iaaisrair "schen Volk und fschlanö.
"Jung wurde bamals auf ®°ttige Ausgaben harrten Wen Arbeiten und (ort- ft"? und Lösung dieser bald eines erkennen, bot "S, des einzelnen feslstand, )elne glauben kann nnte die Mitarbeit der Lol- enn man uns im Auslände 105 Volk knechten, da; Bott agen haben, jo beweist der genteil. Wir haben da; be it herangezogen, jorm. Der Staatsrat, fo wie agen, ift mein eigenes )er Arbeit erkannte ich, daß die Gefahr bestand, daß man nenhang mit dem Volk ver- i allzuleicht seine Entschlüsse, am grünen Tisch und daß
:r die Bürokratie in sich au5wi11cn könne, oolksfremde und vom Volke lahmen und Gesetze entstehen ich, fo rasch es irgend ging, »it mit bem Volke
raf, der hier geschaffen m Männern, die selbst 1(5 ZLHrer steten, ä, \i\ es aus orgamsa- as wMnschasllichem oder lschaMchem Gebiete, über- die mitten im Volke stehen rden sind und die aus dem ms herantragen sollen die des Volkes und die Anre- äge, wie zu helfen sei. Nön- regierung unlerstühen, und i Leistung der Gesetze, die Bindeglied darstellen sollen tn der Regierung und dm lke sind wir gekommen m>° ^sen, deshalb werdens m Zusammenhang mik dem lk verlieren.
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den, die durch besondere Begabung und Leistung und besondere Beziehungen auf verschiedenen Gebieten nutzbringende Arbeit im Staats- rat zu leisten berufen sind, Führer der Wirtschaft, der Landwirtschaft, Führer auf wissenschaftlichen Gebieten und allgemeinen Staatsgebieten. Aber es wurde nicht preußischer Tradition entsprechen, woll- ten wir die Männer vergessen, die draußen auf dem Schlachtfelds, draußen auf hoher See deutsche Truppen und deutsche Schiffe zum Siege geführt haben. Ich danke deshalb insonderheit Herrn Generalfeld- marschall von Mackensen. Herrn General L i tz- m a n n und Herrn Admiral o o n T r o t h a , daß sie als Vertreter der alten ruhmreichen deutschen Hee- resmacht uns die Ehre geben, in diesem preußi- schen Staatsrat mitzusitzen und zu arbeiten. Meine Herren, ich eröffne den Staats rat in einem wichtigen Augenblick, im Anschluß an die große richtunggebende Rede des Führers in Nürnberg.
Ich weiß, daß es Menschen gegeben hat, die glaubten, daß in der Rede des Führers, der klar und deutlich das Endziel der Geschlossenheit Deutschlands gezeigt hat, eine Divergenz sei könnte zwischen der Auffassung der Minister der Länder und dem Kanzler des Reiches. Nein, meine Herren, die Rede des Führers in Nürnberg ist für uns b i e D i e n ft a n ro e i • fung auch in Preußen, sie ist für uns das Fundament unserer Arbeit in Preußen. Und wenn der Führer gesagt hat: Nicht die Länder, sondern das Volk sind jetzt der Pfeller Deutschlands, so begrüßen wir das, wie wir es ebenso begrüßen, wenn er gesagt hat: Man darf nicht stur festhalten an allem Ueberlieferten, sondern man muß gestützt auf die Tradition, aber auch mit dem Blick in die Zukunft mutig neue Wege gehen können, wenn sie zum Segen und Heile des Volkes notwendig sind. Wenn Bismarck uns einst die Einheit des Reiches gab, d. h. den äußeren Rahmen, die Form des Deutschen Reiches geschaffen hat, dann, muß ich sagen, hat Adolf Hitler noch ein größeres getan; denn er hat in diesen Rahmen die Geschlossenheit des Volkes hin- eingestellt. Er hat nicht nur die Länder mit einer Klammer zusammengefaßt in einem Rahmen, sondern er hat die Klassen und Stände zertrümmert, um aus ihnen ein Volk zu schaffen und dieses Volk in seiner Geschlossenheit vereinigt zu dem Bekenntnis: Deutsche wollen wir sein, denn es gilt jetzt Deutschland und nichts anderes. Der Führer hat ausdrücklich betont: Organisch muß die Entwicklung (ein. Nicht mit brutaler Faust darf etwas zerschlagen werden, was nicht zerschlagen werden darf. Langsam und sicher aber unentwegt das Ziel vor Augen müssen wir vorangehen in stetigem Dorwärtsschreiten auf dieses Ziel. Und dieses Ziel heißt Deutschland und nur Deutschland unb immer roieber Deutschlanb.
Darin hat nun Preußen seine Mission, wie es sie Immer gehabt hat, wie Preußen einst vom Reiche kam und wieder zum Re'che hinging und die Voraussetzung für das Reich geschaffen hat, so wird Preußen auch jetzt die Vollendung des Reiches zu schaffen haben. Darum, meine Herren, unsere Arbeit gilt nicht nur Preußen, unsere Arbeit gilt dem Reiche, gilt bem deutschen Volke, unb nur eines wollen wir heute befeuern, daß unser geliebtes Preußen die größte staatsrechtlich organisierte Zelle des nationalsozialistischen Driften Reiches ist, und das muh unser Ehrgeiz fein, daß es so sei. Deswegen habe ich vor dem Führer das feierliche Gelöbnis abgelegt, daß die preußische Staatsregierung nur In diesem Sinn arbeiten unb die ganze firaft Preußens nur In dem Bestreben einsetzen wird, der stärkste und leidenschaftlichste Pionier des Dritten Reiches zu fein.
Der Ministerpräsident verliest dann den Wortlaut dieses Gelöbnisses und fährt fort:
Meine Herren, ich habe dem Führer dieses Treuegelöbnis überreicht. Der Führer hat mich beauftragt, bem Staatsrat seine Grüße zu übermitteln. Sein Fernbleiben entspringt nicht nur feiner gewaltigen Arbeit am heutigen Tag, fonbern vor allem sagte er zu mir: „Der heutige Tag soll ber Ihre sein." Ich banke bem Führer für dieses neuerliche Bekenntnis feines Vertrauens. Der Führer hat auch als äußerlich sichtbares Zeichen dieses Vertrauens Preußen eine neue preußische Standarte verliehen. Wir danken dem Führer, daß er mit dem heutigen Tage diesem neuen Preußen wieder seine alten glorreichen Zeichen verliehen hat, daß aber darüber hinaus dieses neue Preußen auch wiederum die Standarte und die Zeichen der siegreichen Revolution trägt, daß auch hier wieder eine Vermählung des Adlers und des Hakenkreuzes erfolgt ist. Das wird nun in Zukunft die preußische Dienstflagge sein. Wir danken dem Führer, daß wir auch äußerlich wieder ein Symbol der Ehre unb ein Symbol der Freiheit haben. Wenn ich Sie nun aufrufe, den Treueid zu leisten und bann die Arbeit zu beginnen, die Ihnen Ihr hohes Amt auferlegt, bann bin ich gewiß, baß sie sich der Größe bes Augenblicks voll bewußt finb und sich mit allen Kräften hineinstellen werden in die neue Front bes alten Preußens. Auf ihn aber, ben großen Führer bes Deutschen Reiches, richten sich in dieser feierlichen Stunde unsere Blicke. Ihm fliegen auch tn diesem Augenblick aller Herzen zu. Der Führer hat uns in Preußen auf unseren Platz gestellt. W i r geloben, baß jedermann in Preußen seine Pflicht tut. So will ich schlie- tzen: Der Preußische Staatsrat ist eröffnet, er ift eröffnet mit dem Rufe: Dem Führer unseres Volkes, des Reiches Kanzler, ein dreifaches „Sieg
Oie Vereidigung.
Die Teilnehmer an der Feier stimmten begeistert in ben Heil!-Ruf auf ben Führer ein. Sie fangen bann ftehenb die erste Strophe des Deutschlandliedes und das Horst-Wessel-Lied. Auch Bischof Berning und die übrigen katholischen Geistlichen fingen mit erhobener Rechten die Hymnen mit.
Ministerpräsident Göring begab sich bann vom Rednerpodium hinab in den Saal. Vor ihm ftan- den die Staatsräte. Er sprach ihnen die Eidesformel vor:
„Ich schwöre bei Gott bem Allmächtigen unb Allwissenden, daß ich mein Amt als Preußischer Staatsrat nach bestem Wissen unb Gewissen führen und mich in unoanbelbarer Treue z u unserem Volke unb z u unserem Führer Abolf Hitler, der geschichtlichen Größe Preußens bewußt, für ben Neuaufbau bes Reiches mit allen Kräften einsetzen werbe."
Die Staatsräte erhoben bie Hanb zum Schwure und bekräftigten die Eidesformel mit den gemein- hm gesprochenen Worten: ,Lch schwöre es, so wahr mir Gott helfe!"
Nun rief Ministerpräsident Göring bie einzelnen Staatsräte namentlich auf unb übergab ihnen ihre BerufungsurtunDe. Besonders herzlich begrüßt er bie alten Heerführer des Weltkrieges, denen er entgegenschreitet und herzlich die Hand drückt. Bei der Ueberreichung der Urkunde an Stabschef Rohm weift Ministerpräsident Göring noch einmal auf die Verbundenheit zwischen bem preußischen Staat unb ber SA. hin. Ein paar besondere Worte richtet er auch an den Bischof Berning von Osnabrück und an den Preußischen Lanbesbischof Müller. Auch Prinz Philipp von Hessen unb Prinz 21 u g u ft Wilhelm erhalten einen beson- beten Dank vom Ministerpräsidenten.
Das Niederländische Dankgebet rauscht auf, dessen zweiter Vers eine neue Fassung erhalten hat:
„Wir starben, verdarben durch Lügen unb Listen, Durch Frevel unb Schanbe zerbrochen bie Wehr. Wir haben gelitten, gekämpft und gestritten mit reiner, blanker Wehr für Heimat und Ehr'."
Ausktang.
Nachdem die feierlichen Klänge verhallt waren, brachte Ministerpräsident Göring ein dreifaches Sieg-Heil! auf den Reichspräsidenten von Hindenburg aus, das von der Versammlung begeistert aus
genommen wurde. Dann hebt Professor Heger wiederum den Stab. Unter den Klängen der Eg- mont-Ouvertüre von Beethoven verläßt der Mim- fterpräfibent mit dem Ministerium, gefolgt von den Staatsräten die Aula. Ihnen schließen sich an die Standarten unb Fahnen, bann das Diplomatische Corps und die Ehrengäste, unter denen man übrigens viel beachtet den Kronprinzen und die Kronprinzessin von Italien bemerkt. Kurz vor 13 Uhr ertönt der preußische Präsentier- marsch. Unter seinen Klängen verläßt der Ministerprä- sident, von einer vieltausendköpfigen Menge jubelnd begrüßt, das Aula-Gebäude. Hinter ihm wird ein großer Lorbeerkranz getragen mit der Inschrift: „Dem großen Genius Preußens in Treue und Dankbarkeit. Die preußische Staatsregierung". Diesen Kranz legt Ministerpräsident Goring a m Denkmal Friedrichs des Großen nieder und nimmt dann den Vorbeimarsch der Polizei ab, darunter die SA.-Göring-Leibstan- barte mit braunen Stahlhelmen unb berittene SA. unb bie SS.-Stanbarte Adolf Hitler mit der Blutsahne. Nach dem Vorbeimarsch fuhren bie Minister, Staatsräte unb Ehrengäste in ihren Wagen durch das Spalier der Zuschauer die Linden entlang, durch das Brandenburger Tor, wo sich der Zug ausloste. •
JergwßhesMeMcheWsammmschlaßvollzogen
Kirchenregierung und Verfaffungsausschuß Hessens nehmen die Verfassung an.
Darmsiadl, 15. 5epL (0571.) Die neue Kirchenregierung und der von der CanDes- synode eingesetzte v e r f a s s n n g s a u s s ch u ß traten heute zu einer gemeinsamen 5ihung zusammen, nachdem durch Verhandlungen mit den andern Landeskirchen unter Beteiligung der staatlichen Behörden eine Klärung der Lage eingetreten war. Die Kirchenregierung und dec Verfasjungsausschuh. die durch die Synode zur Schaffung der Verfassung entsprechend als legitimiert zu betrachten sind, haben einstimmig die von den Landeskirchen Nassau und Frankfurt bereits am 12. b. 2TL angenommene Verfassung für bie großhessische Kirche nebst Linführungsgeseh auch ihrerseits für die Landeskirche in Hessen rechtsverbindlich angenommen, und zwar vorbehaltlich des nachträglichen Einbaues der Richtlinien der Deutschen Evangelischen Kirche für die Verfassungen bet Landeskirchen und unter ber
Voraussetzung bet Genehmigung der beschlossenen Verfassung durch die Deutsche Evangelische Kirche.
Nachdem sonach die Vereinigung mit den beiden andern Landeskirchen von der hessischen Landessynode am 12. d. 2U. beschlossen wurde und jetzt rechtsverbindlich für die hessische Landeskirche auch die Verfassung der künftigen grohhessischen Kirche angenommen ist, handelt es sich nur darum, wann bie großhessische Kirche Ins Leben treten wird, was durch Bevollmächtigte bestimmt werden soll. Für die Evangelische Landeskirche in Hessen ist als B e o o 11 m ä ch I i g t e t z u t Durchführung der gefaßten Beschlüsse, insbesondere zur Bestimmung ber Abgeordneten aus Hessen für die gtoßhessische Synode, ber Synodale Rechtsanwalt Klein, Darmstadt, berufen worden. Heber ben endgültigen Namen der grohhessischen Kirche schweben noch Verhandlungen.
Sie Grundlagen des neuen
programmatische Ausführungen des Reichsjustizkommiffars Or. Frank.
Berlin, 15. Sept. (TU.) Der vorn Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelstages, D r. v. Renteln, berufene Rechtsausschuß bes Deutschen Industrie- und Handelstages trat zu seiner ersten Sitzung zusammen. Der Vorsitzende des Ausschusses Dr. Corves (Würzburg) umriß in seiner Begrüßungsansprache die Aufgaben des Ausschusses im neuen Deutschland. Sodann ergriff der Reichsjustizkommissar Minister D r. Frank bas Wort zu programmatischen Ausführungen. Der Minister ging aus von ber Frage nach bem Sinn ber Rechtsreform. Er unterstrich -auf Nachdrücklichste die Forderung, daß nationalen Erfordernissen gegenüber auch bie Belange ber Wirtschaft zurückzustehen haben. Damit ft e i g t bie Verantwortung des Staates für bie Wirtschaft. Er hat die Pflicht, sie gegen jedermann zu schützen. Ein wesentlicher Faktor dieses Schutzes liegt im Wirtfchaftsrecyt, in dem fich die Sicherungsfaktoren sammeln, die der Staat der Wirtschaft bietet.
Der Reichsjustizkornrnissar betonte, baß der schöpferische und verantwortungsbewußte Wirtschastsfüh- rer im neuen Deutschland wieder au seinem Recht kommen werde. Die ungesunde Ausdehnung verstaatlichen Regiebetriebe wird durch die Schließung ftaatseigener Betriebe zur ück gedrängt werden. Der Nationalsozialismus hat sich zudem Gedanken eines g e • t u n b e n Privateigentums bekannt, bas in ben letzten Jahren der marxistischen Mißwirt
schaft durch eine unmoralische Gesetzgebung zerstört worden ift. Die überlegene Wirtschaftsführung des Führers Adolf Hitler hat bereits jetzt schon alle Verleumdungen widerlegt, denen er sowohl von marxistischer wie liberaliftisch-kapitalistischer Seite in ber langen Zeit seines schweren Kampfes ausgesetzt war.
Die Rechtsresorm wird fich erstrecken einmal auf alle die Normen, die mit dem Wirtschaftsleben unmittelbar zu tun haben unb gewissermaßen als bas engere Wirtschaftsrecht deren Hausordnung darstellen, zum anderen auf die ber allgemeinen Rechts- orbnung zuzurechnenden Gesetze. Der Minister sagte zu, daß auf dem Gebiete des eigentlichen Wirt- schastsrechts nichts geschehen wird, ohne daß maßgebliche Vertreter der Wirtschaft als beratende Fachleute hinzugezogen werden. Hinsichtlich der allgemeinen Rechtsordnung werde bie Wirtschaft Die Sicherheit haben, baß bie Nechtsverfolgung billig, sicher und rasch funktionieren wirb. Mehr kann bie Wirtschaft nicht von ihr verlangen. So wird der Wirtschaft binnen kurzem ein neuer verbesserter Zivilprozeß zur Verfügung stehen. Der Minister warnt in die- fern Zusammenhang vor einer ungesunden Steigerung des Schiedsgerichtswesens. Er betonte zum Schluß, dem Mut und der Stärke des deutschen Wirtschaftsführers fei das Hauptoerdienst für die Erhaltung der deutschen Nation in den langen Jahren der Mißwirtschaft zuzuschreiben.
Geheimrat Gauerbruch an Die Aerzteschast der Wett.
Ein Zeugnis für den Friedenswillen des neuen Deutschland.
Berlin, 16. Sept. (TU.) Geheimrat Prof. Dr. E. F. Sauerbruch, der Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Berlin, Charit6, hat an die Aerzteschast der Welt einen offenen Brief gerichtet, in dem es heißt:
Meine sehr verehrten Kollegen! Im Oktober dieses Jahres soll erneut eine Völkerbundstagung über das umstrittene Abrüftungs- Problem endgültig entscheiden. Alle bisherigen Versuche mußten scheitern, weil den Unterhändlern vielfach das Gefühl für elementare und historische Spannungen und Gesetzmäßigkeiten fehlte. Aus ihm heraus aber kann allein eine Grundlage für dauernde und aufrichtige Verträge entstehen.
Der Versuch ber beutschen Regierung, nach Beruf unb Lebenserfahrung geeigneten Männern, die nicht im politischen Leben stehen, bas Wort zu erteilen, kann Darum vielleicht ber großen Ibee eines Ausgleichs eher bienen. Zahlreiche beruflich-freunb- fchaftliche Beziehungen zum Ausland lassen mich dabei hoffen, daß meine Mitarbeit nicht mißdeutet oder gar abgelehnt, sondern richtig gewertet wird.
Zunächst wende ich mich an Sie mit einem B e - fenntnis z u Heimat und Volk, mit dem ich mich schicksalsmäßig verbunden fühle. Aus der Liebe zu ihm entspringt die lieber- zeugung, daß es ein lebendiges Recht hat, feine nationalen Kräfte zu entfalten. So sehe ich Denn auch in unserer Revolution bie Grundlage einer Wiedergeburt unseres unwürdig behandelten und zurückgesetzten Volkes trotz anfänglicher Begleiterscheinungen, die mich mit ernster Sorge erfüllten.
Jeder von Ihnen, der selbst sein Vaterland liebt, wird diese Empfindung würdigen. Erleichtert aber wird bas Verständnis für meine Aeußerung, wenn ich Sie an die ©emeinfamtelt unferer Berufsauffassung erinnere. Es ist eines der unwandelbaren, unantastbaren Gesetze ber Mensch
heit, daß ihre Aerzte frei von zeitaeHunde n e n Kräften ihr Werk tun. So sehr auch die Medizin als Wissenschaft ihr wechselndes Gepräge von einzelnen Kulturepochen empfängt, die ideelle Haltung des Arztes bei feiner verantwortungsvollen Arbeit muß unbeeinflußt und menschlich frei bleiben. In ber unmittelbaren Beziehung zu jedem Kranken, Der sich ihm anoer- traut, liegt seine königliche, ja göttliche Sendung. Aus dieser inneren Unabhängigkeit entspringt aber auch eine großzügige lebendige 21 n - schauung Der Zeitfragen.
Die Eigenart des ärztlichen Berufes lehrt uns zudem Ehrfurcht vorben ewig unerforscht lidjen Mächten des Daseins. Sie bestimmen die Lebenslinie Des einzelnen und prägen das Schicksal ganzer Völker. Jede Anklage muß vor ihnen verstummen, und Begriffe wie „Schuld" und „Ursache" verblassen. Bei einer solchen Betrachtungsweise verknüpfen wir auch mit dem Weltkrieg nicht Die Vorstellung einer „SchulD", sondern sehen in'ihm nur Die Folgen einer übersetzten, ungesunden Entwicklung, Die, wie eine Naturkatastrophe, zur Auseinandersetzung Der Volker führen mußte. Er war Daser ft eSymptomeiner WeltenwenDe, Die alle Staaten früher oder später erfaßt unb ihnen mit schicksalsmäßiger Unerbittlichkeit neue Werte, neue Formen aufzwingt, ohne Rücksicht auf bisherige BinDungen.
Internationale Konferenzen zur allgemeinen Rettung versagten, weil sie Die historischen unD biologischen Bedingungen Der Volker verkannt haben. So wie ein kluger Arzt seinen Heilplan Den Naturgesetzen anpaßt, so kann auch Die GesunDung eines Volksorganismus nur Durch WieDerer w e ck e n feiner lebendigen Kräfte ein- geleitet werden. Das deutsche Volk hat nach schweren Jahren einer durch den Versailler Vertrag be- Dingten UnterDrütfung fein nationales Selostbe-
wußtsein zurückgefunben und möchte sich mm tn frieDlid)cm Aufbau festigen. Vielleicht trüben noch harte Maßnahmen und schwere Eingriffe, Die icD» revolutionäre Tat begleiten. Den Blick für ihr« Größe unö täuschen AußenstehenDe über Den zleibe w u ß t e n unb ernften Ausbauwillen unserer Regierung. Die nationale Regierung Deutsch- lanbs glaubt an bie Erziehung Des einzelnen an sich selbst, sowie an Die Opferwilligkeit Dem Nach- ft en unb Damit Dem ganzen Staate gegenüber. Diese ForDerung Des Gcmcinfinncs und Der Opferbereit» schäft schließt nach meiner Meinung unmittelbar Den Glauben an ein srieDl > ches Auskommen Der Volker untercinanDer ein. Denn Der Wille zur Gesundung eines Volkes, das mit Dem nationalen Selbftbcwußtsein Das starke Bekenntnis zum Sozialismus verbindet, kann nur seinen Ausdruck in steter, ungehinderter F ri e » Densarbeit finden.
Die nationale deutsche Regierung glaubt an den Frieden unb sieht ihre vornehmste Ausgabe in feiner Erhaltung. Dieser Glaube bars aber nicht enttäuscht werden burch Mißtrauen und mangelndes Verständnis unferer Nachbarn. Die Frage der Abrüstung geht nicht Deutschland allein an, sondern d i e ganze Welt. Herabsetzung der Kriegsmöglichkeiten ist die erste Forderung, für die heute jedes Volk sich verantwortungsvoll einsetzen muß. Freilich kann nur ein Staat, dessen Wille aus der Weltpolitik nicht ausge» schaltet wird, fein Friedensbedürfnis maßgebend in die Waagschale legen. Deutschlands Bekenntnis zum Frieden setzt bedingungslose Anerkennung feiner Gleichberechtigung voraus, auf Die es nach TraDition, geographische Lage und Kulturleistung Anspruch hat.
Wir Aerzte, Die wir national verwurzelt [mb, aber Dennoch in einer allgemeinen Kulturverbunoen- beit mit anderen Volkern stehen, haben heute Die Pflicht, Das Gewissen der Welt wachzu- rufen. Denn wer Mitleid unb Hilfsbereitschaft, bie ursprünglichen Gefühle menschlicher Binbung, auch heute noch als ben wesentlichsten Antrieb unteres Berufes erkennt, wird sicherlich mit heißem Herzen den Frieden wünschen, solange er mit der Würde seines Landes vereinbar ist.
Oer vorläufige Aufbau des Reichsnährstandes.
Berlin, 15. Sept. (WTB.) Die Reichsregierung hat zwei neue Gesetze beschlossen; in dem einen wird ber Reichsminister für Ernährung und Lanbwirtschaft ermächtigt, zur Regelung der Verwertung von inländischem Roggen ober Weizen Mühlen, die Roggen ober Weizen verarbeiten ober verarbeitet haben, z u fa m m e n Au s ch l i e - ß e n. Dem Minister stehen yinsichtlich der Zusammenschlüsse Aufsichts- und Eingriffsbefugnisse zu. Er kann bestimmen, daß mit Gefängnis und mit Geldstrafe bis zu 100 000 Mark bestraft wirb, wer Den auf Grund Dieses Gesetzes erlassenen Vorschriften zuwiderhanDelt.
In dem Gesetz über den vorläufigen Aufbau des Reichsnährstandes wirb der Reichs- ernährungsminifter ermächtigt, über ben Aufbau Des Standes der deutschen Landwirtschaft (Reichsnähr- stanD) eine vorläufige Regelung zu treffen. Der Minister kann Den Reichsnährstand ober einzelne seiner Gruppen ermächtigen, Die Erzeugung, Den Absatz sowie die Preise und Preisspannen von landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu regeln, wenn dies unter WiirDigung Der Belange Der Gesamtwirtschast und Des Gemeinwohls geboten erscheint.
Gerichtsassessor Or. Will Leiter der hessischen Staatspressesselle.
WSN. D a r m ft a D t, 15. Sept. Das Hessische Staatsministerium erläßt durch den Staatssekretär Jung folgende Verfügung: Bis auf weieres wird mit der Wahrnehmung Der Dien ft g e - schäfte Der Staatspressestelle Der Gerichtsassessor Dr. Will beauftragt.
Aus aller Wett.
Orkan über Tampico. — 32 Tote.
Aus Mexiko kommt die linglücksmeldung, daß ein furchtbarer Orkan übet bie Stadt Tampico hinweggegangen ist. Zahllose Häuser wurden zerstört. 3 2 Tote sind zu beklagen. Mehr als 1000 Einwohner sind ihres Obdachs beraubt worden.
Admiral a. D. Hugo Dominik f.
Der Präsident ber deutschen Seewarte in Hamburg, Admiral a. D. Hugo Dominik, ist am Frectagmorgen auf dem Wege zur deutschen See- warte einem Herzschlag erlegen. Dominik hat ein Alter von 63 Jahren erreicht. Er war Seeoffizier und schied als Admiral aus dem Dienst Der Marine aus. Seit 1926 war er bei Der Deutschen Seewarte tätig, um Die er sich große BerDienfte erwarb.
Neuer französischer Marineflugzeug-Typ.
Wie „Havas" aus Le Havre berichtet, hat Dort die Firma Breq uet ein neues Seeflugzeug vom Typ „Bizerta" entwickelt. Es handelt sich um ein Flugboot, in dessen Bug sich ein Maschinen- gewehrstand und eine Bombenabwurfvor» richtung befinden unb dessen Heck mit einem Ge- fechtsleitftanb unb einem Maschinengewehr mit Schutzschilb ausgestattet ist. Derselbe Typ wird unter anderer Bezeichnung für den Derkehrsstug gebaut, wo er dann für 11 Passagiere zweiter Klasse, 6 Passagiere erster Klasse und 2 Personen inLuxus- labinen Platz bietet. In weiterer Abwandlung wird dieser Typ auch zur Postbeförderung im Postflugdienst nach Südamerika Verwendung finden.
Schiffsbrand unweit der englischen Küste.
Ein gewaltiger Schiffsbrand wurde von Tausenden von Menschen am Strande von Par- mouth aus beobachtet. Der 2500-Tonnen-Dampfer „Porthcawl", der eine Ladung von Esparto-Gras an Bord hatte, stand lichterloh in Flammen. Das Gras hatte sich bei Nacht selbst entzündet und die Flammen dehnten sich trotz aller Löschversuche schnell aus, so daß der Kapitän des Dampfers das Schiff auf Strand fetzen mußte, in der Hoffnung, noch möglichst viel von ber Ladung zu retten. Der Mannschaft gelang dies gerade noch. Die letzten Kommandos wurden gegeben, als bas Schiff schon in Branb ftanb und die Flammen bereits zu ber Kommanbobrücke büu aufzüngelten. Es gelang, die Besatzung durch herbeigeeilte Schlepper zu retten. Aber es war unmöglich, Das Feuer zu löschen. Gestern, Freitagmorgen, brannte das Schiff noch lichterloh.


