Augenzeugen des Reichstagsbrandes.
Vier ausländische Rechtsanwälte ausgewiejen.
Berlin , 16. Okt. (WTB.) Zu Beginn der Samstag-Verhandlung erklärte Senatspräsident Dr. B ü n a e r : Das Gericht hat den Angeklagten DimUrof f vor einiger Zeit von den Verhandlungen ausschliehen müssen, weil er unge- achtet der mehrfachen Verbote sich in Beleidigungen von Beamten erging. Dem Senat ist nunmehr von den ausländischen Rechtsanwälten Detsheff, Grigoroff, Gallagher und Willard die Abschrift eines Schreibens vom 12. Oktober zugegangen, das diese Rechtsanwälte an den Verteidiger der Bulgaren Rechtsanwalt Dr. Tsichert gerichtet haben und das sich mit den längst in öffentlicher Sitzung als haltlos widerlegten Vorwürfen über eine angebliche Mißhandlung des Angeklagten Dimitroff befaßt. Zn diesem Schreiben sagen die genannten Rechtsanwälte, daß nach der. Behandlung, die Dimitroff von der Polizei und den Untersuchungsbehörden erfahren hat, nur Verachtung und Hohn diesen Behörden gegenüber haben könne. Die Rechtsanwälte, denen in entgegenkommender Weise Dauerzuhörerkarten für die Verhandlung ausgestellt sind, wagen es also, derartige schwere Beleidigungen und Anwürfe dem Rechtsanwalt Dr. Teichert gegenüber gegen Beamte, insbesondere den Untersuchungsrichter des Reichsgerichts, zu äußern. Ich entziehe den genannten Herren ihre Zuhörerkarten. (Vier dieser Rechtsanwälte lind aus Deutschland ausgewiesen worden. Sie sind bis zur Durchführung der Ausweisung i n Haft genommen.)
Die Brandmeister der Feuerwehr sagen aus.
Als nächster Zeuge gibt Brandmeister Klotz, der dem 7. Feuerwehrzug in Moabit angehört, an, daß die Wache um 21.15 Uhr alarmiert wurde und nach etwa vier bis sechs Minuten an der Brandstelle eingetroffen sei. Ein anderer Lösck- zug war bereits im Begriff, mit Leitern in die Fenster zu steigen. Der Zeuge versuchte, in den Plenarsaal zu kommen. Als er die Tür aufmachte, schlugen ihm starke Hitze und etwas Qualm entgegen. 9m Hintergrund sah er einen Feuerschein, aber nicht am Präsidententisch, sondern links oben von der Galerie. Mit dem Spritzen wurde um 21.26 bis 21.27 Uhr begonnen. Von einer Verzögerung der Löscharbeit könne keine Rede sein.
Oberreichsanwalt: In London hat ein Zeuge gesagt, er habe um 23 Uhr gesehen, daß eine ungeheure Menge von Zeitungen und Brandmaterial im Plenarsaal auf dem Boden lag, ebenso leicht entzündbare Flüssigkeit, und daß die Feuerwehr dieses Material aus dem Sitzungssaal in die Gänge schleppte.
Zeuge: Das war unmöglich, der Saal war schon in hellen Flammen.
Rechtsanwalt Dr. Sack: Kurz vor 24 Uhr ist das Feuer fast gelöscht, kurz vor 1 Uhr erfolgt das Abrücken der Wache, vier Züge bleiben zurück. Ist es da überhaupt möglich, daß während dieser Zeit irgendein Journalist in der Lage war, in den Plenarsaal hineinzugehen und bestimmte Beobachtungen zu machen?
Zeuge: Es durfte kein Journalist hinein, denn die Träger waren heruntergestürzt, und es bestand Lebensgefahr.
Dr. Sack: Die Zeugenaussage in London ist damit absolut einwandfrei widerlegt und als objektiv unrichtig festgestellt.
Der Brandmeister Wald von der Feuerwache Moabit VII erklärt ebenfalls, daß es ganz unmöglich gewesen sei, gegen 23 Uhr Brandmaterial aus dem Sitzungssaal herauszuschaffen.
Reichsanwalt Parisius: Haben Sie irgendwelche SA. - oder SS.-Abteilungen im Reichstag gesehen? Im Braunbuch heißt es, daß schon, bevor die Feuerwehr am Brandherd war, sich eine etwa 20 Mann starke SA.-Abteilung dort befunden haben soll. Haben Sie irgendetwas davon gesehen?
Zeuge: Ich habe keinen SA.- oder SS.- Mann gesehen.
Oberbrandmeister P u h l e macht die gleichen Aussagen, wie die vorhergehenden Zeugen. Rechtsanwalt Dr. Sack weist auf einen Bericht des Braunbuches hin, daß Oberbranddirektor Gempp in einer Besprechung nach dem Brand gesagt haben soll, die Feuerwehr sei viel zu spät alarmiert worden. Er soll sich ferner darüber beklagt haben, daß der preußische Innenminister Göring ihm ausdrücklich verboten habe, sofort die höchste Alarmstufe zu geben. Der Zeuge bezeichnet diese Behauptungen des Braunbuchs mit allem Nachdruck als Lügen.
Oberbranddireklor G c m p p erklärt, daß er weder SA. bei seinem Eintreffen gesehen, noch vrandmalerial In großen Mengen beobachtet habe. Etwa eine Viertelstunde nach seinem Eintreffen sei er auf den am vrandorl erschienenen Ministerpräsidenten Göring zugegangen, um ihm Meldung zu erstatten. Der Ministerpräsident habe als einzige Frage an ihn gerichtet, ob er den Reichslagsdireklor Galle gesehen hätte. Er habe dann weiter gefragt, ob der Ministerpräsident noch Vefehle für ihn hätte: Ministerpräsident Göring habe ihm jedoch erwidert, lassen Sie sich nur nicht stö - ren, Sie haben die Verantwortung. Auf weitere Fragen bekundet der Zeuge Gempp, daß Ministerpräsident Göring am vrandort eingetroffen sei, als die Feuerwehr läng st in Tätigkeit war. Bei der Besprechung am nächsten Tage habe rs sich um eine der üblichen Besprechungen gehandelt, in denen Erfahrungen ausgelauscht und auch Kritik geübt wurde. Die Behauptung, er habe vom Ministerpräsidenten
oder sonst einer vorgesetzten Stelle Anweisung erhalten, nicht zu schnell vorzugehen, bezeichnete
der Zeuge als v o l l st ä n d i g e n Unsinn.
Oberreichsanwall: In dem Braunbuch wird gesagt, aus den angeblichen Anordnungen des Ministerpräsidenten G ö r in g habe sich ergeben, daß man dort an der Ausdehnung des Brandes, nicht dagegen an seiner Eindämmung interessiert gewesen sei. Haben Sie irgendeine Beobachtung gemacht, daß von irgendeiner Stelle aus Maßnahmen getroffen oder Aeußerungen gefallen sind, die dahin auszuleaen waren?
Zeuge: Nein, nicht das geringste.
Oberreichsanwalt: Im Braunbuch wird behaup
tet, daß Sie zum heutigen Termin aus der Haft vorgeführt seien. Sind Sie irgend wann in Haft gewesen oder ist irgend wie eine Maßnahme gegen Sie in Beziehung auf diesen Brand verfügt worden?
Zeuge: Nein.
Rechtsanwalt Dr. Teichert: In der Auslandspresse ist u. a. auch behauptet worden, Sie hätten nach dem Brand erklärt, man habe von Ihnen verlangt, daß Sie Veränderungen in dem Protokoll vornehmen. Ist diese Behauptung wahr oder unwahr?
Zeuge Gempv: Diese Behauptung muß ich für glatten Unsinn erklären.
Das Personal des Reichstages sagt aus.
Zu der Montag-Verhandlung ist auch der Angeklagte Dimitroff wieder zugelassen. Zunächst childert der Botenmeister beim Reichstag, Pro- ) öhl, die Ankunft der Feuerwehr und die Durch- uchung der einzelnen Geschosse. An der Treppe -um Restaurant habe er ein Häufchen Pulver gefunden, das brannte. Dem Zeugen wird auch Die Frage vorgelegt, ob bei den Führungen für das Publikum f i d) jemand verkrümeln und im Reichstag zurückbleiben könne. Der Zeuge hält diese Möglichkeit nicht für ausgeschlossen, namentlich roepn eine besonders große Anzahl Personen an der Führung teilnimmt. Da der Zeuge eine ziemlich große Anzahl von Beamten unter sich hat, wird er gefragt, ob er am 27. Februar eine größere ober kleinere Anzahl seiner Leute beurlaubt habe. ' Der Zeuge erklärt mit Nachdruck, daß e r nicht einen einzigen seiner Leute beurlaubt hatte. Auf die weitere Frage, ob- er bei der Durchsuchung SA. - ober SS. - Mannschaften angetroffen habe, antwortet der Zeuge mit N e i n.
In diesem Zusammenhang entspinnt sich eine längere Erörterung über die in den Räumen der Kommunisten gefundenen Blankoausweife für den Eintritt In das Reichstagsgebäude. Die Ausweise trugen die Unterschrift eines kommunistischen Abgeordneten, waren aber sonst bezüglich des Besuchstages und des Besuchers nicht ausgefüllt. Der Zeuge bezeichnet dies als ein durchaus übliches und zulässiges Verfahren. Auf weitere Fragen bestätigt der Zeuge, daß Abgeordnete jeden beliebigen Besucher ohne weitere Kontrolle in den Reichstag hineinbringen kannten. Für den Besucher war dann der Abgeordnete verantwortlich.
Eine längere Diskussion entspinnt sich dann über die Frage, wann van der Lubbe am Tage des Brandes zum ersten Male vor dem Reichstagsgebäude auftrat. Der Zeuge Amtsgehilfe Hermann Schmal erklärt, er habe am Brandtage gegen 14 Uhr am Reichstage in der Nähe des Portals 4 einen jungen Mann beobachtet, der ihm wegen feines verwahrlosten Äußeren verdächtig erschien. Er habe sich diesen Mann genau angesehen, und als dann die Zeitungen das Bild van der Lübbes veröffentlichten, habe er f o ■ fort erkannt, daß dieser Mensch der Verdächtige am Reichstag gewesen war. Der Vorsitzende fordert van der Lubbe auf, sich zu erheben. Nach anfänglichem Zögern steht van Der Lubbe auf. Der Zeuge Schmal erklärt: „D a s ist der Mann."
Vorsitzender: Van der Lubbe, find Sie am Brand- tage gegen 14 Uhr am Reichstag gewesen.
Van der Lubbe schweigt hartnäckig.
Vorsitzender: Ich kann nur daran erinnern, daß er bei der Vernehmung in Leipzig ausdrücklich gesagt hat, er sei damals schon um 14 Uhr vor dem Reichstag gewesen. Das hat er auch in der Voruntersuchung gesagt.
Oberreichsanwalt: Der Zeuge Schmal hat in der Voruntersuchung auch gesagt, er habe den Abgeordneten To r g I e r um diese Zeit an der Straßenbahnhalte st elle gesehen.
Zeuge Schmal bejaht das, erklärt aber, er könne nicht bestimmt sagen, ob das Samstags ober Montags war.
Rechtsanwalt Dr. Sack: In dem Protokoll vor bem Untersuchungsrichter ist von einem Zusammentreffen bes Angefchulbigten d q n b e r Lubbe mit Torgler'bie Rebe. Haben Sie fo ausgefagt?
Zeuge: Das habe ich nicht ausgefagt; benn ich bin ja bamals in bie Straßenbahn eingeftiegen und habe weiter gar nichts gesehen.
Der Oberreichsanwalt stellt fest, daß das Protokoll durchaus nicht dahin zu verstehen ist, daß eine Begegnung Torglers und van der Lubbe stattgefunden hat, sondern es handelt sich nur um die Begegnung des Zeugen, einmal mit van der Lubbe und dann mit Torgler.
Der nächste Zeuge Amtsgehilfe Wenig sagt aus, er habe bei einer R e i ch s t a g s f ü h r u n g 8 bis 14 Tage vor dem Brande den Angeklagten van der Lubbe gesehen.
Der nächste Zeuge, Verwaltungsassistent G e - riefe, der seit zwei Jahren mit den Führungen durch den Reichstag beschäftigt ist, erklärt, daß der Aufenthalt im Plenarsaal 20 bis 25 Minuten betrug. Daß jemand zurückblieb, bezeichnet er als unmöglich. Werkführer Rudolf Scholz, der feit vielen Jahren im Reichstag als Beleuchter tätig ist, gibt an, er habe am Brandtage wie an allen übrigen Tagen um 20.10 Uhr feinen Kontrollgang durch den Reichstag angetreten. Um 20.30 Uhr fei er an den Fraktionszimmern der Kommunisten vorbeigekommen und er könne mit aller Bestimmtheit sagen, daß um diese Zeit öle O b e r l i ch t s ch e i b e zum Dachgeschoß noch ganz gewesen sei. Die zerbrochene Scheibe habe er erst am Tage nach dem Brande gesehen. Die Scherben seien da aber schon weggeschafft worden. Der Zeuge ist, nachdem er seinen Rundgang am 27. abends beendet hatte, in den Keller zurückgekehrt, um seine Sachen zu holen, und das Haus zu verlassen. Etwa
um 20.38 Uhr will er dem Pförtner am Portal 5 die Schlüssel gegeben haben. Als er noch einen Augenblick mit dem Pförtner Wendt sprach, tarnen Torgler, Koenen und dessen Sekretärin. Der Zeuge nahm Torgler die Schlüssel ab, Torgler und Koenen sagten beide „Guten Abend" und verließen das Haus. Der Zeuge erinnert sich genau an die Zeit.
Vorsitzender: Sind die beiden schnell hinausgegangen?
Zeuge: Nein, im gewöhnlichen Schritt.
Dr. Sack: Sie haben ihre Amtsräume im Keller. Dann könnte Ihnen doch nicht entfallen fein, wenn man dort Kisten mit Brandmaterial f) i n g e ft e 111 hätte?
Zeuge: Das müßte in der Zeit geschehen fein, wo ich auf meinem Rundgang war.
Oberreichsanwalt: In Den Keller mündet doch auch der sogenannte unterirdische Gang. Wie ist er ver chlossen?
Zeuge: Er i t regelmäßig verschlossen mit einem richtigen Schloß. Man kann ihn öffnen mit Dem allgemeinen Kellerschlüssel, wie Ihn die Im Keller tätigen Angestellten haben.
Weitere Verhandlung: Dienstag.
Oie Ermordung d.s Sturmführers Maikowski vor Gericht.
Berlin, 16. Okt. (TU.) Als am 30. Januar Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde, durchbraufte Jubel die Reichshauptstadt. Unzählige Menschen strömten zur Wilhelmstraße, um dem Führer unb den Männern der neuen Regierung begeisterte Kundgebungen darzubringen. Entsetzen und Abscheu löste am nächsten Morgen die Nachricht von der Ermordung des Sturmführers Hans Eberhard Malkowfki, und des Polizeioberwachtmeisters Zauritz durch- kommunistische Mordbuben aus. Dieser gemeine Feuerüberfall wird in einem Prozeß, der am Montag vor Dem Berliner Schwurgericht seinen Anfang nahm, feine Sühne finDen. Die An- klage richtete sich gegen insgesamt 53 K o m- m u n i ft e n, Darunter auch Drei Frauen. Der Hauptangeklagte Max S ch u cf a r ist °22 Jahre alt unD Arbeiter von Beruf. Bei Der Feststellung Der Personalien Der Angeklagten, stellte sich heraus, Daß ein großer Teil Der Angeschuldigten bereits wegen EigentumsDelikte unD politischer Vergehen vorbestraft ist. Der Angeklagte Max Schuckar erklärte, er habe mit Den ganzen Vorgängen überhaupt nichts zu tun. Am Vormittag Des 30. Januar yabe er 2 Mark Unterstützung mehr bekommen, außerDem einen Mantel unD ein Paar Schuhe. Die Sachen habe er auf Der Pfandleihe versetzt unD Dafür 20 Mark erhalten. Auf einer umfangreichen Bierreise sei er schließlich im „Hirsch" in Der Wallstraße gelanDet, wo er etwa acht Leute, Darunter zwei Mitangeklagte getroffen habe. Auf Die wieDerholten Vorhalte Des Vorsitzen- Den, ob er nicht gewußt habe, Daß am 30. Januar ein Fackelzug zu Ehren Des Reichsprä- fiDenten unD Des Reichskanzlers veranstaltet wurDe, antwortet Der Angeklagte, er habe sich seit seinem Ausschluß aus Der KPD. mit Politik nicht mehr beschäftigt.
Ein Horst-Weffel-Gedenkstein.
In Berlin fanb in Anwesenheit Der Mutter unD Schwester Horst Wessels vor Dem Hause Des Korps Normannla Die Enthüllung Des Horst- Wessel-GeDenksteines statt. Dr. Sabath, Der Führer Des Korps Normannia, Dem Horst Wessel angehört hatte, hob hervor, Daß Horst Wessel auch als SA.> Mann innerlich mit seinem Korps verbunDen blieb. Staatssekretär Lammers legte einen Kranz ADolf Hitlers nleDer. Der Rektor Der Universität Eugen Fischer betonte, im Kampfe um Das Dritte Reich, an Dem die deutsche Studentenschaft ihr gut Teil mitgewirkt hat, ist uns Horst Wessel ein unerreichbares Vorbild. Weitere Kranzniederlegungen folgten u. a. vom Kösener SC.-Verband und vom SA.-Sturm 5.
Ehrungen für Reichsstaiihalier Ritter von Epp.
München, 16. Okt. (TU.) Anläßlich seines 65. Geburtstages erhielt Reichsstatthalter, General Ritter von Epp zahlreiche Telegramme und Glückwünsche. Am Morgen überbrachte Reichswehr- tommanbant General Ad a m die Glückwünsche Der Reickswehr. UeberraschenD erfolgte Der B e - fucy Des Führers Reichskanzler Adolf Hit- l e r , Der dem General Die herzlichsten Glückwünsche für seine Person und Die Reichsregierung überbrachte. UnterDessen versammelten sich Die engeren Mitarbeiter Des Reichsstatthalters, Deren Glück- wünsche Stabschef Rohm übermittelte. Anschließend erschien Ministerpräsident Siebert mit sämtlichen Ministern und Staatssekretären Der bayerischen Regierung unD überbrachte Dem Reichs- statthalter Die Ehrenurkunde für Die am 20. April verliehene höchste Auszeichnung des bayerischen Staates, Das Ehrenbürgerrecht. Weitere Glückwünsche überbrachten die Vertreter des Zen-
trafoertianbes Der Offiziervereine und Der Militär» Bereinigung Des Leibregiments, die Deutsch« Kolonialgesellschaft, Der BunD deutscher Marinevereine, der Landesverband Bayern im Deutschen Flottenoerein mit der Bitte um Uebernahme des Ehrenovrfitzes. Die Glückwünsche Der Abordnungen unterbrach Das Erscheinen des päpstlichen Nuntius. Oberbürgermeister Liebel sprach als Vertreter der bayerischen Städte unD Gemeinden. Als weitere Gratulanten folgten der Kampfbund für Deutsche Kultur, Die Vertretung Der NSBO. und Der Arbeitsfront sowie viele andere. Der bayerische Innenminister Wagner hat zu Ehren Des Ritters von Epp ange» ordnet, daß die Mitglieder der uniformierten Staatspolizei, Die seinerzeit dem Freikorps Epp angehört und das Wzeichen dieses Freikorps getragen haben, von jetzt ab dieses Abzeichen am Rock ihrer Uniform anlegen.
Wegen Mißhandlung aus ändifcher Staatöangehö iaer feff Genommen.
Berlin, 14. Okt. (CNB.) Auf Anordnung Des Geheimen Staatspolizeiamts rourDen im Einvernehmen mit Dem Gruppenführer Ernst Der SA.» Gruppe Berlin-Brandenburg vier SA.-Leute, Die sich an Den Ausschreitungen gegen den Schweizer Staatsangehörigen Ruega und gegen Den englischen Exterritorialen HarDy beteiligt hatten und als Täter nunmehr fest- gestellt werden konnten, festgenommen und in bas Konzentrationslager Oranienburg gebracht. Die an Der Mißhandlung des amerikanischen Staatsbürgers V o e lz in Düsseldorf Schuldigen sind ebenfalls ermittelt worden. Sie sehen ihrer unverzüglichen Aburteilung durch das zuständige Sondergericht entgegen.
Meine politische Nachrichten.
Reichsminister Dr. Goebbels spricht am Frei- tag, dem 20. Oktober, im Sportpalast über „Deutschlands Kampf um Friede und Gleichberechtigung".
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Am Dienstag finden in Berlin Besprechungen Der führenden Persönlichkeiten Der NSDAP, statt, die Den Aufgaben Der kom- mendenWochen gelten. Es nehmen Daran teil u. a. Die Reichsleiter, bie Gauleiter, Die Gaupropagandaleiter, Die Fraktionsführer sämtlicher Landtage sowie Die zehn bekanntesten Führer jedes Gaues.
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Der erste Reichsbauerntag, Der vom 20. bis 23.Oktober in Weimar stattfinDen sollte, ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Stattdessen findet in Weimar lediglich eine große Thüringer Bauernkundgebung am Sonntag statt, bei der auch Reichsernährungsminister Darrs sprechen wird.
Der Stellvertreter bes Führers Rudolf Heß erläßt folgende Anordnung: Die Vorbereitung und Durchführung der Reichstagswahl (Aufstellung der Wahlvorfchläge für die NSDAP.) obliegt Pg. Reichsleiter Dr. Frick mit Unterstützung durch Pg. Dr. Fabricius. Pg. Dr. Frick In seiner Eigenschaft als Führer der Reichstagsfraktion unb Pg. Martin Bormann in feiner Eigenschaft als Stabsleiter bes Stellvertreters des Führers erholten den Titel eines Reichsleiters.
Der Herr Reichspräsident hat ernannt: Den Gesandten in Stockholm v. Rosenberg zum Botschafter in Ankara, den Botschaftsrat bei der Botschaft in Madrid v. Mackensen zum Gesandten in Budapest, Den Generalkonsul in Danzig Freihe r r n o. Th ermann zum Gesandten in Buenos Aires, Den Gesandtschaftsrat i. e. R. Wirkt. Delegationsrat Prinzen zu Wied zum Gesandtes in Stoccholm, Den Botschaftsrat i. e. R. v. Rado- w i tz zum Generalkonsul in Danzig.
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Im 57. Lebensjahr ist Der frühere Reichstags- abgeorDnete Guftav Schneider einem Herz- schlag erlegen. Schneider leitete als Vorsitzender den Gewerkschaftsbund der Angestellten von seiner Gründung an bis zu seiner vor kurzem erfolgten Auslösung.
Die Volksabstimmung in Estland über bie Verfassungsänderung brachte einen Sieg der faschistischen Freiheitskämpferbewegung, deren Verfassungsänderungsprojekt mit rb. 405 000 Stimmen gegen 148000 Stimmen angenommen würbe. Die Regierung lönnifon, bie im scharfen Gegensatz zu ben Freiheitskämpfern regierte, wird aus dieser eindeutigen Stellungnahme des Volkswillens die Folgerungen ziehen müssen.
Wettervoraussage.
An der Rückseite des Wirbels über Südschweben fließt bereits kühle Ozeanluft nach bem Festland. Diese wird sich auch bei uns auf bie Temperaturen auswirken unb recht kühles Wetter veranlassen. Dabei bleibt ber Witterungscharakter noch etwas wechselhaft, so daß weiterhin Haufengewölk entsteht, doch tritt bei steigendem Barometer zeitweise auch Aufheiterung ein. Niederschläge gehen vorerst kaum oder nur in Form von geringen Schauern nieder. Da bei Island bereits ein neues Tief her- annaht, ist für später wieder Milderung und Wetterverschlechterung zu erwarten.
Aussichten für Mittwoch: Wechselnd- wolkig mit Aufheiterung, kühl, nachts Temperaturen in Gefrierpunktnähe, noch leichtere Schauer.
Aussichten für Donnerstag: Stellenweise Frühnebel, teils wolkig, teils heiter, etwas milder, noch meist trocken.
Lufttemperaturen am 16. Oktober, mittags: 11,6 Grad Celsius, abends 4,9 Grad; am 17. Oktober, morgens: 4,7 Grad. Maximum 11,8 Grad, Minimum 3,7 Grad. Erdtemperaturen in zehn Zentimeter Tiefe am 16. Oktober, abends: 9,5 Grad; am 17. Oktober, morgens: 7,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer eine halbe Stunde. — Niederschläge ein Millimeter.
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OSRAM'Zampe ist in den OSRAM- Verkaufs’ A stellen erhältlich»
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