Ausgabe 
19.7.1933 Frühausgabe
 
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185. Jahrgang

Mittwoch, 16. Juli 1955

(Et|d)etnt täglich, autzei Sonntags und Feiertag» Beilagen; Die Illustriert, (Bießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

Monaks-Vezugrprelr:

Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustriert« . 1.80 Zustellgebühr . , -25

Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

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Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vnick und Verlag: vrühl'sche Universtläir-Vuch- und Steinöniderei R. Lange in Sietzen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mra Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrift 20° , mehr.

Chefredakteur

Dr. Friedr. Wilh. Lange. DerantwoNlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin und für den An­zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Bietzen.

Deutscher evangelischer Christ!

Amtlich wird mltgeteill:

Am Sonntag, den 23. Juli 1933, sollst Du d l e 2H ä n n e r Deines Vertrauens zur Füh­rung Deiner Kirche wählen. Der Führer selbst hat Dich zur Wahl aufgerufen! Er erwartet von Dir, dah Du Deine Stimme abgibst! Anspruch auf Deine Stimme haben nur Volks­genossen, die s i ch vorbehaltlos zum Drit­ten Reich bekennen.

Beachte folgendes zur Wahl!

wer darf wählen? wählen können alle männlichen und weiblichen Gemeindemitglieder, die am Wahltag das 24. Lebensjahr voll­endet haben und in den kirchlichen Wähler­listen ihrer Gemeinde eingetragen find, wer nicht in der Kirchenwählerliste eingetragen ist, mutz dies schriftlich his zum 2 0. Juli, 15 Uhr, beantragen. Jedes Pfarramt gibt kostenlos entsprechende Vordrucke aus. wer sich nicht bis zum oorgefdjriebenen Termin hat ein­tragen lassen, kann nicht wählen.

wann wird gewählt? Gewählt wird a m Sonntag, dem 23. Juli, im Anschluh an den Hauptgottesdienst bis 18 Uhr. Die genauen Wahltermine und den Wahlort gibt jede Kirchengemeinde durch Anschlag bekannt.

wie kann der Urlauber wählen? vor­übergehend Abwesende können ihre Stimme durch ein wahlberechtigtes Mitglied ihrer Kirchengemeinde abgeben lassen, welches sie Vollmacht erteilen müssen. Die Vollmacht muh von einer amtlichen Stelle, auch Pfarrer, be­glaubigt fein. Die Beglaubigung erfolgt kostenlos.

Die Kirchenwahlen in Hessen.

Eine Mitteilung des Landeskirchenamts.

Das Landeskirchenamt teilt folgendes mit: Gemätz einer mit den Bevollmächtigten der deut­schen evangelischen Landeskirchen vereinbarten A n- ordnnng der Reichsregierung find in der Zeit vom 23. Juli bis 31. August lfd. 3s. hie kirchlichen Körperschaften nach gel­tendem Landeskirchenrecht neu z u b H- den. Die durch unmittelbare Wahlen der kirchlichen Gemeindeglieder zu bildenden Organe (im Volks­staat Hessen die evangelischen Kirchen­gemeindevertretungen) sind am Sonn­tag, den 23. Juli d. I. zu wählen.

Alle wahlberechtigten evangelischen Glaubens­genossen werden zur Wahl aufgefordert und a u f d i e einschlägigen Bekanntmachungen in den Kirchengemeinden besonders aufmerksam gemacht.

Um die Wahl zu dem vorgeschriebenen Zeitpunkt durchführen zu können, mutzten sinngemätz erfolgter Ermächtigung der Reichsregierung entsprechend die sonst erforderlichen Fristen erheblich ver­kürzt und mutzte das Wahlverfahren ent­sprechend vereinfacht werden.

Wahloorschläge müssen bis Donnerstag, den 20. d. 2TL, 12 Uhr mittags, eingereicht werden. Ist nur e i n Wahlvorschlag eingereicht worden, so kann bis Freitag, den 2 1. d. 211., 18 Uhr, ein weiterer Wahlvorschlag eingereicht werden.

Stimmberechtigt sind alle konfirmierten evangelischen Glaubensgenossen, die das 25. Lebens­jahr vollendet haben, insofern dieselben in die Wäh­lerliste, notfalls in die Kartei ausgenommen sind.

wählbar sind alle stimmberechtigten Ge­meindeglieder von bewährtem kirchlichem Sinn und ehrbarem Lebenswandel.

Stimmberechtigte, die am Wahltag abwesend sind, können ihre Stimme durch einen Bevollmächtigten abgeben. Dieser hat sich als solcher durch Urkunde eines evangelischen Pfarramtes oder einer Polizeibehörde (Bürgermeisterei) auszuweisen."

©toatefetretär PfunÖfner über die Durchführung der

Kirchenwahlen.

Berlin, 18. Juli. (WTB.) Staatssekretär Pfundtner, der Bevollmächtigte des Reichs­ministers des Innern für die Ueberroadjung der Kirchenwahlen, erklärte: Wann das Wahler­gebnis vor liegt, ist schwer zu über­sehen, doch wird bis zur Gesamtzusammenstellung einige Zeit vergehen, da ja diese Wahlen nicht mit den staatlichen Wahlen verglichen werden können, denn ihre Durchführung ist lediglich den kirchlichen Organen überlassen, so daß z. B. das Statistische Reichsamt in keiner Weise beteiligt werden kann. Die Wahl findet übrigens auf Grund des j e - weils geltendem Kirchenrechts statt, von dem nur bezüglich des äußeren Ganges des Wahlverfahrens abgewichen werden könne. Die nächste kirchliche Entwicklung nach den Wahlen wird dann dadurch gekennzeichnet sein, daß bie jjuf Grund des Wahlergebnisses gebildeten Synoden usw. nach den Grundsätzen des neuen Reichskirchenrechts d i e Berfassung der einzelnen Landes­kirchen fe st zulegen haben. Eine weitere Auf­gabe, die das Verhältnis Staat und Kirche betrifft, ist der Abschluß eines Vertrags mit der Deutschen Evangelischen Kirche auf der gleichen Grundlage wie das Reichskonkordat mit der katholischen Kirche.

Hendersons Besuch in Berlin.

Beide Teile über das Ergebnis der Besprechung zufrieden.Henderson regt eine Zusammen- kunfi DaladierHitler an und wird den Reichskanzler in München aufsuchen.

Berlin, 18. Juli. (WTB.) Amtlich. Der Prä­sident der Abrüstungskonferenz, Henderson, ist in Begleitung des Direktors der Abrüstungsabteilung des völkcrbundssekretariats, A g h n i d e s , gestern hier eingetroffen und hat mit dem Reichsautzenmini­ster, dem Reichswehrminister, dem Führer der deut­schen Delegation auf der Abrüstungskonferenz, Bot­schafter Radolny, und dem Vertreter des Reichs­luftfahrtministers gestern und heute eingehende Besprechungen über die auf der Abrüstungs­konferenz behandelten Fragen gehabt. Dabei wurden insbesondere die in der letzten Zeit im Bureau der Konferenz ausgearbeiteten Fragen einer eingehen­den (Erörterung unterzogen und der deutsche Standpunkt dazu Herrn Henderson m i t g e t e i 11 Die Besprechungen wurden beider­seits in freundlichem Geist und in dem Bestreben geführt, einen (Erfolg der Abrü­stungskonferenz vorzubereiten.

Henderson empfing am Dienstag die ausländi­sche Presse und machte etwa folgende Aus­führungen: Seiner Meinung nach sei sein Besuch in Berlin außerordentlich nützlich gewesen. Er habe mit dem Reichsaußenminister Freiherrn von Reurath dreimal und mit dem Botschaf­ter Radolny, sowie mit dem Reichswehrmini­ster von Blomberg zweimal die Abrüftungs- fragen ausführlich besprochen. Die Realitäten der Lage seien ernstlich geprüft worden. Ohne die noch bestehenden Schwierigkeiten verkleinern zu wollen, sei er der Ansicht, daß die Meinungs­verschiedenheiten in verschiedenen Punkten verringert worden seien. Er sei sehr hoffnungsvoll, daß die Abrüstungskonferenz doch noch verschiedene Ergebnisse zeitigen könnte.

Man müsse immer eines im Auge haben, wenn ein (Erfolg sichcrgestellt werden solle. Das sei d i e freundschaftliche verständi- g u n g zwischen Deutschland und Frankreich. Diese Verständigung sei der Schlüssel zur Lage in (Europa. Das Vier­mächteabkommen, so erklärte Henderson weiter, fei sehr begrüßenswert, aber der Unter­zeichnung des Abkommens müsse sofort eine herzliche Aussprache zwischen dem französi­schen Ministerpräsidenten Daladier und dem Reichskanzler Hitler folgen. Rur auf diesem Wege könnten noch einige Zweifel und das noch bestehende Mißtrauen aus dem weg geräumt werden. Bis diese nicht aus dem weg geräumt worden seien, könne der volle wert des Bier- »ckächtepaktes nicht verwirklicht werden.

Henderson fügte bann hinzu, er reise am Mittwoch nach Prag zu einer eingehenden Besprechung mit Minister Benesch, der ja der langjährige Bericht­erstatter für Abrüstungsfragen im Völkerbund [ei. Von Prag werde er nach München fahren, um eine Aussprache mit Reichskanzler Hitler zu haben. Dann begebe er sich nach P a - r i s und von dort nach London. Vielleicht werde er später auch noch weitere Hauptstädte besuchen.

Zu der von Henderson angeregten Zusammenkunft zwischen Reichskanzler Hitler und dem französischen Ministerpräsidenten Daladier wird von Berliner zu- ftäribiger Seite erklärt, Deutschland begrüße je­den Schritt, der einen Erfolg und eine brauch­bare Konvention in Aussicht stelle. Einen Zeit­punkt der Zusammenkunft jetzt schon zu erörtern, sei noch z u früh. Henderson

habe in Berlin den Wunsch ausgesprochen, den Reichskanzler Hitler zu sehen. Diese Zusammen­kunft fei in Berlin nicht zu verwirklichen gewesen. Daher sei nunmehr der Besuch Hendersons in München vorgesehen.

Keinerlei deutsche Rüstungsaufträge.

Kommunistische Brunncnvergiftung.

Berlin, 18. Juli. (TU.) Aus durchsichtiger Quelle wird das Gerücht verbreitet, die deutsche Rüstungsindustrie" sei derart mit Aufträgen belastet, daß die im Inland lie­genden Produktionsstätten und Rohstosflager zur Deckung des Bedarfes an Zellulose nicht aus- reichten und außerhalb des Reichsgebietes lic-

genbe Fabriken und Holzwerke zur Ausführung der Bestellungen herangczogen werden müßten.

Wir sind in der Lage, aus amtlicher Quelle und nach sorgfältiger Prüfung zu erklären, daß a n dieser Darstellung nicht ein wahres Wart ist. Abgesehen davon, baß cs eine deutsche Rüstungsindustrie", sofern die im Versailler Ver­trag aufgeführten Werke nicht etwa hierher gezählt werden sollen, nicht gibt, sind auch k e i n e Auf­träge zu vergeben, die für Rüstungszwecke bestimmt wären. Der Ursprungsort der Gerüchte in Verbindung mit zahlreichen nicht nur deutschen Stellen vorliegenden Nachrichten über eine zuneh­mende Reaktivierung der k o m m u n i ft i [ d) c n Tätigkeit in den östlichen Randgebie- t e n rechtfertigt die begründete Annahme, daß cs sich um kommunistische Versuche handelt, die Well- Meinung zu Ungunsten Deutschlands zu vergiften.

Staatsrat Fritz Thyssen an die Wirtschaft.

Gesetzliche Entwicklung der wirtschaftlichen Neuordnung. Keine Wiederbelebung wilder Konkurrenzkämpfe und wilder DerbandSgründungen.

Düsseldorf, 18. 3uli. (TU.) In seiner Eigenschaft als Mitglied des Preußischen Staats­rates wendet sich Dr. Fritz Thyssen mit fol­genden Ausführungen an die Oeffentlichkeit:

Auf Grund meiner Berufung in den Preußi­schen Staatsrat habe ich u. a. die Pflicht und dis Berantwortung übernommen, dem Staate b e i der Reugestaltung der wirtschaftli­chen Verhältnisse Hilfe zu leisten. Diese Verantwortung kann ich natürlich nur erfüllen, wenn die ruhige gesehlicheCntwicklung derwirtschaftlichenReuordnungvon keiner Seite aus gestört wird. In Er­kenntnis dieser Tatsachen haben, soweit der hie­sige Bezirk in Frage kommt, die Herren Gau­leiter derRSDAP. (also die Gauleiter von Essen, Düsseldorf, Westfalen-Rord und Westfalen- Süd) folgendes Schreiben an mich gerichtet:

Rachdem der preußische Ministerpräsident Ihre Berufung zum Preußischen Staatsrat als Vertre­ter der Wirtschaft ausgesprochen hat, sind Sie für unser Gau w i rtschaftsgebiet wirtschaftspolitisch die oberste staatliche Autorität geworden. Dem­gemäß habe ich alle meine Dienststellen angewie­sen, sich in allen Fragen der Wirtschaftspolitik mit Ausnahme der agrarpolitischen Fragen aus­schließlich an Sie zu wenden und Ihre Entscheidung als bindend anzusehen.

gez.: Llnterschriften."

Die in diesem Schreiben zum Ausdruck kommende freiwillige, aber in richtigem Verantwortungsgefühl ergriffene Disziplin erwarte ich nun auch sei­tens der Wirtschaft. Nachdem bekannt ge­worden war, daß die bisherigen Arbeiten der Wirt­schaftsverbände am berufsständischen Ausbau als zersplittert und nicht zum Ziele führend eingestellt werden sollten, wurden Stimmen laut, die nun wieder eigenmächtige Handlung der Wirtschaft im liberalistischen Sinne für gebo­ten hielten. Von Tarifkündigungen war ebenso wieder die Rede wie von der N e u b e l e = bung des Außenseiterwesens in den Verbänden, also des wilden Konkurrenzkampfes. Solchen Auffassungen muß ich, ohne mich damit in die Zuständigkeit der Treuhänder der Arbeit mischen zu wollen, auf das Nachdrücklich st e ent­gegentreten. Der wilde Konkurrenzkampf ins­besondere liegt nicht im Sinne einer g e

ordneten Wirtschaft undsicher nicht i nz Sinne einer berufsständisch en Ne u - orönung, in der jeder Betrieb den Anschluß an seine zugehörige Fachorganisation und deren Ar­beiten finden muh, wie das auch in dem neuen Kartellgesetz, einer vorweggenommenen Teilregelung ständischer Wirtschaft, zum Ausdruck kommt. Daß die fachliche Gemeinschaftsarbeit allerdings jetzt in einem Augenblick allgemeiner Wirtschaftszerrüttung nicht fachegoistische Preiserhöhungs- Politik bedeuten kann, bedarf wohl keiner beson­deren Hervorhebung.

Die erste und wichtigste Voraussetzung für eine Wirtschaftsbelebung, die setzt un­ser nächstes Ziel ist, liegt darin, daß sich in Zu­kunft alle Wirtschaftsbeteiligten (Unternehmer wie Arbeiter) auf eine ruhige, die ge­setzliche Reuordnung in keiner Weise störende Entwicklung verlassen kön­nen. Ich darf darum von der Wirtschaft erwar­ten, dah sie diese Voraussetzungen überall und je­derzeit erfüllt und werde etwaigen Störungen oder Störungsversuchen mit dem mir durch die Beru­fung zum Staatsrat eingeräumten Einfluß auf die ständigen staatlichen Organe zuvorkommen." EngewirtschaftlicheVerbmdungzwifchen dem ReichSwirtschaftsministerium und dem ^eichsarbeitsministerium.

Berlin, 18. Juli. (ERB. Funkspruch.) Rachdem vor einigen Tagen zwischen dem Reichswirischafis- miniffer und dem Reichsarbeitsminister Selöte eine engere Zusammenarbeit zwischen beiden Ministern verabrede» worden El, ist nunmehr e i n Verbindungsmann ernannt worden. Der bisherige Pressereferent des Reichswirtschafwmini- steriums, Dr. Pohl, der neben dem Pressereferat das sozialpolitifche Referat verwaltete, hat das Pressereferat abgegeben und verwaltet nun­mehr gleichzeitig im Reichsarbeits­ministerium das Referat Treuhänder, Lohnpolitik ufro. Damit find zwei wichtige Ab­teilungen, die in früheren Jahren unter anderen Regierungen oftmals schwere Differenzen mitein­ander hatten, in eine Hand gelegt

Die Evangelische Kirche im neuen Staat.

Wehrkrcispfarrcr Müller spricht in München.

M ü n d) e n, 19. Juli. (CNB.) Am Dienstag sprach auf Einladung der Glaubensgemeinschaft Deutsche Christen der Vertrauensmann des Reichskanzlers, Wehrkreispfarrer Müller, über die Evangelifche Kirche im neuen Staat. Der Redner schilderte zu­nächst, wie er mit dem Nationalsozialismus und dem Führer in Beziehung gekommen sei. Dabei habe er Adolf Hitler als einen Kämpfer mit größtem Gottvertrauen kennengelernt. Die Kirche solle dem einzelnen deutschen Menschen die frohe Botschaft von Christus bringen in einer Art und Sprache, die der Mensch heute verstehe. Als der Reichskanzler ihn bevollmächtigt habe, in den Fragen tätig zu fein, die Staat und Kirche an­gingen, da fei der Gedanke ganz klar, daß die poli­tische Einigung des deutschen Volkes auch eine einige deutsche evangelische Kirche be­dinge an Stelle der Zersplitterung in 28 Landes­kirchen. Viele Pastoren sprächen heute eine Sprache, die das Volk nicht mehr verstehe. Gewiß bedürfe es einer äußeren Form, aber der Inhalt müsse leben­diges, frohes und starkes Erleben in Gott fein. Sonst nütze die Form nichts. Adolf Hitler wolle keine Einmischung des Staates in die Kirche. Aber er könne auch nicht dulden, daß sich hinter dem Kreuz Christi eine staats- und volksfeindliche Reaktion verkrieche, die

den Weg zum Herzen des Volkes verlege. Der Ruf der Stunde gehe dahin, daß das Volk wieder feine Kirche lieben lernen solle. Die Kirche soll ihre Türen weit a u f m a ch e n für die frohe Botschaft von einem gnädigen und barmher­zigen Gott. Von der Kameradschaft im Staat und Reich müßten wir zur Kameradschaft auch in der Kirche kommen.Gott helfe unserem Führer, unserem Vaterlande, unserem Volke und unserer Kirche."

Beteiligung an der Kirchenwahl ift pfticht.

Berlin, 18. Juli. (ERB.) Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß hat, wie die RSK. berichtet, folgende Anordnung erlassen:

Jeder, der sich zur nationalsozialistischen Welt­anschauung bekennt, hat sich bis spätestens 20. Juli 1933 in die Wahlliste für die bevorstehenden K ir chenwahlen ein­zutragen. Die Wahllisten liegen bei den Kirchen­gemeinden auf. Die Beteiligung an der Wahl ist Pflicht.

Die Kanzlei des Reichskanzlers Adolf Hit­ler teilt mit: Die von mehreren Seiten, u. a. auch durch Flugblätter, verbreitete Behauptung, Adolf Hitler habe sich von denDeut­schen Christen" losgesagt, entspricht in keiner Weise den Tatsachen.

Das katholische Dereinslebeu in Deutschland.

Berlin^ 18. Juli. (TU.) Amtlich wird mit geteilt: Im Reichsministerium des Innern fand Montag eine Besprechung zwischen Ministerial­direktor Dr. Buttmann einerseits und den Vertretern des deutschen Episkopats, Erzbischof Gröber von Freiburg und Bischof Berning von Osnabrück andererseits statt. Die Besprechung bezog sich auf die Festsetzung des Verzeichnis s.s der nach dem Reichskonkordat zuzulassenven ka­tholischen Verbände. Die Besprechung verlief har­monisch und führte zu einem befriedigenden Ergebnis. Das Verzeichnis der hiernach zu­gelassenen Verbände wird demnächst veröffentlicht werden. Bereits jetzt kann mitgeteilt werden, daß eineReihe vonVerbändennichtmehr zugelassen oder freiwillig aufge­löst werden, wie z. B. der Volksverein für das katholische Deutschland, der Friedensbund deutscher Katholiken und andere mehr.

Die verbleibenden Verbände sind in zwei Grup­pen geteilt. Die Verbände der ersten Grupp- verfolgen ausschließlich religiöse, rein kul­turelle oder charitative Zwecke und sind der kirchlichen Behörde unter­stellt. Sie werden in ihren Einrichtungen und in ihrer Tätigkeit vom Reiche geschützt. Der Staat hat ihnen gegenüber keine weiteren Einmischungs­befugnisse, als sie sich aus der allgemeinen Treue- Pflicht der Staatsbürger gegenüber dem Staat an sich ergeben.^

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