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20/03/1933 Erstes Blatt
 
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auf den Reichspräsidenten. Unter den Klängen des Deutschlandliedes wurde dann das Fahnen­tuch der alten Kriegsflagge vom Rarnensschild weggezogen.

Em Anschlagversuch auf den Reichskanzler in München vereitelt.

Der Reichskanzler zum Rürftritt Dr. Luthers. Berlin, 20. März. (WTB. Funkspruch.) Zum Rücktritt Dr. Luthers erklärte Reichskanzler Adolf Hitler:3n einem Teil der Presse werden an den Rücktritt des früheren Reichsbankpräsidenten Dr. Lu­ther Kommentare geknüpft, die den Tatsachen nicht entsprechen. Der Rücktritt Dr. Luthers erfolgte im Zuge der gesamten zur Zeit stattsinden- den Umbildung. (Er erfolgte auf dessen eignen Wunsch, da das Reich an sich nicht die Möglich­keit gehabt hätte, den Reichsbankpräsidenten irgend­wie zum Rücktritt zu veranlassen. Dr. Luther hat aber von sich aus auf diese internationalen Ab­machungen nicht Bezug genommen, sondern ausdrücklich erklärt, daß trotz ihnen für i h n nur deutsche Interessen und damit die deut­sche Regierung maßgebend seien. Die Unter­redung mit Dr. Luther war daher getragen von einer außerordentlichen Loyalität des scheidendenReichsbankpräsidentender Regierung gegenüber.

OieZentrumssührerbeimReichSkanzler

Berlin, 20. März. (OB. Funkspruch.) Reichs­kanzler Adolf Hitler empfing heute kur; nach 10 Uhr die Führer der Zentrumspartei, darunter Reichsminister a. D. S tegerroalb, Reichskanzler a. D. Brüning und Prälat Kaas zu einer Be­sprechung. Um 11.30 Uhr begab sich Reichskanzler Hitler dann zu einer Minifkerbesprechung, an die sich eine Kabinettssitzung anschloß.

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Chefredakteur

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Dcrantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teck Ernst Diumschein und iür den An­zeigenteil i.D. Th.Kümmel sämtlich m (fiic :en.

llebernahme des alten Emden- Mdes aus KreuzerEmden".

.Wilhelmshaven, 19. März. (WTB.) Auf dem KreuzerEmden" erfolgte die feierliche An­bringung und Uebernahme des Namensschildes der altenEmden". Man hat das vor einigen Sagen von Berlin nach Wilhelmshaven über- geführte Schild auf dem Achterdeck, oberhalb des letzten Geschützes, angebracht. Das australische Bott, sagte der Stationsches Vizeadmiral För­ster vor der Besatzung, hat dem deutschen Bott das Namensschild unseres alten Kreuzers wie­dergegeben. Die Rückgabe erfolgte, wie der Ver­treter Australiens unserem Reichspräsidenten sagte, in Anerkennung der ritterlichen Kriegsführung der erstenEmden". Die Feindschaft zwischen beiden Völkern sei nun endgültig begraben. Wir danken dem austra­lischen Volk, daß es so großmütig auf diese Eiegestrophäe verzichtet hat, und legen das Ge­löbnis ab, im Geiste der altenE m de n" für Volk und Vaterland einzutreten. Die Ansprache schloß mit einem dreifachen Hurra!

Macdonald vor der presse.

Rom, 20.März. (WTB. Funkspruch.) Mac- donald und Sir John Simon verlassen heute nachmittag im Flugzeug Rom, um über Genua und Paris nach London zurückzukehren. Vor seiner Abreise hat Macdonald die Presse emp­fangen. Den größten Wert legte der Minister­präsident auf die wiederholte und eindringliche Feststellung, daß keinerlei Grund zur Nervosität über die Besprechungen vorhan­den sei, und daß die großen Staaten in keiner Weise beabsichtigten, den an dem römischen Mei­nungsaustausch interessierten Ländern irgend­eine Lösung zu diktieren.

Auf die Frage eines französischen Journalisten, welche Modalitäten der italienische Plan für die Revision der Friedensverträge vorsehen, erwi­derte Macdonald, die Lage sei derartig im Fluh und so delikat, daß abgewartet werden müsse, bis durch weitere Besprechungen sich absehen lasse, wie man zu Werke gehen könne. Die rö­mischen Besprechungen hätten nicht dem Abschluß eines Bündnisses oder eines Paktes gegolten, sondern nur der Klärung, um zu sehen, bis zu welchem Punkte ähnliche Auffassungen vorhanden seien.

Man sei in Rom zusammengekommen in der Er­kenntnis der Notwendigkeit der Wiederheist.llung der internationalen Zusammenarbeit:Wir sind in Rom und in Genf als Europäer aufgctracn. Auf die Frage eines deutschen Journalisten, was mit dem Passus über eine lange Friedensperiode gemeint sei, antwortete Macdonald, man wolle n i d) t e i n e n gestickten Frieden" mit einer Lösung finden, unter deren Einfluß nach drei bis vier Zähren eine noch gefährlichere Lage entstehen müsse als die heu­tig.'. Dazu sei vor allem Vertrauen notwendig, Vertrauen besonders auch in bezug auf die Durch­führung der Abrüstung, die ohne das Ver­trauen aller Staaten zunächst nicht möglich sei.

Kühle Aufnahme in Paris

Die französische Presse zum neuen Plan Mujfo.rnis

Paris, 20.März. (WSB. Funkspruch.) Dic Einstellung der französischen Presse zu dem Plan Mussolinis für die Befriedung Europas ist im großen und ganzen ablehnend, man

Das Echo des Mussotini-plans.

Die Weiterentwicklung der Aktion zur Verständigung der vier Westmächte

sich keine Illusionen machen, denn sicher würde der Plan Beunruhigung bei gewissen Ländern und Staatsgruppen Hervorrufen, mit denen Frankreich der Ansicht, es sei eine günstige Atmosphäre geschaf­fen, die eine Verständigung ermöglichen könne. An einer solchen Verständigung habe man seit Jahren vergeblich gearbeitet, da eben diese günstige Atrno- durch die Bande der Sympathie verbunden sei.

Die Meinung in London.

L o n d o n , 20. März. (WTB.-Funkspruch.) Die Blätter begrüßen mit wenigen Ausnahmen Mussolinis Vorschlag eines Diermächtepakts. Da in dem Kommunique nur von Ideen Mus­solinis die Rede ist. glaubt man, daß Mac­donald sich mit diesen Ideen in Liebe rein- st i m m u n g befindet. Man rechnet damit, daß es zu einer Viermächte-Konferenz in Rom kommt.

D aily Telegraph" ist der Meinung, die italienischen Anregungen stellten bis zu ei­nem gewissen Grade eine Rückkehr zum europäischen Konzert" der Vor­kriegszeit dar. das bei wichtigen Fragen den hauptverantwortlichen Mächten maßgebenden Einfluß gesichert habe. Doch sei dieses westeuro­päische Konzert nur die Wiederbelebung und Ausdehnung der Idee des Locarno­paktes.Times" meint: Der Pakt werde zu begrüßen sein, wenn er die grundsätzliche Anerkennung der deutschen Gleich­heit in die Praxis umsehe. Dies erfor­dere zunächst eine Milderung derjenigen Bestim­mungen des Versailler Vertrages, die einzelnen Ländern nur ein minderes Recht gebe. Die eigent­liche Vertragsrevision könne dann später folgen.

Rom, 20. März. (ERB.) Von englischer Seite hört man, daß die Begegnung mit Mussolini b e i Macdonald größteZufriedenheit her- vorgerusen hat. Man fügt hinzu, daß Macdonald schwerlich mit der Bekanntgabe des italienischen Schrittes einverstanden gewesen wäre, wenn er nicht gewisse Möglichkeiten für seine Diskussion in Paris sehen würde. Von französi­scher Seite wird die italienische Anregung als sehr interessant bezeichnet. Eine glatte Ablehnung könne nicht in Frage kommen. Einge­wandt wird jedoch, daß der italienische Vorschlag im gewissen Sinne den Völkerbund aus­schalten könnte. Paris will deshalb den ita­lienischen Plan in den Rahmen des Völ­kerbundes eingliedern, mit dessen Geist er nicht unvereinbar sei. Die französische Tendenz zielt also auf eine Verbreiterung der Grundlage des italienischen Vorschlages unter Einschaltung des Völkerbundes.

Einen ähnlichen Anspruch scheint die Kleine Entente geltend machen zu wollen, die nach ihrer Umbildung durch den Genfer Pakt und Der darin enthaltenen Verpflichtung einer einheitlichen und gemeinsamen außenpolitischen Vertretung als ein mit den vier Großmächten gleichgestellter Staa- tenblock betrachtet werden will. Wie weit von Ita­lien eine solche Weiterentwicklung seines Vorschlags ins Auge gefaßt werden kann, läßt sich noch nicht absehen. Italien sieht auf jeden Fall mit größter Spannung der weiteren Aktion Macdonalds entgegen, der anscheinend zunächst die A b r ü stungskonferenz einem Abschluß zuführen und dann eine Vierer-Konferenz der euro­päischen Großmächte zur Lösung der politi­schen Fragen als Vorbereitung der letzten Etappe der Londoner Weltwirtschaftskonferenz versuchen will.

Selbstverständlich, daß unsere Forderungen nicht darauf ^bzielen werden, die uns zugestandencn Möglich!.' ten der Aufrüstung zu erhöhen. Linser Ziel ist und wird bleiben, daß die zahlen­mäßige und qualitative Abrüstung der anderen Mächte in stärkerem Maße und in schnellerem Tempo durchgeführt wird, als das in Macdonalds Tabelle vorgesehen ist. Es wird aber nicht die Aufgabe der deutschen Politik sein können, die von England angebotene Verhandlungsgrund­lage zurückzuweisen. Der jetzt erzielte Fort­schritt ist ja nur auf die Erkenntnis zurückzu- führen, daß Deutschlandunter allen Umständen" zur tatsächlichen Gleichberechtigung gelangen will. Wenn wir an unserem unbeirr­baren Willen nach dieser Richtung keine Zweifel aufkommen lassen, so sollten auf Macdonalds Verhandlungsgrundlage weitere Erfolge zu er­zielen fein. Die große Frage ist nur, ob sie auch von Frankreich angenommen wird. Den Franzosen die Verantwortung für eine Ab­lehnung zu erleichtern, kann gewiß nicht unsere Aufgabe sein.

Potsdam rüstet.

Fensterplätze und Fernsprecher ausverkauft

Potsdam. 19. März. (ERB) Der letzt- Sonntag vor dem großen Staatsakt anläßlich der Reichstagseröffnung hatte Zehntausende in die schöne Havelstadt gelockt. In den Straßenzügen, durch die sich der feierliche Zug der Teilnehmer des Staatsaktes von der Rikolaikirche und der katholischen Pfarrkirche zur Garnisonkirche be« wegen wird,'ist auch nicht ein Fensterplatz mehr zu haben. Amerikaner haben dafür bis zu 500 Mk. gezahlt. Der starke Ansturm der in- und ausländischen Presse macht sich auch in der Weise bemerkbar, daß in der Rähe der ein­zelnen Festplähe für die Festzeit kaum noch ein Telephon verfügbar ift. Die Tele­phonbesitzer haben ihre Apparate einfach pU.

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Dieses Verdienst hat sich Macdonald unbe­streitbar geschaffen. Es ist bemerkenswert, daß ftch der Vorschlag Macdonalds mit den französischen Sicherheitsforderungen überhaupt nicht befahl. Sem Ausgangspunkt ist die wiederholte und betonte An- erkennung der deutschen Gleichberechtigungsforde­rung und ihr konkreter Inhalt eine Tabelle für den Rüstungsausgleich in einem Ueber- gangsstadium. Es ist von oornherem festzu­stellen, daß Macdonalds Tabelle noch nicht an­nähernd die Verwirklichung des Prinzips bringt, bas er mit ihr zur Geltung bringen möchte. Aber es wäre töricht, wenn wir in der Beurteilung feines Planes das Kind mit dem Bade ausschütten wollten. Um die Zahlen werden wir kämpfen müssen und wir Huben dafür die wirksamsten Argumente zur Verfügungaber es muß von unserer Seite nun olles vermieden werden, was uns von dem Aus­gangspunkt wieder entfernen könnte, von dem allein dos angestrebte Ziel erreicht werden kann. Unsere ganzen taktischen Anstrengungen müssen zunächst darauf gerichtet fein, die Abrüstungskonferenz an der Stelle festzunageln, an die sie durch Macdonalds Vorschlag geführt wurde, und zwar so, baß der kleinste Schritt zurück uns vor der öffent­lichen Meinung der Welt vollkommen rechtfertigt, wenn wir ein solches Zurück zum Anlaß nehmen, um unser Lebensrecht und unsere Gleichberechtigung unabhängig von internationalen Vereinbarungen zu verwirklichen.

Der erste amtliche Kommentar läßt klar er- tennen, daß die Männer der neuen Regierung fcie neugeschaffenen Möglichkeiten a l s nüch­terne Realpolitiker voll ausnützen wollen. Auch HitlersVölrischer Beobachter" setzt sich scharf ab von der außenpolitischen Instinkt­losigkeit eines Kraftmeiertums, das den Vor­schlag Macdonalds in Bausch und Dogen zurück­weist, in ihm nur neue Fallstricke und den Ver­such erblicken will, die Abrüstungslonferenz zu teilen, um die Abrüstung zu verhindern. Der .Völkische Beobachter" will den Plan Macdonalds als Derhandlungsgrundlage anneh­men und sagt sehr weitgehend:Da auf diesem Gebiet (der Militärflugzeuge) dieAusnahme in der Gleichberechtigung besonders hervorgeho­ben wird, bedeuten die übrigen Vor­schläge in der Frage der Artillerie und der Lanks, daß hier der Rüstungsausgleich auf vollkommen gleichberechtigter

Grundlage zugestanden wird."

Das soll selbstverständlich nicht bedeuten, daß wir uns mit den Zahlen in Macdoyalds ^-.abelle zufriedengeben könnten. Es ist doch wahrhaftig noch keine Gleichberechtigung, wenn Deutschland mit 200 000 Mann d i e s e 1 b e .H e e r e s z i f » fer wie Polen erhallen soll, wenn der nach der Einwohnerzahl hinter uns zurückstehenden Kleinen Entente 350 000 Mann, und den Fran­zosen mit den Koloniallruppen 400 000 Mann zu- gestanden werden. Bei der Regelung für das Artilleriematerial bleibt Macdonalds Vorschlag nach unserer Auffassung auch noch auf halbem Wege stehen, indem er die Höchstgrenze für die Reuproduktion nicht gleichsetzt mit der Forderung nach Zerstörung bestehender Bewaffnungen. Din­klar ist auch noch, wie weil die Bestimmungen für die Tanks uns den Weg zur Rüstungsgleichheit eröffnen, und unmöglich erscheint der für Deutsch­land ins Auge gefaßte Ausnahmezustand für die Militärluftfahrt.

Aus der geographischen Lage Deutschlands bn Herzen Europas ergeben sich Argumente für unsere Sicherheilsforverungen, die nicht zu­rückgewiesen werden können, ohne daß dem Prin­zip der Gleichberechtigung Unrecht getan wird.

bezeichnet ihn sogar ironisch als den Statuten» enttourf eines Friedensklubs. Wie immer bisher bei allen derartigen Anlässen, werden die Al­liierten Frankreichs wieder ins Treffen ge­führt. Die rechtsstehenden Blätter erklären, daß 1919 die Bolschaflcrkonferenz ein Direktorium zur Durchführung der Friedensverträge öarge- ftellt hat. Mussolini aber wolle jetzt ein Di­rektorium zur Vernichtung der Frie- densverlräge einsehen. Die maßvoll ein­gestellten Blätter hallen vorläufig noch mit ihrer Stellungnahme zurück. Sie warten die Bespre­chungen ab, die morgen zwischen Macdo­nald und Daladier in Paris staltfinden sollen.

Echo de Paris" erklärt, die Verträge, die Frankreich mit Polen und der Kleinen Entente abgefchlojfen habe, verböten es Frank­reich, in denrömischen Friedensklub" einzutreten. DerFriedensklub" fei in Wirklichkeit einKriegs- klub", selbst wenn Macdonald zusätzliche Verträge mitbringe, die Frankreich gefügig machen sollten, wie etwa einen englisch-südslawifch-französischen Vertrag, den Frankreich im Jahre 1926 gern ab­geschlossen hätte.Journal" meint, der Vor­schlag Mussolinis führe geradewegzur Ab- r ü ft u n g und dann zur Revision der Ver­träge. Der Plan könne eine günstige Entwicklung nehmen, wenn gewisse unerläßliche Abänderungen daran vorgenommen würden. Frankreich jedenfalls könne sich bei einer Partie nicht abseits halten, die es zwar nicht selbst gesucht habe, die es aber jetzt, nachdem die Karten auf dem Tisch lägen, au gewin­nen verstehen müsse.Petit P a r i f i e n" ist sphäre gefehlt habe. Richtsdeswweniger dürfe man

McdonaldsAbrWlingsplan

Zahlen nicht Formeln.

Ein findiger Statistiker hat ausgerechnet, daß der von Macdonald vorgetragcne Abrüstungs- Vorschlag der 57. wär, der der Genfer Konferenz unterbreitet wurde. Der Mann hat Unrecht. Der neue Plan ist in Wirklichkeit der c r ft e, ber dem Problem so zu Leibe rückt, daß der ehrliche Wille erkennbar ist und daß er die Aussicht auf einen greifbaren Erfolg öffnet. Zur Abrüstung kann dic Well niemals durch Spiegelfechtereien mit spitzfindigen Formeln und scheinheiligen Phra- Jen gelangen. "Wie hat man diese weltpolitische Aufgabe zerredet und kompliziert, indem man sie einspannle in ein Programm von Sicherheits- Projekten und unmöglicher Rlilitärorgan.fationcn des Völkerbundes, indem man sie eickhüllte in das hohle Pathos moralischer Verpflichtungen, die, wie der Kelloggpakt, erst auf dem Boden tatsach- sicher Abrüstung praktische Bedeutung erlangen können.

Labei ist das Problem der Abrüstung seinem Wesen nach so einfach gestellt. Wenn man es einmal aus dem Gestrüpp der verwirrenden Formeln heraus- nimmt, so ist die Ausgabe wenn der ehrliche Wille auf allen Seiten vorhanden wäre verhältnismäßig leicht mit Zahlen zu lösen. Mit Zahlen für die Truppenstärke, mit Zahlen und Maßen für die Waffen, für die Schiffe, für Fahrzeuge und Maschinen des Krieges und für Verteidigungs­anlagen. Um die Zahlenverhältnisse wird natürlich ge- kämpft werden müssen, weil sie nicht einfach von den Bevölkerungsziffern abzuleiten sind, sondern in Zu­sammenhang gebracht werden müssen mit der geo­graphischen Lage und mit den besonderen weltpoli­tischen Aufgaben bA einzelnen Länder. Ader erst bann, wenn Einigkeit darüber geschaffen ist, daß die Ausgabe im wesentlichen fast ausschließlich auf die Abgrenzung der Zahlen und Maße gestellt ist, er ft bann ift ein fester Boden für die Abrüftungsverhand- lungen geschaffen.

am 2Rontagoormittag ein Anschlag auf den Reichskanzler durch die Wachsamkeit der Be­völkerung und das rasche Zugreifen der Behörden vereitelt werden konnte.

Durch Meldungen aus der Schweiz war man seit mehreren Tagen darüber unterrichtet, daß von kommuni ft ischer Seite Attentate gegen Öen Reichskanzler und führende Persönlichkeiten des heutigen Staates geplant find. Am Montagvormitlag wäre es nun beinahe zu einem folchen Anschlag gekommen. Ls wurden drei T f ch e k i ft e n. von denen einer deutsch und zwei russisch oder tschechisch sprachen, in der Nähe des Richard-wagner-Denkmals, also der Mphnung des Reichskanzlers in München, feft- geffeUL Sie tarnen mit einem Kraftwagen an, der das Berliner Kennzeichen la trug und legten drei Handgranaten und Munition in der Rühe des Denkmals nieder. Rach Angaben der Zeugen, die diese Borgänge beobachteten, steht es fest, daß geplant war, beim Anfahren des Kraftwagens des Reichskanzlers durch die Prinz-Regenten-Straße ein Attentat mit Handgranaten auf ihn auszuführen. Durch das hinzukommen von Polizeikräften, die von den Zeugen alarmiert wurden, wurden d i e drei Männer verjagt und konnten bisher noch nicht gefaßt werden. Die Handgranaten mit Sprengkapseln wurden f i d) e r g e ft e 111.

Der Polizeipräsident fügte hinzu, er sehe in jedem Versuch eines Attentats die schwerste Gefahr für die Ruhe und Sicherheit. Sobald der erste Schuß auch nur fiele, felbft wenn er fein Ziel nicht erreichte, würde es in Deutschland zu einem Chaos ohnegleichen und zum größten Progrom kom-

General-Anzeiger für Oberhessen

VrrS und Verlag: Brüblfdjc Univeifiläti-Vuch. unö Steinörutfcrei H. c-mge tn Sletzei. Schristleltung und S-schift-ltell-: Schuld- 7.

Nr 67 Erstes Blatt 185. Jahrgang Montag, 20. niarz 1955

GietzenerAnzeiger

München, 20. März. (MTB. Funkfpruch.) 3n i men, was keine Staatsmacht der wett verhindern der Pressekonferenz teilte heute der kommissarische könne. Lr gab dem dringenden Wunsche Ausdruck. Münchener Polizeipräsident Himmler mit, daß daß es nicht zu weiteren derartiger ' ' ' versuchen kommen möchte.