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— TageskalenderfürMontag. Handels, und Gewerbebank e. G. rn. b. H.: 18 Uhr, San!» gebäude, Krausmüller-Saal, außerordentliche Gene«
9er Kampf gegen den Kartoffelkäfer
Ein gefährlicher Schädling der Landwirtschaft.
Schuh der Hausfrau vorFehlkäufen
Ein Gütezeichen für landwirtschaftliche Erzeugnisse.
Don Or. Karl «räufle, Berlin.
äleberfahrt zu der Rolle eines Stummen verurteilt zu sein, verfiel er auf den schlauen Ausweg, seinen Tischnachbar beim Diner mit den Worten „Herr Schiffspassagier" anzureden. Ebenso wie dieser Mann aufatmete, als er den sonst so gastlichen Boden des schwedischen Dampfers verließ, so wird sich das ganze Land von einer Last befreit fühlen, wenn der kühne Schnitt, mit dem dieser alte Zopf endlich abgeschnitten werden soll, die Genehmigung des Königs findet. D. M.
Oer erste Frühling in Deutschland.
Auf Grund jahrzehntelanger meteorologischer Feststellungen hat sich ergeben, daß das höchste und früheste Wärmemittel in Deutschland ausschließ- lich dem DHeintale und einigen seiner geschützten Seitentäler eigen ist, die teils noch von Westwinden, teils von der zu dieser Jahreszeit heranreichenden Föhnlage von Süden her beeinflußt werden. Dieses Wärmeband, das etwa bei Köln beginnt und längs des Dheines sich herunterzieht bis nach Basel, umfaßt in seinem nördlichen Abschnitt vor allem die Städte Mülheim, Bonn, Aachen, verliert sich dann mit dem Eintritt in das von Bergen umsäumte Mittclrhcintal, verbreitert sich um ein Gewisses in der Moselbucht bei Koblenz. Erst mit der Einmündung der Rahe wird die Zone der vorauseilenden Frühlingswärme erweitert; sie greift über Geisenheim, Rü- desheim, Eltville nach Wiesbaden und auf den Südfuß des Taunus über, umschlingt noch Frankfurt fast bis nach Hanau und zieht dann zu beiden Seiten des Flusses in einer Breite von 70 bis 30 Kilometer bis vor die Barriere des Jura, noch die tiefliegenden südlichen Schwarzwaldtäler umfassend. Die einmündenden breiteren Fluhtäler werden von der Wärme-Erhöhung mehr oder weniger ergriffen, besonders soweit sie unter westlichen Einflüssen stehen: das Moseltal in der Gegend der Saarmündung, das Dahetal ms etwa Münster am Stein, das Deckartal bis fast nach Eßlingen. Dieses ganze Gebiet hat eine mittlere Aprilwärmc von mindestens neun Grad Eelsius. In zwei bevorzugten Gebieten wird auch diese Wärmegrenze überschritten, die also die frühjahrswärmsten Zonen Deutschlands sind: im Norden ein Streifen der hessisch-badischen Bergstraße mit den Städten Heidelberg, Speyer, Mann- heim, Worms und Bensheim und im Süden ein Ausschnitt von Baden, in einer Breite von 25 bis 40 km, von Freiburg und Mülheim bis ins Elsaß sowie auf den Inseln des Bodensees (Tlainau). An einigen Orten, die besonders günstig liegen, an Berg« flanken sich anlehncnd, der Südsonne geöffnet und geschützt vor Ostwinden dürfte die „Wärmeschwelle" noch etwas früher überschritten werden als am 15. April. Es kommen hier der Westabhang an der Bergstraße, der Ostabhang der Hardt bei Neustadt, der Südabhang des Kaiserstuhls bei Freiburg, die Freiburger Bucht, das südlichste Baden und die Insel Mainau im Bodensee in Betracht.
ralversammlung. — Fröbel-Seminar: 11 bis 13, 15 bis 17 Uhr, Gartenstraße 30, Ausstellung von ®d)u« lerinnenarbeiten.
— Aus dem Stadttheaterbureau
Schwedens Kampf gegen einen alten Zopf.
König Gustavs getreue Untertanen haben sich an ihn mit der Bitte gewandt, er möge selbst gegen einen in Schweden altgeheiligten Brauch zu Felde ziehen: gegen die in diesem Lande streng gewahrte Sitte oder (Unsitte der indtrekten Anrede. Gelten wir Deutschen schon als Freunde ellenlanger Titulaturformlichleiten. so ist doch dieser Zopf bei uns ebenso im Berschwinden begriffen wie die unterwürfige Anrede in der dritten Person; von andern Ländern, z. D. von England nicht zu reden, wo man selbst in den förmlichsten Zeiten mit einem „Sir" und einer „Madam" austarn. ohne als unhöflich verschrien zu werden. Schweden dagegen steht auch heute noch unter einer Tyrannei der indirekten Anrede, gegen die jetzt in Presseartikeln Sturm gelaufen und der Bannstrahl des Königs gefordert wird^Sinst- weilen gilt noch die direkte Anrede mit „Di als eine Beleidigung, es sei denn, daß man Be an Schuhputzer. Diener oder Botenjungen richtet. Korrekt ist es heute, zu fragen: „Will der Herr Grohkaufmann Schmidt bei uns zu Abend essen r oder Darf ich dem Herrn Stadtsanitätsdeparte- mentschef Miller noch ein Glas einschenken?' Diese Form der Anrede macht natürlich eine Unterhaltung äußerst schwierig, wenn man nicht genau Beruf und Stellung des andern kennt. Deshalb ist man von vornherein zu einer 'Rangerhöhung geneigt, um niemanden zu beleidigen. Ein Journalist wird als Herr Verleger, eme sede Dame ein jeder Herr, von denen man gar nichts weiß, die aber intelligent aussehen, werden als Herr oder Frau Doktor angesprochen. Die Frau des Bischofs ist die Bischöfin, die des Obersten die Obristin usw. Das vertrauliche Du darf im Schwedischen nur sehr sparsam und vorsichtig angewandt werden. Während bei uns doch schon über ein Jahrhundert vergangen ist. seit es als respektlos galt, wenn Kinder ihre Eltern geduzt hätten, so muß heute noch der guterzogene kleine Iunge in Schweden fragen: „Hat die Mama nichts dagegen einzuwenden, daß ich ins Äino gebe Ieden fremden Erwachsenen muß das schwedische Kind mit „Onkel" oder „Tante" ansprechem so daß es eine unüberblickbare Schar dieser Ber- wandten besitzt. Besonders schwierig wird aber die Situation, wenn man zu längerem Zusammensein mit Menschen verurteilt ist, deren Stand sich nicht aus der Kleidung erraten läßt, deren Dame und Beruf kein gefälliges Schildchen auf dem Reisegepäck verrat, dann bleibt dem wohlerzogenen Menschen in Schweden nach den Gesetzen guter Erziehung nichts anderes übrig, als unverbrüchliches Schweigen zu bewahren. Fuhr da jüngst ein Reisender auf einem Schiff von Gotenburg nach London, der das Unglüd hatte, nicht einen einzigen seiner Fahrtgenossen rmt Damen zu kennen. (Um nicht während der ganzen
Die nunmehr >m vierten Jahre stattfindende deutsche Woche hat erfreulicherweise die Be- reitroilligreit der deutschen Hausfrau e i n h e t- misch e Erzeugnisse zu kaufen, gesteigert. Dich mit Unrecht klagen aber die Hausfrauen, daß sie die deutsche Ware von der entsprechenden ausländischen oft mcht unterscheiden könnten, »o .st keineswegs die Sicherheit gegeben, daß z. B. eme unter her «LefS „©itsbutter" ober „Molkereibutter" .m handel erscheinende Butter auch deutscher Herkunft ist. Eine Gewähr für deutsche Herkunft ist A. D. ibei der deutschen Markenbutter vorhanden. Diese Bezeichnung „Marken butte r tragt die Verpackung. Bei Eiern ermöglicht es die Kennzeichnungsverordnung, das e'nheimlsche Erzeugnis von ausländischen zu unterscheiden. Auf anderen Gebieten, z. B. bei Gemüse und Obst muß noch manches geschehen, wenn auch der Reichsver band des deutschen Gartenbaues sich um die Quali tätsoerbesserung bei Obst und Gemüse bereits oer- dient gemacht hat. Es kommt heute gut.fort ertes ; und verpacktes Tafelobst m Kisten verpackt mit ber . Aufschrift „Deutsches Obst" in ben Handel Da und dort hat man auch Gemuseerzeugnisse, z. B. Treib
. gurken, mit Hilfe einer Banderole als deutsches Erzeugnis gekennzeichnet.
Ls Ist dringend erforderlich, daß die Landwirte und die Genossenschaften in nach viel stärkerem Maße als bisher die Packungen ihrer Qualitats- erzeugniffe mit der Aufschrift „deutsches Erzeug- nis" versehen.
; Die Hausfrau und ber Handel sind bann im Stande, die einheimische Ware eindeutig von ber Auslands-
Nun "leg!'die ^Hausfrau aber nicht allein Wert auf tatsdezeichnungen anbetrifft, so herrschte hier bisher ein Durcheinander Einheitliche, allgemein aner- kannte unb sestumrisfenc Begriffe in ber Waren- bczeichnung haben sich leiber mcht überall zur Ge- nüfle eingebürgert. Da tauchen immer wieder bie alles versprechenden unb nichts sagenden Phon- tasiebenennungen auf. Es sei nur erinnert an Bezeichnungen wie „sein", "fein-fein , „hochfein", „allerseinst, „extra fein , „erstklassig , „spe- zial", „prima", „prirnissima , „dest , „allerbest . Hier greift nun bas Gütezeichen regelnd ein. Es erleichtert dem Käufer die Kontrolle und den Vergleich der Waren auf ihre Preis- Würdigkeit. Der Einkauf wird also erleichtert, die Hausfrau wird vor Fehlkäufen bewahrt.
Die landwirtschaftliche Markenware trägt ein solches Gütezeichen. Diese Ware steht unter ständiger amtlicher Kontrolle der Landwirt- schastskammer.
Leim a. M., Berufsschullehrer Rvsarin Darm- stadt, Kreisschulrat Loos in Groß-Gerau.
Folgende Ernennungen fanden statt: Lehrer Ludwig Markert in Offenbach a. M. für bie Rcktorgeschäfte der beiden Schulgruppcn in der Friedensstrah« in Offenbach a. M., Berufsschullehrer O st in Gießen für die Rektorgeschäfte der Berufsschule in Gießen, Lehrer Philipp Hamm in Oberingclheirn für die Rektorgeschäftc ber dortigen Bolksfchule, Rektor Haag in Ober- ingelhcirn für die Geschäfte des Kreisschulamtes in Oppenheim, Rektor Born in Offenbach a. M. für bie Geschäfte des Kreisschulamtes in Groß- Gerau, Lehrer Theodor Repp in Offenbach am Main zum Hilfsarbeiter im Ministerium für Kultus und Bildungswesen in Darmstadt.
Vornotizen.
Für jede Provinz bzw. jedes Land und ledes Markenerzeugnis wurde zunächst ein eigenes Zeichen verwendet Dadurch entstand eine gewisse Verwirrung, die sich besonders verderblich aus- wirkte in ben Gebieten, in benen bie Erzeugnisse mehrerer ßänber und P«vinzen angeboten war- den wie im Ruhrgebiet, In Mitteldeutschland, im Rhein-Main-Gebiet, in Berlin. Deshalb hat der Deutsche Landwirtschastsrat vor kurzem für das ganze Reichsgebiet und für alle Erzeug- nisie, die unter ständiger amtlicher fiontroUe der Landwirtschastskammer in den Verkehr gelangen, ein einheitliches Markenzeichen (Güte- zeichen) eingesührt.
Diese Einheitsmarke — ein stilisierter Reichsadler mit ber Umschrift „amtliche Kontrolle ber Landwirt- schaftskammer — beutsche landwirtschaftliche Mar- kenware" — wirb auf Grund von Einheitsbestim- mungen für die Güte ber Erzeugnisse an Erzeuger landwirtschaftlicher Markenware verliehen.
Bor hundert Zähren noch wurde der Coloradokäfer als ein harmloser Bewohner wilder Dachtschattengewächse an den Abhängen des nordamerikanischen Felsengebirges beschrieben und niemand ahnte, daß dieser kleine, kaum einen Zentimeter lange Käser sich bald als der gefährlichste Feind des Kartoffelbaues erweisen würde. Hm die Mitte des 19. Jahrhunderts etwa erreichte der Käfer die Ebenen, in denen Kartoffeln angebaut wurden ging sofort von den Nachtschattengewächsen aus diese über, und hatte sich nach zwanzig Jahren bereits über ein Drittel des nordamerikanischen Kontinents ausgebreitet, so daß in vielen Gegen- den der Kartoffelanbau aufgegeben werden mußte. Jetzt ist er in Amerika überall zu finden, wo Kartoffeln angebaut werden.
In Europa hatte man große Besorgnis, daß er eingeschleppt werden konnte, und schon 1875 wurde von verschiedenen europäischen Staaten, darunter auch Deutschland, Ei ns uhrver- b o t e für amerikanische Kartoffeln, Holz und andere Waren erlassen. Trotz dieser vorbeugenden Maßnahmen war der Käfer vor dem Kriege vereinzelt auch fchon in Europa, besonders m Hafenstädten zu finden, breitet sich aber nirgends weiter aus. 2m Jahre 1922 fedoch erschien der Käfer plötzlich auf großen Gebieten in Frankreich. Die Regierung versäumte eine sofortige Bekämpfung, und dann war es z u spät, innerhalb kurzer Zeit waren fast alle Gebiete von dem Schädling heimgesucht. Dur nach dem Rhein zu ist das Land noch ziemlich frei; da aber das Milliardenheer der Käfer tn icöcm Iahr bei einer tausend Kilometer langen Front 150 bis 200 Kilometer nach Osten vorruckt. ist schon in nächster Zeit damit zu rechnen, daß es deutsches Gebiet erreicht.
Die ungeheure Gefährlichkeit des Karlosiei- käsers ergibt sich aus seiner großen Frucht- b ar leit Die Zahl der Dachkommen eines Weibchens wird während eines Sommers aus 30 bis 32 Millionen geschäht, für deren Ernährung eine Anbaufläche von etwa 10 Morgen erforderlich ist. Dach einem Bericht des französischen Landwirtschaftsministeriums erreicht Die Nachkommenschaft eines Weibchens im Verlauf von
Da» Gütezeichen für deutsche landwirtschaftliche Markenware!
Dirfre Düirzeichen ist (egt fltfdmfUri fOr <nUrkcebnttcr, Markenmilch, Markeakäf«, Martkrnkartoffeln, wit überhäuft für dir Markrnwarr, die unter stanln- Ott amtlidirr Kontrolle der Landwtrtfchastidannnerv mtU$orneue Gütezeichen ist dem Deutschen Landwirt- fd)aft»rat, Berlin SW II, gesetzlich SesAiidt. Dieses Warenzeichen verbargt hervorragende Qualität aud ^2?de achtet aus diese» Dütezeicheul
Neben der Einheitsmarke bleibt die provin« zielle I n d i o i d u a l m a r k e auf der Packung erhalten, so daß die Hausfrau auch die besondere Herkunst der Ware erkennen kann.
Die Hausfrau hat mit diesem Einheitszeichen die Gewähr, unbedingt eine Ware von er per Güte und deutscher Herkunft zu bekom- men. Die Preisfrage ist selbstverständlich mit von ausschlaggebender Bedeutuna. Deutsche landwirtschaftliche Markenware ist allerdings keine Schleu- derware. Aber Markenware ist im Grunde billiger, als eine gewöhnliche Ware, für deren Qualität sich niemand verbürgt. .
Es ist zu hoffen, daß die deutsche landwirtschast- liche Markenware sich immer mehr emburgert. Der heimischen Ware sollte heute unter allen Umständen der Vorzug gegeben werden, wenn sie bei gleichem Preis und in gleicher Gute wie die ausländische angeboten wird.
Dadurch, daß die deutsche Hausfrau einheimifche landwirtschaftliche Lrzengnisse kauft, kann sie mithelfen, die Landwirtschaft wieder lebensfähig, wieder kaufkräftig zu machen.
Eine kaufkräftige Landwirtschaft ist die beste Stütze für die Belebung des gewerblichen und kaufmännischen Mittelstandes.
anderthalb Jahren acht 5------------ ------
qen Kartoffeln vollkommen vernichten wurden. Der | i
Schaden, den der Käser anrichtet, ist unvorstellbar. I
halten.
Eben flügge gewordene Krähen sind, nach Tau- benart zubereitet, ein saftiger, wohlschmeckender Braten. Hm das Rupfen zu ersparen, das durch die jungen, blutigen Federkiele nicht einfach ist, zieht man direkt nach dem Schuß den ganzen Zcderbalg ab. Mancher Braten ist so in meinen Tops gewandert.
Mamhcr alte Weidmann wird mit mir überein- stimmen, daß der Schnepfenstrich im Frühjahr eine herrliche Jagd bedeutet. Das bezeuaen die Jäger, die jeden Abend mit ihrem Wagen, Motorrad, Fahrrad und auch zu Fuß mit dem treuen Hunde, keine Be- fchwerlichkeit kennend, in den Wald ziehen, um die erste zu erlegen. Im vergangenen Jahre hatte sich der Strich durch den langen Nachwinter verspätet. In meinem Schußbuch konnte ich am 2. April die ersten zwei geschossenen Schnepfen als Doublette notieren, am 4. schoß ich wieder 'eine und am 5. April hatte ich eine geflügelt, aber nicht bekommen, da ich den Fehler machte, meinen Hund zu Hause zu lassen. Bei der Nachsuche am anderen lag konnte ich nur die Federn an dem nahen Dachsbau vorfinden. Meister Grimbart hatte sich den Schnepf als gutes Recht zu eigen gemacht.
Das Buschieren auf Schnepfen ist in unseren Wäldern nicht zu empfehlen, da man bei dieser Jagdart seinen Wildstand zu sehr beunruhigt und es sich auch beim besten Hunde nicht vermeiden läßt, daß er im Dickicht Rehen und Hasen nachstöbert und so bei öfterer Wiederholung das Wild aus den ge- schützen Dickungen verjagt. Jeder weidgerechte Jä- wird übereinstimmen mit dem schönen Berschen:
Herrlich auf dem Schnepfenstrich ist es, still zu sitzen, wenn allmählich zauberisch auf die Sternlein blitzen, wer die Schnepf im Flug Dann streicht, pfeilgeschwind ins Weite, und das Rohr sie doch erreicht, das ist Jägerfreude!
Weitere Veränderungen im hessischen Schulwesen.
WSD. Der Minister für Kultus und Dlldungs- wesen hat folgende Beurlaubungen verfügt: Re- gierungsrat Henrich (Kultusministerium) Darmstadt, Rekwr Herrmann in Offenbach am Main, Rektor Ripper in Offenbach a. M., Rektor der gewerblichen Berufsschule Hermann Schmidt in Gießen, Studienrat Balser in Ober-Jngelheim, Kreisschulrat Goy in Oppen-
Beim Kauf von deutscher landwirtschafllicher Markenware hat die Hausfrau also die Gewahr, eine Ware von erster Güte und auch deutscher Herkunft zu bekommen. . ... M
Wir haben Markenware in ber Landwirtschaft eingeführt bei Butter, Milch, Käse, Kartoffeln und Kohl. Markenbutter gibt es in 14 Landern und Provinzen. Sie ist ein nach Fettgehalt, Rein- beit und Frische einwandfrei und unter besonderen Voraussetzungen und Bedingungen gewonnene Ware, die in Hannover, Oldenburg, Schleswig^Hol- stein Mecklenburg, Ostpreußen, ber Altmark, West- falen, Rheinprovinz, Hessen, Baden, Württem- berq Bauern, Oberschlesien und Braunschweig erzeugt wird. Markenkartoffeln werden ebenfalls in einer Reihe von Ländern und Provinzen erzeugt. Die M a r k e n m i l ch hat sich besonders durch das Reichsmilchgesetz eingeführt.
Hofwerf der deutschen Jugend!
Der Pressedienst des Arbeitsamtes Gießen be- r'^Für bie Speisung im Notwerk der deutschen Iu- ocnb, das nach dem Willen des Herrn Reichspräsi- . denken und der Reichsregierung der Förderung ber körperlichen und geistigen Ertüchtigung ber Jugend unb ber Stärkung ber Volksgemeinschaft bienen soll, finb für Oberhessen beim Arbeitsamt Gießen außer ben bereits mitgeteiüen Spenben eingegangen bzw. nngcmelbct worden: insgesamt 985 Reichsmark, gestiftet von: Gemeinde Langsdorf; Firma W. und G Schuchard, Gießen; Wirtschaftlicher Verband der Aerztc: Dresdener Bank, Gießen; Deutsche Bank und Distontogesellschaft, Gießen; Fa. Medebach, Gießen; Frl. M. H. Müllberaer, Gießen; Molkereigenossenschaft Hungen; Prof. Jesionek, Gießen; Frau Clara Wiener, Gießen; Carl Haberkorn, Gießen; Commerz- unb Privatbank, Gießen; Commerz, und Privatbank, Friedberg; ungenannt; Kath. Pfarramt, Ruhlkirchen; Verband der Höheren Geometeor, Gie- ßen; Dr. Karl Engisch, Gießen; Commerz- unb Privatbank, Alsfeld.
An weiteren Spenden sind angemeldet: Gemeinde Rabertshausen: 6^ Zentner Kartoffeln; Gemeinde Lich: 21 Zentner Kartoffeln, 1 Zentner Weizen, 5 Zentner Briketts, 5 Pfund Huk- senfrüchte, 4 Pfund Wurst, 30 Psund Gemüse, 16 Pfund Fett, 5 Pfund Grünkern, 2 Laib Brot und außerdem 203,45 Mark; Gemeinde Bettenhausen: 26,30 Zentner Kartoffeln, 6 Pfund Reis und 22.50 Mark Bargeld; Gemeinde Lollar: 9^3tr. Kartoffeln, 11 Pfund Reis, 10 Laib Brot, 10 Pfund Rindfleisch, 10 Pfund Blut- ober Leberwurst, 13^ Pfund Fett, 3 Pfund Erbsen, 2 Zentner Mehl und 245,50 Mark Bargeld.
Allen Gebern sei herzlicher Dank!
Auf dem Schnepfenstnch.
Von Zrih Friedrich, Zagdklub Gießen.
Schwärme nordischer und russischer Krähen finb schon längere Zeit in unserer Gegend. Dur iroch wenige Tage und sie werden uns verlassen, um ihr Brutgefchäft in ihrer nordischen Heimat zu beginnen. Untere Standkrähen beginnen mit dem Horstbau und werden in aller Kürze zur Eiablage schreiten.
Im Diederjagdrevier ist in dieser Zeit das Krähengesindcl mit Flinte und Kleinkaliberbüchse sehr kurz zu halten. Das ist für den Jäger interessant und auch schießtechnisch eine guteLlebung. Dur bei allzu zahlreichem Auftreten kann man
wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, 24-Bor- stellung im Dienstag-Abonnement mit der Erstaufführung der Operetten-Deuheit „Glückliche Reise", Operette von Bcrtuch und Schwabach, Musik von Künnecke. Diese Operette erzielte bei ihrer Uraufführung am 23. Dovcmber 1932 in Berlin einen überwältigenden Erfolg. Unmittelbar nach ihrer Berliner Uraufführung wurde sie bereits für Amerika. Dänemark. Schweden und Dorwcgcn zur Aufführung erworben. Spielleitung: Paul Wrede. musikalische Leitung: Kapellmeister Moehl. Einstudierung der Tänze: Ballettmeister D ä u l k e. Operetten-Preise. — . Wtttwoch. 22. März, 23. Borstellung im Mittwoch- , I Abonnement die Komödie „Dina" von Bruno | Frank- Gewöhnliche Preise. 20 bis 22 tlhr- —
Sieben ihm fällt bie Reblaussrage gar nicht ins Gewicht. In Frankreich ist eine Ausrottung des Kartoffelkäfers bei ber Masse unb ber ^usbehnung ber befallenen Gebiete nicht mehr möglich. Es fehlt auch an geeigneten Dekämpsungsmitteln. Man ver- sucht mit Chemikalien — Arsenbruhen — ben per- nichtungskampf aufzunehmen, aber eme vollkommene Ausrottung ist unmöglich. Außerdem sind, wie sich in Amerika gezeigt hat, bie Behanblungsmetho ben sehr kostspielig, denn bie gelber müssen während eines Sommers drei- bis fünfmal behandelt werben, was ein S t e i g e n b e r K a r t o f f e l- p reise zur Folge hat. Hinzu kommt noch ein großer Ernfausfall, da die Hälfte bis zwei Drittel ber befallenen Pflanzen verloren sinb.
Für Deutschland hätte eine Kartoffelverteuerung aus leicht ersichtlichen Gründen schwere Folgen sie ist einfach unmöglich, unb ba ein Einbringen des Käsers nicht zu verhinbern ist, ist ber A b we h r ° lampf — ebenso wie in Enalanb — feit Fahren vorbereitet. Die Biologische Reichsanstalt für Forst- unb Landwirtschaft in Berlin ist bie Zentrale bes in absehbarer Zeit beginnenben Felbzuges. Auf großen Karten wirb mit farbigen Nabeln der Anmarsch des Feinbes verbildlicht unb dauernd beob- achtet. Unter ber länblichen Bevölkerung wirb be- fonbers im Westen, mit allen zur Verfügung stehen- ben Mitteln eine intensive Abwehrpropaganba betrieben, um bei bem ersten umfangreichen Auftreten bes Käfers, alles gerüstet zu haben Bei ben Be- kämpfungsmaßnahmen kann man bie früher gewonnenen Erfahrungen verwerten
Zum erstenmal würbe m Deutschland bas Auftreten bes Kartoffelkäfers 1877 bei Mühlheim am Rhein unb in Sachsen festgestellt, bas letzte Mal 1914 in Stabe. Damals konnten bie Bekampsungs arbeiten von zweihunbert Soldaten im Zeitraum von vierzehn Tagen erfolgreich durchgefiihrt werben. Ein Beweis für ben Erfolg ber systematisch betriebenen Ausklärungsarbeit unter ber Lanbbevolkerung sinb bie zahlreichen, im vergangenen Jahr bei ber Biologischen Reichsanstalt eingegangenen e h l • melbungen über ein angebliches Auftreten des Kartoffelkäfers, ber nach seinem Aussehen sehr leicht mit dem Marienkäfer verwechselt werben kann. Diese Tatsache berechtigt bie amtlichen Stellen zu Weibchens im Verlauf von ber Hoffnung, daß ber Kartoffelkäfer in Deutschland Milliarden, die 2600 Mor- | sich nicht in bem Maße wirb ausbreiten können, wie in Amerika unb Frankreich.


