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19.4.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 91 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für (Vberheffen)Mittwoch, 19. April 1953

Aus dem Reiche der Krau.

Frauentteidung und Hygiene.

Bon Or. W. Tauber.

Wenn es schon heißt, es sei ein Glück, in einer guten Haut" zu stecken, so bedeutet das zugleich auch die Anerkennung der Wichtigkeit einer ge­sunden Kleidung. Denn diese unterstützt ja zumal in unserem Klima in vieler Beziehung die Funktionen der Haut-

Die Kleidung, insbesondere der Frau, ist einem ständigen Wechsel unterworfen der Mode. Eine Rückschau über die vergangenen Jahrzehnte läßt nun deutlich erkennen, daß die Mode nicht nur bestrebt ist, äußerlich-ästhetischen. sondern auch praktisch-beruflichen und sportlichen um nicht zu sagen natürlichen Gesichtspunkten Rechnung zu tragen.

Unb doch weist unser Aeuheres trotz zahlreicher Verbesserungen noch mancherlei Mängel auf, die nicht nur eine Verkümmerung, sondern sogar eine Schädigung der Haut und anderer Organe zur Folge haben können. Kleidung und Gesund» hell sind also aufs engste miteinander verknüpft.

Den Hygieniker interessiert aber weniger die äußere Hülle als vielmehr der innere Aufbau, nämlich die Unterkleidung. auf die sich demnach die folgenden Erörterungen vorwiegend beziehen.

Soglanzvoll" die heute so beliebte Kunstseide auch wirken mag, geeigneter zur Unterkleidung sind poröse und zugleich aufsaugungsfähige Stoffe aus Baumwolle oder Wolle wie z. D. Trikot: denn sie umgeben den Körper gewissermaßen mit einerruhenden Luftschicht", deren Tempera­tur nur wenig tiefer liegt als die des Körpers. Andrerseits schließt derartige Wäsche nicht so hermetisch ab, das; nicht ein genügender Lust­wechsel ermöglicht würde im Gegensatz zu der engmaschigen und Flüssigkeit schlecht aussaugen- dcn Leinen- oder der dünneren Datistwäsche, auf der sich der vom Körper abgegebene Wasser­dampf niederschlägt. Die Wäsche klebt daun an der Haut, und die durch Verdunstung des Wassers bedingte allzurasche Wärmeentziehung begünstigt Erkältungen. Hingegen eignen sich Leinengewebe, recht gut für Rächt- oder Bett­wäsche, zumal sie auskochbar sind. Reine Seide, speziell Rohseide, entspricht im wesentlichen hy­gienischen Forderungen, dürfte jedoch im stän­digen Gebrauch zu kostspielig sein. Gänzlich un­durchlässige Stoffe (Gummi, Imprägnierung) kommen aus leicht begreiflichen Gründen nur für ganz vorübergehenden Gebrauch in Betracht. Auch bewirkt zu undurchlässige, zu dicke oder zu viele Schichten umfassende Kleidung, das; die Haut ihre Fähigkeit einbüht, sich auf die Auhen- temperatur einzustellen, äleberhaupt wird ja eine Anpassung der Kleidung an die jeweilige Witte­rung und die individuell so verschiedene.Tem­peraturempfindlichkeit viel zu wenig berücksich- tigt, was. um so bedauerlicher ist, als der Grad erreichbarer Abhärtung durchaus begrenzt ist. Vei der modernen Unterkleidung der Frau, die doch vielfach größere Hautflächen ganz oder,fast ganz unbedeckt läßt, darf man sich also über die Zunahme der Erkältungs-, älnterleibs- und Harnblasenerkrankungen nicht wundern. Zudem sind die unbedeckten Hautpartien erhöhter Ver­schmutzung ausgesetzt, denn Staub und Schweiß verkleben die Poren und beeinflussen dadurch die Houtatmung.

Außer der Körperoberfläche können auch die inneren Organe durch unzweckmäßige Kleidung in ihrer Tätigkeit beeinträchtigt werden. Wenn auch Korsetts bald nur noch in der kulturhistori­schen Abteilung der Museen zu finden sein werden, so sieht man doch immer, wieder noch allerlei unzweckmäßige und schädliche Um.

schnürungen des Körpers, besonders der Taille wie Rockbänder, schmale Strumpfgürtel, schlecht- sitzende Leibriemen und dergleichen, die durch Druck aus die Eingeweide deren Tätigkeit be­hindern, die Organe aus ihrer Rormallage ver­drängen und die Bauchatmung hemmen. Statt dessen empfiehlt sich der Gebrauch breiter und elastischer Gürtel, bei denen sich der Druck mehr verteilt, zumal bei gleichzelliger Befestigung an den Hüsten im Gegensatz zur nachgiebigen Taille eine Schädigung der Bauchorgane unmöglich ist.

Wie wenig zweckmäßig speziell unser Schuhwerk ist, beweisen die fast bei jedem Erwach^nen nach­weisbaren Verbildungen der natürlichen Form

Zu einer eindrucksvollen Zusammenkunft gestaltete sick; der Hausfrauen-Trefftag des Reichs­oerbandes Deutscher Hausfrauenocreine am 29. Marz 1933. Fast 1000 Mitglieder, darunter zahlreiche aus­wärtige Hausfrauen aus allen Teilen Deutschlands hatten sich eingesunden in der Berliner Ausstellung D ie F r a u", durch deren verschiedene Abteilungen zunächst Führungen stattfanden. Die Tatsache, daß aus dem Hausfrouen-Trefftag eine wahre Heerschau geworden ist, beweist, welche Liebe die deutsche Hausfrau zu ihrer Arbeit im Herzen trägt, welche Verbundenheit sie mit ihren Schwestern im Reiche führt. Rur unter persönlichen Opfern konnten viele Hausfrauen in dieser wirtschaftlichen Notzeit die Reise unternehmen. Zn erster Linie hat sie wohl die einzigartige große Ausstellung gerufen, aber nicht minder stark war, der Wunsch, mll den durch jähre- lange Arbeit verbundenen Freunden ihrer Organi-

I sation einen Gedankenaustausch zu pflegen. Die Bereitschaft der deutschen Hausfrau, sich einzu­setzen für ihre Sache, eröffnet uns frohen Ausblick in die Zukunft. Ist es nicht der schönste Beweis für eine aussichtsreiche Wiedcrgejundung von Staat und Volk, wenn die Erhalterinnen der deutschen Familie sich in diesen Frühlings- tagen zusammenfinden zu gemeinsamem, stillen Ge­löbnis, fest zusammenzustchen, mit dem heißen Wunsch der Erhaltung deutscher Art und deutschen Geistes durch die deutsche Famllie. Mit diesen Worten leitete Frau M o r g i s mitten in die Probleme des Vortrags des Berbandsvorsitzenden, Frau Maria Zecker über das ThemaD i e F r a u u n d M u t - ter im deutschen Staat". Wie jeder einzelne Mensch ,so muß auch heute in der Zeit des natio­nalen Wiederaufbaues jede verantwortungsbewußte Organisation ihre Zielsetzung und die Wege, auf denen sie ihr Ziel zu erreichen sucht, gewissenhaft überprüfen. Die Aufgaben der Hausfrauen sind trotz der technischen Umwandlungen und der Verlagerung eines großen Teiles der ehedem im Haushalt ge­leisteten Frauenarbeit in die Werkstätten des Hand­werks und der Fabriken nicht kleiner geworden. Sie haben sich auf andere Gebiete verschoben und sind heute wohl mit noch größerer Verantwortung ver­bunden als in der Vergangenheit. Die richtige Ein- kommensverteilung, die gewissenhafte Lei­tung des Verbrauches müssen helfen, die wirtschaft­liche Existenz der Familie zu sichern. Es leben zwar 96 v. H. der Bevölkerung in einer Familien- geineinschaft, aber viele dieser Familiengemeln- schaften konnten in Deutschland bis heute nicht so gestaltet werden, daß sie Urzellen waren, aus denen sich wieder eine gesunde und starke l!a-

des Fuhskeletts und das Aufblühen einer In­dustrie, die durch Einlagen usw. die so weit ver­breiteten Fußbeschwerden (Platt-, Senk». Knick­fuß, Hühneraugen usw.) zu lindern sucht. Eiuen erheblichen Fortschritt bedeuten da die sog. halbhohen, d. h. mehr flachen und breiten Ab­sätze der jetzigen Schuhmode.

Die zunehmende sportliche Betätigung und die in ihrer Bedeutung in steigendem Maße ge­würdigte hygienische Volksbelehrung lassen er­warten, daß auch bei der Kleidung unter Los­lösung vom Althergebrachten gesundheitliche und natürliche Gesichtspunkte mehr noch als bisher Berücksichtigung sinden mögen.

t i o n entwickeln konnte. Der Wiederaufbau des deutschen Volkes wird nur gewährleistet sein, wenn die Frau in Zukunst den Willen hat, ihre Aufgaben in der Familie ganz zu erfüllen. Die Hausfrauen in Stadt und Land stehen daher hinter allen Maß­nahmen der Regierung, die den Bestand der Familie sichern.

Nach dem Vortrag faßte die Versammlung fol­gende Entschließung, die in Verbindung mll der Schwesterorganisation, dem Reichsverband land­wirtschaftlicher Hausflauenoereine der Reichsregie­rung zugeleitet wurde:

Der Reichsverband Deutscher Hausfrauenoereine und der Reichsverband landwirtschaftlicher Haus- frauenoereine begrüßen die von der Regierung des nationalen Zusammenschlusses aufgestellten Ziele des deutschen Wiederaufbaues aufs wärmste. Die Arbeit beider Verbände war stets erfüllt von bem uner- schülterlichen Glauben an Deutschlands Zukunft und dem Willen zur nationalen Selbst­behauptung Diese Zielsetzung bittet den Inhalt unserer Hausfrauenarbeit, die allein getragen wird von der mütterlichen Verantwortung gegen Volk und Nation und als Ergänzung neben der Arbeit des Mannes im nationalen Staatsaufbau nicht entbehrt werden kann.

In jahrzehntelanger Arbeit sahen beide Berufs­organisationen der Hausfrauen in Stadt und Land ihr Ziel in der hauswirtschaftlichen Ausbildung der jungen Mädchen aller Stände und der Fortbildung aller Hausfrauen im Sinne einer nationalen Wirt­schaft. Mittel hierzu waren die Erziehung der Stadtfrauen zur bewußten Bevorzugungeln- heimischer Erzeugnisse und die Ertuchti- qunq der Landfrauen zur vermehrten und verbeiier- ten Belieferung des Marktes. Volkswirtschaftliche Aufklärung der" Verbraucher haben beide Berufs­organisationen gemeinsam durch Veranstaltung deut­scher Wochen und durch andere volkserzieherische Arbeit erstrebt und erreicht.

Der gesunden Familie im gesunden Staat' war und ist die Arbeit unserer Organi­sationen gewidmet, deshalb begrüßen wir die Er­klärung der Reichsregierung zur Gesundung des Fa­milienlebens und zur Wiederherstellung deutscher Sitte und Moral als unerläßliche Voraussetzung deutschen Aufbaues. Der Reichsoerband Deutscher Hausfrauenvereine und der Reichsverband landwirt­schaftlicher Hausfrauenvereine versichern der Reichs­regierung, daß sie ihr bei der Verwirklichung dieser Ziele treue Gefolgschaft leisten werden."

Haussrauenlrefftag des Reichsverbandes Deutscher Hausfrauenvereine e.V.

Eine bedeutsame Entschließung. - Gesunde Familie im gesunden Staat!

Erprobte Rezepte.

Frühlingssuppe. In eine gute, kochende Fleischbrühe läßt man über einen Quirl verschla­genes Eigelb tropfen und an heißer Herdstelle fest werden. Gleichzeitig kommen in Salzwasser abgetrocknete Dlumenkohlröschen. einige Spargel­köpfe, grüne Erbsen und Möhrenwürsel aus der Konserve in die heiße Brühe und wenn alles gut heiß ist, streut man zum Servieren sein gehackte Petersilie über.

Brotsuppe. Ein Teller voll geröstetes, ge­stoßenes Brot wird nebst ebensoviel geriebenen, rohen Kartoffeln und einer geschnittenen Zwiebel in Butter gedämpft, mit Wasser recht weich ge­kocht, durchgerieben, aufgekocht, mit Eigelb und saurem Rahm abgezogen und mit Zwiebelchen, die man in Butter geröstet hat, abgeschmeckt.

Weinsuppe mit Sago. Man setzt 80 Gramm Sago mit einem halben Liter Wasser,

Füße, etwas Kölnisches Wasser, und natürlich darf der Rucksack nicht vergessen werden. 3m Brotbeutel werden einige fertig _ zubereitete Schnitten mitgenommen und, wenn möglich, unter­wegs Obst dazu gekauft. Das Geld sollte tunlichst in einem Brustbeutel aufbewahrt werden. Bei weilen Wanderungen, die mehrere Tage in An­spruch nehmen, müssen natürlich ein Paar Ersatz­schuhe eingepackt werden.

Wenn zwei oder mehrere zusammen wandern genügt von vielem nur ein Stück. Zum Beispiel wird eine Taschenlampe für ein ganzes Lager genug sein, ebenfalls reicht ein Zelt gewöhnlich für zwei oder drei aus. Endlich gibt es viele Bauern, die gern ihre Scheune oder den Heu­boden als Rachtlager abgeben, so daß nicht ein­mal die Zellgarnitur mitgenommen zu werden braucht. Viele Dorfgasthö^e vermieten ihre Betten für ein paar Groschen und außerdem bestehen zahlreiche Wanderer- und Jugendherbergen, die der Benutzung dringend empsohlen werden. Am bequemsten ist die Mitnahme des Zeltes dann, wenn eine Paddelfahrt unternommen wird.

Und nun wollen wir stets nur das in den Rucksack packen, was ganz unentbehrlich ist, damit wir nicht durch die schwere Last des Rucksacks ab­gelenkt werden, die Landschaft, die Ratur, unsere Heimat und ihre Schönheiten zu genießen und neue Kräfte für den Alltag zu schöpfen! Wande­rungen mit dem Möbelwagen find kein Genuß und sollten lieber gar nicht erst an getreten werden.

Das Wochenend-Gepäck.

Don Hildegard G. Fritsch.

Kürzlich hatte ich Gelegenheit, auf einer Wan­derung einen Zeltlager-Haushalt rennenzulernen, der förmlich eine Wochenendvilla öarfteilte. xtn dem Zell wohnten zwei Menschen, ein Ehepaar, das am Waltesrandin der Rähe eines Sees am Samstag und Sonntag die Ratur gemeßen wollte. Ihr Gepäck bestand aus folgenden EinzEllen. ein Regenschirm, ein Spirituskocher, ein Rasie- apparat, eine Petroleumlampe, vierRomane, drei Schachteln Pralinen, ein Pfund Drops, ein Grammophon und zwei Dutzend Schallplatten, em großer Rapskuchen. Briefpapier, Tinte, Phvto- apparat, eine Flasche Wein, eine Flasche Spirrtus und eine Flasche Petroleum, eine Ondullerschere, ein Liegestuhl, ein Hocker, zwei Sihkissen, eine wollene Decke, ein Schlafsack, ein Badeanzug und .manteL ein Gymnastiktrikot, sowie mehrere Buch- sen Konserven! Zum Transport hatte ihnen ein Zeltkarren und drei Rucksäcke gedrenb Wit diesem Gepäck wurden hin und zurück 78 Kilometer zu

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man aber doch sehr häufig m den Rucksacken der Wanderlustigen die halbe Wohnungseinrichtung und die gan^ Speisekammer verstaut. Das Laufen ist eine Qual, besonders in ter Sjüje.uni ibet Rücken ist von ter Schwere tes Rucksac^ alsbald durchgescheuert und zu sZwach, die Last rwch m ei terzu tragen. An ten Genuß ter Daturschon- Hellen kann gar nicht gedacht werdennente lich viel gebt dadurch verloren. Gerade das Ent- behrenmüssen von Bequemlichkeiten, das Robm- sonleben und Behelfen mit primitiven Mitteln das Leben inmitten der Ratur und auf ganz natürliche Weise ist ja das Wertvolle an einer Wochenendwanterung. Es lauft sich noch einmal so gut. wenn ter Rucksack leicht ist und wenn nur das nötigste mitgenommen wird

Es genügt für ein zweitägiges Zeltlager voll kommen, wenn alle jeltutenfdien mitgenommen werten. Dann trägt jeder sein ^«hgefchirr und eine wollene Decke oder einen Schlafsack, sowie allenfalls noch einen zusammenklappbaren poder, den Brotbeutel, Taschenmesser und Ui.aschenlam^, die Karte. Trinkflasche, Bindfaden, Zeitungs­papier, schließlich Messer und Gabel, Kanun und Bürste Seife, Taschentücher, einmal Wasche zum Wechseln, Badeanzug, Handtuch, ein Paar Ersatz- strümpfe, Ersatz knöpfe. Bleistift oder ^nllfeder- balter Fahrplan, wenn die Dahn benutzt werden soll, eine Dose mit Puder für etwa durchgelaufene

einem Eßlöffel Zucker, einem Stückchen Zimt und der Schale einer halben Zitrone .auf gelindes Feuer und läßt den Sago zugedeckt langsam tlar ausquellen. Eine Flasche deutscher Weißwein wird ausgekocht, 200 Gramm Zucker, Saft einer halben Zitrone und der ausgequottene Sago hin­zugefügt. 3m Bedarfsfälle gibt man noch eine Tasse Wasser hinzu. Hieraus werden Zimt und Zitronenschale entfernt und die Suppe mit 2 bis 3 Eidottern abgezogen. Man kann die Suppe auch mit Makronen anrichten.

Pikantes Rührei. Durchwachsener Speck wird in kleine Würfel geschnitten und mit fein geschnittener Zwiebel auf schwachem Feuer glasig gebraten, geriebener Käse übergestreut, wenn die­ser geschmolzen ist, die verquirlten Eier hineinge­gossen und ein Rührei daraus gemacht.

Harte Eier in Senfsoße. Hartgesottene Eier werden heiß geschält, der Sänge nach halbiert, in eine heiße, runde Schüssel gelegt und folgende Soße darüber geleert: Frische Butter läßt man heiß werden, löscht sie mit einigen Tropsen Wein­essig ab, verrührt sie mit einem Eßlöffel voll Senf und gießt sie über die warm gestellten Eier.

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Reisfleisch. Reis in gewünschter Menge wird mit Butter und Zwiebelschnitzel braun an» gebraten, in Würfel geschnittenes Schweinefleisch dazuqegeben und wenn alles gut gebräunt ist, hei­ßes Wasser auf gefüllt: bei schwachem Feuer läßt man das Fleisch weich schmoren und überstreut es zum Anrichten dick mit geriebenem Käse.

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Piroggen (kleine Fleischpasteten). Don ge­bratenem Rierenstück nimmt man Riere. Fett und etwas Fleisch, dazu seingehackte Zwiebel, ein Löffel Dratensauce, kocht es gut durch und läßt es erkalten. Run nimmt man den Butterteig wie zur Schüsselpastete oder bereitet einen steifen Teig von zwei Eiern, eine Tasse süßer Sahne, dem nö­tigen Mehl und Salz. Der Teig wird dünn aus- gerollt und in Butter auf der Pfanne langsam gebacken. Die Piroggen dürfen nicht gewendet werd en, sondern werden während des Backens mit ter heißen Butter begossen, bis sie braun sind.

Gebackener Blumenkohl. Hierzu: Ein Blumenkohl, 80 Gramm Mehl, 2 Eier, Vs Liter Milch. 1 Prise Salz, 1 Messerspitze Backpulver, Ausbackfett. Den vorbereiteten Blumenkohl zer­legt man in nicht zu kleine Röschen, die man in

Oie Frau und der Sport.

Ausbildung und Leistung.

Bei dem Eifer, mit dem sich unsere Frauen­welt heute ten Leibesübungen widmet, hat sich bald die Frage erhoben, welche Sportarten ihrem Wesen und ihrem Körper am besten entsprechen. Man muß dabei von den grundsätzlichen Unter­schieden in den Bewegungstormen und den Lei­stungsgesetzen des männlichen und weiblichen Ge­schlechtes ausgehen. Dazu bemerkt Stadtmedizinal­rat Wllhelm H a g c n in der Frankfurter Wochen­schriftDie Llmschau", daß diese Unterschiede im Kindesaller zweifellos nur gering sind. Schon bei ter Messung der reinen Körperkrast zeigt sich, daß bis zum Beginn der Pubertät tue Mädchen hinter den Knaben nur um soviel zurückbleiben, als nach ihrer etwas geringeren Größe und ihrem geringeren Gewicht zu erwarten ist. Während z. B. bei Beginn des 15. Lebens­jahres die Druckleistung des Mädchens hinter der des Knaben durchschnittlich nur um 10 Pro- »ent zurückbleibt, erreicht bereits im 25. Lebens­jahr die Druckleistung der Frau nur noch 60 Pro­zent der des Mannes. Die Frage ist also für daS Iugendaller anders zu beantworten als für das reife. Die BewegungSform der Frau bleibt in ihrer weichen lockeren Art stets der des KindeS verwandter: beim Manne tritt infolge des ge­ringeren Fettpolsters und der zäheren Musku­latur ein Gegensatz hervor, und infolgedessen ist auch die Form, in der er körperliche Leistungen vollbringt, wesenllich anders als bei der Frau. Diese Erkenntnis hat erst allmählich auf bic weibliche Sportausbildung Anwendung gesunden. Zunächst war das Mädchenturnen ein »verdünntes Knaben turnen", das die für das männliche Ge­schlecht ausgebildeten Leibesübungen in abge­schwächter Art übernahm. Vom Tanz her, der ja stets als LeibeSübung der Frau anerkannt wurde, entwickelte sich bann eine eigene weib­liche Gvmnastik. und aus ihr entstand dann der Frauensport, der im wesentlichen mehr für die erwachsene Frau in Betracht kommt. Mädchen und Knaben haben den gleichen Bewegungsdrang, die gleiche Bewegungsfreude. Es ist daher be­greiflich. daß sich die Mädchen auch am Lei- stungssport. ihrem Persönlichkeitscharakter ent­sprechend, wellerhin beteiligen. Doch trennen sich hier ihre Wege von den männlichen. Der Kampf­sport in den harten Formen des Fußballs oder Rugby, des Boxens oder Ringens scheidet aus. Im Laus bleiben die Leistungen bald erheblich hinter denen der Männer zurück: dagegen hält die Frau im Schwimmen mit bem andern Ge­schlecht durchaus gleichen Schritt. Gerate dieses Beispiel zeigt, wie verwickelt hier die Zusammen­hänge liegen.Man kann bestimmt nicht sagen", meint der Verfasser,daß Schwimmen weniger anstrengend sei als Laufen, rrnd trotzdem findet sich dieser Unterschied in der Leistung bei Mann und Frau. Das Schwimmen ist mit das beste Bei­spiel dafür, daß es durchaus unrichtig ist, den Sport ter Frauen mit ter Begründung abzu- lehnen. ihre Kräfte würden überanstrengt. Es ist durchaus abwegig, wenn man etwa aus der Tat­sache, daß die Frau der wirtschaftlich gehobenen Kreise eine geringere Arbeitsleistung vollbringen muß als der Mann, Folgerungen für ihre kör­perliche Ausbildung ziehen wollte. Die große Mehrzahl unseres Volkes besteht aus Arbeitern und Bauern, und es kann kein Zweifel fein, daß die Arbeiterfrau und vor allem die Bauersfrau eine körperliche Belastung hat, die der des Man­nes ebenbürtig ist, besonders wenn man ihre Leistung als Mutter dazurechnet."

Salzwasser gar. aber nicht zu weich kocht. Von Mehl, Eier, Milch, Salz und Backpulver wird ein Eierkuchenteig bereitet. Man taucht die Blumen­kohlröschen hinein und backt sie in schwimmendem Fett goldbraun. Das gebackene Gemüse wird mit Tomatentunke und Kopfsalat gereicht.

Oie praktische Hausfrau.

Zahnbürsten. Zahnbürsten spüle man vor jedem Gebrauch stets gut aus, da sich immer etwas Staub zwischen die Borsten seht, und rei­nige sie ebenfalls nach jeder Benutzung. Das Auf­bewahren geschieht am besten f tei, in einem Zahnbürstenständer hängend, damit die Bürste gut austrocknen kann, während sie, in geschlos­senen Schalen auf bewahrt, leicht muffig riechen.

Um Rostflecke in der Wäsche zu ver­meiden, trenne man vorher metallene Druck­knöpfe, Haken und Oesen ab, damit diese nicht mit in die Waschlauge gelangen. Ebenso verwende man keinesfalls emaillierte Waschgefähe, an de­nen bereits Emaille abgeplaht ist.

Glas läßt sich unbeschädigt durchbohren, wenn man an die betreffende Stelle einen Tropfen Ter­pentin bringt. Zum Bohren genügt ein einfacher Stahlbohrer.

Herdplatten und deren Umrandungen säu­bert mann von Fett- und anderen Flecken, indem man sie mit ter Innenseite einer ausgedrückten Zitrone abreibt: ein müheloses und sicheres Ver­fahren.

Lackierte Möbel, Korbmöbel oder Körbe dürfen nie heiß abgewaschen werten. Scharfe Seisenlauge ist auch zu vermeiden. Weiße Küchenmöbel oder Türen reinigt man mit lau­warmem Salmiakwasser oder mit einer Mischung von Schlämmkreide in Wasser mit Zusatz von Borax oder mit einer erkalteten Abkochung von Panamarinde.

Kupfer- und Messinggegenstände, die sehr schmutzig sind, werden mll einem aus Zichorie und Wasser gekochten Brei mlltels eines wollenen Lappens oder mit einer Dürste abge- waschen, oder mit Salmiakwasser und schwarzer Seife lauwarm abgespütt, getrocknet und mit Schlämmkreide nachpoliert.