erinnerte dabei besonders an die Kameraden, die im Welt­krieg zu den Fahnen eilten und fielen Während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte, verharrte man in stillem Gedenken. Mit einem Treuebekenntnis zum Volkskanzler und zu seiner Regierung, mit einem Treuebekenntnis auch zum Vaterland schloß er seine beifällig aufgenommene Ansprache. Gemeinsam wurden sodann der erste Vers des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes gesungen.

Nachdem der GesangvereinSängerkranz mit dem Vortrag zweier schöner Lieder erfreut hatte, hielt der Führer des Vereins, Herr Lever- mann, die

Festansprache.

Nach 20 Jahren Arbeit habe man die Pflicht. Ueberschau zu halten und Rechenschaft abzulegen, klare Entscheidung zu treffen in Dingen tieferen

GrafIeppeUn"imWinterquartier

Ein Rückblick auf die Entwicklung im letzten Vierteljahichundert.

ßangemarct! - Ein ewiges Vermächtnis deutschen Jugend. So leuchtet der Name aus dem Heldentum einer großen Zeit und wird zum In- begriff höchster Opferbereitschaft zum Mahnmch für uns und kommende Geschlechter, denen gleich zu fein, die einst mit dem Deutschland-Lied auf den Lippen zu stürmen, zu sterben und noch im Tode zu siegen wußten. Heinrich ^erkaulens Schauspiel will ein Schicksalsdrama der deutschen Jugend sein. Was wir hier erlebten, war der Auf­bruch der Nation von 1914 ihre heilige Begeiste­rung, die zu jedem Opfer fähig über sich selbst hinauswächst zum siegenden Sterben von

einen Sattel eingeklemmt und zwängte sich durch den Engpaß. Es wäre ein leichtes für den Grafen gewesen, hoch zu gehen, aber feine Absicht war nicht, Widerstände zu umgehen, sondern sie aufzu­suchen. An den scharf gezeichneten Schatten des Luftschiffes sahen wir, wie es sich mühsam von Baum zu Baum quälte. Ja, auf Minuten sah es aus, als ständen wir überhaupt still, obwohl die Schrauben eine infernalische Musik machten. End­lich hatte der Mensch gesiegt. Unser Gigant steckte die Nase in das freie Luftmeer. Wie hatten uns durch den Engpaß hindurchgezwungen, und nun ging es in voller Fahrt vorwärts. Und unten im­mer Staunen und Jubel und brausendes Grüßen. Es ist ein großes Herzklopfen .."

(Lebhafter Beifall.)

Im Anschluß an die Festansprache ehrte detz zweite Führer des Vereins, Herr W a g c n e r t drei Gründer mit der Ehrennadel des Deutschen Ruderverbandes für 25jährige Mitgliedschaft int Deutschen Ruderverband, und zwar die Herren Leo Haas, Hans Hippel und August S e u * [ i n g. Eine besondere Ehrung wurde dem stet­opferbereiten Vorstandsmitglied Universitäts-Büro­direktor i. R. Erle zuteil. Ihm wurde unter Überreichung eines künstlerischen Diploms di« Ehrenmitgliedschaft des Vereins zu- erkannt. Herr Erle dankte für die Auszeichnung und versprach, dem Verein auch fernerhin mit Rai und Tat zur Seite zu stehen.

Im weiteren Verlaufe des Abends wurden dem Verein von den befreundeten Organisationen zahl­reiche Grüße und Glückwünsche zum Jubiläum zu­teil. Dr. Möckelmann sprach für den Rektor der Universität und wies auf die enge geistige Ver- bindung zwischen dem Verein Rudersport und der Ruderabteilung der Universität hin. Der Führer der GRG., Herr H o ch st ä 11 e r, betonte die freund- schaftliche Zusammenarbeit der beiden Vereine. Herr Vollmöller vonHellas" Offenbach über« brachte herzliche Grüße und eine Gabe der Er­innerung. Der Vorsitzende des GesangvereinsSän­gerkranz", Herr Flimm, wies auf die Ver­bundenheit der beiden Vereine hin. Oberreallehrer Appel würdigte als Vertreter der 50er Vereini­gungen die aufopfernde Arbeit des Führers des Vereins. Der Turnverein 1846 entbot durch Herrn Turnwart Müller herzliche Grüße. Herr Hen« kel vom Gießener RuderklubHaffia" wies auf die harmonische Zusammenarbeit der Gießener Rudervereine untereinander hin. SS.-Sturmbann- führer Nickel würdigte dankbar die Arbeit des Ver­eins Rudersport, und der Führer der MT.-Motor- SA., Dr. Schäfer, sprach von dem gemeinsamen Wollen um die Ertüchtigung der Jugend Nachdem Herr Levermann noch zahlreiche Glückwünsche bekanntgegeben hatte, beschloß Herr Erle mit . einer kurzen Schlußansprache den ofsiziellen Teil des Abends.

Besondere Anerkennung um die Ausgestaltung gebührte der Hauskapelle, die mit ausgezeichneten musikalischen Darbietungen aufwartete und stür­mischen Beifall erntete. Ein Gefellschafts- abend am Sonntag schloß den Verlauf der Jubiläumsfeier in schöner Weise ab.

Fußball am Mittwoch . 1900 (Liga) - Naunheim I.

Die Spielvereinigung hat sich für den morgigen Mittwoch, den in Preußen als Feiertag geltenden Buß- und Bettag, die Mannschaft des Sportver­eins Naunheim zu einem Gesellschaftsspiel verpflich- tet. Der Kampf wird auf dem Platz an der Lie- bigshähe ausgetragen und beginnt um 14.30 Uhr. Die Gäste aus Naunheim, die erst vor kurzem in die Kreissonderklasse ausgenommen wurden, stellen durchaus nicht irgendeinen Gegner dar, sondern eine Mannschaft, die früher in einem anderen Ver­band jahrelang den Bezirksmeister stellte und bar- über hinaus auch in Die Entscheidungsspiele um höhere Ehren eingriff. Vor kurzem erst trat die 2. Els der Spielvereinigung 1900 gegen diese Mann­schaft an und wurde von ihrem Sturm mit nicht weniger denn 12:2 Toren überfahren. Der Sturm ist die Stärke der Gäste. Wie bas Spiel gegen bie Blauweißen ausgeht, ist nicht vorherzusagen. Es

Dom Gmn der Hausmusik.

Don Professor Or. Max von Schininas f.

Können Kulturwerte unb Kulturforberungen sinn­voll burch Werbung in der breiten Oeffentllchkeit betont unb vertreten werben? Liegt es nicht gerabe im Sinne ber Hausmusik, bieser schlichtesten unb in­timsten Form bes Musizierens, bah man sie m Der ihr eigenen Sphäre bes Privaten unb 3ntimen be­läßt, baß man sie nicht zum Gegenstanb öffentlicher Werbungen, großer Kunbgebungen unb Diskussio­nen macht?

Sicher wäre diese Frage zu bejahen, wenn bas häusliche Musizieren eine so selbstverständliche unb bobenftänbige Praxis in unserer Gegenwar wäre, wie uns bies aus früheren Zetten überliefert ist, wenn eine Hausmusik-Kultur vorhanden wäre die sich nicht nur auf einzelne Liebhaber- ober Maze- natenkreise, sondern auf bie Gesamtheit bes Vol­kes, all feine Stänbe und Schichten gleichmäßig er­streckte. Dann bedürfte es so wenig des Redens, des Aufrufes, der Mahnung zur Pflege häuslichen Mu­sizierens, wie in den Zeiten der Hauskultur des Cinquecento oder der Bürgerkulturen des 17. und 18. Jahrhunderts, wo niemand über Hausmusik dis­kutierte, weil sie eben lebendiges und unmittelbares Volkseigentum war.

Wir sind heute zu bewußt, als daß wir allen Ernstes an eine einfache Rückkehr jener Zeiten beu­ten könnten, bie uns bie Musikgeschichte als Blute- zetten häuslichen unb familiären Musizierens über­liefert hat. Für uns Musiker, bie wir von dem Hier unb jetzt" ausgehen müssen, geht bie Frage darum, ob unter den heutigen wirtschaftlichen, so­zialen und kulturellen Verhältnissen eine erneute unb intensive Pflege der Hausmusik im deutschen Volke durchsührba ist.

Wir überlegen uns: Wo hat heute in ber Zeit, bie alles zur öffentlichen Angelegenheit zu machen droht, die die Menschen nach Zweck- und Ver- braudiergruppen zu organisieren und zu rationell- Heren sucht, die ihnen durch billigste Lieferung eher beliebigen Menge mechanischer Musik den Glauben an die eigene Leistungsfähigkeit zu rauben Soht, wo hat in dieser Zeit die Pflege inttmer künst­lerischer Werte im Sinne des häuslichen Musizierens Platz? Die Antwort auf diese ernste Frage wird lauten- Gerade wegen der Gesghren einer aUgemei- nen Mechanisierung und Nivellierung des Daseins, wegen der Gefahren einer etnfeHigen Jntellektua- lifierung und Auslieferung des Einzelnen an den .Betrieb" ist es dringend erforderlich ihm eine musikalische Heimstätte zu sichern, 'hm bie Möglich­keit zu geben, sich in angemessener Weise unb jen feite hoher repräsentativer Ansprüche künstlerisch- musikalisch zu bestätigen, sich Werte anzueignen, bie

Was noch vor wenigen Jahren als bejonbere hel­denhafte Leistung von bahnbrechenber Bedeutung in der gesamten Oeffentllchkeit tausendfachen Wider- hall fand unb im Mittelpunkt bes aktuellen Ge­schehens stand, ist heute beinahe zur Selbstverständ- lichkeit geworden. Ohne Aussehen, still unb geräusch­los, hat ber berühmteGraf Zeppelin" seine letzte Fahrt beendet. Wir erinnern uns noch, wie sehr feine er|Ln Uebuqueiuny..n ü.» Oz^u..^ l. gesamte Wett in Akem 11t n ): >i

ten spaltenlange Berichte. Heute hat das Luftschisf längst seine große Zuverlässigkeit bewiesen, und die Flüge nach Südamerika, die anfangs als Sensation bewertet wurden, haben sich in der letz­ten Zeit vollkommen fahrplanmäßig abgewickelt.

Das LuftschiffGraf Zeppelin", ber jetzt feinen Winterschlaf antritt, hat im fünften Betriebsjahr mit Einschluß ber Dreieckfahrt 64 Fahrten ge­macht unb dabei in 2074 Fahrtstunden 2 1 2 3 8 1 Kilometer zurückgelegt. 1314 Passagiere wurden befördert. An Bord befanden sich insgesamt 4173 Personen. In das Jahr 1933 fielen acht Südame­rikareisen mit einem Fahrtweg von 165 661 Kilo­meter. Man benötigte dazu rund 1627 Stunden. Im Südarnerikadienft wurden insgesamt 2080 Per­sonen befördert, ferner 2591 Kilo Post und 2086 Kilo Fracht. Eine gewaltige Leiftungl Von Fahrt zu Fahrt ist die Sicherheit des Luftschif­fes gewachsen. Heute darf man wohl ohne lieber- triebenheit behaupten, daß dem Zeppelin selbst die schwersten Stürme nichts mehr anhaben hönnen. Seit ber berühmteL. Z. 126" ben Ozean als erstes Luftschiff überquerte, ist bie Entwicklung sehr schnell fortgeschritten. Der Bann war gebrochen. Deutscher Unternehmungsgeist hatte den Kampf mit den Ele­menten voller Wagemut aufgenommen und glück­lich bestanden. Die zweite Fahrt über den Ozean wurde von einem neuen Luftschiff unternommen, demL. Z. 127", da berL. Z. 126" an Amerika ab­geliefert werben muhte. Bei bieser Fahrt geriet bas Luftschiff in einen gewaltigen Sturm. Die Ballon­hülle riß entzwei unb mürbe währenb ber Fahrt von ber Mannschaft unter Lebensgefahr geflickt. Seit bieser Zeit hat sich ber überseeische Zeppelinverkehr glänzenb bewährt. Die Tüchtigkeit der Deutschen Ingenieure unb bie ruhige Hand Dr. Eckeners lenkten bas Schiff burch all. Unbilben der Witterung. Wenn man anfangs die Fahrten des Zeppelins mit fieberhafter Spannung ver­folgte, nahm man sie später als eine ständige Ein­richtung hin, bie ben Reiz einer unerhörten Sen­sation allmählich verlor.

Seit Beginn bes Fährbetriebes mit bem Luftschif Enbe 1928 hat ber Zeppelin insgesamt 3 55 5 ähr­ten ausgeführt. In bieser Zeit würben beinahe breioiertel Millionen Kilometer Fahrtweg bei einer Fahrt-auer von 7351 Stunben bewältigt. Die Be- beutung bieser Zahlen wirb uns erst bewußt, wenn wir bie bescheibenen Anfänge verfolgen, aus benen sich ber Zeppelin entwickelt hat. Noch im Jahre 1908 wäre eine Ueberquerung bes Ozeans als glatte Unmöglichkeit erschienen. Erne Geschwindigkeit von 50 Kilometer war damals schon eine besonder? Leistung. In jenen Jahren unternahm der Zeppelin nur Ueberlanbflüge, bie nicht immer von Erfolg begleitet waren. Diese Flüge waren oft mit größeren Gefahren verbunden als heute eine Ozean- überquerung. Das Unglück von Echterdingen ist ein trauriges Beispiel dafür. Manch stolzes Luft schiff fiel den Elementen zum Opfer und verbrannte, ehe es gelang, alle Hindernisse zu überwinden unb ein Mvbell von absoluter Zuverlässigkeit herzustellen.

Ein Bericht aus bem Jahre 1908 zeigt Die Be­geisterung ber Passagiere, als ber Zeppelin am 1 Juli einen Ueberlanbflug unternahm:In ber grvhpn Ballonhalle war alles vorbereitet", so

aber habe er beste beutsche Jugenb unter seiner Fahne vereinigt. Die Jugenb werbe auch in Zukunft ihren Mann stehen. Die älteren Mitglieder aber seien stets selbstlos für ben Verein eingetreten. Der Verein bleibe auch in Zukunft feinen Zielen treu. Dank gebühre ben Mithelfern an ber Arbeit. Der Verein stehe fest, geschätzt unb geachtet überall.