MMikiMAU
Roman von CertRolhberg.
(Urheberschutz durch C. Ackermann, Romanzentrale Stuttgart.)
6 itortictiung Nachdruck verboten.
Seine dunklen Augen gingen über sie hin. Waren ihre Worte anzügllch gemeint?
Da sagte sie:
„Es war ein sehr netter Abend. Diese Wiener Kapelle spielte hervorrag nd. Ich habe mich schon dadurch sihr gut unterhalten."
„Ra, dann ist es ja gut", sagte er zufrieden, aber Pia fühlte, daß er mit seinen Gedanken weit fort von ihr war.
Das Auto bog in den Schlohhof von Achern ein. Harry sprang heraus und half den beiden Damen. Plau.ernd schritt er dann mit ihnen die Treppe hinauf, wo Joseph Wimpert schon wartete, um noch etwaige Befehle entgegenzunehmen. Loch man hatte keine Befehle für ihn.
Pias Hand zitterte, als sie für einen Augenblick in der Rechten Acherns lag. Der merkte es nicht, er hörte nur immer noch im Geist ein bezauberndes Mädchenlachen. Er sah ein schönes, stolzes Gesicht mit großen, dunklen Augen, lind doch wußte Harry von Achern auch jetzt ganz genau, daß es nur eine wilde, begehrende Leidenschaft war, die sich seiner bemächtigt hatte. Eine große, reine Liebe war es nicht. Die würde kaum jemals in sein Leben kommen. Dazu war er auch gar nicht geschaffen. Er konnte nicht immer nur anbeten, — er mußte besitzen!
Oben in Harrys Schlafzimmer wartete trotz gegenteiligen Befehls Joseph Wimpert und legte seinem Herrn alles zurecht. Harry von A.^ern lachte plö^lich. Es war ein lautes, jungenhaftes, frohes Lachen.
„Ra, alter Knabe, möchten wir zwei nicht endlich mal ans Heiraten denken? Ich meine doch, es wird Zeit für uns beide", sagte er aufgeräumt zu dem treuen Alten.
3n Joseph Wimperts ewig beleidigtem Gesicht verzog sich keine Miene. Er sah seinen jungen Herrn nur vorwurfsvoll an und meinte dann bedächtig:
„Gnädiger Herr, von mir wollen wir nicht reden. Ich werde das lieber bleiben lassen. Ader für gnädigen Herrn wird es höchste Zeit. Eine junge Frau fehlt im Schloß. Das gnädige Fräulein Pia —" Er schluckte und sah seinen Herrn hilflos an.
Der verstand, lieber sein soeben noch lachendes Gesicht ging ein Schatten. Doch dann sagte er gleichgültig: , . „ w .
„Hast Angst um das gnädige Fraulern? Rein, Alter, sie würde trotzdem, ich meine, trotz meiner Heirat im Schloß bleiben, solange sie selbst es will."
Da senkte Joseph Wimpert den eisgrauen Kopf. I Er hatte auch verstanden. Rach einer Weile ging | er hinaus. Harry von Achern aber lachte ärgerlich hinter ihm her und brannte sich noch eine Zigarette an, um seine Gedanken in andere Bahnen lenken zu können.
Edelgarde!
Seltsam war es, wie sie ihn gleich von An- fang an gefesselt hatte. Sonst war er eigentlich gewöhnt, die Frauen eine Zeitlang zu studieren. Das war hier ganz fortgefallen. Sie gefiel ihm auf den ersten Blick. Warum sollte er sich das nicht unumwunden eingestehen? Wie eine seltene, schöne Blume erschien sie ihm noch jetzt. Ihre Rücksichtslosigkeit, ihn ganz für sich in Anspruch zu nehmen, hatte ihn amüsiert. S.e vergab sich nicht das geringste, aber sie fragte auch nicht nach der Meinung der Menschen! Diese Eigenschaft war auch etwas wert. Etwas, was ihn anzog.
Er trat ans Fenster, sah in die warme Sommernacht hinaus. Es war schon spät, trotzdem fühlte er keine Müdigkeit. Kein Gedanke ging zu Pia, die in ihrem Zimmer stand, mit großen, angstvollen Augen um sich blickte und sich verzweifelt fragte:
„Was soll nun werden? Ich liebe Harry, wie nur eine Frau einen Mann lieben kann: er aber liebt diese dunkle Schönheit, die er bisher ebensowenig kannte wie sie." So schnell also verschenkte Harry von Achern seine Liebe!
Pia Eichendorff kauerte dann noch lange in einem der tiefen Sessel und grübelte darüber nach, wie es denn werden foll?, wenn Harrys jung? Frau hier einzog. Wenn sie sehen mußte, wie lieb er sie hatte, dann würde ihr Schloß Achern zur Hölle werden. Dabei kam ihr nicht einmal der bittere Gedanke, daß sie durch seine Schuld von vielen Freuden der Jugend ausgeschlossen war. Sie wußte nur, daß sie eines Tages von Achern fort mußte. Wohin dann?
Fünftes Kapitel.
Es gab jetzt viel Arbeit in Achern und auf den umliegenden Gütern. Die G.selligkeit konnte beim besten Willen nicht des öfteren gepflegt werden. Trotzdem machte Harry von Ahern sich oft frei und ritt auf ein Stündchen nach Gollwem hinüber. Er wurde dort stets mit größter Herzlichkeit von Herrn Augsten und dessen Töchtern empfangen. Unb der wußte ganz genau, daß er nur um Edelgardes willen kam. Eine dunkle Glut erfüllte ihn für das schöne Mädchen. Ihre Augen lockten und glühten ihm dieselbe Sehnsucht entgegen, die in ihm war, doch ihr Mund sprach oberflächliche Worte. Sie machte ihn toll, das fühlte er immer mehr. Dennoch war etwas in ihm, Vas ihn warnte. Er hätte sich selbst verlachen mögen, doch es war so. Rach und nach kam eine gewisse Ruhelosigkeit über ihn. Seine großen, dunklen Augen blickten jetzt meist finster, und er
I fand daheim nur noch wenig Zeit für ein Plau- | derstündchen mit Pia und Frau Horlinger. Pia
b'mcrfte es und senkte tief den blonden Kopf. Sie streifte nun in Gesellschaft Frau Horlingers viel in der Umgebung umher. Einmal schritten sie einen schmalen, langen Waldweg bahn, und als sie aus dem Wald heraustraten, da standen sie dicht vor dem alten, schönen Schloß Hohen- brück. Die Rosen rankten sich über die hohe Mauer. Ein ';em und Jubilieren war im Park, das Zirpen der Grillen tonte herüber, und irgendwo schlug die Amsel im Gebüsch. Pia überkam ein kindliches Verlangen.
„Liebe Frau Horlinger, ich mochte so gern einmal in diesen verwunschenen Park hineinsehen. Es ist das Besitztum des alten Herrn von Hohen- brüd. Es ist doch weiter nichts dabei, ist kein Verbrechen."
Frau Horlinger hegte Bedenken. Es konnten Hunde im Park fein. Sie würden durch ihr Gebell jemanden herbe.locken, und das würde bann sehr unangenehm für Pia fein. Am Gemäuer stand eine alte Holzbank, und Pia kletterte mühsam hinauf, wobei sie sich auf die SMtem der alten Dame stützte. Sie sah über die Mauer. Atemlos schaute sie in dieses Blumenparadies. Eine ganze Weile blieb sie so und konnte sich nicht losreihen von dem Anblick dieses blühenden, verwunschenen Gartens. Da wandte sie wie magisch angezogen den Blick nach rechts, und sie blickte gerade hinein in das verwitterte, böse Gesicht eines alten Herrn. Drohend hob er beide Fäuste gegen sie und bewegte den Mund, als ob er etwas sagen wolle, doch lein Wort klang zu Pia herüber. Sie blickte wie erstarrt in diese funkelnden Augen und glitt bann langsam von ber Bank herab.
Frau Horlinger sah erschrocken in das blasse Gesicht.
„Was war denn, Kind? Warum sind Sie so blaß?"
Pia schob den Arm durch denjenigen Frau Horlingers, zog sie hastig weiter und sagte dann:
„Ach, ich bin nur so erschrocken. Da hat mich ein alter Herr so furchtbar angesehen. Ganz entsetzlich war dieser Blick. Herr von Achern erzählte mir einmal, daß der alte Herr alle Menschen haßt. Was mag die Welt ihm getan haben, daß er so verbittert werden konnte?"
Die alte Dame konnte ihr natürlich keine Auskunft geben. Pia blieb ziemlich schweigsam auf dem Rachhauseweg. ülnterwegs trafen sie bann noch den Iagbwagen aus Gollwem, ber bie brei Schwestern von ber Stabt zurückbrachte. Man sprach ein paar sreunbliche Worte miteinanber, unb bann fuhr bas Gefährt weiter.
Der neu angelegte Tennisplatz hinter bem Herrenhaus von Gollwem war der Vermittler, daß Harry von Achern jetzt meist gegen Abend herüberkam, um den Partner für Edelgarbe abzugeben. Sie spielte vorzüglich, und ihre schöne, schlanke Figur flog graziös über den Platz, nur feiten einen Ball durchlaffend. Sie war sehr stolz auf ihr Können unb erzählte mit glänzenden Augen, daß sie in Köln einmal der deutschen
Meisterin gegenübergestanden si 'e, all, sie zu Besuch einer Tante in der froj.n, rheinischen Stadt weilte. Ingeborg und Franziska lachten zutraulich zu Achern herüber, flüsterten sich etwas zu und huschten bann davon. Drüben tauchten nämlich die beiden Herren Brcnden auf, bie lebenslustigen Söhae des Großindustriellen Dren- den, der sich hier das alte Jagdschloß des Fürsten Ottern gekauft hatte unb befjen Söhne hier bem Iagdfport hulbigten. Seit sie aber bie beiben blonden Mäbel gesehen hatten, war für sie ber Jagdsport Rebensache geworden. Mit lauten Scherzworten wurden sie jetzt bort brühen empfangen.
Achern war mit Ebelgarbe allein. Wochen lagen zwischen heute unb bem Tage, an bem sie sich tcnnenlemten. Unb immer heißer, immer begehrender war in ihm bie Leibenschaft für bas schöne Mäbel emporgeloht. Schlank unb ges hmei- dig ftanb sie neben ihm, wie in leichter Derlegen- hllt auf ihren Tennisschläger blickend. Die Augen Acherns brannten auf bem schönen, bräunlichen Gesicht des Mädchens. Was hatte es denn für einen Zweck, noch länger zu werten?
Ganz tief beugte er sich zu ihr.
„Gdelgarde, ich liebe Sie!"
Sie stand regungslos, ein leichter Taumel ging über sie hin. Sie hing dem Klang ber leiben» schriftlichen Männerstimme nach. Er faßte ihre Hand. Langsam hob sie die bunflen Augen zu ihm. In diesen Augen lag bie Antwort. Da küßte er den ihm entgegenblühenden Mund. Drüben standen sie staunend da, schrien bann laut: „Wir gratulieren!“ unb kamen gerast, um den Verlobten bie Hänbe zu schütteln. Stolz unb strahlend nahm Edelgaroe bie Glückwür.sHe entgegen. Harry von Achern aber sah im Geist ein Paar seltsame, bunielblaue Augen, einen herb geschlossenen Mäbchenmur.b. Da schmiegte Ebel- garde sich an ihn, und sein Arm legte sich um sie. Langsam gingen sie bem Schlosse zu.
Herr Augsten gab natürlich gern feinen 6'gen. Sein vieles Geld und der alte Ache rusche Rame paßten sehr gut zusammen. UebrigenS hatte er das längst gewußt, daß es so kommen würde. Seine Wünsche waren im Leben überhaupt stets in Erfüllung gegangen, sogar ber, baß seine Frau ihn eines Tages verlieh, nachdem sie ihm durch ihre Launen und ihr unbeherrschtes Wesen das Leben jahrelang zur Hölle gemacht hatte. Edelgarde hatte vieles von ihr, unb es war gut, daß ihm Achern die Sorge für sie abnahm. Die anderen beiden Mädel waren gutmütige, lebensfrohe Geschöpfe, die würden ihren Weg schon machen. Die konnten auch in Gottes Ramen noch recht lange hier bei ihm in Gollwem bleiben. Herr Augsten war also ganz zufrieden, ließ Sekt aus bem Keller holen unb feine Hausbame stellte mit fabelhafter Geschwindigkeit ein Diner zusammen. So sah man bann in hellen Tennisanzügen bei Tisch und feierte Dorverlobung.
(Fortsetzung folgt.)
Wäsche kaufen? Keine Bange, Wäsche hält noch mal so lange, und das Waschen ist so leicht, wenn mit BURNUS einqeweicht.
Die grosse schmutzlösende Wirkung des BURNUS beruht aut seinem Gehalt an Enzymen Id. s. Verdauungssäfte). Diese Enzyme haben die Eigenschaft, den Schmutz gleichsam zu verdauen, können aber ihrer ganzen Natur nach niemals die Wäschefaser angreifen. BURNUS ist in einschlägigen Geschäften erhältlich in Dosen zu 20 und 49 Rpf. Interessante Druckschriften über das einfache und billige BURNUS-Wosch- verfahren kostenlos durch die AUGUST JACOBI A.G., DARMSTADT
Lichtspielhaus
Samstag aftSdiluß!
Elisabeth Berg ner
und Rudolf Forster in
126 C
Der träumende Mund
Handel- u. Gewerbelreihende, Hansbesitzer, Hausirauen!
Fleisch- und Wurslwaren
415D
Unkostenbeitrag 30 Pfennig
427 A
EIN GUTER BROTAUFSTRICH
414 A
Zwei für Eins
Vollheringe
5 stück 19
MilchnerHeringe 3 stock 24
Filialen in allen Stadtteilen
Mastfleisch, prima QuaL, mit Beil, Pfund 0.50
Ochsenfleisch, allerb.Qual.,m.Beil. Pfund 0.75
Warenabgabe nur an Mitglieder Jedermann kann Mitgl ed werden
Besondere Gelegenheiten in Schreibmaschinen bei
Niederhausen
Seltersweg 17,1. Stock v.
Kleiderhaus Köhler^^u
Anzüge Mäntel Hosen Sport- und Berufs- Kleidung Knaben- Kleidung
Einpacken, das muß am schnellsten neben. Auf jeden Verkäufer kommen oft zwei Kunden. Unsere Verkaufs räume sind beschränkt für den Käuferandrang, denn im Inven ur-Verkauf merkt man es. Oft erhalten Sie zwei Bekle dungs-Stücke für eins. Nehmen Sie nur wenig Geld mit, um Ihren Bedarf zu decken.
Unsere Läoer schrumpfen. Kommen Sie schnell zur größeren Wahl.
Kalbfleisch, Hals und Brust
Kalbfleisch, Keule
Schweinebauch mit Beilage
Kommen Sie daher noch in diesen letzten Tagen und Sie sind erstaunt über unsere Leistungsfähigkeit! —
Pfund 0.68
Pfund 0.73
Pfund 0.70
S&F-Sparmarken auf alle WarenI
406 A
Auch Mallbekleidung ist während des Inventur-Verkaufs stark im Preise herabgesetzt!
37" A
Am Freitag, den 20. Januar, abends 8.30 Uhr, spricht
Herr Bareis, Auerbach
im Saale des Cafä Leib über
Steuergutscheine, Bcschhftigungspräniie,
Hausreparatur, Warenhaus und gewerblichen Mittelstand
KampffiemeiDSdian zur Erhaltung des gewerblichen Mittelstandes
Der Erfolg meines diesjährigen Inventur sVerkaufs hat uns bewiesen, dab wir damit ins Schwarze getroffen haben, denn:
Nur einmalig
lind diele Rieten s Vorteile!!
vom
Konsumverein Gießen und Umg. e.G.m.b.H.
KOHLER
Herren-und Knabenbekleidung, GIESSEN, Seltersweg
Was ist „Mattas“?
„Mattas“ ist ein Distrikt im südamerikanischen Staate Brasilien. Mattas-Gewächse sind Brasiltabake einer besonders gepflegten Art. Dieser ausgesuchte Qualitätstabak aus der Wunderernte 1930 gibt dem Villiger 10 Pfennig- , Stumpen das eigenartig Prik- kelnde, das den Villiger von allen anderen Stumpen un- terscheidet.
Villiger-Stumpen
sind etwas Besonderes!
Preislagen 8, 10 und 15 Pfg.
Fabriklager Fraikfurt a. HL, flr. Eschenheimer Str. 85, Tel. 86615.
IAstoria-Lichtspiele
Heute bis Sonntag einschließlich
HANS ALBERS
Der Draufgänger
■ mit Martha Eggerth, Gerda Maurus
Ernst Stahl-Nachbanr, Senta Soene'.and Albers plus Eichberg: zwei urwüchsige Typen.Albers.starker Junge, blitzender Blick, strammer Schritt, rauhe Stimme, strotzend v. Volkstümlichkeit. Beifall.. Beifall.. Beifall.. 8Uhr-Abendblatt
I ferner: Gutes Beiprogramm! i25C
Stadttheater
Gießen 8l(lü
Freitag, 20. Ian., 20—22.15 Uhr
15. Freitag-Abonn.
1 Gewöhn!. Preise.
I Politik der
Weiberröcke.
Komödie in 3 Akten von Neil Grant.
Zuckerrüben-Sirup EA
gsr. rein Pfd.-Paket 28, 2-Pfd.-Eimer
Gemischte Fruchtmarmelade aß
2-P und-Eimer 74 ausgewogen Pfund "TV
% Pfd. 0.14 y4Pfd 0.14 y4Pfd. 0.25 y4Ptd. 0.27 ’/4Pfd. 0.28
Hausmacher Leberwurst
Hausmacher Blutwurst .
Preßkopf
Bierwurst
Schinken, gekocht
Fleisckriaii! MmKMeW $10.301.40 PL
Ernst Fleck Dckübensfr. 3 0399 MM
Morgen Freitag ab ^Ubr ei* WpeM I MM Waloniflge Suche Mk. 3000.— auf I. Hypothek auf Ländereien i. heut. Werte von zirka Mk. 12000— im Kreise Gießen. Schr. Angebote unt. 429D a.d.G.A. erb.
Entlaufen dunkellockiger Hirtc- hund (Barry), geg. Belohn, abzugeben I loh. Stein, Kesselbach
I—I20.1.20Ü. Reichs- gr.-F. L T, <07P
BEI S*F KAUFEN
<U*W/ TKukt j /
■ > '


