Ausgabe 
20.11.1933 Erstes Blatt
 
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g e b u n g der Deutschen Arbeitsfront stattfinde, an der sämtliche Minister. Treuhänder der Arbeit. Amtswalter der Arbeit, sowie die Mitglieder des kleinen Konvents der Deutschen Arbeitsfront und alle weiteren maßgeblichen Dienststellen der Partei, der Deutschen Arbeitsfront und NSBO. teilnehmen.

Festanzug

für die Deutsche Arbeitsfront.

Berl.in. 18. Nov. (WTB.) Das Presseamt der Deutschen Arbeitsfront teilt folgende Anordnung des Führers der Deutschen Arbeitsfront mit:

Für die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront wird ein Festanzug geschaffen, der von ihnen b e i allen Veranstaltungen der Deutschen Arbeitsfront getragen wird, ebenso ein Abzeichen, das immer zu tragen ist. Der Fest­anzug ist von dunkelblauer Farbe und besteht aus einem zweireihigen Rock und langer Hose, dazu eine blaue Tellermütze in der Form der Schirm­mütze der alten Armee, an der sich anstelle der Kokarde das gestickte Abzeichen der Deutschen Ar­beitsfront befindet. Das Abzeichen besteht aus einer runden Plakette, ein Zahnrad darstellend, in dem sich das Hakenkreuz befindet. Zu dem Anzug wird ein weißes Oberhemd und Kragen mit schwarzem Binder getragen. Schwarze Schuhe vervollständigen den Anzug.

Der Festanzug kann von dem Schneidergewcrbe ongefertigt werden nach Maßgabe der Vorschriften der Reichszeugmeisterei. Wie es in einer weiteren Anordnung heißt, soll dieses Ehrenkleid den schaffen­den deutschen Menschen ohne Unterschied des Stan­des als Mitglied der deutschen Volks­gemeinschaft kennzeichnen und damit seine Stellung als vollwertiges Glied der Ge­sellschaft festlegen.

Das Winterhilfswerk der Hitlerjugend.

Auch der Reichspräsident nagelt ein Wappenschild.

B e r l i n, 19. Roo. (TU.) Berlin stand am Sonn­tag im Zeichen der Hitlerjugend, die mit der Nage­lung der Hitlerjugend-Wappenschilder für die Win­terhilfe mit der Tat eintrat. Durch jeden Nagel flös­sen der Winterhilfe fünfPsennig zu. Von der Bevöl­kerung wurde diese großzügige Aktion mit Begei­sterung unterstützt und schon am frühen Morgen setzte überall rege Tätigkeit ein. Am Platz vor dem Reichstag und vor dem Brandenburger Tor erschie­nen zahlreiche Regierungsmitglieder, um hier die Nagelung oorzuneymen. Am Brandenburger Tor hielt der Reichssportführer von Tschammer und Oft en eine kurze Ansprache, in der er darauf hinwies, daß die Idee der Nagelung den Sozialis­mus der Tat verkörpere. Nach G r a f L u ck n e r, der ebenfalls von allen begeistert begrüßt wurde, er- schien Reichsminister Dr. Goebbels und nahm unter dem Jubel der Bevölkerung die Nagelung vor. Inzwischen hatte sich eine Abteilung des Unter­bannes West in die Vorhalle des Reichs­präsidentenpalais begeben, wo auch der Reichspräsident seinen Willen zeigte, mit der Jugend gegen Hunger und Kälte zu kämpfen. Auf dem Alexanderplatz nagelte der Berliner Polizei­präsident von Levetzow und vor dem Rathaus kamen bekannte Kommunalpolitiker und Derwal- tungsbeamte ihrer Nagelpflicht nach. Auf dem Horst- Wessel-Platz waren alle Formationen des Bannes 202 angetreten und begrüßten den Reichsjugend' führer Ba l d u r v 0 n S ch i r a ch, der hier die Na- ielung oornahm. Auch der Potsdamer Platz bot ein elienes Bild. Hier fand wie auch auf anderen Zlätzen ein Platzkonzert statt.

Baldur von Schwach dankt der Jugend.

Berlin, 19. Nov. (CNB.) Nach dem so erfolg­reichen Abschluß des Tages der Jugend für das Winterhilfswerk richtet der Reichsjugendführcr Baldur v. Schirach folgende Dankesworte an die nationalsozialistischen Iugendverbände:

Kameraden der Hitlerjugend, des Jungvolks und des Bundes deutscher Mädels! Durch Euren unermüdlichen Einsatz ist der Tag der Jugend weit über meine Erwartungen h i n- aus erfolgreich gewesen. Ich danke Euch tief beglückt für diese Eure selbstlose Tat, durch die Ihr Zehntausende vor Hunger und Kälte bewahrt habt, das ganze Volk aber mit einer neuen Offenbarung unserer heiligen Kameradschaft beglückt habt. Ganz Deutschland ist stolz auf Euch.

Heil Hitler!

Euer Baldur 0. S ch i r a ch.

Berlin, den 19. November 1933."

Fünf Lahre schweren Kerkers für den Doiluß-Attentäter.

Wien, 18. Nov. (WTB.) Der Prozeß gegen den Dollsuß-Attentäter Bertil fand heute vor dem Schösfensenat des Landgerichtes Wien I statt. Der- tll, der 22 Jahre alt ist, hat, wie erinnerlich, am 3. Oktober d. I. in der Vorhalle des Parlamentes zwei Revolverfchüfse aus nächster Nähe auf den Bundeskanzler Dr. Dollfuß abgegeben, und diesen unerheblich verletzt. Bertil wollte durch das Attentat die Aufmerksamkeit der Oesfentlichkeit auf seinen Stiefvater Br. Raimund Günther lenken, der nach Ansicht des Täters allein in der Lage sei, Oesterreich aus den Schwie­rigkeiten zu befreien, in denen es sich befinde. Die Anklage lautet auf Mordversuch, während D. jede Tötungsabsicht bestreitet.

Auf eine Frage des Vorsitzenden erklärt Bertil, er sei Anhänger der Heimwehr gewesen, erst als diese ihre Mission nicht erfüllte, habe er sich gedacht, vielleicht seien die Nationalso- zialisten imstande, das ganze System zu besei­tigen. Als Partei habe er die Nationalsozialisten ab- gelehnt, da sie die Juden bekämpfe und den An- schluß wünsche. Dies habe mit seiner Ueberzeugung nicht übereingestimmt, und deshalb sei auch er mit- der ausgetreten. Daß er keinRational- s 0 zialist sei, gehe am besten daraus hervor daß er mit seinem eigenen Bruder wegen dessen Zuge­hörigkeit zur Partei in Streit lebe und ihn sogar einmal der Polizei übergeben habe. Er habe mit keinem Menschen vorher über die Tat gesprochen. Auch habe ihn niemand dazu veranlaßt. Er habe auch mit keinem Nationalsozialisten über den An- schlag gesprochen.

Bertil wurde wegen versuchten Mordes zu fünf Jahren schweren Kerkers mit einem ^a'l tag vierteljährlich und mit Dunkelarrest an jedem 3. Oktober verurteilt.

Oer Tag des Deutschen Handels in Braunschweig.

Branschweig, 18.Nov. (TU.) Die Vorberei­tungen Braunschweigs zum Tag des Deutschen Han- dels hoben alle Erwartungen übertroffen. Nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in den äuße­ren Stadtteilen sieht man keine Straße, kein Haus, ja kein 5 e n ft e r ohne Schmuck. Am Bahnhof sind große Lautsprecher ausgestellt, die den Verkehr, der bereits in den Vormittagsstunden gewaltig an­schwoll, regeln. Als erster Sonderzug traf eine an­sehnliche Schar lustiger Schwaben aus Stuttgart ein und dann folgte SonderzugaufSonder- z u g. In der Stadt selbst sind markante Gebäude aus der Hansazeit nachkonstruiert und geben Braun­schweig wieder das Ansehen einer mittelalterlichen Stadt.

Bereits am Nachmittag traten zahlreiche Spitzenverbände zu Sondersitzungen zusam­men und neben ihnen für sich etwa 5 0 Reichs- f a d) f d) a f t e n zu Beratungen. Der R e f 0 f e i, Reichsverband Deutscher Kaufleute des Kolonial­waren-, Feinkost- und Lebensmittel-Einzelhandels e. v., die einzig anerkannte Berufs- und Fachorgani­sation des mittelständischen Lebensmittelein­zelhandels, hatte einen großen Teil der an dem Tag des Deutschen Handels teilnehmenden Mitglie­derkreise aus allen Teilen des Reiches ebenfalls im Hofjäger" zu einer Führertagung versammelt. Auch der Reichsoerband des Deutschen Groß- und Ueberseehandels hielt am Nachmittag in der Stadthalle eine Tagung ab, auf der die hanseati­schen Wirtschaftsführer Reden programmatischen Inhalts hielten, so Staatsrat C. C. Fritz Meyer, der regierende Bürgermeister Hamburgs, Carl Vin­zenz Krogmann, der Präsident der Hamburger Handelskammer, H. V. Hübbe, der Vorsitzende des Vorstandes der Hamburg-Amerika-Linie, Max O b 0 u s s i e r sowie der Vorsitzende des Vereins Hamburger Exporteure, Heinz H. E. Justus.

In Anwesenheit des Führers der Deutschen Ar­beitsfront, Staatsrat Dr. Ley, und des Führers des Reichsstandes des deutschen Handels, D r. von Diente In, fand am Samstagabend im Braun- schweizer Landestheater die feierliche Eröffnung des Tages des deutschen Handels statt. Der braun­schweigische Ministerpräsident Klanges begrüßte die Versammlung, auf der die Einheit und (3c- chlossenheit des deutschen Handelsstandes und seine chicksalhafte Verbundenheit mit der Volksgemein- chaft bekundet werden solle. Der Nationalsozialis­mus habe dem Menschen seine beherrschende Be­deutung für die Wirtschaft wieder zuerkannt, nicht die Ware sei der wirtschaftliche Wert, sondern allein der Mensch. Aus seiner Mittlerstellung zwischen Hersteller und Verbraucher erwachse dem Handel eine ungewöhnliche wirtschaftliche Macht, die vom Kaufmann ein besonderes hohes Verantwortungs­bewußtsein und eine besondere Charakterfestigkeit erfordere. Nach weiteren Begrüßungsworten des Oberbürgermeisters von Braunschweig, Dr. Hesse, sprach der Präsident der Handelskammer Braun­schweig, Generaldirektor Schuberth. Kriegs-^ und Nachkriegszeit mit ihren gewaltigen Umwälzungen auf allen Gebieten hätten der deutschen Wirtschaft schwere Wunden geschlagen. Profitsucht und Mate­rialismus hätten ständig wachsend die Oberhand gewonnen und die ideellen Grundlagen des deut­schen Wirtschaftslebens zerstört. Aus solchem Er­kennen sei bestimmend an dem Beginn des deut­schen Freiheitskampfes die Rückkehr zu Treu und Glauben getreten. In der Geschlossenheit der äußeren Gestaltung durch den Reichsstand des Deutschen Handels, in dem inneren Zusammen­gehörigkeitsgefühl und der inneren Verbundenheit mit dem Volksganzen ruhe das lebendige heilige Bekenntnis des deutschen Handels, sich für den Wiederaufstieg des Volkes einzusetzen. Diesem Wol- len den weitesten Widerhall in der Oesfentlichkeit zu schaffen, diene der Tag des Deutschen Handels. Kundgebung des Einzelhandels.

Im Rahmen des Tags des Deutschen Handels veranstaltete die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels am Sonntag- nachmittag in der Stadthalle eine Kundgebung, bei der der Präsident der Hauptgemeinschaft Paul Freudemann betonte, Aufgabe des Einzel­handels sei es, das deutsche Volk mit allen Waren zu versorgen, die deutscher Gewerbefleiß auf den Markt bringt. Die Einzelhändler seien der Treu- händer für die Hälfte des deutschen Volkseinkom­mens, das ihm seine Kunden anvertrauen. Aufgabe des Einzelhandels fei es ferner, einer Erweite- rung des Verbrauchs durch stabile Preise zu dienen. Der Einzelhandel werde alles daran setzen, um eine Verteuerung der Lebenshal­

tung zu vermeiden, soweit dies in seinen Kräften liegt. Der Redner brachte den Wunsch zum Aus­druck, daß die Reichsregierung auch weiterhin die Bemühungen des Einzelhandels, Kaufkraft und Preise in Einklang zu halten, durch eine allmähliche Stärkung der Kaufkraft unterstützen möge. Als geeignete Wege dazu bezeichnete er u. a.

eine schrittweise Senkung der Einkom­mensteuer.

Präsident Freudemonn forderte weiter eine Neu- ordnung im Einzelhandel, nach der die Eröffnung von Ladengeschäften nur dem gestattet sein dürfe, der die erforderliche Warenkunde und ausreichende allgemeine Kenntnis besitze.

Sie volkswirtschaftliche Ausgabe des Handels als Mittler zwischen Erzeugung und Verbrauch.

Präsident Or. von henkln spricht auf einer großen öffentlichen Kundgebung.

Am Sonntag fand der Tag des deutschen Han­dels mit dem Aufmarsch der fünf im Reichs­stand des Deutschen Handels vereinigten Säulen auf dem Leonhardsplatz feinen Höhepunkt. Dort oer- fammelten sich um die Mittagsstunde weit über 100 000 Personen zu einer großen Kundgebung. Nach einleitenden Worten des Geschäftsführers des Reichsstandes des Deutschen Handels, Hermann von Dewitz sprach

der Präsident des Reichsstandes des Deutschen Handels, Dr. von 2Renk n

Der deutsche Handel umfaßt rund 1 V« M i l- lion Betriebe, in denen rund 9 Millionen deutsche Volksgenossen Arbeit und Brot finden. Die weitaus überwiegende Mehrzahl der Handels- Unternehmungen sind mittel st ändische Be­triebe, in denen eine ungeheure große Anzahl Hei­ner und mittlerer selbständiger Unternehmer tätig ind. Das ist wichtig, weil der Nationalsozialismus ich zum Privateigentum und zur freien Entfaltung )er Privatinitiative bekennt.

Jeder vernünflige Mensch wird anerkennen, daß die prioalinitialioe der mäch­tigste hebel einer gesunden wirt­schaftlichen Entwicklung ist. Ans Gründen des Gesamtwohles des Deutschen Vol­kes und nicht aus Gründen des Interesses einer einzelnen Gruppe ist die J e ft i g u n g und Ausbreitung einer großen mittel- ständischen Schicht, wie wir sie im han- bei zum großen Teil verwirklicht sehen, ein un­abweisbares Erfordernis. In ihr ist noch der lebendige Zusammenhang zwischen dem Unter­nehmer und dem Angestellten und Arbeiter vorhanden, weiterhin sind durch solche Betriebe den Angestellten, Arbeitern und Lehrlingen in höherem Maße Aufstiegsmöglichkeiten gegeben, als durch irdgendeine andere Betriebsform. Ls entspricht dem nationalsozialistischen L e l - stungsprinzip, daß dem Träger besonde­rer Leistungen auch Aufstiegsmöglich- teilen gegeben werden, damit sich seine Lei­stungen in größerem Rahmen zum Ruhen des Volkes auswlrken können. Und schließlich bil­den solche kleinen und mittleren Betriebe eine viel fta b 11 e r e Grundlage einer Volkswirtschaft, die in Zeiten der Kri­sen und Röte besser als andere standhalten und in Zeiten der Blüte und des Aufschwungs nicht zu jenen überhitzten und übersteigerten Wuche­rungen neigen, die notwendigerweise zu Rück­schlägen in der Volkswirtschaft führen. Alle diese Eigenschaften machen diese mittelständischen Handelsbetriebe zu einem besonder- wertvollen wirtschaftlichen Träger des

Volkslebens.

Dort, wo die kleinen und mittleren Betriebe die gestellte wirtschaftliche Ausgabe vollauf bewältigen, so insbesondere im Einzelhandel, sind mammut­artige Großuntemehmunaen nicht am Platze. Manche Dinge jedoch auf diesem Gebiet kann man nicht von heute auf morgen übers Knie brechen. Von der Verwirklichung des nationalsozialistischen Programms aber wird der Nationalsozialismus niemals und unter gar keinen Umständen auch nicht um Millimeterbreite abweichen.

Der Zusammenschluß zum Reichsstand des Han­dels ist die Erfüllung der tiefen Sehnsucht aller Handelskreise Deutschlands: seine Tradition auf der Grundlage des Dienstes am Volke, eines stolzen Standes- und Pflichtenbewußtseins zu erneuern und zum Ausdruck zu bringen. Die Aufgabe des Kaufmanns ist es nicht, Waren ober Leistungen 1 hereinzunehmen, nur um sie mit einem Profit, un­

geachtet der anderen Umstände, wieder loszuschla- gen. Der deutsche Handel ist Treuhänder und Mitt­ler dafür, daß das deutsche Volk, das Güler her­vorbringt, auch seine Bedürfnisse in geeigneter Weise durch diese Güter befriedigen kann. Der Handel ist ein ebenso nützliches und produktives Glied der deutschen Volkswirtschaft, wie die güter­erzeugenden Stände. Weil er die Dinge, die dos Volk zum Leben braucht, nicht selbst erzeugt, son­dern den Kreislauf der Güter bewältigt, ist er nicht weniger wichtig.

Der handel ist bann notwendig und nützlich, wenn er nicht dem Spefulantenfum, sondern der doppelten Ausgabe, einmal dem Ver­braucher und zum anderen der Erzeu­gung, dient. Jeder auftauchende Käufer Ist für den handel nicht eine Gewinnmöglichkeit, sondern ein deutscher Volksgenosse, für Öen der handel ein Treuhänder ist. Der Kaufmann muß den Käufer aufklären und orientieren, er muh Ihn anleilen und veraten. er muß Ihm Vergleichsmöglichkeiten geben, er muß ihnr dienen durch Vermittlung von Qualitätswaren und -gütern und nicht durch Verschleuderung von Schundwaren seinen Lebensstandard rui­nieren. Der Kaufmann muß ein ausreichen­des Lager von frischen und wohlerhaltenen waren führen. Er muh seinen Betrieb pfleglich und sorgfältig ausgestalten. Er muß die Ar- beitssreudigkeit aller Betriebsangehörigen durch entsprechende Gestaltung der Betrlebsverhält- nlffe als ein kostbares Gut fördern, denn der Käufer ist nicht für den handel, sondern der handel für den Verbraucher da. Aber auch her (Erzeugung muß der han­del dienen dadurch, daß er sie über die wünsche und Bedürfnisse der Verbraucherschasl orien­tiert, daß er ihr die Richtung weist, daß er ihr das Risiko abnimmt, daß er ihr Anregungen über neue Methoden, Ziele und Güterarten gibt und ihre neue Möglichkeiten eröffnet

Jahrhundertelang hat der deutsche Handel als Stand sein Schild rein und makellos erhalten und wie bas deutsche Volk den Makel und die Schande der letzten 14 Jahre von sich abgestreift hat, so wollen auch wir nicht unwürdige Enkel unserer Vorväter sein, sondern bas Schild des deutschen Hanbelsstanbes wieber befreien von allem Un­reinen unb zum alten (31 a n 3 und zur alten Ehre hinaufführen. Das fei unser Ge­löbnis an unseren Führer in dieser Stunde: un.'r- müdlich in dem Geiste zu wirken, den wir alle erhalten haben von unserem Führer Adolf Hitler!

Nach der Rede Dr. von Rentelns, die mit stür­mischem Beifall ausgenommen wurde, überbrachte Staatssekretär Feder die Grüße der Reichsregic- rung unb bes Reichswirtschaftsministeriums. Als- bann sprach, von stürmischem Beifall begrüßt, ber Schirmherr ber Veranstaltung Staatsrat D r. Ley. Er trat ber Auffassung entgegen, als ob bas beut- sche Volk ober seine einzelnen Stönbe in ben letzten vierzehn Jahren Schmach unb Schande auf sich geloben hätten. Nicht bas Volk, fonbern feine Führer seien für bie Vergangenheit verant­wortlich. Unb so solle man auch nicht ben Kauf­mann unb ben Hanbel anklagen, baß er materia­listisch sei, fonbern bie Elemente, bie ihm Unehre gebracht hätten. Dr. Ley schloß mit einem brei- fachen Sieg-Heil auf ben Führer. Die Menge fang bas Horst-Wessel-Lieb. Anfchließenb bilbete sich ber historische Festzug, an bem sich runb 300 Fest­wagen beteiligten. In ben Straßen Braunschweigs hatten sich schon währenb der Äunbgebung auf bem Leonhardsplatz weit über 100 000 Personen anye- sammelt, bie zu beiben Seiten ber Straßen Spalier bilbeten, um ben großartigen Festzug zu sehen.

Hilflosigkeit in Genf.

Vor einer weiteren Vertagung der Konferenz bis zum Januar. Simons Stellung gefährdet.

Genf, 19. Nov. (TU.) Die vom Präsibenten Henberfon einberufene Mächtebesprechung be­gann am Sonntagnachmittag. An ber Besprechung nahmen teil: Paul-Boncour, Simon, Eben, Massigst, Soragna, Benesch, ber amerikanische Gesandte Wil­son unb ber Direktor ber Abrüstungsabteilung, Aghnibes. Von italienischer Seite würben ernste Befürchtungen über bie Weiterführung ber Abrü­stungskonferenz in ber bisherigen Form zum Aus- bruck gebracht. In ber amtlichen Verlautbarung über bie Sitzung heißt es: Der Präsident gab einen DoUftänbigcn Uebcrblitf über bie Lage unb bezog sich hierbei auf bie Beschlüsse bes Hauptausschufses vom Juni, in benen auf bie Notwenbigkeit hinge- wiesen würbe, ein größeres Maßgemein- famer Derstänbigung vor bem Beginn ber zweiten Lesung bes englischen 2lbrüftung5entrourfs zu erreichen. Er erwähnte kurz bie letzten Be­mühungen, um bie gegenwärtigen Schwierigkeiten zu oerminbern. Nachbcm jeber einzelne Vertreter seinen Stonbpunkt bargelegt hatte, würbe verein­bart, am Montag zu einer neuen Sitzung zusammenzutreten.

Nach ber offiziellen Mächtebesprechung fanben zahlreiche Einzelunterrebungen statt. Aus englischer Seite werben bie Gerüchte über eine bevorstehende R 0 mreise des englischen Außenministers zu­nächst noch energisch b e m e n t i e r t. Als Ausweg soll man in englischen unb französischen Kreisen bie s Vertagung bes Hauptausschufses vom 14. Dezember auf ben 3. Januar erwägen. Der viel erörterte (Bebaute einer Diermächle - k 0 nferenz außerhalb Genfs scheint Infolge bes

französischen Wiberstandes unb englischer Befürch­tungen noch nirgenbs birett behanbelt worben zu sein, besonbers ba bie italienische Regie­rung sich eine aussallenbe Zurückhaltung auferlegt unb mit bem zwangsläufigen Zusam­menbruch ber Genfer Verhandlungen rechnet. Eine Vertagung ber Abrüstungskonferenz bis Anfang nächsten Jahres würbe ben Rücktritt bes Präsibenten Henberfon oon neuem zur Debatte stellen unb gleichzeitig eine ernste Gefährbung ber an sich schon debrohten Stellung Simons bebeuten. Daily Heralb" spricht von eineminspirier- t e n Feldzug" gegen Simon, ber ursprüng­lich oon Doroningftreet 10 (ber Dienstwohnung Mac- bonalbs) ausgegangen sei unb von gewissen Mäch- ten im Foreign Office geförbert werbe. An ber weitverbreiteten Unzufriedenheit mit der Politik Simons bestehe kein Zweifel.Morning Post" meint, wenn Simons jetzige Mission in Genf, Deutschlands Rückkehr zur Abrüstungskonferenz zu erreichen, mißlingen sollte, bann dürfte eine gespannte Lage entstehen. Man habe bie Empfindung, daß ein Rückschlag in Genf unter ben jetzigen Umftänben Simon zum Rücktritt oer- a n la (f e n könnte.

Oie Einheitsfront endgültig liquidiert.

Tas Echo der Pariser Presse.

Paris, 20.Nov. (WTB.-Funkspruch.) Die ®en- fer Berichterstatter ber großen französischen Rach-

richtenpresie stimmen barin überein, baß man auf die Vertagung ber Abrüstungsarbeiten bis zum Januar ober, wie berMatim sich ausbrückt, ad calendas graecas hinsteuere unb eine Eini­gung über bie weitere Behandlung nach der gestri­gen Aussprache so aut wie unmöglich er­scheine. Italien erkläre bie Fortsetzung ber ar­beiten für zwecklos. England vertrete bie Auf- sassung, baß wegen bes Rücktritts Deutschlands bie im September angenommenen Grunbsätze nicht mehr tragbar feien. Amerika verhalte fid) refer- viert unb nur Frankreich halte an ber These, baß bie Arbeiten im Genfer Rahmen fortge- führt werben müßten, fest unb wolle bie Ver­antwortung für eine Vertagung ben anderen über­lassen.Die Einheitsfront", schreibt bas Echo be Paris,bie übrigens nur in ber Einbildung Paul-Boncours beftanb, ist also endgültig liquibiert worben." Die Vertagung auf ben Januar, meintPetit Parisien", könnte vielleicht eine Ruhepause schaffen, in ber sich vielleicht bas Mittel finben läßt, anderwärts DerHand- langen, an denen Deutschland teil- nehmen könnte, aufzunehmen.Matin rechnet mit einer auf wenige Mächte beschrankten Abrüstungskonferenz unter Beteiligung Deutschlands in Italien. Diese Konferenz Hobe mit der ftanzostich­deutschen Aussprache nichts zu tun. Denn bciipicls- weise bas Saarproblem unb anbere Fragen konnten nur zwischen beiden Ländern geregelt werden.

Opposition gegen Simons Abrüstungspolitik.

Ehurchttt und «mcry kritisieren die Reise nach toenf.

London, 17. Nov. (WTB.) Winston Chur, chill frittierte in einer Rebe ben Beschluß der Regierung, Sir John Simon und Eden nach Genf zu senden.England solle sich bamtt zufrieden geben.