Ausgabe 
21.7.1933 Zweites Blatt
 
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Freitag, 2|. Juli 1935

183. Jahrgang

Nr. 168 Erstes Blatt

_ ^ranffudjJ^

Sturz der Aktienkurse und Warenpreise in den USA.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr.

Chefredakteur.

Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- zeigenteil i. V. TH.Kümmel sämtlich in Gießen.

MH 31. Oktober 1933 m MS Luch wichtige Fristverlängerung kann 'en, wenn der Antrag aus lblaus des 31. August 1933

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169, 22,0.0 69,91

7Nünchen, 20. Iuli. (XU.) Amtlich wird mil- gcteilt: heute abcnd sand zwischen 20 und 21 Uhr im Hotel Regina-Palas« in Gegenwart des Reichsautzenmini st ers die Zusammenkunft zwischen dem Reichskanzler und dem Präsi- denten der Abrüstungskonferenz. Henderson, statt. 3n der Unterhaltung wurden die in den Besprechungen in Berlin noch ossen- gelassenen Punkte eingehend erör­tert. Die Besprechung war um 20.50 Uhr beendet. Der Reichskanzler wurde wie immer bei sei­nem Erscheinen in München beim Verlassen des Hotels jubelnd begrüht. Auch Henderson, der kurz nach dem Reichskanzler das Hotel verlies; und sich zum HotelBayerischer Hof begab, be­reitete das Publikum herzliche Ovationen, als der englische Staatsmann begleitet von Reichs­minister v. Reurath seinen Kraftwagen bestieg. Durch die Besprechungen in Berlin und München, in denen der deutsche Standpunkt zu dem von Henderson bei der Vertagung der Abrllstungskonse- rcn; in Gens skizzierten Punkten eingehend dar- gelegt wurde, ist die Möglichkeit gegeben, den Meinungsaustausch über die Abrü­stung s s r a g e mit dem Ziel der Errichtung eines Abkommens f o r t; u s e h e n. Allerdings dürste nach Meinung unterrichteter Kreise die von hen- dcrson in Berlin der Presse gegenüber als wün- schenswert bezeichnete Zusammenkunft zwi­schen dem R e i ch s k a n ; l e r und dem französischen Ministerpräsidenten D a l a d i e r doch noch eine weitere diplomatische Vorbereitung erforderlich machen.

Henderson wird die Stadt auf einer Rundfahrt besichtigen und um 12.25 Ahr s e i n e R e i s e n o ch Paris fortsehen. Reichsautzenminister von Reurath wird München ebenfalls am Areitagvor- mittog verlassen. .

ziehen. Diese Behauptung entspricht nicht nur ihrem inneren Gehalt nach allen Tatsachen, son­dern übersieht so geflissentlich alle Aeutzerungen der Reichsregierung, daß man sie nicht auf die ebenfalls vorhandene völ­lige Lerständnislosigkeit allein zurückführen kann, andern daß hier der Mangel eines guten Willens, ja die Absicht, die Abrüstungskonferenz um jeden Preis zu torpedieren, allzu sichtbar wird.

neue Verkehrswege gebaut werden, das ostpreutzische Gewerbe wird endlich wieder Absatzmöglichkeiten inden. Ostpreußen wird zum Anziehungspunkt für die siedlungsbereite Jugend der übrigen Stämme. Um die kulturelle Besonderheit Ostpreußens aufrecht­zuerhalten und auszubauen, wird die Königs­berger Universität zu einer Nationalunioer- ität umgebaut. So wird das neue Ostpreußen den Menschenstrom von Osten nach Westen rückläufig machen und eine neue Epoche deutscher Kolonisation im Osten einleiten. Vo n Bollwerk des Deutschtums in Ostpreußen aus wird jene künftige Ostpolitik ihre Brücken zu schalgen haben, die in eine größere und bessere Zukunft führen.

Oer erste Arbeiisamisbezirk ohne Arbeitslose.

Königsberg. 21. Juli. (WT2. Funkspruch.) Die Kreise Löhen und Johannisburg sind heute von sämtlichen Arbeitslosen frei geworden. Damit ist der Arbeits­amtsbezirk Lyck, zu dem u.a. diese beiden Kreise gehören, der erste deutsche Arbeitsamts- bezirk ohne Arbeitslose.

Der Reichskanzler empfängt den Präsidenten der Abrüstungskonferenz.

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Preisrückgänge.

In Chikago wurde der handel mit Getreide durch Börsenbeschluß für Freitag untersagt. Auch der handel auf Basis wöchentlicher Termingeschäfte wurde aufgehoben. Die für Freitag abge­schlossenen derartigen Transaktionen sind für null und nichtig erklärt worden. Die übrigen amerikanischen Produktenbörsen werden voraussicht­lich ähnliche Maßnahmen treffen.

Das Dollfuß-Regiment , in Oesterreich.

Innsbruck, 20. Juli. (WTB.) Aus dem Landesgericht wurde der Nationalsozialist Alms Benigni nach dre iwöchiger Haft f r e i - gelassen. Die Freilassung eines zweiten Na­tionalsozialisten Robert Bechtold steht bevor. Beide waren seinerzeit wegen des An s ch l a - ges auf dieDezirkshauptmannschast in Kufstein verhaftet worden, müssen aber jetzt freigelassen werden, da sich keine Beweise für ihre Beteiligung an dem An­schlag ergeben haben.

Tlnerhörte Strafen wurden von oer Bezirrs- hauptmannschaft in Kufstein über Nationalsozia­listen verhängt. Der Rechtsanwalt Dr. P r a n t - ner wurde zu einer Arre st st rase von einem Monat, zu einer Geldstrafe von 1000 Schilling und zu einer Berwaltungsabgabe von 130 Schilling verurteilt, weil er angeblich seinen Hund,Dollfuß" genannt hat. Wegen Teilnahme an der Grenzland­kundgebung in Kiefersfelden wurde der Ho­telbesitzer Egger und eine Frau namens Suppen­möser zu je 2000 Schilling Geldstrafe

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Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Zukunfisland Ostpreußen

Ostpreußen wird preußische Musterprovinz.

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kamen, haben die Gesuche auf Bewilligung der Aufenthaltserlaubnis und die dazu gehörigen Un­terlagen heimlich an sich gebracht und deren TI n te r s ch r i f t gefälscht. Der Hauptange- klagte Weinberger, der in Berlin eine kleine Schokoladenfabrik besaß, hat die Polizeibeamten durch kleine Geschenke und Gcldzuwendungen und durch Versprechungen von Darlehen so stark an sich gekettet, daß er es zum Schluß sogar wagen konnte, dem Angeklagten Iaeschke mit d e r A n - zeige seiner Verfehlungen zu drohen, als dieser die sich mehr und mehr häufenden Auf­träge nicht mehr erfüllen wollte.

Weitere Einheitslisten zur Kirchenwahl

3n bisher 19 Gemeinden Berlins er­übrigt sich eine Kirchenwahl, da Einheits- l j st e n eingereicht wurde. In neun Gemeinden sind die Deutschen Christen auf diesen Vorschlägen mit 100 Prozent vertreten. In 10 Gemeinden schwankt das Prozentverhältnis zwi­schen 60 und 98 Prozent. Die Gemeindevertretung der größten Kirchengemeinde Deutschlands, W i l mersdorf, besteht zu-75 Prozent aus Deut schen Christen.

Da in den meisten Städten Oberschlesiens eine Einheitsliste .Deutsche Christen" zustandegekom- men ist, werden am Sonntag voraussichtlich nur in Beuthen und Hindenburg Kirchenwahlen stattfinden.

Für die Pfälzische Landessynode er­übrigt sich am Sonntag die Wahl, da hier nur e i n WahlvorschlagDeutsche Christen" eingereicht wor­den ist.

OerReichsparteiiag der NSDAP, in Nürnberg.

Berlin, 20. Juli. (CNB.) lieber die Durch­führung des Reichsparteitages der NSDAP., der am 2. und 3. September in Nürnberg stattfinden wird, sind, wie die NSK. mitteilt, viel­fach unzutreffende Meldungen verbreitet worden. Es ist nicht geplant, die gesamte Par- teigenossenschaft der NSDAP, in Nürn­berg zusammenzuziehen, sondern es wird sowohl die SA. wie die HF. und die Amtswalterschaft der Partei und NSBO. nur ein bestimmtes Teilnehmerkontingent zum Parteitag nach Nürnberg entsenden. Jeder Teilnehmer erhält eine Teilnehmerkarte, ohne die ein Besuch des Parteitages verboten sein wird. Diese Maßnahme ist notwendig, um eine Zusammenballung zu großer Menschenmassen in Nürnberg, die technisch unmög­lich ist, zu vermeiden. Durch öffentliche Heber« tragungen aus Nürnberg wird aber ganz Deutschland den Parteitag miterleben.

Umbrandet von der slawischen Flut, liegt Ost­preußen wie eine losgerissene Insel in hem von politischen Stürmen wildbewegten Meer. Don der Landflucht am schwersten betroffen, drohte Ostpreu­ßen allmählich den Angriffen zu erliegen, die von polnischer Seite planmäßig auf wirtschaftspolitischem und bevölkerungspolitischem Wege vorgetragen wur­den. Wäre die ostpreußische Bevölkerung nicht so unerhört zäh und widerstandsfähig, wer weiß, ob nichp Polen längst den Uebersall vorgenommen hätte und mit bewaffneter Macht in Ostpreußen einmar­schiert wäre. Aber gerade die ostpreußische Bevölke­rung beweist, wie segensreich das Zusammenleben und Verschmelzen der Angehörigen aller Stämme des Reiches sich auszuwirken vermag. Masuren und eingewanderte Salzburger, die Nachkommen der deutschen Ordensritter, -und rheinische Bauern, sie alle haben hier gewissermaßen einen neuen deutschen Volksstamm geschaffen, der fern im deutschen Osten sowohl eine geistig-schöpferische Fruchtbarkeit als auch politische Zielstrebigkeit ver­bindet. Die Sinnlosigkeit des Versailler Diktates, das Ostpreußen vom Reiche trennte, aber hat dem seines Hinterlandes beraubten agrarischen Ostpreu­ßen die allerschwerste Bedrohung gebracht. 56 Pro­zent der erwerbstätigen Bevölkerung sind in Lond- und Forstwirtschaft tätig. Nur 19 Prozent werden von Handwerk und Industrie beschäftigt. So war es wohl unausbleiblich, daß die deutsche Agrar­krise in erster Linie zu einer Krise Oftpreu» ßens führen mußte. Hinzu kam, daß der Groß- grundbesi^ nicht immer verstand, in seiner Betrieb- sührung Schritt zu halten mit der Gntensioierung der Bodenbearbeitung. Das gesamte nach Ostpreu­ßen zur Sanierung hingegebene Geld vermochte der Landwirtschaft nicht entscheidend zu helfen. Denn solange die Agrarstruktur Ostpreußens nicht von Grund auf geändert wird, kann die Landwirt­schaft dort nicht gesunden.

Kraftfahrzeuge.

m Markt für Kraftsahr- m Juni hinein fortgesetzt. )urde der öaisonhöhchunkt ncht. Im 3imi flaute das 6. In diesem Jahre lagen Juni im arbeitstäglichen Da 5 Prozent über dem (Häufige Saisontendenz nefynenbe hnjunttureüe LSie Zulassungen Za­uber denen des Jcchres >er denen von 1930.

fabrilneuerLast« gen haben in Mi und , (gegenüber 1932 um 62 er zeigt sich im Juni noch ahme des Absatzes. Die i fabrikneuer Kraftwagen ien im Mi 1933 364,0 und 364,8 in 1931. Für »enden Ziffern 382,7 gegen Kai 1933 wurden arbeite gen zugelassen gegen 27,8 im Mi 1931. Für den len 45,7 gegen 28,2 bzw.

Mörse schwächer.

20. Juli. An der AbeB- hmungslust aus rmal d e rncut schwache Kurse mel tens der KundMlaum Spekulation verhielt lei minimalen K atzen Mkurse kaum behauM en 1 Prozent fester, w- auf der heutigen (g. &mg der Wirtschaft

Die Mitteilungen über die Münchener Be­sprechungen zwischen dem Reichskanzler und dem Präsidenten der Abrüstungskonferenz, sind knapp gehalten, aber nichtsdestoweniger recht aufschluß­reich. indem sie das Gesamtergebnis der deut­schen Berhandlungen mit Henderson feststellen. Das Ziel bleibt die Erreichung eines Ab- kommens auf der Abrüstungskonfe­renz, und Henderson wird in Berlin wie m München haben feststellen können, daß Deutsch­land loyal und konsequent auf die­ses Ziel hinarbeitet. Die Tür für weitere Berhandlungen, bei denen Deutschland den gleichen Geist der Dersönlichkert zeigen wird, wie bisher, bleibt offen. Hen­derson scheint in München nunmehr offiziell eine Zusammenkunft zwischen dem Reitth s- kanzler und dem französischen Tltni- sterpräsidenten vorgeschlagen zu haben Wie die deutsche Politik hierzu steht, ergibt sich klar aus dem gestrigen Kommunique: eine derartige Zusammenkunft würde einer ein­gehenden diplomatischen Borbereitung bedürfen.

Die Llnterzeichnung des Biermächtepaktes ge­nügt an sich nicht, um die Boraussehungen für den Erfolg einer direkten deutsch-französischen Aus­sprache zu schaffen. Mit gutgemeinten Impro- Difationen, wie sie Henderson offenbar im Sinne hat, sind die tiefgehenden Gegensätze zwischen Deutschland und Frankreich nicht aus der Welt zu schaffen. Außerdem ist das Abrüstungsproblem keine deutsch-französische Kontro­verse, sondern eine Angelegenheit, in der der französische Standpunkt auch zu denjenigen der meisten anderen Konferenzteilnehmer, ja zur Idee der Abrüstungskonferenz t m Widerspruch steht . Solange man in Paris diese Verantwortung Frankreichs leugnet, und da­für Tag für Tag die Schuld für die Schwierigkeit ten der Abrüstungskonferenz auf Deutsch­land schiebt und den zu diesem Zweck erfundenen Begriff der deutschen Aufrüstung als Vorwand für die Verweigerung der'kleinsten Abrüstungs­maßnahme nimmt, müssen die Verständigungsaus­sichten sowohl zwischen Frankreich und der Ab­rüstungskonferenz wie auch zwischen Frankreich und dem abgerüfteten Deutschland als sehr ge­ring erscheinen.

Pariser Quertreibereien.

Hendersons Anregung findet in Paris kein gutes Echo.

Paris, 20.Juli. (CNB.) Wenn auch die An­regungen Hendersons, eine deutsch-franzö­sische Aussprache könne die Zwecke der Ab­rüstungskonferenz fördern, keine offizielle diploma­tische Aktion waren, so hat schon dieser Versuch, noch einmal eine konstruktive Lösung des Abru- stungsprAblerns zu ermöglichen, das heftige Mißfallen der französischen Presse erregt. So erklärt das Coty-BlattAmi du Peuple", Hendersons Vermittlung sei für Frankreich zu foftfpielig. Frankreich werde feine Angelegen­heiten am besten selbst regeln, wobei Eile nicht notwendig wäre.Ordre" versucht die Stellung Hendersons mit dem Hinweis darauf zu diskreditie­ren, daß Henderson in seinem Lande überhaupt nichts mehr bedeute und doch die militärischen Ge­schicke, und das bedeute ja die Existenz überhaupt,

verurteilt. Wegen Aufhängung eines Hitlerbildes in feiner Wohnung erhielt Emil Kurz 1 4 Tage Arrest. Drei Nationalsozia­listen erhielten wegenSingens desHorst- Wesfel - Liedes je 14 Tage Arre st. Da außerdem viele ehemalige Nationalsozialisten kür­zere Arreststrafen wegen verschiedener Vergehen absihen, ist das Gefängnis in Kufstein dauernd überfüllt.

Warschau, eine Stadl in Waffen.

Englische Beobachtungen in Polen.

London. 20. Juli. (TU.) Ein Sonderbericht­erstatter desDaily Telegraph" befaßt sich mit der Lage in Warschau, das eine Stadt in Waffen sei. Jeder Fremde habe sofort beim Betreten von Warschau den Eindruck, als ob die Stadt nur von Menschen in Uni­form bevölkert fei. Warschau sei eine Mi­litärstadt und der Nährboden f ü.r eine gründliche militärische und milita­ristische Propaganda. Die Soldaten in ihrer Uniform stächen die Zivilbevölkerung Döflig aus. Man könne sich unmöglich dieser Atmo­sphäre einer dauernden militärischen Bereitschaft entziehen. Die führenden Bür- ger Warschaus machten auch nicht den geringsten Hehl über ihre Ansichten zur militärischen und politischen Lage. Sie seien auf die militä­rische Macht Polens sehr stolz und versicherten immer wieder, daß, falls Deutsch­land den Korridor angreife, Polen sofort d i c deutsche Grenze überschreiten und innerhalb von drei Wochen die Linden in Berlin entlangmarschieren werden.

Oer Bestechungsskandal beim Berliner Fremdenamt.

Berlin, 20. Juli. Wie die Justi^pressestelle mitteilt, hat die Staatsanwaltschaft nunmehr in dem aufsehenerregenden Skandal um die Vor­kommnisse beim Fremdenamt Berlin ge­gen 28 Beteiligte Anklage erhoben. 25 der Angeklagten sind polnische bzw. staatenlose Juden, denen es durch Bestechung möglich wurde, wider­rechtlich die Auf enthaltserlaubnis für Deutschland zu erlangen und hier ihre wenig einwandfreien Geschäfte zu treiben, wäh­rend Millionen deutscher Volksgenossen brotlos auf der Straße lagen. Der staatenlose, in Ruß­land geborene Kaufmann Lejb, genannt Leon Weinberger, hat nach dem Kriege in Deutschland eingewanderten Ostjuden die Auf­enthaltserlaubnis vermittelt und sich im Einzelfall dafür 300 bis 1 000 M k. zahlen lassen. Die angeklagten Pvlizeibeam- ten Iaeschke und Marx, die für die von ihnen vorgenommenen Tlrkundenfälschungen je­weils 3 bis 25 Mk. von ihren Auftraggebern be-

Berlin, 20. Juli.'(CNB.) In den USA. er­folgte am Donnerstag ein Sturz der Aktienkurse und Warenpreise, der wohl eine der größten, wenn nicht die größte Baisse darstellt, welche in der Geschichte der Vereinigten Staaten jemals zu verzeichnen war. Wohl offenbar als Folge des Vor­gehens des amerikanischen Senators Thoms, der in Telegrammen an die Neuyorker Fondsbörse und die Chikagoer Getreidebörse die Möglichkeit der Einleitung eines Propaganda­feldzuges angedeutet hatte, mit dem Ziele, d i e Börsen entweder völlig zu schließen oder zumindest unter Staatsaufsicht zu stellen, machte sich an den meisten Warenmärkten und an der Wertpapierbörse eine allgemeine Abgabe- Neigung geltend. Arn stärksten betroffen wurden am Aktienmarkt sog.n a s se Wert e" (d. h. die Aktien von Brauereien und Spritfabriken), die bis 18 Dollar verloren, während von Getreide am mei­sten Roggen gedrückt war, dessen Wert sich am Chikagoer Terminmarkt gegenüber dem Montags­schluß, also innerhalb der drei letzten Tage um mehr als 35 v. H. verminderte. Bei Mais betrug der Preissturz 23 bis 30 o. H., bei Hafer etwa 27 v. H. und bei Weizen etwa 21 bis 22 v.H. Baum- wolle, Kaffee und die meisten übrigen Waren­märkte zeigten gleichfalls ungewöhnlich starke

Ostpreußen aber kann und darf nicht verloren gehen. Alle Gründe des deutschen Lebens sprechen für dieses altpreußische Kernland. Die Landesver­teidigung kann Ostpreußen niemals entbehren. Kul­turpolitisch ist Ostpreußen ein viel stärkerer Faktor, als man es im Reiche ahnt. Bevölkerungspolitisch aber würde bestes und wertvollstes deutsches Volks­tum der Polonisierung anheim fallen, wenn nicht jetzt rasch Hilfe geschaffen würde. Diese Hilfe ist je­doch nur möglich, wenn ein grundlegender Umbau der gesamten ost preußischen Wirtschafts st ruktur erfolgt. Diesem Plan diente der Besuch des ostpreußischen Oberpräsiden- ten Koch beim Reichskanzler. Ostpreußen muß m Zukunft nicht nur d i e preußische Muster- provinz werden, sondern in seinem Gebiete müs­sen alle jene Maßnahmen vorbildlich durchgeführt werden, die schrittweise auf andere Teile des Reiches ,3U übertragen sind. Die ersten Erfolge konnte der Oberpräsident bereits dem Führer melden. Einer großen Gesamtanstrengung aller Bevölkerungsschich- ten der Provinz ist es im ersten Anlauf gelungen, in wenigen Wochen fünf Kreise Oßp reu - ßens frei von Erwerbslosen zu machen.

Der Landwirtschaft und damit dem Urquell der deutschen Volksgesundheit kann nur mit Aussicht auf Dauer geholfen werden, wenn man die Der- b r a u ch e r a n d i e E r z e u g e r h e r a n b r i n g t Deshalb ist es notwendig, daß Ostpreußen nicht reines Agrarland bleibt, sondern in Zukunft dort auch Industrie angesiedelt wird. Schon einmal gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts ist dieser Ver­such gemacht worden. Er scheiterte daran, daß Ost­preußen ein rohstoffarmes Land ist, und die Indu­strie damals der Auffassung war, sie könne nur dort wirtschaftlich arbeiten, wo Kohle und Eisen unmittelbar aus dem Boden gewonnen werden können. Für Ostpreußen steht der Seeweg so- wohl aus dem Reiche als auch aus «chweden zur Verfügung. Der Seeweg ist billig, und der Neuauf­bau eine rostpreußischen Industrie braucht auf die fehlenden Rohstoffe keine Rücksicht mehr zu nehmen. Hinzu kommt, daH die L e b e n s h a l t u n g in dem agrarischen Ostpreußen erheblich wohlfeiler ift als im Reich und genügend Land zur Verfügung steht, um die Arbeiterschaft anzusiede I n. Es kommt also darauf an, daß die Industrien m Ostpreußen Filialbetriebe aufmachen und hier oorbildliche Ar- bcitsfieölungen für die industrielle Arbeiterschaft entstehen. Die Reichsregierung wird in Zukunft diese neuen ostpreußischen Jndustriefilialen bei der Verteilung von Aufträgen bevorzugt behandeln.

Industrie und Neusiedlungen aber werden sich auf das Segensreichste für die gesamte übrige Wirtschaft auswirken. Die Märkte agrarischer Produkte werden Abnehmer finden. Neue Schulen müssen entstehen,

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beinahe aller Länder der Erde in die Hand ge­nommen habe.Ouotibien" spricht in ironischem Ton von derReise-Diplomatie" Hendersons, der wie ein blinder Oedipus von Stadt zu Stadt ziehe. Das Blatt ergeht sich bann in den unglaublichsten Unterstellungen gegen Deutschland. Entgegen den klaren und eindeutigen Feststellungen, die der Herr Reichskanzler in seiner großen Mai- Rede getroffen hat, wird immer wieder mit der Behauptung operiert, die nationale Regierung I wolle Deutschland in einen Krieg'

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