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17.11.1933 Zweites Blatt
 
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ßreitag, 17.November 1955

Gtetzener Anzeiger (Seneral-Anzetger für Gberheffen)

Nr. 270 Zweites Blatt

Eine Lbrenwacke an dem Grab von Karin ©Dring

des

Sochschulnacknckten.

Der preußische Kultusminister ernannte den Di­rektor Professor Dr. ch a h n e zum ordentlichen Pro­fessor für deutsche Volkheitskunde an der Luther-Uni- oersität ch a l l e - W i t t e n b e r g. Die Ernennung wurde als Anerkennung der Arbeiten Dr. chahnes für die Erneuerung unserer völkischen Grundlagen und für Vertiefung der vorgeschichtlichen Forschungen gekennzeichnet.

Die Ausgaben des Luthertums in der Welt

Deutschland Vorkämpfer gegen die Gottlosenbewegung.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichsarbeitsminister weist darauf hin, daß der Bund Deutscher M i e t e r v e r e i n e EV. in Dresden als einzige Spitzenorgamfation der deutschen Mieterschaft anerkannt ist. Die zur Zeit noch bestehenden und dieser Spitzenorganisatwn nicht angehörenden Mieterorganisationen werden aufaefordert, sich dem Bund Deutscher Mietervereine a n z u s ch l i e ß e n. Die Auflösung des Reichs- bundes Deutscher Mieter in Berlin steht bevor.

*

Mit Rücksicht auf das Ergebnis der Reichstags­wahl und Volksabstimmung, das die Geschlossenheit des deutschen Volkes in so überwältigender Weise bekundet hat, hat der hamburgische Senat im Einvernehmen mit dem Reichsstatthalter ange-^ ^Td) verwandelt. Er reibt dauernd an seinem glatten Kinn herum und lacht, wenn er in den Spiegel sieht. Herbert sitzt über meinen Büchern, er spielt Chopin, so gut wie früher er hat ja seine zarten Hände behalten. Eine Woche ist er nun da.

Jetzt ist es an der Zeit, mit ihm zu reden, Agnes und ich beraten in aller Stille, wie wir es an­fangen sollen. Wir müssen vorsichtig sein, Herbert ist empfindlich und eigensinnig wie em kleines Kind.

Bleib den Winter über hier", bitten wir,ruhe dich aus, das Land ist gut und das Haus ist warm. Vielleicht kannst du etwas beginnen."

Er schüttelte den Kopf. Wir dringen in ihn.Ich wills versuchen", verspricht er schließlich.

Aber am Sonntag in aller Frühe steht er in seinem alten Mantel, den Rucksack am Arm, vor uns.Ich muß fort." Das ist seine ganze Erklä­rung. Er wendet sich ab, und ich sehe, wie er sich über die Augen fährt. Ich weiß, daß Zureden nichts hiltf. Er ist ruhelos wie der Herbststurm, er muß fort, ich glaube es ihm.

Ihn bis zur Kirche begleiten, das ist alles, was ich tun kann. Es ist wieder ein Morgen, ein grauer, wie damals, als er kam. Bei der Kirche schüttelten wir uns die Hände, wer kann da reden? Ich sehe, wie er in den Rebel stampft, der sich hinter ihm schließt, wie ein großes Tor.

Ich komme wieder", hallt seine Stimme. Es ist, als töne sie aus einem dumpfen Gewölbe, schon ganz fern, schon ganz unwirklich, als wäre er nie dagewesen.

Fenster. Wir brechen bald auf. Wir, Herbert und ich, gehen in den Wald, tief hinein in das braune Farbenmeer. Ein Eichkätzchen huscht vor uns her, stellt sich lauschend auf die Hinterpfötchen bei unserm Pfiff und springt, da wir uns nähern, auf den nächsten Baum. Unsere Füße versinken tief im modrigen raschelnden Laub. Es ist Friede ringsum, und die Sonne wärmt. Sie kann ungehindert zu uns denn die Bäume sind fast kahl. Wir atmen die traurige Luft des herbstes ein, aber wir sind froh. Wir sitzen auf zwei Baumstümpfen einander gegen­über und tauschen Erinnerungen aus, an tue Schule, an die Landarbeit während des Krieges, an die Wandervogel- und Studentenzeit. Biel ist indessen geschehen, wir sind Männer geworden, wurden Herumgetrieben und haben manche Hoffnung zu Grabe getragen. Aber der Augenblick ist gut, diese Rast zu zweit, denn die Zeit gilt nichts zwischen den uralten Stämmen, und der Wald hat nur em Hohnlachen für eine Spanne Jahre, er loscht sie aus und überdauert sie, diese und jene und alle die kommen werden. Ja, plötzlich ist es uns als seien wir noch Schulknaben, lustige, rosige, rote damals, als unser Übermut keine Grenzen kannte, und wir uns eines Tages aufmachten, an die Nordsee zu wandern, aber in Magdeburg bereits von der Po­lizei ergriffen und auf unrühmliche Art heim- befördert wurden.

Nun ist der Wald hinter uns, das Gelände fallt steil ab und wir haben eine tiefe Sicht über Aecker und Weiden. Der Wind hat sich losgemacht und pustet uns in unsere bloßen Nacken. Er berühr unsere Ohren wie eine zärtliche Hand, die etwas von uns will. Wir machen einen guten Marsch, stoßen die Fäuste m die Hosentaschen und gehen drauflos, pfeifen:

Stich und hieb und ein Lied muß ein Landsknecht haben...

Wir reden nichts mehr, aber dieses Gepfeife bindet uns mehr, als das längste Gespräch. W gehen über die Talsperre heim, mitten durch die schöne braune Landschaft. Unten rast das Wasser,

bl. SchlM.ln.Mr egen un- CS\ot^en4an.älnVn8X£nsffir Mannsfresser", sagt sie. .

Herbert hat einen Rock von mir angezogen, einen städtischen blauen, der ihn gut kleidet. Seme Wan­gen werden voller, sein Gesicht ift ausgeruht, und die Augen haben wieder den alten Glanz. Einmal, morgens, tritt er ohne Bart in unsere Stube. Wir hatten uns schon an ihn gewohnt, und nun hat er

haben inzwischen auch die Gaue Groß-Hessen, Hamburg und Wuppertal der Glaubensbewegung Deutsche Christen sich dem Protest gegen die ber­liner Kundgebung angeschlossen und sich u n e i n geschränkthinterdieKundgebungdes Reichsbischoss g e st e l l t. Als erste unter den Regierungen der Landeskirchen hat die wärt« temb ergische Kirche durch ihren Landes- bischof Wurm das entschiedene Eintreten des Reichs- bischofs für die Unverletzlichkeit des Bekenntnisses begrüßt und die Erwartung ausgesprochen, daß der Reichsbischof alles tun werde, um Kirche und Glaubensbewegung von Strömungen frei zu halten, die die heilige Schrift als Grundlage der evange- lischen Kirche antasten. Besonders bemerkenswert ist ein Telegramm, das der Vorsitzende des Fakultätentages der evangelisch-theologischen Fakultäten in Deutschland, Professor Dr. Hans Schmidt, an den Reichsbischof gerichtet hat, m dem er die Versicherung abgibt, daß in einer solchen Lebensfrage der Kirche die deutschen evan­gelischen Fakultäten geschlossen hin- ter dem Reichsbischof stehen.

Dieses einmütige Echo ist ein zwingender Be­weis dafür, daß die Erklärung des Reichsbischofs gegen die Irrlehren nur das zum Ausdruck bringt, was die überwältigende Mehrheit des evangelischen Kirchenvolkes empfindet. Der Reichsbischof hat hier nicht mehr als der Anwalt einer bestimmten kirchenpolitischen Gruppe, sondern als der unum­strittene geistliche Führer der gesamten Kirche gesprochen.

Neue Gckmelttriebwageu der 'Neichsbobn.

Ein großzügiges Fahrzeug-Beschaffungs» Programm.

Berlin, 16. Rov. (TU.) Die Deutsche Reichs- bahnaesellschaft hat soeben ein großzügiges Fahr- zeuq-Beschaffungsprograrnrn fertiggestellt. Es sollen bis etwa August 1934 w e i t ü b e r 1 0 0 s ch w e r e und leichte Schnelltriebwagen gebaut werden und in Dienst gestellt werden. Der weitaus größte Teil dieser Fahrzeugbauten entfallt auf leichtere Schnelltriebwagen für Nebenbahnen mit Höchstgeschwindigkeiten von 100 bis 110 Kilo­metern. Daneben wird aber auch eine ganze Reihe modernster Schnelltriebwagen in Ar­beit gegeben. In der Hauptsache handelt es sich hier um 4 Schnelltriebwagen vom Typ des

Fliegenden Hamburger", deren Ausfüh- runa im Vergleich zu dem schon im Betrieb be­findlichen Wagen dieser Art w e i t e r v e r b e s s e r t wird. Ferner sollen ausgeführt werden zwei Schnell- triebroagen mit je 1200 PS., die demFliegenden Hamburger" ähnlich sind, aber dreiteilig und mit 8 Achsen gebaut werden. Für ein weiteres Fahrzeug ist der K r u k e n b e r g - T y p maßgebend. Außerdem wird ein nach seinem Erfinder benann­ter Geißen-Schnelltriebwagen in Bau gegeben, der vierachsig und dreiteilig ist und eine Geschwindigkeit von 160 Kilometern erreicht. Schließlich sind noch zu erwähnen fünf sogenannte Doble-Triebwagen für 110 Kilometer Ge­schwindigkeit und vier Schnelltriebwagen mit Die- s e l elektrischer Kraftquelle.

Die Beamienanwarter aus der Ziviiversorgunq.

Berlin, 16. Nov. (BDZ.) Der Reichsinnen­minister hat einen Ueberblirf über die Zivilver­sorgung ausgestellt, der eine Bilanz der letz­ten zehn Jahre bis zum 31. Dezember 1932 i enthält. Danach sind in den Jahren von 1923 bis 1932 rund 117 000 neue Dersorgungsscheine für

Hannover, 16. Nov. (CNB.) Der Landes- bischos von Hannover, Abt D. Marahrens, empfing die Presse, um ihr Gelegenheit zu geben, die Aufgaben des Exekutivkomitees des Welt-Luthertums kennenzulernen. Bei dem Empfang im historischen alten Loccumer Hof waren verschiedene Mitglieder des Komitees, u. a. Direktor D Lo n g - Newyork, Rektor Professor Dr. Boe- Minnesota (USA.), Professor Dr. Joergen- Kopenhagen, Landesbischof D. Meiser - Nürnberg und Probst D. Be h r s s o n - Göteborg zugegen.

Landesbischof v. Marahrens begrüßte mit herzlichen Worten die Gäste und gab ein Bild von der Oekumenischen Bewegung, zu der auch der Lutherische Weltkonvent gehört. Er er­läuterte dann im einzelnen Ausgaben und Ziele des Konvents, der sich in erster Linie die Pflege des Luthertums und die Bereitschaft, allen Völkern auf der Grundlage des Friedens, der Ehre und Gleich­berechtigung zu dienen, zu eigen gemacht hat.

Die Mitglieder des Komitees äußerten sich im Anschluß an die Ausführungen D. Marahrens in warmen Worten der Anerkennung über all das, was sie in Deutschland und besonders in Hannover uxv nengelernt haben. Professor Boe- Minnesota sprach dann zur sozialen Frage, die, wie er erklärte, für die Vereinigten Staaten ein relativ junges Problem sei. Immerhin werde Amerika von den europäischen Einrichtungen vieles übernehmen kon-

Die Einkehr.

Kon Manfred (Sfurmann.

Morgens, sehr früh, pocht es an unser Tor. Es sind drei kurze Schläge die kenne ich doch/ Ich sehe hinaus und öffne. Vor mir steht em bärtiger Mann. Er steht im grauen Herbstnebel in feinen Mantel geröickelt, einen schweren Rucksack zu seinen Füßen. Unwirtlich ist es draußen, der Nebel zer­frißt die Umrisse von Häusern und Baumen der Wind weht die letzten Blätter herab, ein Rabe krächzt, als wäre es schon Winter.

Der Mann sagt einen Gruß. Jetzt erkenne ich ihn, Umarmung und Handschlag: es ist Herbert, der Freund, mein einziger vielleicht, der ewige Wande­rer. Er kommt Einkehr zu halten in unser Haus.

Im Ofen prasselt das Holz, und der Morgen­kaffee steht auf dem Tisch. Agnes schneidet das Brot und streicht die Butter, Herbert kaut schweigend. Er hat Mantel und Rock abgeworfen, er war hungrig und durchgefroren. Er atmet auf, fühlt sich gebor­gen, ich sehe es ihm an.

Langsam finde ich mich zurück in dieses Gesicht. Es ist das alte, aber zwei böse Falten gehen von den Wangen in den Bart, den rotblonden, der ihn mir so fremd machte. Seine Augen liegen tief in den höhlen, sie sind stumpf und müde. Die Hande, schmal wie früher, wie verstanden sie Bach und Chopin zu spielen! sind braun, erdfarbig gewor­den. Sie haben viele Risse und häßliche Nägel. Was hat er wohl durchgemacht, in welche Abgründe hinabgesehen während der fünf Jahre, da wir uns nicht sahen?

Die Stunden vergehen im Erzählen. Herbert war in der Welt. Er war in Brasilien, er hat in Berg­werken und auf den Farmen gearbeitet, er hatte gch angesiedelt, eine Hütte und etwas Land und etwas Bieh gehabt, er war vorwärts gekommen, aber eines Tages hat es ihn wieder gepackt. Um lumpiges Geld den ganzen Besitz irgendeinem Hals­abschneider verkauft, auf und davon, die Steppe durchwandert, die Städte, den Urwald. Monate herumgestrolcht, schließlich em Schiss bestiegen, und hier war er! Herberts Leben hat immer den glei- 4SieÄ©tunbTn vergehen - Herbert erzählt und findet kein Ende. Es wird Mittag und Vesper bald zünden wir die Lampe an, und ine Nacht ist da. Agnes und ich hören zu. Ein Windstoß von der fernen Welt ist in unsere stille Stube gekommen.

Am nächsten Tag ist das Wetter gut. Der Mor­gen grüßt mit hellstem Sonnenschein durch die

"Zeitschriften.

Im Novemberheft derZeitwende" (C. h. Beck, München) fleht neben Gründlers Betrachtung Das Lutherjahr 1933" die nicht die kirchen- politische, aber die innere geistige Lage und Auf­gabe der evangelischen Kirche klar und besonnen umreißt ein Aufsatz von Paul Althaus über Luthers, der die zentrale Botschaft des Reforma­tors von Glauben, Gewissen und der Gemeinschaft des Glaubens in die geistige Situation unserer Zeit hinemstellt. Luthers inniges, im tiefsten Grunde deutsches Naturleben vergegenwärtigt uns ein reiz­voller Beitrag von Willi Flemming überLuther und Paracelsus". Gottfried Brunner zeigt in dem AufsatzVon Revolution zu Revolution" in großer geschichtlicher Parallele Adolf Hitler als den Ueber= minder der Revolution von 1918, wie Napoleon die von 1789 und Bismarck die von 1848 überwunden hat nicht durchReaktion", sondern durch eine

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Landesbischof D. Meiser erläuterte die Bedin­gungen des kirchlichen Z u s a m m e n s ch l u s - s e s in Deutschland, der im Verlauf der nationalen Einigung erforderlich gewesen sei. Zwei Momente hätten dabei im Vordergrund gestanden: Erstens die uneingeschränkte Erhaltung des lutherischen Bekenntnisses, zwei­tens die Wahrung des historisch gewor- denen Eigentums der Landeskirchen. Das letzte Ziel des Einigungswerkes fei, in der Evangelischen Kirche ein charaktervolles Luthertum zu verankern. ~.

lieber das Verhältnis vonKircheundStaat sprach dann v. P e h r s s o n - Göteborg. Die G o 11- lojenbewegunq ist nach den Ausführungen D. Pehrssons und D. Joergens auch in den skan­dinavischen Ländern vertreten; beide Herren be­tonten das unbestreitbare V e r d i e n st des n e u e n Deutschland, gegen die bolschewistische Pro­paganda energisch Front gemacht zu haben. Deutsch­land habe dadurch den Untergang des Abendlandes verhindert. D. Pehrsson gab sodann seiner Bewunderung über die nationale Einigung und Volkwerdung Deutschlands in herz­lichen Worten Ausdruck.

Für die Feinheit des evangelischen Bekenntnisses. Die Erklärung des Rcichsbischofs findet lebhaften Widerhall.

Berlin, 16. Nov. (TU.) Die eindeutige Er­klärung, mit der der Reichsbischvs ine oon dem Berliner (Bauleiter der Deutschen Christen in aller Oeffentlichkeit vertretenen I r r- lehren und Angriffe auf das Bekennt­nis der Kirche abgewiesen hat, ist, wie der Evangelische Pressedienst mi^eilt, m allen Kreisen der Kirche als eine befreiende Tat ausgenommen worden. Aus allen Teilen des Reiches kommen die Zustimmungserklärungen, die dem Reichsbischof den Dank für fein klares und eindeutiges Wort aussprechen und ihm treu Gefolgschaft in der Abwehr aller An­griffe auf das Bekenntnis der Kirche geloben. Be- sonders zahlreich sind die Erklärungen aus den Kreisen der Deutschen Christen. Nach dem Vorbild der (Baue Pommern und Bayern

ordnet, daß 150 Schutzhäftlinge, deren Oe- samtverhalten dieses zuläßt, unverzüglich aus der haft entlassen werden.

Das in Rostock erscheinende nationalsozialistisch, Parteiorgan für Mecklenburg, derN i e d er­de u t f ch e B e o b a ch t e r", ist auf Grund des Ge­setzes zum Schutze von Volk und Staat vom Mi­nisterium des Innern auf zwei Tage verboten worden.

*

Wie bereits in den letzten Tagen verlautete, sollt» ein Wechsel im Gouvernement des M e - melgebietes eintreten. Nunmehr ist heute an Stelle von Gouverneur Gyllis, Dr. Navakas 3um Gouverneur des Memelgebietes ernannt worden. Navakas steht im Alter oon 37 Jahren. Wie ver­lautet, soll Gouverneur Gyllis zum litauischen (Be- sandten in Holland ernannt werden.

Der neue deutsche Botschafter bei der Sowjet­union, Nadolny, traf in Moskau ein. Im Na- men der Sowjetregierung begrüßte der Chef der Protokollabteilung des Auhenkommiffariats, Flo­rin f k i, den Botschafter.

Schärfere Üeberwackung des Verkehrs

Berlin, 15. Nov. (VdZ.) Die Verkehrsvor- schriften werden insbesondere von Kraftfah­rern und Radfahrern häufig nicht ge­nügend beachtet. Dadurch sind erhebliche Unfälle verursacht worden. Der preußische In- nenminister hat deshalb den Polizeibehör­den zur Pflicht gemacht, sowohl in den Städten wie auch auf dem Lande den Verkehr schärfer als bisher zu überwachen und die Landstraßen-S t r e i f Patrouillen auch in in den Wintermonaten durchzuführen. Bei Feststel- lung von Übertretungen der Verkehrsoorschriften ist unnachsichtlich einzuschreiten. Wenn sich jemand vorsätzlich oder grob fahrlässig über Verkehrsvorschriften hinweggesetzt hat, soll Straf­antrag gestellt werden.

neue bessere Revolution. Und E. Günther Gründel der Verfasser des viel beachteten BuchesDie Sendung der jungen Generation" schildert den Weg einer deutschen Jugend", seiner eigenen Ju- genö, als typisches Beispiel fürtausend andere Wege enterbter Bürgerjugend"; ihr teils abenteuer, liches, teils arbeitshartes Schicksal führt diese Ju­gend mit innerer Notwendigkeit zum Erlebnis des nationalen Sozialismus. Paul Rohrbach gibt einen farbigen kolonialpolitischen ReiseberichtIm deut­schen Land Südwest", und Erich Meyer zeigt in dem Umschau-BeitragDon der neuen Stellung der Naturwissenschaft zur Religion", daß wir heute nicht nur eine politische, sondern auch eine geistige Umwälzung erleben, die sich bis ins Gebiet der reinen, exakten Naturwissenschaft erstreckt.

DieBerliner Monatshefte", herausge. geben von Dr. Alfred von Wegerer, 11. Jahrgang 1933 (Quaderverlag, Berlin W. 15, Preis des hef- tes 1,20 Mark) erinnern in ihrem Novemberheft an Andrew Carnegies Stiftung für einen allgemeinen Frieden. In der Stiftungsurkunde spricht Carnegie von dem Richter, dermit Schimpf und Schande zum Teufel gejagt" werden muß, wenn er den Vor­sitz in einer Streitsache übernimmt, in der er selbst Partei ist. Man kann nicht umhin, sich zu fragen: Was hat während der Friedensverhandlungen von Versailles die Carnegie-Stiftung getan, um die (Be- danken ihres Gründers $ur Geltung zu bringen? Wie ganz anders sähe die Welt heute aus, wenn man sich in Versailles der Lehren Carnegies er­innert und ein unparteiisches Urteil über die Schuld am Kriege gefällt hätte.

Angehörige der Schutzpolizei und für Schwerbeschädigte ausgestellt worden. Aus den Jahren bis '1922 waren noch rund 33 500 Dsr- sorgungsanwärter zu übernehmen, so daß rund 150 000 ehemalige Soldaten, Polizeibeamte und Schwerbeschädigte in den zehn Jahren eine An­stellung als Beamte erwarteten. Daneben haben mehr als 51 000 ehemalige Soldaten ufw. ihren Versorgungsschein gegen eine Abfindungssumme abgegeben, um sich in der freien Wirtschaft eine Existenz aufzubauen. Die zehnjährige Bilanz schließt ab mit der Feststellung, daß am letzten Stichtage 1932 noch 53500 Versor­gungsanwärter auf Anstellung als Beamte warteten. Pon 1933 an ist damit zu rechnen, daß jährlich fortlaufend 9000 bis 10000 Soldaten, Polizeibeamte und Schwerbefchädigte neu den Anspruch au Beamtenanstellung erwerben. In Beamtenkrei- sen wird daher der Wunsch laut, daß jährlich mehr als 7000 Dersorgungsanwarter sichere Anwartschaft aus Anstellung als Beamte er­langen müßten, gegenüber dem mit dieser Ziffer angebeuteten Durch schnittszu st and der ver­gangenen Jahre.

Die jungen Maharadschahs von heute, die tn Europa erzogen sind, finden keine Freude mehr an den Prunkpalästen, die wir ausTausendundeiner Nacht" kennen. Einer oon ihnen, der Maharadscha!) von Indore, lieh sich jüngst von einem deutschen Architekten ein neues Schloß aus Beton, Stahl und Glas bauen, das die neueBerliner Jllu- ft r i r t e" in vielen interessanten Bildern zeigt.

Auf dem Friedhof Lovöu bei Stockholm, an dem Grabe der Gattin des preußischen Ministerpräsidenten Göring, dessen Blumenschmuck vor einiger Zeit oon kommunistischen Elementen zerstört wurde, ist . nun eine Ehrenwache aufgestellt.

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