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20.1.1933 Erstes Blatt
 
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Zreitag,.Januar |933

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Nr. 17 Zweites Blatt

Sturm über Asien.

Drei Weltmächte, bis zum Bersten ungefüllt, nicht nur mit Ideen, sondern auch mit der Hetzen- den Energie, diese Ideen zu verwirklichen, fast die Hälfte der gesamten Erdbevölkerung umfassend, muffen, da ihnen jede andere Ausdehnungsmög­lichleit genommen ist, mit schicksalshafter Unerbitt- lichkeit an einem Orte zusammenstohen. Dieser eine Ort ist die Mandschurei.

China: ein wogendes Menfchcnmeer von 400 Millionen Seelen, unerschöpflich in seiner Er­neuerungskraft und feinen Bodenschätzen, vier Nationen, und doch ein Bolk, feit 1911 im Bür­gerkrieg und doch im Aufbruch zu seiner Neu­gestaltung. planmäßig Hinterindien wie die In­seln des Stillen Ozeans unterwandernd, vmr un­zähligen politischen Ideen zerrissen und doch fest­gewurzelt in der Welt Laotfes und Konfuhes, tausendmal beschrieben und gedeutet und doch ein undurchdring'iches Rätsel, wer wagt es, die Zukunft dieses Reiches vorauszusagen? Als der große chinesische Staatsmann Lihungtschang Bismarck in Berlin besuchte, - im Berliner Dt- plomatenhotel, dem .Kaiserhof" hängt noch die Photographie des vergeistigten Chinesen mit dem würdigen Zopf, gab ihm Bismarck diesen Rat: Verzichten Sie darauf, China in seiner Gesamt­heit über Nacht einen oder europäisieren zu wollen. Schossen Sie sich eine saubere Verwaltung und eine modern ausgerüstete und modern aus­gebildete Armee von einigen hunderttausend Mann, die bedingungslos zuverlässig ist, und Cie werden schrittweise China zur größten Welt- macht der Erde machen." Heute wissen wir, daß dem visionären Geiste Bismarcks ein Bündnis zw scheu Deutschland, Rußland und dem geeinten China vorschwebte, ein Bündnis, das den Frieden der Welt und die Großmachtstellung Deutsch­lands gewährleisten sollte.

1911 stürzte die Mandschudynastie Sun Bat Sen hatte China revolutioniert. Aber der Ge­neralskrieg brachte keinen Frieden. Bis schliest« lief) die Lehre Sun Bat Sens in der Kuo Ming Tang (Reichsvolksbewegung) ihren poli ischen Niederschlag fand. Tschang Kai Schek er- oberte Schanghai und Nanking, die kommunisti­schen Führer des Südens, der Ätoangi und Kan­tongruppe müssen im gleichen Augenblick ihren Frieden mit der Nankinger Zentralregierung schließen, in dem das Bündnis zwischen Stalin und Tschang Kai Schek zustau. e ommt Tschang Shue Liang, der Sohn des von Japan aus- gehaltenen und vor einigen Jahren ermordeten Tschang Tso Lin, der den Norden Chinas be­herrscht. mußte sich unter dem Drucke der Dolks- meinung ebenfalls Nanking unterfiel en. Lind Tschang Kai Schek hat den Ratschlag Bismarcks befolgt: die Kämpfe bei Schanghai bewiesen, daß der Chinese ein guter Soldat ist, und daß China zumindest über den Ansatz einer neuzeitlichen Truppenmacht verfügt. Tschang Kai Sk.e.s .Füns- zchnjahresplan" sieht ferner eine großzügige Stromregulierung. eine Re orm des S e '« sv- stems, eine Verstaatlichung der Produktionsmittel und Produktiv. scatt-n s w e d e S ,af u. g eii.es sauberen Stoatsbeamtentums vor. Im lernen Osten benötigt jede Entwicklung Zeit, wenn nicht in fünfzehn Jahren, so kommt Doj) einmal der Augenblick, in dem das 40 -Millionen-Volk der Chinesen national, wehrpolitisch und wirtschaft­lich geeint ist.

Japan: Der Mikado gehört einer Dynastie an. die seit 40JO Jahren in Japan regiert. Mas ist der europäische Adel dagegen ? Der Schintois­mus. die Lehre von der göttlichen Substanz des Herrscherhauses, hat den Buddhismus heroisiert und die Verweichlichung der Japaner verhindert. Als die alte Feudalherrschaft in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts gestürzt wurde, als Japan sich zu europäisieren begann, etwa um 1870, zählte es 30 Millionen Einwohner. Als es auf das Festland Übergriff, weil ihm die vul­kanische und nicht allzu fruchtbare Jnselgrund- läge zu eng wurde, allo ungefähr während des Chinakrieges von 1894, war die Einwohnerzahl auf 40 Millionen angestiegen. Heute zählt Groß- Japan 92 Millionen Einwohner. Es ist also erheblich volkreicher als Deutschland. Gelingt es Japan, die Mandschurei vollkommen mit dem Jn- sclreich zu verschmelzen, so wird es mit rund 120 Millionen Einwohnern die Menschenzahl der Ver­einigten Staaten erreicht haben. Japan muh sich ausdehnen. Australien und die Ver­einigten Staaten find ihm verschlossen. Die Wirt- schaslsnot hat auf Japaa übergegrisfen. Die Cc- nährungsdecte reicht nicht. Eine Weltmacht ist im Entstehen. So war der Marsch in die Mandschurei und die Einsetzung des Jünglings P u j i, des letz­ten Prinzen aus dem Mandfcyugeschlecht, zum Kaiser von Mandschukuo, eine staatspolitische Notwendigkeit. Aber es ist nun einmal d i e M a n d s ch u r e i, in die der Vorstoß führte. Und her trifft es nicht nur mit China, sondern auch mit Rußland zusammen.

Rußland: Im Westen durch Polen und Ru­mänien abgefchnürt, im Norden vom Eismeer um­lagert, im Süden Gebirg und Steppe, nur i m Fernen O st e n die Möglichkeit, sich auszudehnen Der Besitz der Mandschurei gefährdet in der Zeit der modernen W..ssentechnik das große jübsibirgchc Riistungs- und Wirtfchastszenlrum. Die Siriegducr> lüfte der Bevölkerung, das sinnlose Wüten der T,ch.'a ist wettgemachl durch die Regenerationskrast der Russen. 160 Millionen Menschen leben im So- wfetreich. In einigen Jahren wird es 100 Millionen Russen unter 25 Jahren geben. Ein Volk der Ju- gend, der religiösen Inbrunst, der weltrevolutio. nären Mission des Urrussentums und der russischen Seele, ganz gleich, ob unter dem Panslawismus oder der Lehre Lenins. Was tut es. daß der Fünsiahres- plan Hunger und Entbehrungen brachte.Rußland hungert sich groß!", ist die eintönige Antwort auf alle westeuropäischen Kritiken.

Der Krieg in Ostasien, der jetzt wieder auf- geflammt ist. wird noch nicht die endgültige Ausein­andersetzung bedeuten. Es sind Vorgesechte, die hier ausgetragen werden, nicht mehr. Der Sturm über Asien ist jedoch entfesselt. Japan. China und Rußland werden sich in den nächsten Jahrzehnten ihre endgültige Gestalt erkämpfen. Japan und China dürften sich über kurz oder lang doch noch du- ch- dringen und zu einem Blocke werden Rußland wu d zur Weltmacht werden, hinter der ein unverbrauch­tes Volk steht Welche Perspektiven! Welche weltpoli- tifche Möglichkeiten! Ist hier Gelegenheit für einen kommenden Staatsmann deutscher Nation, die Vi­sion des alten Bismarck doch noch zu verwirklichen? Denn auch Deutschland ist im Aufbruch und hat in der Welt sein letztes Wort noch nicht gesprochen.

Der italienische Geschwaderflug über den Südatlanük.

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Die Teilnehmer an dem Geschwaderflug Italien Srafilten vor dem Denkmal, das letzt in Anwesenheit des Königs Viktor Emanuel feierlich enthüllt wurde. Den italienischen Fliegern gelang es 1931 zum erstenmal, im Geschwaderflug den Ozean zu überqueren. Freilich konnte das Ziel nur nach dem Verlust mehrerer Menschenleben und der Vernichtung mehrerer Maschinen erreicht werden.

Wirtschaft

Bon Mauerwerk erschlagen.

MSN. Friedberg, 19. Jan. Beim Mauern eines Füllortbogens auf der Draunkohlengrube Meckesheim waren zwei Maurer damit beschäf­tigt, denselben mit den letzten Steinschichten zu schließen. Aus bisher unaufgeklärter Ursache stürzte das Mauerwerk in einer Breite von einem Meter plötzlich zusammen und begrub die beiden unter sich. Während der eine mit leichterenQuetschunge n davonkam. mußte der andere, ein Maurer aus Singlis, schwer-

* Philipp Holz mann AG., Frankfurt | am Main. Zu den an der Frankfurter Börse aus- getauchten Gerüchten über eine Kapitnlzusammen- , legung bei der Philipp Holzmann AG., Frankfurt am 'Diain teilt die Gesellschaft mit, daß bei ihr felbft- verständlich Feststellungen im Gange sind, wie weit die veränderten weltwirtschaftlichen Verhältnisse die Veranlassung zu Abschreibungen, insbefonbere auf ihre Beteiligungen an südamerikanischen Unterneh­mungen. und ihrem Grundbesitz zu geben haben. Ziffernmäßige Angaben lassen sich nicht machen, jedoch darf angenommen werden, daß die Abschrei­bungen, für die in erster Linie die beträchtlichen verfügbaren offenen Reserven zur Verfügung stehen, einen Eingriff in das AK. nur in mäßigem Um­fange erforderlich machen werden. Für das Ge­schäftsjahr 1931 wurde bei einem AK. von 20 09 Millionen Mark ein Reingewinn von 433 553 Mark auögewiesen, hieraus erhielten die 90 000 Mark Vorzugsaktien eine bprozentige Dividende, während 428 153 Mark zum Vortrag kamen

Di) ckerhoff 8t Widmann A G., Wies­baden-Biebrich. Die Dyckerhoff 8t Widmann AG-, Wiesbaden-Biebrich, hat einem erheblichen Teile ihres Beamtenstabes vorsorglich zum 31 Marz bzw 30 Juni 1933 gekündigt. Der Grund zu dieser Maßnahme lag in dem Bestreben, den Ver­waltungsapparat dem zusammengeschrum ften Ge- schäftsumsang anzupassen. Im abgelaufenen Ge- schiftsjähre hat der Auftragseingang den Bedurs- niffen der Gesellschaft in keiner W ise genügt. Ob der Personalabbau wirklich in dem jetzt erwogenen Maße durchgeführt werden wird, hängt von dem Erfolg der akquisitorischen Tätigkeit im In- und Auslande und ferner von den Aufträgen aus dem Arbeitsbelchasfungsprogramm ab. Wenn auch aus öffentlichen Bestellungen für die Firma eine wesent­liche Erleichterung bisher noch nicht eingetreten ist, so sieht man doch, den zu- erwartenden Aufträgen aus dem Sofortprogramm mit gewissen Hoffnungen entaegen Eine Klärung über die in dieser Beziehung bestehenden Aussichten dürfte allerdings erst in einigen Wochen zu erwarten fein.

Berlin etwas freundlicher

Berlin. 20. Jan. (MTB. Funkspr) Wenn- glc^. sich die politisch« Lage nicht geklärt f>at, so hat e die Tatsache, daß die Entscheidung über CBcuiugung oder Nichtvertagung der Reichstags­einberufung heut« fallen muß. zur Folge, daß man an der Börse etwas f re u n d l i cher ge- stimmt war. Man glaubte, daß schon der Fort­fall der Ungewißheit dazu führen werde, daß sich günstigere Nachrichten, wie das freundliche Neuyork. die gegen das Vorjahr ge- bessert« Kohlenförderung im Dezember, die bessere Beschäftigung in der Röhrcnindustrr« und die Einigung im Lohnkonflikt der Siegerlander Me­tallindustrie stär! :r auswirken können.

Es ergaben sicy allgemein, festere Er- öfsnungskurse. Montane gewannen bis zu 1,63 Proz., von Braunkohlenwerten waren Nie- Lerlausiber Kohle und Rhein. Braunkohlen je 3 Prozmt höher. Kaliaktien gewannen bei kleinsten Ilmsätzen bis zu 2,25 Prozent. Von chemischen Werten setzten Kolswerke und Chemisch« sahnten auf Dividendenhoffnungen für 1933 1.75 P^oAm! höher ein. Summi- und Linoleumwerte blieben etwa behauptet. Cantigummi büßten einen An­fangsgewinn im Verlaufe w'e!:«r ein. Von Elek­tropapieren waren besonders RWE.. Elektrisch« Lichts Kraft und Eleltrischr Werke Schlesen bis zu 2 Proz. höher, während Rheag und Siemens im gleichen Ausmaße zurückgingen. Im Verlaufe waren Siemens, RWiL. unb Schuckert nochmals 1 bis 2 Proz. schwächer. RWE. wurden gegen Farben getauscht, so daß dieses Papier aus 103 Prozent anziehen konnte. Gaswerte, Kabel- und Drahtwrr e Autoa't'en. Maschinenfabriken We- tallwerte, Kunstseideanteile. Papier- und Zellstoff- werte. Brauereien, Wasserwerksaktien und Ver­kehrswerte gewannen Bruchteile eines Prozentes bis 1.25 Prozent. Bauwrrre lagen uneinheitlich. Holzmann hatten einen Tagesverlust von 2.5 Pro­zent. während Dereer 1.5 Proz. gebessert waren. Banken und Dchiffahrtswerte blieben etwa be­hauptet. f _

Deutsche Anleihen, besonders Altbesih, waren sehr fest, da eine Pressenotiz, derzufolge das Reich aus Zinseingängen seines Wertpapiere besitzes Anlagekäufe in Anleihen vornehmen lasse stimulierte. Der Kurs stellte sich 1,13 Prozent höher. Neubesitz gewannen 0.50 Prozent. Reichs- i schuldbuchforderungen zogen bis zu 0,75 Prozent

an. Auch die übrigen Rentenmärkte lagen bei ziemlich guter Nachfrage fester. Ausländer waren im allgemeinen gut behauptet.

Der Geldmarkt blieb auch heut« weiter un­verändert. Tagesgeld stellte sich auf 4,39 Pro­zent bzw. 4,25 Prozent. Monatsgeld auf 5 bis 7 Prozent. Nach Privatdiskonten konnte man et­was Nachfrage seststellen. ebenfalls nach Reichs­wechseln per 15. April 1933 und nach Rcicys- schahanweisungen per 17. Juli 1933.

Frankfurt fti'l

Frankfurt, 20. Ian. (WTB. Drahtrneldung.) In Anbetracht der heutigen Aeltestenratssitzung, die über die Auslösung ober Vertagung des Reichstages entscheiden wirb, eröffnete bie Börse in ftarfer Zurückhaltung. Bereits an ber gestrigen Abenbbörse setzte sich eine zuversichtliche Stimmung durch, bie auch heute noch anhielt, da man mehr dazu neigte, baß eine Vertagung im Moment näher liegt als eine Auflösung. Daher zeigten bie ersten Notierungen auf Grund von Deckungen ber Spekulation unb verschiedentlich klei­nen Käufen ber Kunbschaft, besonbers am Renten­markt, meist kleine Besserungen. Die Um- satztätiakeit hielt sich allerbings in sehr engen Gren- zen. Am Rentenmarkt wird seitens einiger ''Ber­liner Banken verstärkte Stimmung in Form von Zirkularen für den Kauf von Alt- unb Neubesitz- anleihen gemacht, unb die Befe st i gung dieser Werte übertrug sich auch zum größten Teil auf den Aktienmarkt, an dem durchschnittlich Erhöhun- gen bis zu 1 o. H. zu verzeichnen waren.

Im Vordergründe des Interesses standen Mon­tanpapiere. Gelsenkirchen, Rheinstahl, Mannes­mann, Klöcknerwerke, Phönix, Stahlverein und Buderus wiesen Befestigungen von 0,25 bis 1 v. H. aus. Am Chemiemarkt lagen IG., Scheideanstalt und Deutsche Erdöl, Metallgesellschaft und Rütgers- werke ebenfalls bis zu 1 v. H. höher. Von Elektro- roerten kamen zunächst nur wenige Kurse zur ersten Notiz. Licht und Kraft gewannen 1,25 v. H., AEG. 0,13 v. H., wogegen Siemens aus zunächst unbe- kanntem Grund" etwa 2 v. H. einbüßten und Schuckert 0,13 o. H. nachgaben. Durch feste Haltung fielen Contigummi mit plus 2,75 v. H. auf, ferner waren auch Aku 0,90 v. H., Zellstoff Aschaffenburg 0,65 v. H. freundlicher, während Holzmann aus ber bekannten Ursache erneut ILO v. H. verloren. Ze­ment Heibelberg blieben knapp gehalten.

Deutsche Anleihen lagen etwas lebhafter. Alt- besitz gewannen 0,75 v. H-, Neubesitz etwa 0 50 v. H., Schutzgebiete 0,25 v. H. unb späte Reichsschuldbuch, forberungen 0,75 o. H. Don Industrieanlechen er­öffneten 6 prozentige Stahlverein 0,40 o. H. und Reichsbahnvorzugsaktien 0,13 o. H. höher. Golb- unb ßiquibationspfanbbriefe unb Kommunalobli­gationen waren weiter leicht erhöht. Von Stabt­anleihen tendierten 6 v. H. Darmstadt schwach und etwa 2 v. H. niedriger. An den übrigen festverzins­lichen Gebieten war bie Stimmung freundlicher.

Im Verlaufe erhielt sich die freundliche Grundftimmung, eine nennenswerte Be­lebung des Geschäftes trat aber nicht ein. Im all- gemeinen ergaben sich Erhöhungen von 0,50 bis 1 v. H. Einige Spezialwerte, davon Scheideanstalt, lagen bis zu 1,50 v. H. fester. Siemens blieben da- gegen matt und ermäßigt um ein weiteres Prozent. Auch Holzmann gaben erneut 0,50 v. H. nach. Don Deutschen Anleihen waren Altbesitz 0,90 v. H., Neubesitz 0,13 o. H. höher, aber späte Reichsschuld- buchsorderungen waren nur knapp gehalten.

Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld auf 3,25 v. H. ermäßigt.

Schwcincmarkt in Friedberg.

WSN. Fricdber g, 19. Jan. Auf dem gestrigen Schw«in«markt wurden bezahlt für sechs Mo^n alte Tiere 8 bis 12 Mk., für 6 bis 8 Wochen alte 12 bis 15 Mk.. für 8 bis 12 Wochen alte 16 bis 20 Mk. Bei einem Auftrieb von 257 Ferkeln wurde der Markt geräumt.

Englische Fliegerin in der Sahara gelandet.

Die Fliegerin Lady Bailey, die feit ihrem Ab­flug aus Dran am 15. Januar vermißt wurde, ist etwa 20 Kilometer südwestlich von Tasua am Niger gesund aufgefunben worben. Sie hatte dort aus Mangel an Lebensmitteln und Brennstoff eine Landung vornehmen müssen.

verletzt nach dem Bürgerhvspital in Friedberg rerbracht werden. Ruf oem Wege nach Fried­berg v e r st a r b der bedauernswerte Mann. Er hinterläßt Frau und fünf Kinder.

preuhen.

Kreis Wetzlar.

0 Krofdorf, 17. Ian. Die Lokalabtei­lung Wetzlar des Landwirtfchaftsver- eins hielt in der Gastwirtschaft Moos ihre vierte Winter ° Hauptversammlung ab. Geschäftsführer Lehnen führte zunächst bie Ziele unb Bestrebun­gen bes Landwirtschaftlichen Vereins ben Zuhörern vor Augen unb empfahl bie Mitgliedschaft des Ver­eins. Institutstierarzt Dr. vet. Euler vom Staat­lichen Deterinär-Untersuchungsamt in Frankfurt am Main sprach überAufzuchtkrankheiten beim Rind­vieh und deren Bekämpfung. An den Dortrag schloß sich eine rege Aussprache an.

0 Lützellinden, 19. Ian. Dieser Tage sand hier imDberroalb" die erste Brennholzver­steigerung der Gemeinde statt. Zum Aucgebvt kam vornehmlich Buchenbrennhol,). Es wurden fol­gende Preise erzielt: für Buchenscheitholz 18 bis 23, Duchenknüppel 16 bis 20 Mark je zwei Raummeter. Buchenwellen 8 bis 9,50 Mark je 50 Stück, Nadel­scheitholz 5 bis 6 Mark je zwei Raummeter, Nadel­holzwellen 5 bis 6 Mark je 50 Stück.

1 Waldgirmes, 19. Jan. Bei der ersten Brennholzver steigern na im hiesigen Ge- meindewald stellten sich die Preise wie folgt: Zwei Raummeter Buchenscheit 1618 Mark, Rollscheit 1416 Mark, Knüppel 1012 Mark, Eichenscheit 1012 Mark, Knüpvel 810 Mark, acht Meter Buchenstammreiser (Schlaghaufen) 810 Mark, Astreiser 68 Mark, Eichenreiser entsprechend 3 Mark billiger.

ttrcis Marburg.

4- Hachborn, 19. Ian. Am Sonntag fand hier im Saale des Gastwirts Heinz Vogel die 3. Bezirks geslüae Ischau der Kreise Marburg, Kirchhain und Franken- hers statt, Die Qualität der Tiere war im Durchschnitt sehr gut. Die Schau wurde vom hiesi­gen G e f 1 ü g e 1 z u ch t v e r e i n mustergültig durchgeführt. Preisrichter waren die Herren Otto Hördemann (Kassel) und Heinr. Jäger (Ober-Hörgern). Zur Verteilung der Landwirt- schastSkammer Ehrenpreise war Tierzuchtinspeltor Guthe (Kassels als Vertreter der Landwtrt- schaftskammer anwesend. Er zeichnete den Rhodc- län der-Züchter Johs. Wallon 111. (Hochborn) mit der Silbernen Kammer-Medaille, den Züchter Rebhuhnfarbiger Italiener, Heinrich Hamel (Warburg), mit d r Broncenen Kammer-Medaille und den Barnevelder-Züchter Hans Falk (Hach­born), mit dem Landwirtschastskammer-Diplom aus.

Kirche und Schule.

Landkreis liefern.

CO Slein-ßinben, 19. Jan. Die Sitzung ber Kirche ngemeindevertretuna befaßte sich u. a. mit ber Aufstellung bes Voranschlags für 1 9 33. Die Einnahmen sind mit 7335,85 Mark vorgesehen. Darin sind enthalten ein Rechnungsrest aus dem Vorjahr mit 3164 Mark unb an Kirchen- fteuereingängen 3696 24 Mark: letztere wurde gegen bas Vorjahr um 700 Mark, gegen bas Jahr 1931 sogar um 1400 Mark gesenkt. Die Ausgaben be­tragen 6371,05 Mark unb enthalten u. a. für Hei­zung unb Beleuchtung 220 Mark, für Besoldungen 2027.84 Mark, für Unterstützung von Armen und Kranken 100 Mark. An Betriebskapital werden 200 Mark benötigt, als Reservefonds sind 250 Mark vor­gesehen, außerdem ist noch ein nicht verfügbarer Ueberschuß vorderer Jahre mit 1548,72 Mark in Ausgabe eingestellt. An außerordentlichen Ausgaben werben 964,80 Mark verbucht, worunter 400 Mark als Kapitalabtrag benötigt werben: die Gesamtschuld ber Kirchengemeinde betragt noch 800 Mark.

Streik Alsscld.

II. Merlau, 19. Jan Die Kirchen st ati- st i k weist für das Jahr 1932 folgende Zahlen auf: Taufen 11, Konfirmanden 9, Trauungen 8, Be­erdigungen 8. An Liebesgaben gingen insgesamt 849 Mark ein. Die Gottesdienste waren durch­schnittlich von 23.34 Proz. der evangelischen Kir­chengemeinde besucht. Am heiligen Abendmahl nahmen 93,01 Proz. teil. In der Kirchspielfiliale Flensungen waren es 9 Taufen, 11 Konfir­manden, 9 Trauungen und 9 Beerdigungen. An Liebesgaben wurden dort 989 Mark gesam­melt Die Gottesdienstbesuche beliefen sich auf 14.93 Prozent. Die Beteiligung am heiligen Aben> mahl betrug 95,20 Prozent.