Stoffe verarbeiten zu Taffen. (Näheres in ber heutigen Anzeige.,
** Spendenscheine durch Einschreiben. Wie daS DDZ.-Bureau meldet, sind die Behörden der Reichsfinanzverwaltung angewiesen worden, Spendenscheine, bei denen es sich um gröbere Beträge handelt, unter Einschreiben zu versenden. Gleichzeitig wird angeordnet, daß die Kosten der Zusendung der Spendenscheine an die Spender au Lasten der Stelle gehen, die den Schein ausgestellt hat.
Das Landestreffen der ASVO.
Frankfurt a. M., 15. Aug. (WSN.) Nebenstehende Abbildung gibt verkleinert das offizielle Abzeichen zum Landestreffen der NSBO. am 26. und 27. August wieder. Es berechtigt in Verbindung mit der Tageskarte zum freien Eintritt au den öffentlichen Kundgebungen dieser Tage. Gleich- zeitig erhalten die Träger dieses Festabzeichens an den genannten Tagen die übliche Fahrpreis- ermäßigung auf den Frank- furler Strahenbahney (Einheits
preis 20 Pfennige für jede Strecke). Der amtliche Verkaufspreis des Festabzeichens beträgt 25 Pf., es wird roie_ folgt verkauft:
-Mitglieder stad verpflichtet, es durch die Dienststellen der NSBO. (Kreisleitung, 0GBW. usw.) zu beziehen.
2. Straßenverkäufer und offene Geschäfte wenden sich wegen des Verkaufs an die Gau-NSBO., Klü- berstraße 12 II.
3. Privatpersonen decken ihren Bedarf bei den Strabenverkaufern und Geschäften. Nur dort, wo solche nicht bekannt sind, wende man sich an die Gau-NSBO., Frankfurt a. M., Klüberstratze 12.
4. Die Leiter der Verbände geben zweckmäßig Sammelbestellungen auf unter vorheriger Verständigung ihrer Mitglieder.
In der gleichen Weise regelt sich der Absatz der Festvrogramme. Es gelangt am Montag, dem 20. August, zum Preise von 10 Pfennig, 32 Seiten stark und reich illustriert und mit Beiträgen van maßgebenden Führern der NSDAP, versehen, in den Handel.
Die Tageskarte berechtigt auch Nichtmitglieder der NSBO. zum freien Eintritt in das Stadion am Sonntagnachmittag van 4 bis 7 Uhr, sowie in Der- bindung mit dem Festabzeichen zum großen Feuerwerk auf dem Main (Frankfurter Seite). Die Karte kostet 20 Pfennig. Sitzplätze werden nur an Schwer-
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beschädigte und Arbeitsinvaliden nach vorheriger Anmeldung durch eine nationalsozialistische Organisation beschafft.
Sonderkommandos und Wach» kommando der Hessischen politischen Hilfspolizei.
WSR. Darmstadt. 15. Aug. Am 15. Aug 1933 besichtigten Staatssekretär Jung und Lan- deS-Polizeipräsident Dr. Best in Begleitung d.s SS.-Standartensührers Herbert das neu errichtet« Wachkommando und das Sonder- kommandoDarmstadt im Hofe des Staats- mmisteriums am Adolf-Hitler-Plah. 3n Zu- funft wird man öfter die Kommandos mit dem weißen Hakenkreuz am schwarzen Stahlhelm in der Oeffentlichkeit sehen. Zur Erläuterung ihrer Bedeutung wird deshalb bekanntgcgegeben: Die Politische Pol zei befindet sich in Hessen wie in den anderen Ländern seit der deutschen Revolution in einem völlig neuen Aufbau. 3n Hessen hat Landesvolizeipräsident Dr. Best (noch als Staatskommissar für das Polizeiwesen in Hessen) der Politischen Polizei ihre neue Form gegeben in dem .Hessischen Staatspolizeiamt" als Zentralbehörde und den .Staatspolizeistellen" der Polizeidirektonen als Lolalbehörden. Als Exekutive, als bewaffneten Arm der Politischen Polizei hat er die Kommandos der Hessischen Politischen Hilfspolixei geschaffen, die fast ausschließlich aus Angehörigen der SS. bestehen. Den Dtaatspolizeistellen sind die .Sondcrkomma'ndos" zugeteilt, die sich schon bisher in jeder Weise durch Hingabe an den Dienst und energisches Zugreifen bewährt. 3m Konzentrationslager Ostho'en steht eine Lagerwache, deren Führer der bewährte Lagerleiter SS.-Sturmbannsührer d ' A n g e l o ist. 3n Darmstadt ist nunmehr noch als stets bereite Einsatzreserve des Landcs-Polizeichefs das Wachkommando geschaffen worden, das auch den Wachdienst im Etaatspolizeigefängnis usw. versieht. Oberster Führer aller Kommandos der Hessischen Politischen Hilfspolizei ist Landespolizeipräsident Dr. B e st, der auch von der oberen SS.-Führung mit den entsprechenden Vollmachten versehen ist. Die Hessische Politisch« Hilfspolizei ist heute — von vereinzelten Kräften abgesehen — die einzig« noch in Hessen bestehende Hilfspolizei. Diese Tatsache und die ständige 3nanspruch- nahme der Kommandos für den täglichen politischen Polizeidienst beweist, wie unsinnig das Geschrei der Feindstaaten über den militärischen Charakter der deutschen Hilfspolizei war. Allerdings wer dem nationalsozialistischen Staat Verderben wünscht, mag ihm wohl diese treuen und tapferen Schützer seiner Ordnung mißgönnen.
Deutschland und Oesterreich.
Eine nationalsozialistische Kundgebung.
Unter stärkster Beteiligung unserer Einwohnerschaft fand am Montagabend im Cafa Leib eine Kundgebung statt, die den deutscyen Brüdern in Oesterreich gewidmet war.
Kreisvropagandaleiter Hopfenmüller leitete die Versammlung und teilte zu Beginn mit, daß der angekündigte Redner des Abends, Pg. v. Ißallu- schet, am Erscheinen verhindert sei. An seiner Stelle sprachen sodann Rektor Nebeling, Dr. Röder und Herr Bartholomäus. Als erster Redner sprach
pg. CReffor Nebeling.
Cr führte u. a. aus: Heute seien die Blicke nach dem Südosten gerichtet. Dort dürften deutsche Menschen nicht deutsch sein, weil es ihrer Regierung nicht gefalle. Es gehe in Oesterreich das Gleiche vor sich, wie vor Jahren in Deutschland. Man könne im Reiche den Oesterreichern gut nachfühlen, wie es ihnen^ jetzt ergehe. Man müsse sich klar darüber sein: ein Staat sei nicht mit fremdem Volkstum aufzu- bauen. In Oesterreich seien vor dem Kriege nicht weniger als 28 Sprachen gesprochen worden. Dieses Etaatsgebilde habe die Erschütterungen des Weltkrieges nicht überstehen können. Auch aus Parteien könne kein Staat geschaffen werden.
Staatsführung auf völkischer Grundlage allein schaffe den Staat, in dem jeder Deutsche seine Heimat finden könne. Jn diesem Ziel müsse sich das Sehnen aller finden, die in das Reich heim- kehren wollten.
Alles was fremd fei und nach Einfluß strebe, müsse deshalb ausgeschaltet werden. Interessengegensätze gelte es selbstverständlich zurückzustellen. Es komme nicht auf den Einzelnen an. Das Wohl des Einzelnen sei immer abhängig vom Wohl der Gesamtheit. Einheitliches Denken sei die Grundlage des Weiter- baues. Von einem Staat, in dem nur Interessen- Politik getrieben werde, sei nichts zu erhoffen. In Deutschland habe man die Entwicklung lange schleifen lassen. Die SA. habe anfänglich manches spöttische Wort hören müssen, sie habe aber energisch vorgehen müssen. Es sei wenig fraglich, wo man heute ftehe, wenn die SA. nicht gewesen wäre. Die Braune Armee verkörpere heute den Staat.
Wenn man heute nach Oesterreich blicke, werde man lebhaft an eigenes Geschick erinnert; aber es werde auch in Oesterreich so kommen, wie es in Deutschland kam. In den Nationalsozialisten Oesterreichs lebe der Glaube an ihren Sieg. Der Glaube an den Sieg gebe aber auch die Kraft zum Sieg.
Eines Tages werde das Blut zum Blut und das Bolk zum Volke finden im Dritten Reich. Blan wolle kein Reich von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang, wohl aber ein Reich, soweit die deutsche Zunge klingt.
Man wolle keinen Eroberungsfeldzug, sondern nur die Einigung aller deutschen Menschen. Nur das rein erhaltene Volk_habe Bestand. Dabei müßten Gebiet, Volk und Staat miteinander übereinstimmen. Die Einheit werde das Reich aller Deutschen schassen können. Dann werde der deutsche Mensch, der im fremden Lande leben müsse, der fremden Gewalt entzogen sein. (Lebhafter Beifall!)
Als zweiter Redner sprach
pg. Or. ORöfrer, Gießen.
Der Nationalsozialismus wirke, so führte er u. a. aus, als Idee über Staatsgrenzen hinaus. Man lese viel über Deutschösterreich, ohne die Gefühle der Menschen in diesem Lande völlig erfassen zu können. Das Land an der Donau zwischen Passau und Linz sei deutsches Land. Die Wachau sei ein Land, das so deutsch sei wie der Rhein. Dort sprächen überall die Menschen unsere Sprache, dort seien sie unseres Blutes. Wien sei eine deutsche Stadt und ein gewaltiges Bollwerk des Deutschtums gegen den Asiaten feit Jahrhunderten. Jn Kärnten, in der Steiermark leben Stämme der deutschen Menschen, ebenso deutsch wie der Stamm der Friesen.
Aber Oesterreich fei Gegenstand des Interesses der ehemaligen Jcinbunöffaaten, insbesondere Frankreichs, geworden. Es dürfe nie vergessen werden, daß das österreichische Schicksal mit dem des Reiches untrennbar verbunden sei. Die Machthaber des gegenwärtigen Oesterreich feien die Beauftragten Frankreichs. Es solle der
Ring um Deutschland geschlossen werden.
Der Terror des Herrn Dollfuß werde aber den Kampf um das Deutschtum nicht scheitern lasten. Niemand von den Nationalsozialisten laste sich den Glauben an die Zukunft der deutschen Nation rauben. Der Nationalsozialismus lebe auch in Oesterreich, er werde kämpfen und siegen! (Anhaltender Beifall!)
Nach einer kurzen Pause sprach
pg. Bartholomäus, Gießen,
das Schlußwort. Man wisse zu gut, daß Frankreich hinter Oesterreich stehe. Der Stampf gelte Deutschland. Den Franzosen seien 20 Millionen Deutsche zuviel. Dieses Wort eines französischen Politikers wäre bald Wirklichkeit geworden — durch die Arbeitslosigkeit —, wenn nicht Adolf Hitler das Steuer herumgeristen hätte. Frankreichs Macht habe immer nur durch germanische Einigkeit gebrochen werden können. Das System der vergangenen Jahre habe Frankreich in die Hand gearbeitet.
Der große und erfolgreiche Angriff auf die Ar- be tslosigkeit und die Befestigung des Marxismus habe Frankreich den Anlaß gegeben, von Oesterreich her gegen Deutschland politischen Kampf zu führen. Ader die Deutschen in Oesterreich würden sich durchringen, denn der Rationalsozialismus mache alle wahren deutschen Dünsche lebendig, er entspreche völlig dem deutschen Desen.
Frankreich habe in der jüngsten Zeit die große Enttäuschung erleben müssen, daß die Arbeitslosigkeit und der Marxismus, beide sorgfältig geschürt, ausgeschaltet seien bzw. ausgeschaltet würden. Die daraus für Frankreich sich ergebende Lage habe man in Frankreich klar erkannt Deshalb sei auch Frankreich zum politischen Kampf über Oesterreich gegen Deutschland vorgegangen. In dieser Lage müsse man Gott danken, daß das deutsche Volk einen Adolf Hitler und einen Goebbels habe, die aller wirtschaftlichen Boykottpropaganda gegen Deutschland wirksam und geschickt entgegenarbeiten Man fühle bereits in der Welt, daß man mit Deutschland nicht mehr willkürlich verfahren dürfe. Es wehe eine andere Lust. Wenn man heute nicht überall verstehe, warum der Kanzler nicht energischer gegen die Regierung Dollfuß opponiere, fo möge man doch seinem Weitblick, seinem politischen Fingerspitzengefühl vertrauen und sich der Situation erinnern, als es um den Posten des Vizekanzlers ging.
Es werde der lag kommen, da man von Oesterreich her uns die Hand reichen werde. Es werde auch der Tag kommen, an dem alles, was deutsch sei, im Nationalsozialismus vereinigt sei.
Auch die Ausführungen dieses Redners wurden mit starkem Beifall ausgenommen.
Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, in das alle begeistert einstimmten, sowie mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes fand die Versammlung ihren Abschluß.
Srieffaften öer Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit bet Schriftleitung)
Karl G. in G. Die geplante Verbringung Ihres Gartenhäuschens an die Nachbargrenze ist nicht ohne weiteres zulässig. Sie bedürfen hierzu der Zustimmung des Hochbauamts der Stadt Gießen, die Ihnen aber wohl, falls der Geländenachbar Widerspruch nicht erhebt, gegen jederzeitigen Widerruf erteilt werden dürft«. Sie wollen sich daher an das Hochbauamt der Stadt Gießen wenden. J
öJ.-iport
Spielvereimgung 1900 Gießen.
1900 A 1. Jugenb — Leihgestern A 1. Jugenb 13:0.
Eine große Lleberraschung bot die neu zu- fammcngcftellte A 1.3ugcnb des Platzvereins. Mit nicht weniger als 13: 0 Toren schlug sie die 1.3ugcnb von Leihgestern. Diese trat anfangs mit nur neun Mann an, vervollständigte sich aber nach 10 Minuten durch zwei Spieler von 1603. Bei dem Gastgeber muß jeder einzelne besser Platz halten und den Ball rascher abspielen. Die Gäste zeigten großen Eifer, spielten jedoch vollständig zusammenhanglos.
Das Spiel der 1. Schüler fiel aus, da der Gegner, Tv. Wieseck, absagte.
Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900.
Die Jugenb erringt bei den 10. Rationalen Dett- fämpfen in Darmstadt 3 erste und 2 zweite Siege.
Die 10. Jugend-Nationalen des Sportvereins 1898 Darmstadt hatten, wie in allen früheren Jahren, eine ausgezeichnete Besetzung erfahren. Vereine aus Nürnberg, Würzburg, Eßlingen, Koblenz, Fulda, Köln, Frankfurt, Offenbach, Mainz usw. hatten ihre besten Kräfte entsandt. Die Leistungen waren daher auch in allen Wettbewerben ganz erstklassig, und es gehörte schon erhebliches Können dazu, um sich bis zur Entscheidung durchzuringen. Trotz guter Leistun- gen konnten sich daher auch in der A-Klasse H. Herrmann und in der 8-Klasse W. Koch nicht durchsetzen. Um so besser schnitten die 1900er aber in der L-Klasse ab. B. G o ß war seinen Mitbewerbern meistens stark überlegen, aber auch H. Ä i r ch - ner und H. Jäger spielten eine recht gute Rolle. Die besten Leistungen gab es in der A-Klasse im 400-Meter-Lauf von Bia11ek, Frankfurt, mit 53,8 Sekunden, im 3000-Meter-Lauf von Held, 1898 Darmstadt, mit 9:45,2 Minuten, im 1500- Meter-Lauf von A n h ä u s e r, Eintracht Frankfurt, mit 4:21 Minuten, im Weitsprung von Maier,
IG. Frankfurt, 6,38 Meter, Im Kugelstoßen von Bender, IG. Frankfurt, 14,45 Meter. Eine feine Leistung zeigte auch die ö Klasse im 800-Meter- Lauf, in dem Gört, 1. FE. Nürnberg, und R a a b, 1898 Darmstadt, 2:12,3 bzw. 2:12,4 erzielten. In diesem Laus wurde W. K o ch fünfter mit 2:24 Mi- nuten. Nachstehend die Ergebnisse der L - K1 a s s e.
100-Meter-Lauf: 1. G o ß, 1900 Gießen, 13,5 Se- künden; 2. Seibert, 04 Arheilgen, 13,6 Sek.; 3. Weppler, Olympia Weisenau, 14,9; 4. Weid- mann, 1898 Darmstadt. Goß gewann sicher.
Kugelstoßen: 1. Goß, 1900 Gießen, 10,45 Meter; 2. Roßner, 1. FE. Nürnberg, 10,31 Meter 3. Pfeifer, Polizei Darmstadt, 9,32 Meter.
W e i t s p r u n g : 1. Seibert, 04 Arheilgen, 5,11 Meter; 2 Goß, 1900 Gießen, 4,76 Meter; 3. Weppler, Weisenau, 4,56 Meter. Der Sieger zeigte die beste Technik und gewann mit einer er- staunlichen Leistung.
Dreikampf: 1. G o ß, 1900 Gießen, 2018,0 Punkte; 2. Seibert, 04 Arheilgen, 1867,2 Punkte, 3. Roßner, 1. FE. Nürnberg, 1766,2 Punkte; 4. B a st i n g. IG. Frankfurt 1684,4 Punkte.
1000-Meter-Lauf. 1. Böll, FV. Sprendlingen, 3:11,5 Minuten; 2. Lorenz, Polizei Darm tadt, 3:13,0 Minuten; 3. Weidmann, 1898 Darm tadt, 3:13,0 Minuten; 4. Pfeifer, Polizei Dorrn tadt, 3:14,0 Minuten; 5. H. Jäger, 1900 Gießen, 3:17 Minuten. In dem 20 Läufer starken Feld setzen sich die körperlich Stärksten an die Spitze und behaupteten sich auch. Jäger, der einer der Kleinsten und Jüngsten im Felde war, lief ein schönes Rennen in guter Zeit.
4X100-Meter-Staffel: 1. IG. Frankfurt a. M. 56,2 Sekunden; 2 SpVgg. 1900 Gieße n 57,4 Sekunden; 3. SD. 1898 Darmstadt 58,4 Sekunden. 1900, in der Aufstellung: Jäger, Eisen- huth, Kirchner, Goß, konnte einen achtbaren zweiten Platz erringen.
Oberheffen.
Ein Aufruf zur Arbeitsbeschaffung.
Friedberg, 15. Aug. Die I n d u st r i e - u n d Handelskammer Friedberg hat in ihrer gestrigen Vollversammlung folgende Erklärung zur Arbeitsbeschaffung beschlossen:
Es ist der Wunsch und Wille unseres Führers, daß das Hauptziel der nächsten Monate ist, Arbeit und Brot für jeden arbeitsfähigen und arbeitswilligen deutschen Menschen zu schaffen. Die Eingliede- rung des Millionenheeres der Erwerbslosen in den Produktionsprozeß ist das Problem unserer Zeit. Noch sind über 4 Millionen Volksgenossen ohne Arbeit. Durch öffentliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen allein ist die Arbeitslosigkeit nicht zu überwinden, vielmehr bedarf es der Mitwirkung aller privaten Unternehmer.
Wir erwarten daher von den Firmen unseres Kammerbezirks, daß sie sich mit allen verfügbaren Mitteln am gemeinsamen Kampf gegen die Arbeitslosigkeit beteiligen. Die Industrie- und Handelskammer wird es als ihre vornehmste Aufgabe betrachten, jede Anregung, die an sie herangetragen wird, und die geeignet ist, Arbeitslose in den Ar- beitsprvAeß einzugliedern, nachhalligst zu fördern.
Ohne Ileberroinbung der Arbeitslosigkeit bleiben viele wirtschaftliche Probleme, die jetzt den Einzelnen bedrücken und belasten, unlösbar. Ohne Gesundung der Gesamtwirtschaft gibt es kein Gedeihen für den einzelnen Betrieb. Darum reihe sich jeder in die Front zum Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit ein!
Schottener Sommermarkt.
§§ Schotten, 15. Aug. 3n herkömmlicher Weise wurde der altbekannte S ch o t t e n e r Sommermarkt abgehalten, der allerdings von seiner früheren Gröhe und Bedeutung in den letzten 3ahren viel eingebüßt hat. Am gestrigen D i e h m a r k t waren 54 Fohlen und 32 Pferde aufgetrieben, 20 Stück Jungvieh und etwa 50 Stück Großvieh. 3üdische Händler waren vom Markt ausgeschlossen, der Handel wurde vielfach vermittelt und finanziert durch die neue Viehverwertungsgenossenschaft. Am heutigen Schweinemarkt waren etwa 600 Schweine aufgetrieben. Die Preise betrugen bis vier Wochen alte Ferkel 8 bis 10 Mk., bis sechs Wochen alte 13 Mk-, sechs bis acht Wochen alte 16 Ml-, bis dreizehn Wochen alte 21 Mk., gute Einleger kosteten 38 Mk. Der Handel blieb infolge geringer Beteiligung der Landwirte, die bei der zweifelhaften Witterung ihre Ernt« einfuhren, etwas schwach. Der Krämermarkt war mit sehr vielen Derkaufsständen beschickt.
Landkreis Gießen.
00 Klein-Linden, 13. Aug. Die NSBO. Klein-Linden hatte die hiesigen Unterorganisationen der NSDAP, und die Einwohnerschaft am Samstagabend in den Saal des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" zur Fahnenweihe eingeladen. Pg. Neuser, der Leiter der hiesigen NSBO., begrüßte die Teilnehmer, dankte den zur Fahnenweihe erschienenen Ortsgruppen der NSBO. Allendorf a. d. Lahn und Großen-Linden, begrüßte im besonderen die Vertreter der Kreisleitung der NSBO., Pg. Wagner und Pg. Feige, und gedachte der großen Erfolge unseres Volkskanzlers Adolf Hitler. Jn ehrenden Worten schilderte er die Leistun- gen der gefallenen Kameraden und der Opfer des großen Weltkrieges, die von ber Versammlung in üblicher Weise geehrt wurden. Die Weihe der neuen Fahne nahm Kreisleiter Wagner, Gießen, vor. Er führte aus, daß die Weihe einer neuen Fahne den Abschluß einer Kampfzeit bedeute. Wir stünden jetzt in großer Zeit, die große deutsche Volksgemeinschaft sei geschaffen worden, bas deutsche Volk hätte ben Glauben an seine eigene Kraft roiebergefunben. Ein Volk rönne nur leben, wenn es eine eigene Schicksalsgemeinfchaft bilbe, in der jedes Glied des Volkes dem Vaterland gegenüber seine Pflicht er» fülle, und in ber jeber Einzelne allzeit zum Opfer bereit sei. Das gemeinsam gesungene Horst-Wessel- Lied bildete ben Abschluß ber eigentlichen Weihe. Lieder des BbM., von Frl. Gärtner eingeübt und geleitet, Tanzreigen derselben Gruppe, von SA.-Mann Karl Klinke! eingeschult, und passende Gedichte, von Frl. Marie G 1 a u m , der Führerin des BdM., und von SA.-Mann Rudolf G e r- m e r vorgetragen, nebst guten Musikoorträgen füllten den Abend aus. Beigeordneter Schimmel, der Führer der hiesigen SA.-Reserve, überbrachte deren Glückwünsche und forderte zur gemeinsamen Zusammenarbeit aller Organisationen zum Wohl
des Vaterlandes auf Mit dem gemeinsam gesungenen Deutschlandlied fand die offizielle Feier ihr Ende.
öer Wettbewerb
um das 27er Ehrenmal.
Weihe erst Im nächsten Frühjahr.
Der von der Denkmalvereinigung des Feldartille- rie-Regiments Nr. 27 „Dranien" zu Beginn dieses Jahres ausgeschriebene Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für ein Ehrenmal des Regiments und feiner Kriegsformationen ift — so schreibt man uns — insofern negativ verlaufen, als er zwar eine Fülle wertvoller Anregungen und einige tüchtige Einzelleistungen erbrachte, aber keinen künstlerisch voll befriedigenden, zur Ausführung geeigneten Entwurf zeitigte. Die Denkmalvereinigung hat daraufhin mit einigen der preisgekrönten Bildhauer weitergearbeitet. Hierbei ist von dem Bildhauer Winter, Oberursel, einem Mitkämpfer in den Reihen des Regiments, ein künstlerisch geeigneter Denkmalentwurf geschaffen worden, der zur Zeit noch der weiteren Ausgestaltung und Durcharbeitung unterließt. Der Entwurf wird nach seiner Fer- tigftcüung, mit ber bis Ende August gerechnet werben kann, im „Neuen Museum" in Wiesbaben aus- gestellt werden.
Mit Rücksicht auf die Verzögerung, die bei ben Vorarbeiten für die Denkmalerrichtung eingetreten ift, haben sich bie Denkmaloereinigung und der Bund Feldartillerie.Regiment 27 „Dranien" gezwungen gesehen, die für September dieses Jahres vorgesehene Enthüllungsfeier, die zugleich als Wiedersehensseier aller alten 27er gedacht war, auf das Fr ühjahr 1934 zu verschieben. Bis dahin hofft man zuversichtlich, ein künstlerisch durchaus befriedigendes, ber Gefallenen bes Regiments würbiges Ehrenmal schaffen zu können. So bedauerlich bie Verschiebung der Feier ist, auf die sich schon viele mit ihren Urlaubsplänen eingerichtet hoben mögen, so sehr ist zu hoffen, daß sich die wirtschaftliche Lage bis Frühjahr 1934 so weit bessern möge, daß mancher Kamerad bann nach Wiesbaden kommt, den heute bie Not davon abgehalten haben würde. Auch bie Wiebersehensfeiern bes Bri - geberegiments FAR. 63 und der Kriegs- Formationen RFAR. 21, RFAR. 56, FAR. 92, 111, die mit der Denkmalweihe und der Hundertjahrfeier verbunden werden sollten, werden auf den gleichen Termin (Mai 1934) verschoben.
Anfragen sind zu richten für die Denkmaloereinigung 27 an Oberzahlmeister a. D. A. B u 11 e, Wies- haben, Dotzheimer Straße 43, für ben Bund Feld- artillerie-Regiment 27 „Dranien" an den 2. Bor- sitzenden, Major Henke, Wiesbaden, Tenneibach, (trage 67r für die Vereinigung Feldartillerie-Regi- ment 63 an Oberstleutnant von Reckow, Oberursel i. Ts., Füllerstraße 72.
Hohe Gefängnisstrafen wegen Beleidigung der SA. und SS.
Marburg, 14. Aug. (WSR.) Dor dem Schnellrichter hatte sich ein Ehepaar aus Homberg a. d. Efze wegen Beleidigung der SA. und SS. zu verantworten. Der Ehemann wurde zu zehn Monaten, seine Frau zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Man behielt den Wann sofort in Haft.
Wettervoraussage.
Das ozeanische Tief wandert in nordöstlicher Richtung weiter. Ein Ausläufer erstreckt sich bis über Frankreich und Westdeutschland und führt ein Nie- derschlagsfeld mit sich. Dieses wird auch unseren Bezirk überqueren, wonach das Wetter einen unbeständigen Charakter annimmt. Denn kühle Luft fließt bereits über ben britischen Inseln abwärts, wodurch auch bei uns bie Temperaturen einen allgemeinen Rückgang erfahren. Dabei kommt es weiterhin zu schauerartigen Niederschlägen.
Aussichten für Donnerstag: Wechselnd wolkig und etwas kühler, zeitweise schauerartige Niederschläge.
Lufttemperaturen am 15. August: mittags 22,4 Grab Celsius, abenbs 17,4 Grab; am 16. August: morgens 17,8 Grad; Maximum 23,8 Grab, Minimum 13 Grab. — (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. August: abenbs 22,6 Grad; am 16. August: morgens 18,4 Grab Celsius.
Serantwörtlich für Politik: LS.: Ernst Blumschein.


