Aus der Provinzialhauptstadt
Schotten (15 Sitze): ÄSDAP.
Kreistag Sc 14 (bisher nichts):
und Demokraten 1 Sih.
6.
K reis ta
11.
12.
Mühlen Franck
9.
10.
7.
8.
Das wichtigste beim Kaffeekochen ist ein Zusatz der guten Kaffeewürze
.. _______ , SPD. 1 (4). 3m alten Kreis
tag hatten Landbund, DDVP. und DVP. zusammen 12, Gewerbetreibende 2, Unpolitische Liste 2
KPD. 1 Sitz.
KreistagFriedberg(20 Srhe): D^-DAP. 11 Sitze (bisher nichts,: SPD. 6 (13); Zentrum 2; Deutschnationale Dolkspartei und Deutsche Volks- partei 1 Sih. 3m bisherigen Kreistag hatten noch Sitze: Landbund, Deutschnationale Volkspartei, Deutsche Volkspartei und Reichspartei des Deutschen Mittelstandes zusammen 10, Zentrum und Demokraten zusammen 5, Evangelische Volksgemeinschaft 1, KPD. 1.
13 (bisher nichts): SPD. 2 (8). 3m alten Kreistag hatten noch Landbund und DDVP. 8, DVP. 1, Liste Handel und Gewerbe 2, Demokraten 1 und
12. Uhl, Karl, Landwirt.
13. Kreuter, 3osef, Fabrikant.
14. Schmidt. Hermann. 3nstallateur.
15. Hirsch, Friedrich, Kaufmann.
16. Lemp, Wilhelm, Obrrsteuersekretär.
Sozialdemokratische Partei:
1. M a n n, Albin, Cewerkschaflssckretär, Gießen.
2. Dr. Gumbel, Konrad, Volkswirt, Giehen.
3. Do11, Christine, geb. Simon, Angestellte, Giehen.
4. E l s n e r, Herbert, Schriftsetzer, Giehen.
5. T e u b e r, Otto, Buchdrucker, Giehen.
6. H ä u s e r, Heinrich, Parteisekretär, Giehen.
7. Maier, 3osef, Angestellter. Giehen.
8. H e bing, 3da, geb. Schoknecht, Hausfrau. Giehen. /
9. Falkenhaine r, Ernst, Dachbinder, Giehen.
10. Günther, 3ustus, Pfleger, Giehen.
11. Köhler, Werner, Schriftsetzer, Giehen.
Die nemnKreistage mOberheffen
Die KreistagederProvinzOberhes- s e n werden sich voraussichtlich wie folgt zusam- mensetzen: ____„„
Kreistag Giehen (20 Sitze): DSDAP. 13 (früher nichts), SPD- 5 (12), Vereinigte Dativ- nale Rechte 2- 3m alten Kreistag hatte ferner die DVP- 3. der Evangelische Volksdienst 1, der Hessische Landbund 9, die Demokraten 1, die DDVP. 1, die Mittelstandsvereinigung 2 und
ßen-Linden. E1 . ,
Jenner, Johann Karl, Gewerkschaftssekretar, Wieseck. _
Fleischer. Fritz, Buchhalter, Gießen.
Müller II., Heinrich, Weißbindermeister,
Lang-Gons. ,
Maier, Josef, Angestellter, Gießen.
Sommerlad, Wilhelm Philipp. Landwirt.
Beuern. ,
Lindenstruth. Ludwig. Invalide, Heuchel
heim. „ • r < tt
Weber, Emil, Bergmann, Trais-HorloN-
Kreisausschuh.
Oer neue Gießener Stadtrat
Die Wahlvorschläge der Parteien. ,
Der neue Gießener Kreistag
Die Wahlvorschläge der Parteien.
1. Beckmann, Georg. Angestellter i. 9t, Gießen.
2. Benner, Karl, Gewerkschaftsangestellter, Wieseck.
3. Seipp. Wilhelm, Schreiner, Lollar.
Kreistag Lauterbach (15 Litze): DSDAP. 13 (3). SPD. 1 (51, Gemeinsamer Vorschlag Schwarz-Weih-Rot und DVP. 1. 3m allen Kreistag hatten ferner noch Sitze: Vereinigte Landliste (Landbund, DDVP., DVP.) 12, Zentrum 1.
Nech Sanwatt Luley kommissarischer Beigeordneter von Gießen.
wie wir zuverlässig erfahren, ist die Ernennung des Herrn Rechtsanwalts Regierungsrat a. D. L u- ley zum kommissarischen Beigeordneten bei der Giehener Stadtverwaltung vorgesehen.
Grußwechsel zwischen Polizei und Wehrmacht.
WLB. Zw.scheu dem Reichswehrministerium und dem Reichsm.nisterium oes 3nnern ist vereinbart worden, dah Offiziere und Wehrmachtsbeamte in Uniform mit Polizei- und Landjäger- offizieren in Uniform Grühe wechseln. Offiz:ere, Unteroffiziere und Mannschaften der Reichs- Z>ehr haben Polizei- und Landjägereioffizieren gegenüber Ehrenbezeugungen zu erweisen. Das gleiche gilt für Polizei- und Landsägerossiziere gegenüber Offizieren der Reichswehr. Zwischen Ossizieren und Unteroffizieren und Mannschasten der Reichswehr und Polizei- und Landjagerei, beamten besteht kameradschaftliche Grußpflicht.
Gegen die )>undfunkstörungen.
Vom PostamtGiehen wird uns geschrieben: Bei der Rundfunkstörungsstelle gehen in letzter Zeit mehrfach Klagen ein über Rundfunkstörungen. Die Störungen werden hauptsächlich während der lieber» tragungen der Reden der Mitglieder der Reichsregierung durch Rückkoppelungen verursacht. Da anzunehmen ist, daß diese Störungen absichtlich geschehen, sei darauf hingewiesen, daß cs heute keine technischen Schmierigkeiten bereitet, die Rundfunk st örereinwandfreizu e r ; Mitteln. Die Rundfunkteilnehmer werden daran erinnert, daß nach § 13 der Genehmigungsurkunde der Rundfunkempfang durch die Empfangsanlage nicht gestört werden darf. Bei Verstößen gegen die Bedingungen kann die Genehmigung entzogen und der Störer gerichtlich belangt werden. Erst kürzlich wurde ein Rundfunkstörer zu einer Gesang- nisstrafe von einem Monat verurteilt. Die Rückkoppler seien also g e ro a r n L Das Postamt wird in jedem Falle die Strafverfolgung veranlassen.
Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, Grunderwerbsteuer 1933.
In den vom Wirtschaftsorüfer Herrn. Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen «teuerfragen (Rundschreiben 9tr. 8) vom lo. April lesen wir
In einem Erlaß vorn 28. 3.1933 -- Aktenzeichen. S. 3530 130 III — nimmt der Reichsfinanzmimster im Anschluß an die Notverordnung vom 18- Marz 1933 nochmals zur Behandlung der Vermögen» steuer, Erbschaftsteuer und Grunderwerbsteuer 1933 hÜTermögensteuer. Da die Dermögensteuer 1933 in derselben Höhe wie im Jahre 1932 erhoben wird, soll von der Erteilung eines besonderen Steuerbescheides über die Bermögenfteuer 1933 av- gesehen werden. .
Zahlreiche Steuerpflichtige haben gegenüber Der Regelung 1933 mit ihrem nur schematischen Abschlag auf die per 1. Januar 1931 festgestellten Vermögen geltend gemacht, daß die Wertrnm^rung ihres Vermögens ganz wesentlich über diesen 2Upro= zeitigen Satz hinausgehe. Der Reichsfinanzminister betont aber Demgegenüber erneut, daß em Erlaß von Vermögensteuer oder eine Herabsetzung über die 20prozentige Ermäßigung hinaus nur m vollen ganz außerordentlichen Vermögensverfalls, z. B.
bei endgültigem Verlust des überwiegenden Teils des Vermögens in Frage kommen kann. Eine Er- leichterung gegenüber der Regelung für 1932 ist allerdings insofern vorgesehen, als nicht mehr schlechthin auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zur Entrichtung der Vermögensteuer abgestellt werden soll. Wenn also ein Steuerpflichtiger nachweisl, daß tatsächlich der größte Teil seines Vermögens oerlorengejangen ist. so wird ihm jetzt für 1933 Erlaß der Vermögensteuer zu gewahren sein, auch wenn er an sich noch ein Einkommen Hot, aus dem die Zahlung der Bermögenfteuer an sich möglich wäre.
2. Erbschaft st euer und Grunderwerb- [teuer. Für die Erbschaft- und Grunderwerbsteuer bringt der Erlaß nichts Neues.
T ten für M.ttwoch, 19 Apiil
1560: der Reformator Philipp Melanchthon in Wittenberg gestorben: — 1882: der Naturforscher Charles Darwin in Down bei Beckenhain gstor- ben: — 1885: der Afrikareisende Gustav -.achti- gal bei Kap Palmas in Westafrika gestorben: — 1906: der französische Physiker Pierre Curie, der Entdecker des Radiums, in Paris gestorben: — 1916: Generalfeldmarschall Frhr. v. d. Goltz gestorben.
Pornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch Stadttheater: 20 bis 22 3) illjr, „Der 18. Otto* ber". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die unsichtbare Front".
— Männer- und graue noereini- gung der Matthäusgemeinde. Morgen, Donners.ag, 20.15 üljr, im Gemeindesackl, Kirch- straße 9. Hauptversammlung. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.
e
"GeltungsdauerderRückfahrkar- ten Die Geltungsdauer der Arbeiter-Rückfahrkarten wird b.s 2. Mai 24 Uhr ausgedehnt. Schülerrückfahrkarten, deren Antrag für eine Re.se im 2lpril ausgestellt ist, können bis 3. Mai ausgegeben werden. Die Celtungsdauer der Fest- tagb-Rückfahr.atneu bleibt unverändert. Sie gelten zur Rückfahrt bis heute, 19. April, 24 Uhr.
•• Reichswehrübung an der Lahn. Gin Trupp Deichswehrsoldaten, etwa 23 Mann, baute unter Leitung von Leutnant Dreher in den Tagen vor Ostern (Montag bis Mittwoch) im Zeitraum von 33 Stunden an der Lahn in der Dähe des Launsbacher Steges eine Drücke über den Fluß. Die Brücke war so gebaut, daß größere Truppenteile, Pferde, Wagen, Geschütze usw. den Fluß ungefährdet überqueren konnten. Die Gesamtbelastung konnte bis zu vier Tonnen betragen. Heute morgen wurden nun an dieser Brücke Sprengübungen unternommen. Um 8.10 Uhr erfolgte die erste Sprengung, dec ein Teil der Drücke zum Opfer fiel. Eine zweite kleinere Sprengung wurde wenig später unternommen.
Wettervoraussage.
Die Luftdruckoerteilung hat sich seit gestern wenig geändert. Somit hält auch die Zufuhr der Kaltluft an, wodurch Das kühle Weller erhallen bleibt. Neven Aufheiterung entstehen stärkere Haufenwolkenbil- Dungen, Die stellenweise auch Anlaß zu leichteren Schauern geben werben. Die Temperaturen kommen in Der Nacht noch etwas unter Den Gefrierpunkt zu liegen.
Aussichten für Donnerstag: Wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, noch ziemlich kühl mit leichterem Nachtfrost, jedoch Neigung zu einzelnen Schauern.
Aussichten für Freitag: Fortdauer des wechselhaften und kühlen Wetters mit einzelnen Schauern.
Lufttemperaturen am 18. April: mittags 8 Grad Celsius, abends 2,9 Grad: am 19. April: morgens 1,3 Grad. Maximum 8,7 Grad, Minimum —1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. April: abends 12,6 Grad: am 19. April, morgens 5,6 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauer 11 Stunden.
die KPD. 1 Sitz. „ wezrsAr<_
Kreistag Alsfeld (15 Sitze): DSDAP.
13 (4). SPD- 2 (6). Der alte Kreistag hatte ferner: Vereinigte Stadt- und Landliste (Land- bund, DDVP- und DVP.) 9 und 'Bürger- und ^Bauernpartei 2 Sitze.
g 2üdingen (15 Sitze): DSDAP. chts): SPD. 2 (8). 3m alten KreiS-
Außer der NSDAP., Deren Wahloorschläge wir in unserer heutigen Frühausgabe mitteilten, haben noch folgcnDe Parteien Wahlvorschläge zur Neu- bilDung Des Gießener StaDtrates eingereicht: Vereinigte nationale Rechte: (Zusammenschluß von Schwarz-Weiß-Rot Zentrum Deutsche Vollspartei und Chrrstlich-sozlaler
Volksdienst):
1. Zi mmer, Jakob Friedrich, Rechtsanwalt.
2. Goerz, Heinrich, Lehrer.
3. Kling, Georg, Rektor.
4. Appel, Richard, Oberreallehrer.
5. Drüning, August, Professor.
6. Dörth, Franz, Postassistent.
7. Schäfer, Peter, Werkmeister.
8 Giese. Ella, geb. Sartorius, Hausfrau.
9. ' D a ch t i g a 11, Fritz, Schlossermeister.
10 Schwieder, Theodor, Apotheker.
11 Michels, Mathias, Derw.-Obersekr.
4. Sehrt, Ludwig, Landwirt, Lindenstruth.
5. Maier, Josef, Angestellter. Gießen.
Stellvertreter.
1. Benner, Karl, Gewerkschaftsangestellter, Wieseck.
2. Sehrt, Ludwig, Landwirt, Lindenstruth.
3. Schneidmüller, Georg, Bergmann, Gro- ßen-Linden. .
4. Sommerlad, Wilhelm Philipp, Landwirt, Beuern. Ä ,
5. Elsner, Herbert, Schriftsetzer, Gießen.
Außer Der NSDAP., Deren Wahlvorschläge wir in unserer heutigen Frühausgabe mitteilten, haben noch folgcnDe Parteien Wahloorschläge zur Neu- bilDung Des Gießener Kreistags unD Kreisausfchuffcs eingereicht:
Bereinigte Nationale Rechte.
Kreistag:
l.Iantzen, Erich, Direktor, Lollar.
2. Dort h, Franz, Postajfistent i-R. Gießen
3. Lucus, Hugo, Postinspektor, Gießen.
4. L e m p, Wilhelm, Steuersekrctär. Gießen.
5. A P P e l, Richard, Oberreallehrer, Giehen.
6. H u b c r, Karl jun., Landwirt, Grohen-Duseck.
Kreisausschuß:
1. F e n ch e l. WilhUm. Landwirt, Ober-Hörgern 2- 3 a n tz e n, Erich, Direktor, Lollar.
SPD.
Kreistag.
1. Beckmann, Georg, Angestellter i. R-, Gießen 2. Sehrt, Ludwig, Landwirt, Lindenstruth.
3" Deibel III. Louis, Zimmerer, Staufenberg.
4. Ostwald, Karl, Maurer, Wieseck.
ö. Schneidmüller, Georg. Bergmann, Gro-
Voraussichtlich findet eine weitere Sprengung heute nachmittag statt. 3m Anschluß daran wird die Drücke völlig abgetragen
•• Silberne Hochzeit. Am 20. April feiern die Eheleute Christian Schneidmüller und Frau, hier, Ludwigstrahe 8, daS Fest der silbernen Hochzeit.
•• .M artinsgang" der G ießener Dürgergesellschaft. Am zweiten Oster- feiertag land auch in diesem 3ahre wieder der nunmehr schon traditionell gewordene .Martins- gang" Der Gießener Dürgergesellschaft nach dem Gleiberg statt. DaS prächtige Frühlingswetter hatte eine stattliche Zahl von Teilnehmern veranlaßt, zum Gleiberg zu wandern. Dort richtete der 1. Vorsitzende, Herr Hirsch, herzliche Worte der Degrühung und deS Dankes für das zahlreiche Erscheinen an die DereinSmitglieder. 3n ehrenden Worten gedachte er des früheren langjährigen Dorsitzenven Martin Dörr und eines vor kurzem verstorbenen Vereinsmitgliedes, zu deren Gedenken sich die Anwesenden von ihren Plätzen erhoben. Einige schöne, von Den sangesfreudigen Herren des Vereins porgetragene Volkslieder unterhielten auf das Desto. Dach einigen Stunden geselligen Beisammenseins trat man den Heimweg an.
•* Sonntagsrückfahrkarten nach Wiesbaden. In Der Zeit vom 17. bis 22. April findet in Wiesbaden Die Tagung Der Deutschen Ge- sellschaft für innere MeDizin statt. Zu der Veranstaltung roerDen von allen Bahnhöfen im Umkreise von 250 Kilometer um Wiesbaden, somit auch von Gießen und umliegenden Bahnhöfen, Sonntagsrückfahrkarten nach Wiesbaden Hbf. ausgegeben. Die Kongreßteilnehmer haben sich Durch Mitglieds- karte oder Programm auszuweifen. Die Sonntagsrückfahrkarten gelten: zur Hinfahrt vom 16. April 12 Uhr bis 22. April 24 Uhr, zur Rück fahrt vom 17. April bis 23. April 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt).
*♦ Die 21 u s ft e 11 u n g des Reichsjagd- b u n b c s. Von Dem „Hubertus", Verein weiD- gerechter Jäger, Sitz Gießen, wirD uns mitgeteilt: „Am Samstag, 22. April, wird Die diesjährige Ausstellung Des Reichsjagdbundes in Den Messehallen in Köln-Deutz Durch Den preußischen Ministerpräsidenten Göring eröffnet. Sie endet am 30. April und weist eine Beschickung auf, Die alle Nachkriegs- ausftcllungen übertrifft. Mit Der Trophäenschau, die etwa 250 Rothirsche und Damhirsche, über 100Q Rehböcke und vieles andere umfaßt, ist eine internationale Elchausstellung (77 Elche), eine Ausstel- hing großer Hegesammlungen, von Jagd- und Fischereiausrüstungsstücken, sowie eine Schau „Deutsche Wald und deutsches Holz" verbunden. Zum ersten Male und voraussichtlich in absehbarer Zeit nicht wieder findet diese sonst in Berlin heimische Ausstellung in Westdeutschland statt. Bei Der Fülle von Belehrung und Anregung, die von ihr ausgeht, seien die hessischen Jäger besonders auf sie hingewiesen. Es werden während der ganzen Ausstellungswoche Sonntagskarten nach Köln ausgegeben (Preis ab Gießen 9 Mark).
Amtsgericht Giehen.
Ein rückfälliger Betrüger erhielt unter Annahme mildernder Lim stände und Anrechnung von sechs Wochen der erlittenen Untersuchungshaft aus die erkannte Strafe wegen erneuten fortgesetzten Betrugs vierMonateGesängnis. Er war Knecht auf einem benachbarten Gutshos. ließ sich seinen restlichen Lohn auszahlen und bereits am nächsten Tage Vorschuß auf seinen nächsten Lohn geben. Dann verschwand er und trieb sich in der Dachbarschaft ohne festen Wohnsitz herum, wo er sich in zwei Fällen kleinere Beträge erschwindelte und angab, er arbeite nach wie vor auf dem Hof. Er verschaffte sich auch ein seiner Schwägerin gehöriges Fahrrad durch allerlei falsche Angaben und versetzte es um 7 Mark. Wegen des ersterwähnten Vergehens erfolgte Freispruch, da die Gegenbehauptung des Angeklagten, er habe noch eine Forderung von seinem Dienstherrn in Höhe des v:rg schossenen De rags. mit der er kompensiere, von diesem nicht mit aller Bestimmtheit widerlegt werden konnte.
Schon vor einigen 3ahren kaufte ein in schlechten Vermögensverhältnissen lebender und mehrfach vorbestrafter Kaufmann von einer auswärtigen Firma einen Staubsauger um etwa 200 Mk. aus Kredit und unter Eigentumsvorbehalt der Verkäuferin bis zur vollständigen Dezah'ung deS Kaufpreises. Die anfangs geleisteten Abschlagszahlungen blieben aus, und der Staubsauger verschwand schließlich. Auf Veranlassung der sich betrogen fühlenden Firma wurde gegen den Käufer Anklage auf Unterschlagung erhoben, da angenommen werden mußte, dieser habe trotz des Ei- gentumsvorbehaltS den Staubsauger weiter veräußert. Der Angeklagte erllärte aber, der Apparat sei durch fortgesetzte schonungslose Anwendung in seinem Haushalt gänzlich verbraucht worden, die Reststücke seien zu Hause noch zu sehen. Er zeigte sie aber trotz polizeilicher Aufforderung nicht vor: eine Haussuchung blieb erfolglos. Seine Ehefrau ist vor einiger Zeit wegen unter ganz ähnlichen Umständen erfolgter Unterschlagung einer Dähmaschine bestraft worden. Er selbst ist schon einschlägig vorbestrast. Trotz die- ser starken Verdachtsgründe vermochte das Gericht nicht die feste Ucberzeugung von der Schuld des Angeklagten zu gewinnen, da, berücksichtige man die Führung seines Haushalts, immerhin die Angabe über den Verbleib des Staubsaugers richtig sein könnte. Der Angeklagte wurde f r e i gesprochen.
Ein ebenfalls mehrfach vorbestrafter Anstreicher glaubte, er habe seinem Flurnachbar die Sperrung seiner Arbeitslosenunterstützung zu verdanken und wollte diesen deshalb stellen. Er drang in dessen Wohnung ein, versetzte ihm einen Schlag ins Gesicht und konnte nur mit Gewalt wieder entfernt werden. Draußen schlug er noch eine Scheibe ein und beschädigte stark die Türfüllung, indem er die Türe mit seinen beschuhten Füßen einzutre- ten versuchte. Wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung erhielt er eine Woche Gefängnis. Das Verfahren wegen leichter Körperverletzung wurde eingestellt, da kein rendgültiger Strafantrag vorlag.
Mainz bekommt ein Braunes Haus.
WSD. Mainz, 18. April. Das Gouver- nernent auf dem Sch.llerplatz wird in einigen Tagen feierlich als das Braune Haus ein- geweiht. Dor dem Kriege bewohnten dieses Gebäude die Gouverneure von Kathen und von Bücking. Auch die Fahnen der einzelnen Regimenter wurden darin ausbewahrt. Während der Besatzungszeit nahmen im Gouvernement die OberbesehlShaber Guille ment und Man- g i n ihren Aufenthalt. Dach Abzug der Besatzung stand das Gebäude leer. Die Renovierung des Gouvernements ist in einigen Tagen beendet. Das Gebäude wird sodann als Braunes Haus von der Geltung der DSDAP. bezogen und Darin außerdem die Oberleitung der Polizei untergebracht.
Kennzeichnung der deutschen Ware!
Die Bestrebungen, die Verbraucherschaft, vor allem die Hausfrau immer wieder Darauf hinzuweisen unD sie geradezu zu erziehen. Der 3n- lanDsware vor Auslandserzeugnissen Den Vorzug zu geben, ist in dieser Zeit der Wirtschaftsnot von ganz besonderer Bedeutung. Parker Gilbert sagte schon 1928, dah Deutschland die Einsuhr seiner Meiereierzeugnisse vermindern könne. Müssen denn wirklich noch für 1500 Millionen allein für die Einfuhr von Lebensmitteln und lebenden Tieren alljährlich auS Deutschland abwandern? Kauft deutsche Markenbutter! Bedenkt, daß der einheimische Blumenkohl den deut- schen Erzeuger ernährt. Eßt Roggenbrot, es ist gesund und billig! Und schmückt euer HauS mit der Flora eurer Heimatwälder und Felder. Die ganze Welt preist einen guten Tropfen vom deutschen Rhein. Darum Deutsche, trinkt deutschen Wein!
Ohne Zweifel kann, wer will, ohne fremde Erzeugnisse auskommen. Aber woran erkennt man sie? Ob die angepriesenen Aluminiumkochtöpfe wirklich deutsches Produkt darstellen? Was weih der Laie von Leuna-Benzin? Und die hand- arbeitende Tochter weiß nicht, woran sie deutsches Garn von fremdländischem unterscheiden soll. Dur beim Leinen wird es einem leicht gemacht. Da steht groß zu lesen, „Das Fadenkreuz, die Marke für deutsches Halbleinen" und das Reinleinen trägt die Schutzmarke mit Den Worten „Reinleinen" unD weist eine SchwurhanD auf. Wir wissen, wie schlecht es unseren Daumwollwebereien und Spinnereien zum Teil geht. Aber woran erkennt man deutsche Baumwollstoffe, deutsche wollene Ltrickwaren und Strümpfe?
Cs geht nicht darum, alle Erzeugnisse des Auslandes zu boykottieren, sondern der Dot in der Heimat zu steuern. Wie groß diese ist, braucht heute nicht mehr dargelegt zu werden, die Ziffern der Arbeitslosen und der stillstehen- den Betriebe sprechen eine erschütternde Sprache.
Es liegt in Händen der Hausfrau, der deutschen Ware durch Dachfrage und Kauf zum Umsatz zu verhelfen. Die Kundin sollte verlangen, dah in jedem Geschäft, wo sie kauft, auch auf Dem Markt, sich neben jeder Ware ein Schild befindet, das Darauf aufmerksam macht, ob es sich um deutsche oder ausländische Ware handelt. Keine Dotverord- nung und Gesetzbestimmung wird es fertigbringen, hier wirklich endlich Wandel zu schaffen, wenn nicht die Hausfrauen, wie überhaupt die Kaufenden selbst dazu beitragen. Wie national England, Amerika, Frankreich, ja jedes Land der Welt heute eingestellt ist, ist hinreichend bekannt. Wollen wir uns von ihnen zurufen lassen: »3hr, das Land, das Den schwersten Aufstieg von uns allen erlebt, ihr feiD am gleichgültigsten?"
Deutsche Arbeit ist deutschen Geldes wert. Bedenkt bei jedem Einkauf, dah er auch dem deutschen Bauern, Handwerker und Unternehmer das Brot gibt, nicht zuletzt auch dem deutschen Arbeiter, der am Wiederaufbau Deutschlands in erster Reihe mitarbeiten soll. L. D.


