Ausgabe 
18.2.1933 Erstes Blatt
 
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deS Kreisamts im neuesten Amtsverkündigungs- blatt wird darauf aufmerksam gemacht, daß sich jedermann strafbar macht, der einen Hund in fremdem Jagögetnet bei sich yat und ihn außer- halb der erlaubten Verbindungswege, über 100 Schritt von diesem entfernt, frei Herumlaufen läßt. Zuwiderhandelnde sollen unnachsichtlich zur Anzeige gebracht werden.

CBtebmärlte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindvieh-(Vutzvieh-)Markt statt, am Mittwoch wird Schweinemarkt abgehal­ten. (Siehe beuHqe 'Be*anptr*iT*nini.)

Elternabend im GdA. Auf Einladung des Jugendbundes im Gewerkschaftsbund der An­gestellten, Ortsgruppe Gießen, hatten sich wie man uns berichtet die Teilnehmer des vor weni­gen Wochen durchaeführten Berufswettkampfes im Kaufmännischen Vereinshaus zu einer schlichten Feier eingefunden. Der Vorsitzende wies auf die Bedeutung der Berufswettkämpfe für den kaufmän- Nischen Nachwuchs hin und gab der Hoffnung Aus­druck, daß es im nächsten Jahre gelingen möge, noch eine größere Anzahl Jugendlicher für die Be­rufswettkämpfe zu interessieren. Im weiteren Ver­lauf des Abends überbrachte Dr. Wendel, Direk­tor der Kaufmännischen Berufsschulen, den aus den Wettkämpfen hervorgegangenen Siegerinnen und

Siegern seine Glückwünsche und wies auf die Not­wendigkeit hin, in Fachgruppen, Scheinfirmen und Berufswettkämpfen die Tüchtigkeit der faufmänni- schen Jugend zu erproben und zu vertiefen. Die Dar­legungen des Redners losten bei den Zuhörern star­ken Beifall aus. Mit lebhaftem Interesse wurden auch die Ausführungen von Dr. R o 11 e n b a ch e r, Berufsberater des Arbeitsamtes Gießen, angenom­men. Der Redner schilderte Einzelheiten aus seiner Berufspraris und stellte fest, daß gerade in den kaufmännischen Berufszweigen außerordentliches Ueberangebot vorhanden sei. Deshalb müßten die­jenigen, die sich noch in Arbeit befinden, und vor allen Dingen die kaufmännische Jugend, danach trachten, im beruflichen Können zu erstarken, nach Mitteln und Wegen suchen, um sich für die hohen Anforderungen, die heute gestellt werden, zu quasi, fizieren. Dazu werde durch die von den Verbänden organisierten Scheinfirmen und Berufswettkämpfen eine sichere Grundlage geboten. Vom 2. Vorsitzenden konnten im Anschluß hieran mit Preisen bedacht werden: in Gruppe Ladengeschäfte Klasse I l Sieger, Klasse II 1 Sieger, Klasse III 1 Sieger; in Gruppe Kontoren Klasse I 2 Sieger, Klasse III 6 Sieger. Nach einem kurzen Schlußwort des Jungenschaftsführers fand die Feier ihren Abschluß

Oie hessische Foriitvtttschast im Dienste der Arbeitsbeschaffung.

Am Dienstag fand in Gießen eine Sitzung der oberhessischen F o r st b e z ir k s - gruppenGießen und Alsfeld, in denen sämtl che oberhess.sche staatliche Forstämter zu­sammengeschlossen sind, in Gegenwart des Chefs der Hess. Etaatsforstverwaltung, Landforstmeister Dr. h. c. Hesse, statt, um sich in eingehender Aussprache mit der Frage der öffentlichen Ar­beitsbeschaffung zu befassen. Auch Vertreter der größeren Privatforstverwaltungen Oberhessens nahmen an dieser Tagung teil.

Die Verhandlungen wurden durch einen Vor­trag des Vorsitzenden des Arbeitsamtes Gießen, Degierungsrat V u e s . eingeleitet. Vach Dar­legung der unheilvollen Auswirkungen, die di« langfristige Arbeitslosigkeit bei den von ihr be­troffenen deutschen Volksgenossen zeitigt, schilderte er die drei Möglichkeiten der öffentlichen Ar­beitsbeschaffung, nämlich im Wege des freiwil­ligen Arbeitsdienstes, der Votstandsarbeit und des Sosortprogramms der Reichsregierung im Gerekeplan. 3m freiwilligen Arbeits­dienst wurden Im Jahre 1932 in Oberhessen 524 Maßnahmen durchgeführt, für die Forde­rungsbeträge in der stattlichen Hohe von 1,8 Mil­lionen Mark an die Arbeitsdienstwilligen aus­gezahlt wurden.

Kn Hand von Briefen zeigte der Vortragende, welcher Hochschähung gerade der freiwillige Arbeitsdienst sich bei den Arbeitvdienstwilligen erfreut; mit Wehmut und Sorge sehen sie dem Ende einer begonnenen Maßnahme entgegen, das sie wieder dem entnervenden, den Lebens­mut und das Selbftberoufotfein untergrabenden Nichtstun überantwortet.

Wurde im Jahre 1932 der freiwillige Arbeitsdienst vor allem in der offenen Form durchgeführt, io ist für 1933 eine stärkere Bevorzugung der geschlossenen Form in Aussicht genommen Maßnahmen von mehr als 4000 Tagewerken sollen nur noch zur Durchführung in geschlossenen Lagern genehmigt werden. Bis jetzt sind bereits 48 solcher Lager für Oberhessen geplant Ist der freiwillige Arbeitsdienst im wesentlichen für Jugendliche unter 25 Jahren eingerichtet, so sind die N o t st a n d s a r b e i t e n berufen, älteren Arbeitslosen bis zu 13 Wochen in­nerhalb eines Jahres Beschäftigung zu geben, durch die auch eine Anwartschaft aus neue Unterstützung im Falle der Erwerbslosigkeit begründet wird, was beim freiwilligen Arbeitsdienst nicht der Fall ist. Nach dem Sofortprogramm (Gereke Plan) werden Darlehen durch die Gesellschaft für öffentliche Arbeitsbeschaffung und die Rentenbankkreditanstalt an Gemeinden und öffentlich rechtliche Verbände R, mit denen Arbeiten finanziert werden sol-

Meliorationszwecken, sowie der Erhaltung, Förderung und Verbesserung vorhandener Anlagen dienen sollen. Diese Darlehen sind erst vom 1 Juli 1935 an zu verzinsen und innerhalb 20 Jahren zu tilgen. Diese drei Formen der öffentlichen Arbeits­beschaffung sind in weitestgehendem Maß geeignet, der Arbeitslosigkeit entgegenzuarbeiten.

Landforstmeister Dr. H e s s e schilderte die g ü n- st i g e n E r g e b n i s s e , die die hessische Staats­forstverwaltung sowohl im Staats-, als auch im

Gemeindewald mit der Durchführung von Vot- standsarbeiten und mit dem freiwilligen Arbeits­dienst im vergangenen Jahr erzielt hat

Gerade der freiwillige Arbeitsdienst muh bei dem derzeitigen Mangel an Krediten in weitest­gehendem Maß herangezogen werden, ins- befondere für den Ausbau und die Unterhaltung des Degnehes in den Waldungen; sind doch die für diese Zwecke im Staatswald zur Verfügung stehenden Mittel von 450 000 auf 125 000 UM herabgesetzt worden Aber auch der Gereke-Plan soll zur Durchführung der notwendigen Weg­bauarbeiten im Staatswald dienen

Man hofft, falls die beantragten Mittel seitens der Rentenbankkreditanstalt bewilligt werden, in Hessen etwa 70 Kilometer Veubautenaus diesem Wege durchführen zu können.

3n der eingehenden Aussprache kam der ein­mütige Wille sämtlicher Forstamts- vor stände zum Ausdruck, ihre gesamte Kraft zwecks Ausnutzung der in den hessischen Waldungen in reichstem Maß vorhandenen Ar­beitsmöglichkeiten einzusehen und damit ihr mög­lichstes beizutragen zu der Gesundung und zum Wiederaufstieg des deutschen Volkes

Kircke und Scvuie.

Dekanatskonferenz der evangelischen Geistlichen des Dekanats (Stehen.

Die erste Konferenz des neuen Jahres trat am Freitag im Markussaal zu Gießen unter Vorsitz von Dekan G u ß m a n n, Kirchberg, zu­sammen, der nach Schriftlesung und Gebet durch Pfarrer Müller Großen-Buseck, die Anwesen- den begrüßte, darunter besond.rs den Super­intendenten D. Wagner- Herzlich zu feinem 87 Geburtstag (18. F b uar) beglückwünscht wur^e der Vestor der Konferenz, Kirchenrat Strack, Gießen. Vach verschiedenen dienstlichen Mit­teilungen hielt Pfarrer Müller Grohen-Duseck, ein Referat überMischehenproblem und ihre seelforgerliche Behandlung". Die schon immer und in allen Religionen empfundene Mischehen- not ist ein ernst zu nehmender Ausschnitt der Chenot überhaupt; sie ist sogar eine Volksnot gerade im deutschen Volke mit seiner starken kon­fessionellen Mischung; es gibt heute über 500 000 Mischehen in Deutschland. Besonders behandelt wurde die evangelisch-katholische Mischehe. Leben­diger evangelischer Glaube sei der beste Schuh in der Mischehe; je lebendiger die Gemeinde, desto besser die Mischehenhilfe. Den kirchlichen Ver­einen falle hier eine besondere Aufgabe zu. Die Besprechung des interessanten Referats soll in der nächsten Konferenz stattfinden.

Kirchenvorstehertagung in Okarben.

* Ofatben, 16. Febr. Die südoberhessi- fche Dorskirchenvereinigung veranstal­tete am Montag ihre erste dieswinterliche Kir­chenvorstehertagung in unserer Gemeinde.

DasKlugzeug-Mutterschiff" für den Knrova-Eüdamenka-postdkenff.

DieWestfalen', em Lwyddampfer, der von der Lufthansa umgebaut wurde, hat seine erste Probefahrt als künftigerFlugzeug-Stützpunkt" zurückgelegt. Der Dampfer wird im Südatlantik verankert werden, wo er. die von Europa kommenden Lufthansa-Flugboote mittels Stausegel und Kranen an Bord nehmen wird. Die Flugzeuge können sich dann auf dem Dampfer mit Brennstoff und Proviant versehen und mit Hilfe eines Katapults zum Weiterflug nach Südamerika starten. Unser Bild zeigt dieWestfalen" mit einem Flugzeug, das soeben mit Hilfe des Riesenkrans (rechts) vom Wasser an Bord gehoben wurde.

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3m Mittelpunkt der Tagung standen Festgottes­dienst und Vortrag. 3m Festgottesdienst predigte Superintendent, Oberkirchenrat D. Wagner. Chore der Schüler und des neugegründeten Kir- chenchors, sowie Sologesänge verschonten den Got­tesdienst. Den Vortrag hielt Professor Lic. Stroh (Friedberg) über die Frage:Die seelsor­gerische Aufgabe der Kirchenvorsteher in der Ge­meinde". Er verstand es, diese Aufgabe aus der Bibel, der Kirchenverfassung und dem eigenen Ge­wissen zu begründen und Wege zu zeigen, wie

Heist der Wmternothilfe!

solcher Dienst praktisch geübt werden könne. Prä­lat D. Dr. Dr. Diehl fand Worte der Aner­kennung für die von der Dorfkirchenvereinigung geleistete Arbeit. Der Sonntag wurde zu einem Festtag für die Gemeinde, der ein Festgottes- dienst und eine Gemeindefeier geboten wurde. 3n ersterem predigte Pfarrer B e r n b e d (Stockhausen), in letzterer sprach außer dem Vor­sitzenden der Dorfkirchenvereinigung, Dekan Scriba (Vidda), hauptsächlich Pfarrer Lange aus Frankfurt, der es verstand, dielebendige Gemeinde" aus seiner reichen Erfahrung in Land und Stadt und die von der Großstadt kommenden Gefahren zu schildern. Beide Feiern wurden durch musikalische Darbietungen ve^chönt. Die süd­oberhessische Dorfkirchenvereinigung wird am 27. Februar noch eine zweite gleiche Tagung in D all­er n h e i m abhalten.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 19. Februar, 17 bis gegen 22.15 älhr:Parsifal". Montag, 20., 20.00 bis gegen 23.00;Der Postillon von Lon- jumeau" undDie Puppensee". Dienstag, 21., 19.30 bis 22.45:Die Csardasfürstin". - Mitt­woch, 22., 20.00 bis nach 22.30:Der Barbier von Sevilla". Donnerstag, 23., 20.00 bis 22.45: Cavalleria rusticana" undDer Bajazzo". Freitag 24.; Geschlossen. Samstag, 25., 18.30 bis nach 23.45:Parsifal". Sonntag, 26., 14.30 bis 17.30:Der Freischütz". 1930 bis 22.45: ..Die Csardasfürstin". Montag, 27.: Geschlossen.

Schauspielhaus. Sonntag, 19. Februar, 11.30 Tlhr: Vortrag von Dr Bernhard Diebold: Vom Drama zur Szene". 15.30 bis nach 17.45: Moral". 20.00 bis gegen 23.00:Lulu". Montag. 20., 15 30 bis 17.30 (geschlossene Vor­stellung für Erwerbslose):Der mutige See­fahrer". 20.00 bis 22 30:Kollege Crampton". D.enstag, 21., 20.00 bis nach 23.00:Lulu". Mittwoch 22., 20 00 bis 22.30:Kollege Crarnp- ton. Donnerstag, 23., 20 bis 22.30:Arnphi-

tryon".. Freitag, 24-, 20.00 bis nach 23.00:

Lulu". Samstag, 25., 20.00 bis nach 23.00:

Lulu". Sonntag, 26-, 1600 bis nach 18.15:

Moral". 2000 bis 22.30:Amphitryon". Montag, 27., 20.00 bis gegen 23.00:Die 3nur- naliften".

Briefkasten der Redaktion

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Sdjrittleitung i

S. Ar. Wenden Sie sich an die Siedlerberatungs­stelle Franifurt a. M, Mainkai 13. Leiter der Sied­lerberatungsstelle ist Dr. R i ß.

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Evangelische Gemeinden.

Sonntag, den 19. Februar. Sexagesimae.

Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker, 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfr. Becker; 17: Pfr. Muhr Dohanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld, 11: Kinder­kirche für die Johannesgemeinde, Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbefprechuna, Pfarrassi- stent Knell. Kapelle des Alten Friedhofs. 9J0: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. pelruskapelle. 9.45: Pfarrasfistent Knell. Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 11: Kinder- gottesdienst. Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 13. Kindergottesdienst. Dieseck. 9.45: Hauptgot- tesdienst; 11. Kinderkirche. Aiten-Buseck. 10: Got­tesdienst; 13; Kinderkirche Großen-Buseck. 10.30: Gottesdienst. Oppenrod. 13: Gottesdienst. Kirchberg. 10: Kirchberg. 18.30: Mainzlar. 13.30: Daubringen. hauscn-Garbenteich. 10: Garben- teirf). 13: Hausen. Watzenborn-Steinberg. 13: Haup'^ottesdienst; 14: Kinderkirche Grüningen. 10. Hauptgottesdienst. Lich. 10: Missionar Sauf; 17.45; Kindermissionsgottesdienst; 20.15: Missions­gemeindeabend in der Kirche.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 18. Februar, Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, den 19. Februar. Sexagesima.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- digt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. Laubach. 10: Hochamt mit Predigt, 14.30: Vortrag und Andacht. Lich. 10: Hochamt mit Predigt, 20: Vortrag und Andacht. Vidda. 830: Hochamt mit Predigt. Schotten. 10.15: Hochamt mit Predigt.

Mittwoch, den 22. Februar.

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