das Ausbilöungs - und Führerpersonal aus dem Kreise der Persönlichkeiten zu nehmen, die im Arbeitsdienst der RSDAP. und des Stahlhelms s ch o n t ä t i g waren und die daher als Sachverständige gelten können. Später allerdings werden nur noch solche in führende Positionen in den Arbeitsdienst hineinkommen, die s e l b st mit Hacke und Spaten in der Hand sich im Arbeitsdienst betätigt haben.
Sympathieerklärung der Haupt- gememslhast des Deutschen Einzelhandels für Dr. von Äenleln.
Berlin, 18. Mai. (CNB.) Die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels veröffentlicht folgende Erklärung: Die Hauptgemeinschaft des Einzelhandels hat mit Ueberraschung und Entrüstung von gewissen Bestrebungen Kenntnis genommen, die sich gegendieErnennungdesHerrnDr. von Renteln zum Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelstages durch die Reichskommissare der Wirtschaft Dr. Wage- ner und Möllers richten. Die Uebernahme der Führung des Industrie- und Handelstages durch Dr. von Renteln ist in der Wirtschaft allgemein stärkstens begrüßt worden und
war nur eine naheliegende Folge aus seiner Stellung als Präsident der Reichsstände des Handels und des Handwerks und als stellvertretender Reichskommissar für den gesamten Handel.
Die gegen Dr. von Renteln in Gang gesetzten falschen Unterstellungen kommen offenbar aus dem Lager der Freunde des bisherigen Präsidenten. Gerade über ihn sind aber aus zuverlässiger Quelle neuerlich Nachrichten bekannt geworden, die seine Tätigkeit in der Nachrevolutionszeit und besonders im Zusammenhang mit den Vorgängen während der Zeit des polnischen Aufstands in einem höchst bedenklichen Lichte erscheinen lassen. Er hat damals in engster Gemeinschaft mit marxistischen Führern und Funktionären wie Löbe, Hörsing usw. u. a. dieBerufungdes Feldmars challs von Hindenburg zum Führer des Abwehrkampfes gegen die polnischen Insurgenten als parteipolitische Angelegenheit bezeichnet und abgelehnt, was ihm besonders in den Ostmarken übel vermerkt wurde. Schon diese Tatsache läßt die weitere Wirksamkeit des bisherigen Präsidenten als Führer an hervorragender Stelle als unerwünscht erscheinen. Die Hauptgemeinschaft hofft, daß zukünftig alle derartigen Quertreibereien, die sich gegen die Beruhigung der deutschen Wirtschaft und gegen einen geregelten Aufbau der Berufsstände richten, endgültig unterbleiben mögen.
Der erste deutsche Angrstelltenkougreß.
Oie Eingliederung der Angestelltensäule in die Deutsche Arbeitsfront.
Berlin, 19. Mai. (VDZ.) 3m mit Hakenkreuzfahnen geschmückten Plenarsitzungssaal des Reichswirtschaftsrates fand am Freitag der erste Deutsche Angestelltenlongreß statt. Bor m.chr als 150 Delegierten und Vertretern der Reichs- und Staatsbehörden eröffnete der Geschäftsführer der Angestelltensäule Georg S ch l o d e r (München) den Kongreß. Sinter der Führung des Führers der Deutschen Arbeitsfront, Staatspräsident Dr. Leh werde die gesamte Reorganisationsarbeit für die Angestelltensäule bis zum 1. 3uli fertiggestellt. Die neue Angestclltenfront umfasse rund drei Millionen deutscher Angestellter.
Oer Führer der Oeutschen Arbeitsfront, Slaatsratspräsident Or. Ley,
wies darauf hin, daß es wie ein Traum wirke, wenn heute in einer Stunde Dinge vollbracht werden, die größer und gewaltiger seien als das, was man früher in Jahrzehnten geschaffen habe. Heute noch werde er sich mit seinen Mitarbeitern zum Führer Wolf Hitler begeben, um ihm zu melden, daß dergroße berufs ständische Ausbau in den Grundlagen vollendet sei. Ein Werk, das die Basis für Jahrhunderte sein wird und für das der vorige Staat sowie die bisherigen Gewerkschaften viele Jahrzehnte gebraucht hätten, sei damit unter Adolfs Hitlers Führung in wenigen Tagen vollendet worden (Stürmischer Beifall). Dr. Ley gab noch bekannt, daß in dis Deutsche Arbeitsfront auch die Unternehmer einbezogen werden. Ganz wenige Grundsätze für den ständischen Aufbau würden dem Führer heute vorgetragen. Die Einzelheiten, das Paragraphenwerk, könne nicht von der Spitze durchgeführt werden, sondern nur von den Menschen, die in den Untergliederungen danach leben sollen. Dabei müsse man individuell verfahren und den Fachgruppen eventuell sogar einzelnen Betrieben gewissen Spielraum lassen. Tarifpolitik solle allerdings von den Betrieben fern- gehalten werden, weil man nicht den Arbeiter und Angestellten der Ueberrnacht des Unternehmers aus- Mefern wolle. (Lebhafter Beifall.) Der ständische Aufbau werde die organische Eingliederung des Arbei- ,icrs, des Angestellten und des Arbeitgebers in das ffrcue Staatswesen bringen und gehöre deshalb zu den vvichligsten, was die nationalsozialistische Revolution i »geschaffen hat. (Beifall.) Die „gelbe Gefahr" solle I
\ Der fliegende Fuchs.
\ Ein Tiermärchen von Hans Franck.
Elrres Nachmittags, als der Kranich auf ein Rog- gerljeto niederging, um sich zusammenzusuchen, was er für seine Vespermahlzeit brauchte, erwischte ihn der Fuckps. Der hatte hinter einem Weidenbusch gelauert, un d ehe der Kranich es sich versah, packte er ihn beim Schlafittchen.
„Das Kriegen hat lange gedauert", sagte der Fuchs, „beinah zwei Monate. Aber du sollst mal sehn, wie schnell das Aufgefressenwerden geht. Keine zwei Stunde n haben wir dazu nötig.
Der Kranich fing an, kläglich um sein Leben zu bitten.
„Wie Fom.m ich wohl dazu, wieder aus meinen Zähnen zu lassen, was mir besonders gut schmeckt?" lachte der Fuchs.
Der Kranich versprach: Er wolle ihn zum Dank auch eine große wertvolle Kunst lehren.
„Neunuy/oneunzig Künste kann ich schon", prahlte der Fuchs, „und es wäre sehr schön, wenn es endlich hundert würden. Aber jene hundertste Kunst, die ich lernen möchte, hab ich nirgendwo gefunden; obwohl ich mir (feit Jahren danach beinah die Augen aus dem Kaps gegpckt habe. Und überhaupt: Was tarnt denn .so ein langbeiniges Ungetüm wie du, mich lehrett?"
Der Kranich fragte: Wie es wäre, wenn er ihm öas Fliegen beibrächte?
L/„Fliegen?" horchte der Fuchs hoch auf. „Ja, das All allerdings eine Sache. Fliegen würde ich als Hundertste Kunst schon gelten lassen. Denn, weiht du, itoenn man eine Ente oder eine Gans schlecht zu spacken gekriegt hat, nicht so wie dich jetzt, sondern Uo, daß plötzlich ein paar Federn ausreißen, und pvenn dann die Biester einfach ,Brrrrr!' machen und Durch die Luft einem davonflitschen, dann wünscht [man sich nichts so sehnsüchtig wie: Fliegen können! p(ucf) fliegen können! Aber auf welche Weise soll ich Wierbein wohl das Fliegen lernen?"
Der Kranich versicherte: Wenn er ihm das Leben Baffe, bann solle er mal sehn, daß es mit dem Fließen gar nicht so schwierig sei, wie er sich's denke. Hier unten allerdings wäre die Luft für ihn zum Fliegenlernen zu dünn. Aber dort oben wäre sie, wie man ja mit Augen sehen könne, mindestens dreimal so dick und trüge also viel leichter. Wenn er aber dort oben im Wolkigen das Fliegen nur erst gelernt hätte, dann könne er es hinterher auch hier unten nah bei der Erde im Dünnluftigen. „Ja, Kunststück", meinte der Fuchs, „wie soll ich zum Fliegenlernen nach dort oben kommen?"
„O, nichts leichter als das!" behauptete der Kranich. „Mal einen Augenblick loslassen."
„So haben wir nicht gewettet!" schmunzelte der
durch die Einbeziehung der Arbeitgeber in die Arbeitsfront nicht etwa zurückgebracht werden; es solle auch keine Werksvereine geben. (Lebhafter Beifall.) Arbeiter und Angestellte sollten vielmehr a l s ebenbürtige Partner des Arbeitgebers dargestellt werden. Aber jeder dieser Partner müsse begreifen, daß Gruppen oder Klassen niemals Selb st zweck fein dürften, sondern daß das Wohl des Volkes über allem stehe. Wer, so schloß Dr. Ley unter stürmischem Beifall, das nicht begreift, ganz gleich, auf welcher Seite er steht, den werden wir brutal zur Erkenntnis dieser Wahrheit zwingen.
Oer Führer der Deutschen Angestellten- verbände, Reichstagsabgeordneter
A. Forster-Danzig,
machte dann Ausführungen über „Die Angestelltenschaft in der Deutschen Arbeitsfront". Vier Gründe hätten zur Neubildung einer großen Angestelltensäule geführt:
1. Der Einigung im Volke mußte auch die Beseitigung der Vielzahl von Angestelllenverbänden und die Herbeiführung der Geschlossenheit der Angestellten folgen.
2. Wenn der Staat von einem Nationalsozialisten geführt wird, müssen auch die Untergliederungen im Staate nationalsozialistisch geführt werden, um eine Uebereinstirnrnung zwischen den Einzelorganisatio- nen und der Staatsleitung herbeizuführen.
3. Die Organisationen dürfen nicht mehr wie bisher Selbstzweck sein, sondern allein Mittel zu dem Endzweck des Wiederaufstieges der deutschen Nation. (Beifall.) Wer dieses Ziel als notwendig anerkennt, muß auch imstande sein, das bisher Trennende zu überwinden.
4. Der bisherige Aufbau der Angestelltenschaft war falsch und unzweckmäßig. Die Angestelltenschaft war weltanschaulich und parteipolitisch zerrissen wie das Volk. Das war schädlich für sie wie für das Volk. Dagegen fehlte die klare Abgrenzung nach Berufen. Nationalsozialistisch aber müßte die Führung der Angestelltenschaft werden, weil die Verbindung von national und sozial für das ganze Volk notwendig ist. Der Marxist ist nicht Sozialist, sondern Egoist, weil er den Klassenkampf predigt, der Egoismus ist. Die sogenannte Bürgerliche Rechte ist nicht in dem vom Nationalsozialismus erfaßten Sinne national, weil sie nicht die Sorge von den
Fuchs. „Du denkst wohl, ich bin dumm wie deinesgleichen? Was du an Vorbereitungen nötig hast, mach gefälligst ab, solang ich dich noch am Flünken fefthalte."
„Auch gut!" antwortete der Kranich und fing mit mächtiger Stimme an zu schreien: „Keleeeg! Keleeeg! Keleeeg!"
Es dauerte keine drei Minuten, so war tatsächlich der Kollege des Erwischten da und fragte, was es gäbe. ■
Der Kranich erzählte dem Herbeigeflogenen: Der Fuchs, der ihn, wie er ja sehe, erwischt hätte, habe ihm das Leben versprochen, wenn er von ihnen das Fliegen beigebracht bekomme. Das sei doch eine ganz leichte Sache, sobald man erst einmal dort oben dicht bei den Wolken wär, nicht wahr?
Aber natürlich, antwortete der zwette Kranich, kinderleichte Sache das Fliegen.
Es kam nur darauf an, daß man die Flugrichtung schräg nehme. Denn abgesehen von dem ganz kleinen Kroppzeug, wie der Lerche, könne kein Vogel senkrecht durch die Luft fliegen. Alle müßten sich dabei schräg hatten, um so schräger je schwerer sie wären. Und ganz leicht sei der Fuchs allerdings nicht.
„Wenn's weiter nichts mit dem Fliegen ist", meinte der auf sein hundertstes Kunststück Begierige, „dafür, daß ich mich in der Luft schräg hatte, will ich schon sorgen. Oder glaubt ihr etwa, ich kann auf der Erde geradeaus laufen, wenn ich irgendwohin will?"
Also, ob’s denn nun mit dem Fliegen losgehn könne? fragte der Kranich.
„Ja, los!" kommandierte der Fuchs. „Ich bin soweit."
Die beiden Kraniche packten den Prahlhans bei seinen Läusen, der eine am linken, der andere am rechten, holten mit ihren Flügeln weit aus und trugen den Fuchs von der Erde empor. Schräg, versteht sich.
Als sie ein gut Stück mit ihrem Fluglehrling nach oben geflogen waren, nickte der erste Kranich: Hier sei die Luft wohl dick genug, daß es mit dem Fliegenlernen losgehn könne? Ja, nickte der zweite Kranich, mehr als dick. Und die beiden Schelme ließen im gleichen Augenblick den Fuchs los.
„Fleeeg!" rief der erste Kranich. „Fleeeg! Fleeeg'" „Ich flieg ja schon!" schrie der Fuchs.
„Schreeeg!" befahl der zweite Kranich. „Schreeeg! Schreeeg!" a
3a, du hast gut „Schräg!" befehlen, dachte der rzuchs, dem es grün und blau vor den Augen wurde Ich bin froh, wenn ich grabe runter komme. Denn er sauste senkrecht zur Erde.
. Wäre der Fuchs auf einem Ackerstück ober gar auf einem Weg gelanbet — sein hundertstes Kunststück hatte ihm bas Leben gekostet. Aber er fiel in eine weiche Sumpfwiese. Hochauf spritzte das Wasser, als er feinen Flug beendete. Länger als eine Viertel- stunde lag er im Nassen.
einzelnen Volksgenossen in der notwendigen Weise in den Vordergrund schiebt, weil sie den Sozialismus überhaupt ablehnt. Beide Fronten konnten daher das deutsche Volk nicht retten, sondern mußten es zwangsläufig gegeneinander treiben. Der Nationalsozialismus hat nach den Ideen Adolf Hitlers die erforderliche Synthese zwischen Nationalismus und Sozialismus geschaffen. Es gilt, den Internationalismus und die Gleichgültigkeit gegenüber dem nationalen Sein zu überwinden. Jeder Deutsche muß schon von Jugend an zu dem Glauben erzogen werden, daß es für ihn zunächst nichts weiter zu geben hat als das eigene Volk. (Stürmischer Beifall.) Wenn nach planmäßiger Erziehung zum Deutschtum das deutsche Volk weltanschaulich einig sein wird, dann ist es wieder unüberwindlich. (Erneuter starker Beifall.)
Der Vorsitzende Georg S ch l o d e r erklärte noch, daß die Deutsche Arbeitsfront Volksfront sein müsse und schloß den Kongreß mit einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer des deutschen Volkes und der deutschen Revolution Adolf Hitler.
Eine hetzerische Lüge gegen dieTiSOAp
Berlin, 19. Mai. (ERB.) Die Lügenabwehrzentrale der RSDAP. gibt bekannt: Die Jüdische Telegraphenagentur in Washington verbreitet unter dem 19. d. M. die verlogene Meldung, daß die Rationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei die Betriebszellen angewiesen habe, dafür zu sorgen, daß nach dem 1. Oktober keine Juden mehr in geschäftlichensowie in industriellen Betrieben tätig sein dürften. Diese Lügenmeldung Wird durch den Rachsatz in ihrer Gemeinheit insofern noch unterstrichen, daß in dieser Anweisung betont worden sei, es dürfe keine Gnade geübt und keine Ausnahme gemacht werden. Die ehemaligen jüdischen Frontsoldaten, so heißt es weiter, seien unter irgendwelchen Borwänden ebenfalls zu entlassen. — Hierzu wird bemerkt: Die Meldung ist in allen Teilen unwahr und eine hetzerische Lüge. Weder die RSDAP. noch die nationalsozialistische Betriebszellen-Organisa- tion haben einen solchen Erlaß herausgegeben.
England regt Wiederaufnahme der Be- sprechungenübereinenViermächtepaktan
London, 20. 2Hai. (TBIB. Funkspruch.) Der politische Korrespondent der „Daily Mail" erfährt, daß dieLesprechungenübereinenvier. mächlepakt ohne Zeitverlust wieder ausgenommen werden sollen. Die britische Regierung werde in dieser Sache jede Anstrengung unternehmen. Der Zeitpunkt gelte angesichts der Aenderung der deutschen Haltung In der Abrüstungs- srage als günstig für die Wiederaufnahme der Besprechungen, zumal da der deutsche Reichskanzler wiederum aus die Notwendigkeit einer Vertragsrevision hingewiesen habe. Es verlautet, daß die britische Regierung Vorschlägen werde, der abschließende Pakt solle nicht, wie ursprünglich geplant, fünf Jahre, sondern zehn Jahre in Kraft bleiben.
Noch dieses Jahr vier neue Staaten im Völkerbundsrat.
Genf, 19. Mai. (TLl.) Der Sonderausschuß des Bölkerbundsrates für die Reform der Wahl zum Bölkerbundsrat hat auf englischen Vorschlag beschlossen, den portugiesischen Antrag auf Schaffung zweier neuer R a t s s i h e für die einer festen Staatengruppe nicht angehörenden Mächte durch vorläufige Schaffung eines neuen Ratssihes entgegenzukommen. Somit werden an Stelle der sahungsgemäh jedes 3ahr ausscheidenden drei nichtständigen Mitglieder des Völkerbundsrates dieses 3ahr vier neue Staaten in den Völ-
Zeitschriften.
. ~ . Das Machest der „Deutschen Seit-
5,.Ä • einer
"T™, Toten, des Krieges" von Paul Al-
verdes. Max Claus beschreibt den durch den Sieg der nationalsozialistischen 3dee freigemachten Weg ^.ationalftaat und zu einem Großdeutschland m seinem Aufsatz „Von Großpreußen zu Großdeutschland". Ein Beitrag „Der Parthe- n°n-auf der Akropolis" von Ellrich C^stofsel ^^ullt das Wesen der klassischen griechischen Baukunst. Heinrich Schenker, Wien, steuert Er- mnerungen an Brahms" bei. W. A. Briccius vn- tersucht die Zusammenhänge zwischen national- • ‘®ir^af und mathemati- fcber Vottswirtschaftslehre, und C. M. Rappenberg macht einen neuen Vorschlag zur Reuoraa.
Literarisch bedeutsom^ist äusammengestellte Heft durch eine LV "CSlc Ursula dem Riesen begeg-
Zeuno von Mechow, Bruchstück euteS «och iurgedruckten Romans.
Sobald der Fuchs wieder wußte, wo er war, hunwelte er nach Hause.
„Na, was ist denn mit dir los?" wollte seine Frau wissen, als er dort anlangte. „Hast du vom Bauern ein Fell voll gekriegt?"
„Nein", sagte der Fuchs, „ich habe heute das Fliegen gelernt."
„Ach, lüg du man wieder, du alter Flunkerfritz," schalt die Frau.
„Das Fliegen gelernt! Gewiß und wahrhaftig!" beteuerte der Fuchs und fügte als Erklärung hinzu, er hätte dem Kranich das Leben dafür gelassen, daß dieser ihm das Fliegen beibrächte.
„Na, und wie war s denn?" erkundigte die Füchsin sich.
„Ach, weißt du, Mutter," versicherte der Fuchs, „das Fliegen ist ganz leicht. Das geht sozusagen von allein."
„Aber das Hochkommen?" höhnte die Frau Fuchs.
„Nein," beteuerte der Fuchs, „auch mit dem Hochkommen habe ich gar keine Not gehabt. Nur: es ist ein Haken ein einziger ekliger Haken bei der Fliege- ret: das Runtersetzen, wenn man wieder auf der Erde anlangt Und das mir beizubringen hat der Kranich, eh das Fliegen losging, leider vergessen. Wenn ich ihn das nächste Mal erwische, dann laß ich mir aber erst das Runtersetzen nach dem Fliegen zeigen, und wenn der Kranich das Schwerste bei der 6lugkunst, das Runtersetzen, nicht ganz tadellos mich um!"" fann' bann bre^ "xd) if)m Iieb'er gleich den Hals
Die Füchsin nickte zustimmend.
^„Jch krieg ihn schon noch einmal!" knirschte der rZuchs und rieb sich sein geschwollenes Hinterteil.
kerbundsrat gewählt werden, von denen die vierte Ratsmacht nicht einer festen Staatengruppe angehören darf. Hiermit ist jedoch keine endgültige Lösung geschaffen worden. Vielmehr hat der deutsche Vertreter Gesandter v. Keller darauf bestanden, daß noch vor Ablauf der nächsten drei 3ahre die Lage erneut geprüft wird, damit das bisherige Gruppenshstem nicht verewigt werde.
Aus aller Welt.
Deutsche Gartenbauausstellung Berlin 1933.
Die größte Gartenbau-Hallenausstel» I u n g, die je in Deutschland stattgefunden hat, wurde in Anwesenheit von 1500 Ehrengästen auf dem Städtischen Ausstellungsgelände am Kaiserdamm in Berlin feierlich eröffnet. Der Staatskommissor für die Stadt Berlin, Kühn, betonte, die Gartenbauausstellung Berlin 1933 sei die erste Gartenbauaus- stellung, die einzig deutsche Gartenbauerze u g n i s s e zur Schau bringe. Die neue Regierung trage der nationalwirtschaftlichen Bedeutung des Gartenbaus Rechnung und bereite eine Gesetz zum Schutze des Gartenbaus vor. Nach der Rede des Neichsführers des Deutschen Gartenbaus, Lange, M. d. L., hielt Präsident Darrs die Eröffnungsansprache. Er ging davon aus, daß sich die zwischen dem Reichsverband des Deutschen Gartenbaus und dem von ihm geleiteten Amt für Agrarpolitik geführten Verhandlungen außerordentlich fruchtbar entwickelt hätten. Angesichts der ernsten außenpolitischen Lage Deutschlands werde es aber schwer sein, nunmehr zu einer Lösung der handelspolitischen Probleme zu kommen. Mit hem Deutschland-Lied schloß die Eröffnungsfeier.
Ein Rundgang durch die Ausstellung führt in einen märchenhaften Frühlingsgarten von herrlicher Schönheit. Unversehens befindet man sich in einem Waldpark voll blühender Alpenrosen und Azalien, ferner sieht man etwa 30 000 Tulpen und 70 000 Stiefmütterchen. Ein großer Wintergarten enthält alles, was heute die Bemühungen auf diesem Sondergebiet der Garten- und Wohnkultur erreicht haben. In einer Sonderschau „Blumen im Heim" werden unter dem Motto: Verlobung, Hochzeit, Wiegenfest usw. mit Blumen ausgestellte Zimmer gezeigt. Die Sonderschau „Deutsches Gemüse und Obst" zeigt, welche Arten von Gemüse der deutsche Gartenbau zu erzeugen und zu liefern vermag und wie auch tatsächlich deutsches Gemüse und deutsches Obst nach Güte und Frische dem ausländischen bei weitem überlegen ist.
Das Kärntner Lehrerquintett des VDA. beim Reichskanzler.
Das auf einer Kunstr/ile zur Werbung für die Klagenfurter VDA. -Tagung befindliche Kärntner Lehrerquintett des VDA. wurde in Berlin vom Reichskanzler Hitler zu Gast geladen. Die Gesangsvorträge fesselten den Reichskanzler und den in seiner Gesellschaft befindlichen engsten Kreis seiner Mitarbeiter so sehr, daß er mehrere Stunden lang mit, den Kärntnern zusammenblieb. Der Reichskanzler überreichte jedem der Kärntner sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift und trug ihnen Grüße an die Heimat auf.
Die Einäscherung des Generals von Franxois.
Unter großen militärischen Feierlichkeiten sand im Krematorium in Berlin-Wilmersdorf die Einäscherung des Generals der 3nf. a. D. b. Francois statt. 3m Trauergefolge sah man außer nächsten Angehörigen, Geheimrat Kammerherr a. D. Berthold v. Francois und seiner Gattin, fast die gesamte Generalität der alten Armee und Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden. Kaiser Wilhelm II. hatte einen Kranz gesandt, der von Oberstleutnant v. G r o t e am Sarg niedergelegt wurde. Als Vertreter des Kronprinzen nahm Oberstleutnant Arendts an der Trauerfeier teil. Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg traf in Begleitung seines Sohnes ein. Oberpfarrer und Hofprediger Richter-Reichhelm hielt die Gedächtnisrede, der er das Bibelwort „3ch habe einen guten Kampf gekämpft" zugrundelegte.
Hygiene des Lesens.
Die oft gehörte Behauptung, daß heute weniger gelesen werde als früher, ist zweifellos nicht richtig. Man könnte eher sagen, daß die Druckerschwärze noch niemals einen so gewaltigen Ein- fluß auf die Menschheit ausgeübt hat wie in unfern Tagen. Daß die geistige Rahrung vielfach so geringe Wirkungen hinterläßt und die. Bildung gar häufig zu der Menge des genossenen Lesestoffs im umgekehrten Verhältnis steht, liegt mcht am Mangel, sondern an der Art des Lesens. 3n unserer aufgewühlten und wirren Epoche dient die Lektüre viel weniger der Sammlung und Ver- tiefung als der Betäubung und der Ablenkung. Für viele bedeutet ein spannender Roman dasselbe wie eine Zigarette oder gar wie ein Rausch- giff. Gegen diesen Mißbrauch des Buchs wendet sich der bekannte englische Verleger Cecil Palmer indem er eine bessere „Hygiene des Lesens" fordert: „Es gibt heute viele Tausende, die sich sogar damit brüsten, jeden Tag ein Buch zu öer- schlingen und am Sonntag zwei, und die das Sinnlose eines solchen Tuns nicht einmal ahnen. Sie lesen, wie andere Menschen rauchen — ununterbrochen, automatisch und freudlos. 3ch kenne eine ganze Gattung von Lesern, die begeistert von dem neuesten Werk erzählen, das sie Der* schlangen haben, und wenn man etwas näheres über den 3nhalt wissen will, unfähig sind, davon etwas anzugeben. Diese rasenden Leser überfliegen die Seiten in dem fieberhaften Drang, den Höhepunkt der Geschichte möglichst rasch zu erreichen, schnell ihre Spannung zu befriedigen nn7„<)amic x?r;r einfachen Reugier zu genügen.
diese Weise irgendein gewöhnlicher ^Schmöker erledigt, so geschieht wenigstens dem Verfasser kein Unrecht. Aber der Alles-Ver» schlinger verliert dadurch die Fähigkeit, überhaupt zu einem bedeutenden Werke des Schrift- tums die richtige Stellung zu finden und er be- ll'? dadurch der Möglichkeit, aus teert-1 polten Buchern den Genuß und den inneren Dor- teu zu gewinnen, den sie bei richtiger Ausnützung bieten konnten. Der ernste Dichter, der mit seinem Stoff ringt, der unendliche Mühen auf feinen Stil verwendet, kann durch ein solches Publikum 3nr ^-Lr^^llung gebracht werden, denn er merkt fa;r„m»aS^ er umsonst schafft, auch wenn, soviel gelesen werden. Letzten Endes muß diese ungeistige Haltung der Lesenden auf die Schaffenden einwirken und das Schrift-- tum zum Riedergang verurteilen. Ein Publikum das nicht den Wahnsinn einsieht, Bücher zu be- «ü» touren es Z garettey. hat fein Recht auf gute Literatur verwirkt."


