Ausgabe 
17.5.1933 Frühausgabe
 
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Nr.M SvübauSgabe

185. Jahrgang

Mittwoch, 17. Mai 1955

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Metzcner Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Frtedr. 2vilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- geigenteil LD.Th.fiümmcI sämtlich in Gießen.

LmeFnedenöboWastRoosevettsan dieStaatsobechäupter derWelt ©er Präsident der Vereinigten Staaten schlägt zur Stabilisierung des Weltfriedens und Bekämpfung des Wirtschafis- Chaos Annahme des Macdonaldplans, etappenweise Abschaffung der Angriffswaffen, allgemeinen Rüstungswaffenstillstand und einen neuen Nichtangriffspakt vor.

Washington, 16. Mai. Präsident Roose­velt hat in der vergangenen Rächt an die 4 4 Staatsoberhäupter der an den Genfer und Londoner Konferenzen beteiligten Rationen u. a. an Reichspräsi­dent v. Hindenburg, an König Georg von England, an den französischen Staatspräsidenten und an Kalinin in Moskau einen dringenden Appell gesandt, um der Abrüstungs- und der Weltwirtschaftskonferenz zum Erfolg zu verhelfen. Die Botschaft hat folgenden Wortlaut:

Seiner Exzellenz Herrn Feldmarschall Paul von Bcneckendorff und von Hinden­burg, Präsident des Reiches, Berlin.

Washington, Weißes Haus, den 16. Mai 1933.

Eine tiefe Hoffnung des Dolles meines Landes drängt mich als das Haupt seiner Regierung, mich an Eie zu wenden und durch Sie an das Dolk Ihrer Rationen. Diese Hoffnung besteht darin, daß der Frieden durch prak­tische Abrüstungsmahnahmen ge­sichert werden möge und daß wir alle unserem gemeinsamen Kampf gegen das wirtschaftliche Chaos zum Siege verhelfen mögen.

Zu diesem Zweck haben die Rationen zwei große Weltkonferenzen einberufen. Das Glück, die Wohlfahrt und selbst das Leben der Männer, Frauen und Kinder, die die ganze Welt bewohnen, ist eng mit den Entscheidungen verknüpft, die ihre Regierungen in der nahen Zukunft fällen werden.

Die Weltwirtschaftskonferenz wird bald zusammentretcn und schnell zu ihren Ent­schlüssen kommen. Die Welt kann nicht mehr auf Beratungen warten, die schon lange hinausgezö­gert sind. Die Konferenz muß durch Stabilisie­rung der Währungen, durch Auftauung der Ka­näle des Welthandels und durch internationale Maßnahmen zur Erhöhung des Preisstandes Ordnung an Stelle des gegenwärti­gen Chaos schassen. Sie mutz, kurz gesagt, hei­mische Programme zur wirtschaftlichen Wicderer- holung durch weises und wohl erwogenes interna­tionales Dorgehen ergänzen.

Die Abrüstungskonferenz hat sich über ein Jahr hingcschleppt und konnte bis jetzt keine befriedigenden Beschlüsse erreichen, verschieden­artige Ziele flohen immer noch gefährlich aus­einander. Unsere Pslichl liegt in der Richtung, greifbare Erfolge durch gemein­sames vorgehen zustande zu bringen, von dem gebieterischen Rus dieser großen Pflicht müssen kleinliche Hindernisse roeg- gef cgi und kleinliche Absichten ver- g e s s e n werden. Lin selbstsüchtiger Sieg muß ebenfalls zu einer ausschließlichen Niederlage führen. Die Forderung eines dauer­haften Friedens für unsere Generationen in jedem Teil der Welt ist das einzige Ziel, das unserer besten Bemühungen wert ist.

Wenn wir fragen, welches die Ursachen für die Rüstungen sind, die trotz der Lehren und der Tragödie des Weltkrieges eine größere Last für die Dölker der Erde sind, als jemals zuvor, dann wird es klar, daß diese zweierlei Ratur sind:

1. Der offene oder verhohlene Wunsch von Regierungen, ihre Gebiete auf Ko st en eines Rachbar st aates zu vergrößern. Ich glaube, daß nur eine kleine Minderheit von Regierungen oder von Dölkern einen solchen Zweck verfolgt.

2. Die Ang st einiger Staaten vor einem Einmarsch. Ich glaube, daß die überragende Mehrheit der Dölker sich zur Bei­behaltung Übermäßiger Rüstungen verpflichtet fühlt, weil sie einen Akt des Angriffes gegen sich fürchtet und nicht, weil sie selbst Angreifer sein will.

Eine Berechtigung für diefe Angst ist vorhanden. Moderne Angrissswafsen sind ungeheuer viel stärker als moderne Verteidigungswaffen, wenn alle Rationen sich dahin verständigen sollten, d i c Massen,die ei nenersolgreichenAn- griff ermöglichen, aus ihrem Besitz und ihrem Gebrauche fortzulassen, bann wer­den die Grenzen und die Unabhängigkeit einer jeden Ration wieder sicher werden. Das Endziel der Abrüstungskonferenz muß die vollständige Ausschaltung aller Angriffswasfen sein. Das unmittelbare Ziel ist eine erhebliche Herabsetzung einiger dieser Waffen und die Abschaffung von vielen anderen.

Die amerikanische Regierung glaubt, dah das Programm für die sofortige Herabsetzung der An- griffswafsen, das jetzt in Genf erörtert wird, nur ein erster Schritt auf dem Wege zu un­serem Endziel ist- Wir glauben nicht, dah die vorgeschlagenen Schritte weit genug gehen. Trotz- bem begrüßt die amerikanische Regierung die jetzt vorgeschlagenen Maßnahmen und will ihren Ein­

fluß dahin ausüben, weitere abschnittsweise Ab­rüstungsschritte zu erreichen.

Es gibt, am klarsten! ausgedrückt, drei Schritte, auf die man sich in den gegenwär­tigen Besprechungen einigen mutz:

1. Den ersten endgültigen Schritt auf dieses Ziel, wie er in dem Macdonald-Plan aus­geführt ist, sofort zu tun.

2. Sich über den Zeitpunkt und das wei - tereDorgehenzur Ergreifung des f o l g e n * den Schrittes zu einigen.

3. Sich zu einigen, dah während derZeit des ersten und der folgenden Schritte keine Ration ihre Rüstungen über die Dertragsverpflichtungen hinaus erhö­hen soll.

Aber der Friede der Welt muß während der gan­zen Abrüstungsperiode gesichert sein. Ich schlage da­her einen vierten Schritt vor und zwar gleichlaufend mit und völlig abhängig von der Er­füllung dieser drei Vorschläge und vorbehaltlich der bestehenden Vertragsrechte:

Alle Staaten der Welt sollen einen feier- llchen und endgültigen Richtan- g r i s f s p a k t abschließen. Sie sollen feierlich die Verpflichtungen wieder bestä­tigen, die sie zur Begrenzung und

Herabsetzung ihrer st ungen über­nommen haben und, vorausgesetzt, dah diese Verpflichtungen getreulich oon allen Unterzeich- nerslaalen erfüllt werden, einzeln die Er­klärung abgeben, keine bewaff­nete Macht irgend welcher Art über ihre

Grenze zu schicken.

Der gesunde Menschenverstand zeigt, daß der Fort­schritt gehemmt und endgültig aufgehalten werden tann, wenn irgend eine starke Nation es ablehnt, sich mit echter Aufrichtigkeit diesen gemeinsamen Be­mühungen für politischen und wirtschaftlichen Frie­den den einen in Genf und den anderen in Lon­don anzuschließen. In einem solchen Falle wird die zivilisierte Welt, die beide Friedensformen an- strebt, wissen, wo die Verantwortung für einen Fehl­schlag liegt. Ich bitte dringend, daß fein Staat eine solche Verantwortung auf sich lädt und daß alle bei diesen großen Konferenzen beteiligten Staaten ihre politischen Ziele, zu denen sie sich bekannt haben, in Handlungen umsetzen. Das ist der ein­zige Weg zum politischen und wirtschaftlichen Frie­den. Ich hoffe, daß Ihre Regierung sich der Erfüllung dieser Hoffnungen anschließen wird.

gez. Franklin B. Roosevelt."

Roosevelt begründet die Notwendigkeit seines Appells.

Washington, 16. Mai. (TU.) Präsident Roose­velt übersandte dem Kongreß eine Abschrift seines Weltaufrufs mit einem Begleitschreiben, in dem er betont, daß sein Schritt notwendig geworden sei, da selb st süchtige und kurzsichtige Inter­essen einer geringen Minderheit oon Nationen den wirtschaftlichen und militärischen Weltfrieden gefährdeten. Es fei höchste Zeit, für die Vereinigten Staaten und jede andere Nation, die einfache Tatsache zu verstehen, daß die Furcht eines Landes vor der Zerstörung seiner nationalen Souveränität nur durch die völlige Ab- schafsung solcher Waffen beseitigt werden könne, die solches Vorgehen ermöglichen, d. h. nur durch die Abschaffung der Angriffswasfen. Blei­bende Verteidigungsanlagen, wie Befestigungen und Anlagen zur Küstenabwehr, erforderten auch gerin­gere Ausgaben als schwere Angriffswasfen, die lau­fend verbessert werden müßten. Gerade die letztere Tatsache sei mehr als irgendeine andere für die heutigen Schulden und die drohenden Banke­rotte in den einzelnen Ländern verantwortlich. Es gebe nur einen Weg zur Abrüstung, nämlich d i e Abrüstung f e l b st. Es gebe auch nur c i n Mit­tel Invasionen z u verhindern, indem

man sie unmöglich mache. Ein Volk habe An­griffswaffen nur nötig, wenn alle Völker An­griffswasfen besäßen. Es würde sie gerne aufgeben, wenn bie anderen sie abfdjaffen.

Roosevelt betonte, er haoe weder mit Eng­land noch mit Frankreich konferiert, bevor er seinen Appell an die 54 Rationen sandte. Sein Appell richte sich nicht besonders an Deutschland, sondern an die ganze Welt. Die Einbeziehung Rußlands bedeute keineswegs, daß eine Anerkennung der Sowjetunion geplant sei. Er habe seinen Appell auch an Rußland nur deswegen gerichtet, weil cs an den Genfer und Londoner Beratungen teilnehme. Amerika lege Wert auf den Punkt des Richtangrissspaktcs, der die Heber» schreitung der Grenzen mit bewaff­neten Kräften verbiete. Amerika sei be­reit, auch seinerseits die Konsequenzen zu ziehen und keine Truppen mehr nach Latein­amerika zu senden. Die Truppen in Peiping und Tientsin seien dort unter internationalem Abkommen, blieben also vom Richtangriffspakt, der solche Fälle ausdrücklich ausschlietze, unbe­rührt.

Das erste Echo der Roosevell-Volschast.

Genf stellt Entspannung fest.

Genf, 16. Mai. (TU.) Die Botschaft Roosevelts findet in allen Konferenzkreisen st a r k e Beach­tung. In der gegenwärtigen äußerst gespannten und kritischen Lage der Abrüstungskonferenz sei sie zunächst eine gewisse Erleichterung der Lage und als ein Anstoß für die Weiterführung der Verhandlungen aufgefaßt, durch den die fran­zösischen Sabotageoersuche der letzten Zeit verhin- dert und die schwer gerüsteten Groß­mächte gezwungen werden, nunmehr ihrerseits positiv zu dem englischen Plan Stellung zu nehmen und eine weitgehende Einschränkung ihrer gesamten Rüstungen anzunehmen. Vom deut­schen Standpunkt aus kann immerhin schon jetzt darauf hingewiesen werden, daß die Reichsregie­rung den englischen Abrüstungsplan bereits grundsätzlich unter bestimmten Voraussetzun­gen angenommen hatte und auch der ameri­kanische Vorschlag keineswegs eine unab­änderliche Annahme des englischen Planes verlangt, sondern diesen zur Grundlage der Verhandlungen der Abrüstungsfragen erklärt. Be­sonders die deutsche Forderung auf radikale Abschaffung der Angriffswasfen, deren Vorhandensein der Präsident der Vereinigten Staa­ten ausdrücklich als ein wichtiges Moment der Be­unruhigung erklärt, findet in der Botschaft eine dankenswerte Unterstützung.

Der dritte Punkt ist nach hiesiger Auffassung dahin auszulegen, dah eine Wiederanpas­sung des deutschen Rüstungsstandes an den der übrigen Staaten im Rahmen des englischen Planes zu erfolgen hat, dessen Einzelregelung für Deutschland auf der Kon- ferenz festzulegen ist. Richt anders ist auch der vierte Punkt zu verstehen, dah die in dem neu zu treffenden Abkommen zu übernehmenden Ab­rüstungsverpflichtungen getreulich erfüllt

urrd durch eine feierliche R i ch t a n g r i s s s - crklärung erhärtet werden. Wie sehr es im übrigen dem amerikanischen Präsidenten darauf ankommt, daß fein Dorschlag a l s ein unteil­bares Ganzes gewertet wird, geht auch dar­aus hervor, daß die Botschaft an alle Rationen geht, die auf der Abrüstungs- und der Welt­wirtschaftskonferenz vertreten sind, also z. 2. auch an Sowjetruhland.

©er erste Eindruck in Berlin.

Berlin, 16. Mai (ERB.) In Berliner po­litischen Kreisen wird darauf hingewiesen, dah der von Roosevelt empfohlene Macdonald-Plan sich aus einer Linie bewege, die auch von Deutschland in Genf eingehalten wor­den ist. Die Stellungnahme zu der amerikanischen Kundgebung muh natürlich dem Reichs­kanzler für seine morgige Reichstagsrede Vor­behalten bleiben. Als ersten Eindruck kann man aber immerhin feststellen, daß die Kundgebung des amerikanischen Präsidenten in hiesigen po­litischen Kreisen freundlich begrüßt wird, namentlich unter dem Gesichtspunkt, dah das Antlitz Amerikas sich jetzt wieder mehr Eu­ropa zuwendet.

Was sagt die Berliner presse?

Berlin, 17. Mai. (ENB.) Zu der Botschaft Roosevelts führt dieD. A. Z." aus: Mit Genug­tuung nehmen wir natürlich die freundlichen Aeuße- rungen zur Kenntnis, die Präsident Roosevelt auch für Deutschland findet, aber seine neuen Erklärungen lassen gar keinen Zweifel, daß Amerika heute wieder in viel höhexem Maße als bis­her geneigt ist, zusammen mit England den französischen Wünschen in Bezug auf die Zusammenhänge von Rüstung und Sicherheit entgegen,3ufommen. Das Blatt betont ähn­lich wie auch dieBörsenzeitung", dah Deutsch-

l a.n b nicht aufrüften wolle, sondern daß die anderen, Frankreich an der Spitze, den Versailler Vertrag gebrochen hatten, in- dem sie die Abrüstungsverpslichtungen nicht erfüllten. Es sei die schamloseste Verdrehung, weil Deutschland sein Recht auf gleiche Sicherheit fordere, ihm den Vorwurf der Aufrüstung zu machen.

DerL o k a I a n z e i g e r" sagt, bei der star­ken Betonung des Derständigungswillens durch die deutsche Delegation in Genf und bei den mehrfachen Versicherungen des unbedingten Wil-

Oie heutige Kanzlerrede im Rundfunk.

Die heutige Reichslagsrede des Reichskanzlers wird in der Zeit von 15 bis 18 Uhr auf alle deutschen Sender übertragen wer­den. Um 2 0 Uhr wird die Rede in einer wachs- platlcnaufnahme für alle deutschen Sender wie­derholt.

lens zum Frieden, die der Reichskanzler abgegeben hat, hat Deutschland keinen Aniah, sich diese Er­mahnungen Roosevelts besonders zuzuschreiben. -- DieK r e u z z e i t u n g" hebt hervor, daß Deutschland auch diesem letzten Versuch seine Hilfe nicht versagen wird. Dah der ame­rikanische Präsident mit seinem Dorgehen grund­sätzlich den Schritt zur Wiederbeteiligung an der europäischen Politik getan habe, sei ein Ereignis von historischer Tragweite. Es be­weise, daß es dieDerantwortungbegris- f e n habe, die sein ebenfalls demokratischer Amts­vorgänger Wilson dem amerikanischen Dolke hin­terlassen habe.

DieG e r m a n i a" bezeichnet den Schritt des amerikanischen Präsidenten als eine Erleichte rung der allgemeinen Lage, eine Entspannung der mit Elektrizität geladenen Atmosphäre und als einen Anstoß zu endlicher Aktivität der Genier Konferenz­maschine. DieD o s s. 3 t g." wirft die Frage auf, ob der Appell Amerikas dazu diene, zwischen Deutschland und Frankreich zu ver­mitteln ober nicht. Er mute Deutschland offenbar zu, auf Kategorien von Kriegsmaterial Verzicht zu leisten, die es bisher für sich in Anspruch genom­men habe. Er mute der Gegenseite zu/ sofort we­sentliche Reduzierungen von Angriffswasfen und Abschaffung vieler anderer vorzunehmen und ihre Zustimmung dazu, zu geben, dah die Angriffswaffen fchliehlich überhaupt abgeschafft würden. Die For­derung an Deutschland scheine klar und entschieden. Die Forderung an bie Gegenseite werde erst dann ganz klar und entschieden gemacht worden sein, wenn sie zahlenmähig be­stimmt sein werde. Solle der amerikanische Vor­schlag als Vermittlungsvorschlag aufgefaßt werden können, so mühte jene zahlenmäßige Festsetzung in fair p 1 ay erfolgen.

Ungünstige Aufnahme in Paris

London. 17. Mai. (DTR. Funkfpruch.) per- tinax meldet demDaily Telegraph" aus Paris: Präsident Roosevelts Botschaft ist in amtlichen Kreisen ungünstig ausgenommen wor­den. Sie läuft nach hiesiger lleberzeugung darauf hinaus, Frankreich die Annahme der briti­schen Vorschläge vom 16.Mär; anzuempseh- len. Ueberdies spreche der Präsident nicht einmal andeutungsweise oon der Möglichkeit einer Ab­änderung der traditionellen ameri­kanischen Reutralitätsdoktrin. Fünf Jahre nach dem Briand-Kellogg-Pakt einen neuen Richtung riffspakt abzuschließen, werde in Paris als zwecklos betrachtet. Das Außenmini­sterium sucht die Botschaft des Präsidenten möglichst günstig auszulegen. Die kreise dagegen, die in Füh­lung mit dem Ministerpräsidenten D a l a d i e r stehen, erklären, daß er bei der jetzigen schwierigen Lage Europas ohne Zögern jede Maß­nahme verwerfen werde, die eine Schwä­chung der französischen Landesvertei­digung mit sich bringen könnte.

London angeblich enttäuscht.

London, 17. Mai. (WTD. Funtspruch.) Der ..Daily Telegraph" schreibt: ünbeftreilbar war in britischen Kreisen bie erste Empfindung nach Kenntnisnahme der Botschaft des Präsidenten Roosevelt tiefe Enttäuschung. Man hatte einen neuen greifbaren Beitrag Amerikas zum Problem der europäischen Sicherheit erwartet, der bestehen würde in der Beteiligung des Präsidenten an einem Konsultativ» paki. Indessen verlautet, dah die gestrige Er­klärung des Weihen Hauses ein eilig beschlosse­ner Schritt gewesen sei, der darauf abzielte,