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7 Fortsetzung
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als sonst. Heih Kungelte die Leidenschaft in ihr empor. Sie sog sich an seinem Munde fest. |
stet» Platz für mich hast: doch zwischen einem jungen Ehepaar hat kein Fremder etwas zu suckln." , „
„Achern ist groß genug", fuhr er auf. .Man braucht sich nicht einmal zu begegnen, wenn man nicht will."
.Lu meinst es gut. Harry, doch ich möchte mcht lästig fallen." Ohre Stimme klang ergeben.
Er hätte am liebsten den blonden Kopf gestreichelt. Aber er sagte fest:
„Lu fällst niemanden lästig, — solche Gedanken lasse nicht wieder in dir aufkommen. Tu nimmst deinen Platz mit vollstem Recht in Achern ein." Ein ungläubiges Lächeln ging um ihren Mund, doch sie sagte nichts mehr.
Schloß Gollwern war festlich geschmückt. Die Natur hatte auch mitgeholfen. Es blühte und grünte, und der Sommer schien alle Schönheit auf diesen Lag geworfen zu haben. Das ganze Schloß war voll Gäste, und Harry von Achern fragte sich unruhig, ob denn das, wenn es nun einmal fein mußte, nicht bis zur Hochzeit hätte aufgespart werden können. Doktor Lansing kam Pia mit ausgestreckten Händen entgegen. Eine große, ehrliche Freude lag auf seinem edlen, durchgeistigten Gesicht. Harry sah es, und ein unbehagliches Gefühl war in ihm. Doch dann stand Edelgarde vor ihm, ihre roten Lippen glühten ihm sehnsüchtig entgegen. Das fliederfarbene Seidenkleid schmiegte sich eng um die schöne, schlanke Figur, die vollen, weihen Arme hoben sich ihm entgegen. Da legte er den Arm um sie und küßte sie. Sie aber war heute anders
„Ich Nebe dich, Harry, ich liebe dich!" flüsterte sie.
Da kam auch die Leidenschaft über ihn. Heiß küßte er sie.
„Warum das alles heute? Eine Qual mehr, Edel: wenn wir wenigstens heute Hochzeit hatten, doch so dauert die Wartezeit viel zu lange."
Sie sah ihn an mit den dunklen, heißen Augen. Leise sagte sie:
„Richt mehr so lange, Harry. Papa ist einverstanden, daß wir in acht Wochen heiraten."
„Du>"
Seine Lippen brannten auf den chren.
„Entschuldigt, Kinder, doch ihr müßt zu unseren Gästen. Das Diner wartet."
Gemütlich klang Herrn Augstens Stimme in diese zitternde Leidenschaft hinein.
Harry richtete sich auf und lieh Edelgarde aus seinen Armen. Seine Hand strich über die heihe Stirn.
„Du hast recht, Papa, wir haben ganz vergessen, dah wir nicht uns, sondern unseren Gästen gehören."
Er reichte Edelgarde den Arm und führte sie hinüber. Zufrieden lächelnd folgte der Vater. Man umringte das Brautpaar und beglückwünschte es mehr oder minder aufrichtig. Als Pia ihre kleine Hand in diejenige Cdelgardes legte, da zitterten ihre Lippen, und leise sagte f*e:
„Ich wünsche Ihnen alles Glück, das der Himmel je verschenkt."
Edelgardes Augen sahen in Pias veilchenblaue Augen, die sich nicht vor den ihren senkten, in denen aber ein unendliches Weh lag. Und die stolze, leidenschaftliche Edelgarde wuhte plötzlich, wie das Leid hieh, das Pia trug, und ein wilder Hah war in ihr.
„Ich danke Ihnen."
Pia fühlte, die Worte waren Hohn. Sie wandte sich ab, heute mehr denn je entschlossen, zu gehen, wenn Edelgarde für immer nach Schloß Achern kam.
Doktor Lansing aber studierte aufmerksam jeden Zug des feinen, blassen Gesichts, wurde immer entschlossener, sein hohes Können daranzusetzen, dah Pia Eichendorff geheilt werden konnte. Und wenn sie nicht geheilt wurde, dann wollte er versuchen, ihre Liebe trotzdem zu gewinnen. Sein Herz, dieses sonst so kühle Herz des gereifte« Mannes, schlug Pia in warmer Liebe entgegen. Und er dachte: „Ich begreife Achern nicht. Edelgarde ist keine Frau, die einem Manne Glück bringt. Da ist sie ihrer Mutter äußerlich und innerlich viel zu sehr ähnlich. Und ich glaube, Onkel Ängsten ist ehrlich froh, sie an den schonen Achern abtreten zu können. Ihre Launen haben ihm den Kopf heih genug gemacht, wenn er sie merkwürdi gerweise auch seinen beiden anderen Töchtern gegenüber stets vorgezogen hat. Es kann ja fein, dah es anders kommt, als ich denke, aber ich fürchte leider, dah Ich recht behalte."
(Fortsetzung folgt.)
täuscht, aber Edelgarde und ihr Vater erstickten ' die Worte, die sich ihm auf die Lippen drängten, durch liebenswürdiges Ueberreden. Wie sähe denn das aus! Gerade, als ob man in Gollwern rechnen müsse, und das war doch wahrhaftig nicht der Fall.
Achern schwieg schließlich. Er sah, wie seine Braut sich freute, wie sie unermüdlich neue Pläne entwarf, die der schwache Dater sofort kraft seines Geldes verwirklichte. Achern wäre eine stille Feier unter Teilnahme der engeren Verwandten viel angenehmer gewesen. Aber zuletzt fügte er sich eben. Wenn Edelgarde erst in Achern war. dann würde es nach seinem Willen gehen müssen, das würde sie ja auch einsehen. Warum also sollte er ihr jetzt die Freude verderben? Also tat er so, als freu? auch er sich sehr auf dieses Fest, obwohl ihm die Schaustellung sehr zuwider war.
Pia stellte still und blaß für sich selbst den Feststaat zusammen. Ein ganz einfaches, weißes Seidenkleid mit einem großen Strauß Veilchen auf der Schulter. Als sie am Verlobungstage vor Harry von Achern stand, um mit ihm und Frau Horlinger nach Gollwern hinüberzufahren, da sah er staunend in Pias blasses, schönes Gesicht. Zum ersten Male sah er, wie schön Pia war. Das goldblonde Haar, die seltsamen Deilchen- augen, der kleine, rosige Mund mit dem stillen Leidenszug und die zarten, weihen Arme.
Seine Lippen prehten sich plötzlich zu einem schmalen Streifen zusammen. In seinen dunklen, groben Augen war ein ganz seltsamer Ausdruck. Er reichte ihr den Arm, sagte kurz, fast rauh:
„Wir müssen gehen, Pia. Ditte, Frau Hor- linger, hat Pia auch den Mantel für abends?"
Frau Horlinger nickte und ging neben ihnen her. Auch die Fahrt verlief sehr schweigsam. Pia starrte, brennendes Weh im Herzen, auf die kraftvolle, braune Hand, die lässig die weihen Handschuhe hielt.
Natürlich löste die in den nächsten Tagen offiziell bekanntgegebene Verlobung einen Sturm von Empfindungen in der Nachbarschaft aus. Ilse Borrheim weinte tagelang, und ihre Mutter verwünschte die schwarzhaarige Hexe, die sich den frönen Achern eingefangen hatte. Vater Borrheim hätte am liebsten auf den Feldern übernachtet: von früh bis spät blieb er sowieso draußen, denn es war für ihn unerträglich, immer wieder hören zu müssen, daß andere Väter ganz anders für ihre Kinder sorgten, und dabei hätten jene drei, während Heinrich Borrheim nur eins habe. Was sei schließlich schuld daran, daß Ilse nun unglücklich fei? Doch nur, dah man auf Borrheim nicht so viel Geld batte wie drüben der Besitzer von Gollwern! Aber natürlich, das wollte kein Mann hören, dah ein anderer das Leben besser anzupacken verstand! Hub dieser Mitgiftjäger, dieser Achern! Hatte der nicht schon ohnehin genug, dah er nicht auch noch auf eine reiche Frau sehen mußte? Ach, es war zum Tot- ärgern, — Frau Dorrheim sagte es ihrem Wanne immer wieder. Onkel Adolf kürzte feine Sommer- ferien, die er hier hatte verleben wollen, ab und meinte beim Abschied gemütlich:
„Man soll überhaupt nicht heiraten. Die Menschen ketten sich nur aneinander, um sich dann ein Leben lang zu zanke.u Kommt ’ne Heirat zustande, gut. Kommt sie nicht zustande, auch gut! Das ist meine Meinung. Erzwingen kann man da nichts. Absolut nicht. Ilschen, heule doch nicht, sei froh, dah du deine Freiheit behalten kannst. Lieber ’ne alte Jungfer als ’ne unglückliche Frau. Na, hier hast du was. Kaufe dir ein Kleidchen dafür. Du kriegst schon noch ’nen Mann, wenn es durchaus fein muß."
Seine Worte linderten den Schmerz etwas. Frau Dorrheim hielt in Gedanken schon nach einem neuen Schwiegersohn Ausschau, und Herr Dorr heim dachte: „Warum Adolf bloß nicht immer hier fein kann? Wahrhaftig, der ver- steht's, die Frauen zur Ruhe zu bringen."
Gin prunkvolles Derlobungsfest wurde auf I Gollwern in Szene gesetzt. Achern war etwas ent
AmWMWNÄ
Roman von GeriRoihberg.
(älrheberschuh durch C. Ackermann, Romanzentrale Stuttgart.)
Es togr spät, als Achern heimkehrte. Er sah nicht das schmerzverzogene Gesicht Pias, die schnell vom Fenster zurücktrat, als sie ihn sah. Ganz in Gedanken verloren schritt er dem Hause zu. Eine eigene Unruhe war in ihm. Es war ein Gefühl, als habe er etwas verloren, das mit zu seinem Leben gehörte. —
Am nächsten Tage beim Mittagessen eröffnete Achern den beiden Damen, daß er sich gestern mit Edelgarde Augsten verlobt habe. Frau Horlinger gratulierte ihm herzlich, wenn sie sich auch nicht verhehlte, dah sie sich die Frau des Herrn von Achern anders gedacht hatte. Pia aber sah und horchte in sich hinein. Was sagte denn ihr Herz zu dieser Tatsache, die er ihr da erbarmungslos eröffnet hatte? Endlich zwang sie sich zu ber inhaltlosen Phrase:
„Meinen Glückwunsch, Harry, du hast gut gewählt."
Er sah sie scharf, prüfend an. Blaß und schmal sah sie ihm gegenüber, und mit einem Male kam es ihm zum Bewußtsein, was seine Verlobung für Befürchtungen in ihr auslösen muhte. Beruhigend griff er nach ihrer Hand.
„Liebe Pia, du meinst doch nicht, daß meine Heirat dich aus Achern vertreiben würde? Im Gegenteil, es wird dann nicht mehr so langweilig für dich fein, wenn noch ein junger Mensch zu deiner Gesellschaft mit hier ist. Verzeihung, Frau Horlinger, Ihre Anwesenheit in Eyren, aber ein junger Mensch muh auch einmal mit jungen Menschen plaudern können."
Frau Horlinger gab ihm vollständig und unbeleidigt recht. Und Pia dachte: „ES ist ganz ausgeschlossen, dah ich bleiben kann. Und er hat schlecht gewählt, niemals ist Edelgards Augsten die Frau, die zu ihm gehört."
Irgendwoher schien eine Stimme zu kommen. Diese Stimme höhnte:
„Sdelgarde Augsten gehört nicht zu ihm? Wer dann, bitte? Du vielleicht, du Krüppel? Lächerlich, ein Harry von Achern und du!"
Seine warme, dunkle Stimme erklang von neuem: w
„Tu fürchtest doch das nicht, Pia? Für dich ist immer Platz in Schloh Achern. Das weiht du doch."
Am liebsten hätte sie es ihm entgegengeweint: „Ja, Platz ist hier für mich und auch nur auf Befehl deines Vaters, aber keine Liebe — keine Liebe, nach der mich hungert."
Doch Pia sagte nur ganz ruhig:
„Ich danke dir, Harry! Das weih ich, daß du
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