ArHorhinaS ift biC
Ostpreußens Sieg über -ie Arbeitslosigkeit.
Königsberg, 15. August. (WTB.) An den Reichspräsidenten v. Hindenburg, an Reichskanzler Adolf Hitler und an Ministerpräsident Göring wurde telegraphiert:
Innerhalb eines Monats ist es gelungen, in der Provinz Ostpreußen sämtlichen Arbeitslosen Arbeit zu beschaffen. Allein in der Stadt Königsberg sind mehr als 30 000 männliche und weibliche Arbeitswillige in Arbeit gebracht worden. Die Vorarbeiten für Be- «mg von Arbeiten in den Wintermonaten sind ange
Der Oberpräsident."
Ostpreußen flaggt
Königsberg, 15. Aug. (TU.) Die Pressestelle des Oberpräsidiums teilt mit:
Königsberg und somit ganz Ostpreußen ist nun frei von Arbeitslosigkeit. Ueber unserer Provinz sollen zu Ehren des Tages die Fahnen des neuen Deutschlands wehen. Sie sollen auch bekunden, daß die gesamte Bevölkerung Ostpreußens stosze Freude über den Sieg in der Arbeitsschlacht empfindet, den der Oberpräsident, Gauleiter Koch, gemeinsam mit ihr errungen hat. Drum für Mittwoch Fahnen heraus!
Erfahrungen im ostpreußischen Arbeitskampf.
Königsberg, 15.2lug. (TU.) Ostpreußen ist unter Führung seines Gauleiters und Oberpräsidenten Erich Koch nach bessern Dienstantritt mit frischem Mut der Arbeitslosigkeit entgegengetreten. 3n einem Tempo und mit einem Schwung, wie man es auf diesem Arbeitsgebiet bisher nicht kannte, sind heute den letzten Königsberger Arbeitswilligen Arbeitsplätze zugewiesen worden. Dabei sind auch ältere männliche und weibliche Arbeitswillige nicht vergessen worden. Auch diese können und sollen wieder mithelfen, den Kreislauf unserer Wirtschaft lebendig zu erhalten.
Grundsatz für den ostpreuhischen Abwehrtampf gegen die Arbeitslosigkeit war: Die wertschas. sende Arbeitslosenfürsorge ist, auch aus kurze Fristen gesehen, billiger als die unterstützende Fürsorge. Daher sind planmäßig die vorhandenen Arbeitsplätze erfaßt und zweckmäßig aus- genuht worden.
In erster Linie hat man Bodenverbesserungsarbeiten in Angriff genommen, weil hier die Möglichkeit besteht, bisher für die Gesamtheit des Volkes nicht voll ausgenutztes Vermögen — den Boden — durch Verbindung mit dem nicht ausgenutzten Kapital — der Arbeitskraft — wieder nutzbringend zu verwerten. Gleichzeitig hat die Ueberführung größerer Gruppen Ar- beitswilliaer aufs Land die Frage eines zweckmäßigen Absatzes für landwirtschaftliche Produkte aus sich selbst heraus durch einen gesteigerten Bedarf an Lebensmitteln bejahend beantwortet. Durch Ucbernahme der Verpflegung für die Arbeitsmänner und deren Einsatz zur Steigerung des landwirtschaftlichen Bodenertrags ist die I n t e n s i - vierung unserer Landwirtschaft von der Arbeitskraft her — also nicht so falsch wie früher: von der Kapitalfestlegung her — ange- Sackt worden. Es Hal sich gezeigt, daß bei richtigem ufbau der Kameradschastslager auch ältere, früher in ganz anderer Tätigkeit beschäftigte Personen gern bereit waren, auf bem Lande mitzuarbeiten und das nachzuholen, was früher versäumt worden ist, durch Verbindung mit dem Boden wieder das echte Heimatgefühl in jedem Einzelnen zu wecken.
Für rund 2500 Frauen sind ebenfalls Kamerad- fchaftsgruppen gebildet worden, die in gemein
samer Arbeit mithelfen, die Ausrüstung und Bekleidung für die in Ostpreußen tätigen arbeits- dienfkwilligen Landhelfer und Landdienstler zu schaffen.
Gerade die ostpreuhischen Frauen haben gezeigt, daß sie ebenfalls erkennen, daß der Gesamtplan ihrem Wohl ebenso dient, wie dem allgemeinen Wohl und sind gern zu ihren Arbeitsplätzen gekommen.
Für die Finanzierung der Arbeiten ist man davon ausgegangen, daß mindestens durch zwei in der Landwirtschaft tätige Kräfte ein Arbeitsplatz in Industrie und Gewerbe geschaffen wird. Schon diese einfache Aeberlegung zeigt, daß bei öffentlichen Arbeiten rund ein Drittel mehr gezahlt werden tann als die durchschnittliche Unterstützung beträgt, wenn es möglich ist, Vorhaben zu finden, die größtenteils ohne weitere Geldmittel finanziert werden können. Das ist in Ostpreußen gelungen und dürfte auch in anderen Gebieten des Reiches möglich sein.
Darüber hinaus stehl schon jetzt fest, daß das gesamte Wirtschaftsleben durch Eingliederung der Arbeitslosen in den Wirtschastsprozeß einen derartig schnellen Auftrieb erhält, daß in wenigen Monaten schon Ersparnisse eintreten.
In Ostpreußen wird man deshalb voraussichtlich an Förderungsbeträgen für öffentliche Arbeiten in der Feit vom 1 Juli 1933 bis 31. März 1934 — auf die sonst vorhandenen ostpreuhischen Arbeitslosen berechnet — weniger Förderungsmittel aufzuwenden haben, als in dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres an reinem Unter- stutzungsaufwand. Ostpreußen kann jetzt durch den Einsatz von Landsleuten aus dem Reiche unserem Führer den Dank dafür abstatten, daß er den Ostpreußen den seelischen Auftrieb und die Besinnung auf die eigene Kraft gegeben hat.
Schon in den nächsten Wochen werden Arbeitsplätze für Arbeitswillige aus dem Reich geschaffen werden. So zieht Ostpreußen die Jugenb aus den überfüllten Bezirken des Reiches heraus.
Es schafft so mittelbar freie Arbeitsplätze für ältere Industriearbeiter. Damit wird auch in
Auswirkung des Ostpreuhen-Aufbauplanes unseres Führers im Reich die organische Gestaltung des Arbeitsmarktes und die Eingliederung aller Arbeitswilligen in unsere Volkswirtschaft gefördert.
Die Stimme des Volkes.
Königsberg, 15. Aug. (ERB.) Die „Preußische Zeitung" schreibt: Ostpreußen ist frei von Erwerbslosen. Rich s wäre aber verfehlter, als wollte man nun auf den einmal erkämpften Siegeslorbeeren ausruhen uni/ untätig der weiteren Entwickelung der Dinge entgegensehen. Der Kampf geht weiter. Das Ende wird und muh sein: „Ein freies Volk auf freier ostpreuhischer Scholle."
Die Königsberger AllgemeineZei- tung" sagt: Hier und da im Reich wird man wieder den Kopf schütteln über das Wunder in Ostpreußen, und es ist tatsächlich auch nicht so leicht, zu begreifen, daß eine Aufgabe, an der sich jahrelang die Führer von Staat und Wirtschaft vergeblich bemühten, jetzt in einer unglaublich kurzen Zeit mehr als gelöst wird. Roch gibt es keine Ruhe. Ein freies Volk auf freiem Land, das ist das letzte Ziel.
Die „Hartungsche Zeitung" schreibt: Die Unterbringung aller Arbeitswilligen ist anderthalb Monate vor dem ursprünglich angcsehten Termin, des 1. Oktober, gelungen. Das tonnte nur geschehen, weil von allen Vevölkerungsschich- ten der größte Eifer und die stärkste Opferwilligkeit bewiesen sind.
Sämtliche Danziger Landkreise frei von Arbeitslosen.
Berlin, 15. Aug. (ERB.) Der RSK. entnehmen wir folgendes Telegramm: „Der Gau Danzig meldet, daß es dem Danziger Senat seit seiner SOtägigen Tätigkeit gelungen ist, im Freistaat sämtliche Landkreise mit dem heutigen Tage arbeitslosen frei zu machen. In der .Stadt selbst wird alles getan, um auch hier die Arbeitslosigkeit, soweit es möglich ist. zu mildern.
üoniumturefle Veffenmg berWtWase.
Berlin, 15. Aug. (VDZ.) Die Beschäftigung der Industrie nahm im ersten Halbjahr 1933 .in fast allen Zweigen beträchtlich zu. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter ist gegenüber dem saisonmäßigen Tiefpunkt im Januar u m 15 o. H. gestiegen. Die Gesamtzahl der tatsäch- lich gelelsteten A r b e i t e r st u n d e n hat sich sogar um 25 v. H. erhöht; die Wirtschaftsbelebung ist also noch stärker, als aus der Zunahme der Beschäftigtenzahl hervorgeht. Dementsprechend ist auch die durchschnittliche Arbeitszeit eines Arbeiters von 6,7 Stunden im Januar auf 7,2 im Juni gestiegen. Die Beschäftigung steigt zwar im Frühjahr. Indes ist die Zunahme dieses Mal stärker als in den letzten Jahren. Sie kann also aus saison- mäßigen Gründen allein nicht erklärt werden.
Die Entwicklung seit Januar 1933 stellt vielmehr eine konjunkturelle Besserung der Wirtschaftslage dar, die in beträchtlichem Umfange durch die Maßnahmen der Reichsregierung für Arbeitsbeschaffung bedingt ist.
Am stärksten hat sich der Fahrzeugbau belebt. Durch die Steuererleichterungen für Kraftfahrzeuge hat sich der Absatz besonders von Kraftwagen so erhöht, daß die Beschäftigung der Kraftwagenindustrie bereits fast den Stand von 1 9 2 9 erreicht hat. Innerhalb der Verbrauchsgiiterindustrien ist die größte Belebung
in den Industriezweigen festzustellen, die Hausrat und Gegen st ände für den Wahnde d ar f Herstellen. Die Belebung dürste in beträchtlichem Umfange auf die Maßnahmen der Reichsregierung für Arbeitsbeschaffung zurückzusüh. ren sein.
3m Einklang damit steht der Rückgang der Zahl der Konkursanmeldungen, der gegenüber dem ersten Halbjahr 1932 etwa 43,4 v. h. betrug, für die Vergleichsverfahren sogar 76,6 v. h. 3m zweiten Vierteljahr 1933, besonders im 3uni, ist der Rückgang der eröffneten, wie auch der mangels Masse abgelehnten Konkurse und der Vergleichsverfahren so stark, daß er auch als Ausdruck einer Zunahme des wirtschaftlichen vertrauens zu werten ist.
Der Rückgang der Wechselproteste im ersten Halbjahr 1933 gegenüber der gleichen Dorjahrszeit betrug der Anzahl nach 42,2 v. H. und dem Gesamtbeträge nach 57,2 o. H. Der Durchschnittsbetrag je Protestwechsel ist von 182 auf 135 Mark gesunken, die Protestquote von rd. 6 v. T. auf rd. 3 v. T. Die niedrigen Zahlen der Wechselproteste in den letzten Monaten stehen mit den auf anderen Gebieten deutlich sichtbaren Zeichen der wirtschaftlichen Belebung im Einklang.
verweigert. Rach denselben Gesichtspunkten habe sie gelegentlich der Errichtung und Einweihungsfeier für ein Denkmal des 138. Infanterie-Regimentes am 6. August verfahren, wo die Veranstalter ausdrücklich die Zusicherung gegeben Ratten, daß die Einweihung keinen politischen Charakter haben werde.
Trotzdem hätten außer den beiden genehmigten Geistlichen von außerhalb ins Saargebiet gekommene weitere Redner das Wort ergriffen und Reden politischen Inhaltes gehalten. Cs habe sich die bereits in früheren Fällen gemachte Erfahrung wiederholt, daß trotz Zusicherung der Veranstalter über den nichtpolitischen Charakter die Feier deirnoch bewußt zu politischen Kundgebungen benutzt wurde.
Die Regierungskommission drückt ihre Heber- Beugung aus, „daß jeder recht denkende Mensch solch illegales Verhalten und Richteinhaltung des gegebenen Wortes aufs schärfste mißbilligen werde, und daß sie sich dadurch gezwungen sehr, die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um solchen Mißbräuchen zu begegnen."
Sreie Bahn für Marxisten?
Saarbrücken, 15. Aug. (TU.) Wie wir erfahren, beabsichtigt die Sozialdemokratische Partei des Saargebiets am Tage der saardeutschen Niederwaldkundgebung, am 27. August, gemeinsam mit den Kommuni - ft e n im Saargebiet große Gegenkundgebun- g e n abzuhalten. Die Regierungskommission hat angeblich die Genehmigung zu diesen Veranstaltungen schon erteilt und zugelassen, daß die Rede des Vor
sitzenden der SPD. und Chefredakteur der „Volksstimme", Max Braun, von sämtlichen französischen Sende r-n verbreitet werde.
Daß die geplante saarländische Niederwaldkund- gebung eine große Angelegenhent wird, beweist die Tatsache, daß bis jetzt schon mehr als 60 000 Anmeldungen vorliegen. 50 Sonderzüge sind bereits bestellt, die von Saarbrücken aus am Tage der Kundgebung abgehen werden.
Oesterreichische „Enthüllungen".
Berlin, 15. Aug. (WTB.) Das Außenpolitische Amt der NSDAP, teilt mit:
Die Wiener „Reichspost" verösfentlicht in sensationeller Aufmachung eine Anzahl „Doku- mente", u. a. auch solche angeblich vom Außenpolitischen Amt der NSDAP., in denen es sich mit der Stellung Deutschlands zu Oesterreich, mit dem Auswärtigen Amt usw. befaßt haben soll. Das Außenpolitische Amt stellt fest, daß es niemals derartige Schreiben hat hinausgehen lassen.
Kreuzer „Köln"
in Schanghai und Tsingtau.
Schanghai, 15. Aug. (WTB.) Der Aufenthalt des Kreuzers „K ö l n" in den chinesischen Gewässern fand heute seinen Abschluß. Die deutschen Kolonien in Tsingtau und Schang - h a i zeigten sich hoch erfreut über diese Gelegenheit, ihre Verbundenheit mit der Heimat zu zeigen. Die chinesischen Behörden, die Bevölkerung und das
internationale Publikum begrüßten den Kreuzer gleichfalls auf das freundschaftlichste und veranstalteten Empfänge, Sportkämpje und schließlich eine internationale Kriegsteilnehmerzusammenkunit.
Der deutsche Gesandte Trautmann, der zur Begrüßung nach Tsingtau gekommen war, betonte gelegentlich eines von Konsul Bracklo gegebenen Gartenfestes in einer Ansprache an die deutsche Gemeinde die Notwendigkeit für alle Deutschen in China, sich geschlossen hinter die nationale Bewegung zu stellen. Von chinesischer Seite wurde der erste Besuch eines deutschen Kriegsschiffes in Tsingtau seit 1914 lebhaft begrüßt.
Der Aufenthalt des Kreuzers in Schanghai löste gleichfalls zah!ofe Bekundungen der geachteten Stellung des Deutschtums bei den Chinesen und dem internationalen Publikum aus. Täglich gaben der stellvertretende Generalkonsul Behrens und die deutsche Gemeinde offizielle und private Veranstaltungen, die großen Anklang sanden. An Bord des Kreuzers fand u. a. auch ein Treffen internationaler Kriegsteilnehmer statt. Den nahezu 3000 Gästen wurde dabei der Film „Deutschland erwacht" oorgesührt. Bei einem Abschiedsfest betonte der chinesische Bürgermeister General Wutechen die guten deutsch- chinesischen Beziehungen, deren Ausbau von China besonders gewünscht werde im Hinblick auf den deutschen Verzicht auf Exterritorialität, sowie die Aehn- bdjteit der deutschen und chinesischen Lage im Kampf um den nationalen Wiederaufbau, zu dem China sich die wissenschaftliche und technische Mithilfe Deutschlands erhoffe.
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Siebener Anzeiger
Besprechungen beimReichstanzler
Berchtesgaden, 15. Aug. (WTD.) Reichskanzler Adolf Hitler halte am Dienstagabend auf dem Obersalzberg Besprechungen mit dem Reichswrrtschattsminister Dr Schmitt, dem Rcichsbankpräsidenten Dr. Schacht, dem preußischen Ministerpräsidenten Göring, dem Stellvertreter des Führers der RSDAP. Heß, dem Staatssekretär der Reichskanzlei Dr- Lammers und dem Wirtschaftssachverständigen in der Reichskanzlei Keppler.
KreUasiung der Verwandten Scheldemanns.
Berlin, 15. Aug. (WTB.) Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit:
Der ins Ausland geflüchtete ehemalige Reichs- fcyxjler Scheidemann hatte bekanntlich in der „Rew Bork Times" einen wüsten Heh- a r t i k e l veröffentlicht, in dem er sich nicht scheute, selbst militärische Interventio- nen gegen Deutschland zu fordern. Daraufhin sind auf Veranlassung des Geheimen Staatspolizeiamtes die in Deutschland lebenden Verwandten Scheidemanns in Schutzhaft genommen worden. Inzwischen hat Scheidemann in einer öffentlichen Erklärung den unter feinem Ramen erschienenen Artikel als eine Fäls ch u n g hinzustellen versucht Gleichzeitig haben die auf Grund dieses Vorfalles in Schutzhaft genommenen Verwandten dargetan, daß sie sofort nach Erscheinen des Heyartikels ihre Beziehungen zu Scheidemann abgebrochen und auch der „Rew Bork Times" ihren tiefsten Abscheu über das landesverräterische Verhalten ihres Verwandten zur Kenntnis gebracht haben.
Die vom Geheimen Staatspolizeiamt getroffenen Maßnahmen haben somit erreicht, daß Echeidemann in aller Oeffentlichkeit vonseinem eigenen Machwerk abgerückt ist. Die inuni) ausländische Presse hat bei dieser Gelegenheit zur Kenntnis nehmen können, wie ein sozialdemokratischer Emigrant seine Verleumdungen gegen Deutschland selbst Lügen st raste. Auf Grund dieser Feststellungen hat die Geheime Staatspolizei die in Schutzhaft genommenen Verwandten Scheidemanns freigelassen.
Es wird in diesem Zusammenhang daraus hingewiesen, daß auch in künftigen Fällen mit un- nachsichtlicher Schärfe durchgegrif- f e n wird, falls geflüchtete marxistische Elemente vom sicheren Ausland aus gegen ihr ehemaliges Vaterland zu Hetzen versuchen.
Dänischer Schwindet Über Stabschef Röhm.
Berlin, 15. Aug. (TU.) Wie der „Völkische Beobachter" meldet, wurde die in Berlin mit der Luftpost eingetroffene Montagsausgabe der Kopenhagener Zeitung „Politiken" auf Befehl des Polizeipräsidiums beschlagnahmt. Das Blatt hatte einen Artikel gebracht, in dem unter der Ueberschrift „Herausforderung Hitlers durch den Führer des SA - Heeres" u. a. behauptet wurde, Stabschef Röhm habe bei seiner Ansprache an die 82 000 SA.-Männer auf dem Tempelhofer Feld geäußert: „Wir kehren uns nicht einen Deut daran, was die hohen Herren in Berchtesgaden ausknobeln. Revolutionen werden immer in der Hauptstadt des Landes entschieden. 800 000 Braunhemden sind eine Macht, die nicht forteleminiert werden kann." Weiter soll der Stabschef in westfälischen Städten durch SA.-Männer folgenden kleinen Vers an viele Häuser haben malen lassen: „Gibt Hitler uns kein Brot, dann chlagen wir ihn tot." Wenngleich die „Politiken", o erklärt der „Völkische Beobachter" u. a., die vor- tehenden Behauptungen als aus dem Organ der „E m i g r a n t e n", „Freie Press e", entnommen bezeichnet, so hatte das Blatt, das einen ständigen Korrespondenten in Ber - l i n unterhält, die Pflicht, vor der Veröffentlichung derartig bösartiger Lügen sich über deren Richtigkeit zu vergewissern, um so mehr, als die Ansprache des Stabschefs Röhm von mehr als 1 0 0 0 0 0 Menschen angehört worden ist, unter denen sich zahlreiche Ausländer, auch Dänen, befanden. Deutsche Ferienreisende werben es sich in Zukunft zu überlegen haben, ob sie weiterhin in so großer Anzahl wie bisher Gäste eines Landes fein wollen, dessen sogenannte pazi- [istische Presse es noch in dem jetzigen Moment für nötig hält, das Verhältnis feines Landes zu Deutschland zu trüben. Solange eine solche Zeitung sich als das größte Organ Dänemarks bezeichnen kann, muß man annehmen, daß der größte Teil des dänischen Volkes hinter ihm steht rmd man wird sich auf deutscher Seite darauf einzurichten haben.
Neue Bedrückungen im Saargebiei in Sicht.
Saarbrücken, 15. Ang. (WTB.) Die Regierungskommission erlich heute ttnefrer eine Mitteilung an die Presse, in der sie auch gewisse Maßnahmen ankundrgt. die sie nicht näher bezeichnet.
Sie gehr davon aus. daß ber der Prusung von Anträgen auf Genehmigung öffentlicher Kundgebungen zur E h r u n g d e r G e f a 11 e n e n sie sich stets von dem Gedanken habe leiten lassen, daß die Feierlichkeit solcher Kundgebungen niau durch hervortretende politische Dinge beeinträchtigt wer- . den solle. Sie habe deshalb stets die Genehmigung zu politischen Reden bei solchen Anlässen I


