Ausgabe 
16.6.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 138 Erstes Blati

183. Jahrgang

Zreitag.lb.Zuni 1933

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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Oer König.

Zum 75. Geburtstag König Gustav V. von Schweden.

Don unserem Dr. P. (u.-Berichterstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Stockholm, im 3uni 1933.

Dor einiger Zeit stellte im schwedischen Reichs­tag ein Kommunist den Antrag, die Monar - chle abzuschaffen. Inder Diskussion hier­über führte ein schwedischer Sozialdemokrat etwa

folgendes aus:lieber die Frage Monarchie oder Republik kann man verschiedener Ansicht sein. Sicher ist aber eine guteMonarchie bes­ser als eine schlechte Republik. Und ebenso sicher ist es, daß man in Schweden e i n Mitglied des Königshauses wählen würde, wenn diese Frage jemals akut werden sollte."

3n ganz Schweden feiert man am 16. 3uni den 75 Geburtstag König Gustavs. Ob­wohl der Monarch gebeten hat, von allen Ehrun­gen und Festlichleiten abzusehen, wird der Tag in Schloß und Hütte ein wirklicher Festtag werden, an dem abgesehen von den wenigen schwedischen Kommunisten die Angehörigen aller Parteien und aller Gesellschaftsschichten teil­nehmen König Gustav hat keine Feinde; das ganze Sechs-Millionen-Dolk lieht zu dem 75jäh- rigen, noch immer jugendfrischen König, als zum wirklichen Landesvater empor, der seiner­seits dieses patriarchalische Derhältnis dadurch zum Ausdruck bringt, daß er alle seine Landes- linder duzt.

Ein bekannter schwedischer Schriftsteller äußerte kürzlich, Gustav V. sei neben dem Dichter Der- net von Heidenstam der letzte Schwede, der einen Frack mit Grandezza zu tragen verstünde. Er sei das letzte existierende Exemplar eines im Aussterben befindlichen Menschentyps: des Ari­stokraten. Der letzte Sah ist zweifellos eine starke Ucbcrtreibung, was sich schon in Schweden leicht beweisen läßt. Auf jeden Fall ist aber der alte König, der noch immer ungebeugt geht, und seine Umgebung um Haupteslänge überragt, vom Scheitel bis zur Sohle ein Edelmann im wahrsten Sinne des Wortes.

3m Ausland hat man Gustav V. hauptsächlich als Tennisspieler kennengelernt; noch heute ist er nicht nur der Tennisspieler unter den Königen, sondern ein König der Tennisspieler, der in den großen internationalen Turnieren viele Gegner schlägt, die jünger sind als seine Enkelkinder. Zweifellos hat auch die sportliche Betätigung des Schwedenkönigs viel dazu beigetragen, ihn in weiten Kreisen des Volkes bekannt, und beliebt zu machen ganz abgesehen davon, daß hierdurch der Grund zur sportlichen und physischen Ertüch­tigung des schwedischen Volkes gelegt wurde.

Die wertvollsten Befähigungen von Gustav V liegen jedoch auf ganz aoberen Gebieten. 3n der schwedischen Presse aller Richtungen wird vorbe­haltslos anerkannt, welch großen Einfluß der Kö­nig an der politischen, wirtschaftlichen und kul­turellen Entwicklung seines Landes genommen bat.Schwedens Geschichte ist die Geschichte seiner König e", hat der große schwedische Historiker Geijer festgestellt. Wohl sind die Zei­ten Karls XJL und Gustas Adolfs vorüber die Seiten, wo die Kriegerkönige das Banner Schwe­dens über die halbe Welt trugen. Schon längst ist die Zeit der absoluten Herrscher vorbei; Schwe­den ist eine Hochburg des Parlamen­tarismus geworden, dessen Auswüchse beson­ders in der letzten Zeit zu einer immer stärker werdenden Opposition gegen das parlamentarische System geführt haben. Richt nur in den Kreisen dec schwedischen Rechtsparteien wächst die Zahl derer, die als Gegengewicht eine Stärkung der Königsmacht fordern.

Daß aber König Gustav nicht etwa nur eine stattliche Dekorationsfigur ist, hat er oft zur Ge­nüge bewiesen. Ganz besonders an jenem schweren Februartag 1914, wo er gezwungen war, gegen seine eigene Regierung, das liberale Kabinett Staasf, Front zu machen. Die Regie­rung hatte die dringend notwendige Wehrvor­lage abgelehnt und zum Protest hiergegen zo­gen Zehntausende von schwedischen Bauern aus allen Teilen des weitgestreckten Landes nach Stockholm. Es kam zu einem konsti­tutionellen Konflikt, in dem der König glänzend siegte. Ohne sein Kabinett zu befragen, hielt er jene historische Rede, in der er sich entgegen der Einstellung der Regierung zur Stärkung der Rüstungen und zum bewußten natio­nalen Staat bekannte. Die liberale Regie-

Deutschland Führer im Kreis der germanischen Völker.

Ein junger Engländer schreibt an Reichsminister Goebbels.

Rolf (3 a r b i n e r , ein junger Engländer aus einer alten kultivierten Familie, Sohn eines bekannten Univerfitätsprofeffors, ist seit Jahren der Führer einer Bewegung, die einen regen kulturellen Austausch zwischen dem deutschen und dem englischen Bolk mit Energie betreibt. Er hat einen Kreis junger Studenten und Zugendführer um sich gesam- mcü, der zielbewußt an der großen Ausgabe einer Erneuerung der nordischen Kultur und besonders der kulturellen Zu­sammenarbeit mit Deutschland arbeitet. Diese jungen Engländer haben die Ideen des neuen Deutschland in ihrer Entstehung miterlebt, und es gibt vielleicht wenig Ausländer, die überhaupt den Sinn der deutschen Revolution so ganz verstanden haben wie der Verfasser des nachfolgenden Briefes an den Reichs- mini st er für Propaganda und Bolksaufklärung Dr. Goebbels.

Herrn Reichsminifker Dr. Goebbels

Berlin, Wilhelms-Platz hochverehrter Herr Reichsminister!

Als Führer einer jungen englischen Generation, die seit Kriegsende unermüdlich den Weg zu einer ehrlichen Begegnung mit den konservativ - national en Teilen der deutsch en Jugend gesucht hat, wage ich Ihnen zu schreiben und gleichzeitig im Namen meiner Ka- meraden unserer Freude über die Erneuerung des deutschen Volkes und über die Wiederherstellung der deutschen nationalen Würde Ausdruck zu ver­leihen. Wir müssen hier in unserer Heimat gegen manche Verleumdungen und gegen viel Mißoer- ständnis kämpfen, das die nationale Erhebung des deutschen Volkes bei unserer liberalen Staats- und Gesellschaftsführung erregt hat. Wir wissen, daß die Bedeutung der deutschen Revolution weit über die Grenzen des Reiches hinaus reichen, ja! sie betrifft eigentlich die ganze germanische Welt zu der roir_ uns bekennen. Deutschland hat wieder die Führer st ellung im Kreis der germani­schen Völker erworben. Ein still arbeitender und gläubiger Teil des englischen Volkes wird diese innere Tatsache zu huldigen wissen und wird hier bei der Wandlung unserer Nation auf deutsche Füh­rung und Anregung horchen müssen.

Während andere englische Kreise sich durch eine illusorische Versöhnung mit pazifistischen und demo­kratischen Teilen des Nachkriegs-Deutschland täusch- ton, suchten wir d i e Begegnung mit volks­konservativen Gruppen der deutschen Jugendbewegung. Wir wollten keine Ver­söhnung, wir wollten den geistigen Nahkampf, die ehrliche Klärung und Auseinan­dersetzung, die ringende Zusammenarbeit an objektiven Aufgaben. Wir kamen auf diesem Weg zu enger Kameradschaft mit den deutschen Bünden, vor allem mit der Deutschen F r e i s ch a r (die heute im Großdeutschen Bund mitwirkt).

Wir halsen bei den er st en deutschen Ar- beitslagern mit und nahmen Teil an Aus­land» und Grenzlandsfahrten der Bünde. Wir lern­ten dadurch eine junge deutsche Mannschaft kennen, die sich zu hoher Disziplin und Opferbereitschaft er­zogen hatte Wir folgten ihrem Einsatz im deutschen Osten und warben für ein wirkliches Verständnis der deutschen Ausgabe im Osten zu Hause. Wir durf­ten mithelfen bei der Gestaltung der Arbeitslager für Bauern, Arbeiter und Studenten im Boberhaus Löwenberg/ Schlesien und wir dursten teilnehmen an der Grün- düng des M u s i k h e i m s in Frankfurt a. d. Oder. Voran das letzt erwähnte Haus unter Führung von Georg G ö t f ch wurde uns, und durch uns einer breiten englischen Öffentlichkeit, Symbol eines neuen deutschen Wollens und Sammelstätte einer neuen deutschen Kultur.

Dom Musikheim zogen gemeinsame deutsch-eng- lische Gruppen, unter Führung von Georg Gotsch, auf Spiel- undSingfahrtenin den deut- schon Osten. Unter derselben Führung kam der Deutsche Singtreis öfters nach England und wurde bis in die kleinsten englischen Ortschaf­ten berühmt und beliebt. Diese Reisen geschlossener deutscher Gruppen haben viel mehr bewirkt als alle kostspieligen Repräsentationen (Bruno-Wal-

rung mußte gehen - ein konservatives Kabinett folgte - und wenige Monate später bewies der Ausbruch des Weltkrieges, wie richtig Gustav V. die weltpolitische Lage und die schwedische- ftungsfrage beurteilt hatte.

Der persönlichen 3nitiative des jetzigen Schwe­denkönigs ist es zuzuschreiben, dah das freund- schaftliche Derhältnis Schwedens zu Norwegen wieder hcrgestellt wurde. Dadurch, daß Norwegen 1905 die Union gelöst, war zwi­schen den beiden Drüdervölkern eine Spannung entstanden, die beinahe zum Krieg geführt hätte. Gerade 10 3ahre später glückte es Gustav V., die­sen unheilvollen Gegensatz auszugleichen; ritter- lich streckte er König 5jaton von Norwegen die Hand entgegen und veranlaßte kurz darauf die Zusammenkunft der drei nordischen Könige in Malmö, die im Derhältnis der skandinavischen Länder eine neue Epoche einlei­tete.

Aus der Dynastie Bernadotte ist eine auffallend große Zahl bekannter Künstler und Wissenschaft­ler hervorgegangen; unter den 3etztlebenden hat sich Prinz Eugen, der Bruder des Königs, als

ter-Konzerte ufto.) Sie haben beim englischen Adel wie bei der englischen Arbeiterschast ein unver­geßliches Bild eines neuen Deutschtums gelassen.

Diese mannigfachen Bemühungen, die sich seit 5 e h n 3 a hccn über Deutschland und England hinaus über den ganzen germanischen Nord-O st seeraum erweiterten, und sowohl in Holland wie in 61 an dinavien und im Baltikum Keimzellen einer neuen Kultur- Haltung formten, mußten die Hemmungen und das Unverständnis eines noch herrschenden Libe­ralismus dulden. Alles ging nur mit größter Mühe und durch zähes Ringen. Eine ganze alte Welt stand gegen unsere Richtung und wollte sie verdrehen. Denn wir suchten die neue Ord­nung eines dritten Reiches, wir woll­ten nicht Verbrüderung, sondern geistigen Nah­kamps Wir dachten undemokratisch und unpazi­fistisch. Wir kämpften um neue soziale und zwischen - nationale Formen.

Heute aber ist der neue deutsche Staat d a ! Wir glauben, daß dieser Staat unsere Sache verstehen muß, weil das, was wir seit zehn Jahren taten, seine Sache war und heute mehr als je ist. Arbeitslager, Auslandfahrten, Arbeitswochen, ge- halten mit der Zucht der neuen deutschen Bünde, sind notwendiger denn je

Schließlich möchten wir bitten, daß Sie, jenseits des Lärms einerentrüsteten" englischenÖffent­lichkeit", die Stimmen eines neuen und

mühenden Englands wahrnehmen können, die für die große Entwicklung des deutschen Volkes waches und warmes Intereffe hegen. Wir glauben, daß unser Land für die werdenden Führer des Deut- fchen Reiches immer noch einen großen Schatz von nordischer Weisheit und germanischer Tradition birgt. Ein altersreiches England mag mit einem zu- kunftsträchtigen Deutschland, einen für beide Länder vorteilhaften Austausch treiben. Es gibt, wenigstens in der jungen Generation, nationalfühlende Eng- länber und nationalfühlende Deutsche, die ein klares Bild von dem inneren und ver­wandten Wesen des anderen Bruder­volks in ihrem Herzen tragen. Wir sollen diese Bilder rein halten trotz jeder Verleumdung, trotz aller Mobilmachung feindseliger Vorstellungen. Und wir werden die begonnene Arbeit um eine Erneue­rung der germanischen Werte in allen Ländern um Nord- und Ostsee mit neuer Kraft fortsetzen. Denn wir glauben, daß gerade der neue deutsche Staat uns helfen wird und unser Schirmherr sein wird. Sie, Herr Reichsminister, werden uns verstehen und unseren Weg richtig beurteilen. In diesem Sinne grüßen wir Engländer durch Sie den neuen beut« fchen Staat.

Im Zeichen meiner vorzüglichen Hochachtung ver­bleibe ich Herr Reichsminister,

Ihr ganz ergebener gez.: Rolf ©arbiner z. Z. Diptford Court, South Brent, Devon.

Oie Parteien im neuen Staat.

Kube fordert parteipolitische Gleichschaltung.

Berlin, 16.3uni. (TU.) 3m Preußischen Pressedienst der NSDAP, führt Oberpräsident Kube u. a. aus: Wir wünschen in Deutschland Nutze und Frieden. Dazu aber brauchen wir Ordnung. Und es gibt nur eine National­sozialist ischeOrdnung, keine andere. Ans diesen Gründen begrüßen wir den Ucbertritt der Abgeordneten Dr- Spahn, Dr. Forschbach, Dr. Stadler, Wilhelm Schmidt usw. 3e schneller die Reste des alten Parteienlebens aus Deutschland verschwinden, um so besser ist es für unser deut­sches Vaterland. Auf die Dauer ist es ein un­möglicher Zustand, dah es neben Hitlers Willen irgendwelchen Sonderwillen parteipolitischer Art gibt. Das Elend der letzten 14 3ahre war be­dingt durch die parteipolitische Zerrissenheit un­serer Nation. 3eht muß mit dieser Zerrissenheit bis zur lehien Konsequenz Schluß gemacht werden.

Auch das Zentrum muß einsehen, daß es auf die Dauer als Partei nicht weiter bestehen kann. Der kalte und berechnende Brüning war der gefährliche Gegner der nationalsozialistischen Frei­heitsbewegung. Auch im Zentrum kriselt es. Das Zentrum weiß ganz genau, daß die Zeiten des parlamentarisch regierten Deutschlands ein für allemal vorbei sind. 3n der parlamentarischen Demokratie konnte das Zentrum das berüchtigte ..Zünglein an der Waage" bilden. Es ist unser fester Wille, dah dieser Verschiebebahnhof der Politik endgültig abgerissen bleibt. Deutschland darf sich nie wieder Zentrumsent­scheidungen unterwerfen.

Oie Oeutschuatiouale Front zur politischen Lage.

Berlin, 15. 3uni. (TU.) 3n Lankwitz sprach der bevollmächtigte stellvertretende Führer der Deutschnationalen Front. Dr. von Winter­feld t zu den augenblicklichen politischen Fragen. Nach einem Hinweis auf die äußerst schwierige Lage Deutschlands in der Außenpolitik und in der Wirtschaft fordere er die endliche Einigung aller n a t i o n a l d e n k e n de n Menschen innerhalb des Vaterlandes. Ohne seine W e h r Hoheit sei Deutschland nicht nur machtlos, fon-

Maler und Prinz Wilhelm, der Bruder des Kronprinzen, als Entdeckungsreisender und Schriftsteller weit über Schwedens Grenzen hin­aus einen Namen gemacht. König Gustav ist we­der Wissenschaftler noch Künstler, hat jedoch auf mannigfache Weise das schwedische Geistesleben angeregt und gefordert. Auch auf dem Wirt­schaftsgebiet hat sein klarer, nüchterner Blick, seine Erfahrenheit und Menschenkenntnis in der Aus­wahl seiner Berater dem Lande große Dienste geleistej.

Nur wenig mehr als ein 3ahrhundert hat das Haus Bernadotte auf dem schwedischen Thron ge­sessen. Selten oder nie hat sich jedoch eine fremde Dynastie so vollkommen in ihr Land eingelebt, wie die Nachkommen des hochbegabten französi­schen Marschalls. Fast alle Königinnen waren deutschen Ursprungs: sowohl die Mutter von König Gustav, Sophie von Nassau, wie feine Gemahlin, die unvergeßliche Königin Victoria aus dem badischen Fürstenhause, waren deutsche Prinzessinnen. Ein glückliches Zei­chen für die Zukunft ist cs, daß auch der jüngste Sproß, der älteste Sohn des Kron­

dern ein Gespött der Welt. Es habe beim Vier- m ä ch t e p a k t wieder seinen guten Willen ge­zeigt. Man müsse aber wissen, daß das deutsche Volk aufstetzen werde wie ein Mann, wenn seine Grenzen bedroht würden.

Dr. von Winterseldt ging bann auf innerpolitische Fragen ein. Hugenbergs Regelung der Fettfrage sei auch vom Auslanbe als vorbildlich anerkannt worben. Durch bas Entschulbungsgesetz werbe sich bie Landwirtschaft und damit Industrie unb Hanbel beleben. Wenn jetzt einige deutschnatio- nale Reichstagsadgeordnete zu ben Nationalsozia­listen hinübergegangen seien, so seien ihre Begrün- bunqen zu biesem Schritt nicht stichhaltig. Nicht bie Tatsache, sonbern bie Form, in der sie den lieber- tritt vollzogen, sei verachtungswürdig. Die Deutsch- nationale Front stehe auch heute noch auf dem Boden der Abmachungen vom 30. Ja­nuar, die beiden P a r tn e r n voll sie Gleichberechtigung zusicherte. Sie sei be­rufen, bas christlich konservative G e - bankengut auch in Zukunft weiter zu führen. Ihre Arbeit gelte gemeinsam mit ben N a - tionalsozialisten bem Wohle bes Vaterlands.

Anschließend ergänzte der Pressechef der DNF., Hauptmann a. D. B r o s i u s, im einzelnen bie Aus- führungen Dr. von Winterfelbls. Er schloß mit der Feststellung, daß die Deutschnationalen einen Staats­aufbau nach dem alten preußischen Vorbild der Steinschen Selbstverwaltung wollten.

Unwillkommene Gäste!

Prag, 15. 3uni. (TU.) Das' tschechisch-agra­rische BlattV e c e r" des Ministerpräsidenten Malypeter schreibt:

Cs werden überstürzte Vorbereitungen getrof­fen, um denSih derSPD. nachPragzu verlegen. Das ist eine große Zumu­tung. Die Führer der Sozialoemokraten haben die Wiege des Marxismus verlassen und zwar nicht gerade sehr tapfer. Leider sind sie gerade zu uns hergelaufen. Das bereitet uns gar kein De r g n ü g e n. Wir haben selbst Sorgen genug, wir brauchen keinen Verdruß, der unser Land sicher treffen wird, wenn diese Leute bei uns ein­ziehen Wir müssen ihnen sagen: Was 3hr Euch dort eingebrockt habt, das löffelt gütigst selbst aus. Wir wollen Ruhe und ordentliche Beziehungen und deshalb sind wir ganz entschieden dagegen, daß bei uns eine Propaganda gegen ein Nachbar-

Prinzen, vor wenigen Monaten eine deutsche Fürstentochter, die Prinzessin Sibylle von Sach- sen-Koburg, heimgesührt hat, die einmal Schwe­dens Königin werden soll. 3n die herzlichen Glückwünsche, die dem greifen König Gustav an feinem Ehrentage zuteil werden, stimmt auch das deutsche Volk ein, in dankbarer Erinnerung an alles das, was Schweden in schwerer Zeit für uns getan hat.

Oer Reichspräsident beglückwünscht König Gustaf.

Berlin, 15. Juni. (TU.) Der Reichspräsi­dent hat Seiner Majestät dem König von Schweben anläßlich seines heutigen 75. Geburts- tages folgenbes Telegramm übersandt:Eure Maje- ftät bitte ich in alter Treue meine ausrich- tigsten Glückwünsche zum 75. Geburtstage entgegennehmen zu wollen. Von ganzem Herzen hege ich bie Hoffnung, daß Eure Majestät noch viele glückliche unb gesegnete Jahre in Frische unb Gesunbheit zum Wohle unb weiteren Gedeihen des schwedischen Volkes vergönnt sein mögen. Reichs- Präsident von Hindenburg."