Ausgabe 
17.3.1933 Frühausgabe
 
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Wo.. Hiernach istesdenGemeinbenver» boten, die zur Verfügung gestellten Reichs­zuschüsse anteilmäßig ausalle Anträge i u verteilen, wenn die Mittel nicht zur De- friedigung aller Anträge ausreichen. Eine der­artige Regelung widerspricht ohne weiteres den Reichsbestimmungen: sie erschwert aber auch in der Praxis die Durchführung der Arbeiten. Außerdem würde durch dies Verfahren die R e ft- finanzierung sehr häufig in Frage gestellt, jedenfalls aber der Beginn der Arbeit verzögert werden, was wiederum im Interesse rascher Ar­beitsbeschaffung vermieden werden muß. Deshalb sollen bei der Vergebung der Mittel in Zukunft in erster Linie die Anträge berücksichtigt werden, bei denen sofort oder innerhalb kurzer Zeit

mit den Arbeiten begonnen werden kanrr. Der rechtzeitige Beginn der Arbeiten ift deshalb nachzuprüfen, und bei Verstößen ist eine folor* tige anderweite Verteilung der Mittel vorzu- ^Endlich ist noch zu erwähnen ein Beschluß des Wohnungsausschusses vom 17. Januar, wonach Reichszuschüsse bei Instandsehungs-, Scilunge- und Mmbauarbeitcn nur gewährt werden dür­fen wenn diese Arbeiten von Gewerbe treiben­den ausgesührt werden, die Mitglied einer Be- rufsgenossenschast sind, nicht gleichzeitig tn einem Arbeitnehmerverhältnis stehen und ihren Ar­beitern den Tariflohn zahlen. Schwarzarbeiten sind ausgeschlossen.

Aus der proviuzialhaupisiadt.

Körperpflege als Selbstverständlichkeit.

Don Dr. meb. Hans Vollenborn

Die Zeiten, in denen Gesundheitspflege und Kosmetik als ein Luxus betrachtet wurden, sind vorbei. 3n allen Schichten der Bevölkerung ist die Erkenntnis eingedrungen, daß Körperpflege und Sorgfalt in der Pflege des äußeren Men- schen keinen unnützen Zeitaufwand dar stellen son- dern daß die Minuten, die man zur tägliche Körperpflege verwendet, durch Wohlbefinden Selbstsicherheit und stete Gesundheit mit 3in« und Zinseszinsen wieder eingebracht werden. Was die Kosmetik anbelangt, darf man hier auch wohl auf den sozialen Gesichtspunkt hrnwellm, daß ein äußerlich verunstalteter oder häßlich aus- sehender Mensch sehr viel schwerer eine Beschaf- tigung findet, als ein normaler und gepflegter.

Die Fragen der Gesundheitspflege sind ver- hältnismähig einfach und können ohne besondere Anstrengung Allgemeingut werden. Die Haupt- auf merks amkeit ist dabei einem der wichtigsten menschlichen Organe, der Haut, zuzuwenden.

. Richtige Reinigung der Haut hindert manchen Krankheitskeim, durch Ne Hautporen ins Körper- innere einzudringen. Die Reinigung geschieht irn allgemeinen am zweckmäßigsten mit Seife, wobei zu bemerken ist, daß die teuerste Seife durchaus nicht immer die gesündeste sein muß. Der Seifen- preiS richtet sich nämlich sehr häufig nach dem Parfümgehalt, und stark parfümierte Seifen ver- Ursachen mitunter bei Menschen mit empfindlicher Haut unangenehme Reizzustände.

Da die Haut, wie Feststellungen moderner Forscher ergeben haben, als ein selbständiges Organ mit eigener Atmung und eigenem Stoff­wechsel zu betrachten ist, muh man natürlich nut ihr nicht Schindluder treiben. So ist übermäßiges Pudern und Schminken, wenn nicht eine tägliche sorgfältige Pflege, die abends vorgenommen wer- den muh, dazu kommt, abzulehnen. Keineswegs darf die Atmung der Gesichtsporen durch den Gebrauch von Schönheitsmitteln behindert wer­den. Manche Forscher stehen auf dem Standpunkt, oah eine geringe Puderschicht gerade bei der staubdurchsetzten Stadtluft die Poren von Fremd- vrpern freihalte. Jedenfalls läßt sich über die Bor- und Rachteile des Puderns kein allgemein gültiges Urteil abgeben. Der richtige Weg liegt wohl in der Mitte, ganz abgesehen davon, daß jic Reaktion der Haut individuell verschieden ist.

Eine hervorragende Rolle in der Kosmetik spielen die Fette. Bei der Pflege der Haut mit Fett ahmt man ja nur einen natürlichen Vor­gang nach, der darin besteht, daß der Organis­mus von selbst versucht, durch die Ausscheidungen der Talgdrüsen und die Fettsäuren des Schweißes einen Echuhpanzer für die Haut zu bilden.

Ein anderes beliebtes Schönheitsmittel ist der Lippenstift, bei dessen Anwendung man insofern vorsichtig sein muß, als man niemals den Lip­penstift einer anderen Person benutzen darf. Gar zu leicht können durch ihn ansteckende Krankheiten auf die besonders empfindliche Lippenschleimhaut übertragen werden. .

Einen großen Vorteil haben die Zrauen von heute ihren Schwestern Deraangener Jahrhun­derte voraus den Bubikopf. Er ermöglicht den Zutritt von Sonne und Licht auf die Kopfhaut, so daß der gesamte Haarboden wirksam beein­flußt wird. Die Haare sind ja ebenso wie Rägel Anhangsprodukte der Haut und werden sowohl im Wachstum, als auch in ihrer Haltung durch geeignete Gesundheitspflege der Haut gefördert.

Bornotizen.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, 23. Vorstellung im Freitag-Abonnement,Olina, Komodie von Bruno Frank: Spiel eitung von Karl He> er, Ende 22 Uhr. Gewöhnliche Preise.Im weißen Rötzl", Operetten-Revue von Müller-Gilbert-Be- nahky kommt am Samstag und Sonntag zum 14.

und 15. Male zur Aufführung unter der Gesamt­leitung Hub-Moehl-Däulke. Diese bei- den letzten Vorstellungen sind außer Abonnement und zu kleinen Operetten-Preisen. Vorzugsgut. scheine haben in beiden Vorstellungen, Schüler­karten nur Samstags Gültigkeit. Spieldauer am Samstag von 20 bis 23 Uhr, am Sonntag von 18,30 bis 21.30 Uhr.

Ißoffcnabiicfcrung in Hessen vis 21. Marz erstreckt.

Rückgabe an zuverlässige Personen gestattet.

WSN. Der Staatskornmisjar für Polizeiwesen in Heben, Dr. 23 e ft, Hal gestern abend folgende An­ordnung über die Ablieferung und Anmeldung von Schußwaffen erlassen:

Ich verweise auf meine Anordnungen über Die Ablieferung und Anmeldung von Schußwaffen vom 13. d. M., Ziffer 3, und oom 14. d. M. Ick setze eine letzte 5 r i ft zur Ablieferung bzw. Anmeldung von Schußwaffen bei den OrtspoUzeibehorden bis Dienstag, Den 21. März 1933. Zugleich er­gänze ich meine Anordnungen wie folgt:

1. Weder abgeliefert noch angemeldet zu werden brauchen Schußwaffen, die sich im Besitz von Per­sonen befinden, denen die Erlaubnis zur gewerbs- mäßigen Herstellung oder zum gewerbsmäßigen Handel mit Schußwaffen und Munition nach Maß­gabe des Reichsgefetzes über Schußwaffen und Mu­nition vorn 13. April 1928 erteilt ist.

2. Die Ortspolizeibehörden sind ermächtigt, ab- gelieferte Schußwaffen auf Verlangen folcben per» fonen zurückzugeben, aegen derenZuverlässigt en keine Bedenken bestehen und wenn Sicherheit dafür besteht, daß eine mißbräuchliche Benutzung Der Waffen ausgeschlossen ist. Dagegen sind abgeheferte Schußwaffen einzuziehen. Die sich im Besitz von solchen Personen befunden haben, gegen deren Zu­verlässigkeit Bedenken bestehen. Dies ist der Fall bei Angehörigen marxistischer Verbände, insbesondere der Verbände, Die Durch meine AnorDnuna vom 16. Marz 1932 aufgelöst worDen sinD, oDer bei Personen, Die sich in Der Oeffentlichkeit im marxistischen Sinne be­tätigt haben. .... v r

Z. Ich ermächtige Die PolizeibehorDen, Schuß­waffen im Besitz solcher Organisationen zu belassen, Die auf nationalem BoDen stehen (Schutzenvereine, Äriegeroereine) und mefin Gewähr Dafür besteht, Daß jede mißbräuchliche Benutzung Der Waffen, insbefonDere auch Durch unbefugte Dritte, aus­

geschlossen ist. v

4 Anträge einzelner "Angehöriger Der SA., oo. unD Des Stahlhelm auf Erteilung von Waffenscheinen sind abzulehnen. Den Antragstellern ist anheimzu- geben, auf Dem Dienstwege ihrer Organisation ihre Anträge unmittelbar an mich gelangen zu lassen. Das weitere wirb fobann von mir veranlaßt werben.

** Eine Hebung unseres Bataillons findet heute vormittag unter Führung des Haupt- manns oonStockhaufenin Dem Raume Klein-LinDenAllenborfGroßen-LinDen statt. Das Bataillon rückte gegen 7 Uhr au Der Hebung aus. Die Rückkehr Der Truppe erfolgt heute mittag ge­gen 12 Uhr Der Marsch auf Der Rückkehr wirD Durch Die Frankfurter Straße, Südanlage, Garten- straße und Licher Straße zur Reuen Kaserne bzw. von Der Ecke SüDanlage/Gartenstraße durch Die Oft» anlage nach Der Zeughauskaserne gehen.

*» Billige Reichsbahnfahrt nach Berlin und zurück. Vom Bahnhof Gießen Wird uns mitgeteilt: Am 18. März verkehrt aus Anlaß des Länder-Futzballwettspiels Deutsch­land-Frankreich ein Gesellschaftsfonderzug von Paris über MetzTrierKoblenzGießen Kassel nach Berlin Friedrichstraße und zuruck. H i n fahrt am 18. März Gießen ab 6.46 lltjr, Rück fahrt Rächt 19. 20. März Berlin Friedrich­straße ab 19.55 Llhr, Gießen an 3.49 Mr. Fahr­preis 3. Klasse für Hin- und Rückfahrt 20 Mark. Der Sonderzug ist für den öffentlichen Verkehr freigegeben.

OerErschließer Arabiens".

3um 200. Geburtstage des Geographen Carsten Niebuhr.

Es ist lange des Deutschen Schicksal gewesen, unter allen Völkern am kühnsten in unbekannte Fernen vorzustoßen. ohne doch die Früchte ^solch kühner Entoeckungssahrten zu ernten. Ein Bei­spiel dafür ist die Leistung Carsten Nie­buhrs, des friesischen Bauernsohnes, der selbst sein Lebtag ein deutscher Dauer blieb und doch einer der besten Forschungsreisenden wurde, die je gelebt haben. Es verlohnt sich, sein Andenken, das von seinem Sohn, dem berühmten Geschichts­schreiber Roms, pietätvoll bewahrt, dessen Name aber durch den berühmteren des Sohnes verdun­kelt wurde, bei der Wiederkehr seines 200. Ge­burtstags wieder aufzufrischen.

Mehr als Deutschland hat England diesen Erschließer Arabiens" gefeiert, auf dessen Spuren die Briten große Erfolge ern­teten. Carsten Riebuhr wurde am 17. März 1733 zu Lüdingworth an der Südgrenze Holsteins geboten und wurde zunächst ein Bauer wie sein Vater. Aber es drängte ihn zu höherer Bil­dung. und er zeigte von früh an eine starke mathematische Begabung. Lehrer nahmen sich seiner an, und 1760 trat er als 3ngenteurleut- nant in dänische Dienste. Bald bot sich ihm eine günstige Gelegenheit, seine Kenntnisse zu ver­werten und seine Sehnsucht nach fernen Län­dern zu befriedigen. König Friedrich V von Dänemark sandte damals eine wissenschaftliche Expedition zur Erforschung von Aegypten, Arabien und Syrien aus. Diese sollte Niebuhr als Geograph und Ver­messungstechniker begleiten, und er hatte noch eineinhalb Jahr Zeit, um sich in Göttingen auf feine große Aufgabe vorzubereiten.

Hier wurde et von dem Astronomen Mayer in den Gebrauch des Hadeleyschen Oktanten ein- geweiht und mit einer Londoner Sekundenuht versehen sowie mit einem Quadranten, den Mayer eigenhändig eingeteilt hatte: auch die berühmten Mondtafeln des Göttinger Astronomen, die noch nicht gedruckt waten, durfte er in einer Abschrift mitnehmen. Dadurch wat er ausgerüstet, um die geographischen Längen zu messen, und er ist der erste Landreisende gewesen, der neben den be­kannten Breitenbestimmungen auch Längenmes­sungen durchführte. Diese waten von solcher Schärfe, daß sie auch später nicht wesentlich ver­bessert werden konnten. Für das Innere von Vordetasien fehlten solche Angaben vor feiner -Reise völlig. Da er ja außerdem bei seinen Wai^ berungen Die zurückgelegten Entfernungen nach dem Kompaß, der Ahr und dem Schritt der Ka­mele berechnete, so brachte er einen Schah Don Sorten für Die Küsten des Roten Meeres, für Arabien und Klein-Asien heim.

Von der Expeditton, die 1761 unter Führung

des Orientalisten v. Haven angetreten wurde unö an der verschiedene Gelehrte teilnahmen, kehrte Niebuhr nach siebenjähriger Abwesenheit als der einzige llcbcrlcbenöc zurück. Er hatte bereits alle seine Gefährten verloren als er 1764 nach Der Fahrt über Suez durch das Rote Meer und Quetzügen durch das Berglano Jemen nach Bombay gelangte. Nachdem ihm weitere bescheidene Mittel bewilligt worden wa­ren. lehrte er über Maskat, den Persischen Golf über Schiras, wo er die Trümmer von Perlepolis besichtigte und zeichnete, über Bagdad, Mosul, Aleppo, Palästina und Konstantinopel nach Ko­penhagen zurück.

Seine vielsältigen Beobachtungen legte er in seiner klassischenReisebeschreibung von Arabien und anderen umliegenden L ändern" nieder, einem Werk, das noch heute nicht veraltet ist unD von jedem befragt werden muß der sich genaue Angaben über Geographie Völker und Altertümer Arabiens verschaffen will. Neben seinen Längen- und Breitenmessungen beobachtete er täglich mehrmals das Thermo­meter stellte Die Abweichungen der Magnetnadel fest, nahm in Aegypten die Maße der Pyramiden auf zeichnete Hieroglyphen ab, ebenso Die rätsel­haften Felseninschriften des Sinai und nahm die Denkmäler von Persepolis aus.

Wenn gerade jetzt durch neue Grabungen an dieser Stätte die Tempel des Darius und Terxes wieder ans Licht gehoben werden, so hat auch Dafür Carsten Niebuhr Die Grundlage gelegt: ebenso waren es seine Abzeichnungen. Die Grotefend 1802 zur Entzifferung der ersten Keilinschriften führten. Niebuhr war es, der zu­erst Den Birst Aimrud bei Hilleh als die Statte des alten Babylon bezeichnete und Die Ruinen von Ninive feststellte.

So folgen also grabe Die großen archäologi­schen Entdeckungen der Gegenwart seinen Spuren Keiner seiner Vorgänger", urteilt Peschel in seiner Geschichte der Erdkunde,hat uns den Orient um so vieles näher gerückt, keiner das Verständnis seiner Kulturen weiter aufgeschlos­sen als er, so daß er Der Pförtner wurde für das tiefere Eindringen seiner Nachfolger in Die Kunde des Morgenlandes." Niebuhr. Der auch weiterhin eine fruchtbare wissenschaftliche Tä­tigkeit entfaltete, blieb in seiner ganzen Wesens­art ein schlichter Mensch mit Dem klaren Blick für das Wirkliche und Der nüchternen Beobachtungs­gabe. Er hat Diese Eigenschaften auf feinen großen Sohn BartholD Georg, den mannhaften Patrioten und Forscher, vererbt. Nachdem er 1773 geheiratet hatte, lebte und wirkte er dis zu seinem Tode am 26. April 1815 zu Meldorf m Holstein.

Hilfe für den Hansvesitz.

Neue Bestimmungen für die zweite SO-Mittionen Bate für HouSreparaturen.

Don Stadirat Dr. Lehmann.

Irn Januar hat das Reichskabinett nochmals 50 Millionen Wk. für die Ausführung von Woh­nungsreparaturen und Wohnungstellungen be­willigt. Besonders beachtenswert Dabei ist, daß die Reichszuschnsse auch für Die Teilung von Neu­bauwohnungen bewilligt werden sollen, ebenso für Die UmtoanDlung von Geschäftsräumen. Die Be­stimmung Der bisherigen Reichsrichtlinien, nach denen für den Umbau sonstiger Räume zu Woh­nungen ein Reichszuschuß bis 50 Prozent Der Kosten - im Höchstfälle 600 Mk. - für jede Teilwohnung gegeben werden konnte, ist in der Praxis mitunter dahin ausgelegt worden, daß es sich nut um den Ausbau gewerblicher Räume handeln müsse. Demgegenüber hat Der zuständige Sachbearbeiter im preußischen Wirtschaftsminl- sterium in der ZeitschriftDeutsches Wohnungs­archiv" ausdrücklich betont, daß untersonstigen Räumen" alle Räume, Die nicht Wohnraume seien - so auch Boden-, Dach-, Keller-Räume und andere zu verstehen sind. Diese Vorschrift wird also weitherzig auszulegen sein.

Die im vorigen Preußischen Landtage gegebene Anregung, den Kommunalverbänden die Entscheidung Darüber zu übertragen, welcher Be­trag aus den ihnen zugewiesenen Rcichszuschus- sen für Wohnungsinstandsetzungen und welcher für Wohnungsteilungen verwendet werden soll, ist leider nicht berücksichtigt: eine Der­artige Arbeitsteilung ist nach einer Erklärung des kommissarischen preußischen Ministers für Wirtschaft und Arbeit deshalb nicht durchführ­bar, weil die Mittel für Jnstandsetzungs- und Teilungsarbeiten Den Ländern vom Reiche ge­trennt zur Verfügung gestellt werden. Dieses Ar­gument Dürfte allerDingd als stichhaltig nicht an­erkannt werden, denn Der Zweckder Reichs- Zuschüsse ist vor allem Die Arbeits­beschaffung. Wenn sich diese durch die an sich - sehr wünschenswerte Schassung von Klein­wohnungen durch Teilung großer Wohnungen nicht allerorts erreichen läßt, sondern tatsächlich nur durch Ausführung von Jnstandsctzungsarbei- ten. Dann muh es ganz gleichgültig fein, auf welche Weise nutzbringende Arbeit geschaffen worden ist. Deshalb ist es zu begrüßen, daß sich Die Reichs- tegierung dazu hat entschließen können. Die Min­destgrenze Der Kosten für Jnstandsetzungsarbei- ten, Die bisher 250 Mark beträgt, auf 100 Mk.

herabzusehen. GeraDe Dem Kleingewerbe­treibenden und dem Eigenheimbesitzer auf Dem platten Lande ist ein Reichszuschuh in Höhe von ein Fünftel der Kosten - auch wenn es nur 20 Mark sind eine außerordentlich große Hilfe, denn ihnen bereiten die Aufbringung der erforder­lichen 80 Prozent Der Restkosten sehr viele Schwierigkeiten. Auch in dieser Beziehung muß unbedingt etwas Zweckentsprechendes geschehen, etwa in Der Weise, daß Den Sparkassen Die Erlaubnis gegeben wird, in bestimmter Höhe Reparaturhypotheken auszuleihen. Auf Grund Der Notverordnungsvorschriften bedürfen jetzt Die Sparkassen der Genehmigung Der Auf­sichtsbehörde, wenn sie neue Hypotheken aus­leihen wollen. Für Den Darlehnsnehmer ist diese Reparaturhypothek tatsächlich oftmals die ein­zige Möglichkeit, das Geld auszubringen, und des­halb ist mit Recht in Der preußischen Hauszins­steuerverordnung vom 9. März 1932 zugelassen, daß diese Steuer um Den Betrag zu ermäßigen ist. Den Der Eigentümer als Verzinsung und Til­gung für eine Reparaturhypothek auf genommen hat. Inzwischen hat Der preußische Landesver­band der Haus- und Grundbesihervereine Die Ini­tiative ergriffen und mit Llnterstühung der Reichs­bank, oder Der Deutschen Bau- und Bvdenbank AG. die Restfinanzierung der mit Reichszuschüs- fen Durchzuführenden Arbeiten insoweit erleich­tert, als Der Gegenwert für die künftig erst an­fallenden Grundsteuergutscheine im voraus gezahlt werden kann, zu Hirsen, zu Denen selbst die be­reits in den Händen Der Grundstückseigentümer befindlichen Scheine nicht verkauft werden können.

Eine Begünstigung bei den Reichszuschüssen für Jnstandsehungsarbeiten ist neuerdings durch einen Erlaß des Reichsarbeitsministers IV 8536 32 Wo. zugestanden: Der für die Zuschuhgewäh- rung erfordert che Gesamtkosten-Mindest- aufWand je Grundstück in Höhe von 250 Mark gilt nämlich auch in solchen Fällen als erreicht, wenn mehrere Wohnungsgebäude als einheit­licher Baublock (Baugruppe. Hausblock, Siedlung) errichtet sind. Offensichtlich hilft diese Bestim­mung besonders den Baugenossenschaften, die zum Teil auch erheblich nolleidend geworden find.

Don Wichtigkett ist schließlich noch ein anderer Erlaß des Reichsarbeitsministers IV 7803/32

Vordem Wballkamps Deutschland - Frankreich.

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K.;.

Die französische Mannschaft, Die vor kurzem gegen Die ausgezeichneten Oesterrelcher ein gutes Jte|uitai erzielte, unD Die jetzt in Der ungefähr gleichen Aufstellung am kommenden Sonntag in Berlin gegen die deutsche Ländermannschaft antritt. Vorn von links nach rechts: Kauff mann (für Den in Berlin Liberal! fpieU), Gsrard, Der Mittelstürmer N i c o l a s, R i o . Der Lintsaußenfturmer L a n g l l l e r. Hinten von links nach rechts: Chantrell, Maire ffe (der in Berlin Ersatz ist), Der Torwart Deßfoss 6 , Der rechte Verteidiger van Do.oren, Der Mittelläufer Kaucsar unD Delf our.

Es gibt kaum einen Hußball-Länderkampf in Der Terminliste Des Deutsches, Fußball-Bundes, Dem mit solchem Interesse entge-engesehen wird, wie dem Länderspiel gegen Frankreich. Diesmal konnte man schon eine Woche vorher keine Karte mehr haben, Da Das Deutsche Stadion ausverkauft war. Dieses große Interesse der deutschen Fußballgemeinde an diesem Fußball-Länderspiel berührt eigenartig, denn gerade unsere deutschen Fußballtmhänger sind von Den je­weiligen Nationalmannschaften mehr enttäuscht als begeistert worben. Die Niederlagen gegen Holland und gegen Italien, die Deutschland in Den letzten Spielen einstecken mujjte, finD sicher noch in aller

Erinnerung. UnD Doch dieses Interesse ... Das hat gerade beim Fußballspiel gegen Frankreich haupt­sächlich seinen Grund Darin, daß man hofft, eine

Revanche für Das in Paris so unglücklich ver­laufene Treffen

zu erleben.

Sicherlich bewegt sich Das allgemeine Niveau Des deutschen Fußballs nicht auf Dem niederen Niveau, wie es die Nationalmannschaften vorzuführen be­lieben. Eine oftmalig falsche Aufstellung und auch sehr viele unglückliche Zufälle haben es zuwege ge­bracht, daß Deutschland in Europa -nur mehr als