Ausgabe 
19.8.1933 Frühausgabe
 
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Wie die Preffestelle bei ninisteriums mitieilt, emp. der melklenburgische Mini- I den Londesbifchoss D. 1 ihm mit, dah es dem nem Bedauern nicht mög- - gen Landerbifchos in dem liammen zu arbeiten, wie er Kirche erforderlich fein erium könne nicht dulden, r gleichzeitig Mitglied der hen Kundschreiben Aeuße- ber eine Bewegung per- ionaifyialiften gefördert mgDeutsche

falle auf dir uaiivnal- Ät auch auf i>as Staats« der Mivriiät der neuen : adträglich.

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im Regi-

bie Gründung bei Regiments vor 120

Jahren.

MAedenmg des hessischen Bauernstandes

1835).

Bornotizen.

fürs Da- sie dieses

Kähnen heraus!

Unsere Mitbürger werden hiermit bdngenb gebeten, anläßlich der Arier des 120jährige« Bestehens unseres früheren Gießener 3afantrdc- Regiments Kaiser Wilhelm Jlr. 116 und des mit bte- fer Feier verbundenen großen Aufmarsches der Standarte 116 die Häuser mit Jlaggia- schmuck ;u versehen. Kein Haus fei ohne fchwarzweißrote und ohne haken, kreuzslagge! Jedermann bekunde durch diese« Schmuck seine innere Verbundenheit mit bet groben nationalen Veranstaltung am Samstag und Sona- tag!

Wenn sich am 19. und 20. August dieses Iah- re« zahlreiche Offiziere unfercs alten, stolzen Gießener Regimentes tme alhahrlich leit Kriegs, ende zur Anlohfeier in ihrer alten Garni­son zusammenfinden. um in Treue der Tausende braver Kameraden zu gedenken, die ment und in seinen Kriegsformationen terlanb gefallen sind, dann verbinden QHal damit die Erinnerung an

führte.

AlS 1848 die badischen Unruhen noch Hessen überzugreisen drohten, wurde das Regiment mo­bil gemacht und kämpfte bei Freiburg gegen die Aufständischen. Später nahm es an der Rieder- Wertung des Ausstandes in Frankfurt teil, wo das Hcsten-Denkmal" heute noch an den Einsatz der hessischen Truppen erinnert. Dis zum Jahre 1860 war Darmstadt die Garnison des Truppenteils. 3n diesem Jahre wurde das 1. Bataillon nach Ofsenbach, das 11. Bataillon nach Friedberg »er­legt. Roch einmal sollte es ihm in seiner ©e- schichte beschieden fein, gegen deutsche Stammes­brüder fechten zu müfsen. 1866 kämpfte die hessi­sche Division auf der Seite Oesterreichs bei Laufach und Weiler gegen die preußische Division Soeben. Durch eine zwischen Preußen und Hessen nach diesem Kriege abgeschlossene Dlili- tärkonvention wurde die25. Grobherzoglich Hessische Division", wie sie nun hieß, in die preu­ßischen Armeekorps eingegliedert.

Das Jahr 1868 brachte dann die Verlegung In die Garnison Gießen, der das Regi­ment bis zu seiner Auflösung treu geblieben ist. Hier war das altehrwürdige Zeughaus zur Ka» ferne umgebaut worden, die nun dem Regiment zur Heimat wurde. Doch schon bald rief das Va­terland. 1870/71 durfte das Regiment mithel- fen, in Frankreich die Grundlagen eines einigen deutschen Reiches zu schaffen. Am 16. Auaust 1870 nahm es an den Heldenkämpfen der Hessen bei Dionville und Mars la Tour teil und stritt am 18. August bei Gravelotte und St. Privat. Dielen Gießenern ist das Bild bekannt, dessen Original, ein Geschenk des deutschen Kaisers, im Offiziers- heim In der Zeughauskaserne hängt und den

Sturm bei 1. Bataillons des 2. Hess. Regiments auf die Ferme Lhampenoy

darstellt. Am 31. August half es, einen Aus­fall der Armee Bazaine aus dem belagerten Metz bei Roiseville abwehren, kämpfte im Dezem- ber bei Orleans und stand schließlich im Januar 1871 bei Driare 21 Tage lang in eisiger Winter- kälte im Gefecht.

Am 1. Januar 1872 trat eine neue Militärkon­vention in Kraft. Durch sie erhielt das Regi­ment den Damen:2. Grohh. Hess. Infan­terie - Reg iment (Grohherzog) R r. 116". Lange Friedensjahre folgten nun. in denen Tausende von Söhnen der Hessenheimat durch die Friedensschule des Regiments hindurch- dingen, und in denen das Regiment mit Ober- hefsen und seiner Bevölkerung aufs engste ver­wuchs. Im Rahmen einer Heeresvermehrung wurde am 8. April 1881 das 111. Bataillon ge­gründet, daS bis zum 4. Januar 1889 Füsilier­bataillon' hieß. 1891 nahm das Regiment an den Kaisermanövem in Thüringen teil. Dort über­brachte der Grohherzog dem Kaiser die Ditte, die Stelle des Chefs des RegimentsGrohherzog" zu übernehmen. Am 13. September traf bei dem Regiment folgendes Telegramm des Kaisers ein:

,Hch setze hierdurch das Regiment davon in Kenntnis, daß Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog Mir heute als an höchftseinem Geburtstage die Stellung eines Chefs des Regiments angetragen und Ich Mich gerne bewogen gefunden habe, die­selbe anzunehmen. Ich freue Mich, gerade an die­sem Tage in eine nähere Verbindung mit dem tapferen Regiment zu treten, das die ehrenvollen Traditionen von Gravelotte und Orleans in treuer und erfolgreicher Friedensarbeit zu erhallen ge­wußt hat.

Am 5. November erhielt das Regiment dann fei­nen letzten Namen: Infanterie-Regiment .Kaiser Wilhelm' (2. Großh. Hess.) Nr. 116", während ihm am 30. Januar 1892 der Namenszug

Die hessische Staatspresse st eile teilt mit:

Die hessische nationalsozialistische Regierung er­achtet als eine der vordringlichsten 'Ausgaben die Stützung und Erhaltung eines gesun- d e n Bauern st andes als Grundlage jeden Staatswesens und Volkstums. Sie ist bestrebt, so­wohl auf technischem, wirtschastlichem wie kulturel­lem Gebiete den Bauernstand zu heben, in der sesten Ueberzeugung, damit dem Volke in seiner Gesamt­heit zu nützen. Es sind bereits die verschiedensten Maßnahmen durchgeführt bzw. eingeleitet, die zwei­fellos eine Besserung der Lage bringen werden. Zu natürlich ist es, daß nichtvonheuteauf mor­gen Rosen ausblühen können, wo seither nur Disteln wuchsen. Es ist zunächst notwendig, von Grund auf zu säubern und damit die Voraussetzungen zu schassen für eine gedeihliche Aufwärtsentwicklung.

Richtlinien für alles Tun und handeln bilden einmal der GrundsatzGemeinnutz geht vor Eigennutz" und zum andernRicht Augenblicks­politik, sondern Zukunftspolitik".

Es ist nicht allein damit getan, dem Bauern nur im Augenblick die Lage zu erleichtern, sondern wesent­lich ist die ernste Sorge um den dauernden B e stand eines gesunden, freien, mit dem Boden ver­wurzelten Bauernstandes. Die uralten typischen Dauerneigenschasten Einfachheit und Spar­samkeit bei größter Entfaltungsmöglichkeit und Wirksamkeit aller Maßnahmen bilden die Grund­lagen, auf denen aufgebaut wird. Unter diesem Gesichtspunkte ist auch Die erfolgte

Ueberleitung der seither staatlichen Landwirt­schaftsämter, Landwirtschaftlichen Schulen usw. an die Bauernkammer

aufzufassen. Es mußte aus Gründen der Sparsam­keit und der Vereinfachung der Verwaltung die Ueberorganifation und das Nebeneinanderarbeiten der staatlichen und sonstigen landwirtschaftlichen Behörden beseitigt werden. Insbesondere war eine Bereinigung und Neuordnung notwendig bei dem landwirtschaftlichen Beratungswesen, das zum Teil in den Händen der staatlichen Landwirtschastsamter und zum anderen Teil in der Hand der Landwirt- schastskammer lag. Es wurde vielfach em und die- selbe Maßnahme sowohl von Beamten der Kammer, alA auch der Landwirtschaftsämter durchgeführt, vor allem auf dem Gebiete des Vortrags- und Versuchs, wesens, hierdurch entstanden unnötige Kosten, die zu vermeiden gewesen wären. Weiterhin ergaben sich hieraus Mißstände, die nicht nur die beiderseitige Tätigkeit erschwerten, sondern sie auch häufig in ihrer Wirksamkeit herabsetzten. Trotz d;r eifrigen und er- spriehlichen Arbeit der Kammer und der Landwirt- schaftsämter im einzelnen konnte der Erfolg 'M ge­samten nicht befriedigen. Er stand vor allem in kei­nem Verhältnis zu den gemachten Aufwendungen.

Es war deshalb notwendig, im Interesse des Bauernstandes und der Verwendung der von ihm und dem Staate aufgebrachten Mittel grundlegende Abhilfe zu schassen. Dies hat Landesbauernprastdent Dr. Wagner, M. d. R., mit seinen Mitarbeitern Oberlandwirtschaftsrat Dr. Görlach und Lber- landwirtschaftsrat Dr. Finger, in kürzester Zeit und in einer Weise getan, die allseitig Zustimmung gefunden hat.

Im Zuge der allgemeinen Reugliederung des Bauernstandes wurde« alle technische« Förde- rungsmahnahmen der Kammer übertrage« und ihr die Landwirtschaftsämter als aus- führende Organe unterstellt.

An ber Spitze ber Bauernkammer steht als Präsident der Landesbauernführer Dr. Wag- ner, ber gleichzeitig Leiter ber Ministenalabteilung

120 Jahre Infanterie -Mgimeni KaiserWi1helm"2.Großh.Heff.7rr.ll6 23on Leutnant d.R.a.O. Ernst Holzel, im Kriege Kompanieführer der 5/116.

TageSkalender für Samstag: Derein der Offiziere des 2. Großh. Hess. Infan­terie-Regiments dir. 116, 18 älhr. Landgraf-Dbi- lipp-Platz, Anloy-Feier. DolkSbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, Ortsgruppe Dießen: Der­ein der Osfiziere dcS 2. Großh. Hess. Infanterie- Regiments Är. 116, Logengebäude, Gartenstraße 1, 15 bis 18 Tlhr, Ausstellung von Modellen und Bildern deutscher Ehrensriedhöse in Frankreich und im Osten. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Die Tänzerin von Sanssouci".

Der eigentliche GründungStag ist der 17. Juni 1813. Damals wurden die beiden vorher selb­ständigen Bataillone, dasGarde-Füsilier-Ba­taillon" und dasLeib-Füsilier-Bataillon" zu einem Regiment miteinander vereinigt. Da Hessen Gligd des Rheinbundes war, hatten diese hessischen Bataillone unter Dapolecms Fahnen an der Do­nau und an der Ostsee gefochten und waren mit ter .großen Armee" tief nach Rußland hinein- marschiert, bis der Brand von Moskau zum Sig­nal für einen grauenvollen Rückzug wurde. Kampffähig biS zum Schluß hatten die Hessen in der Dachhut den Rückmarsch decken Helsen.

Die Anerkennung für die vorzügliche Haltung der Bataillone war ihre Zusammenfassung und Erhebung zu einem Regiment. Rach der Schlacht bei Bautzen am 21. Mai 1813 lag die Truppe im Feldlager bei Lüben, wo sie am 29. Juni folgende vom 17. Juni datierte Ordre der groh- herzoglichen Generaladjutantur erreichte:Des Herrn Großherzoas Königliche Hoheit haben, um dem im vorigen Feldzug zu einem provisorischen Infanterie-Regiment unter dem Kommando des Obersten v. Schönberg vereinigten Garde Füsilier Bataillon und Leib Füsilier Bataillon Hochdero Zufriedenheit zu bezeugen, diese beiden Batail­lone zu einem wirklichen Regiment unter dem DamenGarde Füsilier Regiment" Al- lergnädigst erhoben und dessen Kommando seinem bisherigen braven Kommandeur, Obersten von Schönberg, übertragen." Doch stand das Regi­ment unter Dapoleons Befehl und focht für ihn in der Schlacht bei Leipzig, kehrte aber dann in die hessische Heimat zurück und zog Ende 1813 in Darmstadt ein, nachdem 1500 Mann für Frank­reich geblieben waren. Am 4. Juli 1820 wurde sein schöner Dame in2. Garderegiment" umge- wandelt. Dieses Regiment erhielt am 13. Se^ tember 1827 weiße Schulterklappen, die es bis zu feniem Ende behielt. 1848 tarnen Weiße Auf­schläge hinzu. Danach wurde das Regiment auch oft daSweiße Regiment" benannt, während sol­datischer Humor den SpitznamenSchneeschip­pe r" prägte. Am 11. April 1830 ernannte sich der Groh^rzog Ludwig li. selbst zu seinem In­haber und verlieh ihm den DamenR e g i m e n t Grohherzog", den es bis zum Jahre 1891

Aus der Provinzialhauptstadt»

Vorsicht bei Auslandreisen!

Die Hessische Staatspressestelle macht darin- aufmcrllam, dah bei Auslandreisen, die mit un­genügenden Geldmitteln unternommen werden, Schwierigkeiten und gegebenenfalls sogar Zurück­weisungen schon beim Grenzübertritt au erwart« sind. Es ist wiederholt vorgekommen. daS deutsche Touristen von ausländischen Grenzpvlizeibehbrd« zurückgewiefen worden sind, weil sie nicht im Be­sitze genügender Geldmittel waren. Die Staats- Pressestelle weist ferner darauf hin. bei der Der» sendung von Briefen nach dem Ausland größt« Dorsich tbei der Abfassung deS Inhalts walt« zu lassen, da in einigen Ländern das Brief­geheimnis nicht gewährleistet ist, wodurch even­tuell den ausländischen Adressaten älnannehmlrch- leitcn entstehen können.

OaS Los.

Ist es Zufall, oder nicht vielmehr in der lief« deutschen Lebensgesühls begründet, dah unsere Mut- tcrsprache diesem Wort einen doppelten Sinn gibt? Daß es damit das Schicksal des Einzelnen und jeden Glücksfall ins große Spiel der naturhafte«, der nationalen Kräfte einordnet? Und war je einLos sinnbildlicher als dieser braune odjein der dem deutschen Volke gewidmete« Nationalsozialistischen Hrbeitebe« schassungs.Lotterie? Der Do ksschrei nach Solidarität, nach Gefolgschaft im Geiste des Fuß- rers äußert sich im Opfer, zunächst im bescheidenen Opfer einer einzigen Mark, kann aber reich­lich Lohn und Glück für den Einzelnen werde«, wie jeder Beitrag es bestimmt für die Gesamtheit ist.

Warnung vor einen Schwindler.

Die Kriminalpolizeistelle bei der Polizeidirettton Gießen meldet:

Seit einigen Tagen treibt sich in hiesiger Stadt ber Montage ührer Gläser umher. Unter dem Dorgeben, daß in hiesiger Stadt Mvntagearbeite« auszuführen eien, mietet er für seinen Ehef und die nachkommenden Montagearbeiter Zimmer und Betten. Bei dieser Gelegenheit versteht er es, de« Vermietern Geldbeträge zu entlocken. Dor dem Schwindler wird ausdrücklich gewarnt. Bei etwai­gem weiteren Auftreten wolle man sofort die Kri­minalpolizei benachrichtigen.

Landwirtschaftliches EntschuldungSver» fahren und Handwerlerforderungen.

Es dürfte noch nicht genügend bekannt fein, daß beim landwirtschaftlichen Entschuldungsoersahren ohne Zwangsoergleich Forderungen, die nach dem 12. Juli 1931 entstanden sind, auf Wunsch des Gläu­bigers von ber Entschuldungsstelle bar ousgezahll werden, wobei allerdings zu Gunsten des Reiches bestimmte Abzüge (10 bis 20 v. H.) gemacht werden. Doll ausbezahlt (also ohne jeden Abzug) werden die nach dem 31. März 1932 begründeten Lohn- und Gehattsforberungen und bie nach biesem Tage, aber vor dem Inkrafttreten des Gesetzes entstandene« Handwerker- und Lieferantenforde­rungen. Es können also z. B. Landwirte, die in letzter Zeit gebaut haben und denen es an Mitteln fehlt, die Bauhandwerker restlos zu befriedigen, bei Erfüllung der sonstigen Voraussetzungen durch ein Entschuldungsverfahren die Begleichuna ihrer Bau- schulden erreichen, ganz abgesehen von den sonstige« Vorteilen eines Entschuldungsversahrens (Herab­setzung des Zinsfußes und bergt.).

Taten für Samstag, 1V. August.

1662: gestorben der französische Philosoph Blaise Pascal (geb. 1623); 1780: geboren ber Dichter Jean Pierre be. Bsranger in Paris (geft. 1857); -- 1819: gestorben James Watt, ber Verbesserer ber Dampfmaschine, in Heathfield (geb, 1736).

Taten für Lonntag, 20. August.

1827: geboren der belgische Schriftsteller Charles de Coster in München (geft. 1879; 1854: aestar­ben ber Philosoph Friedrich Wilhelm Josef von Schelling in Bad Ragaz (geb. 1775); 1914: Ein­zug der Deutschen in Brüssel; 1917: gestorben der Chemiker Adolf v. Bayer In München (geh.

Heranwachsenden Generation zur Dacheiferung. Zweimal hat der Kaiser sein Rcgcment auch im Felde besucht, wo es b i» zum letzten Tag« am Feinde stand. Schcer unfaßbar erschien eS denen, die dort wochenlang Tag für Tag um jeden Fußbreit Boden rangen, was inzwischen in Heimat und Etappe geschah. Keiner vonunS, die babei waren, wird den Augenblick vergessen, als dem Regiment in einer Dachmi^tagsstunde des 9. Dovember in Jurbise in der Dähe von Mons in Belgien die Abdankung des Kaisers bekanntge- geben wurde. Gin letztes Hurra galt dem Ehef des RegimenlS Der Rückmarsch folgte, über Lüttich, Düren, Remscheid. Radevormwald. Erndtebrück. Laasphe. Weidenhausen und Stau­fenberg wurde im Fußmarsch am 13. Dezember 1918 Gießen erreicht. Jnsolge der Wassenstill- staichsbedingungen durfte 116 alS einzige- hessi­sches Regiment in seine alte Garnison zurück­kehren. .So oft jedoch die Erinnerung an dieses ungeheuere Dölkerringen lebendig werden wird, werden Gießens Bürger bis in die fernste Zeit voll Stolz und Dankbarkeit reden von .ihrem' Re­giment. das treue Wacht im Westen gehalten und die Heimat sicher behütet hat." So rief Ober­bürgermeister Keller dem heimkehrenden Regi­ment namens der Stadt zu. Dur wenige ahnten damals, welch furchtbare Bedingungen der .Frie- densvcrtrag" unS bringen würde. Unser Heer, unsere Wasse, wurde zerschlagen, und damit auch unser altes, ruhmreiches Regiment.

Die Form konnte man zerstören, aber den Geist nicht. Er lebte weiter in vielen, die einst mit Begeisterung im Regiment gestanden hatten, oder bemen eS im Kriege eine SchicksalSgemcin- schast unerhörten Erlebens gewesen war. Sie setz­ten ihren toten Kameraden und mit ihnen auch denen, die den Geist deS Regiments in seine Kricgsformationen hincintrugcn, ein Ehrenmal.

Die Reichswehr erwarb sich ihren Dank, als sie ber 2. Kompanie 15. Jnf.-Regt. befahl, f) ü l e - rin ber Irabltlon des alten Regi­ments zu fein.

So ging der Geist nicht unter, wenn er auch bei vielen nur schwelte wie ein langsam brennendes Feuer, das erst cm frischer Luftzug zu neuem Leben erweckt und dort auflodern läßt, wo sich die Begeisterung für Große- und Schönes nicht unterkriegen läßt, in den Herzen der Jugend.

Wenn heute die Zahlen, die unS allen so ver­traut waren, die alten Soldaten vom 2. hessi­schen Regiment von den Sturms ahnen der Jugend im Braunhemd grüßen, dann wis­sen wir, daß der Geist der Daterlandsliebe, der Unterordnung, der Wehrhaftigkeit, der Einfach­heit, der Treue, und der Kameradschaft wieder erwacht ist, der einst das Regiment erfüllte und es erst befähigte, das zu sein, was es war. Und so bekennen wir heute, wo wir mit Stolz zurück- blicken auf die Geschichte des weihen Regiments freudig: Das Regiment ist tot, aber sein Geist lebt.

** Don ber ßanbes-Unioerftlät Don ber Pressestelle ber Universität Gießen wird mit­geteilt: Der ao. Professor Dr. Karl Hummel hat einen ehrenvollen Ruf auf ben ordentliche« Lehrstuhl für Geologie unb Mineralogie an ber Hochschule Ankara (Türkei) erhalten. Professor Hummel hat ben Ruf abgelehnt.

** Besuchszeiten ber Musee«. Die Museen unb Sammlungen im Allen unb Neuen Schloß sinb am Sonntag zwischen 11 unb 13 Uhr geöffnet.

* Spende zur Förderung ber natio­nalen Arbeit. Die Beamten und Angestellte« des Städtischen Elektrizitätswerkes habe« als frei­willige Spende zur Förderung der nationalen Ar­beit für ben Monat August 73,70 Mark überwiesen.

* Fe st genommen wegen Notzucht würbe ein Schlosser aus Wieseck. Er kam in Unter- < juchungshaft.

seines Allerhöchsten Chefs verliehen wurde, ben auch heute ber Sockel bes 116er-Denkmals trägt.

Das Regiment war sich stets bewußt, daß biefe hohe Auszeichnung eine starke Verpflichtung in sich barg unb war im Frieben wie im Kriege bemüht, ihr gerecht zu werben. Diele Beweise der Gnade und des Vertrauens haben das Regiment und sein Offizierkorps durch ben Kaiser erfahren. Es waren Tage stolzer Freude für Regiment unb Garnison, wenn Seine Majestät sein hessisches Regiment in Gießen besuchte unb es beauftragte, Neuerungen ber Ausbildung ober ber Ausrüstung zu erproben. Ebenso stolz war jeder 116er, wenn sein Regiment als einziges, das nicht in Mainz in Garnison stand, zu der

alljährlichen Parade auf dem Mainzer Sand hinzugezogen wurde, und wenn dann der Kaiser an der Spitze der Fahnenkompanie, der Leibkom- panie 116, in die Festung eituog. Am 24. Januar 1898 hatte der Großherzog dem Regiment zur Paradeuniform den schwarzen Haarbusch verliehen. 3m Jahre 1913 fand bei großem De- such alter Angehöriger des Regiments die Feier seines 100jährigen Bestehens statt.

Dor der Front des Regiments hatte einst Großherzog Ernst Ludwig dem Kaiser zuge- rufen:Euer Majestät hessisches Regiment hat nur das eine Ziel: Allzeit bereit für des Rei­ches Herrlichkeit!" Daß dies nicht nur ein Be­kenntnis der Lippen war, sondern auch des Her­zens, sollte eS bald beweisen können. Heber vier Jahre hat das Regiment ausschließlich an der Westfront gestanden unb mit den übrigen Re­gimentern les 18. AK. treue Waffenbrüderschaft gehalten. Es gehörte mit ihnen zu Divisionen, die überall dort eingesetzt wurden, wo die oberste Führung in Angriff oder Abwehr besondere Lei­stungen von der Truppe erwartete.

Unerhört waren schon seine Blutopfer am Tage von Anloy, dem 22. August 1914, an dem es 36 Offiziere unb 1011 Unteroffiziere unb Mann­schaften als tot, verwundet ober vermißt verlor.

Rainen wie Marne, Reims, Roye, Derdun, Arras. Somme, St. Quentin unb Flandern kennzeichnen seinen Weg. In meisterhafter Weise, die der am besten erfaßt, der draußen selbst die Geschichte des Regiments machen half, hat der Adjutant des dritten Bataillons, Leutnant der Landwehr Hiß in Band 104 derCrinnerungsblätter deut» cher Regimenter" den 266 Offizieren und 10 645 Unteroffizieren und Mannschaften, die in den Verlustlisten des Regiments geführt wurden, em leuchtendes Denkmal gesetzt, ihnen zur Ehre, der

Landwirtschaft bei dem Hessischen Staatsministerium ist, so daß jede Gegensätzlichkeit zwischen taatlicher Wirtschaftspolitik unb bem Wollen bes bauernftanbes beseitigt ist.

Zur Erledigung ber vielseitigen Aufgaben der Bauernkammer wurden

folgende Abteilungen gebildet:

Schulabteilung, Ackerbau- und Grünlandabteilung, Wein-, Obst-, Gemüse- unb Gartenbauabteilung, Tierzuchtabteilung, Betriebs- unb Volkswirtschaft- liche Abteilung, Dauberatungsabteilung, Rechts- abteilung unb Rechnungs- unb Umlageabteilung. Jeder einzelnen Abteilung steht ein selbständiger, dafür aber auch voll verantwortlicher Leiter vor.

Die drei Prooinzausschüsse wurden aufgehoben und die seither von ihnen erledig- ten Arbeiten größtenteils ben Lanbwirtschaftsämtern übertragen.

Zur Bearbeitung ber Tierzuchtfragen wurden in den drei Provinzen Tierzuchtämter einge­richtet, bie der Tierzuchtabteilung der Bauernkam­mer unterstellt sind. Sie haben in Zusammenarbeit mit den Lanbwirtschaftsämtern in erster Linie da­für zu sorgen, daß eine einheitliche Rich­tung in der gesamten Tierzucht der ein­zelnen Provinzen eingehalten wird. Den Beamten ber Landwirtschaftsämter ist Gelegenheit gegeben, als Mitglieder ber staatlichen unb Herbbuchkörkom- Missionen Einfluß auf bie Gestattung ber Tierzucht zu nehmen.

Zur Herstellung einer Einheitlichkeit in der Forderung des Obstbaues wurden neun Obstbauinspektionen eingerichtet, die jeweils den Lanbwirtschaftsämtern unterstehen. Organische Gemeinschaftsarbeit mit gleicher Zielstrebigkeit ist an bie Stelle bes Gegeneinander unb Nebeneinanber getreten.

Die Beamten ber seither staatlichen Land­wirtschaftsämter wurden unter voller Wah­rung ihrer wohlerworbenen Beamtenrechte von ber Bauernkammer übernommen. Ihnen ist nunmehr die Möglichkeit zu voller Entfaltung ihrer Arbeitskraft unb Arbeitsfreudigkeit gegeben. Sie können auf allen Gebieten ber technischen För­derung beratend, einflußnehmend und selbstgeftal- tend tätig sein.

Das Landwirtschaftsamt bildet zukünftig die landwirtschaftliche Zentrale eines bestimmten Bezirks. Der in diesem Bezirke ansässige Bauer weiß nunmehr, wohin er sich zu wenden hat. Daraus erwächst aber auch ben Beamten ber Landwirl- schaftsämter die Pflicht, nicht allein ihre Aufgabe darin zu erblicken, bem Bauern in technischer Hin­sicht zur Seite zu stehen, sondern auch in kultureller und weltanschaulicher Hinsicht bie Träger und Uebermittler des nationalsozialistischen Staatsge» dankens zu sein.

Die neu geschaffene, in sich geschlossene Organi­sation unter straffer einheitlicher Leitung gewähr­leistet eine wirksame und nachhaltige Durchführung aller Förderungsmaßnahmen auf billigste Weise.

Sache des Bauernstandes ist es nun, milja- helfen, dieser Organisation, der mit der Neu­regelung zunächst die äußere Form gegeben

ist, Leben einzuslößen.

Vertrauen und tatkräftige freudige Mitarbeit des gesamten Bauernstandes wer­den die Bauernkammern befähigen, den ihr gesell­ten wichtigen und schweren Aufgaben voll gerecht zu werden. Als oberste und heiligste Aufgabe be­trachten es bie bei der Bauernkammer unb bei ben Lanbwirtschaftsämtern tätigen Beamten und An­gestellten, bem Bauern ft anbe zu bienen, ihn wieber gesund unb lebensfähig zu machen, da­mit unser Volk bald wieder neues Blut durchströmt.