Ausgabe 
21.8.1933 Erstes Blatt
 
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jation des verbotenen Rot-Frontkämpferbundes) so­wie eine Gruppe, deren Ziel die Zersetzung von Reichswehr, Polizei, SA., SS. und Stahl­helm, überhaupt der NSDAP., war, aufgedeckt werden. Zweck und Ziel der Organisation war die Vorbereitung einer kommuni st ischen Revolution, der Sturz der Regierung und die Errichtung eines deutschen Sowjetstaates nach russi­schem Muster. Weiter konnte eine ständige Verbin­dung dieser Organisation mit den illegalen Gruppen in anderen Städten und besonders mit der Zentrale in Berlin festgestellt und unterbunden werden. Mit Unterstützung von Angehörigen der SA. und SS. gelang es, 61 Hauptdrahtzieher festzunehmen.

Revirement im deutschen Auswärtigen Dienst.

Berlin, 19. Aug. (WTB.) Wie wir von un­terrichteter Seite hören, ist zunächst folgendes Re­virement im Auswärtigen Dienst be­absichtigt: Der Botschafter Vorehfch, der das Reich fünf Iahre in Tokio vertreten hat, erreicht demnächst die Altersgrenze, an seine Stelle wird Botschafter v. D i r k s e n kommen, der in Mos­kau durch den bisherigen Botschafter in der Tür­kei, R a d o l n y, ersetzt werden soll. Gesandter v. Rosenberg in Stockholm soll zum Botschafter in Ankara, und der frühere Gesandtschaftsrat Prinz zu Wied, der zuletzt Geschäftsträger in Budapest war, zum Gesandten in Stockholm er­nannt werden.

Kurze Unterbrechung der deutsch-litauischen Besprechungen.

K o w n o, 19. Aua. (WTB.) Nachdem in der deutsch-litauischen Wirtschaftskom­mission in der Zeit vom 9. bis 19. August das beiderseitige Verhandlungsprogramm eingehend und in freundschaftlichem Geiste erörtert worden ist, haben sich die Vertreter der deutschen Regierung heute nach Berlin begeben, um ihrem Ministerium über den bisherigen Verlauf der Besprechungen Bericht zu erstatten. Die Wirtschaftsoerhandlungen werden in Erwartung eines baldigen Abschlusses in kurzer Zeit f o r t g e f ü h r t werden.

Deutsche Reichsangehörige von den polen verhaftet.

Kattowih, 19. Aug. (WTB.) Der SA.- Mann Joseph Pohl vom Sturm 15/156 Beu­chen wurde in der Rähe des Bahnhofs Schar- Iey°Piekar von der polnischen Polizei verhaftet. Pohl, der SA.-Hniforin trug, soll in Begleitung von vier Personen die polni­sche Grenze versehentlich über­schritten haben. Er wurde dem Tarnowitzer Gericht übergeben. Auch in Rhbnik wurden von der polnischen Polizei zwei Reichsan­gehörige aus Gleiwitz verhaftet. Es soll gegen sie der Berdacht bestehen, Spionage be­trieben zu haben.

Aufklärungsarbeit durch deutsche Studierende im Ausland.

München, 18. Aug. (WTB., Der Dun- desführcr des Rationalsozialisti- schenDeutschenStudentenbundes ord­net an, daß sich alle Kameraden, die sich im Wintersemester 1933/34 auf eine ausländische Uni­versität zu Studienzwecken begeben, diese Absicht dem Auslandleiter des RSDStB. Dr. von L e e r s (Berlin-Steglitz) m i t z u t e i l e n ha­ben, ebenso später ihre Auslandadresse. Zweck Lieser Maßnahme ist die bessere Information der im Auslannd befindlichen Kameraden über die deutschen Berhältnisfe, um ihnen die Möglichkeit zu geben, aufklärend zu wirken. Alle im Ausland befindlichen Kameraden des Bundes haben zu dem gleichen Zweck ihre Anschriften mit­zuteilen.

Gonntagsparaden der irischen Blauhemden.

London, 21. Aug. (WTB. Funkspruch.) In Dublin und im ganzen irischen Freistaat fanden gesternplangemäß" trotz des Regierungsverbotes über 100 Paraden von Blauhemden in Uniform statt. Man glaubt jetzt, daß die Regierung ihre Drohung, die Rationale Garde zu verbieten, rasch ausführen muß. DeValera erklärte gestern abend, wenn er höre, daß uni­formierte Paraden von Blauhemden stattfanden, werde die Regierung die Organisation für un- ges ehlich erklären. Bei einem Feld- gottesdienst wurde eine Botschaft des Gene­rals O'Duffy verlesen, Geheimpolizisten und Po­lizei beobachteten die Feierlichkeit aus der Ent­fernung. Als sie beendet war, stieß eine K o - lon ne der irischen republikanischen Armee de Baleras gegen das Gebäude der Blauhemden vor, drang in die Büroräume ein und bemächtigte si ch der Fahne. Es entstand ein Kampf mit den Blauhemden, in des­sen Verlauf die Flagge in Stücke gerissen wurde. Die Republikaner verbrannten den Teil der Fahne, den sie sich angeeignet hatten. In Dublin herrscht Ruhe. Die Regierung hatte die wichtigsten Punkte der Stadt durch Polizeiaufgebote besetzen lassen. Die Truppen wurden in den Kasernen in Bereit­schaft gehalten. Die Mitglieder der irischen re­publikanischen Armee machten einen Aufmarsch durch die Stadt und legten Kränze an den Grä­bern von Collins und Griffins nieder.

Wettervoraussage.

Die Luftdruckoerteilung hat sich wenig verändert. Noch immer lagern Tiefdruckgebiete im Norden, wo- dur.) die Westwindströmung erhalten bleibt. Trotz der Zufuhr ozeanischer Luft, die zeitweise Anlaß zu Bewölkungsaufzug und mitunter auch zu leichten Schauern gibt, wirkt sich der hohe Druck noch aus und führt zwischenzeitlich zu Aufheiterung. Unter de - gegebenen Luftdruck- und Windverhältnissen ist jedoch eine konstante Wetterlage vorerst nicht zu er­warten.

Aussichten für Dienstag: Teils wech­selnd wolkig, teils aufheiternd, Temperaturen wenig verändert, meist trocken.

Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der Wcstwetterlage.

Lufttemperaturen am 20. August: mittags 21,9 Grad Celsius, abends 15,8 Grad: am 21. August: morgens 11,4 Grad. Maximum 21,9 Grad, Mini­mum 7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. August: abends 20,4 Grad, am 21. August, morgens 15,4 Grad Celsius. Niederschläge 5 mm. Sonnenscheindauer 5 Stunden.

SieDaWtzerTagmg derAngestellleWhrer

Danzig, 19. Aug. (TU.) Unter dem Vor­sitz des Führers der deutschen Angestelltenschaft, Gauleiter Albert F o r st e r, fanden sich die Führer der neuen Angestelltenverbände und die 13 Bczirksvorstcher des Gesamtverbandes der deutschen Angestellten im Plenarsaal des Dan­ziger Volkstages zu einer Sitzung zusam­men. Der Geschäftsführer des Gesamtverban­des, S ch l o d e r, übernahm es, im ersten Monatsbericht die Entwicklung der deut­schen Angestelltenorganisationen aufzuzeichnen. Dis zum 31. Iuli ist die Zahl der Mit­glied e r auf insgesamt 1 329 000 gewachsen. Wichtig ist für den Gesamtverband die Besetzung der Führerposten mit zuverlässigen Rational­sozialisten. Bis in die Ortsgruppen hinein sei es so gelungen, eine straffe Organisation durchzu­führen. Allmählich beginne die Riesenorganisation in der Zusammenarbeit mit den Treuhändern der deutschen Arbeit mit den Führern der RSBO. usw. ihren Wert zu zeigen. Ladenschluß, Auto­matenverkauf, Angleichung der alten Beiträge der verschiedenartigen übernommenen Verpflichtungen aus Leistungen der alten Verbände, Doppel- verdienertum, organisatorische Einzelheiten inner­halb der Verbände usw. seien die großen Auf­gaben, die vorerst zu erledigen seien, um zu wei­teren wichtigen Fragen Stellung nehmen zu kön­nen. Erfreulicherweise könne auch in der An­gestelltenschaft ein Absinken der Zahl der langfristigen älteren erwerbslosen Ange st eilten festgestellt werden.

Staatsrat Forster erklärte: Von größter Wichtigkeit sei es, daß durch Sparsamkeit und glückliche Besetzung der Aemter das Vertrauen der Angestelltenschaft zum Ge­samtverband unerschütterlich wird. Die wichtigste Aufgabe des Verbandes sei es, diesen durch ihn erfaßten Teil schaffender deutscher Menschen zu

bewußten Deutschen zu erziehen. Von außerordentlicher Bedeutung seien daher für die weitere Arbeit der Derufsverbände der Aus­bau der Iugendarbeit und des Dil- dungswesens, über das nach einer kurzen Pause der Iugendführer E ck a r d t, der aus dem DHD. hervorgegangen ist, eingehend berichtete. Deutschland gleiche heute einer belagerten Festung und unterstehe daher einer Feldlagerordnung, die besonders für die Iugend gilt. Rück­sichtslos müssen alle demokratisch-liberalistischen Tendenzen in der deutschen Angestelltenjugend ausgerottet werden. Das kürzlich durchgeführte Schulungslager in der Lüneburger Heide hat bewiesen, dah man in der Iugendarbeit auf dem rechten Wege ist. Um einen Dolkswillen bil­den zu können, ist es notwendig, rücksichtslos den Willen des Einzelmenschen zu brechen.

Die Führertagung fand am Samstag mit einem gewaltigen Aufmarsch der gesamten NS BO. Danzigs auf dem Wiebenwall ihren Abschluß. Der Aufmarsch dauerte anderthalb Stun­den. Rund 60 000 Teilnehmer der Arbeitsfront aus allen deutschen Ländern waren ausmarschiert. Nach verschiedenen Ansprachen ergriff auch der Führer der deutschen Arbeitsfront Dr. Ley das Wort. Die deutsche Revolution habe eine innerliche Erneue­rung im deutschen Volke gebracht und ihm ein neues Ziel vor Augen geführt. In den letzten 14 Jahren sei unendlich viel versprochen, aber nicht gehalten worden. Wir wollen den deutschen Arbeiter aus dem Minderwertigkeitsgefühl herausheben. Es sei die Aufgabe der Arbeits­front, ihn zu einem freien, stolzen und glücklichen Menschen zu machen. Die Lösung der sozialen Frage sei keine wirtschaftliche, sondern eine seelische Frage, eine Frage der Gesellschaftsordnung.Wir wollen den Arbeiter indie Gemeinschaft der Nation hereinholen.

Aus der Provinzialhaupistadi.

3m Dienst des Mittelstandes.

Die Förderung des Mittelstandes steht im Vor­dergrund der wirtschaftlichen Erörterungen. Die volksverbundene Wirtschaftspolitik der Reichsre­gierung sieht in seiner Förderung eine vordring­liche Aufgabe.

Dienst am Volk und seiner Wirtschaft ist das Motiv der Sparkassen: der Pflege des Mittel­standes haben sie stets ihre besondere Beachtung angedeihen lassen. Ende 1932 waren in mehr als 2 000 000 Einzelposten rd. 7,3 Milliarden Mk. Kredite der Wirtschaft von ihnen zur Verfügung gestellt. Hiervon entfielen 1,6 Milliarden Mk. auf die Landwirtschaft. 2,3 Milliarden Mk. auf den Kleinwohnungsbau, 3,4 Milliarden Mk. auf den gewerblichen Mittelstand. Aus der Postenzahl geht schon hervor, daß es sich hierbei nicht um Groh-, sondern um Klein- und Kleinstkredite han­delt, Kredite, wie sie die mittelständlerische Wirt­schaft benötigt und erhalten will. Im Durchschnitt stellt sich der Betrag einer Sparkassenhypothek auf 5510 Mk., der eines kurzfristigen Betriebskredits der Sparkassen auf 1700 Mk. Diese geringe Höhe der Durchschnittskredite entspricht dem gemein­nützigen Charakter der Sparkassen. Zwar machen Kleinkredite mehr Mühe und Unkosten als Groh- kredite, entsprechen aber der Aufgabe, die sich die Sparkassen von jeher gestellt haben, dem Gemein­wohl zu dienen.

Ministerpräsident Göring hob in seiner gro­ßen Rede vor dem Preußischen Landtag hervor, daß die Belebung und Förderung der mittelstän­dischen Wirtschaft den Sparkassen zur besonderen Pflicht gemacht sei. Die Sparkassen brauchen nur auf ihrem bereits feit langem beschrittenen Wege fortzufahren, um der Forderung, die die nationale Regierung an sie stellt, voll zu entsprechen.

Packungen mit Gutscheinen noch nach dem 1. September.

Auf eine Anfrage des Schuhverbandes für Wertreklame hat der Reichsjustizminister zu­sammen mit dem Reichswirischastsminister noch einmal die Frage geprüft, welcheZugabe-

ge sch äste" auch noch nach dem 1. September abgewickelt werden dürfen. Diese erneute Prüfung hat, wie das VDZ.-Bureau meldet, zu der An­ordnung geführt, daß alle Packungen mit Gut­scheinen, die vor dem 1. September in den Handel gebracht worden sind, auch nach diesem Zeitpunkt an die Verbraucher wei­tergegeben werden dürfen. Doch dürfen diese Gutscheine nach dem 31. Dezember nur noch durch Zahlung des wahlweise angebotenen Bar­betrages eingelöst werden. Rach dem 31. August 1933 dürfen die Gewerbetreibenden, die die Hauptwaren durch den Vertrieb an den Einzel­handel oder Zwischenhandel in Lauf fetzen, also in der Regel die Fabrikanten der Hauptware, keine Waren mehr mit Zugabegutscheinen in den Handel bringen.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag: Volks- bund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: Verein der Offiziere des 2. Großh. Hess. Infanterie-Regiments, 10 bis 13, 15 bis 18 Uhr, Logengebäude, Garten­straße 1, Ausstellung von Modellen und Bildern deutscher Ehrenfriedhöfe in Frankreich und im Osten. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die heilige Flamme".

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** Straßensperrungsnachricht, mit­geteilt vom Oberhessischen Automobil-Club E. V. (A. v. D.), Gießen: Wegen Ausführung von Bahn­gleisarbeiten wird die Straße G a r b e n t e i ch W a tz e n b o r n am 23. und 24. August für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Hausen. Ferner wird die Strecke Grebenhain Hart­mannshain im Zuge der Straße Hersfeld LauterbachOrtenberg vom 24. Auaust ab für jeg­lichen Verkehr gesperrt. Umleitung für den Fern­verkehr über RixfeldSchottenGedern und umgekehrt, für den N a h v e r k e h r über Völzberg BermuthhainCrainfeld und umgekehrt.

** Der Aufgang der Hühnerjagd in Hessen ist durch Anordnung des Staatsministe­riums vom 17. August für das ganze Land auf Montag, 21. August, festgesetzt worden.

GA marschiert.

Der große Aufmarsch der SA. -Stan­dart e 116 brachte als Auftakt am Samstagabend den

Großen Zapfenstreich auf Oswaldsgarten.

Eine dichtgedrängte Menschenmenge, die man wohl auf einige tausend Kövse schätzen kann, umsäumte den weiten Platz, aus dem die SA.-Kapelle in vor­trefflicher Weise den Zapfenstreich darbot. Die schöne Veranstaltung klang mit dem gemeinsamen Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes und mit dem Horst-Wessel-Lied aus. Hierauf marschierte der SA- Sturm 12 mit Sturmbannführer und Standarten­adjutant M ü n k e r an der Spitze, unter Vorantritt der SA.-Kapelle bei flotter Marschmusik durch eine Reihe von Straßen, geleitet von einer großen Men­schenmenge und herzlich begrüßt von den vielen Straßenpassanten, die durch die Marschmusik herbei­gelockt waren.

Am gestrigen Sonntagvormittag traten die Gie- ener Stürme zu früher Stunde an, während aus dem ganzen Gebiet der Standarte außerhalb un­serer Stadt, das die Kreise Gießen und Schotten umfaßt, die Stürme mit der Bahn, auf Lastwagen, mit Motorrädern und Fahrrädern und auch zu Fuß herankamen. In steigendem Maße wurde das Stratzenbild unserer Stadt von den marschierenden braunen Kolonnen beherrscht, die zur Versammlung zum Feldgottesdienst unter­wegs waren.

Eine kurze, besondere Feierlichkeit hatte der SA. - Reserve sturm 11 unter Sturmführer Soldan im Anschluß an das Antreten vor dem Sturmlokal im Seltersweg. Dort wurde unter dem gemeinsamen Gesang des ersten Verses des Horst-Wessel-Liedes die am Sturinlokal Soldan aushängende alte H a ken k r e u z f l a g g e, die älteste in unserer Stadt, feierlich nieder­geholt und dafür beim Gesang des zweiten Verses des Horst-Wessel-Liedes eine neue Ha­kenkreuzfahne gehißt.

Oer Feldgottesdienft auf dem Trieb.

Schoa von 8 Uhr ab war der Aufmarsch zum Feldgottesdienst auf dem Trieb zwischen der Volks­

halle und den Sportplätzen im Gange. Sturm auf Sturm rückte heran und nahm auf dem weiten Felde seinen Platz ein. Der Feldaltar war vor der Volkshalle aufgebaut und mit einer gut funktionie­renden Lautsprecheranlage versehen, so daß die von dort gesprochenen Worte auf allen Teilen des gro­ßen Geländes gut vernehmbar waren.

Dor Beginn des Gottesdienstes nahm Standarten­führer Lutter die Weihe der neuen Sturmfahnen einer Anzahl Stürme vor. In kurzen Worten erinnerte der Standartenführer da­bei an die ruhmreiche Geschichte des alten Gießener Kaiser-Regiments Nr. 116, dessen hohe Tradition die SA.-Standarte übernommen habe und eingedenk dieser bedeutsamen Verpflichtung in Treue und Eifer fortführen werde. Er erinnerte sodann an die Be­deutung der Fahne für jede Truppe und für jeden Angehö rigen der Formation als das Heiligste, das von jedem in Reih und Glied zu wahren und zu schützen sei. Nach der feierlichen Weihe der neuen Sturmfah­nen und deren Uebergabe an die Stürme fanden die neuen Fahnen, ebenso die übrigen Sturmfahnen, zu beiden Seiten des Feldaltars Aufstellung.

Der nun beginnende Gottesdienst, dessen- feier­lichen Verlauf auch der gerade um diese Zeit nieder­gehende ziemlich kräftige Regen nicht beeinträchtigen konnte, wurde von der SA.-Kapelle mit dem Choral Allein Gotl in der Höh'" eingeleitet. Anschließend legte

Pfarrer Lenz

seiner Predigt das Wort Jesu Matth. 13, 44 zugrunde:Das Himmelreich ist gleich einem verborgenen Schah im Acker, welchen ein Mensch fand und verbarg ihn und ging hin vor Freu­den über denselben und verkaufte alles was er hatte und kaufte den Acker."

Er führte dem Grundgedanken nach etwa fol­gendes aus: lieber der Pforte einer alten Fran­ziskanerkirche in Florenz findet sich die Inschrift: Ein einziger Gott, wenn er mein Feind ist, wer wird mich erretten, eine einzige Seele, wenn ich sie verliere, was bleibt mir dann noch" Gott, sein Reich, unsere Seele baä Himmelreich der höchste Schatz, ohne Gott die ewige Armut. Darum rufen wir unserem Volke zu: hüte

dich, daß Gott nimmermehr dein Feind werde, sonst hilft dir niemand. Und jedem einzelnen rufen wir ins Gewissen: Sieh zu, daß ou beine Seele nicht verlierst, sondern daß sie geborgen sei durch Christus in Gott.

Gott hat zu uns geredet in der großen Mu­tigen Regimentsgeschichte. Mancher hat da Got­tes Walten gespürt. Viele sind mit dem klaren Bekenntnis in den Tod gegangen:Wie Gott will, was liegt daran, ob ich sterbe, wenn nur Deutsch­land lebt. Solcher Opfermut ist wohl auch ein Schatz im Acker der Geschichte, und ihr jungen SA.-Stürme, denen heute neue Fahnen verlie­hen, tragt sie jenen alten Kämpfern nach in glei­chem Sinn, zu Ehren des Führers und des gan­zen Volkes, tragt sie den Iungen voran, dah sie fest werden in dem gleichen Sinn: lieber mir Gottes Wille, mein Wille darunter. Erst mein Volk, dann ich.

Opfermut und Treue sind Schätze im Acker der deutschen Geschichte. Der verborgene Schatz des Himmelreichs ist noch etwas Höheres. Das ist das Reich des Heils, das Christus uns er­worben hat. Das ist Versöhnung mit Gott durch Christi Verdienst, das ist die feste Hoffnung, dah wir im Tode nicht hinsahren in die Holle, sondern Heimkommen zur ewigen Seligkeit. Das ist der herrlichste Schah im Acker des Lebens. Wer flach pflügt, pflügt darüber hinweg: wer tief pflügt, findet diesen Schah. Dazu,soll sich nicht nur das Volk im ganzen, sondern jeder einzelne bekehren, indem er in Gottes Wort den ewigen Grund sucht, dann wird er ein Mensch, der gewurzelt ist in der Ewigkeit, und der seinen Mann steht als Got­tesstreiter in den Aufgaben der Zeit.

Dann bleibt es meist bei dem:Ein einzige« Gott, wenn er mein Feind ist, wer wird mich erretten, sondern dann sagt einer getrost wie Paulus durch Christus:Ist Gott für uns, wer mag wider uns fein. Amen.

Nach dem ChoralgesangEine feste Burg ist unser Gott" sagte

Pfarrer Or. Hemmes

als zweiter Feldprediger u. a.: Kameraden von der SA.! Der Anblick einer so großen Anzahl junger Leute in Haltung und Schneid muß mit Begeiste­rung und Zuversicht erfüllen. Je schwieriger die Ver­hältnisse sind, umso größer muß aber auch Zucht und Ordnung sein. Und wahrlich der Ausbau ist ein Riesenwerk, das nur zähester Willenskraft gelingt. Nicht in bequemem Dahinleben, bei kindischem Spiel und Tanz wachsen die großen Charaktere, die Män­ner der Tat, die Willensmenschen, die Heroen der Nation, sondern in zäher harter Arbeit, in unerbitt­licher Zucht und Strenge, in der Schule der Leiden. So soll die SA. und SS. den deutschen Menschen darstcllen, ihn empfehlen, für ihn werben.

In dem Evangelium des heutigen Tages ist von der Heilung des Taubstummen die Rebe. Der Kranke hörte wieder und sprach recht. 3a» wohl Epheta, deutsches Volk! Höre wieder auf die Stimme Gottes in dem Wunderwerk der Ra» tut, in der Offenbarung, die uns durch Iesus , Christus gegeben wurde! Höre wieder auf die Stimme der von Gott gesetzten Obrigkeit, auf die Stimme des Vaters, der Mutter in der Fa­milie, des Leiters in Gemeinde und Staat. Höre wieder auf die Stimme des Gewissens, die sich in deinem Innern erhebt.

Rede recht! Hüte dich vor Lüge und 23erleum» düng, hüte dich, gegen Religion und Vaterland zu sprechen, hüte dich vor der alles zers^lmden Kritik, die herunterreiht, aber nicht aufbaur. Gerne reden, ändere deine Sprache, verkünde das Lob Gottes, wenn du es früher unterdrückt hast, verteidige deinen Vater und dein Vaterland, schütze deine Mutter und deine Heimat, tröste, belehre, ermahne alle, die den Boden und das Land bewohnen, auf dem du lebst und liebst und leidest. Rede recht!

Ihr seht, Kameraden von der SA., der Geist ist es, der lebendig macht. Unsere Erziehung, so will es der Führer, sei national und religiös. Unter der schmucken lltuform muß ein tiefdeut­sches und ticfreligiöses Herz schlagen. Aus der gesunden Wurzel der Religion erhebt sich die edle Blüte der Vaterlandsliebe. Wer soll uns alsdann bezwingen können!

Ieht, Deutschland, streue deine Saat aus für Iahrhunderte, jetzt baue dein Haus Stein auf Stein, beuge deine Knie nicht vor der Macht der Feinde, sondern vor Gott und den er gesandt hat, Iesus Christus, dann bist du groß und stark und der Liebe wert, bann werden die Völker dich ach­ten, ja deine Freundschaft suchen, dann wird der Segen des 2lllerhöchsten auf dir ruhen und dich geleiten von Geschlecht zu Geschlecht bis in die fernsten Zeiten. Das walte Gott!

Gebet und Segen schlossen den Feldgottesdienst ab.

Die weiteren Vormittagsstunden waren trotz an­haltenden Regens mit

sportlichen Darbietungen

auf den Spielplätzen ausgefüllt. Hierbei konnte man die Beobachtung machen, daß mannigfaltiger Sport in den Reihen der SA. eine gute Pslegstatt und be­geisterte Anhänger besitzt.

Am 2kachmittag gegen 16 Uhr marschierten die Stürme der Standarte von allen Seiten nach Oswaldsgarten, wo auf dem Platze Auf­stellung zum Umzug durch die Stadt genommen wurde. Wiederum waren große Menschenmengen um Oswaldsgarten herum und in den angren­zenden Straßen als Zeugen des interessanten Ereignisses versammelt. Gegen 16.30 Uhr setzte sich

derMarsch derGtandartedurch dieStadt mit Brigadeführer Schmidt- Hanau und Standartenführer Lutter mit dem Standarten­stab an der Spitze in Bewegung. Der Marsch ging durch die Reustadt, Bahnhofstraße, ßiebig- strahe Frankfurter Straße, Seltersweg, Kreuz­platz, Sonnenstrahe, Landgraf-Philipp-Plah, wo vor dem 116er-Denkmal der Brigadeführer Schmidt den Vorbeimarsch der Stürme unter den schneidigen Marschklängen der Standarten­kapelle abnahm. Der Marsch führte weiter durch die Landgrafenstrahe, Adolf-Hitler-Wall, Kaiser­allee zum Trieb, wo die Stürme noch einmal für kurze Zeit aufmarschierten und dann nach ihren Quartieren bzw. nach Hause abrückten.

Während des ganzen Marsches durch die Stadt fanden die braunen Kolonnen überall die Bekun­dung starken Interesses und herzlicher Sympathie bei den großen Menschenmassen, die beiderseits der Marschstraßen Aufstellung genommen hatten, um hier unmittelbar Zeuge des denkwürdigen Er­eignisses für unsere Stadt und für die Standarte 116 zu sein. Allenthalben konnte man hören, dah dieser Aufmarsch als ein bedeutsames Erlebnis angesehen wurde.

Gestern abend fand m der dichtbesetzten Volks- Halle ein /