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Oer Autostraßenbau in Hessen.
Die Hessische Staatspressestekle teilt «mit:
Die Vorarbeiten der 21 u t o ft r a ft e Frank- furt — Darm st adt — Heidelberg schreiten rüstig vorwärts. Die hessische Regierung unterstützt selbstverständlich alle Maßnahmen mit allen nur möglichen Mitteln, so daft nunmehr bestimmt gegen Ende kommenden Monats mit der Inangriffnahme der Bauarbeiten gerechnet werden kann.
Das zur Zeit im Rahmen der Landesplanung im Gange befindliche Feldbereinigungsverfahren bietet besondere Vorteile, da dadurch das für die Linienführung der 2lutostrafte benötigte, auf hessischem Gebiet gelegene Gelände ohne die sonst erforderlichen zeitraubenden Verhandlungen der obersten Bauleitung sofort überwiesen werden kann. 2luch in Baden will man sich dieses Verfahren zum Muster nehmen. 2lm Dienstag hatten sich mehrere Vertreter der badischen Regierung zu einer Beratung im Ministerium unter dem Vorsitz von Mini- fterialrat Pros ftnnpp eingefunden, in der der Landesbauernführer Präsident Dr. Wagner die Richtlinien auseinanderfegte,,nach denen in Hessen zur Zeit verfahren wird und die auch seitens der
badischen Regierung allgemeine Zustimmung sanden.
2lnt Donnerstag findet eine weitere Sitzung mit allen beteiligten Behörden und der obersten Bauleitung statt, in der die zu errichtenden Bauwerke nach Anzahl und Umfang auf der hessischen Reststrecke Darmstadt—Viernheim (lieber- und Unter» führungen) festgelegt werden sollen.
Schließlich hat Ministerialrat Prof. Knapp noch die Vorsitzenden der Vereinigungen der Bauunternehmer von Darmstadt, Mainz, Offenbach und Worms zu einer Besprechung auf kom- menden Samstag eingeladen, um mit ihnen wegen gemeinschaftlicher Beteiligung an den Bauarbeiten zu verhandeln. Da die Strafte zu mehr als % ihrer Länge auf hessischem Gebiet liegt, so erwarten die hessischen Unternehmer mit Recht, daft auch ein wesentlicher Teil der Bauarbeiten in Hessen verbleibt. Die hessische Regierung hat auch schriftlich und mündlich bei dem Landesarbeitsamt in Frankfurt a. M. darauf hingewirkt, daß bei den kommen- den Bauarbeiten die hessischen Arbeits - losen in besonderem Maße berücksichtigt werden. Es geschieht also alles, um die hessischen Interessen mit Nachdruck zu wahren.
Aus der provinzialhaupistadi.
Aufruf an die Arbeitgeber!
Anläßlich des Ncichsparteitags der NSDAP, in Nürnberg, welcher als erster Parteitag im nationalsozialistischen Staat besondere innen» und außenpolitische Bedeutung hat, fordere ich alle Arbeitgeber auf, ihren Arbeitnehmern ohne Lohnabzug die Zeit freizuge- ben, die siezurTeilnahme amPartei» tag benötigen. Ich appelliere an das Gefühl der Staats- und Volksverbundenheit jedes Arbeitgebers und erwarte, daft in jedem Falle, in dem der Arbeitnehmer die Teilnahme nachweisen kann, dem gerne und freudigst Rechnung getragen wird. Die Arbeitgeberverbände ersuche ich ihrerseits, für die Verbreitung dieser Gedankengänge Sorge zu tragen.
Kramer, stellvertretender Gauleiter.
Oie Teilnahme von Erwerbslosen am Ne chsparteitag der ASOAP.
Der Präsident des Landesarbetts- a m l s Hessen hat eine Anordnung an sämtliche Arbeitsämter im Bezirk des Landesarbeilsamts Hessen betr. Freistellung der Teilnehmer zum Reichsparteitag der NSDAP, vom 30. August bis 3. September 1933, soweit sie A r - b eit s losen- und Krisenunter st ützungs- empfänger sind, erlassen, in der es heißt:
Die Teilnehmer an dem vom 30. Aug. bis 3. Sept. 1933 stattfindenden Reichsparteitag der NSDAP., die sich in Arbeitslosen- und Krisenunterstützung befinden, werden auf Grund der Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung des zuständigen Ortsgruppenleiters für die Zeit vom Mittwoch, 30. Aug. bis einschließlich Sonntag, 3. Sept., von der Meldepflicht befreit. Soweit an die be= treffenden Personen Arbeitslosen- oder Krisenunter- jtüfcung während dieser Tage termingemäß zur Auszahlung gelangt, kann diese von Beauftragten, die mit einer ordnungsgemäßen Vollmacht des Bezugsberechtigten versehen sind, auf dem zuständigen Arbeitsamt (Zahlstelle) in Empfang genommen werden. Dasselbe gilt auch für Wohlfahrtserwerbslose.
Oer Aufmarsch der Standarte 116.
Anläßlich des 120jährigen Bestehens des srüheren Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm" Nr. 116 veranstaltet die SA.-Standarte 116, wie schon kurz berichtet, am kommenden Sonntag einen Aufmarsch der ganzen Standarte.
Am Samstagabend wird als Auftakt Großer Zapfenstreich um 20.30 Uhr auf Oswaldsgarten statt- finden.
21m Sonntag wird die Standarte um 8.30 Uhr auf dem oorberei/lrieb vor der Volkshalle antreten. Der Standartenführer wird bei dieser Gelegenheit Fahnen weihen und den Stürmen feierlich übergeben. Anschließend beginnt um 9.15 Uhr Feldgott e s d i e n st. Nach Choralmusik wird Pfarrer Lenz die Feldpredigt hallen. Choralmusik, Gebet mit Segen und der gemeinsame Gesang des Liedes „Ich hott' einen Kameraden" werden den Feldgottes- bienft abschließen. Von 10 bis 13 Uhr folgen f p^o r t - |i d) c Darbietungen auf dem Platz der Spieloereinigung 1900; Eintritt für Zivilisten 20 Pf. Ab 13 Uhr ist Mittagspause. Um 16 Uhr wird die ae- iamte SA. auf Oswaldsgarten zu einem Marsch ) u r d) d i e Stadt antreten. Der Marsch wird durch folgende Straften gehen: Neustadt, Bahnhof- ftrafte, ßiebigftrafte, Frankfurter Strafte, Seltersweg, Mäusburg, Marktplatz, Schulstrafte, Sonnenftrafte, Landgraf-Philipp-Platz, am 116er=DenfmaI vorbei, wo der Borbeimarfd) vor Brigadeführer Schmidt iHanau) stattfindet, ßanbgrafenftrafte, Adolf-Hitler- Wall, Moltkestraße, Kaiserallee zum Trieb, am Schützenhaus vorbei, Weg nach ben Spielplätzen. Ab 20 Uhr folgt kamerabschaftliches Z u - lammenfein in b c r Vo 1 ksha 11e. Hier wirb her Vorfitzenbe ber Offiziersoereinigung 116, Generalmajor a. D. Mohr, eine Ansprache halten. Borträge bes Heimatdichters Georg Heß, Auffüh- rungen des Bundes deutscher Mädels unter Leitung non Frau Dr. Fischer und Konzert werden die Stunden des Abends in abwechslungsreicher Folge ausfüllen.
Varkplatz für Autos: Sportplatz neben Spieloereinigung 1900.
*^or notigen.
— Tageskalender für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Tänzerin von Sanssouci".
— Im Lichtspielhaus Bahnhof st raße erscheint ab heute (Donnerstag) ein neuer Frideri- .ns-Film unter dem Titel „Die Tänzerin von Sanssouci" mit Otto Gebühr in der Haupt- rolle, ber biesmal ben jugenblidjen König barstellt. Lil Dagover erscheint als seine Partnerin in ber Rolle ber berühmten Tänzerin Barberina. In einer weiteren Hauptrolle: Hans Stüwe. Regie führte yriebrid) Zelnik: bie Musik, im Stil ber Zeit, chrieb Mare R o l a n b, der auch die früher er- jjienenen Fribericus-Filme musikalisch mit glück- icher Einfühlung betreute. Die imposanten Bilber iu5 bem glanzvollen Zeitalter bes großen Preußen- lönigs haben bem Film bisher allenthalben zu dnem starken Erfolg verhalfen.
” Ausstellung von Kriegerfriedhofmobellen u n b -Aufnahmen. Anläßlich der Anloy-Feier des Offiziervereins des alten Inf.-Regt. „Kaiser Wilhelm" Nr. 116 veranstaltet der Volksbund für Kriegsgräberfürsorge zusammen mit dem Osfizierverein in der „Loge" (Gartenstraße 1) eine Ausstellung von Modellen, Zeichnungen und Ausnahmen von Kriegerfriedhöfen an der Westfront, vor allem von denen bei Anloy und Maissin, über die im „Gießener Anzeiger" gestern und vor-
Miiiagsiisch für GA.-Männer am nächsten Sonntag!
Die SA. - Standarte 116 veranstaltet am nächsten Sonntag anläßlich des 120jährigen Be- stehens des Infanterieregiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 in (5 i e ft e n einen groftenAufmarsch. Dazu werden mehrere tausend S 21. - 211 ä n - ner von auswärts hier erscheinen. Für den weitaus größten Teil dieser IHänner im Braunhemd muß in unseren Bürgerfamilien Gelegenheit zum Mittagessen beschafft werden, nicht etwa Quartier zum Uebernachten. Alle Mitbürger werden dringend gebeten, nach besten Kräften 211 i t - tagstisch füt diese (Säfte zur Verfügung zu stellen. Die S2L-2Hänner werben voraussichtlich um 13.30 Uhr überall zum Essen erscheinen. Anmeldungen von Mittagstischgelegenheiten werden an Sturmführer Soli» an, Seltersweg 50, Fernsprecher 3786, erbeten.
geftern berichtet worben ist, da sie voraussichtlich als Patenfriedhöfe der hessischen Regimenter und des Volksbundes ausaeftaltet werben sollen. Wir weisen alle, bie bie Pflicht einer roürbigcn Ehrung unfern Gefallenen in sich fühlen, unb besonbers auch bie Angehörigen barauf hin unb empfehlen den Besuch. Der Eintritt ist f r e i. Die Ausstellung ist von Samstag, 19. August, bis Montag, 21. August, geöffnet. Siehe morgige Anzeige.
** ©rummetgrasDer ft eigerungen ber Stabt (9 ie ft e n finben am Montag unb Dienstag nächster Woche statt. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung ber Bürgermeisterei besonbers hingewiesen.
** Kavallerieverein Gießen. Am Samstag fand im „Hessischen Hof" eine außerordentliche Generalversammlung des Kavalleriever- \eins statt. Etwa 70 Mitglieder waren anwesend. Der Gesamtvorstand stellte feine sämtlichen Aemter zur Verfügung, um nach den neuen Richtlinien für bie Folge in vaterlänbischem Sinne zu arbeiten. Nach kernigen Worten bes Ehrenvorsitzenben, Ka- merab Solban, würbe ber seitherige Vorsitzende, Kamerab Ernst Hartmann zum Führer bestimmt. Er berief sobann seine alten bewährten Mitarbeiter in ben neuen Vorstanb unb an Stelle früher ausgefchiebener Vorstanbsmitglieber noch bie Kameraben Kolbe, Schade unb Heyd, weich' letzterer 2. Schriftführer würbe. Die Kameraben Karl Bauer, Karl Noll unb Werner würben mit bem Ehrenzeichen-für 25jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils verblieb die stattliche Besucherzahl noch einige Stunden gemütlich bei angeregter Unterhaltung zusammen. Zum Schlüsse wurde noch, wie in den letzten Monatsoersammlungen, eine Spende zum Besten arbeitsloser Volksgenossen erhoben.
Buntes Allerlei.
Heichöbahnrekorde im Maffenverkebr.
Parteitage, Versammlungen und Feste haben in diesem Sommer der Reichsbahn Gelegenheit zu Leistungen gegeben, wie sie seit den Jahren des Weltkrieges nicht mehr wieder oorgekommen sind. Die Ausstellung des Heiligen Rocks in Trier, zu der etwa eine Million Menschen in durchschnittlich 22 Zügen je Tag herangeführt werden müssen, ist eine organisatorische Leistung von be- deutendem Ausmaße. Die tägliche Zugzahl steigert sich teilweise bis zu 37 Zügen. Es sind gewaltige Vorbereitungen nötig, um einen solchen Verkehr reibungslos abzuwickeln. Derkehrsverwaltung, Landesverwaltung, Polizeioerwaltung und Kirche müssen Hand in Hand arbeiten. Immerhin verteilt sich aber diese Bewegung auf etwa sechs Wochen. Bedeutend konzentrierter und daher auch sehr viel schwieriger war die Leistung beim Stuttgarter Turnfest, etwa 250000 Teilnehmer auf ber Eisenbahn aus allen Gegenden Deutschlanbs im Zeitraum von etwa zwei bis drei Tagen nach ber Festftadt Stuttgart heranzuführen. Daneben lief an ben Festtagen noch ein gewaltiger Verkehr ber Zuschauer aus ber näheren unb weiteren Umgebung Stuttgarts, ber noch einmal dieselbe Zahl erreichte.
Alle bisherigen Bewegungen aber werden übertroffen von ben Transporten zu bem Parteitag ber NSDAP, in Nürnberg. Nicht weniger als 3 35 0 0 0 Nationalsozialisten sind von . der Reichsparteileitung für den Transport mit der Ersenbahn aus alten Gauen Deutschlands angemel
det. Allein diese Zahl bedeutet eine Iransportbe» roegung von dem Umfang der Mobilmachung des Jahres 1870. Es gilt, diese Hunderttauscnde innerhalb von zwei bis drei Tagen nach Nürnb rg heranzuführen und sie in etwa ein bis anderthalb lagen wieder der heimischen Arbeitsstätte ^uzuführen, denn länger können die Teilnehmer der Arbeit nicht entzogen werden. Die Vorarbeiten für diese gewaltige Bewegung find bereits getroffen. Anfang August wurden die Grundzüge feftgelegt. Nicht weniger als 1500 Fahrpläne für Voll- unb Leerzüge und Lokomotivfahrten mußten aufgcftcUt werden, etwa 350 Sonderzugparks müssen zusammengestellt werden. Die Züge werden nach den Vorbahnhofen Nürnbergs geleitet, wo bie Teilnehmer ihre Quartiere finden werden. Es ist unmöglich, Liefen gewaltigen Zugpark auf den Gleis- anlagen Nürnbergs selbst unter Zuhilfenahme des großen Rangierbahnhofs, abzustellen, denn er be- deckt eine Gleislänge etwa von Frankfurt a. M. bis Bruchsal. Die großen Bahnhöfe im Umkreis von bis zu 100 Kilometer um Nürnberg, wie Re- gensburg, Würzburg, Ingolstadt müßen zu Hilfe genommen werden.
Nacheinander haben die Besprechungen getagt, die den Zugbegleitdienst, die Gestellung der Loko- motioen und die Abänderung des Güterzugsahr- plans während dieser Bewegung festzulegen hatten. Denn der Transport der Güter darf auch während dieser Bewegung nicht behindert werden. Er muß auf Umwegen der großen Personenbe- roegung aus dem Weg fahren und dennoch pünktlich sein Ziel erreichen. So sehr bei einer solchen Bewegung alle Einzelheiten festgelegt werden, es kommen immer noch im letzten Augenblick Um- dispositionen in der Belegung der Quartiere, in den Abfahrtzeiten, in der Zahl der Züge vor. Es ge- hört eine außerordentliche Geschicklichkeit dazu, um solchen Veränderungen tm letzten Augenblick ohne Gefährdung des Betriebs Rechnung zu tragen. Man darf jedoch der Organisation der Reichsbahn und der Tüchtigkeit ihres Personals zutrauen, daß sie auch dieser Aufgabe in vollstem Maße gerecht werden wird und damit das ihre zum Gelingen dieses beut- scheu Volkstags beiträgt.
Kinoö in aller Welt.
Nach einer Zusammenstellung des Handelsamtes in Washington gab es im Jahre 1932 in der ganzen Welt 61 924 Kinos, von denen 36 955 Tonfilme zeigten. In Europa besitzt Nuftland die meisten Kinos. Die Lichtspicl-Theater haben dort in den letzten Jahren außerordentlich zugenommen, da die Sowjet-Negierung im Film das vorzüglichste Wittel für die politische Propaganda und die Erziehung erblickt. Nußland besaß 1932 27 570 Stätten für Filmdarbietungen, steht also in der Zahl der Kinos überhaupt an erster Stelle, denn die Ziffer für die Vereinigten Staaten wird mit 25 688 Lichtspielbühnen angegeben. Freilich find von diesen russischen Kinos nur 8539 ständige Theater in den Städten und 4719 ständige Einrichtungen in den Landbezirken; 13 438 Kinos find fahrende Unternehmungen, die durch die weiten Landgebiete Nußlands ziehen, wahrend 820 solcher fahrenden Lichtspiel-Theater in den
Städten Vorstellungen geben. Allerdings ist die Ausrüstung mit Tonfilm-Apparaturen in Nuft- land noch nicht sehr fortgeschritten. Von den 25 688 Kinos in den Vereinigten Staaten sind 16 607 für den Tonfilm eingerichtet. Dieser Prozentsatz ist ist bedeutend größer als bei den europäischen Kinos. Don den 30 623 Lichtspicl-Theater n, die Europa 1932 besaß, waren nur 17 822 für Tonfilm eingerichtet Nach Nußland hat Deutschland die größte Zahl von Lichtspicl-Thea- tern, nämlich 5071; dann kommt England mit 4951 Kinos.
Oie Schweine und die Autohupe.
Ein amerikanischer Landwirt. James Middle» brookS, hatte in den letzten drei Jahren ein vortreffliches Nlittel gesunden, um seine Schweine, die in verschiedenen Teilen seines weiten VcsttztumeS weideten, zusammenzubringen. Wenn er alle zwei Wochen mit seinem Kraftwagen eine Inspektion über sein zahlreiches Borstenvieh abhielt, dann lieft er seine Autohupe laut ertönen, und schon strömten die Nüffeltiere aus den verschiedenen Nichtung^r zusammen. Als er kürzlich wieder einmal eine Besichtigung seines Schweine» Bestandes vornehmen wollte, so wird in der Neujorker Times erzählt, lieft er aber vergeblich feine Hupe ertönen. Eie klang hell und klar durch die Lust, aber kein Schwein kam aus den Waldern heraus. Immer wieder hupte der Landwirt, doch ohne Erfolg. Erst als et darüber nachdachte, wurde ihm klar, warum fein Nuf. der Hunderte Male erfolgreich gewesen war, diesmal versagte. Gr hatte sich nämlich die Woche vorher einen neuen Wagen angeschafft, unb die Hupe dieses Wagens klang anders als die des alten. Nachdem er sich aber seine alte Hupe aus Iacksonwille in Florida hatte kommen lasten, gehorchten die Schweine wieder willig dem Zauber der Tone und stellten sich auf das bekannte Signal vollzählig ein.
Oie größte Blume.
Die auf Sumatra wachfende Blume Rafflesia Arnold! ist bie größte zur Zeit bekannte Blume. Sie wurde von dem englischen Kolonialbeamten unb Naturforscher Stanford RaffleS zusammen mit bem Forschungsreisenden Dr. Arnold entdeckt unb daher nach ihnen benannt. Der Durchmesser ihrer Blüte beträgt einen Meter, ihr Gewicht ungefähr 5 Kg. Ihre 5 Blätter sind fleischrot gefärbt und mit gelben Flecken besetzt und da sie sehr dick sind, erwecken sie den Eindruck rohen Fleisches. In der Mitte ber Blume befindet sich ein Napf, der mehrere Liter Wasser fassen kann. Trotz ihrer großdn Abmessungen und leuchtenden Farben madjt sie auf den Beschauer einen sehr wenig einladenden (Ein- druck, um (o mehr, als sie einen sehr starken Verwesungsgeruch ausströmt. Durch ihren Geruch unb ihr fleischartiges Aussehen angelodt, sitzen auf ihr ständig große Schwärme von Aasfliegen, die für . die Bestäubung der Blume sorgen. Auch aus den andern Inseln des Malaiischen Archipels fommen diese und ähnliche Blumen vor, im ganzen kennt man auf dieser Inselgruppe sechs verwandte Arten. Alle sechs Arten sind Schmarotzerpflanzen unb wachsen auf ben Wurzeln verschiedener llrroalbge- wüchse. Dr. G.
Schach-Ecke.
Bearbeitet von Otto Benkner.
Problem Nr. 349.
Von I. Möller, Kopenhagen.
Weiß 6 Steine: Khl; Dkl; Lg4; Lf8; Bc2, g5. Schwarz 3 Steine: Ke5; Bc6, g6.
Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt.
Problem Nr. 350.
Von H. Vetter, Dresden.
Weiß 6 Steine: Ka6; Tb2; Lc3; Sd5; Dg4; Bd2.
Schwarz 4 Steine: Kel; Sa3; Sg3; Bf2.
Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt.
Partie Nr. 249.
(Ein harter Kampf aus dem Turnier um die Meisterschaft von Deutschland in Lad Pyrmont 1933.
Weiß: Dr. Höbt.
Schwarz: (Earls.
1. e2—e4, c7—c5. (Sizilianisch! Eine Kampfervff- nung, bie große Anforderungen an beide Parteien stellt.) 2. Sgl—(3, d7—d6. (lieblicher ist 2 Sb8 —c6 bzw. e7—e6. Meister Carls beabsichtigt aber das Fianchetto des Königsläufers und öffnet daher zunächst dem Läufer c8 die Schräge nach h3.) 3. d2 —d4. (Die beste und schärfste Fortsetzung. Andere Spielweisen sind merklich schwächer.) 3. .... c5Xd4. 4. Sf3Xa4, Sg8—f6! (Weift drohte durch 5. c2—c4 seine Zentralsttllung zu befestigen! Nunmehr muß Weiß mit dem Zuge 5. Sbl—c3 den wichtigen c-Bauern verstellen. Eine andere Deckungsart urs e-Bauern ist abwegig, da Weiß hierbei zu sehr an Bewegungsfreiheit einbüßt.) 5. Sbl—c3 Sb8—c6. 6. Lfl—e2. (Das richtige Feld für den Läufer, der von hier aus einen etwaigen Angriff gut unterstützt.) 6. ..., g7—g6. (Dr. Lasker versuchte in Neuyork 1924 hier die interessante Spielweise 6. ..., e7—e6 nebst Lf8—e7 mit gutem Erfolg.) 7. Lei—e3, Lf8 —g7. 8. Sd4—b3. (Gegen den Befreiungszug 8. ..., d6—d5 gerichtet.) 8 0—0. 9. f2—14, Lc8—e6. 10. g2—g4. (Statt ber hier üblichen Rochade ein scharfer und sehr zweischneidiger Angriff gegen ben schwarzen Königsflügel. Die Parade ist für Schwarz nicht leicht und nur durch gutes und genaues Gegenspiel im Zentrum und auf bem Damenflügel möglich. Eine genaue Untersuchung biefer Spielweise steht noch aus.) 10. ..., Dd8—c8. 11. g4—g5, S16—d7. (Nicht 11. .... Sf6—g4 wegen 12. Le3—gl und 13. h2—h3.) 12. Ddl—d2, Sd7—b6. 13. Sc3—d5! (Verhindert 13 Sb6—c4. Auf 13 Lg7Xb2 folgt J4. Tal—bl, Lb2—g7. 15. Le3Xb6, a7Xb6. 16. Sd5Xb6 nebst Gewinn der Qualität.) 13. .., Dc8 —d8. 14. 0—0—0, Ta8—c8. 15. Kcl—bl, Sbß—a4. 16. Sb.3—d4, Sa4—c5. 17. Le2—f3, Le6Xd5. 18. e4Xd5, Sc6Xd4. 19. Le3Xd4. Lg7Xd4. 20. Dd2Xd4 (Das Problem des Königsfianchettos! Nach bem Abtausch des fianchettierten Läufers ist bie Königsstellung sehr schwach geworden.) 20. ..., Dd8—a5. 21. h2—h4! (Der Angriff beginnt von neuem. Allerdings nimmt ber routinierte Meister Carls feine Gegenchancen trefflich wahr.) 21. ..., Daö—a4. 22. c2—<4, b7—b5! 23. c4Xb5. Da4Xb5. 24. h4—h5, Db5—d7! (Auf 24 Sa4—c3 konnte folgen 25. h5Xg6, f7Xg6. 26. Lf3—g4, Sa4—c3+. 27. Kbl —al, Sc3Xdl. 28. Lg4—€6- usw.) 25. Tbl—gl, Dd7—f5+. 26. Kbl—al, Tc8-b8. 27. Tdl—d2! (Weiß droht Damengewinn durch 28. b2—b4 nebst Lf3—g4.) 27 Tb8—b6!! (Eine ausgezeichnete Parade! Auf 28. d>2—b4 folgt Tf8—b8, und Weiß kann wegen Matt den Springer c5 nicht schlagen.
Gleichzeitig droht Damengewinn: 28. ..., Sc5—b34-*. 29. a2Xb3, Tb6—a6+ usw.) 29. Lf3—dl, Tf8—b8. 29. Ldl—c2, Df5—h3. 30. h5—h6, e7—e5. (Der einzige Zug 30. ..., 17—16 scheiterte an 31. g5Xl6, e7Xi6. 32. Dd4X(6 nebst Läuferopfer auf g6.) 30. f4Xe5, Tb6—b4. (Die weiße Dame muß von der Diagonale verdrängt werden.) 31. Dd4—f2?, Tb4 Xbü 32. Tgl—g3. (Falls Weiß hier mit Dk2—16 auf Matt spielt, so folgt überraschend 32. ..., Fb2 —bl+ und 33. Dh3—c3+ nebst Matt.) 32 Dh3—hl+. 33. Tg3—gl, Dhl—h3. Remis durch Zugwiederholung.
Losung bes Problems Tlx. 347.
Von F. Fränkel.
1. Lei—a5!, f3-f2. 2. De6-g4+, Ld3—e2. 3. Dg4—a4+ matt.
1 Ld3-e2. 2. De6-e3, Lf8-h6. 3. De3 —b3+ matt.
1 Ld3—e4. 2. De6—a6 usw.
Lösung des Problems Nr. 348.
Von W. Pauly.
1. Tc3—c2! usw.
Aus der Schachwelt.
Der Großdeutsche Schachbunb hat bie Deutschen Schachblätter (Verlag Hedewig, Leipzig) als alleiniges Bundesorgan anerkannt. Meister Richter (Berlin) wurde in die Schriftleitung berufen. Die Verbands- Zeitungen müssen verschwinden. In Nr. 14 des Bun- desorgans vom 15. Juli ist die Konstituierung des Groftdeutjchen Schachbundes in Bad Pyrmont erschöpfend behandelt.
Srfjluftffanb des Turniers um die Meisterschaft von Dcutfchland in Lad Pyrmont:
1. Bogoljubow, 11 >2 Punkte (Meister von Deutschland); 2. Dr. R ö d l, 9J4 P.; 3 /4. Carls unb Kieninger.je 8KP.; 5.19. Helling, B. K o ch, K. Richter, Sä misch und Weißgerber, je 8 P.; 10. Ahues, 7% P.; 11/12. 91 e 11 ft a b unb Dr. Seitz, je 7 P.; 13/14. Brinrfmann unb von Holzhausen, je 5XA P.; 15. Sdjories, 5 P.; 16. Leonharbt, 4>4 P.
Oie Narrenkappe.
Splitter unb Sparren vom NebaktionStisch.
Die Feile.
Sehr populär war seinerzeit der Musikdirektor Wilhelm Wieprecht, der die preußische Militärmusik dadurch zu hohen Ehren brachte, daß er 1867 bei einer Konkurrenz sämtlicher europäischer Musikkapellen auf der Pariser Weltausstellung für die vereinigten Musikkorps der Franzer und des Zweiten Garderegiments den ersten Preis davontrug.
Wieprecht war dafür bekannt, ungewöhnlich lange Proben zu halten, wodurch er seine Musiker, mit denen er die Werke „gewissenhaft ausfeilte", oft zur Verzweiflung brachte. Eines Morgens fand er zu Beginn der Probe auf feinem Pult eine Feile liegen, eine richtiggehende Schlofserfeile. Daneben prangte die Inschrift: Feile mit Eile!
Das Schloß am Rhein.
Zwirbel besichtigte ein altes Schloß am Rhein.
Der Führer erklärte: „Das ste.ht noch so wie vor sechshundert Jahren. Da ist kein Stein verändert, nichts umgebaut worden, das ist alles ftreng historisch"
„Hm", machte Zwirbel, „das muß derselbe Hauswirt fein, ben ich habe." (Lust. BL)


