Ausgabe 
16.1.1933 Erstes Blatt
 
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nalsozialistische

Die blutende deutsche Ostgrenze

Aus der Provinzialhauptstadt

Bück auf die Kundgebung des Vereins für da» Deutschtum im Ausland im Plenarsaal de- Reichstags.

Da der Jubiläumsnachlaß nur in Rom gewonnen werden könne, wünsche der Papst von Herzen daß die Gläubigen in großer Zahl Zusammenkom­men möchten zum Mittelpunkt der Kirche, Zu ihm selbst, dem gemeinsamen Vater Der volle Nachlaß der Sünden werde allen Gläubigen gewährt, die nach der Beichte und der Kommunion dreimal die vier Hauptbasiliken Roms besucht und dort einzelne oorgeschriebene Gebete verrichteten.

Zum Schluß forderte Papst Pius XI. die Gläu­bigen nochmals auf, die heiligen Reliquien der Ba­silika Santa Croce in Jerusalem und die Heilige Treppe beim Lateran zu besuchen.

Das außerordentliche Heilige Mr verkündet feierliche Bekanntgabe der päpstlichen Bulle

Aus aller Mett.

Kontrolleur eines Arbeitsamts ermordet.

Der am Arbeitsamt Opladen (Rheinprovinz) angestellte 46 3ahre alte Kontrolleur Walter May, zu dessen 'Tätigkeitsbereich es u. a. ge­hörte, nach Schwarzarbeitern innerhalb der un­terstützten Erwerbslosen zu fahnden, kehrte von einem seiner Dienstgänge nicht zurück. Rach langen Rachforschungen der Polizei wurde May an der DiepentHaler Talsperre t o t aufgefunden. Der Beamte ist einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Die Leiche wies mehrere Stichverletzun­gen auf. Einen seiner Handschuhe hatte man dem Toten als Knebel in den Mund gesteckt. Rach dem Befund am Tatort hat May, der über große Körperkräfte verfügt«, sich heftig gewehrt. Man glaubt, daß als Täter mehrere Personen in Frage kommen. May ist häufig bedroht worden, weil er Schwarzarbeiter rücksichtslos zur Anzeige brachte, die Aktentasche, die er bei sich führte, ist verschwunden.

Au» 9000 Meter Höhe tödlich abgestürzt.

Bei einem Dersuchsflug der Flugzeugwerke von Penhoel bei St. Nazaire st ü r z t e das Flugzeug aus9000Meter Höhe ab. Der Flieger wurde tot geborgen. Der Kontrollausscruß, der dem Un­glück beiwohnte, nimmt an, daß der .Flieger einen Herzschlag erlitten hat, da man ohne jeden er- . sichtlichen Grund das Flugzeug spiralförmig abstür­zen sah, ohne daß der Flieger den Versuch gemacht hatte, die Maschine wieder aufzufangen.

systematisch wichtige Bestimmungen der sie betref» senden Gesetzentwürfe verschwiegen

2. Die Auffassung der Beamten über eine Zu­sammenarbeit stimme mit der der Regierung nicht überein, obwohl der gute Wille des Ministerpräsi­denten anzuerkennen sei.

Der Bericht der Finanzsachverständigen sei das Produkt einer engen Zusammenarbeit der Banken­kreise und starker wirtschaftlicher Jnteressentengrup-

Meder bergan!

Der kürzeste Tag und die längste Rächt liegen hiinter uns. Ganz allmählich nimmt di« Dauer der Helligkeit wieder zu, die Bahn der Sonne beginnt sich zu steilen und sich unserem Planeten zu nähern. Trotzdem die Ratur noch im Winter­schlaf zu liegen scheint, regen sich doch bereits unsichtbar jene geheimnisvollen Säfte, in denen sich die lebengeoenden und erhaltenden Kräfte von älrbeginn durch die Jahrtausende bis zum Evlöschen alles Seins im All fortpflanzen. Mögen auch Schnee und Eis nach außen hin Erstarrung vovtäufchen, ein Ausgelöschtwerden, ein Verflüch­tigen und «in absolutes Richts müßte die Welt­ordnung in "'n sinnloses Geschehen verkehren, 2m ewigen Fluß alles Werdens reichen sich in vorgezei^-nete... und zweckbestimmtem Wechsel Tod und Leben die Hände, unaufhörlich, damit einer des anderen Verllärung s«i.

W.e das Leben in der Ratur in gesetzmäßigem Auf und Ab erstarkt und sch nach der Veraus­gabung in Blüten und Früchte zu neuer Leistung erholen muß, so führte und führt der Weg der Menschheck und der einzelnen Völker, oft in zähem, jahrhundertelangem Ringen, bisweilen auch :n kometenhaftem Anstieg und vom Glück begünst'.gt, zu Höhen der Wacht und Geltung h.nan, di« nur durch di« Zusammenfassung aller in der Gemeinschaft schlummernden Energien er­klommen werden können. Solche Gipfel erreichen Nationen nur, wenn jeder einzelne sein ganzes Och m die Volksgemeinschaft verströmt, in dem verpfl.chtenden Bewußtsein, daß der Boden, dem man entstammt, mit dem Blut der Ahnen getränkt ist, damck wir in ihrer Schuld bleiben, Geschlecht um Geschlecht.

Mcht jeder Tag in der Ratur ist Maienblüte und Erntefest. Roch über keinem Volk lächelte die Sonne ungetrübter Geltung in dem Ring der Völ­ker, die sein Schicksal zu Gedeih oder Verderb beeinflussen können. Aber noch immer ging es nach Schicksalsschlägen mit den Völkern wieder bergan, in denen der Glaube an die unversieg- baren Kräfte des Bodens nicht verdorrte, den die Väter in den Kulturzustand brachten, der, allen Stürmen zum Trotz, die Ernte der Zukunft tragen soll und kann und wird. Die Zeit der Drache nähert sich ihrem Ende. Einmal muß es, wie nunmehr langsam in der Natur, auch mit uns als Volk wieder bergan gehen. Sonst würde das Sein und Schaffen in und kür die Gesamtheit sei­nen schönsten Sinn verlieren!

Jlottmf der deutschen Jugend.

Auf Einladung der Leitung des Notwerks fand am gestrigen Sonntagvormittag im Saale des früheren Hotels Großherzog eine Besprechung statt, zu der 31 Vertreter von Jugendoerbänden erschie­nen waren. Die Anregung daß die einzelnen Ju- gendgruppen sich im Dienste des Notwerks zu einer gemeinsamen öffentlichen Veranstal- u n g zusammenfinden sollten, fand einmütige Zu- timmung. Es ist in Aussicht genommen, etwa Mitte Februar einen Spielabend abzuhalten, bei dem Volkstänze, Hans-Sachs-Spiele, turnerische und radsportliche Darbietungen, Gesang, Mando- linenkonzert und anderes zur Vorführung gelangen. Die originelle Veranstaltung, die auf künstlerischer Hohe mit den frischen Kräften unserer Jugend durch­geführt werden soll, kann sicherlich auf zahlreichen

Zuspruch aus Gießen und den Landgemeinden rechnen.

Neue Spende für die Winiernoibilfe.

Don der Geschäftsstelle der Gießener Winterhilfe wird mitgeteilt, daß das Modehaus Salomon, Schulstraße, einen Posten Textilwaren zur Vertei­lung an bedürftige FamUien zur Verfügung ge­stellt hat.

Der Ertrag der Wohltätigkeitsveranstaltung im Stadttheater, der für das Werk der Winternothilfe Verwendung finden wird, beziffert sich, wie wir von der Geschäftsstelle der Winternothilfe hören, auf rund 1600 RM. Davon stammen 1300 RM. aus dem Nettoerlös für Eintrittsgeld und rund 300 RM. aus dem Verkauf von Erfrischungen.

rvornonzen.

ageskalender für Montag: NSDAP., 20.30 Uhr, Cafs Leib, Nationalfozialisti- sche Versammlung. Gemeindeoerein der Lukas- gemeinde, 20 Uhr, Lukasfaal, Generalversammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der träumende Mund"; 22.45 Uhr,Frankenstein".

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben. Als 16. Vorstellung im Dienstag- Abonnement bringt der Spielplan am Dienstag, 17. Januar, in dieser Spielzeit die erste Aufführung des TrauerspielsHamlet" von Shakespeare. Dieser Klassiker wird in völlig neuer Inszenierung unter der Spielleitung von Oberspielleiter Peter F o s s o t t herauskommen. Die Rolle des Hamlet spielt Harl Bruck. Mitwirkende: Damen: Berger, Koch- Herren: Bechstein, Eggemann, Sieten, Fassot, Fierment, För- derer Geiger, Hamel, Hauer, Heck, Heyser, Hub, Kühne, Michel, Nieren, Volck, Wrede. Spieldauer von 20 Uhr bis gegen 23 Uhr - Für Samstag, 21. Januar, abends 20 Uhr, und für Sonntag, 22. Januar, 19 Uhr, sind die nächsten Wiederholun- gen der Operetten-Reoue:Im weißen Rößl" ange- setzt. An beiden Tagen gelten ermäßigte Operetten­preise und außerdem haben Vorzugsgutscheine Gül- tigkeit. Für Dienstag. 24. Januar, hat die Inten­danz den Autor, Regisseur und Schauspieler Curt Götz mit seinem Ensemble zu einem einmaligen Gastspiel verpflichtet.

Danzig bleibt deutsch!

VDA.-Kundqebunq im Reichstag.

Berlin, 14. Jan. (ERB.) Der Landes­verband Mark Brandenburg des Vereins für das Deutschtum im Auslande veranstal­tete im Plenarsitzungssaal des Reichstags anläßlich der Anwesenheit der D a n z i g - F l i e g e r eine große Kundgebung, an der u. a. zahlreiche Behörden­vertreter teilnahmen. Der Vorsitzende des Landes­verbandes Mark Brandenburg des VDA., Studien­direktor Gaster, führte in feiner Begrüßungsan­sprache u. a. aus, daß

Danzig zwar ein eigenes Staatswesen sei, feine Einwohner aber unlöslich mit dem deutschen Volkstum verbunden seien.

Das Problem: Staat oder Volk als Grundlage des politischen Lebens? sei für Deutschland besonders wichtig, denn während bei den meisten Völkern die Begriffe Staat und Volk nahezu zusammenfielen, wohnten von den rund l0Ü Millionen Deutschen nur wenig mehr als 60 Millionen innerhalb der Reichsgrenzen. Die übrigen 40 Mil­lionen seien zwar deutsche Doltsangehörige, n * ch t a der deutsche Sta atsangehörige. Das Gefühl der inneren Verbundenheit des ganzen deutschen Volkes auch jenseits der Reichsgrenzen muffe erhalten bleiben

Nach kurzen Ausführungen des Berliner Ober­bürgermeisters Dr. S a h m und des Geschäftsfüh­rers des Landesverbandes Mark Brandenburg des VDA. Erich Klinghammer überbrachte ftub. Z'rwas, einer der drei Danzig-Flieger, den Gruß der alten deutschen Hansestadt Danzig.

Täglich und stündlich stehe Danzigs Jugend im Kamps um deutsches Volkstum. Der Werbeflug der Akademischen Fliegergruppe wolle keine große Politik treiben, sondern Zeugnis ablegen für die unlösliche Verbundenheit Danzigs mit der deutschen Nation.

Die Flieger wollten von ihrem Flug nach Danzig eine Gewißheit und einen Glauben mitbringen Zum Schluß ihres Fluges wollten sie in Danzig be­zeugen, daß dos deutsche Volk der alten deutschen Hanse st a d t die Treue halte und daß im Reick Danzigs Schicksal und Not als Schicksal und Not des Reiches empfunden werde.

Memelland deutsch!

Eindrucksvolle Kn dgebnng in Berlin.

Berlin, 14. Jan. (TU.) Der Memelland- bund veranstaltete am Samstagabend in Berlin zur Erinnerung an den am 15. Januar 1923 erfolgten Einmarsch der Litauer in das Memelge- biet eine eindrucksvolle Kundgebung. Das Thema

'* Veranstaltung lautete: ,Leh n Jahre Ge­

eine Lotterie ausgeschrieben werden, die aller- dings den vollen Betrag einbringen müsse, der durch eine Pensionskürzung hätte eingespart werden kön­nen. Der Allgemeine Beamtenoerbaiiö und der Postbeamtenverband Haden heute vormittag Sitzungen abgehalten und tagen auch am Nachmittage noch. Bei der Sitzung des Allgemeinen Beamtenoerbandes wurde der A b b r u ch d e r V e r- Handlungen mit der Regierung wie folgt begründet:

1 Die Regierung habe der Beamtenabordnung

** In den Programmbeirat des Süd­west deutschen Rundfunks berufen wurde u. a. der Universitätsmusikdirektor Professor Dr. Temesvary, Gießen. Die Berufung erfolgte von dem preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung.

** Auszeichnung. Der Waffenring der beut- fchen Kavallerie Hot bem Ehrenmitglieb bes Der- eins ehm. hesi. ßeibbragoner bes Kreises Gießen, Oekonomierat Carl Hoffmann, in Anbetracht feiner Verbienfte um die Erhaltung ber Trabition ber alten ruhmreichen Kavallerie das Mackenfen- Ehrenkreuz 1. Klaffe verliehen.

** Pünktliche Abgabe ber Umsatz- steuer- Doranmelbu ngen! Von sachoerstän- btger Seite wird mitgeteilt, baß noch Ablauf der Schonfrist für die Abgabe ber Umsatzsteuer-Voran- melbungen am 17. bes bem Steuerabschnitt fol- genben Monats vom Finanzamt unnachsichtlich em Verspätungszuschlag bis zu 10 v. H. bes Umsatz­steuerbetrages erhoben wirb. Es wirb also zur Der- meidung dieses Zuschlages pünktliche Abgabe ber Voranmeldung empfohlen.

f o l g e r u n g dieser Wahl, der sich niemand ent­ziehen kann. Aller politischen Hetze, allen Lügen seiner Gegner und allen Gewalten zum Trotz hat der Nationalsozialismus feinen Siegeszug aufs Neue angetreten als wohlverdientes Ergebnis un­erhörter Standhaftigkeit, nicht zu erschütternder Treue und nicht erlahmenden Angriffsgeistes. Tie nationalsozialistischen Kämpfer in Lippe haben der ganzen Bewegung ein leuchtendes Beispiel gege­ben, was nationalsozialistischer Wille zu leisten vermag.

Die nächsten Wochen und Monate werden ganz Deutschland im Zeichen dieses neuen Erwachens und verstärkten K a m p s w i l l e n s sehen, der die Bewegung gegenüber dem Zusammenbrechen der anderen wie eine Sturmflut weitertragen wird, ois ihre Gegner am Boden liegen oder der NSD AP. die führende politische Stel­lung ein geräumt wird, auf die sie einen An­spruch hat. Für faule Kompromisse, die der Stärke und Bedeutung der nationalsozia'istischen Be­wegung nicht entsprechen, ist nach dieser Wahl f ü r di e NSDAP, weniger Zeit denn j e."

Berliner preffekommeniare

D erlin 16. 3an. ($11.) Die wenigen am Montog'rüh ersch« nenden Ber Lier Blätter neh­men zu dem Wahlergebnis inLippe aus­führlich Stellung. DerOK o n t a g" weist dar­an s h n, daß der Stimmenzuwachs der National­sozialisten ziffernmäßig etwa in der Mitte zwi­schen dem Ergebnis vom 31. 3uli 1932 mit 42 280 Stimmen und dem Ergebnis vom 6. November 1932 mit 33 038 Stimmen liege. Die National­sozialisten hätten aber mit ihrem Zuwachs gegen­über der Wahl vom 6. November 1932 eine Ab­nahme der gefamtmarxistischen Stimmen nicht er- ' reichen können. Den allergrößten Teil der von den Sozialdemokraten gewonnenen Stimmen hätten die Kommunisten verloren. Die Zunahrne der

Em Zenirums-Kommeniar.

Köln, 16. Jan. (TU.) Als hervorstechendstes Merkmal des Wahlergebnisses in Lippe bezeichnet dieKölnische Volkszeitung (KV.)" die Tatsache, das die Nationalsozialisten trotz eines Riesenaufgebotes an politischer Propaganda ihre Stimmenzahl oom 31. Juli 1932 nicht wieder er­reicht hätten. DieHermanns-Schlacht", von der Hitler gesprochen habe, sei also nicht geglückt. Selbst der Umstand, daß Hitler die lippischen Dörfer eben­so intensiv bereist habe, wie be: den Reichstags­wahlen die deutschen Großstädte, habe nicht genügt, um den am 6. November erlittenen Verlust voll aufzuheben. Dieses Kennzeichen der lippischen Wahl dürfte für das ganze Deutsche Reich gelten, lieber raschend sei ber Abstieg der Deutschnationalen.

Nationalsozialisten stamme naa> diesem isrgeomel nicht aus dem marxistischen, sondern aus dem bürgerlichen Lager. Für die innerpolitisHe Lage Lippes liege die Bedeutung darin, daß das sozialdemokratische System gestürzt ist. Für die Reichspolitik werde sich die Folgerung ergeben, daß die NSDAP weniger \u vorläufigen, oder gar endgültigen Kompromissen mit dem Reichs­kabinett geneigt sein werde, als man bisher in der Wilhelmstraße angenommen habe.

DieM o n t a g s p o st" sagt, her große natio­nalsozialistische Wahlkampf habe nicht dazu ge­reicht. um die Ziffern der NSDAP, auf die Höhe zu bringm, die die nationalsozialistische Bewegung am 31. 3uti 1932 erreicht haoe. Der Stimmenzu­wachs stamme nicht aus dem marxistischen, son- dern aus dem bürgerlichen Lager und bedeute keine Stärkung^ sondern lediglich eine Radika­lisierung der Rechten. Auf der Linken dagegen habe sich eine Entradikalisierung vollzogen. Beide Resultate hätten keine Bedeutung für die Situa­tion im Reiche.

Rom, 15. Jan. (TU.) Am Sonntagvormittag wurde in der Vorhalle der Peterskirche zu Rom die päpstliche Bulle verlesen, in der das

außerordentliche heilige 3ahr 1933 34 anläßlich der 1900. Wiederkehr des Todestages und der

Auferstehung Jesu Christi

verkündet wird. Bereits eine Stunde yorher hatte sich der gesamte Hofstaat des Papstes im Thron- jaul im Vatikan versammelt Nachdem Papst Pius XL auf dem Throne Platz genommen hatte, überreichte der Regens der päpstlichen Kanzlei dem Papst die Bulle. Papst Pius XL erteilte hier­aus die Erlaubnis zur Verlesung und händigte die Bulle dem Dekan der päpstlichen Protonotare aus.

Unter Glockengeläut, das bis Mittag andauerte, begaben sich hieraus, nachdem der Papst sich in seine Gemacher zurückgezogen hatte, die versammelten Prälaten m feierlicher Prozession in die Vor- Halle der Peterskirche, in der sich das Dom­kapitel und der Klerus der Basilika versammelt hat­ten Von einem Podium verlas bann der Dekan ber Prvtvnotare, der bekannte deutsche Archäologe Prälat Wilpert, die Bulle

In ber Bulle erinnert ber Papst baran, daß es ben Geschichtsforschern nicht gelungen sei, den genauen Zeitpunkt dieser Jahrhun- bertfeier mit voller Sicherheit zu bestimmen. Trotzdem sei die Feier von derartiger Bedeutung, daß man nicht an ihr Vorbeigehen könne

Daher fordert der Papst dazu auf, wenigstens für eine gewisse Zeit in diesem Jahre die Erde zu vergessen und die Gedanken zum Himmel zu erheben zur Betrachtung der Liebe, die uns der Erlöser bewiesen habe und zur Entflammung

der Dankbarkeit, die wir ihm schuldeten.

Anschließend ruft der Papst die Ereignisse jenes großen Jahres insGedächtnis, das nunmehr gefeiert werde, von ber Einsetzung bes Heiligen Abenb- mahles bis zur Austeilung des Heiligen Geistes unb zu ben Wunbern, bie die erste Verkündung des ersten Evangeliums begleiteten.

Das Gedenken an dieses Ereignis labe zum G e - b e t unb zur Buße für uns selbst unb bie ganze Menschheit ein.

Möge biefe» heilige Jahr den Seelen den Frie­den bringen, der Kirche die Freiheit, den Bel­fern die Eintracht und das Gedeihen.

waltherrschaft ber Litauer im Memel- lanb w i e lange noch?"

Der Bunbesvorsihenbe Professor B o e r s ch - mann begrüßte Vertreter ber Regierung, der Stabt Berlin, der Parlamente, der Hochschulen, der Verbände der alten Armee, der Wehrverbände usw. Er dankte ben im Memelgebiet ausharrenden Deut­schen für ihren unerschütterlichen Glauben an das Vaterland. Zehn Jahre schmachteten nur schon 150 000 Deutsche unter ber Zwangsherrschaft der Litauer, die sich mit Gewalt deutsches Land ange­eignet hätten.

Das Memelland fei deutsch und müsse wieder deutsch werden.

Die geschäftsführende Bundesoorsitzende Frau BrönnerHoepfner mahnte dazu, sobald als möglich eine ^Bereinigung ber Memel- frage Im deutschen Sinne herbeizuführen.

Der 2. Vorsitzende des Memellandbundes, Dr. Borchardt, erinnerte an den Kampf gegen die deutsche Sprache, gegen die Autonomiegesetzgebung und die deutsche Gerichtsbarkeit.

Der Selbstbehauptungskampf der Memelländer muffe Deutschland in einem Abwehr- und Auf- Närungsfeldzug unterstützen.

Nach weiteren Ansprachen ber Vertreter ber Grenzlandsvereinigungen fand eine Entschlie­ßung Annahme, in der es heißt:

Wir werden bie staatliche Zugehörig­keit des Meme 1 gebietes zu Litauen niemals als zu Recht bestehend anerken­nen. Hundert Jahre Unrecht machen nicht eine Stunde Recht. Wir werden unermüdlich die Welt aufklären und überzeugen, daß das M e m e l v o l k nach Herkunft und Willen restlos dem deutschen Kulturkreis angehört.

Wir fordern die Wiedergutmachung des schreien­den Unrechts, das durch den Berfailler Bertrag, durch die litauische Bergewaltigung und durch deren völkerrechtliche Duldung dem Memelland und dem gesamten Deutschtum zugefügt wurde Da» Memelland ist deutsch und mutz wieder heim ins Reich."

Chorgesänge umrahmten die Kundgebung, bie mit bem Deutschlanblied schloß.

Kürzung der französischen Beamiengehälier. Paris, 15.Jan. (WTB.) lieber das bisherige Ergebnis ber Kabinettsberatungen weiß Havas zu berichten, daß die B e a m t e n g e b ä 11 e r bis zu 12 000 Franken jährlich feiner Kürzung unterworfen roerben sollen. Dagegen würden bie höheren Gehäl- tei u m 2 bis 10 Prozent gekürzt werden. Die ursprünglich vorgesehene Pensionskür- zung ber ehemaligen Frontkämpfer Joll nicht oorgenommen werben; bafür werbe

BSC